Saint Sunniva in den Stahlkammern

11.05.2018 um 12:36 Uhr

...der Rest ist Schweigen

Stimmung: undefinierbar
Musik: keine

Eine knappe Woche vor dem Ende meiner Probezeit, bin ich wieder zurück auf der Straße.

Es gibt keine Rettung, nirgends, nicht für uns.

Nach außen bin ich ruhig, in meinem Innern ist alles tot.

Der Kronprinz sagt, ich würde Sachen wie "OneDrive Copy" und "Deprovisioning" im Schlaf murmeln.

Was soll ich mit all dem Wissen anfangen, das ich während 6 Monaten gelernt habe? 's braucht niemand mehr.

07.05.2018 um 00:29 Uhr

Wenn ich groß bin...

...werde ich Impfluänßaaaa!

(Bitte diesen Satz laut und deutlich nachsprechen, sich währenddessen die Nase zuhalten - am besten mit einer Audemars Piguet am Handgelenk - und dabei in eine youtubegeeignete Kamera schauen).

02.05.2018 um 23:21 Uhr

Schreckgestalten und das, was sie angerichtet haben

Stimmung: prunkvoll
Musik: Genesis - Congo

Heute kam ich viel zu spät zur Arbeit, da kam mir als erstes Carla entgegengestürmt. Sie war völlig in Tränen aufgelöst, weil sie soeben gefeuert worden war. Na, Prost die Mahlzeit, dachte ich, das ist nun schon die zweite von dreien, die gleichzeitig mit mir angefangen hatten.

Ich versuchte Carla zu trösten, was mir naturgemäß nicht gelang, und zu vermitteln, was mir zwar ehrenvoll angerechnet, jedoch nicht gestattet wurde. Man habe sich die Enscheidung nicht leicht gemacht, aber. (Man kennt dieses ja zu Genüge.) Klar hat unsere Carla nicht das Pulver erfunden, aber immerhin strebte sie danach, immer besser zu werden, was man von den letzten zwei Gefeuerten nicht hat sagen können (der eine schob bewusst eine allzu ruhige Kugel, und der andere war ein kleiner Chaoskopf, dem alles andere wichtiger war).

Nie werde ich dieses Schluchzen vergessen: "Ich will nicht wieder zum Arbeitsamt, ich will nicht wieder in die Zeitarbeit!" Ich weiß verdammt, wie das ist. Wenn man einen Menschen komplett zerbrechen will, schickt man ihn durch diese Mühle. Das ist ein Rezept, das garantiert funktioniert. Ich kann mich gar nicht mehr an die Person erinnern, die ich war, bevor ich mit Hartz IV infiziert wurde.

Terrrrrrrrrrorkid! Komm sofort zurück!!! Ich wollte dich noch was fragen! Im Chat führt er sich auf, als habe er Wichtigeres zu tun, nachdem er wieder tagelang verschwunden war, und verschwindet einfach wieder, nachdem ich ihn endlich mal erwischt habe. (Davor war ich tagelang verschwunden, um eben auch mal verschwunden zu sein.) Er erzählt nichts von sich, und herkommen will er nicht, es sei denn, ich übernehme die Flugkosten. Am Arsch, ja! Aber bitte mit Sahne! Wenn ich irgendwessen Flugkosten übernehmen könnte, säße ich jetzt bekanntlich bestimmt nicht hier.

Ich glaube ja gern, dass der gnä' Herr nicht so gut verdient, das tun wir fast alle nicht, aber wer bezahlt mir eigentlich jemals was? Ein Mann garantiert nicht, da kann ich warten, bis ich schwarz werde, schätze ich. Der erste und letzte, der das je getan hat, war mein Paps, und der hat es mir bis heute, nach zirka 30 Jahren, immer noch nicht verziehen. Irgendwas habe ich also falsch gemacht in meinem Leben. (Soeben ruft der Kronprinz aus dem Wohnzimmer herüber, ich möge ihm bitte einen Fünfer aufs Konto schicken, damit er sein Aldi-Talk aktivieren kann... Wie unglaublich passend!!)

Send me to the Congo, you got to believe,...

Kurz vor dem Wochenende erzählte mir der Grinsende prompt, dass er in wenigen Tagen nach Hannover abkommandiert werde, wo er in ein Projekt einsteigen darf. Toll für ihn, aber wann wird man sich jemals wieder sehen? Ich schätze, gar nicht mehr. Also adioski und tschüssikowski, unbekannter Verführer! Ich hatte keine Chance, dich jemals richtig kennenzulernen, denn dich hat an mir ja nur mein Körper interessiert. Ansonsten blocktest du alle Versuche, das Ganze auf eine etwas menschlichere Basis zu stellen, rigoros ab. Diskretion ist die eine Sache, jemandes Körper zu benutzen eine andere Sache. Viel Glück, wer immer du auch bist, und ein schönes Leben noch.

...
you can do it if you want it, I just do what you please!

Ich weiß nicht, was ich deswegen empfinden soll, im Moment eigentlich gar nichts. Aber die Betäubung, die auf die Nachricht seines Weggehens folgte, hat noch nicht nachgelassen. Ich habe ihn am Samstag, als er arbeiten musste, ange-whatsappt, aber er hat gleich das Phone abgeschaltet. Und da dachte ich, ach, geh zum Teufel, und machte mir mit unserer angeberischen neuen, d.h. natürlich, gebrauchten Saeco Incanto, die ich ganz allein installiert habe (!) einen Espresso.

Probezeit ist in vierzehn Tagen zu Ende. Ich brauche auf jeden Fall mehr Geld, ich hätte gleich zu Anfang eine weit höhere Summe nennen sollen - und sogar können, denn die anderen Anfänger bekamen mehr als ich. Aber wer konnte das wissen? Ich hatte ja keinen Vergleich, ich habe einfach eine vierstellige Zahl genannt, von der ich glaubte, dass sie mich damit nicht sofort wieder heimschicken.

Die Katze spielt völlig verrückt, hat das übriggebliebene Fleisch vom Abendessen, mit dem ich morgen Abend ein Mixgericht zubereiten wollte, vom Teller auf den Fußboden befördert und saust in der Wohnung rum wie eine Flipperkugel.

Unsere Nachbarin von oben ist ausgezogen und schenkte uns einen hypermodernen Ausziehtisch (massiv, aber hässlich - aber einem geschenkten Gaul usw.!). Sie wollte uns auch einen kribbelbunten Langflorteppich schenken, aber der war mir zu haarig, und ich lehnte dankend ab. Da sie außerdem einen kunstseidenen Ficus von ungefähr 130 cm Höhe auf den Sperrmüll warf, bin ich später hingegangen und habe den Ficus adoptiert. Der Kronprinz war erst dagegen, sprühte das verstaubte Teil dann jedoch eigenhändig mit der Gartendusche ab. Jetzt hab ich also einen kunstseidenen Ficus und bin immer noch genau so bescheuert wie zuvor.

02.05.2018 um 00:49 Uhr

Marketing-Sprech

Stimmung: amüsiert
Musik: keine

"S*ephora generiert einen durchschnittlichen Warenkorbwert von Summe X durch ihren Content-basierten Ansatz, der Leads in Kunden konvertiert." ...

Ooooooookay... Schön. Und welche Sau treibt ihr gerade durchs Dorf? ;)

10.04.2018 um 12:15 Uhr

Die Niva fürchtet...

Stimmung: verschlossen
Musik: Rea Garvey & Kool Savas - Is It Love? (Time Stands Still for No One)

...weder Tod noch Teufel, weder launische Windows-8-Smartphones, noch launische Pakistani, noch boshafte Kollegen, noch Donald Trump, noch den nächsten Rausschmiss, noch widerwärtige Geldverleiher, die einen Regenschirm bei Sonnenschein verleihen usw.

Sie fürchtet allerdings eine Sache...und die fürchtet sie wirklich....psssst...........



Die Menopause.