Boys don´t cry

09.03.2007 um 20:11 Uhr

Wellness-Tag

von: Ryan

Nachdem diese Woche doch extrem stressig war, hab ich mir heute nen Wellness-Tag gegönnt und damit den gesamten Mittag und Nachmittag freigehalten - was im übrigen echt im Moment nicht so einfach ist.

Ausgiebiges Duschen, das bisschen Haar was ich noch hab, hab mir mal wieder gefärbt - hab ich mir ewig nicht mehr gegönnt. Ich hab meine Wohnung gesäubert und aufgeräumt, eingekauft, aufm Sofa gelümmelt und Kinderschokolade gefuttert. Und jetzt löffel ich ein wenig Eierlikör. Und wenn mir langweilig wird, mach ich mich schick und geh mit Freunden aus.

Das ist jetzt auch echt mal wieder nötig, nachdem ich heute morgen wie gerädert aufgestanden bin und die letzten Tage wirklich in jedem Knochen gespürt habe. Und dann noch der zusätzliche Stress wegen der Geschichte mit meiner Arbeitskollegin ... das war wirklich too much. Aber ich muss jetzt echt zusehen, dass ich gezielter Pausen und freie Tage einschiebe, in denen ich auch mal was für mich tue. Ich weiss, dass ne harte Zeit auf mich zukommt, beziehungsweise ich eigentlich schon mitten drin bin. Und irgendwie muss ich das durchstehen und gleichzeitig noch effektiv lernen. Und vor allem nicht inner Klappse landen wegen Nervenzusammenbruch oder ähnlichen Sachen.

Meine Mutter fliegt im übrigen nächste Woche Montag in den Urlaub mit meinem Stiefvater - nach Griechenland. Wie gerne hätte ich auch Urlaub - nein, ich muss arbeiten, aber ich darf den Babysitter für meine 15 Jährige Schwester spielen, die natürlich ne ganze Woche noch nicht ganz alleine zuhause bleiben sollte. Mein kleines Schwesterchen und ich - ich bin gespannt wie das läuft. Ich zieh zuhause wieder ein, das einzige was sich dann ändert ist im Grunde genommen nur mein Arbeitsweg. Eine Woche wieder zuhause im Elternhaus leben - ohne Eltern. Hört sich doch gut an, oder? Nachdem meine Freunde, Kollegen und Brüder von dieser Nachricht hörten, sah man es ihnen förmlich an, wie es in ihren Köpfen ratterte ... man hat ein großes Haus zur Verfügung, damit lässt sich doch was anstellen? Auf jeden Fall.

Meine viel-zu-spontan-und-in-doofer-Situation-heraus-abgeschnittenen Haare gefallen mir mittlerweile doch ganz gut. Ich habe das Haargel wiederentdeckt und ich seh angeblich mit dieser Frisur etwas älter aus - was vorteilhaft ist, immerhin wurde ich sonst immer für viel zu jung geschätzt. Jetzt werde ich neuerdings an der Supermarkt-Kasse wieder mit Sie angesprochen.

08.03.2007 um 22:46 Uhr

Ich kann nicht mehr

von: Ryan

Es ist furchtbar - ich hab für nichts mehr Zeit. Meine Wohnung verdreckt, weil ich enfach keine Zeit mehr finde sie zu putzen. Die Pfandflaschen stapeln sich, mein Kühlschrank wird zunehmend leerer und ich nehme ab.

Ich bin erledigt vom Tag. Erst Arbeit, dann mit Kollegen nach Hause, kurz nen Kaffee getrunken, Wasserflasche aufgefüllt, dann zu meiner gewissen Kollegin (ja die Dame vom Wochenende) und bei der gelernt wie die Bekloppten. Bis vor 20 Minuten saßen wir dann bei ihr und haben uns die menschliche Leber reingekloppt. Anatomie, Funktionen, Enzymvorgänge, Erkrankungen ... und dann schaut man auf die Uhr, macht noch nen Bier auf, bespricht den Rest vom Thema und schnackt noch ne Viertelstunde über persönlichen Kram und dann sitzt man irgendwann zuhause. Ich bin seit 5.30 heute morgen unterwegs. Keine freie Minute nur für mich - höchstens mal aufm Klo.

Irgendwie ist mir vorhin auch aufgefallen, dass ich kaum was gegessen hab. Morgens inner Frühschicht nen Brötchen und nen Apfel und vonner Frühschicht ging´s ja auch gleich weiter. Nen Bier auf nüchternen Magen und jetzt gehts gleich ins Bett. Ich bin auch zu müde um mir noch irgendwas zu machen. Morgen muss ich erstmal einkaufen. Bis auf Bier und nen paar angeschimmelte Tomaten hab ich nichts mehr im Kühlschrank. Aber wenigstens hab ich jetzt die Leber so drauf, wie wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben.

Ansonsten: Die Stimmung zwischen meiner gewissen Kollegin und mir ist seltsam. Aber wir kommen drüber weg. Hoffe ich.

06.03.2007 um 20:39 Uhr

Ich brauch Urlaub von meinem Leben

von: Ryan

Stimmung: abgenervt
Musik: The Fratellis

Auf der einen Seite fühle ich mich *mal wieder* furchtbar ungeliebt und unbeliebt - auf der anderen Seite schaue ich meinen Terminkalender an und kann mich kaum retten. Und in jeder freien Minute sitzt ich am Schreibtisch und klopp mir Anatomie oder Krankheitslehre rein für´s Examen.

Ich fühl mich total überfordert und zerrissen. Auf der einen Seite ungeliebt, auf der anderen Seite tanze ich mal wieder auf viel zu vielen Hochzeiten gleichzeitig und muss wirklich Abstriche mache, was ich wann zu erledigen hab und was ich verschieben kann, weil der Tag nun mal nur 24 Stunden hat. Ich halte mich weiterhin mit schwarzen Tee und Cola wach, und trotzdem fühle ich mich furchtbar schlapp, müde und könnte einfach nur mal 12 Stunden am Stück wie tot durch schlafen. Und ich rauche wie in Bekloppter. Und ich huste auch noch dementsprechend. Eigentlich sollte ich gar nicht rauchen, aber irgendwie muss man ja durch den Tag kommen, der so schon hart genug ist.

Was mir auch mal wieder aufgefallen ist: ich versuche allen gerecht zu werden, nur mal wieder nicht mir selbst. Ich versuche alle meine Freunde gleichzeitig und gleichgut unter einen Hut zu kriegen (und ich habe viele Freunde ...), mit großartigen Leistungen auf der Arbeit zu glänzen und mein Leben muss natürlich auch perfekt sein.

Und ich habe bemerkt, dass mich alles anfängt zu nerven. Das Aufstehen, morgens duschen, die Frage Kaffee oder Tee - selbst damit bin ich schon überfordert, weil ich keine Lust habe mich mit sowas zu beschäftigen. Aber irgendwie muss man ja seine Flüssigkeitszufuhr sichern oder? Dann geh ich zur Arbeit, die gleichen Menschen, die gleichen Sprüche, die gleichen Leute mit den gleichen Macken. Und man selbst wird ja nicht resistenter in Zeiten wie diesen. Nein, man wird sensibler und gaaanz schnell gereizt und reagiert dann dementsprechend. Ich hab mich heute selbst über mich erschrocken, über was für Kleinigekeiten die blanke Wut in mir hochstieg und wie böse ich einige meiner nettesten Kollegen angefahren hab. Ich neige ja leider dazu Dinge zu sagen, ohne vorher nachzudenken, ob sie in dem Moment so gut angebracht sind, oder ob man sie nicht vielleicht auch netter formulieren könnte. Oder einfach mal die Schnauze halten. Ich bin froh, dass ich heute nicht alles ausgesprochen hab, wo ich schon dabei war den Mund zu öffnen und in der letzten Milisekunde noch dachte: "Oh, das könnte böse ausgehen."

Ich bemühe mich sehr das Beste in den Menschen zu sehen - aber irgendwie mag mir das im Moment nicht gelingen. Das ist irgendwie ne ganz üble Mischung zwischen permanenter Anspannung und ausgelaugt sein. Irgendwie muss mal wieder was richtig schönes passieren. Irgendwas woran man sich auch noch Monate später erinnern kann und sagen: "Das war richtig gut."

05.03.2007 um 18:44 Uhr

Ryan knallt ab

von: Ryan

Nach so nem Wochenende und nem seltsamen Arbeitstag, hab ich das Gefühl ich drehe ab. Meine gewisse Arbeitskollegin kam heute zur Arbeit und alle: "Hey du siehst fertig aus." - und sie "Tja, ich hab mich gestern von meinem Freund getrennt, mit dem ich 4 Jahre lang zusammen war" - nachdem ich mich mit Ryan besoffen hab und wir inner Kiste gelandet sind ... Gott, ich hab so ein grottenschlechtes Gewissen.

Gut, im laufe des Tages änderte sich die Stimmung allgemein von betrübt auf geheitert und es fielen die ersten Sprüche: "Ryan und du flirtet ja dauernd rum, jetzt könnt ihr ja endlich." oder "Jetzt haste keinen eifersüchtigen Freund mehr um dich rum, jetzt kannste Ryan ja endlich rumkriegen." oder "Wenn Ryan und du mal im Unterricht verschwindet, wissen wir ja dass ihr beiden alleine sein wollt." Und du sitzt da und denkst: "Boah ey ..." Ich bin dann auch irgendwann ausgerastet und hab sowas gesagt wie: "Was denkt ihr eigentlich? Dass wir beide seit über 2 Jahren notgeil aufeinander sind?!" und dann kam kleinlaut: "Aber ihr würdet sogar total gut zueinander passen." - "Sie ist aber gar nicht mein Typ!" - "Tschuldigung, wir dachten halt, dass ihr ... naja gut zueinander passen würden." - Ryan, die Vollzicke - noch ne schöne Rolle in die ich jetzt passe.

 Mich hat mittags dann ne Freundin angerufen: "Du Ryan ... ich hab Scheisse gebaut ... so zwischenmenschlich ... es geht um Sex und Arbeit." und ich: "Großartig, wir MÜSSEN uns treffen." Eigentlich wollten wir Frustshoppen und sie erzählte so beim Schlendern durch das Wandsbeker Quarree, dass sie mit ihrem Chef geschlafen hat und der sie jetzt sehr anzüglich behandelt - und ich erzählte, dass ich mit ner Arbeitskollegen geschlafen hab und das der Auslöser zum beenden ihrer nicht ganz so glücklichen, aber langen Beziehung war. Und dann meinten wir: "Wir gehen zu McDoof, uns vollfressen." - "Okay, aber erst will ich mir die Haare abschneiden lassen, mein Chef steht so auf meine langen Haare, die müssen ab." Sie züchtet seit fast 3 Jahren ihre Haare und war sehr stolz ... und dann saßen wir beim Friseur: "Ryan, ich trau mich nicht." ich hab dann die Gelegenheit genutzt und mir auch nen Kurzhaarschnitt verpassen lassen - aber so kurz wie schon lange nicht mehr. Also meine Zopfbändern kann ich jetzt für nächsten 6 Monate wegschmeissen. Ich hab im letzten Jahre eher zu "etwas zu lang" als "kürzer" geneigt. Bei ihr war´s noch schlimmer Und die Friseurin war so lieb und fragte: "So in Ordnung?" - "Nein kürzer!" Ich mein sie sieht jetzt sehr schick aus und ich mag meine Frisur auch, aber dann standen wir gemeinsam vorm Spiegel, schauten uns an, schauten auf die Haare zu unseren Füßen ... "Meine Haare ..." und sie fing an zu weinen

Letztendlich waren wir nicht bei McDoof, weil uns beiden nicht mehr nach Vollfressen war - ich hoffe die Veränderung hat uns beiden irgendwie gut getan - ich hab zuhause auch nur in den Spiegel geschaut und dachte: "Oh weh ... oh weh ... du bist doch bescheuert." Ich werde ne ganze Weile nicht mehr meinen viel zu langen Pony aus den Augen streichen müssen und ne komische Haarspange in meine Haare machen müssen, wenn ich etwas abschreiben möchte von der Tafel, weil ich sonst mein Heft nicht sehe. Ich mochte meinen alten Haarschnitt, aber jetzt isses zu spät.

Auf in ein neues Leben.

04.03.2007 um 18:52 Uhr

Ryan, der Beziehungszerstörer

von: Ryan

Gut, wie fang ich an ... also nachdem ich gestern so nen heftigen Kater wie noch nie in meinem Leben geschoben hab, hab ich mich heute daran gemacht diese Freundschaft zu retten und hab dann mal vorsichtig angefragt wie es ihr geht und ... naja, dass man überhaupt nochmal redet, bevor man sich auf der Arbeit sieht. Gut, sie fing auch prompt an zu weinen am Telefon: "Ja nee ist nicht wegen dir ... aber ... ich hab durch dich gemerkt, wie unglücklich ich mit meinem Freund bin ... und ... ich hab Schluss gemacht."

Das war jetzt echt nicht, das was ich wollte. Sie saß dann bis vorhin auch noch bei mir, ich hab immer schön die TempoBox gereicht und sie gedrückt - später hab ich ne Freundin angerufen und sie hat ähnliche Probleme: Sie hat ne Affäre mit nem Mann, von sie nicht möchte, dass er sich in sie verliebt, aber der Sex ist zu gut, währenddessen ist sie in nen Arbeitskollegen unsterblich verliebt und hilft ihm wiederrum über eine andere Frau hinweg zu kommen, in die er unsterblich verliebt ist.

Das Leben kann echt ganz furchtbar kompliziert sein, wenn man jung und attraktiv ist. Und meine persönliche Gretchen-Frage ist immer noch: Jungs oder Mädels? Das einen zusätzlichen Komplikations-Faktor hinzusetzt.

Aber was ich vorhin nochmal gehört hab: "Ich versteh gar nicht wieso du keine Beziehung hast und immer nur Pech. Du bist hübsch, du bist ein ganz toller Mensch und trotzdem gerät´s du chronisch an die Menschen, die dich überhaupt nicht verdienen." That´s Life ... Siehe die Geschichte mit dem Mann mit dem seltsamen Namen. Ich werd mir heute Abend einfach "Findet Nemo" reinziehen und überhaupt nicht mehr über solche oder ähnliche Geschichten nachdenken.

03.03.2007 um 13:09 Uhr

Ryan, die Schlampe

von: Ryan

Vor ner Woche Weiberheld - heute Schlampe. Und eigentlich total unabsichtig. Ich mag´s nicht mit Menschen zu schlafen, die ich eigentlich freundschaftlich total gerne mag. Ich hab irgendwie immer Angst, dass es etwas zwischen uns ändern - was auch meistens der Fall ist.

Gut, wie fing es an? Gestern Abend Anruf: "Mir geht so furchtbar, ich muss damit über jemanden reden." eine sehr gute Klassenkollegin ... ich hilfbereit wie immer: "Warte, ich komm zu dir, mach keinen Scheiss." Und dann saßen wir da, hatten tiefgreifende Gespräche bis 5 Uhr morgens, konsumierten so ca. 3 Flaschen Wein und mit einem mal liegt man knutschend aufm Bett. Kurzes Hochgucken: "Willst du das wirklich?" - "Ja, und du?" - "Ich weiss nicht ..." Aber man macht ja im Zweifelsfall einfach weiter.

Heute morgen neben ihr aufgewacht - Kater hoch 3 - und sie irgendwann: "Du, ich muss dich rausschmeissen, mein Freund kommt inner Stunde." - Ja das auch noch ... und seltsamer Weise bin ich immer derjenige bei so ner Geschichte, der NICHT in einer Beziehung ist - ich zerstöre sie nur. Ich mag meine Rolle auch nicht, aber entweder so oder ganz keusch. Und eigentlich hatte ich mich ja wirklich für keusch entschieden ... allerdings interessiert mich das ab ner bestimmten Promillezahl nicht mehr. Ich sollte echt weniger saufen.

Naja jetzt sitz ich hier schlechten Gewissens auf nem Cheeseburger rumkauend (schlechtes Gewisse sowohl als auch) mit nem dicken, dicken Kater und hab keine Ahnung wie Montag morgen auf Station ablaufen wird. Und überlege ob ich wieder in mein Bett gehe, irgendwie hab ich doch ziemliche Kopfschmerzen.