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16.07.2007 um 00:40 Uhr

Trugbild von Glueck

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Die, die in der Dunkelheit leben, sie lieben, sie atmen, und im nebligen Schmerz ihr Dasein endlos spueren, die, die immer nur Schatten sehen, und ernst allem Leben begegnen, sie werden gern hoffnungslos genannt. Und das, obwohl in ihnen oefters ein Feuer lodert. 

Die hingehen, die heiter durchs Leben gehen, stets nach dem Licht lechzen, die, die immer laechelnd durch die Zeiten tanzen, die vor Bluemchen und Herzlich und Freude fast ersticken, denen das Lachen - so meint man - doch sicher irgendwann im Hals stecken bleibt, sie werden als vorbildlich und ideal betrachtet. Und das, obwohl niemand weiss, ob sie wirklich gluecklich sind.

1. Vielleicht ist alles nur Fassade?
2. Vielleicht sind sie nur unbesorgt, weil sie zu dumm sind, das Uebel zu bemerken?
3. Und wie viele der "Gluecklichen" haben einfach nur resigniert?

Es gibt so viele Phrasen dafuer. Es heisst, man wuerde toleranter werden, oder "lockerer" (besonders im Alter). Oder aber, so verkuendet der Mensch oft, er sei ueber Dinge "hinweg gekommen". Dass das bei einigen Menschen tatsaechlich vorkommt, bezweifle ich nicht. Aber -

Wieviel dieser Toleranz ist nur Aufgabe seiner eigenen Ideale, weil man die Hoffnung auf Veraenderung verloren hat? Wieviel wieder Gelassenheit ist Ignoranz, weil man es Leid ist, sich mit den Sorgen zu befassen? Wieviel dieser angeblich ueberlebten, verarbeiteten Sorgen sind in Wirklichkeit noch da, noch tief im Unterbewussten begraben, nur werden sie nicht mehr geaeussert, weil man sich selbst oder anderen ein Trugbild auftischt?

Lieber ehrlich deprimiert, als scheinheilig "gluecklich".
(Ich habe nichts gegen glueckliche Menschen, aber Sorglosigkeit, die auf Ignoranz basiert, kann auch sehr schaedlich sein. Und die Wahrheit steht noch immer ueber allen Dingen. Fuer mich wohlgemerkt, fuer meine Welt.)

cn P