Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

26.03.2006 um 00:05 Uhr

Seht her, ich bin ein Feigenbaum !

von: Solus

Musik: Erdmöbel - Wurzelseliger

Nein, ich habe keine grüne Torte gegessen, die mir ein Troll angeboten hat (Anspielung auf einen doofen B-Movie), wenngleich die Frage, was für ein Baum man wohl sein würde, wenn die Welt ein Wald wäre, durchaus interessant ist. Aber nein, eigentlich geht es nur um das keltische Baumhoroskop. Meine Mutter laß davon in der "Avanti" und meinte danach zu mir, daß ich ein Feigenbaum bin. Eigentlich bin ich aber nur im Zeichen dieses Baumes geboren, die vor 5000 Jahren die keltischen Druiden festgelegt haben. Was das nun bedeutet ? Die Überschrift die Baumzeichens heißt "Der Empfindsame, der sich hinter einer harten Schale verbirgt" - gar nicht mal schlecht, wobei die Überschriften anderer Bäume auch auf mich zutreffen würden. Kommen wir also zur Beschreibung: "Sie lieben das Leben (kannst Du aber vergessen) und setzen auf Humor (korrekt). Kein anderes Baumzeichen ist so sensibel (gut möglich) - deshalb sind sie ein guter Zuhörer und können wunderbar trösten (auf jeden Fall). Dafür lassen Sie auch mal die Arbeit liegen (ich lasse für so ziemlich alles die Arbeit liegen). Um Ihre Emfindsamkeit zu schützen, legen Sie sich oftmals eine harte Schale zu - dabei suchen sie ein Leben lang nach Wärme und Geborgenheit (Teils, teils - bin ja eigentlich eher ein eremitesker Mensch).

Soweit die Beschreibung aus "Avanti", dank Google fand ich noch eine andere auf hexenland2000.de, die fängt sogar richtig gut an: "Die Feige ist eine starke, aber etwas eigenwillige Persönlichkeit, die nicht jedem gefällt. Sie ist unabhängig in ihrem Urteil und duldet keinen Widerspruch." Sehr treffend, aber dann wird es völlig falsch. Meine Widersacher soll ich gewaltsam unterdrücken - würde ich nie machen. Dann noch einmal die Aussage, daß ich das Leben liebe und ganz besonders das Familiäre. Falscher als falsch geht es ja wohl nicht mehr ! "Sie ist ausgesprochen herzlich zu Kindern (Träum weiter !) und Tieren (Stimmt hingegen). In der Liebe ist sie eher flatterhaft..." - das ist ja wohl die größte Frechheit. Ich bin treu wie ein Hund, sollte mich jemals eine Frau an sich heranlassen, bekommt die mich nie wieder los. "Sie ist humorvoll und bekennt sich insgeheim zu Bequemlichkeit und Faulheit." - ebenfalls falsch, ich bekenne mich ganz öffentlich zu Bequemlichkeit und Faulheit. "Trotzdem steht sie mit beiden Beinen fest im Leben und plant geschickt und zielbewusst." Stimmt wiederum.

So alles in allem scheint das mit diesem Baumhoroskop also nur bedingt zu funktionieren. Das hoffe ich sogar zutiefst, denn bei der Avanti stand nämlich gleich noch dabei, welcher andere Baum zur mir passt, und das ist die Eiche. Die wiederum gehört zu einem der vier Bäume, die nur einem einzigen Tag zugeordnet sind; in dem Fall dem 21.3. Das bedeutet für mich, daß rein statistisch nur jedes 365ste Mädchen zu mir passt, praktisch gesehen es also fast unmöglich ist, daß ich zufälligerweise Eine treffe, die genau an diesem Tag geboren ist. Daher an dieser Stelle nun ein sehr ernster und verzweifelter Aufruf:

Wenn Du an einem 21.3. geboren bist, oder ein intelligentes, hübsches Mädchen kennst, die dieses Geburtsdatum ihr Eigen nennt, dann melde Dich bitte bei mir.

Ihr könnt ja auch mal im Bus oder in der Bahn herumfragen...

21.03.2006 um 18:31 Uhr

Kauf misch

von: Solus

Der Riesenhype, alle Medien stürzen sich darauf, von -100 auf 100, da stimmt doch irgendetwas nicht ! Bestimmt ein Fake, alles erdacht, erfunden, konstruiert. Drei tageslichttaugliche Typen genommen, eine Geschichte drum herum geschrieben, einen Ohrwurm komponiert, schon klingeln die Kassen. Die alte Geschichte von den Normalos, die zu Stars werden. Verkauft sich immer gut. Vielleicht steckt sogar der Raab dahinter. Ö la palömar blancar...

Nachtrag: Oder auch nicht.

20.03.2006 um 05:32 Uhr

Frühlingsanfang

von: Solus

Musik: Blumfeld - Die Welt ist schön

Ab heute ist offiziell Frühling. Der Schnee verschwindet, als wäre er nie gewesen, die Blumen erheben sich aus ihrem Versteck und zeigen sich in den wunderbarsten Farben, und die Zugvögel kehren zurück, um mit ihrem fröhlichen Gezwitscher die eisige Stille des Winters zu durchbrechen. Männer und Frauen, Jungs und Mädchen, sie alle schlendern ab sofort Hand in Hand durch die Parks und Einkauspassagen, oder sitzen küssend auf den Bänken, in Gedanken schon des Abends in ihren Betten liegend und sich das Hirn herausvögelnd, während durch das geöffnete Fenster frische Frühlingsluft in die Zimmer geflogen kommt und den miefigen Gestank vertreibt, der sich während des Winters angesammelt hat. Die Welt um uns herum beginnt zu leben und zu lieben, und ich hocke mal wieder einsam den ganzen Tag in meinem kleinen Zimmer herum und zähle die Stunden.

Am Nordpol müsste man wohnen. Da gibt es keinen Frühling.

19.03.2006 um 15:53 Uhr

FICK für eine bessere Zukunft

von: Solus

Die Deutschen sterben aus ! Vielleicht noch ein paar hundert Jahre, und dann ist es vorbei mit Weißwurst, Unzufriedenheit, Volksmusik und Kleingeistigkeit. Quelle dieser Erkenntnis ist eine Statistik, herausgegeben vom Bundesamt für...richtig, Statistik, aber schon im Januar erschienen und von den Gazetten erst jetzt selbst nachgeschätzt und instrumentalisiert, um die Auflage zu steigern. Halten wir uns an die ursprüngliche Statistik, sagt die erst einmal nichts weiter aus, als daß letztes Jahr nur 680000 bis 690000 Kinder das Licht der Welt erblickten. Damit soll Deutschland angeblich sogar das Land mit den wenigsten Geburten in ganz Europa sein - und das wäre wirklich ziemlich besorgniseregend, wenn man bedenkt, daß zu den europäischen Staaten ja auch der Vatikanstaat gehört. So oder so müssen wir etwas tun. Also habe ich mich hingesetzt und in den letzten Tagen und Nächten einen Plan entwickelt, der dafür sorgen wird, daß in Deutschland bald wieder Millionen kleine Kinderlein gezeugt werden und die Erfinder von Aspirin und MP3 auch noch in tausend Jahren existieren werden. Es ist der Förderplan für Intimverkehr und chronischer Kopulation - kurz FICK genannt !

FICK, aus meinem brillianten Geiste entsprungen, umfast 5 simple Maßnahmen, die das Land retten werden. Diese möchte ich sogleich erleutern:

Der Hauptgrund für den starken Geburtenrückgang ist natürlich die Verhütung, denn Sex ansich wird schließlich weiterhin in hohem Maße betrieben. Nun kann man den Bürgern nicht die Kondome und Pillen wegnehmen, aber man kann dafür sorgen, daß zumindest die nächsten Generationen diese Dinge nicht mehr benutzen, indem wir ihnen einfach nicht sagen, daß es Verhütungsmittel gibt, oder daß man z.B. durch die Rückziehermethode sehr wohl schwanger werden kann. Der Aufklärungsunterricht muß aus allen Schulen verschwinden. Auch die Medien dürfen in dieser Richtung nicht mehr tätig werden. Also...

1. Weniger Aufklärung

Ein weiterer Grund für die geringe Nachwuchsquantität ist sicherlich auch die Unlust der Väter, ein Kind großzuziehen, bzw. die Angst vor einer jahrelangen Existenz voller Entbehrungen, weil ein großer Teil des hart verdienten Geldes jeden Monat an die Mutter abwandert. Ersteres ist sicherlich kein großes Problem; die geschwängerte Frau einfach sitzenlassen kann jeder, nur muß der Erzeuger eben dann fleißig Geld abdrücken.
Genau das muß sich ändern. Keine Mann sollte mehr gezwungen werden, für seinen Nachwuchs zahlen zu müssen. Nur so wird er sich wieder seinen natürlichen Trieben hingeben können und möglichst oft sein genetisches Material weitergeben. Also...

2. Abschaffung der Alimente-Zahlung

Bleiben noch die glücklichen Partnerschaften, in denen sich beide dazu entschieden haben, keinen Nachwuchs zu zeugen. Für diese Entscheidung gibt es zwei Hauptgründe. Der Erste wäre schlichtweg, daß Kinder widerliche, nervtötende Geschöpfe sind, die einem die Haare vom Kopf fressen, einem das ganze Leben versauen und später dafür nicht einmal dankbar sind. Das Image der Kinder muß deshalb aufgebessert werden, indem erst einmal all die Werbungen verboten werden, in denen nervige Kinder vorkommen - allem voran diese VERMALEDEITE FRUCHTZWERGEWERBUNG, DIE JETZT DOCH PLÖTZLICH WIEDER GESENDET WIRD. VERDAMMTE SCHEIßE ABER AUCH ! ...sowie das Verbot der Sendung "Die Supernanny" oder sämtliche andere kinderkritische Medienprodukte. Stattdessen müssen die Medien die Lust auf Kinder verstärken, indem z.B. im Fernsehen mehrfach täglich die "Bill Cosby Show" ausgestrahlt wird, oder der Film "Guck mal, wer da spricht". Ebenso müssen Kinderstars wie z.B. Schnappi-Joy gefördert werden, um zu zeigen, daß es sich für Paare durchaus lukrativ gestalten kann, ein Kind zu besitzen. In den USA gibt es Kinder, die für ihre Eltern Millionen verdienen. Das ist auch in Deutschland möglich. Mit einer umfassenden Imagekampagne muß das, und all die anderen Vorzüge eines Kindes, den Erwachsenen vermittelt werden. Also...

3. Medien so gestalten, daß das Image der Kinder verbessert wird

Der zweite Hauptgrund für glückliche Paare, sich keine Kinder anzuschaffen ist die Karriere. Wenn der Mann, aber auch die Frau beruflich erfolgreich sein möchte, müssen sie einfach auf Kinder verzichten. Deshalb benötigen wir eine Gesellschaft, in der sich ein Teil des Paares von vorn herein dazu entscheidet, auf Karriere zu verzichten, um sich vollständig auf die Kinderbetreuung konzentrieren zu können. Am sinnvollsten ist es dabei natürlich, wenn pauschal die Frau diese Rolle einnimmt, da sie als Austrägerin des Kindes sowieso ihre Karriere gefährden würde und daher logischerweise dem Mann im Beruflichen den Vorrang lassen sollte. Da einige Frauen damit nicht einverstanden sein könnten, muß die Regierung natürlich per Gesetz die meisten Errungenschaften der Emanzipation zurücknehmen. Keine Frau darf mehr die Chance auf Karriere erhalten ! Der Rest regelt sich dann automatisch. Also...

4. Keine Karrieremöglichkeiten für Frauen

Der letzte Punkt des FICK-Plans soll generell die Zeugung des Nachwuches fördern.
Es wurde ja festgestellt, daß neun Monate nach großen Stromausfällen die Geburtenrate kurzzeitig besonders anstieg. Die Menschen nutzen also die längere Dunkelheit für ungeschützten Geschlechtsverkehr. Dieses Verhalten können wir uns zu Nutze machen, in dem derartige Stromausfälle künstlich erzeugt werden. Tagsüber macht das natürlich keinen Sinn. Mein Vorschlag ist eine Regelung, daß jeden Tag in einer anderen Großstadt von 18 bis 6 Uhr der Strom ausgeschaltet wird. Bei Städten mit einem besonders großen Geburtsdefizit, wie z.B. meiner Heimatstadt Chemnitz, sollte man sogar überlegen, den Strom gleich ganz abzuschalten. Also...

5. künstliche Stromausfälle

Mit der Umsetzung dieser fünf Maßnahmen wird die Geburtenrate innerhalb eines Jahres derartig ansteigen, daß die Renten wieder sicher sind und die Wirtschaft durch den großen Mehrverkauf an Baby-Artikeln dazu noch hohe Umsätze einfährt. FICK sichert also nicht nur die Zukunft Deutschlands, sondern auch die Gegenwart. Deshalb sollte jeder Leser hier aktiv werden und diesen Plan an seinen entsprechenden Volksvertreter weiterleiten, sodaß schon bald sämtliche Parteien einstimmig FICK realisieren und Deutschland retten. Es kann so einfach sein, wenn jeder mitmacht.
FICK - für eine bessere Zukunft.

16.03.2006 um 12:02 Uhr

Der Chinese, die Fotografin, der Verrückte und Ich - Teil 2

von: Solus

Ich hatte nun schon eine Stunde in dem Atelier verbracht und rechnete inzwischen fest damit, daß jeden Moment meine Mutter in den Laden stürmen würde, die sich bestimmt gerade wieder Sorgen machte, warum das so lange dauert und dann einfach, wenn sie einkaufen geht, hier vorbeischauen wird. Das konnte jede Minute soweit sein. Und tatsächlich ging plötzlich die Tür auf, aber anstatt meiner Mutter war das nur eine fremde Frau. "DER TERMIN IST DOCH ERST NACHMITTAGS ! " schrie die Fotografin. - "Ja, ich war nur in der Nähe und wollte mal schauen, ob es vielleicht schon jetzt geht." - "NEIN; UND WAR DAS NICHT ERST MORGEN NACHMITTAG ?" - "Nein, ich dachte heute..." - "ICH HABE DAS PAPIER NOCH GAR NICHT DA !" - "..." - " ALSO JETZT WIRD DAS NICHTS !" - "Gut, dann komme ich heute Nachmittag vorbei." - "JA JA..." Die Fotografin schnippelte weiter an den Fotos herum, während sich der Chinese umschaute und die Hochzeitsfotos sah, die überall ausgestellt waren. " !=)XI(/§W)X(& Hochseit ?" fragte er mich plötzlich und ich antwortete "JA; DIE MACHEN HIER AUCH HOCHZEITSFOTOS !" - " /$=§)XA muß !ch gratuliere." Oh, der dachte, ich wäre wegen Hochzeitsfotos da. "Ähm...NEIN, NICHT ICH. ICH LASSE BEWERBUNGSFOTOS MACHEN." Der Chinese nickte. "Aso. !ch dacht/% $§&XX/§ Hochseit..." - "NEIN, DA WÄRE ICH DOCH MIT EINEM MÄDCHEN HIER !". Der Chinese lächelte und nickte. Plötzlich hörte ich die Fotografin etwas murmeln. "Na sag mal, habe ich jetzt etwa die falschen Fotos ausgeschnitten ?!" fragte sie sich und verglich die ausgeschnittenen Fotos mit den anderen, die da noch auf dem Tisch lagen. "DIE GLÄNZEN JA AUCH !!!" stellte sie plötzlich fest. Ich wußte, welcher Satz als nächstes kam. "DIE MÜSSEN WIR NOCHMAL MACHEN !" Genau der. "SAGEN SIE, HABEN SIE IHR GESICHT EINGECREMT ?" fragte die Fotografin den Chinesen. Der schüttelte den Kopf und ging dann wieder hinter den Vorhang. Beim Vorbeigehen meinte sie diesmal zu mir "Wissen Sie, warum das so lange dauert ? Weil Sie heute hier her gekommen sind. ". Sie meinte wohl sowas wie Murphys Gesetz.

Ich schaute auf die Uhr, schon wieder waren zehn Minuten vorbei. "NEIN, NICHT DIE AUGEN WISCHEN !" Der Chinese wurde scheinbar langsam ningelig (Wort ggf. bei Google nachschlagen), bzw. hatte er wohl Probleme mit trockenen Augen, denn plötzlich drehte sich das Gespräch der beiden um dieses Thema. Der Chinese erzählte, daß er, wenn er lange vor dem Monitor sitzt, immer tränende Augen bekommt und von seinem Arzt deshalb Tabletten erhalten hat, die dieses Problem beseitigen. Die Fotografin erzählte daraufhin, daß sie auch solche Tabletten einnimmt. Ich wunderte mich, warum der Chinese plötzlich zu verstehen war. Nachdem die Fotografin ihr Werk getan hatte, zeigte sie dem Chinesen noch ihre Augentabletten und fragte "SIND IHRE AUCH SCHWARZ ?", aber der Chinese nahm wohl eigentlich Augentropfen, die er nur Tabletten nannte, weil er die richtige Vokabel nicht kannte. Meine mentalen Schreie, dieses unnütze Gespräch endlich zu beenden und die Fotos auszuschneiden, wurden erhört, denn die Frau saß nun endlich wieder an der Tür und beendete ihre Arbeit. Diesmal hatte es scheinbar geklappt, und aus purer Menschenfreude packte sie ihm die nutzlosen Fotos gleich auch noch mit in die Tüte. "DIE SCHENKE ICH IHNEN ! DAFÜR SAGEN SIE ABER IHREN FREUNDEN BESCHEID, DAß SIE ALLE HIER HER KOMMEN !" - " X$&X( Ja." - "So, jetzt sind Sie dran !" Endlich, nach einer Stunde und über 40 Minuten saß ich auf dem Stuhl und wurde von der alten Frau so herumgedreht und gerückt, bis sie zufrieden war. "Sie waren aber auch schon ein paar Mal hier, oder ?" fragte sie mich, als sie durch ihre Kamera schaute. - "Ja, ab und zu." - "Auch schon mit der Mutter, oder ?" - "Ja, früher." - "Ja, ihr Gesicht kam mir doch gleich bekannt vor. Grüßen Sie doch die Mutti mal von mir." Ob sie sich wirklich an mich erinnerte, oder einfach nur geraten hatte ?  "Nun muß ich Sie noch zum Lachen bringen." meinte sie, " Also, wissen Sie, warum Ostfriesen..." Ja, wenn ich über etwas lachen kann, dann Ostfriesenwitze. Ich gab mir dennoch alle Mühe, zeigte auf Befehl sogar noch meine tollen zahnspangengeformten Zähne, und als ich meiner Meinung nach schaute, als wäre ich auf LSD, blitzte es. "Na ich denke mal, die sind gut geworden." meinte die Fotografin und wiederholte ihre Aussage, als sie die Fotos in der Hand hielt. Ich fand sie zwar scheiße, also nicht total scheiße, aber schon ein bißchen, stimmte ihr aber zu. Hauptsache endlich dort raus. In dem Moment kam der Verrückte wieder in den Laden. "SETZEN SIE SICH ! ICH KOMME GLEICH !" rief sie dem Mann zu. "ABER JA, ICH SETZE MICH !" rief der Mann und setzte sich. "Ihre Bilder müssen noch trocknen !" meinte die Fotografin zu mir, und ging dann erst einmal raus zu dem Mann, der wieder mit lauter Stimme irgendwelchen Blödsinn erzählte. "Kommen Sie aus Ungarn ?" fragte ihn die Fotografin. - "NEIN, ABER DAS FRAGEN DIE LEUTE OFT. ICH WAR SCHON KOCH, BAUARBEITER,...UND ICH REDE GERN, BIN INTELLIGENT, UND AUF MICH IST IMMER VERLASS !". Die Fotografin dachte sich in dem Moment scheinbar, daß es nicht allzu gut wäre, mit ihm allein im Laden zu sein, also schickte sie mich mit den Worten "Dauert noch etwas länger, bis die Fotos trocken sind." zurück in den Wartebereich und sagte dem Verrückten, daß der jetzt hinter den Vorhang gehen könnte. Scheinbar hatte zumindest ein Teil seines seltsamen Auftretens seine Wurzeln im Alkohol, denn so, wie dieser Mann durch das Atelier wankte und dabei fast noch eine Kamera zu Boden riss, war das sicherlich nicht normal. Aber er schaffte es doch noch zum Stuhl und wurde sogleich fotografiert. "IHRE FOTOS MÜSSEN AUCH ERSTMAL NOCH TROCKNEN." sagte sie zu ihm und dann erzählte er plötzlich, daß er im Fernsehen gern Krimis anschaut, und Komödien. Sein Lieblingssender wäre Sat.1, denn da kommt "Niedrig und Kuhnt" und "Lenßen & Partner". Außerdem mag er auch die alten Bud Spencer & Terence Hill -Filme. Die Fotografin antwortete, daß sie die auch mag. Sie schaut alles gern, außer Filme mit Gewalt. Sowas sollte man nicht zeigen - weil das die Kinder sonst nachmachen.

Sie schickte den betrunkenen Verrückten erst einmal wieder in den Wartebereich und legte dann meine fertigen Fotos zur Seite, um mir dafür 12 Euro !!! abzuknöpfen. In dem Moment öffnete sich die Tür und wer kam herein ? Richtig, meine Mutter. "Ich wollte mal schauen, ob Du hier gleich eine ganze Session gemacht hast..." war ihre fade Umformulierung von "Ich bin ein überängstliches, altes Mütterchen, die mal wieder von der Befürchtung befallen wurde, ihrem einzigen Sohn könnte auf den dreißig Metern zwischen Haus und Atelier irgendetwas passiert sein." "Ach ja, Sie waren doch auch schon da." stellte die Fotografin fest. - "Ja, Sie haben das Hochzeitsfoto gemacht." - "Aha. Ich hatte auch schon Grüße bestellt...". Dann durfte ich noch die Schneidemaschine drücken, um die Fotos auszuscheiden. Sie selbst hatte scheinbar keine Kraft mehr, das selbst zu machen. Ich verabschiedete mich danach noch schnell und eilte mitsamt den Fotos und Mutti aus dem Laden. Endlich raus, nach fast zwei Stunden. Mein Väterchen meint nun übrigens auch, daß die Fotos scheiße sind, speziell der Hintergrund. Wenn ich das nächste Mal zu einem anderen Fotografen will, sagen meine Eltern bestimmt nichts mehr.

16.03.2006 um 12:01 Uhr

Der Chinese, die Fotografin, der Verrückte und Ich - Teil 1

von: Solus

Für die grandiosen Ausbildungsplatz-Bewerbungen, mit denen ich in den nächsten Wochen und Monaten rechtschaffende Firmen belästigen werde, benötigte ich noch ein Foto von mir. Da kann man natürlich nicht Irgendeines nehmen, denn wenn die Mundwinkel herunterhängen, daß Angela Merkel vor Neid erblassen würde, oder zuviel Brusthaar zu sehen ist, wie es fast immer der Fall ist, wenn man Fotos von mir betrachtet, dann wandert die Bewerbung natürlich gleich in den Mülleimer. Also habe ich gestern beschlossen, zu einem Fotografen zu gehen. Natürlich wird man da von der Familie gleich dazu genötigt, zur Familienfotografin zu gehen, die das Hochzeitsfoto meiner Eltern geschossen hat und seitdem auch so sporatisch aufgesucht wird, wenn man mal ein paar gute Fotos braucht. Die ist nur eben leider sehr teuer, behaupte ich jetzt einfach mal, ohne einen Vergleich zu haben, und wahrscheinlich hat sie auch nicht so viel drauf, wie von allen Seiten behauptet wird, aber egal - ich muß es ja nicht bezahlen, und da ihr Laden gleich um die Ecke ist, bin ich also gestern früh einmal dorthin gegangen. An der Tür hing mit Klebeband provisorisch an die Scheibe befestigt ein Zettel, auf dem stand, daß sie gleich wiederkommen würde. Als mußte ich erst einmal ein paar Minuten warten, bis die rüstige, alte Frau endlich über die Straße geeilt kam und dabei "Bin gleich da, junger Mann !" rief.

"Was möchten Sie ?" - "Fotos für die Bewerbung." - "Ja, geht gleich los. Warten Sie am besten erstmal dort bei den Stühlen !" Ich setzte mich und betrachtete das kreativ-chaotisch eingeräumte Atelier. Plötzlich kam ein Chinese in den Laden und versuchte sich mit dem gebrochensten Deutsch zu verständigen. "SIE WOLLEN DOCH BESTIMMT FOTOS FÜR DEN AUSWEIS ?!" fragte die Fotografin. Wenn man mit Leuten redet, die schlechte Sprachkenntnisse vorweisen, behandelt man sie ja immer, als wären sie taub. Der Chinese murmelte irgendetwas und die Fotografin meinte daraufhin "BIOMETRISCHE FOTOS ? JA, MACHEN WIR !", blickte mich daraufhin an und fragte, ob ich vielleicht den Chinesen vorlassen könnte, weil sie die Kamera dafür gerade aufgestellt hat. Ich willigte ein, weil ich ja ein supernetter Kerl bin - leider eine verhängnisvolle Entscheidung.
Die ältere Dame befahl dem Chinesen, sich hinter dem Vorhang auf den Stuhl zu setzen und fragte "Mit Brille ? MIT BRILLE ?! NICHT ABSETZEN ?! NAGUT !", gefolgt von den typischen Anweisungen, die ich selbst in ähnlicher Form auch schon hören mußte. Beim Personalausweisfoto damals schrie sie z.B. "LACHEN UND NICHT DEN MUND SCHIEF ZIEHEN !" - als Linkshänder sieht künstliches Lachen bei mir nun mal nach Schlaganfall aus. Der Chinese war scheinbar kein Linkshänder, machte dafür andere Fehler. "ERNST BLEIBEN !" schrie sie, und "KOPF DREHEN ! DREHEN !!! GROßE AUGEN MACHEN !", gefolgt von "NEIN, NICHT SO !". Irgendwann hatte es der Chinese aber dann endlich richtig gemacht und konnte sich bald neben mir auf den Stuhl zu setzen, um auf die Fotos zu warten. Kurze Zeit später kam die Fotografin mit den Fotos hinter dem Vorhang hervor und betrachtete sie unter dem Licht. "Ach, das glänzt da. KOMMEN SIE MAL !" und dann zeigte sie dem Chinesen, daß sein Gesicht auf den Fotos glänzte, sodaß die Bilder für den Hersteller biometrischer Pässe wertlos waren. In dem Moment kam ein Mann herein, etwas schnuddelig angezogen und lallte "HIER BIN ICH WIEDER !". "HABEN SIE JETZT DAS GELD MIT ?" fragte die Fotografin. Daraufhin schlug sich der Fremde theatralisch auf die Brust und schrie "ICH BIN EIN BAUARBEITER !", um gleich darauf das Ganze noch einmal zu wiederholen und "AUF MICH IST NATÜRLICH VERLASS !" zu schreien. - "IST MIT IHNEN ALLES IN ORDNUNG ?!" fragte die Fotografin. "ICH BIN NICHT VERRÜCKT !" schrie der Mann, "DIE ANDEREN SIND ALLE VERRÜCKT, BEHAUPTEN ABER IMMER, ICH WÄRE ES !" - "Ähh...JA, ALSO ICH HABE HIER JETZT GERADE ZU TUN..." - "DANN WARTE ICH DRAUßEN !" und mit diesen Worten stapfte der seltsame Mann aus dem Laden. Ich kam mir zu dem Zeitpunkt so vor, als wäre ich mitten in einer Theatervorführung. Alle schrien und gestikulierten wild herum, wie das die Schauspieler auf der Bühne immer so machen, und dazu noch eine turbolente Handlung, die teilweise hinter einem Vorhang stattfand. Theater, ganz klar !
"GIBT ES BEI EUCH IN CHINA AUCH SOLCHE VERRÜCKTE ?" fragte die alte Frau den Chinesen, der grinzte und bejahte. "JA, ALSO DIE FOTOS... DIE MÜSSEN WIR NOCHMAL MACHEN !" verkündete sie als nächstes und schickte den Chinesen wieder hinter den Vorhang. Zu mir meinte sie im Vorbeigehen "Dafür werden Ihre Fotos dann besonders gut." Ich lächelte freundlich und nickte. Mein Blick auf die Uhr verriet mir, daß ich jetzt schon eine halbe Stunde wegen diesen besonders guten Fotos verschwendet hatte.

"NEHMEN SIE JETZT MAL DIE BRILLE AB !" schrie die Fotografin den Chinesen an. "ICH MACHE JETZT NOCHMAL DIE FOTOS, DAMIT DIE AUCH ORDENTLICH WERDEN. DAFÜR KÖNNTEN WIR JA NOCH EIN EXTRAFOTO MACHEN, WAS SIE IHREN FREUNDEN SCHICKEN KÖNNEN !" Darauf der Chinese: "Danke !", darauf die Fotografin: "NA NICHT UMSONST !" - "Aso. Dann nich." Sie fragte den Chinesen noch, wo er herkam. "PEKING ?" fragte sie. Darauf er: "Nein, Xinxiang." Eine Anmerkung dazu: Ich weiß natürlich nicht, ob er wirklich Xinxiang gesagt hat; klang zumindest so. Und da, wenn ich mich nicht irre, die Frau eines Bekannten von dort kommt, und man das in China bestimmt so eingeteilt hat, daß alle Xinxianganer nach Chemnitz müssen, wenn sie das Land verlassen wollen, wird das schon stimmen. "AHA, IST DAS IN DER NÄHE VON PEKING ?" fragte die Fotografin. - "Ja...swei...swei Stunde" - "ZWEI STUNDEN FAHRT ?" - "...mit Flugseug !" - " MIT DEM FLUGZEUG ? AHA !" Nun hatte die Frau scheinbar die Kamera bereit, denn es folgten wieder interessante Anweisungen. " GROßE AUGEN MACHEN ! NEIN; NICHT DIE AUGEN WISCHEN !" Plötzlich öffnete sich die Ladentür und ein nicht mehr ganz so junges Ehepaar betrat den Laden. Die Fotografin machte flink ihre Fotos und eilte dann zum Vorhang. "Was möchten Sie ?" fragte sie das Ehepaar. " Guten Tag, also wir haben hier vor dreißig Jahren unsere Hochzeitsfotos gemacht, und wir wollten mal fragen, ob Sie vielleicht noch die Negative davon hätten..." - "NEIN ! Da kommen sie zu spät. Ich habe die Meisten nach der Wende weggeschmissen. Aber...Sie kommen mir doch bekannt vor...Ja, natürlich. Sie haben sich kaum verändert. " -Schlechte Lügnerin-, dachte ich mir, als ob die sich an Kunden von vor dreißig Jahren erinnern könnte. " Naja, ein bißchen älter sind wir geworden. Ja...die Hochzeitsfotos sind nämlich ziemlich verblasst. " - "ICH HATTE IHNEN DOCH DAMALS GESAGT; DAß SIE DIE FOTOS NICHT DRAUßEN LASSEN SOLLEN !" - "Ja ja, die im Album sehen auch noch gut aus. Aber die anderen eben..." Das Gespräch ging noch etwas hin und her, dann ging das Ehepaar wieder. "SO, JETZT SIEHT DAS BESSER AUS !" meinte die Fotografin zum Chinesen, der sich inzwischen wieder neben mir auf den Stuhl gesetzt hatte. Die Fotografin selbst setzte sich zur Tür, weil dort das meiste Licht hereinkam, und begann nun mit Schere und Biometriemaske bewaffnet die Fotos korrekt auszuschneiden. "WOLLEN SIE INZWISCHEN EINE ZEITUNG ?" fragte sie den Chinesen und holte eine Morgenpost hervor. Der Chinese schüttelte mit dem Kopf. "UND SIE ?" - "Nein, Danke." sagte ich. "Dann bleibt eben dumm !" murmelte die Alte und bastelte weiter.

14.03.2006 um 09:03 Uhr

Neuronenfrost

von: Solus

Musik: Erdmöbel - Der Sommer ist vorbei

Wann sagt uns die Regierung endlich die Wahrheit ?! Die Wahrheit über den Schnee, der sich seit mehreren Wochen immer höher und höher stapelt und zusammen mit der kaum schwindenden Kälte das ganze Land regiert !
Auf unseren Bergen sammeln sich die Schneemassen in einem Ausmaße, wie es noch nie seit der Niederschreibung der Wetterverhältnisse der Fall war, und die Meteorologen zucken allesamt mit den Schultern und sagen "Ich denke mal, daß bleibt noch eine Weile so.". Wird das Szenario der Studie des Pentagons von 2004 etwa jetzt schon Wirklichkeit ? Hat der Golfstrom, der in den letzten 10 Jahren sowieso schon dramatisch langsamer geworden ist, innerhalb der letzten Monate rapide an Geschwindigkeit verloren ? Das derzeitige Wetter könnte ein Indiz sein. Aber es würde noch viel schlimmer kommen, wenn der Golfstrom plötzlich vollständig kollabiert, denn dann wäre Skandinavien z.B. nur noch eine Eiswüste und Holland würde fast vollständig unter den Wassermassen der ansteigenden Ozeane begraben werden. Hier in Deutschland wäre es natürlich eisigkalt - auch im Sommer. Aber das würde wahrscheinlich keine Rolle spielen, denn auf Grund globaler Nahrungsmittel- und Rohstoffknappheit und der Reduzierung der Landmenge wäre es nur eine Frage der Zeit, bis Krieg und Krankheit die gesamte Menschheit vollständig auslöscht. Wollt Ihr wissen, warum die Regierung uns nicht die Wahrheit über den vielen Schnee erzählt ?! DARUM !!!

Ähm...mit dem Text will ich mich als Autor bei der Bildzeitung bewerben. Ob ich damit gute Chancen habe ? Ich wollte erst noch "Die Einzige, die uns retten kann, ist Angela Merkel !" mit in den Text schreiben, aber das wäre ja gelogen...

10.03.2006 um 09:45 Uhr

Germany 12 Points !

von: Solus

Musik: Corinna May - I Can’t Live Without Music

Und, gesehen ? ... Na den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest meine ich. Wie "Was solln das sein ?" ?! Das kennt doch jeder. ... Da wo mal der Guildo Horn gesungen hat... Ja, genau das. Ja, das gibt es noch ! ...

Ich schaue mir das ja schon seit vielen, vielen Jahren an. Ich habe miterlebt, wie vollkommen unbekannte Interpreten auf die Bühne kamen, und sie als bekannte Stars verließen; zumindest dachten sie das, aber natürlich hat man von Leon, Mekado, Sürpriz und all die anderen Rohrkrepierern nie wieder etwas gehört. Einzig, als damals 1999 ein blutjunges Mädchen namens Jeanette Biedermann "Das tut unheimlich weh" trällerte und dabei noch voll natural auf der Bühne die Schuhe auszog, dachte ich mir "Hui, da zieht es ja auch mir die Schuhe aus.".

Aber diesmal sollte ja alles ganz anders werden. Kein Dutzend Nachwuchskünstler, kein Gaga-Technopop von Ralph Siegel, keine abgehalfterten Stars von vorgest...gut, die gab es auch diesmal.  Aber es waren ja nur zwei - Vicky Leandros und Thomas Anders. Und dann eben noch die etablierten Newcomer "Texas Lightning", eine Band, die ich bisher nicht mochte, weil es mir mit denen genauso ging, wie mit all den anderen Dingen, an denen Olli Dietrich beteiligt ist, also "Dittsche" und "Blinddate". Da behaupten nämlich ständig irgendwelche Medienmenschen, die normalerweise kaum etwas gut finden, daß das toll wäre, und wenn man das dann selbst sieht, ist es gar nicht so toll. Wahrscheinlich ist der Olli nur ein supernetter Kerl mit einem riesigen Freundeskreis, deren Mitglieder von der Freundschaft betäubt ihn bei seinen Machenschaften unterstützen, ohne deren Qualität zu hinterfragen.

Aber zurück zum Songcontest-Vorentscheid. Als ich hörte, daß es diesmal nur drei Teilnehmer gibt, war ich ja äußerst skeptisch, ob die Sendung etwas werden könnte, und auch etwas erzürnt, daß der NDR derartig in die Entscheidung eingreift. Aber andererseits war das bisherige Verfahren, irgendwelche Nonames auf die Bühne zu stellen, die sowieso keine Chance haben, auch nicht das Gelbe vom Ei. Nur an der Auswahl der Interpreten hätte man noch etwas feilen können, denn das Vicky Leandros nicht mehr so singen kann, wie sie es wahrscheinlich mal konnte, war ja schon vorher klar. Daß sie stimmlich rein gar nichts mehr drauf hat, hätte natürlich aber auch keiner gedacht. Ganz ganz schlimm war das. Der letzte Platz wäre uns wieder sicher gewesen. Entgegen schlimmster Befürchtungen haben sich die Zuschauer aber nicht von Vickys früheren Erfolgen blenden lassen, und überraschenderweise auch nicht von Stefan Raabs Werbegetrommle für seinen Kumpel Thomas Anders. Der war ja auch etwas schwach auf der Brust und wäre mit seiner schmalzigen Grandprix-Ballade im Finale sicherlich in der Masse, oder im eigenen Schleim untergegangen. Gewonnen haben also Texas Lightning, und fairerweise muß man sagen, daß ihr Lied ganz nett ist, die Sängerin eine Stimme mit Wiedererkennungswert besitzt, was ja bei Sängerinnen nicht sehr oft der Fall ist, und die Band samt ihrer Coutrypopmusik werden natürlich in Athen auffallen. Da könnte also diesmal etwas gehen, oder um eine ähnlich konkrete Vorhersage zu machen, wie es die TV-Hellseher draufhaben: Die landen bestimmt unter den ersten Fünf, oder vielleicht auch weiter hinten ! Also unbedingt den Contest anschauen, er könnte für Deutschland historisch werden. Davon kann man in zwanzig Jahren den Nachbarskindern erzählen, oder es in seiner Biografie erwähnen. Ich war dabei, als Deutschland beim European Song Contest gewonnen hat ! Und wenn nicht, hat man zumindest mal wieder die erotische Stimme von Peter Urban gehört.

08.03.2006 um 11:34 Uhr

Meine kleine Freeware-Ecke

von: Solus

Es ist wieder einmal Zeit für eine neue Ausgabe meiner beliebten Eintrags-Serie rund um die besten, kostenlosen Spiele fleißiger Hobbyprogrammierer. Wie immer habe ich auch diesmal eine kunterbunte Zusammenstellung für Euch parat, sodaß für nahezu jedem etwas dabei sein sollte. Wie immer gilt natürlich: Auf die Links klicken und die Programme benutzen geschieht auf eigene Gefahr.

Den Anfang macht heute Bernard & Hank , ein sympathisches Jump&Run, welches die Geschichte zweier Farmer erzählt, deren Landesbesitzurkunde vom bösen NationalLiberal gestohlen wird, damit dieser eine Fabrik errichten kann. Auf der Jagd nach dem gemeinen Dieb muß der Spieler durch 45 leider recht kurze Level hüpfen, schwimmen oder fahren, und sich dabei gegen allerlei Feinde wehren. Dank netter Grafik und der stimmungsvollen Musikuntermalung wird Bernard & Hank trotz des simplen Spielprinzips jeden Fan von Super Mario und Co. begeistern. Auch für Anfänger geeignet.

Wer die alten LucasArts-Adventures, bzw. "Simon the Sorcerer" mag, sollte unbedingt einen Blick auf unseren Nächsten Tipp werfen. Cedric and the Revolution ist ein eben solches Adventure, mit klassischer Bedienungoberfläche und Maussteuerung, ganz wie in der guten, alten Zeit. Als Spieler übernimmt man die Rolle des kleinen Elfen Cedric, der eine Demonstration gegen die Steuererhöhung des Königs organisieren möchte, um so doch noch seine Lehre beim örtlichen Schmied beginnen zu können. Auch bei diesem Spiel sei Bild und Ton gelobt, sowie die brauchbaren, nur selten etwas zu kniffligen Rätsel und die originelle Handlung, die im Gegensatz zu vielen anderen Hobby-Adventures nicht bemüht witzig daherkommt, sondern es auch tatsächlich ist. Leider bietet auch Cedric and the Revolution wieder nur eine extrem kurze Spielzeit und, Achtung Mittelschüler, ist nur in Englisch erhältlich.

Wer die ersten beiden Spiele mochte, wird von Castle of Elite erst recht begeistert sein, dessen Spielprizip Jump&Run und Knobelei ganz frech kombiniert. Per Tastatur steuert man ein kleines Männchen durch einzelne Räume und sammelt Mauerformationen auf, die man dann per Maus in dem Raum positioniert oder gegenfalls abreißt. Oftmals muß man sich vorher ganz genau überlegen, wo man welche Mauern hinsetzt, um das Ziel zu erreichen. Dank langsam ansteigender Schwierigkeit sollten aber auch dumme Menschen zumindest etwas Freude an diesem Spiel haben. Schlauberger hingegen können sich nach dem Lösen sämtlicher Level mit dem integrierten Editor selbst neue Räume bauen. Der Spaß hört also niemals auf, im Castle of Elite .

06.03.2006 um 10:04 Uhr

100 Tage Merkel - die einzig ehrliche Bilanz

von: Solus

Musik: Damien Rice - The Blower's Daughter

100 Tage Merkel - das wurde letzte Woche groß gefeiert, und das auch völlig zurecht, liegen doch nur noch 630 Tage Merkel vor uns, höchstens. Natürlich dauert es trotzdem noch ein bißchen, bis sich Mitte nächsten Jahres die große Koalition auf Grund unüberwindbarer Meinungsdifferenzen selbst auflöst, aber das halten wir auch noch durch. Dennoch ist es durchaus jetzt schon an der Zeit, einmal kritisch auf Merkels bisheriges Schaffen als Kanzlerin zurückzublicken. Die Medien haben ja im Grunde alle das gleiche Fazit gezogen: Bis jetzt nicht schlecht, aber da sie sich den innenpolitischen Problemen noch nicht gestellt hat, war das auch nicht so schwer.

Als kritischer Mensch kann ich dem ersten Teil dieser Aussage natürlich nicht zustimmen, denn wenn man einmal überlegt, was Merkel in den ersten 100 Tagen alles hätte erreichen können, fällt die Bewertung ihrer Kanzlertätigkeiten doch sehr viel negativer aus. Das Dilemma fing mit dem EU-Gipfel an, als Merkel zwischen Tony Blair und Jacques Chirac vermittelte und einfach mal 100 Millionen Euro zusätzlich aus der deutschen Staatskasse für den EU-Haushalt versprach. Stattdessen hätte doch Merkel einfach Blair und Chirac gegeneinander ausspielen können, so in Richtung "Hey Blair, der Chirac meint, daß Dein Land zu arm ist, mehr Geld abzudrücken. " Und wenn der dann gesagt hätte "What ?! Ich zahle 50 Millionen extra !" hätte sie zu Chirac gehen und dem wiederum sagen können "Der Tony, der hat 50 Millionen locker gemacht, und will dann gleich verkünden, daß er im Gegensatz zu Dir kein Geizhals ist..." - "Merde ! Isch werdäh Undert Millionen lockähr machähn." Damit hätte sich Deutschland das viele Geld sparen können und für die EU wäre sogar noch mehr herausgekommen. Aber nein, dazu fehlte Frau Merkel ja die Fantasie.

Aber es kam noch schlimmer, denn kurz darauf reiste Frau Merkel nach Italien, um Berlusconi zu treffen. Anstatt handfester Vereinbarungen gab es zwischen den Beiden aber nur Smalltalk. Dabei hätte es wirklich eine Vielzahl an Themen gegeben, z.B. ein Militärisches Bündnis zwischen unseren Ländern, um Spanien zu erpressen, daß sie Mallorca endlich an Deutschland übergeben. Ibiza wäre entsprechend an Italien gegangen. So hätten beide Staaten eine neue, starke Geldquelle erhalten. Aber nein, dazu fehlte Frau Merkel ja die Fantasie.

Auch Merkels Kurzbesuch in Wien brachte kein nützliches Ergebnis hervor. Dabei hätte z.B. der Abschluß eines Großlieferungsvertrags von Wiener Schnitzel Deutschlands Bürger vor einer Nahrungsknappheit geschützt, die uns dank Vogelgrippe und Schweinepest nun eventuell bevorsteht. So ein Vertrag kann natürlich auch jetzt noch zustande kommen, aber auf Grund der Notwendigkeit, und weil andere Länder sicherlich den selben Weg gehen werden, wird die Lieferung aus Wien auf jeden Fall geringer ausfallen und dabei auch noch teurer sein. Mit ein bißchen Kalkül und weiser Vorraussicht wäre uns das erspart geblieben. Aber nein, dazu fehlte Frau Merkel ja die Fantasie.

Als nächstes Ziel auf Merkels "Da wollte ich schon immer mal hin"-Liste stand die USA und ihre Kritik an Guantanamo ließ die Hoffnung aufkommen, daß sie nun endlich wirklich einmal etwas bewirken könnte. Wieder falsch. Anstatt sie dort mit der Bundeswehr einrückt, das Gefangenenlager schließt, die Totesstrafe verbietet und die Welt endlich von George W. Bush befreit, traf sie sich mit ihm zum dreistündigen Kaffeekränzchen im Weißen Haus. Im Ergebnis willigte sie ein, daß Deutschland die USA im Irak unterstützt, indem wir außerhalb des Landes irakische Polizisten ausbilden. Das ist natürlich im Grunde genommen gar nicht mal so schlecht, denn wenn irakische Polizisten bald soviel drauf haben wie Deutsche, dann können sie dort endlich etwas gegen die Aufstände unternehmen...die Aufstände bei Fußballspielen und Castor-Transporten. Was können deutsche Polizisten noch ? Nach 22 Uhr anrücken und darum bitten, die Musik leister zu drehen. Ja, das ist auch wichtig.

Aber ich schweife ab, wie waren bei Frau Merkels USA-Besuch. Da kam, wie gesagt, nicht wirklich etwas dabei heraus. Und danach flog sie gleich nach Russland. Doch auch das Treffen mit Putin trug keine Früchte. Weder wurde der Tschetschenien-Konflikt gelöst, noch der Bau der Wodka-Pipeline nach Deutschland beschlossen. Wäre beides nicht schlecht gewesen. Auch auf die Aushandlung eines Warendeals russischer Fanartikel ist Frau Merkel nicht gekommen, dabei boomt im Osten die Ostalgie wie nie zuvor. Die Kaufhäuser könnten Milliarden-Umsätze machen, wenn sie im Osten Matroschkas, Samovare und "Hase und Wolf"-DVDs verkaufen würden. Das Zeug per Exklusivdeal billig aus Russland importiert und schon wäre der deutsche Binnenmarkt endlich wieder auf dem Weg nach oben. Das hätte unsere Kanzlerin bei ihrem Russlandbesuch gleich einfädeln können. Aber nein, dazu fehlte Frau Merkel ja die Fantasie.

Und hier endet die Analyse, denn ihr Israelbesuch lief ebenfalls ergebnislos ab, nur macht man darüber natürlich keine Witze. Im Grunde reicht das auch, um zu zeigen, daß Frau Merkel in ihrer bisherigen Amtszeit eine Chance nach der anderer nicht genutzt hat. Zieht man als Analogie eine Klassenarbeit heran, heißt das, daß unsere Bundeskanzerlin bei jeder Frage als Antwort nur "Ich habe die Frage gelesen." hingeschrieben hat, dafür gibt es aber nun einmal keine Punkte. Note 6 also, und damit ist Frau Merkel nach 100 Tagen akut versetzungsgefährdet. Und da behaupten doch tatsächlich einige Leute, sie hätte das bis jetzt nicht gar nicht so schlecht gemacht...

01.03.2006 um 04:55 Uhr

Und da wundern sich alle, daß keiner mehr Nachwuchs will...

von: Solus

Musik: Knorkator - Tötet sie alle

Schon vor zwei Tagen wollte ich an dieser Stelle eine Hasstirade auf die neue Fruchtzwerge-Werbung vom Stapel lassen. Ihr wisst schon, die mit den nervigen Arschlochkindern, die mit ihrem Herumgenöle seit kurzem die Zuschauer terrorisieren. " WÄÄÄÄÄH, BRINGT UNS FURCHTZWERGE MIT, MAMI !!! DIE SIND GESUUUND !". Da möchte ich jedesmal am liebsten die Scheibe an meinem Fernseher zur Seite schieben und...na ich sag' lieber nichts, Gewalt an Kindern ist ja ein Tabuthema. Jedenfalls, entweder sind diese hyperaktiven Bälger endlich an ihrem Lieblingsquark erstickt, oder Danone hat tatsächlich gemerkt, wie sehr sie mit dieser Werbung ins Klo gegriffen haben. Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück, aber seit Sonntag habe ich die Werbung noch nicht wieder gesehen. Dabei wollte ich hier nun zum großen Fruchtzwerge-Boykott aufrufen, Unterschriftenaktionen gegen die Werbung initiieren und Leute, die das besser können als ich, dazu animieren, eine Furchtzwergewerbung-Hass-Homepage aufzumachen. Dort hätte man dann auch ein breites Publikum darüber aufklären können, daß Fruchtzucker genauso "ungesund" wie Kristallzucker ist. In Österreich hat man ja jegliche Danone-Werbungen, in denen Fruchtzucker gelobt wurde, verboten, weil es eben einfach nicht stimmt. Aber das wäre natürlich alles nur ein Mittel zum Zweck, um Danone die Pistole auf die Brust zu setzen. Entweder schlechte Publicity, oder die nervigen Kinder verschwinden aus der Werbung. Und wäre dieses Ziel erst einmal erreicht, dann würde ich nicht halt machen, nein, denn als nächstes wäre das Froop-Mädchen dran, und danach die ganzen Kinder aus den Suppenwerbungen. Das Hauptziel ist klar: Nie wieder Kinder in Werbungen !

Aber wenn jetzt Danone plötzlich den Rückzieher macht, wird das wohl alles nichts werden. Schade eigentlich, denn diese Familienfreundlichkeit, die seit letztem Jahr in den Werbungen propagiert wird, ist wirklich unerträglich. Überall glückliche, junge, erfolgreiche Eltern mit ebenfalls glücklichen, gesunden, deutschen Kindern. Ich glaube ja, daß das von der Regierung vorgeschrieben wird. 2004 z.B., da waren die Werbungen voll von agilen, junggebliebenen, hippen Rentnern. Alte Omas kochten da razzifazzi die tollsten Suppen und fuhren dann mit dem Moped davon. - ganz klar, damit wollte die Regierung das öffentliche Bild der alten Leute aufpolieren, um der erhöhten Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit Über-50jähriger entgegenzuwirken. Und nun soll das Image von den Kindern und dem Elternsein ansich aufgewertet werden. In Deutschland fehlt es an Nachwuchs, vorallem an deutschem Nachwuchs, und da sich das Land in den Klauen einer konservativen Partei befindet, würde es mich zumindest nicht wundern, wenn die größeren Firmen eine entsprechende Empfehlung zugeschickt bekommen haben, wie denn ihre Werbungen in der nächsten Zeit aussehen könnten. Auf Grund der Mehrwertssteuererhöhung 2007 würde es mich im übrigen nicht wundern, wenn in einem halben Jahr in den Werbespots plötzlich verstärkt junge Menschen auftauchen werden, die sich einfach mal so spontan ein neues Auto, Fernseher, Schuhe etc. kaufen. Bevor gar niemand mehr etwas kauft, nochmal schnell eine erhöhte Konsumbereitschaft propagieren. Aber das soll mir egal sein; hauptsache die nervigen Kinder sind dann endlich verschwunden.