Heute kann ich mal wieder ein wenig aufatmen. Ich bin krank geschrieben
und muss folglich erst wieder richtig am Montag los. Wie wunderbar. Es
war ein wenig unangenehm in den letzten Tagen, denn mir ist immer öfter
und länger schwindelig, so dass ich das Gefühl habe dem Boden im
nächsten Moment relativ nahe zu sein. Umgekippt bin ich aber nicht. Ich
glaube aber, dass das in absehbarer Zeit passiert wäre ohne
Krankschreibung. Mich schaft einfach alles wahnsinnig und ich würde am
liebsten aufstehen und irgendwo anders hin gehen, aber das klappt nicht.
Am Montag war ich schon mal beim Arzt und wollte eine Kur beantragen,
aber das was ich bisher habe und hatte reicht dafür nicht. Statt dessen
hat er mir eine Überweisung zu einer Psychologin gegeben. Verdacht auf
Depressionen.
Das war irgendwie ein Schock für mich. Ich mein, es ging mir früher
auch schon mal nicht so gut, dass ich zu einer Psychotherapeutin
musste, aber dass ist 2 Jahre her. Da hatte ich mich eigentlich wieder
gefangen und mir ging es wieder gut, und jetzt? Ich war irgendwie
enttäuscht, dass es mal wieder so offensichtlich ist, dass ich mein
Leben einfach nicht in den Griff bekomme. Das ist nicht fair. Ich weiß
nicht, ob ich enttäuscht von mir bin, es ist ein komisches Gefühl...
Ich hatte irgendwie nur einfach gerade das nicht erwartet.
Na ja, wunderlich ist es ja auch nicht, denn wenn es mir psychisch
schlecht geht, dann folgt gleich darauf oder ein paar Tage später eine
Magen-Darm-Grippe, ein Infekt, Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung oder
irgendwas anderes nettes, wodurch ich krank werde. Diesmal hab ich
wieder Magen-Darm-Grippe und es geht mir mies. Ich weiß, dass ich
irgendwie innerlich aus dem Gleichgewicht gekommen bin, aber die
Auswirkungen auf meinen Körper kann ich nicht ändern oder einfach
ignorieren, denn dass würde in einem Kampf um mich selbst enden, wo ich
so oder so immer verliehre.
Ich bin froh, dass ich das hier auch mal so direkt aussprechen konnte,
denn ich glaube, eigentlich schweigt man immer darüber, wenn es einem
psychisch nicht so gut geht, aber ich kann und will mich nicht derart
in meinem Weblog einschränken. Das würde alles nur noch viel
komplizierten machen, als es so wie so schon ist.
Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht nur einfach mit
der ganzen Situation mit meiner Familie überlastet bin und das
Depression da ehrn weniger eine Rolle spielen. Aber ich bin da keine
Spezialistin, dieser Job steht anderen zu.
Am 2. Mai hab ich jetzt einen Termin bei einer Pschologin. Sie klingt
schon etwas älter. Ich hoffe, dass ich mich mit ihr gut verstehen kann
und dass sie überhaupt Zeit für mich auf Dauer hat.
Egal wie schlecht es eigentlich steht und wie wenig ich mich auch
selbst nicht verstehe im Moment, ich werde nicht aufgeben und mich
weiter durch kämpfen, auch wenn ich ab und zu einfach mal stehen
bleiben muss.
Sina