Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

29.12.2011 um 06:10 Uhr

Jemand da?

Musik: Sound of Silence

Es ist so ruhig ... zwischen den Jahren. Ein bisschen, als ob die Welt um mich herum innehielte und auf etwas wartet, während ich hektisch in Endspurt-Adrenalinstöße verfalle. Selbst in Blogigo herrscht Winterschlaf ...

Es gab Jahre, in denen auch ich innehielt und es genoss, das Tempo zu entschleunigen, lange Liegengebliebenes in Ruhe aufzuarbeiten oder sogar ein paar Tage Auszeit zu nehmen. In diesem Jahr nicht ... selbst schuld, weil ich eine notwendige medizinische Maßnahme für Januar plante.

Und weil ich heute noch etwas Schönes vorhabe ... was sehr Schönes Fröhlich

 

27.12.2011 um 07:12 Uhr

Back to normal

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Relax! (Frankie goes to Hollywood)

 

Es ist geschafft, die W-Hürde ist genommen.

Einiges war besser als gedacht ... einiges fehlte. Vor allem ein bestimmter Mensch, von dem ich wusste, dass er da, wo er "feiert" auch nicht glücklich ist. Und meine eigene Weihnachtsstimmung, die fehlte auch. Es gab schöne Elemente zwischendurch ... vor allem das schon traditionelle Baumschmücken mit den Röllchen und dem Liebsten am 23.12. und ein quirliges Abendessen beim Münchner Kindl am 25.12., noch verschönt durch die Rückkehr des Vermissten. Das Familienessen war ... ein typisches Familienessen. Viel Mühe und liebevolle Vorbereitung seitens gastgebender Schweschwa und so viel Essen, dass Röllchen und Rolle dankend vor dem Kaffee flüchteten, zumal der überheizte Raum wegen Zugluftphobie der Senioren nicht gelüftet werden durfte.

Ich habe viel über mich gelernt in diesem Jahr, unter anderem, dass mir allein sein schwerer fällt als gedacht. Nicht wegen des allein-seins an sich, sondern wegen des Vermissens und Wissens, dass es jemandem woanders gerade nicht gut geht. Und ich habe gelernt, dass ich auch nach zehn Monaten noch nicht wirklich in meinem jetzigen Zuhause ... zuhause bin. Mal sehen, ob sich das in 2012 ändert?

 

 

 

20.12.2011 um 08:18 Uhr

Leise fieselt der Schnee ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Winter Wonderland

Heute morgen hatte der Balkontisch eine weiße Haube. Frau Laufpartnerin und ich brauchten locker eine Stunde für die Strecke, die wir sonst in 45 Minuten laufen ... und sind uns sicher, dass wir beim nächsten Mal Spikes anziehen sollten, denn schon heute waren asphaltierte Wege mit Gefälle teilweise vereist. Schnee in Ortslagen ist die Pest. Im Wald hingegen sieht das ganz anders aus. Als Frau Laufpartnerin und ich heute morgen über jungfräulich weiße Feldwege liefen, während die Flocken auf uns niederrieselten, war das einfach nur wunder, wunderschön. Inzwischen rieselt es nicht mehr. Es fieselt nur noch. In Arbeitsstadt wird gleich die Pampe auf der Straße liegen und heute nacht zu netten kleinen Eisplatten frieren ... bäh.

Aber ... tätääääh ... Frau Rolle konnte gestern abend weitere Punkte im Pflichtenheft Weihnachten abarbeiten. Der örtliche Spirituosendealer schottischer Provenienz hatte nämlich weit über die Zeit geöffnet. Und so traf es sich, dass Frau Rolle in aller Gemuetsruhe bei einem Tee und einem Whisky die restlichen Geschenke für die Wahlfamilie aussuchen konnte. Toll! Und genau das, was not tat, denn die Gutschein-Wuensche der Nichten sind ... sagen wir mal: aufwändig. Und Patenkinds über dessen Mutter kommunizierte Wünsche waren auch von der Sorte, die den Besuch in mindestens drei Fachgeschäften erfordert ... grrrrrrrr.

Wobei ... wenn ich mir Pelegrina's Erlebnisse mit dem Goldenen Kind durchlese, ist meins echt noch harmlos ... ich hätte Celineundsoweiter wahrscheinlich gedanklich am Rauputz verrieben ...

Stop ... ommmmmm ..... ommmmm .... ich glaub, ich brauch ein Weihnachts-Anti-Agressionstraining! Gibt es so etwas? Wenn nein ... COPYRIGHT für mich ... ich glaub', das ist eine Marktlücke!!!!

 

19.12.2011 um 07:17 Uhr

Den (Feier-)tag nicht vor dem (heiligen) Abend loben ...

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Jingle Bells

Wer sich zu enthusiastisch über das Ausbleiben von Feierstress seitens der eigenen Familie äußert, sollte sich nicht darüber wundern, wenn im letzten Moment doch noch so einige Konstrukte kippeln und völlig neue Baugruben aufbrechen!

Nachdem Frau Frühlingsrolle am Freitagabend eine wunderschöne Ladies Pre-Xmas Night hatte und ein ruhig-kuschliges Adventswochenende mit dem leider immer noch gesundheitlich angeschlagenen Liebsten verbringen durfte, ziehen die Wolken am familiären Weihnachtshorizont herauf. Und zwar am eigenen, innerfamiliären. Das eigentlich unter unspektakulär bis ganz nett abgebuchte Familienessen wird jetzt aufgewertet durch die Präsenz der "anderen Seite". D.h. die Eltern meines Schwagers kommen auch. Bedeutet, dass ich jetzt alleine mit vier Senioren am Tisch sitzen darf, während Röllchen 1-4 (meine und die meiner Schwester) spielen und Schweschwa in der Küche werkeln. Seeehr unterhaltsam und besonders deshalb anstrengend, weil ich meine Zunge im Zaum halten muss. Mit Schwagers Frau Mama habe ich seit einem Vorfall bei einer Feier meine Probleme(wovon sie nichts weiss, weil ich damals, vor vier Jahren, schwieg). Ich denke nämlich, dass eine Bemerkung über das furchtbare Schicksal der Kinder berufstätiger Mütter völlig unangebracht ist, wenn zwei solche am Tisch sitzen, eine davon mit dem eigenen Sohn zusammenlebt, und ihr als Gastgeberin besagter Feier gerade im Trinkspruch quasi auf Knien dafür dankte, dass sie (Frau Mama) ihr besagten Sohn "geschenkt" habe. Schwesterlein erinnerte sich noch nicht mal an die Situation und war befremdet, dass ich darüber sprach (und eigentlich war ich damals wegen ihr so auf der Palme). Meine eigene Frau Mutter bot mir als Lösung an, doch fernzubleiben ...

Werde ich natürlich nicht, schon wegen der Röllchen. Natürlich hat mein Schwager jedes Recht, seine Eltern zum Weihnachtsessen einzuladen. Natürlich habe ich wegen ungeklärter Planungen im eigenen Leben die Organisation der familiären Weihnachtsfeier erleichtert an meine Schwester abgegeben. Ich habe kein Recht, mich zu beschweren. Eigentlich. Aber wohl fühlen werde ich mich wohl trotzdem nicht ... wie leider inzwischen üblich bei Familienfeiern.

Wie üblich werde ich mit knirschenden Zähnen gute Miene zum anstrengenden Spiel machen. Höflich sein bei jedem blöden Spruch und die Röllchen vorher um Spitzenleistungen in der Disziplin Benehmen anbetteln. Und mich freuen, wenn's vorbei ist. Das kann ich sogar zeitlich schon fixieren: spätestens um viertel nach fünf sitzt Frau Rolle nebst Röllchen im Bus nach Hause!!!

Und wenn die Röllchen sich Richtung Papa verabschiedet haben, wartet das ultimative Trostpaket mit neuem Aromabad, weisser Trinkschokolade und dem kitschigsten Film, den ich finde.

Merry Christmas, Rolle ... nur noch 8 Tage durchhalten ...

15.12.2011 um 07:19 Uhr

Die erträgliche Leichtigkeit des Seins?

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: keine

Zwischen Motivationslöchern, Knoten im Magen, Hitzewellen und einem Gefühl von Leere steht ein Fragezeichen in Frühlingsrollenform.

Alle Zeichen stehen auf Endspurt. Möglichst viel packen in die letzten Tage des Jahres, vor allem viele Erwartungen. Wir sprechen von "vor den Tagen" und "zwischen den Tagen"  ... und davon, dass wir uns "nach den Tagen" wieder Zeit nehmen könnten. Die angeblich "schönste Zeit des Jahres" fordert uns alle. Und wenn ich dann so blöde Werbeclaims höre wie "Xmas wird unter dem Baum entschieden" ... dann halte ich mein eigenes, kleines Stückchen Weihnachtsfreude ganz fest, damit ich es nicht verliere auf dem holperigen Spurt über die "Tage". Und wie so viele andere hoffe ich, "nach den Tagen" wieder durchatmen zu können ...

Das Selbstverwöhn-Programm jedenfalls läuft schon jetzt ... nur vorsichtshalber!

Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich mich nicht beim Liebsten angesteckt habe ... sonst dürfte ich für morgen 15 Ausladungen verschicken ... drückt mir die Daumen, dass das Grummeln im Magen nur Knurren war.

13.12.2011 um 22:28 Uhr

Seelenschokolade

Musik: ding ding ding ding ... (Erkennungsdschingle s*at*1)

Es gibt Filme, die sind Balsam für die Seele ... seicht, ohne tieferen Sinn, aber einfach soooo schööööön und romantisch! Gerade habe ich einen davon gesehen ... wer mag und gerade eine Streicheleinheit für die Seele braucht, kann ihn sich auf der Internetseite des Senders noch eine Woche lang ansehen.

Und jetzt geht Frau Frühlingsrolle schlafen ... gute Nacht!

 

P.S.  Habe gerade schon in die Umfrageergebnisse gespinxt ... Zählung erfolgt am 23. Dezember, ok?

13.12.2011 um 07:49 Uhr

XMAS-Umfrage!

Musik: Driving home for Christmas (Chris Rea)

Nur mal eine Frage ... haltet Ihr es mit Chris Rea und fahrt "home for christmas"? Oder nicht? Oder anders?

Ich bin gespannt auf Eure Umfrageergebnisse ...

13.12.2011 um 07:12 Uhr

Von Harpyen und Motivationsfressern

Musik: Ich bleib im Bett (Nena)

Heute morgen fiel es mir schwer, aufzustehen. Nicht vor Muedigkeit - die bin ich gewoehnt. Ich hatte nur einfach das Beduerfnis, der Welt zu sagen, dass sie mich mal kann mit ihren Anliegen. Natuerlich habe ich um 6 erstmal funktioniert, Schulbrote geschmiert, Tee gekocht, Roellchen geweckt und Spuelmaschine ausgeraeumt. Als Frau Laufpartnerin mit Bauchschmerz absagte, war die Decke aber staerker als der Drang zum Sport, auch wenn ich das spaeter bereuen werde. Klar bin ich irgendwann doch aufgestanden, habe mich angezogen und bin zum Bahnhof gegangen. Waehrend ich die Strasse entlangging, sass ich innerlich in einem Versteck und summte vor mich hin. Natuerlich kann ich mich nicht verstecken. Bin ja auch nicht mehr vier, sondern paarundvierzig. Und so werde ich gleich in ein Meeting gehen und Frau Kompetent geben. Wie meistens.

Die Weihnachtsharpyen haben gestern auch mal wieder zugeschnappt. Ihr Opfer hat bereits resigniert und kapituliert, aber die Chef-Harpye will ja noch hoeren, dass alles freiwillig und freudig geschieht ... und DAS ist es, was das Opfer innerlich zerfleischt und wovon sich Harpyen ernaehren.

Wenn das so weitergeht, werde ich Heiligabend das innere Rollgitter herunterlassen, sobald die Roellchen weg sind. Vielleicht noch auf ein paar Minuten und ein kurzes Frohe Weihnachten zu Herrn und Frau Rolle senior ein paar Strassen weiter. Aber dann: Nur ich, mein Abendessen, ein gutes Glas Wein und eine möglichst kitschige DVD.  

Ich streike! Und mir kommt das alte Lied von Nena aus den 80ern wieder in den Sinn ... Ich bleib im Bett! Im Bett vielleicht nicht wörtlich - aber zumindest alleine und selbstbestimmt. Am 2. Feiertag ist noch genug Zeit für Roellchen und Familie. Und irgendwann lässt auch die gierigste Harpye satt von ihrem Opfer ab ...

12.12.2011 um 07:18 Uhr

Schwer zu fassen ...

Musik: Dreams are my reality ...(La Boum)

Sie wollen nicht fliessen, die Worte. Zu viel wirbelt durcheinander. Der Liebste war krank und lag im Bett (wenn er mal gerade nicht woanders sass ...). Der Ärmste!

Die schöne Überraschung vom Samstag: ganz tolle Naturkosmetik-Körperbutter beim D-M-Markt entdeckt ... mmmmh .... Macadamia. Riecht wie Dessert-Frühlingsrolle! Und so lecker, dass ich die gerade angebrochene Dose direkt an fusskranke BesteFreundin verschenkte!

Die Nachdenklichkeit vom Sonntag: Reality-Shows im TV. Durch's Internet surfend stiess ich auf eine Sendung ähnlich Bauer sucht Gespons. Abgekupfertes Konzept, abgekupferte Moderation. Nur war's für Dicke. Ich habe mir eine Folge angesehen im Netz ... und hatte Tränen in den Augen vor Mitleid. Ich weiss, die Leute machen freiwillig mit und die meisten sind auch ... nun ja ... einfältig - aber die Art und Weise, wie die Beteiligten präsentiert und teilweise blossgestellt wurden, war ganz furchtbar. Die Close-ups auf's Bauchfett waren nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war die dargestellte und sicher auch berechtigte Verzweiflung der Beteiligten. Die Show schien für sie der letzte Strohhalm zu sein. Der seltsame Endvierziger der noch bei Mama wohnt und aussieht wie 60, die Frührentnerin Anfang 20 mit Kind, die einen Versorger sucht, oder die über 30jährige, die noch nie einen Freund hatte. Mag sein, dass diese Geschichten Andere unterhalten ... mich machen sie einfach nur furchtbar traurig.

Update: Die Weihnachtsharpyen sind weiter aktiv. Heute las ich beim Arzt einen Artikel über Weihnachten - das "Fest der Nähe", und das nicht nur im positiven Sinne. Wie hiess es in dem Artikel? Unsere Seele stellt sich bei Weihnachten eigentlich ein Kaminfeuer vor mit dem zugehörigen Gefühl. Und in der Tat ... wenn ich mir das ideale Weihnachten vorstelle, dann ist das immer ein Zimmer mit Weihnachtsbaum und vielen Sesseln und vielen Menschen, die sich nach dem Essen bei Rotwein oder einem Digestif angeregt unterhalten. Passt weder vom Setting her noch von der Besetzung her zu meiner Familie und hat nie gepasst. Eher zu der Familie von BesterFreundin. Dort wurde Weihnachten stets gemeinsam opulent gekocht und getafelt ... manchmal auch gestritten ... aber irgendwie gehörte selbst das dazu.

Wo war ich? Bei den Harpyen ... Die oben erwähnten Weihnachtsharpyen fordern rücksichtslos Nähe ein und zwingen ihr Opfer auch noch dazu, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Und leider werden sie damit wohl in diesem Jahr Erfolg haben ...

 

 

08.12.2011 um 12:21 Uhr

Wunschliste

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Was waren das noch Zeiten, als man/Rolle einfach eine Wunschliste schrieb und das Christkindwunder tatsächlich ein Puppenhaus oder Fahrrad unter den Christbaum stellte!

Heute weiss ich natürlich, dass das Puppenhaus meiner Kindheit von meinem Vater gebaut und von meiner Mutter ausgestattet wurde. Und dass das Fahrrad von Eltern und Opa kam. Aber damals hatte es etwas Magisches, wenn genau DAS richtige Geschenk am Heiligabend unter dem Baum lag.

Erwachsene schreiben keine Wunschlisten. Manchmal haben sie Glück und nahe Menschen, die gut im Erraten sind - der vorhandenen und unterbewussten Wünsche. Oder die den Beschenkten so gut kennen, dass sie einen "Volltreffer" landen. Das ist toll (und mir auch schon ein paar Mal passiert). Aber was machen diejenigen, die alleine sind? Oder deren Lieblingsmenschen ihre Wünsche nicht erraten? Oder die zu denen gehören, die einen Stapel Gutscheine von A-zon bis Z-lando bekommen?

Nun, eine Strategie dafür lebt mir das Münchner Kindl vor, eine gute Freundin, die es aus der bayerischen Weisswurstmetropole dauerhaft in die Beschaulichkeit von Arbeitsstadt verschlug, inzwischen vermischt mit jobbedingt hessischen Phasen und internationalen Intermezzi. Das Münchner Kindl ist bis zur letzten Minute vor Weihnachten im Stress, fährt meist am 2. Weihnachtstag in die alte Heimat und hat derzeit keinen Partner. Also schreibt sie sich im November selbst eine Wunschliste und stellt schon Anfang Dezember einen Christbaum auf. Sie kauft dann fleissig ein und macht wunderschöne Päckchen fertig, auf denen steht "Frohe Weihnachten, liebes Münchner Kindl". Zusammen mit den Päckchen für MK-Junior wartet am Heiligen Abend dann ein ansehnlicher Gabenberg auf sie. Und ich finde, ein bisschen hat sie recht.

Okay, ich würde mir komisch dabei vorkommen, ein Geschenk für mich selbst einzupacken. Aber ein bisschen selbst beschenken kommt bei mir auch vor. Und da ist auch durchaus eine Liste von Dingen im Hinterkopf ... finanziell unerschwinglich und völlig realitätsfremd.

Wie DAS Cape. DAS Cape hängt in einem teuren Laden im kleinen Dorf am Zellophanfluss. Es ist schierer Luxus, fast 400 Euro. Ich würde es viel zu selten anziehen. Aber es ist sooooo schön. 100 % Cashmere mit einer Rüschenkante. Zwischenzeitlich habe ich mir ein optisch ähnliches Modell für 18 Euro bei Charme und Anmut gekauft. Nett, aber Welten von DEM Cape entfernt.

DAS Kleid von Lauren hängt in einem Laden in der nächsten Großstadt. 200 Euro. Villzedür. Es ist roter Wolljersey mit Stretchanteil, Ärmellos und in Wickeloptik - einfach nur schöööön, besonders zu Stiefeln (womit wir beim nächsten DAS-Artikel wären ...). 

Schierer Luxus und heller Wahnsinn. Einfach was für's weiße Papier aber nichts für die Realität.

Kommen wir zur vernünftigeren Abteilung:

Eine uni rote Tischdecke für die Küche hätte ich gern - oder besser gleich zwei. Aus grobem, mohnrotem Leinen in fast sackleinenartiger Struktur. Mitteldeckenformat 85 x 85 wäre prima. Ich warte auf die Flohmärkte im Frühling.

Den kleinen Kochtopf habe ich mir vorgestern "geschenkt" - den benutze ich aber schon, weil der alte unter akutem Henkelverlust litt. Ausserdem sind 6,99 nicht wirklich ein "Auto-Geschenk".

Die komplette Sammlung der Almodovar-Filme wandert ständig von der Merkliste in den Warenkorb bei A-zon und zurück. Irgendwann werde ich auf "Bestellen" drücken. Wahrscheinlich auch noch vor Weihnachten. Bereits "geschenkt" habe ich mir drei Filme mit Martina Gedeck und eine Marianne-Sägebrecht Box.

Hmm ... vielleicht geht es ja gar nicht um das Bekommen, sondern um das Schreiben? Wunschliste schreiben macht Spass! Danke, Münchner Kindl, für diese Idee ...

 

 

08.12.2011 um 07:25 Uhr

Sie rufen ausserhalb unserer Sprechzeit an ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: Bandgedudel und Pieptöne

... kennt ihr diese Bandansagen. Arztpraxen machen das sehr gern ... erst ellenlanger Text und dann KEINE Möglichkeit, auf Band zu sprechen.

Trotzdem ist der Gedanke nicht uncharmant. Ein Schalter am Telefon, der für eine Stunde oder zwei einfach nur Ruhe verschafft und die Außenwelt garantiert draußen hält. Während des Abendessens zum Beispiel, in der Badewanne, oder während einer Ruhepause auf der Couch. Natürlich nicht mit einer blöden Bandansage, sondern einfach nur einer gebührenfreien Variante des Besetztzeichens, die jedem Anrufer signalisiert: Diese Rolle freut sich grundsätzlich über deinen Anruf, falls du keine lästige Meinungsumfrage mitbringst ... aber sie möchte JETZT nicht telefonieren, mit niemandem. Dummerweise gibt es diese Taste nicht. Sie stünde aber ganz oben auf meiner Wunschlliste. Gedanken am Morgen ... emotionale Schwerkraft.

Es gab ein Gespräch ... und immer noch/wieder ist alles offen.

Wenn ein Mensch so viel bedeutet, rückt manchmal eigene Belastung in den Hintergrund. Und so werde ich weiter mitgehen, versuchen zu unterstützen, versuchen positive Impulse zu geben. Ich will geben und teilen ... aber gleichzeitig erkenne ich auch sehr klar, wo meine Grenzen sind. Sie sind enger geworden durch Erschöpfung. Ich muss auf mich aufpassen, mir Schlaf und Ruhe nehmen, Zeiten mit den Röllchen und mit Freunden reservieren.

Und ich werde versuchen, mir ein bisschen Vorfreude auf Weihnachten zu konservieren in der grauen Suppe von Problemen, in der ich aus eigener Entscheidung weiter mitschwimme. In meinem Regal stehen schöne, ungelesene Bücher und ungesehene Filme. Kerzen auf Vorrat sind gekauft und im Tiefkühler liegen meine Lieblings-Weihnachtszutaten. Ich plane meine persönlichen Adventshöhepunkte - offen für Begleitung, aber notfalls auch allein. Habe Freundinnen eingeladen zu einem schönen Abend mit Glühwein. Möchte shoppen und weihnachtsmarkten in der nächsten Großstadt (meine geliebte Arbeitsstadt ist ja eher beschaulich ...). Schaffe mir Oasen. Keine closed shops. Aber ich werde sie auch nicht aufgeben.

Ich habe Hoffnung, immer noch. Oder wieder. Hoffnung, dass ich den richtigen Weg finde ...

07.12.2011 um 07:48 Uhr

Herz schwer ...

Musik: keine

Draussen regnet es Bindfäden. Gut für die Bäume und meine Pflanzen. Passend für meine Stimmung.

Es wird ein Gespräch geben noch in dieser Woche. So wie jetzt geht es nicht weiter.

Ich fühle mich müde und ausgebrannt, aller Kraft entleert. Schleppe mich durch den Tag und verkrieche mich abends unter dicken Decken. Zudick und Team haben leichtes Spiel mit mir, denn nur mit Kohlehydraten funktioniere ich einigermaßen. Bin voller Angst und mein Bauch revoltiert, weil ich mit der Situation nicht umgehen kann. Habe fast vergessen, wie gute Gefühle gehen ...

In meinem Kopf ist ZAZ ... je veux.

 

 

06.12.2011 um 06:27 Uhr

Gelähmt

Musik: Don't let me be misunderstood

Dreimal angefangen zu schreiben und dreimal wieder aufgehört. Gestern ist etwas passiert, was mir zu denken gibt. Sehr. Jemand hat mir Dinge gesagt, die sehr weh taten. Ich will den Schuh nicht anziehen, der mir da vorgehalten wird, denn er passt mir nicht.

 

01.12.2011 um 07:27 Uhr

Advent, Advent ...

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Jingle Bells ...

Weit, weit entfernt sind wir noch vom Jingle Bells Szenario. Nix mit Schnee. Noch nicht mal Regen. Grau in gräulich, fies fieselig. Viel zu warm für die Jahreszeit und viel zu hektisch. Gestern kam mein Heilmittel für Weihnachtsterror aller Art per Post ... zwei wunderbare Filme mit Martina Gedeck. "Single Bells" und "Oh Palmenbaum" sind so tröstlich gemein. Die beste Kur für eigenen Familienweihnachtsfrust. Und damit meine ich NICHT die Röllchen. Mit denen kann man/Frau Rolle nämlich inzwischen ganz prima feiern. Aber alles, was darüber hinausgeht, sieht im Moment eher kompliziert und unerklecklich aus.

Ok, dass meine Herkunftsfamilie ein kulinarisches und ablauftechnisches Desaster ist, bin ich gewohnt. Zum Beispiel isst mein Herr Papa nur wenige Fleischsorten, diese aber trocken wie Schuhsohle gebraten, und keinen Fisch, was er vor einigen Jahren durch eine Allergie legitimieren konnte. Außerdem ist er Diabetiker. Meine Frau Mama versteht unter Diabetikerkost nicht nur Kalorien-, sondern auch Geschmacksärme. Sie mag selbst kein Fleisch, verwandelt aber jedes ihr begegnende Bratgut erfolgreich in staubtrockene Enderzeugnisse. Ihre Gewürzallergie passt gut zum diätetischen Ansatz. Meine verehrte Schwester war mal Vegetarierin, verspeiste aber stets mit Genuss gedünsteten Lachs und die Hähnchenbriketts meiner Frau Mama. Jetzt ist sie's nicht mehr ... aber hat an der Ernährung nicht viel geändert. Herr Schwager isst und kocht ganz gern und ganz passabel (Danke für diesen Zuwachs). Ihre Sprösslinge hingegen sind äusserst wählerisch und lassen sich gern zum Essen bitten ... oft auch noch Stunden über die eigentliche Mahlzeit hinaus. Die Röllchen sind unkompliziert - alles im Mainstream passt und inzwischen schätzen sie auch manches Experiment. Dazwischen der Liebste und ich ... nur relativ schachmatt, wie BAP sagen würde. Und wer jetzt meint, manches schwierige Essen könne man sich auch schön bzw. lecker trinken, hat meine Frau Mama noch nicht fragen hören: Möchtest du WEIN trinken? Na ja ... in diesem Jahr kocht Herr Schwager. Das lässt hoffen. Für Essen und Wein und Digestif.

Der unberechenbare Faktor zu Weihnachten kommt in diesem Jahr aber aus einer anderen Ecke. Und er wird auch bis zum letzten Moment unberechenbar bleiben ...