Single sein dagegen sehr

11.10.2008 um 19:41 Uhr

ICH HAB'S GETAN ...

von: Binzy

Mir ist eigentlich nicht nach schreiben. Aber die Kommentare der letzten zwei Wochen haben mich in meinem Entschluß bestärkt und deshalb glaube ich, sollte ich es Ihnen mitteilen:

Ich habe am Donnerstag mit meinem Hasen Schluß gemacht.

Wenn ich nicht mehr so traurig bin, werde ich mehr schreiben. Bis dahin vielen Dank denen, die teil hatten an meinen Gedanken und Gefühlen.

08.10.2008 um 16:25 Uhr

AB MORGEN IST NICHTS MEHR SO WIE ES WAR

von: Binzy

Ich habe dem Hasen gesagt, dass wir morgen am Abend etwas zu besprechen haben. Heute ist er erst gegen 22.00 h zu Hause und ich dachte, dass zumindest die Rahmenbedingungen stimmen sollten und wir heute keine "Nachtsession" hinlegen mit Gesprächen bis zum frühen Morgen. Das halte ich nicht aus.  

Mein Herz schlägt wild ...

Morgen ... schon ... erst ... nichts wird mehr sein wie es war ... Neubeginn .... Zusammenbruch ... Glück ... Trauer ... alles auf Null!

07.10.2008 um 12:46 Uhr

GIBT ES ZUFÄLLE ODER NUR SCHICKSAL ?

von: Binzy

Gibt es tatsächlich keine Zufälle? Ist alles im Leben Vorsehung und / oder Schicksal? Und wenn es das Schicksal ist, dass unser Leben lenkt, können wir dann überhaupt Einfluß auf das nehmen, was uns geschieht? Wäre es nicht viel einfacher die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten. Der "liebe Gott" wird es schon richten.

 

Wüßte ich es nicht besser, würde ich behaupten, ich bin vom Pech verfolgt: Als ich gestern nach Hause kam und Tag 7 meines Countdowns also fast verstrichen war, war der Hase auch schon da. Völlig aufgewühlt lief er mit dem Telfon durch die Wohnung und führte offenbar sehr, sehr ernsthafte Gespräche.

 

Er hat einen Auftrag verloren, der seine Firma durch den ganzen Winter gebracht hätte. Und jetzt steht er zunächst mal vor dem Nichts.

 Drama! (Wirklich sehr schlimmes Drama!!) 

Und an dieser Stelle sollte ich mit meiner frohen Botschaft um die Ecke kommen? Spontan entschloß ich mich dagegen, ich konnte es einfach nicht übers Herz bringen. Eine irgendwie völlig verrückte Art von Erleichterung, jedoch gemischt mit Wut und Enttäuschung  machte sich in mir breit.

Doch  wer tritt schon einen Hund, der bereits am Boden liegt? Kann ich angesichts der aktuellen Entwicklungen meinen Entschluß in dieser Woche umsetzen? Ich will so sehr endlich frei sein, ABER...

 

Es tut mir Leid für den Hasen. Ganz ehrlich. So wahnsinnig leid. Aber wenn ich es diese Woche nicht schaffe, was ist dann nächste Woche oder nächsten Monat oder nächstes Jahr. Fieber, Erbrechen, Börsencrash, Weltwirtschaftskrise, Weihnachtszeit, Todesfälle. Gibt es nicht immer Umstände, die uns daran hindern können?

 

Ich muß es doch tun, oder ? Ich kann es doch nicht verschieben, weil jetzt gerade in seinem Leben was schief läuft. Dafür kann er sicher nichts, aber ich bin doch auch nicht dafür verantwortlich...

06.10.2008 um 13:19 Uhr

EINER ZAHLT IMMER DRAUF

von: Binzy

Ist der Wunsch nach Vermeidung von Leid in den Menschen stärker manifestiert als der Wunsch nach Freiheit? Welchen Preis sind wir bereit für unsere Freiheit zu zahlen. Und ... wie hoch ist der Preis, den andere für unsere Freiheit zahlen müssen? Und wenn andere auch die Zeche zahlen müssen, dürfen wir dann frei sein in unserer Entscheidung? Oder sind wir nicht gerade deshalb verpflichtet Rücksicht zu nehmen und abzuwägen. Andererseits, darf derjenige, der Rücksicht verlangt auch verlangen, dass wir uns selbst aufgeben für seinen Wunsch nicht verletzt zu werden. Dann verlangt der andere von mir die Zeche für sein Wohlbefinden zu zahlen.

 

Ich drehe mich (ausgesprochen unbehaglich) im Kreis herum.

 

Kennen Sie das beklommene Gefühl, wenn einem das Herz rast und eine körperlich wahrnehmbare Anspannung, die Beine fühlen sich bleischwer an, als müsse man vor einen Prüfungsausschuss treten, oder der Moment bevor der Vorhang fällt und man einem großen Publikum gegenüber steht und eine Rede halten muss? Lampenfieber. Genau dieses Gefühl habe ich zur Zeit. Ich sitze ganz still und mein Herz pocht so doll, als würde ich einem mordlustigen Häscher davonlaufen. Mein Magen klumpt schon wieder zusammen, meine Hände sind eiskalt und ich war heute schon ungefähr 14 Mal auf der Toilette.

 

Heute beginnt der Count-down. Ab heute zählen wir von sieben auf null rückwärts. Und es muss nicht zwingend erst bei null etwas geschehen. Ich muss nur den richtigen Moment abpassen.

 

Am nächsten Sonntag begebe  ich mich auf die Flucht zu meiner Schwester nach Düsseldorf. Das habe ich in weiser Voraussicht so schon mal angeleiert und in der letzten Woche den entsprechenden Urlaubsschein eingereicht. Bei meiner großen Schwester habe ich mich für 4 Tage angemeldet. Ich hoffe auf seelischen Beistand und auf Sätze wie "Binzy, das hast du richtig entschieden." Dem Hasen die Wahrheit sagen und dann aus dem Auge des Zyklons flüchten. Keine Heldentat ... weiß Gott nicht.

 

Ich wünschte, wir hätten es schon ein paar Monate weiter. Alles wäre ausgestanden und vorbei. Ich wünschte, ich wäre mutiger. Ich wünschte, ich wäre schon viel länger viel konsequenter gewesen.

   

05.10.2008 um 11:04 Uhr

DIE STUNDE DER WAHRHEIT

von: Binzy

Wie steht es um unsere Ehrlichkeit gegen uns selbst? Sind wir immer ehrlich mit uns selbst oder belügen wir uns, um unser eigenes kleines Leben erträglicher und leichter zu machen. Ist es nicht so, dass die Wahrheit manchmal ganz glasklar vor uns liegt und wir die Dinge einfach nur nicht sehen wollen. Haben wir nicht manchmal alle das Gefühl, dass solange etwas noch nicht ausgesprochen ist, es auch (noch) nicht Realität ist? In dem Moment, in dem wir es sagen, wird es wahr. Erst dann - nicht früher.

So ergeht es mir mit meinem Hasen. Ich weiß, ich muß mich von ihm trennen. Es ist ihm und mir selbst gegenüber nicht ehrlich und vor allem nicht fair in dieser Beziehung zu bleiben. Ich muß ihm sagen, dass ich ihn nicht mehr liebe.

.... dass ich ihn nicht mehr liebe. Dann ist es raus und dann ist es real. Jetzt ist es wie ein Korken, der mir die Kehle verstopft, weil dieser Satz, diese Wahrheit, dieses monströse und schreckliche Gefühl so übermächtig ist, dass es endlich aus mir heraus muß, damit ich nicht daran ersticke.

Morgen bringt er die Hasenkinder nach Hause und dann beginnt die Woche der Wahrheit. Egal wie, egal wann, egal wo. In der kommenden Woche werde ich es ihm sagen.

Vielleicht muß jeder selbst den Moment finden, in dem er bereit ist sich den Wahrheiten seines Lebens zu stellen. Vielleicht gibt es aber auch den Moment, in dem die Wahrheit sich nicht mehr länger aufschieben läßt und alles was wir nicht sagen einer Lüge gleichkommt.