Solusinema: Kikis kleiner Lieferservice
Mal wieder nichts zu schreiben, darum gibt es eben eine neue Ausgabe meiner Film-Review-Reihe, die eigentlich damit erst zur Reihe wird, weil es Review Nummer 2 ist. Und dann schon wieder ein Anime; noch einen kommentiert, und mir rennen hier die japanophilen Mädels die Bude ein. Gut, knuffig sehen sie aus, in ihren Cosplay-Catgirl-Verkleidungen, aber irgendwie führen sich viele von denen japanischer auf, als es ein Japaner selbst je tun würde. Das nervt schon ein bißchen. In dem Zusammenhang stelle ich mir auch die Frage, warum es eigentlich keine Mädchen gibt, die total auf Hawaii abfahren - das wäre doch die optimale Partnerin: Wenn man Abends von Arbeit kommt, wird man von ihr im Natural-Strand-Outfit begrüßt, bekommt einen Blumenkranz umgehängt, und darf sich während des Abendbrotes an ihrer hypnotischen Tanzkunst erfreuen. Hachja...obwohl, das wäre eher die optimale Haushälterin. Die optimale Partnerin trägt dann doch mal lieber das Catgirl-Outfit. (und zwar das aus "Batman 2"...)
Aber genug des Blödsinns und kommen wir nun endlich zum Review.
Film: Kikis kleiner Lieferservice (1989, Hayao Miyazaki)
Story: Kiki, eine dreizehnjährige Hexe, muß das tun, was jede Hexe in diesem Alter tun muß: Das Elternhaus verlassen und ein Jahr lang in einer fremden Stadt leben, um unabhängig zu werden und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Glücklicherweise ist in der heilen Welt des Films kein Platz für perverse Gewalttäter, die es auf einsame, minderjährige Mädchen abgesehen haben könnten, sodaß diese Regel alle supertoll finden und Kiki samt sprechender, schwarzer Katze und fliegendem Besen schon bald eine namenlose Stadt am Meer erreicht. Dort findet sie Unterschlupf bei einer schwangeren Bäckersfrau und beschließt, einen Lieferservice aufzumachen, denn das Einzige, was sie wirklich gut kann, ist auf ihrem Besen fliegen. Zwar kann sie eigentlich nicht mal das und wäre damit, müßte sie in eine Zauberschule, ganz klar ein Fall für die Sonderklasse, aber irgendwie schafft sie es doch, mit viel Glück die ersten Aufträge zu meistern. Ein größeres Problem stellt hingegen ihr Privatleben dar, denn der flugbegeisterte Junge Tombo würde gern mal mit ihr...fahrradfahren, oder besser gesagt fahrradfliegen. Aber da erreicht der Film auch schon seinen tragischen Moment, denn Kiki bekommt Kopfschmerzen, wird übellaunig und hat plötzlich keine Zauberkräfte mehr. Ist das nur ihre erste Regel oder hat sie ihre Fähigkeiten für immer verloren ? Wer weiß, wer weiß...
Mein Senf dazu: Eine junge Hexe, die ihre Eltern verlassen muß und eine sprechende, schwarze Katze ? Klingt gewaltig nach "Sabrina", und in Anbetracht gewisserer optischer Ähnlichkeiten zu den gleichnamigen Archie-Comics liegt zumindest die Vermutung nahe, daß sich die Macher ("Das wandelnde Schloss", "Prinzessin Mononoke") durchaus von der beliebten Comicserie inspiriert lassen haben. Wie auch immer, sehenswert ist der Film durchaus. Zwar geht es inhaltlich manchmal etwas zu kindisch zu, während andere Szenen für Kinder wiederum schlichtweg zu langweilig sind (mal ganz zu schweigen von der eher unspektakulären Handlung ansich), aber dank der liebenswerten Figuren und der netten Erzählweise macht der Film durchaus Spaß. Der Zuschauer findet sich für knapp 90 Minuten in einer Welt wieder, in der Probleme keine sind und das Böse nicht einmal in Ansätzen existiert. Aber keine Angst, Zuckerguss und Glücksbärchis bleiben einem erspart und das Ende ist schon fast elfterseptemberesk. Kritisch anzumerken sei daher nur, daß dem Film zehn Minuten mehr durchaus gut getan hätten. So entsteht jedoch am Ende der Eindruck, daß "Kikis kleiner Lieferservice" auch der Pilot zu einer Serie sein könnte, oder zumindest schon Teil 2 in der Mache ist. Dem war aber nicht so, Kikis weitere Abenteuer blieben unerzählt. Das macht sie zwar zu etwas Unvergänglichem, aber eben leider auch Unvollständigem.
Fazit: Rundum netter Film für Jung und Alt, wobei inzwischen wohl eher nur noch für Letztere, weil die Kinder von heute doch eher auf Monster, hektische Kämpfe und hektische Monsterkämpfe stehen.
