Boys don´t cry

02.07.2010 um 00:46 Uhr

Ich mit mir allein

von: Ryan

Es ist irgendwie seltsam. Ich weiss mal wieder gar nicht wie es mir geht. Wenn mich jemand fragt, sage ich, dass es gut läuft. Tut es auch - die meiste Zeit. Aber eigentlich weiss ich es nicht wirklich. Ich fühl mich immer noch oft als sei ich nicht ich selbst. Aber ich schaffe meinen Alltag. Gut, ich hab ja als Arbeitsloser auch nicht viel zu schaffen, außer eben Haushalt.

Ich hab verabredet, wann ich wieder arbeiten gehen will. Und seitdem fühle ich mich wieder unter Druck gesetzt. Ich mache meine Therapie, ich geb mir Mühe, aber es ist immer noch seltsam. Ich frage mich dauernd: Ab wann bin ich gesund? "Wenn du es nicht weisst, wer dann?" sagen die meisten meiner Freunde, denen ich davon erzähle. Aber woher soll ich das wissen? Grade ich? Ich krieg doch von mir selbst kaum was mit, solange bis ich nen Nervenzusammenbruch hab. Ich reize solange meine Grenzen aus, bis ich nicht mehr weiter kann. Sicher versuche ich auf mich Acht zu geben - das muss ich lernen, aber wie macht man das wenn man es vorher nicht konnte? Ab wann muss ich auf mich aufpassen? Die ganze Zeit oder nur wenn ich merke, dass ich es muss? Und wie merke ich es?

Das sind alles Aufgaben, die für andere Menschen einfach zu erfüllen sind, aber sie können mir auch nicht sagen wie sie es wirklich anstellen. 

Im Moment bin ich viel müde. Ich trinke viel Kaffee und Cola, um mich aus meiner Müdigkeit rauszuholen, schlafe viel zu viel. Egal welche Symptome ich einem Arzt schildere, sie sind immer psychisch - so meine Ärzte. Mein Therapie sagt: "Das sind die Schwingungen in Ihrem Körper, die nicht richtig fliessen." - mein Hausarzt sagt: "Was sagt denn Ihr Therapeut?" und meine Freunde sagen: "Was sagt denn dein Hausarzt?" Es kommt mir vor als haben alle nur leere Antworten für mich. 

 Ich treff mich im Moment viel mit Freunden. Das tut mir gut. Fussball gucken, hier mal zm Strand, da auf ne Tasse Kaffee. Das tut mir wirklich gut und ich bin froh, dass ich sie alle hab. Mittlerweile ist Arbeitslos-Sein furchtbar langweilig. Ich spiele dauernd Computer, gehe spazieren, gucke Fernsehen, tüddel mich im Haushalt fest. Oh man, es ist so öde nicht zu arbeiten.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenausderFerne schreibt am 06.07.2010 um 03:43 Uhr:Eine sehr gute Freundin von mir hat auch mittel-schwere Depressionen. Sie hat sich das folgende Buch gekauft: Endlich frei: Schritte aus der Depression von Josef Giger-Bütler von Beltz
    (gibts bei Amazon)

    Sie fand es sehr gut. Vielleicht hilft es ja :-)
  2. zitierenS_Hase schreibt am 09.07.2010 um 11:07 Uhr:Deine Freunde möchten wahrscheinlich einfach nur nichts Falsches sagen, es ist bestimmt keine Gleichgültigkeit. Ich glaube schon, dass du lernen musst, IMMER auf dich achtzugeben, damit du den Zeitpunkt zum Innehalten nicht verpasst. Auch ohne Arbeit hat man einen Alltag, das sollte man nicht abwerten.

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