Saint Sunniva in den Stahlkammern

24.04.2017 um 14:25 Uhr

Tempel und Hose

von: Amanita   Kategorie: Komische Gebäude

Stimmung: wartend
Musik: Billy Joel - Leningrad

Am Wochenende waren wir in K*assel, wo gerade die nächste documenta vorbereitet wird. Ein Tempel aus gespendeten Büchern wird auf dem großen Platz vor dem Fridericianum errichtet. Das hat was! Jedes Buch wird einzeln eingeschweißt und am Stahlgerüst des Tempels befestigt, sodass sich Säulen daraus ergeben. Zur documenta wollen wir natürlich hin.

Wir trafen uns mit Liane, des Kronprinzen erstgeborener Tochter, und deren Freund, der ein echt netter Kerl ist. Sie waren unterwegs zur Hannover-Messe. Abends trafen wir uns dann noch mit Harry, der ein alter Freund des Kronprinzen und Chefredakteur eines alternativen Stadtmagazins ist, bei unserem Stammkurden (Baby blieb im Hotel, weil sie lieber lesen und am Handy daddeln wollte) und zogen uns "Imam Bayildi" und "Baba Kilic" mit reichlich Lammfleisch rein. Harry erzählte, er habe eine Frau kennengelernt, mit der er irgendwann im Bett landete, doch kurz bevor es zum Showdown kam, sprang sie plötzlich auf, zog sich eiligst wieder an und ergriff die Flucht. Die Männer rätselten, warum sie sich so schräg verhalten habe. Ich fragte, wie alt die Frau sei, und Harry sagte, sie sei unseres Alters.

"Hmmmm", meinte ich, "vielleicht hat sie gerade Probleme mit sich und ihrem Körper. Ich kann mich manchmal im Spiegel nicht ertragen und frage mich, wie in aller Welt mich noch jemand hübsch finden kann. Der Kronprinz baut mich ja meistens wieder auf..." "Ja, und das akzeptierst du nicht", erwiderte der Kronprinz. "Was du an deinem Körper schlimm findest, sehe ich meistens nicht mal." Wir lachten.

"Ach, außerdem ist doch keiner perfekt", meinte Harry. "Wir Männer sehen doch auch nicht mehr aus wie mit 20. Ist doch egal, Hauptsache man fühlt sich gut miteinander." Wir gaben ihm Recht, ich musste aber dennoch ("Was mir heute Mittag passiert ist!") die Geschichte mit der Hose zum Besten geben.

Während nämlich Liane, ihr Freund, der Kronprinz und Baby durchs Einkausfzentrum bummelten, hatte ich einen Laden, der "Dress for Less" oder so ähnlich hieß und in dem es ein Heidendurcheinander aus coolen Sachen zu stark herabgesetzem Preis gab, inspiziert. Laut Etiketten stammte das Zeug aus Londoner Läden. Ich bemerkte eine schöne apricotfarbene Skinny-Hose in meiner Größe, die von "Lee" war, und da "Lee"-Hosen meistens an mir perfekt sitzen, ging ich mit ihr in die Anprobe.

Juhu, dachte ich, ein echtes Schnäppchen, zu dem Preis kann ich das gar nicht hängenlassen, und passt auch super zu den Sachen, die ich bereits habe! Ich schlüpfte also hoffnungsfroh in das edle Teil. Wie zu erwarten: Länge perfekt, Weite perfekt, super Sitz, Silhouette wie aus dem Bilderbuch, genug Bewegungsfreiheit, fast wie für mich gemacht und wie eine zweite Haut und so fort. Perfektionistisch wie ich bin, drehte ich mich zur Rückseiten-Inspektion um, und da sah ich --- es.

Und erstarrte zur Salzsäule.

Der elastische Stoff der Hose zeigte im fiesen Licht der Umkleidekabine alles an der Rückseite meiner Oberschenkel, das niemand sehen soll. Fette blaue Adern, jede Menge übles Wellfleisch (das meinem gnadenlosen Auge bis dato irgendwie sogar dann entgangen ist, wenn ich mich nackt vor dem Spiegel umgedreht habe, und das will etwas heißen!!!) und da oben, wo gewöhnlicherweise eine Thigh Gap hingehört (die bei mir zwar nicht mehr ist, aber egal, bin halt 'ne klassische Venus ;)) zeigte sich doch tatsächlich eine Speckrolle!!!! Ich starrte hin, tastete mich mit dem Blick Zentimeter für Zentimeter an meinem Spiegelbild rauf und runter, aber es ging einfach nicht weg. Ich stand da und starrte und sah aus wie jemand, der einen Schlag in die Magengrube gekriegt hat.

Jetzt ganz ruhig bleiben, Niva! Das ist nur, weil die Hose so eng sitzt und den Speck und die Haut in die Höhe quetscht. Guck mal, du bist mit 'ner Skinny-Jeans hier reingekommen, deren Stoff ist aber so dick, dass man das ganze Zeug nicht sieht. Diese Hose hier ist aber so dünn, dass sie fast durchsichtig ist. Also. Häng sie einfach wieder weg und verzieh keine Miene. Ist schade, aber ist so. Niemand sieht, welche Sachen du nicht gekauft hast, weil du sie nicht tragen kannst, und es ist ganz normal, dass man manche Sachen nicht tragen kann, weil sie einfach nicht gut an einem aussehen, ja? Einfach weitersuchen, nach anderen, besseren Sachen, in denen du einfach nur umwerfend aussiehst, ja?

Ich handelte also wie ein vernünftiger Mensch und gab die Hose mit einem freundlichen "Dankeschön" bei der Dame ab, die den Umkleidebereich bewachte. Aber trotzdem blieb den ganzen Nachmittag über ein Gefühl des Zweifels. Muss ich jetzt alle meine über dem Knie endenden Röcke weggeben? Lachen mich die Jugendlichen aus, wenn ich was Kürzeres anziehe? (Ausgerechnet die, haha, bei vielen von ihnen quillt der Teig nur so über'n Rand, und ihre Beine ähneln denen junger Elefanten, und einen Po haben die, damit könnte man glatt die Fulda stauen! Trotzdem bedienen sie sich fröhlich bei Größe XXS bei H&M oder T*ally W*eijl und machen auch noch Selfies von sich und stellen die ins Netz...!)

Jaja, der Verstand sagt, das ist alles Unsinn, aber das Gefühl kommt nicht so schnell mit...

Die Männer lachten über die Hosen-Geschichte und ich auch, aber an mir nagt weiter der Zweifel. (Als ob man als Jugendliche nie Zweifel an seinem Aussehen gehabt hätte... :) Schlimm ist, wenn man anfängt, sich nicht mehr unter der Maxime zu sehen "Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile" - für den Blick auf andere Menschen gilt diese Maxime für mich ja nach wie vor!), sondern unter einer Maxime, die da lautet "Der Mensch ist sogar noch weniger als die Summe seiner hässlichsten Teile!"

Bascha Mika (deren Blättchen zwar nicht meine Hauspostille ist, die aber dennoch ein kluges Mädchen ist) schreibt, das ist deshalb so, weil die Gesellschaft einer Frau mittleren Alters keine guten Rollen mehr zuteilt (so ähnlich wie in der Schauspielerei), und da ist was dran! Wir sollten uns nur nicht selbst diesen Schuh anziehen, und vor allem nicht dabei mitmachen, indem wir gehässig über andere Frauen reden oder sie nicht anhören oder alles, was wir und andere Frauen unseres Alters tun, lassen, denken oder empfinden, unter dem gehässigen Stichwort Männerpause subsumieren. Sie gibt zu, dass es schwer ist, weil wir eben (unter Mitwirkung der Industrie und der Medien - ich ergänze: der Arbeitswelt und ihrer Einstellungspraxis) gesellschaftlich darauf gedrillt werden, ältere Frauen abzuwerten, und anfangen uns selbst abzuwerten, sobald wir dreißig, vierzig oder fünfzig überschritten haben.

Als Baby neulich angesichts einer Dame im TV sagte: "Oh, die alte Schachtel!" erwiderte ich: "Dir kommt sie vielleicht vor wie eine alte Schachtel, weil du so jung bist, aber sie ist eine sehr schöne Frau."

Jetzt noch der Nachrichtenüberblick:

1. Nichts von irgendeiner Zeitarbeitsfirma.

2. Noch am Freitagmorgen 2 Texte für Sinck erfolgreich beendet.

3. Kein Geld von InterFace, die schulden mir etwa fünfhundert EUR, die ich superdringend brauche.

Viertens (wieder das Problem mit der Vier auf dem Keyboard): Kronprinz hat die Nostromo wieder abgemeldet, da wir die geforderte Steuersumme nicht aufbringen können.

Fünftens: Baby geht diese Woche zum Test bei der Beratungslehrerin. Dieselbe rief an und verschob unseren Termin noch mal um eine Viertelstunde. Begründung: "Ich habe den ersten Testkandidaten schon um 7.30 Uhr hier!"

Sechstens: Terrorkid hat ein Zimmer gefunden und erwartet meinen Besuch. Mit Neuigkeiten hält er mich wieder mal sehr kurz...angeblich ist er in der Bibliothek. Ooooooookaaaaaaayyyyyyyyyy.... :)



13.04.2017 um 18:17 Uhr

Das Ministerium für Liebe (Huxley hat es nicht erfunden...)

Stimmung: weit über alles hinaus, was mit Angst und Wut zu tun hat
Musik: immer noch Alex Kassel - Chasing The Dream

"Ihr Termin am XX.XX.2017, Zimmer 101, 2. Stock.

Bitte bringen Sie mit:

Personalausweis

Bei Sprachproblemen: Dolmetscher

Sofern Sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch bei den Eltern leben, kann die Antragstellung nur durch einen Elternteil erfolgen. 

Dieser sollte bei der Antragsausgabe anwesend sein.

Sollten Sie zum Termin nicht erscheinen, werden ... die Leistungen versagt (§§ 60,66 SGB I).

Vielen Dank.

Ihr Jobcenter."

"Meinen Antrag auf ALG II begründe ich wie folgt: ....

Was haben Sie unternommen, um die Hilfebedürftigkeit zu vermeiden."

"Lag in der Vergangenheit bereits ein ALG I oder II Bezug vor? Wenn ja, tragen Sie bitte Kundennummer, Bedarfsgemeinschaftsnummer und den letzten Tag des Bezugs ein."

Zur Antragsausgabe ist folgendes mitzubringen (ich schreibe hier alles auf, was mit Textmarker markiert ist - der Vordruck ist noch erheblich länger; Anm. d. Red.):

1.Personalausweise/Pässe der gesamten Bedarfsgemeinschaft, im folgenden BG genannt.

2.Aktuelle Meldebescheinigungen der gesamten BG, nicht älter als vier Wochen. ("Wenn Sie dem Meldeamt diesen gelben Zettel mitbringen, ist das Ausstellen der Meldebescheinigung kostenlos. Ansonsten 10 EUR pro Meldebescheinigung.")

3. Sozialversicherungsausweise der gesamten BG.

4. Krankenkassenkarten der gesamten BG.

5. Mietvertrag.

6. Nachweis über Nebenkosten (Stromrechnung, Müllgebühr, Abwassergebühr...)

7. Kontoauszüge, lückenlos der letzten 3 Monate, von jedem Konto.

8. Nachweise über Vermögen, Sparbücher.... ("Gehen auch Nachweise über Schulden?" - "Wie Sie wollen, hahahaha")

9. KfZ-Schein und Beiträge der aktuellen Haftpflichtversicherung

10. Letzter Arbeitsvertrag, letzte sechs Lohnabrechnungen, Kündigung.

11. Selbstständigkeit: Gewerbean- und abmeldung ("für Freiberufler geht auch Steuererklärung")

12. Nachweis über Kindergeld.

13. Für das Kind: Schulbescheinigung. ("Was ist das?" - "Eine Bescheinigung, dass das Kind diese Schule besucht, und seit wann." - "Reicht auch ein Schülerausweis?" - "Nein. Die Bescheinigung bekommen Sie im Sekretariat der Schule.")

Lasst es euch auf der Zunge zergehen, Leute. Das, was an diesem Termin geschieht, nennen wir mit dem uns eigenen Galgenhumor "Große Zeremonie der Heruntergelassenen Hose."

"Dies ist ein großartiger Tag für alle Arbeitslosen."
Peter Hartz, 2005

11.04.2017 um 16:12 Uhr

Wiedersehen macht Freude...

Stimmung: 2. Tiefgeschoss
Musik: Alex Kassel - Chasing The Dream

Es ließ sich nicht länger vermeiden. Bin zur Arbeitsagentur gedackelt, um mich arbeitssuchend zu melden, da das bei einer Kündigung zwingend ist. Das bedeutete selbst an einem flauen Tag wie diesem eine halbe Stunde Strafschlangestehen am Empfang und danach eine halbe Stunde Stiller Stuhl im Wartebereich (glücklicherweise hatte ich die "Terranauten" von T.C. Boyle und eine Flasche Wasser mit, ich kenne das Spielchen ja).

Noch dazu war der Besuch völlig für den Hugo, weil sie mich gleich als Jobcenter weiterverwiesen (angemessene Strafe laut Peinlicher Halsgerichtsordnung für verschämte Arme, die es gewagt haben, regelwidrig kurzfristiger als zwei Jahre bei ein und demselben Brotherrn von Gottes Gnaden zu weilen, welcher da hat in gnädiger Weisheit abgeführet und subskribiret untertänigst das Kopfgeld für Untergebene, welche da leibeigen sind den allgewaltigen Kassen des Landesfürsten von Gottes Gnaden, für die Dauer zweier Jahre ohn Karenz).

Jobcenter hat luxuriöserweise seit neuestem Mittwochs nicht auf (Begründung: "dürfen nicht auf haben, weil sie sich die Räumlichkeiten mit einer anderen Behörde teilen, die mittwochs schließt" - aha? Also, wenn die andere Behörde, sagen wir, nur an 2 Vormittagen in der Woche auf hat, dann hat das Jobcenter eben auch nur an 2 Tagen auf, weil sie im selben Gebäude sind?!) sodass ich erst am Donnerstag dorthin muss.

Nicht ohne eine weitere Drohung auf den Weg mitzubekommen, dass nicht das Jobcenter, sondern viel mehr der Kronprinz (hahahaha) für Zahlungen an meine Krankenkasse zuständig sei, falls ich nicht "leistungsberechtigt" (lebensberechtigt) sei. Im Jahre des Herrn 2017, die 2. Frauenbewegung feiert fast ihr 50., verweist man mich als den Mann als Versorger - gleichgültig ob der kann oder nicht. Na-hein, das ist kein Witz :) Wenn ein (theoretischer!) Versorger da ist, muss Vater Staat nicht einspringen, ganz ungeachtet der Tatsache, wie viel der "Versorger" verdient und ob er nicht zufällig selbst superdringend auf jedes Centchen angewiesen ist, das seine weibliche Hälfte zum Haushalt beiträgt.

Sag ich's nicht! Einmal Hartz IV, immer Hartz IV, es gibt kein Entkommen, was immer man auch versucht.

Germany, du bist am Ende, du bist soooooo am Ende, Mann, Alda, ey, Germany, du Opfaaaaaaaaaaaaa :)) Zeitarbeit, das ist alles, was du anzubieten hast, und Lowjobs, das ist alles, was du kannst. Nebst Blowjobs, aber das ist wohl eher ein Nebeneffekt (siehe vorletzten Eintrag).

Der IS komme über dich, und kegeln sollen sie mit den Köpfen, die das alles verbockt haben in der sicheren Gewissheit, dass es jedem passieren kann, nur nicht ihnen!

Na, dafür passiert ihnen was anderes (aber das verbessert meine Lage auch nicht!) Jetzt mal abwarten, vielleicht geschieht nach den Feiertagen etwas. Ich habe noch 'ne lange Liste von Zeitarbeitsfirmen vor mir.

Trödelte mit der Nostromo nach Hause, wo ich Baby wie üblich an der Daddelkiste vorfand. "Baby! Ich dachte, du bist verabredet?"

"Nö, hab keine Lust", erwiderte mein unverbesserliches Baby.

"Aber die Sonne scheint, und ihr könnt ruhig mal ein bisschen rausgehen..."

"Ruhe! Ich bin mitten im Kampf", sagte Baby und jagte Feuerpfeile auf einen verdorbenen Schwefel-Hornruderschwanzklapperrücken oder was immer für ein Biest es war.

Lernen muss die heute auch noch, o Gottogott.

Was für ein Leben habe ich?

Wie viele Leben haben Sie noch übrig?

Erwerben Sie Ausrüstung!

Fügen Sie Ihrem Medizinbeutel 24 % Gesundheit hinzu. 

Aus Trotz, und weil die Sonne schien, und weil ich dringend etwas im Garten tun musste, tat ich etwas im Garten, ich rodete olles Schilf und räumte Steine beiseite.

"Komm", flüsterte mein 12-jähriges inneres Ich, "wir gehen hinein und spielen, dass das Schlafzimmer ein wunderschöner Blumenpavillon ist, dass draußen die Pfauen krähen und die Bougainvilleen über unser Fenster bis zum Boden hängen, oben kreist ein Hunter-Ventilator und wir werden prächtig schlafen...."

"Nein", widersprach ich, "wir dürfen nicht schlafen. Das ist Gift, das ist Opium, das treibt den Hausherrn zur Raserei."

Der Gartensack war schon voll, also kroch ich wieder ins Obergeschoss und sah eine Weile zu, wie Baby mit dem linken Daumen Kultisten abschlachtete.

Wie sisch dat für Hartz-IV-Kinder jehört, wa?

Ich sah keinen Anlass, ihr das Ding wegzunehmen, da sie versprochen hatte später zu lernen, und setzte mich ans V*iber, um rauszufieseln, wie es Terrorkid bei der Caritas ergangen war. Ich hatte ihn nämlich rigoros dorthin beordert, weil mir seine seit dem Zeitpunkt seiner Landung von 20.000 auf 30.000 angewachsenen Probleme über den Kopf wuchsen. Bei der Caritas gibt es a. Gratis-Deutschkurse b. Kleinkredite c. allerlei anderen brauchbaren Firlefanz, und so setzte ich eine Menge Hoffnungen in diesen Verein. Terrorkid zickte ein Weilchen und glaubte, man wolle ihn dort missionieren. (Hah, das Video will ich sehen, meine quer durchs Propheten-All samt Jungfrauen schießende Subkontinentalrakete als braver Papist :))))) "Ach, komm", sagte ich, "wir sind doch nicht mehr im 19. Jahrhundert! Auf gehts, Abmarsch!"

Terrorkid also hin. Das war schon mal gut. Da aber Terrorkid immer Terrorkid bleibt, können wir sicher sein, dass er, statt mit nur noch 29.999 Problemen, weil zumindest eines gelöst worden ist, mit 30.001 Problemen wieder rauskommt. So auch diesmal. "Da war so eine, 'ne Schwarze, die hat mir mein ganzes Gespräch sabotiert!", knurrte er, "ist mitten reingeplatzt und hat die, mit der ich gerade sprach, einfach rausgeholt!"

"Ja, und was jetzt?"

"Nix. Ich soll am Freitag wiederkommen." Er war immer noch knartschig wegen der "unverschämten" Schwarzen.
Obwohl er Rassisten hasst, ist Terrorkid ein unverbesserlicher Rassist (Hoffentlich hat er das dort nicht laut gesagt, sonst hätte er jetzt sogar schon 30.002 Probleme und ich muss das wieder geradebiegen.) "Na gut", seufzte ich. Es schien mir immerhin schon mal ein gutes Zeichen, sie haben ihm einen Termin außerhalb der Allgemeinsprechstunde gegeben. Heißt: Man wird sich seines Falls ernsthaft annehmen. Danke, liebe Christen, ihr seid die Größten :) Hier braucht's etwas Stärkeres als die einsame Heilige von Selje ...

10.04.2017 um 17:29 Uhr

Bla, bla, Murks, alles in Ablage P :P

Stimmung: unterirdisch
Musik: irgendein Scheiß von Marteria

Ich fühle mich nicht gut, bzw. ich fühle mich gar nicht, bin höchstens ein bissl destruktiv. Alles läuft Sch***e , so viel Kraft habe ich gar nicht in den Oberschenkeln, dass ich jedem, bei dem ich Lust dazu hätte, einen Tritt verpassen könnte! Gestern unternahmen wir mit Freunden einen Ausflug auf die Hohenzollernburg, das war ziemlich nett, aber dann fingen die an, von baldigen Enkelkindern zu reden (die sind jünger als wir!), und da grinste ich: "Was, ihr sprecht von Enkeln, und ich bin am Überlegen, ob ich noch mal schwanger werden soll?!"

07.04.2017 um 12:29 Uhr

Arschlochparade mit neuem Tambourmajor

Stimmung: hähhhhhh?!
Musik: Lenny Kravitz - Circus

Klingelt das Telefon. Ich hin. Nix. Aufgelegt. Klingelt das Handy. Ich hin. Typ von Zeitarbeitsfirma HELLER KELLER ist dran.

"Ey Sie!"

"Ja?"

"Sind Sie allein zuhause? Hehehe."

"Hahaha, in dieser Minute schon."

"Hehehe. Ich wollt noch mal nachfragen, hehe."

"Nachfragen?"

"Suchen Sie, äh, Abwechslung?"

"Hm. M-m. ... Häh?"

"Ich meine."

"Was?"

"Von Ihrem Mann."

"Ach sooooo. Hahaha. Nein, äh, eigentlich nicht."

"Ich meine, kann ja mal vorkommen, ich meine, ne? Kein Sex mehr, oder so."

"Häh? Ach so. Danke. Neinnein, bin so weit ganz gut bedient."

"Na ja, äh, also, ich meine, falls wir uns mal auf einen Kaffee treffen, und so. Könnte ja so und so ausgehen, nä?"

"Prust. Könnte, ja. Also. Vielen Dank."

"Sie sind also brav?"

"Hehehe, ich bin brav."

"Nicht dass Sie sich jetzt angebaggert fühlen, nö?"

"Neinnein. Fragen kost ja nix, ne. Hahaha."

"Schade, ey. Hihihi. Ja, also, was ich eigentlich sagen wollte, der Job ist leider doch schon weg."
"Oh. Na ja. Da kann man nichts machen. Danke für die Info."

"Schönes Wochenende noch!"

"Danke. Ihnen auch."