Sothink Space

17.04.2009 um 09:26 Uhr

KUNG-FU-FILM "FORBIDDEN KINGDOM"

von: SourceTec   Stichwörter: FORBIDDEN, KINGDOM

Ewige Kindsköpfe

Von Daniel Sander

Schräg, freundlich, kämpferisch: In "The Forbidden Kingdom" treffen die Martial-Arts-Legenden Jackie Chan und Jet Li erstmals in einem Kinofilm aufeinander. Mit erstaunlich unspektakulärem, aber herzerwärmendem Ergebnis.

Lange haben die Fans darauf gewartet, dass die beiden berühmtesten Export-Stars des asiatischen Kampfkunstkinos sich einmal zusammen tun. Gut, dass es endlich passiert ist, denn auch Kinohelden werden nicht jünger. Jet Li wird Ende des Monats 46 Jahre alt, Jackie Chan ist kürzlich sogar 55 geworden - da fällt es nicht mehr ganz so leicht wie früher, während eines doppelten Flugsaltos ein Dutzend Gegner auf möglichst elegante Weise niederzustrecken.

Vom Ruhestand sind die beiden aber noch weit entfernt, und das sieht man ihnen auch in Rob Minkoffs verspieltem Kung-Fu-Film "Forbidden Kingdom" an. Ihre hervorragend choreografierten Martial-Arts-Einlagen sind so flüssig und liebevoll gemacht wie eh und je - wenn auch vielleicht weniger spektakulär als früher.

Unabhängig davon: Ein etwas ambitionierteres erstes gemeinsames Projekt als "Forbidden Kingdom" hätte man den beiden gewünscht, denn der Film ist streckenweise so albern geraten, dass sich schon mancher 16-Jährige zu alt für ihn fühlen dürfte. Mittelpunkt der Geschichte ist der Bostoner Teenager Jason (Michael Angarano), der in seinem chinesischen Lieblingspfandhaus einen mysteriösen Kampfstab entdeckt, den der uralte Ladenbesitzer aber erst herausrücken will, als er wenig später von Jasons Erzfeind Lupo erschossen wird.

Wie sich herausstellt, ist Jason dazu bestimmt, den Kampfstab seinem ursprünglichen Besitzer, einem gewissen Affenkönig, zurückzubringen - weswegen er nach kurzem Handgemenge mit Lupo plötzlich samt Stab in eine ferne asiatische Welt aus anderen Zeiten teleportiert wird, wo der vom bösen Jadekriegsherren versteinerte Affenkönig seit ein paar Jahrhunderten seiner Befreiung harrt. Zu Hilfe kommen ihm dabei der fröhliche Weinfan und Kämpfer Lu Yan (Jackie Chan), eine junge Kriegerin mit dem hübschen Namen Goldener Sperling (Liu Yifei) und ein stiller, aber hilfsbereiter Mönch (Jet Li), die den ungeübten Jason mal eben in die Künste des Kung-Fu einführen.

Aus diversen chinesischen Legenden hat Autor John Fusco sein Drehbuch erklärtermaßen gebastelt, was auch nichts an einer schrägen Ähnlichkeit zu "Der Zauberer von Oz" ändert und auch keine Entschuldigung für den schwülstigen Quatsch ist, den die Figuren manchmal von sich geben müssen. Für einige spaßige Momente sorgt Profi-Clown Jackie Chan, aber spätestens bei der Szene, in der Jet Li ihm ins Gesicht pinkelt (!), vergeht den meisten wohl doch das Lachen.

Sonst bietet "Forbidden Kingdom" freundliche, angenehm brutalitätsfreie Unterhaltung für die jüngere Generation und für das Kind im ein oder anderen Manne. Genre-Fans wird es bei diesem Treffen zweier Giganten sowieso ganz warm ums Herz werden. Vielleicht gibt es ja sogar ein nächstes Mal. Dann aber bitte in einem angemessen gigantischen Umfeld.

 

Von:http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,619208,00.html


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.