Statt in den Kommentaren darauf zu antworten, mag ich dem Thema lieber ein eigenes "Kapitel" widmen...
Natürlich hoffe ich nicht, dass ich tatsächlich bis an mein Lebensende alleine bleiben werde. Aber ich frage mich, wie und wo soll das passieren, wo soll jemand Neues herkommen? Ist das alles möglich?
Ich habe über ein Jahr (seit M) damit verbracht, mir selber einzureden, dass ich auch jemand anderen lieben kann, dass das alles nicht so schlimm ist. Sicher war es damals eine Art Schutzmechanismus. Ich habe gemerkt, D wird sich nicht trennen und habe gespürt, wie schwer ihm das auch gefallen ist, dass er weiterhin verheiratet ist und ich niemanden habe. Oft hat er gesagt, dass das mir gegenüber unfair ist. Ich hab das nicht so gesehen, denn das war ja alles auch meine eigene Entscheidung.
Dann kam M daher. Er ist halt, wie er ist... sieht ganz gut aus, ist vielseitig und da sind eben die vielen Dinge, die man mit ihm erleben kann. Und er hat sich damals wirklich ziemlich um mich bemüht. Tja, irgendwie dachte ich, ist es das Beste. Ich hab also versucht, mich wieder zu verlieben und letztendlich gehofft, dass es D damit besser geht. Irgendwie habe ich gehofft, dass er glücklich wird, so wie er sich das vorstellt. Vermutlich hab ich ihn letztendlich nur verletzt, genau so wie es mir nicht gut getan hat.
Ja und dann ist D irgendwann ganz verschwunden. Erst hab ich mir wieder schön eingeredet, dass er Recht hat und alles besser so ist. Dass wir sonst nie drüber hinweg kommen, blablabla. Ist ja egal, dass ich monatelang jeden Tag geheult hab, dafür gabs 1000 andere Erklärungen. Es war ja besser, sich Sorgen um M zu machen, als einzugestehn, dass das mit D so verdammt weh tut. ALs diese Gefühle zuzulassen.
Dann kam P genau zur rechten Zeit, als es wieder hätte zu haarig werden können und wieder konnt ich mich prima ablenken. Und als ich dann die nächste Krise hatte und wieder mir Fragen gestellt habe und versucht habe, alles abzuhaken, da kam T daher. Wie passend!
Ich will nicht sagen, dass ich nicht richtig verliebt war. Klar hatte ich Herzrasen und das alles. Aber was haben M und T gemeinsam? Richtig! Sie sind genauso wenig fähig, sich auf eine feste Beziehung einzulassen wie ich das derzeit bin.
Ich habe mich belogen und mir etwas vorgemacht. Nur, damit immer alles irgendwie leichter zu ertragen war. Und dabei wollte ich sicher nie jemandem weh tun. Ich habe immer gesagt, dass ich keine neue Beziehung anfangen kann, bevor mein Herz dafür nicht wieder frei ist. Und das ist es einfach nicht.
Ich liebe D und ich weiß nicht, ob das jemals aufhören wird. Es ist einfach so stark und verdrängen macht krank. Mit D das war eben so, wie ich mir das vorstelle, wie ich mir vorstelle, wie zwei Menschen sich verstehen sollten, miteinander umgehen sollten, was sie fühlen sollten.
Wie soll ich eine neue Beziehung eingehen, die weniger ist als das? Das kann ich nicht. Es wäre nicht fair... Ich möchte niemals zu den Menschen gehören, die diesen Kompromiss eingehen. Einfach nur zufrieden sein und sich gut verstehen, das ist nicht alles. Es ist nicht richtig, sich so an sich zu binden. Und auch den anderen nicht loszulassen, wenn man weiß, dass man nicht mit ganzem Herzen bei der Sache ist. Denn ganz ehrlich, hat es nicht jeder verdient, den Menschen zu finden, wo es so paßt. Wo man sich voll und ganz liebt? Man nimmt dem Partner damit doch die Chance auf das Glück. Mein Ehemann zB hat jetzt auch eine Frau gefunden, die sicher besser zu ihm paßt, als ich. Die ihn vielleicht sogar glücklicher macht. Und das ist wirklich gut so, denn das hat er verdient!
Und soll ich wirklich glauben, dass man so etwas Besonderes wirklich öfters finden kann? Ich finde, einmal in Leben so eine Liebe kennengelernt zu haben, ist ein Wahnsinnsgeschenk. Das ein zweites Mal finden??? Ich denke, es ist schwer. Und ich möchte mich selber nicht schon wieder anlügen und mir sagen, dass das so einfach wird. Lieber gehe ich davon aus, dass so etwas nicht noch einmal zu finden ist. Ist das Selbstschutz? Realismus? Ich weiß es nicht...
Ich weiß nur, dass es einen Mann gibt, den ich liebe. Einen, der sich aus seinen Gründen, die ich zwar nicht richtig verstehen kann, aber akzeptiere, gegen mich entschieden hat. Und damit muss ich leben.
Ich kann und will ihn nicht zwingen. Wenn er jemals zu mir kommen wollen würde, dann muss er das aus freier Entscheidung und freien Stücken tun. Aber wenn er das nicht kann, dann möchte ich wenigstens den Rest verstehen, wenigstens so weit damit abschließen, dass es okay ist, dass mein Körper nicht mehr krank ist. Und vielleicht ist dann auch eines Tages mein Herz nochmal bereit... Aber ich kann mich auch zu nichts drängen...
Und irgendwie ist es auch okay so. Na ja, zum Teil eben... Ich lebe mehr im Moment. Versuche mich auf den Moment zu konzentrieren, auf das, was ich tue, auf das, was ich will und was ich gestalten kann. Ich habe Spaß mit meinen Freunden, ich versuche, meine Karriere zu gestalten und mich künstlerisch weiter zu entwickeln. Die anderen Bereiche meines Lebens stimmen. Ich kenne mich mittlerweile und weiß, wie ich gute Laune und Spaß haben kann. Es ist das berühmte i-Tüpfelchen, das fehlt... leider schmerzt das immer am meisten...