Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.10.2013 um 14:22 Uhr

Halloween - the Awakening of the Undead

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Jeannie (Falco)

Kennt ihr das Phänomen? Kaum seid ihr restlos mit anderem und viel wichtigerem beschäftigt, da heben sie langsam die Häupter aus den Gräbern. Die Rede ist von den Untoten - genauer gesagt, den schlafenden Kontakten. Männliche Zombies sind es, die mir derzeit erscheinen. Männer, die ich kennenlernte, die sympathisch waren, die aber aus dem einen oder anderen Grund nicht "näherrückten", weil wir oder unsere Lebensphasen nicht zueinander passten. In früheren Jahrzehnten wäre es damit dann auch gut gewesen. Es hätte schon eines großen Zufalls bedurft, damit sich unsere Wege wieder kreuzen.

Nicht aber in den Zeiten des Netzes und der Netzwerke (das Adjektiv sozial sei mal dahingestellt). Der Hirnwerker und ich waren über ein Hobby miteinander verbunden, der Rennfahrer und ich über ein gemeinsames berufliches Anliegen. Man "sieht" sich immer wieder ... und sei es durch systemgenerierte Mitteilungen, dass "Herr Rennfahrer gerade Geburtstag habe". Und beide wählten nach langer Pause diesen Herbst, um wieder näher zu rücken. Ich lasse es zu, denn ich mag beide. Aber zumindest beim Hirnwerker ist da eine gewisse Vorsicht. Nicht, weil der Mann nicht in Ordnung wäre. Ist er. Sondern weil seine und meine Vorstellungen sich in einem wesentlichen Punkt nicht zusammenbringen lassen. Wir können gemeinsam wandern und gemeinsam lachen, haben eine gemeinsame geistige Ebene ... aber Gefühle lassen sich nicht zwingen. Und während er auch ohne das Vorhandensein tieferer Gefühle vorpreschen würde, ziehe ich genau da die Bremse.

Der Rennfahrer ist Balsam für die Seele. Leichtigkeit, Wärme ... und beiderseitiges Loslassen. Wir beide werden nie eine Beziehung führen ... aber uns als Freunde lange Zeit respektieren, mögen und gut tun.

Und weil aller guten (?) Dinge drei sind, erwachte vor einigen Tagen der dritte untote Kontakt im Bunde: Al Dente.  

Al Dente ist beruflich bissfest und damit recht erfolgreich. Wir lernten uns vor knapp fünf Jahren "auf die inzwischen normale Art" aka im D*schungel kennen. Wir mochten uns. Wir hatten viele gemeinsame Themen. Aber sehr unterschiedliche Leben. Und wir verliebten uns nicht. Wobei wir uns gegenseitig für durchaus liebenswert hielten. Sonst wäre Al Dente weder bis in meinen Gesichtsbuch-Account vorgedrungen noch bis heute dort verblieben. Da sind nämlich nur Menschen, mit denen ich verbunden sein möchte. Bei ihm ist der Faden sehr, sehr dünn gewesen. Jahrelang nahmen wir uns wahr, kommunizierten aber nicht. Bis er mich plötzlich anschrieb ... und wir wieder mitten im Gespräch waren. Demnächst gehen wir mal aus, Al Dente und ich. Er ist kein im landläufigen Sinne gut aussehender Mann, der Al Dente. Was ihn so interessant und anziehend macht, ist sein Hirn. Er sagt, bei ihm habe sich nichts verändert in den letzten Jahren ... ich bin gespannt, was er zu erzählen hat.

Mit Biss hat auch eine weitere Frage zu tun, die mich derzeit beschäftigt. Könnten meine dauernden Ohrenschmerzen vom Kiefer kommen? Ich befürchte, ich muss doch zum Zahnarzt, denn ich spüre, wie mein Ohr pocht und mein Kiefer krampft. Nervig. Ich scheine gerade die Zähne zusammenzubeißen in wörtlicher Hinsicht ... die Wartezeit ist aber auch heftig. Wäre doch schon Umzug!

Umzugsbedingt fiel ich gestern übrigens über ein ausgesprochen ansehnliches Exemplar von Mann. Eigentlich habe ich ihm ja nur einen Schrank abgekauft. Einen gebrauchten. Aber unser Telefonat wurde dann doch wesentlich länger und persönlicher. Ich habe ihn gegoogelt ... und meine Kollegen wahrscheinlich mit einem anerkennenden Bauarbeiter-Pfeifen erschreckt. Lecker, definitiv lecker. Und da er zwar erst den Verkauf über seine Eltern abwickeln wollte, mich dann aber doch bat, wegen der Abholung und Bezahlung im Dezember lieber ihn anzurufen ... habe ich zumindest einen Grund, noch mal zu telefonieren und noch ein wenig unverbindlich zu flirten. Die Altersgruppe zumindest passt ... und Single ist er wohl auch, sonst würde er nicht seinen Kleiderschrank als Trennungswaise zur Adoption freigeben ;-)

Hmm ... ob ich zum Schrank den Mann dazu adoptieren sollte? Nein ... nicht ernst gemeint. Aber manchmal machen kleine Flirts zwischendurch einfach Spaß!

Und während ich Schränke kaufe auf der einen Seite, verschachere ich wieder mal den Nachwuchs auf der anderen Seite. Diesmal Wirbel. Zum Ende der 8. Klasse ist es fällig: das Schülerpraktikum. Und im Gegensatz zu Blue, der ziemlich genau wußte, was er wollte und erst Hilfe brauchte, als er von dort eine Absage erhielt, und dann auf dem Praktikumsplatz dickes Lob erhielt, ist Wirbel ein schwierigerer Fall. Erstens weiß er nicht, was er will. Gar nicht. Nichts mit Leuten, nichts kaufmännisches, keine Pflege, nichts mit Büro. Mechanik interessiert ihn. Und Elektronik. Mehr Würmer bekam ich nicht aus seiner Nase gezogen. Also ratterten die Hirn-Rollen und schlugen einiges vor. Erst wollte ich ihn ja zum Förster stecken - aber er soll einen Ausbildungsberuf wählen.
Also fiel mir der Verkehrssektor ein und liebe Mitköchin an der großen Suppenorgie vom letzten Jahr. Einen Anruf später hatte er sein Praktikum. Offiziell bewerben muss er sich natürlich. Und sich vorher informieren. Aber meine liebe Mitköchin, die selbst vier Kinder hat, hat versprochen, die Bewerbung selbst bei ihrem Kollegen abzugeben. Da sie im Unternehmen eher oben angesiedelt ist, bin ich zuversichtlich, dass mein zerstreuter Wirbel einen sehr interessanten Bereich kennenlernen wird. Und wenn er sich entscheiden sollte, sich in zwei Jahren für diesen Beruf zu bewerben, habe ich nichts dagegen. Seine Schulleistungen sind ja nicht überragend - und lieber ein zufriedener Handwerker als ein durch die Schule und akademische Laufbahn Getriebener.

Und nun? Feiere ich gleich Halloween. Auf einem Friedhof übrigens. Eingeladen von einem Bestatter. Kein Witz. Der Bestatter ist ein alter Jugendfreund aus Dorf, der inzwischen mit seiner Frau ein großes Unternehmen in Arbeitsstadt führt. Die Veranstaltung ist ein Themenvortrag zur Geschichte und zu Geschichten rund um unseren größten Friedhof mit anschließender Krimilesung einer lokalen Autorin. Ganz seriös und auch unverkleidet. BesteFreundin allerdings hat mehr im Sinn. Sie will Halloween feiern. Und so machte ich mir bereits heute früh Gedanken um ein "Kostüm", das acht Stunden Büro und drei Stunden Veranstaltung unauffällig überdauert und nahtlos in eine Mottofete einsteigt. Da blieb mir nur der Dandy-Vampir. Samtjackett mit Schwalbenschwanz-Rücken zu enger schwarzer Hose in hohen Stiefeln, dazu weiße Rüschenbluse. Der Rest ist roter Lipgloss ...

To be continued ... kein wirklicher Cliffhanger, gelle?

28.10.2013 um 15:24 Uhr

Generationenvertrag - Loslassen tut gut!

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Always look on the bright side of life (Monthy Python)

Ich glaube, ich habe gerade das Richtige getan. Andere würden vielleicht von einer Riesendummheit sprechen. Einer geschätzt 50.000 Euro-Dummheit.

Mein Thema in den letzten Tagen ist loslassen. Ich lasse Dinge los und Gefühle. Und es geht mir blendend dabei. Noch nie war ich gut im Wegwerfen und Weggeben ... und jetzt gelingt es mir mit heiterer Leichtigkeit. Eben telefonierte ich mit meiner Schwester. Auch sie will sich räumlich verändern. Das Häuschen in Berg-Dorf ist ganz hübsch und auch bezahlbar, doch macht sich Schwester gerade zur Vollzeitchauffeuse ihrer Töchter. Insbesondere der älteren Tochter. Also wollen Schwester, Schwager, zwei Töchter, zwei Karnickel und zwei Ratten umziehen und brauchen zu diesem Behufe fünf Zimmer in guter Anbindung an (von Süd nach Nord) drei Orte am Zellophanfluss:

a) b) Büro Schwager (Talstadt am Zellophanfluss)
b) Schule Töchter (kleineres Tal-Städtchen am Zellophanfluss)
c) Büro Schwester (Arbeitsstadt)

Alle Orte sind gottseidank durch dieselbe Verkehrslinie verbunden, doch große Wohnungen sind rar bis nicht existent. Und Häuser miet- wie kaufweise in aus Schwesterschwagers Sicht unerschwinglichen Preisklassen angesiedelt oder mit dicken "Kröten" wie Nachtspeicherheizung oder seltsamen Gewerbeverquickungen mit Wegerechten behaftet.

Ich telefonierte also ein wenig über dies Dilemma, klickte mich parallel durch eine Internetseite ... bis ... ja, bis ... der Groschen fiel.

Meine Schwester war erst ganz still, als ich ihr sagte, was mir gerade durch den Kopf ging. Und dann merkte ich, wie bei ihr die Rädchen rotierten und Bilder im Kopf entstanden. Angesichts der Sachlage war mein Vorschlag ebenso vernünftig wie simpel.

In einem Haus (etwas verbaut und sicherlich auch nicht ganz ohne Sanierungsstau) in Dorf wohnen zwei Senioren. Die beiden können den Garten nicht mehr pflegen und auch das Haus wird langsam zu viel. Aber besonders sie hängt unglaublich am Haus, weil ihr Vater es mit eigenen Händen gebaut hat. Allerdings geht es ihm körperlich nicht mehr gut und sie ist immer weniger in der Lage, alles allein zu stemmen. Die beiden wären viel besser in einer hübschen Dreizimmer-EG-Wohnung mit behindertenrechtem Bad und Küche mit Essecke aufgehoben. Wenn da nicht die sentimentale Bindung wäre.

Auf der anderen Seite ist diese Familie in Berg-Dorf, die so gerne wieder nach Dorf möchte. Und da kommt das nicht zu schlagende Argument: Es ist nicht irgendeine Familie, sondern die Tochter, sogar die LIEBLINGSTOCHTER, um die es geht. Und die Enkelinnen. Wenn etwas meine Eltern aus ihrem Haus bewegt, dann dürfte es dieses Argument sein.

Und meine Dummheit: Ich habe meiner Schwester gesagt, dass ich jeden Vertrag unterschreibe und sie auch von Forderungen freistelle ... ich möchte nämlich nicht, dass in unserer Familie eine unwürdige und dreckige Auseinandersetzung um Geld stattfindet. Ich habe genug für mich. Ich brauche nicht mehr.

Wenn Schwesterschwager und meine Eltern diesen Weg gingen, würde das bedeuten, dass Schwesterschwager eine Leibrente mit meinen Eltern vereinbaren, die die Miete für eine Wohnung sicherstellt. Und damit wäre allen geholfen. Keine Zinsen an eine Bank, sondern jeder Euro in den Werterhalt des Hauses und in die bestmögliche Lebensqualität für meine Eltern gesteckt.

Heute abend spricht Schwester mit Schwager. Und dann mit meiner Mutter.

Es fühlt sich richtig an, dieses Loslassen ...

 

28.10.2013 um 07:49 Uhr

Herbstgedanken

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: And when the rain begins to fall (Eurythmics?)

Draussen stürmt es, dass die Ampeln wackeln. Natürlich nur die hängenden. Und ich sitze in meinem Bett und versuche mich zu zwingen, da hinaus zu gehen. In diesen viel zu warmen und dabei ungemütlichen Herbst. Fühlt sich sehr, sehr seltsam an ...

Innerlich ist mir nicht ungemütlich. Nur nach Bettdecke, Kerzen und Tee statt nach Schreibtisch. Nach meiner neuen Wohnung statt nach meiner alten. Das wird so, so schön! Ich habe mir gerade noch eine Deko-Lichterkette bestellt. Denn egal ob Weihnachten Kisten herumstehen: ich will Atmosphäre und LIcht und Wohlfühlen auf meinem warm glänzenden Dielenboden. Und ich glaube, es ich werde mich dort wirklich "angekommen" fühlen. 

Gestern ein gutes Gespräch mit Blue. Ich denke, ich werde meinen kleinen finanziellen Puffer nutzen, die Zimmer der beiden schöner zu machen, damit auch sie sich angekommen fühlen ebenso wie ich.

Es tut gut ... 

27.10.2013 um 17:58 Uhr

Who let the trash out?

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Zombie (Kassav)

Ich war dann heute kruschen. Im Keller standen zwei Kisten mit "gesammelten Werken" ... der Krempel, der bei jedem Aufräumen übrig bleibt. Habe ganz viel weggeworfen, einiges verschenkt (Wildekerleflasche an Sohn BesteFreundin zum Beispiel) und jetzt ist es nur noch eine halbe Kiste mit bekanntem Inhalt. Einiges an Büromitteln, eine Tasche mit Nähzeug und so. Ich muss mir einen Handarbeitskorb oder so was besorgen ... hätte gerne so einen altmodischen zum etagenweise auseinanderschieben. Dumm, dass Flohmarkt erst wieder im Frühling ist!
Und Bücher ... Unmengen von Büchern. Eine Kiste für meine Nachbarin zum Durchgucken und zwei für das Sozialkaufhaus. Ein komplettes Regal habe ich ausgemistet, wenn nicht noch mehr. Wer mich kennt, weiß wie viel das ist, denn ich stelle Bücher immer in zwei Reihen. Eines meiner kleinen Billys enthält also so viele Bücher wie bei anderen Leuten ein großes ...
Ich frage mich gerade, warum ich hier eigentlich ein Gesundheitslexikon verwahre???? Wozu gibt es Internet? Und Ärzte??? Weg damit! 
 
Bei meinem Kellerbesuch habe ich dann auch mal die Flaschen mit nach oben genommen, die seit meinem Einzug im Keller standen. Und festgestellt, wie viel Wein und sonstigen Alkohol ich hier noch herumstehen hatte! Zwei Flaschen (angebrochen) habe ich direkt entsorgt, da verdorben (Amaretto und ein Kräuterlikör). Einen angebrochenen Tequila nehme ich in ein paar Tagen mit zu einem Damenabend ... und ansonsten wird verteilt, wo möglich.
 
Mein Bäumchen übrigens hat ein neues Zuhause: es kommt in den Garten von BesterFreundin. Und dort wird es dem Hängekätzchen besser gehen als auf meinem Balkon. 

27.10.2013 um 09:53 Uhr

To buy or not to buy?

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Filmtipp: Rosalie goes Shopping

Ich bin im Einkaufsrausch. Stopp ... ? Widerspricht das nicht dem, was Frau Rolle anderenorts verkündet? Von wegen Trennen und Wegwerfen? Tut es nicht. Denn ich shoppe a) bislang nur theoretisch, indem ich Einkaufslisten anlege, Raumskizzen male und Secondhandbörsen durchstöbere. Und b) gibt es bei jedem Umzug ja einige Dinge, die weder an den neuen Standort passen noch eine Mitnahme lohnen. Unstreitig sind folgende Anschaffungen: - Duschtrennwand für eine mit zwei Seiten im Raum stehende Badewanne - teuer, aber nötig, denn die Vorhanglösung ist eklig, ich mag diesen klebenden Vorhangstoff nicht bei jedem Duschen spüren. - ein Kleiderschrank für mich. Ich habe ja bislang keinen. Und der Schrank aus dem Wohnzimmer, den ich umwidme, ist zu schmal, es muss ein zweiter hinzu ... so 100 bis 120 breit und gerne alt. - Spiegelschrank für das Bad  - Dunstabzugshaube und zugehöriger Oberschrank - Verbindungsstück Arbeitsplatte  - Vorhangstangen  Wünschenswert sind - neue Kleiderschränke für Blue und Wirbel. Die alten sind schon ziemlich schrottreif und sollen in den Keller. - Ein paar "Ersatzteile" für die Küche, damit ich die alten Buchenfurnierschränke endlich ausrangieren könnte und nur noch schwarz in meiner Küche habe.    Luxusausgaben: - neue Schreibtische und passende Regale Blue und Wirbel - Teppich fürs Wohnzimmer ... irgendetwas flauschiges    Ich werde berichten, was daraus wird.  

27.10.2013 um 09:10 Uhr

Simplify!

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: It's my life (Bon Jovi)

Ich bin im Umzugshype ... bzw. momentan im Wegwerfrausch. Mit jeder vollen Mülltüte fühlt es sich besser an. Unglaublich, wie viele Dinge der Mensch zu brauchen glaubt! Und wie viele Dinge von einer Wohnung zur anderen mitwandern, nur weil man sich nicht von ihnen trennen kann. Beispiel ein chinesisches Teeservice von einer verstorbenen Tante des Röllchenvaters. Ich finde es hübsch und es steht seit 18 (!) Jahren unbenutzt im Schrank. Jetzt wird es verschenkt. Ebenso wie die großen bernsteinfarbenen Gläser, die ich mal so hübsch fand und wegen Spülmaschineninkompatibilität nie benutzte. Die gesammelten Weihnachtstassen. Die nicht zusammenpassenden Gläser. Wer zur Hölle braucht 10 (!) Weizenbiergläser, wenn sie zweimal im Jahr zuhause solches trinkt und vielleicht noch 10 mal eine große Schorle aus diesem Glas? 6 reichen, völlig! Wer braucht 10 Tischdecken? Normalerweise liegt bei mir doch nur ein Tischläufer. Verschenken! Und die Gesellschaftsspiele, mit denen hier keiner spielt, fliegen auch raus (Spende an das Jugendhaus gegenüber der neuen Wohnung). Und mindestens fünf Kartons Bücher, zumeist "Bahn-Futter", d.h. schnell gekaufte, schnell gelesene seichte Kost, die ich nie wieder aufschlage - also Spende an ein Sozialkaufhaus (auch praktisch, weil diese Einrichtung meinen Umzug macht und ich die Bücher bereits bei der Vorbesichtigung los werde).
 
Um Irrtümern vorzubeugen: ich bin kein Messie. Mein Kinderzimmer hatte aus Platzmangel solche Tendenzen. Und auch mein Schlafzimmer hat "Kruschecken", weil der Platz fehlt. Aber das soll sich ja gründlichst ändern. 
 
Und nun keine Prokrastination mehr ... das Bücherregal wartet!
 
 


26.10.2013 um 08:14 Uhr

2013 holt auf ...

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Gold (Spandau Ballett)

Das Jahr tut alles, um sich im letzten Quartal noch für den miesen Auftakt zu revanchieren. Seit gestern habe ich endlich einen Mietvertrag. Und das Goldstück (Tochter Tangoqueen) einen Ausbildungsplatz. Nicht ganz reine Freude war der "Reisepreis", den ich gestern aus unserer großen Bürolotterie zog. Drei Tage Ende November in ein östliches Nachbarland mit einer unserer Chefköchinnen. Gottseidank diesmal während der Woche, so dass das Wochenende für die Umzugsvorbereitungen frei blebt.

Da das 3 D-Programm leider auf And*oid nicht läuft, muss ich weiter meine Vorstellungskraft bemühen, um alte und (wenige) neue Möbel zu kombinieren. Der härteste "Brocken" ist mein Schlafzimmer. Komme ich doch beim besten Willen nicht mit 1 m Kleiderstange aus. 2 m wären machbar. Also entweder einen komplett neuen Schrank kaufen und hoffen, dass alles hineinpasst oder zwei Schränke individuell stellen.  Große Schränke sehen schön aus, aber ich befürchte, dass sie mittelfristig nicht zu meinem Leben passen. Wenn ich neu kaufe, dann wohl eher kleiner, 1,20 bis 1,40 breit und dann eher zwei Stück als eine Monster-Schrankfront. Ich möchte das Zimmer nicht mit Schränken zustellen, denn so groß ist es ja nicht. Eine Variante, die ich momentan favorisiere, ist Neukauf für Blue und Wirbel. Je einen Schiebetürschrank in schwarzbraun in 1,20 Breite. Dann würde ich die bisherigen Kinderschränke komplett in den (trockenen) Keller stellen und für Saisongarderobe, Schuhe und sonstigen Krempel verwenden. In mein Zimmer käme der jetzige Wohnzimmerschrank (1 m Kleiderstange, ein breites, tiefes Bord und seitlich je noch mal 3 Borde plus vier Schubladen) und ein neuer Schrank (momentaner Favorit im Secondhandmarkt ist 1,30 breit und hat auch noch mal Kleiderstange und Fächer). Dazu eine Kommode - die anderen verkaufe ich wohl. Würde optisch gut passen und das Zimmer auch nicht erschlagen. Dazu mein Bett, der Nachttisch und ein kleiner Sessel. Wenn es irgend geht, noch ein Regal in die Ecke für Accessoires, Schuhe, etc. Die Kommoden im Flur werden verkauft oder angestrichen, passend zu den dunklen Schränken bei Blue und Wirbel. Wahrscheinlich verkauft. 

Im Wohnzimmer wären dann keine Großmöbel mehr. Nur noch leichte, weiße Regale, Sofa und Esstisch mit Stühlen. Dazu ein kleiner Geschirrschrank und ein Büroschrank, beide aus Weichholz. Aber damit das funktioniert, muss ich heftigst ausmisten und mich von Dingen trennen. Zum Glück kann ich Anfang November schon alle aussortierten Bücher weggeben - praktischerweise hat der Dienst, den ich mit meinem Umzug beauftrage, auch einen Sozialladen, dem ich sie spenden kann.

Die Küchenplanung ist auch so gut wie durch. Anschaffung drei neue Unterschränke, eine Dunstabzugshaube mit Oberschrank und eine Schieferplatte, die die Arbeitsplatte verlängert. Ausserdem Tischbeine, mit denen sich ein Stück Arbeitsplatte zur Bartheke machen lässt.  Kosten rund 600 Euro, denke ich mal. Wird schön. Die Schieferplatte wird hoffentlich mein Cousin hauen und anbringen können - er metzelt ja professionell an Steinen herum. Und bei ihm weiß ich auch, dass die Platte nicht von Kindern vorbehauen wurde - leider kommen ja die meisten Steine, die in Deutschland z.B. auf Friedhöfen stehen, aus moderner Sklaverei.

Thema Friedhöfe: DAS dürfte Lady und Hedi gefallen: Am Vorabend von Allerheiligen (also known as Halloween) gehe ich auf einen großen Friedhof. Und erfahre ganz viel über die Geschichte dieses Ortes und die Dinge, die sich hier über die Jahrhunderte abspielten. Und anschließend gibt es noch eine Krimi-Lesung. Den Tipp habe ich übrigens von einem Bestatter. Nicht, weil ich morbide wäre, sondern weil ich ihn seit 40 Jahren kenne und wir in unserer Jugendzeit eng befreundet waren.

Und nun ... auf in den Kampf ... um 9.30 kommt der nächste Kandidat für meine Wohnung ...

 

23.10.2013 um 16:35 Uhr

Ganz mieses Karma!!!

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: eine tibetische Klangschale (huhu Hummel!)

OK, war ein Insider. Ein Freund, der dieses Blog kennt, praktiziert Therapie mit tibetischen Klangschalen ...

Ich bin verloren. Hinüber. Im A*sch. Es gibt genau zwei Arten, die Bagua oder Lebensbereiche im F*ng S*ui auf eine Wohnung anzuwenden. Entweder nach den Himmelsrichtungen oder nach der Eingangstür. Meine Wohnung lässt mir die Wahl zwischen Pest und Cholera

1 - Karriere/Lebensweg
2 - Partnerschaft/Beziehungen
3 - Familie/Ideen
4 - Reichtum/Zufriedenheit
5 - Zentrum/das Selbst
6 - Hilfreiche Freunde/Geben und Nehmen
7 - Kreativität/Kinder
8 - Wissen/Persönlichkeitsentwicklung
9 - Ansehen, Erfolg /Veränderung

Meine Wohnung ist annähernd quadratisch in einem nach Nordwesten ausgerichteten Haus. Von der Eingangstür führt ein langer Flur mit Räumen zu beiden Seiten zum Bad. Richtung Osten ein Kinderzimmer und im Nordosten ein Wohnzimmer, Nordwest mein Schlafzimmer, West das 2. Kinderzimmer und ganz vorn im Südwesten die Küche. Ich kann mir aussuchen, ob ich in der Küche Ruhm erwerbe und meine Karriere im WC versenke oder die Karriere in den zugigen Hausflur packe und in der Küche Wissen sammle (Wer kennt noch Erma Blombecks Haushaltstipps?). Im anderen Modell säße das Wissen dann zwischen den Fenstern im Wohnzimmer. Die Partnerschaftsecke ist entweder in der hintersten Ecke des Wohnzimmers oder in Wirbels Zimmer, während das Thema Freunde und Ideen entweder in meinem Schlafzimmer oder bei Blue ansässig ist. Kinder und Kreativität hingegen finden sich im Wohnzimmer oder in meinem Schlafzimmer. Reich werden kann ich offensichtlich im Schlaf - oder das Geld flattert mir in den Hausflur (da ragt das bagua nämlich aus der Wohnung).

Ich glaube, ich pfeife auf F*ck S*ui ... und bleibe beim bewährten Weg. Was mir gefällt, macht gutes Karma! BASTA!

23.10.2013 um 14:08 Uhr

Luftsprung ... ja ham' wir denn schon Weihnachten?

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: I'm so excited (Pointer Sisters)

Ich könnte gerade
- Luftspringen, wenn ich nicht tolpatschig genug wäre, mir dabei alle Füsse zu brechen, zerren etc ...
- jemanden umarmen (was die Kollegen nebenan sicherlich verwundern würde)
- laut schreien und jubeln (was mich hier endgültig zum Freak abstempeln könnte)

DENN:
- ... es gibt einen Plan, aber der ist nicht der Auslöser des Luftsprungjubels, auch wenn er aufregend und ganz und gar wunderbar ist und mich tollen Menschen live begegnen lässt! (Die hiervon Betroffenen mögen sich jetzt angesprochen fühlen!)
- ... und es gab einen Anruf. Und DER lässt mich jetzt jubeln!!!

Dran war Hausmeister meiner künftigen Wohnung. Und der hatte gar fabulöse Neuigkeiten für mich. Meine Wohnung wird ja saniert. Nach 32 Jahren technisch wie optisch nötig. Aber das tatsächliche Sanierungsvolumen musste noch festgelegt werden. Ich hatte bei der Besichtigung schon ein paar Punkte bemerkt und Hausmeister am Montag dazu angerufen, denn er sollte ja dabei sein. Heute war nämlich Sanierungsbegehung. Und die ist - wie soll ich sagen? - für mich absolut optimal gelaufen!

Ich bekomme:
- einen wunderschönen, neu abgeschliffenen und versiegelten Holzdielenboden
- weiße Wände statt der scheuseligen Strukturtapete
- neue weiße Fliesen an Wand und Boden meiner Küche
- in ALLE Zimmer Kabelanschluss und Telefonanschluss!
- neue Steckdosen an meinen Wunschorten, die der Hausmeister sogar noch abfragte
- KEIN neues Bad und dafür NIEDRIGERE Kaltmiete!

Was für ein Package! Passt und macht glücklich! Nicht nur mich, sondern auch meine Kommunikationswunder Blue und Wirbel ...

Mitfreuen ... JETZT!

(und das Blubberwasser dazu integriere ich in DEN PLAN!)

22.10.2013 um 23:46 Uhr

Von Stöckchen und Erkenntnissen

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: I surrender (Rainbow)

Dieses Stöckchen hat ja wohl die wilde Welle geworfen ... lustig, was bei den anderen so zu lesen ist!

Einen ganz anderen Schritt in Sachen Selbsterkenntnis verdanke ich dem Frage-Stöckchen, das mir die Zuhörerin neulich schickte. Es fiel mir schwer, diese Fragen zu beantworten, deshalb griff ich zur bewährten Technik: Prokrastination, bis nichts mehr geht und dann "hinrotzen". Ich fühlte mich allerdings bemüßigt, ihr den Kommentar dazu mündlich zu geben. Und stellte dabei fest, wo die eigentlichen Antworten lagen. Gut.

Heute nachmittag war die erste Wohnungsbesichtigung. Eine sehr sympathische Patchworkkonstellation mit Ihr plus Sohn, Ihm plus zwei Töchtern und Hund (wuschelig und eine Sie). Ich bin parteiisch ... die würden gut ins Haus passen. Die Schwangere mit Kleinkind morgen und die ältere Single-Frau haben bei mir schlechtere Karten. Weil sie mit weniger Platz gut auskommen würden. Vier Zimmer sind für Familien mit lebhaften Kindern. Kleinkinder kommen auch noch mit einem gemeinsamen Zimmer aus und dann braucht niemand zwei Bäder. Und am meisten ärgern mich die Vermieter, die große Wohnungen an ruhige Einzelpersonen vermieten wollen. Meine Vermieterin ist zum Glück anders ... die fand die Familie gut. Und Hunde mag sie auch. Ich bin gespannt, ob sich der Mischclan heute abend positiv entscheidet - sie waren jedenfalls sehr lange hier und haben schon über Zimmerverteilungen debattiert ...

 

21.10.2013 um 12:54 Uhr

Nachbrenner ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: If I could turn back time (Cher)

Gedanklich bin ich schon weg aus Dorf. Und kann es kaum erwarten, anzukommen in Arbeitsstadt. Doch ein paar Kapitel Vergangenheitsbewältigung sind/waren vorher zu leisten. Eines heute morgen. Der regelmäßige Arztbesuch, der mir jedes Mal den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Einmal Krebspatientin, immer Angst. Bei mir ging es vor 14 Jahren weniger glimpflich ab als bei der lieben Gummibaum. Meine kleine OP zog eine riesengroße nach sich. Und weil ich damals zu früh wieder Kinder hievte, kämpfe ich - obwohl nach 14 Jahren sicher als geheilt zu betrachten - mit ständigen Narbenproblemen und der Angst vor dem großen K bei jeder Vorsorgeuntersuchung. Diesmal noch mehr als sonst, denn ein Befund hätte das Aus für meinen Umzug bedeutet. Rein physisch, denn ab jetzt läuft der Countdown und ich brauche meine uneingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit.

Einen weiteren Nachbrenner einer Fehlentscheidung musste Wirbel heute managen. Es klingelte an der Tür und unten stand die Mutter von Visavis. Er hatte bei seinem Einzug mal einen Schlüssel bei mir deponiert für den Fall, dass er sich aussperrt. Fand ich ok - werde ich ja bei der neuen Wohnung auch tun, da meine Eltern dann nicht mehr um die Ecke wohnen. Meine Sportkameradin Lebkuchenfrau wohnt in der gleichen Wohnanlage. Die bekommt meinen Schlüssel.

Visavis jedenfalls schien mal wieder abgetaucht und seine Eltern machten sich große Sorgen. Verständlicherweise, wenn ich mir die letzten "Begegnungen" mit ihrem volltrunkenen Sohn, der auf der anderen Straßenseite vorbeischwankte, ins Gedächtnis rufe. Den Schlüssel hatte ich damals in eine Schublade gelegt und vergessen. Wirbel war jetzt ziemlich überfordert mit dem Anliegen der für ihn fremden Frau und rief mich an - dummerweise in ein wichtiges Job-Telefonat hineinplatzend. Und überfordert war er auch damit, eine 10 x 10 cm große Schublade zu durchsuchen (Teenager!). Ich liess ihn dann das Telefon kurz herausgeben. Da ich Visavis-Mutter kannte, konnte ich sie identifizieren und bat Wirbel, sie kurz hereinzulassen. Nach meiner Anweisung fand sie den Schlüssel schnell und ich bat sie auch, ihn zu behalten. Ich denke, damit ist dieses Kapitel endgültig geschlossen.

 

 

19.10.2013 um 01:12 Uhr

Friends

Musik: Ein Freund, ein guter Freund (Rühmann/Albers)

Eigentlich ... hätte das hier ein Kommentar bei der lieben Jette werden sollen. Und damit eine Antwort auf den Zwischenweltler. Aber es ist meiner Meinung nach einen eigenen Eintrag wert.

Warum eigentlich ist es so seltsam, sich für einen Abend mit Freundinnen "aufzubrezeln"? Ich meine - eher das Gegenteil ist der Fall. Weil mir meine Freundinnen so lieb und wichtig sind, dass ich mich gerne fuer sie schönmache. und sie für mich. auch wenn kein Mann in einem Umkreis von 10 km zu sehen ist. Und sollte sich einer in Richtung des wild englisch durcheinandergiggelnden Haufens trauen, hat er eine Nebenrolle. Ladies only. Natürlich kennen wir uns auch ungeschminkt im Putzoutfit, in Tränen aufgelöst oder hundemüde nach einer durchgefeierten Nacht. Wir wissen, dass die anderen nicht perfekt sind. Egal, ob zuviel oder zuwenig, Bad Hair Day oder Schwangerschaftsstreifen - aber unsere Schwachstellen sind nicht das Thema. Bei bestimmten Anlässen ist es bei uns einfach Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung, sich füreinander schön anzuziehen und zurechtzumachen - genauso wichtig wie ein kleines Gastgeschenk, wenn eine von uns mal zuhause für die anderen gekocht hat oder das Mitbringsel von einem weit entfernten Ort, an den der Job eine von uns mal wieder schickte.

An solchen Abenden unter Frauen feiern wir unsere Freundschaft und das Leben ... und freuen uns daran, uns gegenseitig einfach umwerfend zu finden. Wenn das die Männer drumherum auch tun, ist das schön, aber höchstens schmückendes Beiwerk ... dieser Abend gehört UNS.

 

17.10.2013 um 12:36 Uhr

Und ewig grüßt das Murmeltier ...

 

Was ist dein Lieblingsoutfit? Und warum?

Rock, Blazer, Shirt, Stiefel oder hohe Schnürstiefeletten ... und ein großes, weiches Tuch/Schal . Ich ziehe edle Materialien wie Leder oder Kaschmir und geradlinige Schnitte vor.

Wie würdest du mit 3 Wörtern deinen Style beschreiben?

Klassisch-elegant-dramatisch

Dein Modemotto?

Rouge et Noir

Lieblingsaccessoire?

Halsketten und Schals

Lieblingsdesigner?

Carol Zee - wunderbare Mesh-Sachen!

In welche Klamotte hast du richtig viel Geld investiert?

In gute, schwarze, kniehohe Lederstiefel mit mittelhohem Absatz. In meine geliebten Lederjacken und in zwei tolle Kaschmirschals. 

Deine größte Modesünde?

Laufschuhe zum Rock, wenn die Füße nach einem langen Arbeitstag wehtun. Und ein kuschlig warmes Nachthemd von Calida, das zwei Nummern zu groß und pink/lila geringelt ist (gruslig!!!)

Best angezogenster Star (männlich & weiblich)?

Katherine Hepburn, Hugh Grant

Kurz und knapp: was ist für dich in und was out?

In: alles, was mir gefällt - je zeitloser, desto lieber. Schwarz und rot.

Out: Billige Materialien, Schmuddel-Farben, Marken statt Qualität, Uniformität

An welche Blogs wirfst du dieses Stöckchen weiter?

Ich habe das Stöckchen bei der Lektüre von Uraltbeiträgen beim Zwischenweltler gefunden ... wenn jemand auch nach 7 (!) Jahren noch mal mag???

17.10.2013 um 06:57 Uhr

Der Luxus, nicht zu wollen

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Ich habe die Nagelprobe gemacht. Seit meiner Reise war ich mehrfach in der Stadt. Auch in meinem Lieblingsoutlet. Gekauft habe ich nur das Geschenk für meinen Herrn Papa. Eine gemütliche Strickjacke, die ihm sehr gefiel. Gestern wäre ich fast in die Weihnachtsfalle getappt. Überall glitzert es bunt. Mein Favorit war die Weihnachtskugel mit Wildschweinkopf. Gekauft habe ich eine terrakottarote Sternlampe. Schon lange möchte ich so eine haben. Und jetzt wird sie in meiner neuen Wohnung für mich Willkommen leuchten und MEINEN Advent eröffnen. Denn natürlich ist an schmücken zum 1. Advent hier nicht mehr wirklich zu denken, wenn kurz darauf der Umzugswagen rollt. Den Adventskranz wird es trotzdem geben. Zum Glück ist er ja aus Metall und leicht transportierbar. Und aussortiert habe ich diese Woche auch genug .... ein Riesenberg Sperrmüll ist es geworden und die 2. Tranche kommt zum Umzug. Einen weiteren Zuwachs durfte meine Schal-Schublade verzeichnen, nachdem ich vor einer Woche meinen Nichten eine Riesentüte bunter Wollschals gegeben hatte. Nicht absichtlich übrigens, der Zuwachs, sondern ein Geschenk von GlamourGirl, die im Heimatland der Alpaka-Wolle reiste und ein gar wundervolles rotes Schultertuch für mich im Gepäck hatte ... toll, Freunde zu haben, die an mich denken und dazu noch so einen guten Geschmack haben! Möbeltechnisch habe ich die Küchenplanung jetzt auf sehr wenige Zukäufe reduziert. Dafür gehen Alt-Teile in den Sperrmüll bzw. als Krempelschränke in den Keller. Und einen Schrank für das Schlafzimmer kaufe ich gerade - alt, aus Weichholz. Ich mag nichts "neues".  An Möbeln wird nicht viel aussortiert - ich habe einfach inzwischen weniger. Weil ich Überflüssiges auch konsequent weggebe. Einen Schrank besitze ich ja momentan gar nicht und nutze Kleiderstangen in einer Wandnische. Aber damit ist jetzt Schluss.  Es geht weiter ... 

16.10.2013 um 15:59 Uhr

Skuril-Rolle

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Breakfast in America (Supertramp)

Und da war es weg ... der Beitrag mit den 20 Skurilitäten der Frühlingsrolle aus bald nicht mehr Dorf am Zellophanfluss ... so schönes Stöckchen von der Lady und dumm terminierte Wartungsarbeiten bei unser aller Blogplattform.

Ich habe keine Lust mehr, alles wieder aufzuschreiben, deshalb hier mein Nerd-Faktor in Kürze:

- Fussballallergikerin
- TV-Muffel und besteht darauf, Filme nur von Anfang an zu sehen - inklusive Vorspann.
- Radioverächterin
- Deckenwicklerin
- Im Schlaf-Rednerin
- Hand-Augen-Koordinations-Ignorantin
- Extrawurst- und Um-Bestellerin im Restaurant
- Agressiv bei Sonneneinstrahlung und Hunger
- Kommunikativ ein Kerl - sagt, was sie meint
- Höhenängstlich und spinnenphobisch
- mag nur Secondhand-Möbel und verabscheue Microfaserstoffe
- trage nur noch schwarz und rot
- flache Schuhe nur zum Sport
- wahrscheinlich Wechselbalg (fragt meine Familie!)
- Perfektionistin mit zu viel Mut zur Lücke
- Schuh-Addict
- Sammlerin mit leichter werdendem Gepäck

Und hier die letzten drei auf besonderen Wunsch von Rosa:

- Frisur statt Fahrradhelm
- Geniessen statt Nahrungsaufnahme (wenn es mir nicht danach gelüstet, esse ich lieber nix)
- Zebraküchenarbeitsplattenfreak (lieber stückeln als kein Zebra)

15.10.2013 um 06:59 Uhr

Unabhängigkeitserklärung

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Baby, you can drive my car (The Beatles)

Kennt ihr dieses Gefühl, JETZT eure Unabhängigkeit nach außen dokumentieren zu wollen? Quasi als Lady LIberty mit der Fackel oder wie Rosa L mit der Fahne allen zeigen zu wollen: "das bin ich und das ist mein neues Leben!"?

Als ich mich vom Röllchenvater trennte, war meine Fackel eine neue Arbeitsplatte in der Küche. Im Zebramuster. Damit wirkte die spiessige Buche-Küche mit blauen Akzenten plötzlich nicht mehr ganz so bieder. Im Laufe der Jahre verschwand zumindest das blau. Und beim nächsten Umzug wird die Küche fast ganz schwarz werden. Meine Zebraplatte suche ich noch ...

Die Fahne dazu war "'lleine". Plötzlich konnte die Schisserin nachts alleine nach Hause gehen. 

In der Metamorphose des vergangenen Jahres war es meine Garderobe, die von zu viel und zu diffus auf klar und auffällig strebte. Ich BIN der dramatische Typ. Mir STEHT schwarz. Und rot. Also ist das meine Essenz. Und alles, was im Schrank drumherumwabert, wird peu a peu verschwinden. Es tat so gut, sich von pink und schmuddelbraun zu verabschieden!

Die Flagge dazu heißt Mobilität. Ein eigenes Auto möchte ich nicht mehr besitzen. Aber ich möchte wieder Auto fahren, wenn ich Strecken überwinden muss, die schlecht ans Bahnnetz angebunden sind. Also melde ich mich bei einem Carsharing Modell an. Jetzt geht das ja. Denn zwei von vier City-Standplätzen sind nur ein paar Gehminuten von meiner künftigen Wohnung entfernt. Und dann habe ich mit Online-Voranmeldung jederzeit einen Wagen gewünschter Größe zur Verfügung. Die laufenen Kosten sind sehr niedrig. Inklusive der Versicherung für niedrigen Selbstbehalt bei Schäden kostet mich der Wagen nur 7 Euro pro Monat plus niedrige Nutzungskosten. Und dann nur noch ein vergleichsweise niedriger Stunden-/Tagessatz und Km-Kosten. Das lohnt sich. Für das Gefühl von Unabhängigkeit. 

Unabhängigkeitserklärung auf der einen Seite, Verantwortung auf der anderen. Eine Idee, die mir Blue einpflanzte, wächst und gedeiht. Meine erste Abwehr weichte schnell auf ... und inzwischen betreibe ich es sogar aktiv. Es kann sein, dass wir mit dem Umzug auch unsere Familien-WG von 3 auf 4 erweitern ... und auch der neue Hausgenosse wird jemand sein, der nicht den Müll herunterbringt. Im Gegenteil ... er oder sie wird sich wahrscheinlich im Weg niederlassen und erst auf die eigenen Bedürfnisse aufmerksam machen.
Die Rede ist von einer Katze. Ich bin mit Katzen aufgewachsen bis ich von zuhause auszog. Ich habe gerne mit Katzen zu tun. Insofern hat Blue nichts gewünscht, das mir widerstrebte. Es ist die große und lange Verantwortung, die mir Bauchgrummeln macht. Denn Blue ist in ein paar Jahren aus dem Haus ... und eine Katze wird, wenn sie gesund bleibt, auch mal 20 Jahre alt. Ich werde es mir sehr gut überlegen ... aber Katzen-Sehnsucht hätte ich schon ... 

 

 

14.10.2013 um 12:48 Uhr

Klärungen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: I'll be home for Christmas ...

Das stand auf einem kleinen Holzschild, das ein Deko-Laden anbietet. Ich hielt es schmunzelnd in der Hand und legte es dann doch zurück auf den Grabbeltisch. Aber es stimmt ... Weihnachten bin ich zuhause. In MEINEM neuen Zuhause, das sich jeden Tag ein Stückchen besser, wärmer und realer anfühlt.

Heute meldete sich meine Vermieterin zurück mit guten Nachrichten. Sie akzeptieren meine Kündigung, auch wenn sie erst am 7. Oktober einging, zum Jahresende. Bedeutet für mich wahrscheinlich  maximal 14 Tage Doppelmiete. Mit zwei Monaten hatte ich gerechnet. Es könnte also sein, dass ich finanziell gar nicht so hoch in Vorlage gehen muss wie befürchtet.

Ein paar Neuanschaffungen gehen auch. Heute morgen habe ich Kontakt mit einem Arbeitsplattenproduzenten aufgenommen. Ich habe nämlich wenig Lust darauf, meine Arbeitsplatte aus Mini-Stücken zusammenzusetzen und leider gibt es mein Leib- und Magen-Zebradekor nicht mehr in unserem Baumarkt. Gerade habe ich online einen schönen Holzschrank ergattert, der künftig Zweitkleiderschrank wird. Unten kommt eine Stange ein und gut ist. Ich mag alte Möbel, lieber als neue. Und ich mag es, wenn im Schlafzimmer die Dinge sortiert hinter Schranktüren verschwinden können. Für das Wohnzimmer muss ich mir noch eine Lösung überlegen, denn wenn der dortige große Schrank ins Schlafzimmer wandert, brauche ich noch eine Alternative für Gläser, Tischdecken, Geschirr etc.

Aber eins weiß ich definitiv: diese Wohnung wird Luft zum atmen lassen und nicht vollgestellt. Eher sortiere ich noch rigoroser aus als mir wieder alles zuzustellen.

 

 

 

12.10.2013 um 09:54 Uhr

Veränderungen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: If you leave me now ...

Vorweg: nicht ich werde verlassen.

Ich bin in einem der Tunnel, wie GlamourGirl es immer nennt. Einer der Lebensphasen, in der die Veränderungen und Entwicklungen mir nur so um die Ohren wirbeln. Am Montag begann es mit der Wohnungszusage. Und eben erfuhr ich, dass Herr und Frau Nachbarin sich trennen. Und auch ausziehen. Er/sie weiter weg und hauruck, er kam eben vorbei, um sich Umzugskartons zu leihen und zieht heute noch in eine WG. Sie mit Vorlauf. Sie kann die Wohnung alleine nicht finanzieren. Wird schwierig, mit Hund und Katze und Tochterbesuch alle 14 Tage. Gottseidank nur noch ein Hund. Die alte Hündin starb ja vor ein paar Monaten nach 15 glücklichen Jahren.

Die Trennung zeichnete sich ab. Herr Nachbar(in) ist ein lieber Kerl, hat aber große Probleme. Alkohol, Seitensprünge und natürlich den weiblichen Bio-Körper, in dem er/sie immer noch steckt. Frau Nachbarin war gerade ein paar Monate in einer Klinik und hat endlich herausgefunden, woher ihre Probleme kommen, die sie körperlich krank machten - eine Mißbrauchserfahrung in der Kindheit. Gottseidank nicht durch einen Menschen ihrer Familie. Denn sie hat eine sehr warme Familie, die ihr viel Halt gibt.

Komisch, die beiden waren für mich das größte Stück Heimatgefühl in diesem Haus. Und jetzt gehen sie auch. Macht meine Entscheidung noch richtiger. Es hält mich nichts mehr hier.

Gestern habe ich endlich meine Vermietungsgesellschaft telefonisch löchern können nach meinen drängendsten Fragen. Und habe jetzt auch einen hübschen Lageplan meiner künftigen Wohnung, der mein Planungs-Kopfkino beschäftigt. Und ich denke, ich werde so egoistisch sein, Wohn- und Schlafzimmer zu okkupieren. Also die größeren Räume. Ich brauche den Platz. Insbesondere, wenn ich künftig öfter zuhause arbeiten will.

Schön wird das, warm und gemütlich ... und endlich im Wohnzimmer kein Laufweg mehr ... sondern wirklich Platz, um die Möbel so zu stellen, wie es zum Raum passt und zu mir. Das wird MEINE Wohnung. Die dritte in meinem Leben, die wirklich MEINE war. Die erste war die im Nachbarhaus. 38 Quadratmeter, eine Küche im Durchgang. Aber der war ein Rundbogen. Das ganze war urgemütlich und vollgestellt und ich fühlte mich wohl. Die zweite war die Altbauwohnung im Backsteinhaus, über die ich schon oft schrieb. Die dritte kommt jetzt. Es ist alles so stimmig ... und ich habe ein rundrum gutes Bauchgefühl!

11.10.2013 um 12:51 Uhr

Lebens-Mittel

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Einkaufen kann ein lustvolles Erlebnis sein. Wohnortnah. Mit einem kleinen Körbchen die Regale entlangflanierend und nur nach Genuss einkaufend. Funktioniert ausschließlich in Single-Situationen und mit kurzen Wegen. Normalerweise ist Einkaufen der Aggregatzustand zwischen Arbeit und Abendessenszubereitung, getrieben von der Armbanduhr und hungrigen Kontrollanrufen des pubertierenden Nachwuchses. Da ist keine Zeit für Flanieren oder auch nur Aussuchen. Da wird alles in den Wagen geworfen, was auch nur ansatzweise ins Suchmuster passt. Lieber einmal doppelt als hinterher zuwenig. Diese Einkäufe beim Discounter sind schnell, schmutzig und teuer. Vor allem deshalb, weil der Speisezettel oft nicht 100 Prozent dazu passt und viel zu viel weggeworfen wird. Auch das soll sich ändern. Hat sich auch schon. Der Kühlschrank quillt nicht mehr über. Schon lange nicht. Und weggeworfen wird nur noch aus wichtigem Grund. Wie der Salat, der bei Mageninfekt nicht das Nahrungsmittel der Wahl war und die Gesundung biologisch nicht überdauerte. Wir essen jetzt die Tiefkühlfächer leer. Und die Vorräte. Viele sind es eh nicht. Eben habe ich für das Wochenende eingekauft. Unser Lieblingsbrot und einen süßen Mandelstuten, Paprika, Zwiebel, Möhren, Pilze, Zucchini, Kartoffeln und Feldsalat, dazu einen dicken Butternusskürbis. Reicht für dreimal Frühstück und zweimal Abendessen, mindestens. Kostenpunkt  inklusive einer Linsensuppe für mittags 20 Euro. Guter Schnitt. Heute abend Bratwurst mit Mischgemüse aus dem Ofen und die Reste reichen für mich über das Wochenende. Den leckeren Kürbis gibt es nächste Woche. Mission: einkaufen, was wir wirklich brauchen ...

11.10.2013 um 07:34 Uhr

Mit neuen Augen

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Another Brick in the Wall (Pink Floyd)

Unglaublich, wie sich der Blickwinkel auf Dinge ändert, wenn klar ist, dass Veränderung bevorsteht. Wohnungen und insbesondere Ansammlungen von Krusch in Wohnungen wachsen ja eher "organisch". Irgendwann steht da ein Gefäss und füllt sich. Und es verschmilzt mit seiner Umgebung. Ein Korb mit Inhalt taucht in einem Regal oder einer Kammer unter. Im Keller wird abgestellt und vergessen. Und manchmal - wie im Falle meines Reiseadapters - wird so nachhaltig vergessen, wo ein Gegenstand sich befindet, dass er neu beschafft wird. Der blöde Reiseadapter in seinem kleinen Stoffbeutel hing an einem Haken, an dem ich täglich zehnmal vorbeiging ... und ich SAH ihn einfach nicht. Suchte Kisten und Kammern durch, aber der Haken im Flur, der war außerhalb des Sichtfelds ... aber da ich zwei männliche Teenager habe, deren Reisezeiten erst beginnen, ist ein doppeltes Adapterset vielleicht gar nicht verkehrt. Eben habe ich mir einen Überblick über die Kammer verschafft. Die  Schuhe sind schon gut durchsortiert, einige Paare werden aber trotzdem nicht mehr mit umziehen. Ende November wird nochmal aussortiert. Gegenüber im Haushaltsregal stehen vier kleine Plastikkisten mit Küchenkram, Glühlampen, Staubsaugerzubehör und Küchenmaschinenequipment. Die Küchenmaschine benutze ich durchschnittlich einmal jährlich. Die Backformen ganz oben habe ich in dieser Wohnung NIE benutzt. Ich backe keinen Kuchen. Respektive nur, wenn einer meiner Jungs sich einen explizit wünscht. Und dann auch eher Blechkuchen. Ich werde die Springform und die Kastenform behalten. Aber die Mürbteigform und die anderen bekommt meine Mutter oder meine Schwester.  Der  kleine Grill fliegt gleich in die Entsorgung. Die Teflonplatte total hinüber und die Hitzeregulierung funktioniert auch nicht mehr. Da gibt es nächsten Sommer wohl einen neuen ... ohne Balkon geht ja eh nur noch indoor-Grillen und eigentlich reicht dafür sogar der heisse Stein unseres kleinen Raclette-Sets. Der "große" Grill darf mit umziehen ... allerdings wird er wohl kaum noch benutzt werden. Nicht mit umziehen wird die Unmenge an Plastiktüten. Bzw. wird sie als Umzugsverpackungen Verwendung finden. Nächste Stufe: Keller und Speicher ...   Der neue Blick auf Dinge betrifft nicht nur solche, die ich bereits besitze, sondern auch solche, die ich normalerweise besitzen wollte. Ich bin skeptischer, wählerischer. Wie an einem großen Buffet, während sich um mich herum die Menschen die Teller überfüllen. Ich grase statt zu verschlingen. Gestern war ich beim Lieblingsoutlet. Und verliess es mit einer einzigen, kleinen Tüte. Nichts besonderes? Doch, denn in der Tüte war nur das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater - eine gemütliche Strickjacke. Für mich sah ich jede Menge hübsche Sachen. Aber ich war mir bei keinem Teil sicher, dass es wirklich zu mir gehört. Ich traue dem Braten noch nicht wirklich ... aber ich scheine mein "mindset" zu ändern ...