Boys don´t cry

21.08.2006 um 01:49 Uhr

So ist es eben

von: Ryan

Gut, ich habe mir überlegt für jeden Tag eine Liste zu schreiben, was ich zu erledigen habe. Irgendwie tut mir Langeweile nicht gut. Ich kann nicht in den Tag hineinleben und nicht wissen wofür ich aufstehe. Also versuche ich mich selbst zu beschäftigen um der Herrausforderung "Urlaub" stand zu halten. Außerdem ist morgen mein Mitbewohner wieder da, der wird ja nach Belastbarkeit mit in meinen Tagesablauf eingeplant.

Gut, was noch? Irgendwie bin cih ziemlich frustriert, ich höre Lieder von früher und erinere mich wieviele Freunde ich in meinem Leben schon aus den Augen verloren habe. Ich hatte mal ne Band, wir haben uns fast 2-3 Mal die Woche getroffen, beprobt, Bier getrunken, waren zusammen aufm Kiez. Die dicksten Kumpels, und plötzlich macht die Band Abitur, der Gitarist geht nach Frankreich, der Sänger nach München und wo der Bassist hin verschwunden ist, weiss keiner. Und wer bleibt? Der einsame Schlagzeuger. Ich. Ganz alleine in Hamburg ohne Band. Aber so ist eben.

Oder das Boxen, ich hatte viele Kumpels übers Boxen. Okay, dann ist mein Knie kaputt gegangen und ich konnte nicht mehr boxen. Man sagt zwar: "Wir treffen uns mal auf ein Bier oder so." - ja und so ... mehr aber auch nicht. Wenn man sich nicht mehr regelmäßig sieht, verläuft es sich doch sehr in alle Windrichtungen.

Bei anderen Freunden merkt man irgendwie wie furchtbar die sind. Zum Beispiel ist ne Freundin von mir nach Köln gegangen und kam völlig abgemagert in den Semesterferien wieder - Tatsache: Magersucht. Großartig. Es steht mal wieder ein Heimatbesuch an, ich muss mit ihr nächstes Wochenende aufm Kiez und ich hab keinen Bock, weil ich es nicht ausstehen kann, wenn sie von den gleichen Sachen wie immer anfängt. Nur die gleichen Themen, um die sich ihr Leben drehen und immer dieses "Mir gehts so schlecht, beachtet mich alle"-Gesülze.

Irgendwie krieg ich Panik, dass sich das mit meinem jetztigen Freundes- und Bekanntenkreis genauso irgendwann verläuft. Aber ich hab eh immer chronisch Angst vorm allein sein und kann trotzdem keine neuen Nummern im Handy speichern, weil ich zuviele Menschen kenne, die sich auch alle mit mir treffen würden, wenn ich es drauf anlegen würde. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenback2thesun schreibt am 23.08.2006 um 07:30 Uhr:Nicht traurig sein, dein Freundeskreis hat sich verändert, weil Du und Dein Leben sich geändert haben. Mir geht es genauso, ich finde das aber nicht schlimm, solange immernoch ein paar aktuelle Fraunde da sind. Manchmal sind 5 richtige Freunde, auf die man sich immer verlassen kann, auch besser, als 50 Bekannte, die alle im Notfall auf einmal weg sind.

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