Boys don´t cry

18.05.2010 um 23:39 Uhr

Eintrag von gestern (konnte nicht posten)

von: Ryan

Es ist so anstrengend so zu sein, wie ich jetzt bin. So unendlich anstrengend. Ich schlafe schlecht. Ich schlafe zwar mit viel Hilfe von Rotwein, aber ich wache auch nach ein paar Stunden wieder auf und kann nicht wieder einschlafen. Also stehe ich auch auf und versuche mich abzulenken, als mich nur im Bett zu wälzen und dumme Gedanken zu haben. Ich frühstücke etwas Müsli und versuche mich abzulenken. Ich male, ich daddel im Internet, ich kümmere mich um Kleinigkeiten - die ich eben so schaffe. Meine Ratten füttern, etwas lesen, mehr schaffe ich nicht.

Ich hab mich krank schreiben lassen heute und hab fast alles erledigt, was ich erledigen musste. Aber es war anstrengend und ich bin wahnsinnig erschöpft. Es ist furchtbar, ich bin so müde, aber nicht müde genug um schlafen zu können, aber zu müde um wirklich wach sein können. Ich laufe rum wie ein Zombie, ich hab tiefe Augenränder, Gott weiss wo ich die her hab. Ich kann Menschen kaum fixieren, ich schaue durch alles durch. Nichts interessiert mich. Ich versuche nur die Zeit tot zu schlagen, bis es besser wird. Ich fühle mich die allermeiste Zeit wie hinter Pelxisglas gefangen. Die Welt läuft weiter aber irgendwie ohne mich. Ich kann nur aus weiter Ferne zuschauen.

Ich hab dauernd Gedankenkreise, so alla: Wie gehts weiter? Was mache ich nur? Was ist wenn es länger dauert? Wieviele Menschen sind dann sauer auf mich? Was denken sie, was reden sie? Und ja, ich weiss, dass sie ganz sicher reden. Der Typ mit der Macke. Ich fühle mich als wäre mein Gehirn blockiert. Es hat Schnupfen oder eine Grippe und funktioniert deswegen nicht richtig und deswegen fühle ich mich eigenartig. Ich mag nicht reden. Ich spreche nur das Nötigste und selbst das ist schon anstrengend. Alles ist einfach schwer. Ich mach nicht. Es es ist wirklich alles fies schwer.

Ich wache morgens auf und denke: Warum bin ich bloss wachgeworden. Es ist sogar anstrengend einfach nur da zu sein. Und ich hoffe, es geht schnell vorbei. Selbst mein Hausarzt sah mich heute sehr mitleidig an und fragte: "Was soll ich nur mit Ihnen machen?" Und ich sah wie hilflos er war. Er fragt - und ich mag ihn wirklich - ob er mir helfen könne, zum Beispiel nen Antidepressiva verschreiben solle. Aber es ist furchtbar, dass selbst Ärzte an mir verzweifeln.

Ich hab wirkllich Angst, dass der ganze Sommer an mir vorbeizieht während ich heulend oder versteinert in der Wohnung sitze. Das wäre doch scheisse. Aber es hilft mir noch weniger, wenn ich die ganze Hilflosigkeit meiner Umgebung fühle. Was soll ich dann erst fühlen? 

Ich werd die nächsten Tage den Psychiater anrufen. Mal schauen, was er sagt. Ich muss aufpassen, dass ich etwas esse und ausreichend trinke, das fällt mir auch schwer. Ich ertrage mich selber kaum noch. Ich will nicht depressiv sein. Ich will einfach nur meine innere Ruhe, und das alles wieder so wird wie vor einem halben Jahr. Das es mir gut geht. Das ich belastbar bin. Das ich wieder ganz normal bin. 


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