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Ja, also... Mr. Train versteht so einiges, hab ich das Gefühl... mehr als ich von einem Psych erwartet habe. Ich habe von dieser Ich-losigkeit erzählt... auch dass ich als Kind immer dachte, ich könnte nicht gesehen werden, weil ich mich nicht mit dem materiellen Körper identifizierte. Und wie ich mich immer gewundert hatte, als ich feststellte, dass ich doch gesehen wurde... und dass die Leute mir sogar bestimmte Eigenschaften zuschrieben - von denen ich keine Ahnung hatte. Kein Erstaunen seinerseits, er nickte... und erklärte mir dann, dass das eigentlich in verschiedenen Stadien bei sehr vielen Menschen so sei. Es gäbe die ganze Bandbreite... von dem, der gar nicht und überhaupt niemals weiß wer er ist bzw. wer er sein soll... bis zu demjenigen, der breitbeinig in der Welt steht und glaubt, genau zu wissen, wer er ist... Obwohl auch letzterer, meinte er, das gar nicht so genau wisse... das sei mehr oder weniger seine selbstgemachte Illusion. - Bin ich bei einem Psychotherapeuten... oder einem Druiden? Ich war ein bisschen erstaunt.
Er hat's mit dem Christentum... aber weniger mit der Institution als wirklich mit der Lehre, das wurde deutlich. Hat an passender Stelle ein Kirchenlied zitiert... in dem es heißt, wir sind nur Gast auf dieser Erde... und dass unsere Heimat eben woanders ist. Also genau meine Rede. Weiß ich ja. Aber was ist mit dieser Welt? Wieso dieser ganze Zinober? In ihr einen Platz suchen, obwohl sie eben nicht die Heimat ist. Ich finde keinen Platz darin. Die Zeit der Hexen und Schamanen ist vorbei... und das ist das einzige was mir einfällt, was ich sein könnte... aber auch das ist viel zu sehr definiert. Diese Welt verblassen lassen... einfach verblassen, immer kleiner werden lassen... zusehen wie sie als immer kleiner werdender Punkt irgendwann ganz verschwindet in der Weite von allem was ist... und sich nächstens genauer überlegen, was man erschafft. Ähm... ja, ich schweife ab...
Er meinte noch, meine Ansprüche wären sehr hoch... vielleicht ZU hoch für die Welt - obwohl er das gut verstünde, zu hoch für die Mitmenschen. Aber ich verlang doch von keinem was... Kann doch jeder so leben, wie er möchte. Ich sag doch niemandem, dass er es anders machen soll oder sich hier nicht wohlfühlen soll, wenn er das tut... Es geht darum, was diese Welt für mich bedeutet. Wieso ich sie so sehe wie ich sie sehe... Wieso all dieser Druck, dieser Schmerz, diese Sehnsucht. Warum ich an all dem festhalte. ... Wir kamen auf zwei Menschen zu sprechen, einen Onkel von mir und unseren Mieter, die sich getötet haben... Wie die Welt über solche Dinge oftmals urteilt, nicht nur die weltlichen Menschen, nicht nur die christlichen Menschen, auch die Esoteriker oder spirituellen Leute... alle meinen es verurteilen zu können oder zu müssen oder zu sollen. Er meinte, so etwas könne er im Evangelium nicht finden... in Jesu Worten könne er nicht finden, dass irgendjemand für so etwas verurteilt oder gemaßregelt werden soll... Oder ihm auch nur gesagt werden soll, dass es nicht richtig sei, was eine Maßregelung ist. Hm.
Ich klammere mich fest an diese eigentlich ungeliebte unwirtliche Welt, die nicht meine Heimat ist. Ich kann mich erinnern - ich habe das drüben bei Priyadevi kürzlich erst in einem Kommentar geschrieben -, dass es mich einmal mit großer Macht wegzog von all dem... und wie ich feststellte, dass ich mich, je mehr es mich wegzog, ich es umso stärker umklammerte... Aber es war nicht Angst. Es war irgendwie eine Entschlossenheit eines Teils von mir, den ich nicht kenne... Doch, ein Teil hatte auch Angst, stimmt schon... aber das war mehr eine körperliche Reaktion, hatte mit dem inneren Gefühl nicht so viel zu tun. Das war mehr wie wenn der Körper-Instinkt vor einem Abgrund zurückschreckt.
Ja... es geht weiter und weiter, man findet gar kein Ende. Jedenfalls ist der Therapie-Antrag eingereicht... Was wir darin dann machen ist nicht so genau definiert. In jedem Fall tut es gut, mit jemandem zu reden, der einen nicht so völlig verständnislos ansieht, wenn man von sich erzählt... sehr gut ist das.
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