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23.03.2005 um 00:04 Uhr

Daphne (22.3.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Mystik

Daphne, schlaf weiter den Schlaf der Geheiligten
In Morpheus' Armen bist du sicher vor dem Tod
Wenn in deinem Leib die Nachtigall singt
Und es zerbricht der Zweig der Hoffnung
Das Mondlicht bescheint deine silbernen Blaetter
Und im lauen Wind der Nacht die Knospen

Daphne, verzage nicht, wenn auch dein Laub ergraut
Dein Schicksal ist von der Sehnsucht besiegelt
Die Borke deines Leibes wird niemals verfallen
Und keine Traene des Juenglings wird sie je schaelen
Wenn er weinend an deinem Fusse kniet
Und Schatten sich werfen, auf sein Gesicht

Daphne, traeume weiter den endlosen Traum
Von Freiheit, Glueck, und der grenzlosen Liebe
Du wirst die Erfuellung niemals erhalten
Wieviel Tau aus deinem Gesichte auch fliesst
Verwurzelt bist du in dem Boden der Selbstsucht
Der Fluch deines Vaters, er ist nicht zu brechen

~*~

(Angelehnt an die griechische Sage der Jungfrau Daphne, die von einem Juengling im Liebeswahn verfolgt wird, und von ihrem Vater, um der Vergewaltigung zu entgehen, in einen Baum verwandelt wird. Insofern veraendert, als dass hier der Vater versucht, die bestehende, gegenseitige Liebe zu verhindern, in dem er seine Tochter verwandelt, um sie fuer die Ewigkeit fuer sich selbst zu behalten.)

cn P


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