Boys don´t cry

11.05.2005 um 14:23 Uhr

Ein freier Tag

von: Ryan

Musik: Bare Jr. - Blew me off

Heute hab ich frei ... und ich hab das Gefühl ich kann meine freie Zeit gar nicht sinnvoll genug gestalten. Ich möchte soviel machen aber irgendwie ... schwer zu beschreiben.

So alltägliche Dinge wie Wäsche waschen, einkaufen (oh ich geb soviel Geld für Scheiss aus) und saubermachen krieg ich ganz gut hin, aber was ist mit den Dingen, die man wirklich gerne macht und die einen ein Stück weit Urlaub bringen?

Ich möchte Kurz-Urlaub machen. Nicht nur auf Balkonia, ich will auch nicht weit weg, ich möchte mit Freunden im Stadtpark liegen, an der Alster grillen ... aber das Wetter spielt nicht mit, um nicht zu sagen: Es ist saukalt und regnet. Aber das Wetter soll angeblich wieder besser werden ... leider arbeite ich genau an dem Zeitpunkt wieder. Das Leben ist ungerecht.

Und wo sind die Menschen, die abends mit mir ganz entspannt ein Bier trinken gehen würden? Nicht auf dieser Erde anscheinend, oder zu beschäftigt. Es sind bloß Kleinigkeiten nach denen ich mich sehne.

Was ist bloß aus meinen Freunden geworden? Die studieren irgendwie halbherz irgendwas womit man später wohl nichts arbeiten kann. Ich hab Vorurteile gegen Studenten, geb ich zu ... allerdings haben meine studierenden Freunde, sie auch mir gegenüber. Ich mach ja "nur" ne Ausbildung. Und ich hab Vorurteile, dass sie Jahre lang zu Fachidioten gemacht werden, aber nie wirklich gearbeitet haben um ihr Wissen praktisch umzusetzen.

Wir waren früher jedes Wochenende feiern, oder wenigstens jedes zweite. Heute verbringen sie alle lieber ihre Wochenenden mit ihren Schatzis - das können sie doch noch oft genug, wenn sie verheiratet sind, oder? Oder sie wollen lieber ins Kino - nein ich will nicht ins Kino, ich will mit ihnen reden und nicht schweigend neben ihnen sitzen. Verlang ich zuviel?

Meine erste Reanimation gestern ... obwohl ich nicht viel machen konnte, ich hab Sachen geholt, Kleinigkeiten, z. B. das Zeug um ne Braunüle zu legen, Blutdruckmessgerät usw. Viel mehr konnte ich auch nicht machen, stand aufm Flur, hab gewartet dass wer irgendwie Hilfe brauchte ... und hab nebenbei zwei heulende Angehörige betreut. Ich selbst war super aufgeregt und hab so Sachen losgelassen wie: "Bleiben Sie ruhig, es sind jetzt 3 Ärzte drin, er kommt gleich auf die Intensivstation, wir kümmern uns drum, beruhigen Sie sich nen bissle, mögen Sie nen kleinen Moment frische Luft schnappen? Wollen Sie sich hinsetzen? Mögen Sie nen Schluck Wasser trinken? Das kann noch nen kleinen Moment dauern."

Ansonsten war der Tag ruhig, aber sowas kickt einen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenrebella schreibt am 11.05.2005 um 18:13 Uhr:An der Alster grillen? Ich warte noch immer gespannt, auf die erste Geburt eines Hamburger Babys

    mit Kiemen hinter den Ohren und Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, arbeitest du in einem Krankenhaus. Vielleicht magst du ja ab und an mal auf der Geburtsstation nachschauen, ob es schon so weit ist....

    Bis dahin verbleibe ich freundlichst rebella
  2. zitierenRyan schreibt am 12.05.2005 um 14:48 Uhr:wir haben leider keine Geburtsstation ;)
  3. zitierenrebella schreibt am 13.05.2005 um 10:36 Uhr:Irgendwie hab ich sowas befürchtet, aber das ist ok. Dann geht eben noch ein historisches Ereignis an mir vorbei. :)

Diesen Eintrag kommentieren