Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.03.2014 um 09:03 Uhr

Aua, kaputt und glücklich ...

Musik: Knochenlied aus Forrest Gump

Zen hat mich geschunden dieses Wochenende! Und verwöhnt. Geschunden hat er besonders meine Füße. Die bewegten sich nämlich fast 40 km in zwei Tagen und über saftige 1500 Höhenmeter. Wunderschön war's. Sonnig, Frühlingsluft und knackige Steigungen mit herrlichen Ausblicken als Belohnung. Mit teilweise sehr sympathischen Menschen, die ich ja teilweise schon kannte dank meiner eigenen Mitgliedschaft in jener Wandergruppe. Der Glücksbringer war dabei und eine Frau, die ich im letzten Jahr am Nationalfeiertag kennenlernte. Und Zens gute Freundin, die mir von Kilometer zu Kilometer sympathischer wurde - einen Blognamen bekommt sie sicher noch. Und zwei sehr sympathische Wanderer, die ich bis dato noch nicht kannte. Und Frau Weddingplanner. Frau Weddingplanner ist ein Jahre  vergangener Fehlgriff von Zen. Leider auch Gruppenmitglied. Leider ein psychischer Grenzfall. Fest entschlossen, bald zu heiraten und eine Familie zu gründen. Ebenso fest entschlossen, ihre berufliche Selbständigkeit der Planung anderweitiger Hochzeiten und sonstiger Großevents voranzutreiben, was sich in erster Linie nicht durch kompetente Wortäußerungen, sondern durch an Gummitierchentütchen festgetackerten Visitenkarten ausdrückte und im Gejammer über die sie derzeit finanzierende staatliche Institution. Fest entschlossen, ihre Tanzkarriere der Meisterschaft zuzuführen und zu diesem Behufe einen tollen Tanzpartner zu finden. Pleite und an elterlichem Tropf hängend. Völlig verpeilt, so dass ich ihr erst mal einen Pulli leihen musste, da sie im dünnen Shirt unterwegs war. Und völlig distanz- und wahrnehmungslos. Abgedreht.

Sobald ein Gespräch begann, schaltete sich Frau Weddingplanner ein und spulte ihren Text ab. Wir erfuhren in diesen Monologen Dinge, die nie ein Mensch zuvor wissen wollte. Meine nächste Weihnachtskitschorgie wird überschattet von einer Albtraumszenerie: Bilder von einem Weihnachtsbaum, in dem Glaskugeln mit dem Konterfei von Weddingplanners Ex und ihrer Katze hängen. Mich gruselt! Und die Vorstellung, wie Frau Weddingplanner und Herr Ex im Wochenendglück erst einen Gummibärchen- und dann einen Sexshop besuchen, möchte ich NIEMALS weiter ausmalen. Und da beide Besuche ohne Ankauf endeten, ist das ausmalen vermutlich auch eher dröge. In diesem Stil ging es den ganzen Tag. Beeindruckend. Ebenso beeindruckend wie die aus ihren verschiedenen Zielen vorprogrammierten völligen Desaster. Beeindruckend nervtötend und sichtbar "kurz vor dem Umkippen". Ich war heilfroh, als sie ausstieg aus dem Zug, bevor die Hysterie eintrat. Und noch froher, bald darauf endlich ein Thai Curry in Zens Nachbarschaft zu geniessen und dann die Füße hochlegen zu dürfen. 

Was mich nicht davon abhielt, mich Sonntagmorgens wieder ins Abenteuer sprich die Wanderschuhe zu stürzen. Erstmal allerdings ins Verwöhnprogramm - ein wunderbares, langes Frühstück in einem sonnigen Straßencafe. Und auch die Wanderung war keine Schinderei, auch wenn meine Füße im letzten Drittel motzten, aber von Zen mit einem herrlichen Ausblick und einem leckeren Sesam-Eis geködert wurden. Schöne Strecke für meinen internationalen Wanderclub. Jetzt muss ich nur noch einen Termin finden ...

Wermutstropfen gab es leider auch. Da ich zu blöd war, meine neue EC-Karte gleich "in Betrieb" zu nehmen, sondern den Umschlag erstmal auf dem Eingangsstapel vergass, hat der Automat gestern meine alte geschluckt. Also war Anruf beim Bankberater fällig in der Hoffnung, dass die neue Karte a) nicht gesperrt ist und b) mir am Automaten Geld ausspuckt (Dank Monatsanfang ist das Konto ja gefüllt). Update: Bank angerufen - war genau so wie ich dachte: Karte alt wurde automatisch deaktiviert. Aber Karte neu ist nutzbar. Und Gehalt selbstverständlich auf dem Konto. Also ich wieder liquide. Schussel-ich ...

Wermutstropfen 2: Zen hat zwar eine schöne, toll gelegene Wohnung, aber eine weniger tolle Nachbarin, die mit ihren Ausrastern das Haus tyrannisiert. Ein Beispiel bekam ich gestern live mit. Und werde es mit großem Vergnügen auch schriftlich niederlegen. Die Dritt-Sicht auf die Situation wird mir sicherlich bald auch geliefert - Zens Roommate/Untermieter habe ich ja bislang noch nicht getroffen, aber ich denke, dass die Beobachtungsgabe eines Journalisten hier einige Lücken füllen dürfte.

Und nun noch für Gina: die Sache mit dem Reden. Ich gebe ihr recht. "Wir müssen reden" ist ein Satz, den auch ich nicht gerne höre und nicht gerne verwende. Mit Zen ist es eher so, dass wir manches in diesem Anfangsstadium noch füreinander "übersetzen" und einander erklären müssen. Zum Beispiel dann, wenn es um früher Erlebtes und Erfahrenes geht, das wieder an die Oberfläche gespült wurde. Dann ist Reden besser als Einkapseln. Oder immer dann, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht. Zum Beispiel habe ich in dieser Woche wieder eine mehrtägige Fortbildung. In Citta zum Glück. Aber trotzdem möchte ich an den beiden Tagen, an denen ich zum Schulungsort muss, morgens alleine sein und mich auf das vorbereiten, was mich erwartet. Und auch am Wochenende werden wir uns wenig sehen, da zwei andere Dinge lange geplant waren. Passt aber prima. Was sich auch in der Weise zeigt, in der er mich in sein Leben einbezieht und selbst schrittweise in meines vordringt.

 

 

 

 

28.03.2014 um 08:36 Uhr

Nähe, Distanz und Mutterglück

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Complicated (Avril Lavigne)

Nein, es ist nichts vorgefallen.

"Complicated" sind nur die Gedanken, die ich so habe. Zu Nähe und Distanz. Zen ist ein Nähe-Mensch. Physisch wie psychisch. Er knallt mit Volldampf in mein Leben. Und ich geniesse das - einerseits. Und andererseits bin ich auch froh darüber, mal einen Abend und eine Nacht alleine zu sein. Nicht nur, um liegengebliebene Hausarbeit etc. zu erledigen, sondern auch, weil ich meine Eigenbrötelzeit brauche. Die Zeit, um mich zu klären. Um zu denken, um zu schreiben. Auch das brauche ich. Abgesehen davon, dass Vermissen und Vorfreude etwas durchaus Positives sein können. Und so war ich gestern abend am Telefon dann eher kurz. Denn die Zeit brauchte ich doch so dringend. Nur für die Bügelwäsche - aber ein langes Telefonat hätte meine Nacht zu kurz gemacht.

Ich war so lange auf Null, da komme ich jetzt nicht aus dem Sprung auf Hundert. Darüber werde ich mit ihm reden am Wochenende. Und das hat nichts mit Gefühlen zu tun - die sind auf einer anderen Ebene und die entwickeln sich in eine sehr schöne und wohl tuende Richtung. Ich möchte nur einfach vermeiden, noch einmal in die Stresssituation zu geraten, die ich vor einigen Jahren in einer Entfernungsbeziehung hatte. Sobald ich alleine zuhause war, war da nur noch Akkord: alles erledigen für Haushalt und Kinder, bevor ich wieder in einen Zug stieg oder er gleich für mehrere Tage bei mir war. Irgendwann hatte ich keine Puste mehr. Und gab auf.

Zen ist mir zu wichtig, um in diese Schleife zu geraten. Weil wir so vieles teilen können und das Miteinander, wenn wir zusammen sind, so wohltuend ist. Das ist kostbar. Für uns beide, wie mir seine Worte und Reaktionen zeigen.

Am Wochenende werden wir zum ersten Mal das tun, was uns eigentlich zusammenbrachte - wandern. Und heute abend wird auch Blue ihn kennenlernen. Beide Jungs reagierten übrigens freundlich und entspannt auf meine Mitteilung, dass es wieder einen Mann in meinem Leben gebe.

Allerdings war Blue gestern auch ziemlich neben der Spur, nachdem er eine Glanzleistung vollbracht und einen Opa verspeist hatte. Mein Blue (tätäää!) hat nämlich vor gerade drei Wochen seine theoretische Fahrprüfung bestanden und legte gestern ohne mein Wissen ganz locker die Praxis hin! Und auf diesen Schreck futterte er dann erstmal einen Opa. So nenne ich es, wenn mein Blue Äußerungen und Verhaltensweisen an den Tag legt, die sich in die vorvorherige Generation zurückverfolgen lassen. Mein lieber Vater nämlich hat ein Hobby: warnen! Er sitzt stundenlang vor dem Videotext und schreibt Zettelchen für die Familie, um uns vor bösen Dingen zu schützen. Blue schützte gestern seinen Vater. Der nämlich liess ihn begleitet fahren. Und Blue zeterte wie ein Rohrspatz herum, dass er aufhören solle zu telefonieren und sofort die Versicherung umschreiben lassen müsse, ansonsten er (der Vater auch) seines Führerscheins verlustig gehen würde .... Exmann und ich lachten noch eine Viertelstunde, als das Teenager-Donnerwetter längst im Haus verschwunden war. (Aber stolz wie Bolle waren wir beide auf ihn!)

Und dann wurden wir sehr ernst, denn Exmann hatte Besorgnis erregende Nachrichten aus einem südlichen Land. Seine Nichte ist schwanger und das Baby hat einen Herzfehler. Es wird per Kaiserschnitt in der Hauptstadt entbunden und sofort operiert. Bis zur Geburt ist es noch etwas hin, aber Kerzchen und gute Gedanken gehen jetzt schon auf die Reise.

Mein Exmann war allerdings auch stinkwütend. Auf seine minderbemittelte Mutter, die die Nachricht der werdenden Oma mit den Worten kommentierte: Immer was Neues und nie was Gutes!  Dazu muss man wissen, dass Exschwägerin einen pflegebedürftigen Mann hat und selbst Krebst hatte - also nichts wirklich frei gewähltes. Und dass die Nichte in einer glücklichen Beziehung lebt und sich unendlich auf ihr Baby freut. Diese Äußerung war unterste Schublade. Die Frau ist dumm und gedankenlos. So war sie schon immer und im Alter wird es unerträglich. Exmann muss sich täglich um sie kümmern und das ist nicht leicht. Gar nicht. Er tut mir leid. Sich für die eigene Mutter schämen zu müssen, tut weh.

Bei solchen Vorkommnissen bin ich immer dankbar für meine Eltern, so sehr sie manchmal nerven. Denn Menschlichkeit und Mitgefühl ... das haben sie beide! 

 

26.03.2014 um 17:36 Uhr

Status: UNkompliziert!

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Happy! (Pharell Williams)

Die Heimlichtuerei ... hätten wir uns sparen können. Mit völliger Gelassenheit und eher auf diskrete Weise fragte Wirbel an, welche Rolle mein Besuch denn nun hätte ... anhand des Begrüßungskusses vermutete er richtig. Nun noch Blue informieren und das Outing ist familiär hinter uns.

Es sind Kleinigkeiten, die mich erfreuen. Wie die Tatsache, dass unsere Büros so nah beieinander liegen, dass wir sogar ab und an gemeinsam lunchen können. Heute lernte ich einen Ort und Speisen kennen, die ich - obwohl nur wenige Meter entfernt - noch nie gekostet hatte. 

Die Unkompliziertheit scheint der rote Faden ... plötzlich ist alles einfach.

25.03.2014 um 13:50 Uhr

Zeitreise 3

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Der schönste aller Wege (Selig)

Bei Zeitreisen denkt frau normalerweise an romantische Geschichten wie "Die Frau des Zeitreisenden", Komödien wie "Zurück in die Zukunft" oder "Peggy Sue hat geheiratet", Romanzen zwischen Buchdeckeln wie die der amerikanischen Ärztin und ihres schottischen Helden oder den Zeitsprung des Raumschiffs Enterprise, der zwei Captains zusammenbrachte. Aber Zeitreisen geschehen viel öfter und viel unspektakulärer. Und binnen kurzem geschah die dritte in meinem Leben. Zen und ich beförderten uns uns nämlich gestern abend mit einem Knall zurück in unsere Teenagerzeit. Alkoholproblem inbegriffen ...

Wir aßen gemeinsam zu Abend, hörten eine CD, die Zen mir mitgebracht hatte ... und es geschah, was geschehen musste. Nix nämlich. Wir schliefen ein. Auf dem Sofa. Ich noch mit Rotwein in der Hand. Und der führte zum Alkoholproblem. Als ich nämlich hochschreckte, schüttete ich Zen einen guten Schluck über sein Hemd. Über meine Bluse auch, aber die war schwarz.

Die nächste Feststellung nach Säuberung des Hemds katapultierte uns in die frühen 1980er. Denn unser Kurznickerchen von gerade mal drei Stunden (zur Erinnerung: wir sind schon etwas betagter) machte eine Heimfahrt per Bahn unmöglich. Habt ihr jemals als Teenager euren Freund/eure Freundin heimlich ins Haus und in euer Zimmer geschmuggelt, damit die Eltern nichts mitkriegen? Seid ihr jemals von euren Eltern dabei erwischt worden? Nein? Dann habt ihr etwas verpasst! Zum Glück waren es damals nicht meine Eltern, sondern "nur" die des beteiligten Knaben. Aber ein Donnerwetter war's trotzdem.

Bevor Fragen kommen: weder Zen noch ich leben mit unseren Eltern. Aber mit Kindern (ich) und Mitbewohner (er). Also nicht wirklich allein. Erschwerend zur Bahnpanne kam hinzu, dass Blue Zen abends nicht gesehen hatte, weil er gerade länger telefoniert und Wirbel ihm nur kurz im Flur begegnet war. Also back to Heimlichtuerei. Und so sprang ich beim ersten Weckerklingeln aus dem Bett, weckte Blue mit Schulbroten und Tee ... und wir warteten mit unterdrücktem Lachen, bis Blue die Wohnung verlassen hatte. Das selbe eine Stunde später bei Wirbel nochmal. Die Entdeckung und das Donnerwetter blieb uns erspart ... aber trotzdem werde ich wohl dieser Tage mal kurz meine Komplett-Familien-WG über den Neuzugang im Zahnbürstenbestand informieren. Und auch outen, wer das Hemd aus Blues Schrank genommen hat ... ich sage nur: Rotwein.

Outing werden wir in den nächsten Tagen auch anderweitig betreiben dürfen. Nämlich in der Wander-Community, über die wir uns letztlich kennenlernten. Der Kontakt kam ja nur zustande, weil ich eine Teilnahme an einer von ihm geführten Wanderung absagen musste ... und ich bin gespannt auf ein paar erstaunte Gesichter. Denn er ist erst seit kurzem dabei und ich war in dieser Zeit inaktiv. Was bei uns "hinter den Kulissen" passierte, hat ja niemand mitbekommen ...

Es bleibt aufregend ... und schön ...

 

 

 

 

24.03.2014 um 17:12 Uhr

Erwischt ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: J'aime à nouveau (ZAZ)

Es hat mich erwischt. Es hat UNS erwischt. Den Zen-Wanderer und mich. Und es fühlt sich so gut an, dass mein innerer Club komplett grinst wie eine Herde Honigkuchenpferde. Inklusive Frau Ratio übrigens. Die findet ihn nämlich ausgesprochen anregend und dabei wohltuend zuverlässig. Das Seelchen mag seine Zugewandtheit und seine buddhistische Grundeinstellung. Und die Latinas haben am letzten Montag erst einmal schüchtern aus ihrem Verschlag gelinst, sich am Freitag beim Kaffee langsam herangetraut und Nähe genossen und durften sich gestern nach Herzenslust gestylt auf den Tanzboden begeben, wo sie nach wenigen Stunden mit fliegenden Fahnen zum Zen-Wanderer überliefen. Was von Frau Ratio wohlwollend nickend geduldet wurde, während die nervige Ms. Need, die ihre Felle dahinschwimmen sah, verzweifelt Aufmerksamkeit auf das Grüppchen männlicher Irrtümer vor der Türe lenken wollte. Leider vergeblich. Wird sie wohl demnächst anderswo in Lohn und Brot kommen müssen, die Ms. Need. Werde ich sie wohl los. Fein!

Für's Protokoll: Frau Rolle wird übrigens alt ... sie hat sich ganz offiziell mit einem Großvater eingelassen! Auch wenn besagter weißhaariger Opa nur eine Woche älter ist und voller Energie.

Als ich darüber nachdachte, was mir da gerade passiert, fand ich einen Blogeintrag aus Januar 2013 - da war ich gerade visavis begegnet.

"Vor ein paar Wochen hat mich die Zuhörerin gefragt, was ich mir an einem Mann wünsche ... und mit großem Staunen stelle ich fest, dass ich wohl gerade ziemlich genau das bekomme, was ich damals als "utopisches Wunschpaket" bezeichnete. Einen Mann, der mich geistig wie körperlich anzieht. Im passenden Alter und mit Interessen, die wir teilen können. Und sogar in Lebensumständen, die nicht mit meinen kollidieren und uns die Art von Beziehung erlauben, die Freiraum und Nähe beinhaltet, eigenes Leben und gemeinsame Entwicklung. Miteinander SEIN."

Visavis war ein Griff in die Tonne. Aber von seinem Alkoholproblem wusste ich ja zu diesem Zeitpunkt auch noch nichts. Auch von seiner absoluten Lebensuntüchtigkeit nicht.

Aber wenn ich mir durchlese, was ich damals sagte und schrieb ... dann habe ich jemanden in mein Leben gelassen, auf den die Rahmendaten zutreffen, die ich dem Universum durchsmste ...

Der Zen-Wanderer, den ich der Einfachheit halber in Zukunft nur noch Zen nennen werde, zieht mich an mit Körper, Geist und Seele. Alter und Lebensmittelpunkte passen zueinander. Seine Vorliebe für das Wandern teile ich und beide sind wir Büchermenschen und sehr interessiert an fremden Kulturen. Und auch der Rest stimmt.

Noch linse ich ungläubig auf das, was da gerade passiert ... aber ich fange schon an, mich zu freuen ...

24.03.2014 um 11:33 Uhr

Hilfe, mein Adoptivkind ist ein Medium!

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Girls just wanna have fun (Cyndi Lauper)

Seit diesem Wochenende habe ich ein Adoptivkind. Mein neues Familienmitglied raucht zuviel, gibt mir doofe Kosenamen und könnte mit Katzen-Telefon-S*x viiiiel Geld verdienen. Adoption war die richtige Entscheidung. Definitiv! Denn mein Adoptivkind macht mir richtiggehend Angst! Übernatürliche Fähigkeiten hat es ... Hellsehen kann es! Leider fehlen darüber hinaus die Supergirl-Eigenschaften, denn so eine Flugflääädermaus hätte ich angesichts der Top-Performance der Deutschen Bahn vom Wochenende durchaus gebrauchen können. Adoptivkind? Können wir bitte daran arbeiten? Du schaffst das ... gelle?

Sternförmig bewegten sich am vergangenen Wochenende die Kandidatinnen zu einer besonderen Aufzeichnung der Sh*pping-Qu*ens in die geografische Mitte und ins Crew-Quartier. Dort wurden uns zunächst von den freundlichen Gastgebern unsere Spielpartner für das Wochenende zugeteilt. Insbesondere ein großer Rothaariger erwies sich als sehr kommunikativ, wogegen die anderen drei Herren eher schläfrig bis eingeschüchtert wirkten. Erst wenige Minuten vor Aufbruch erhielten wir unser Motto: Trash und Ex! Und wir gaben alles! Doch bereits in der Schuhfiliale mit dem grünen Dora stand die Favoritin fest: eine bildhübsche Blondine mit einem entzückenden Paar sündhaft hoher Pumps! Aufholen konnte ich erst später mit dem Ankauf mehrerer Brote. Den Sieg trug allerdings das heimische Team davon. Die beiden punkteten nicht nur durch spirituose Vielfalt, sondern vor allem durch gastliches Improvisationstalent, gutes Holz und eine Dreifachportion Herz. Die nächste Folge soll übrigens bereits in wenigen Monaten aufgezeichnet werden ...

Viel Herz war auch das Motto des Abends ... und ich sage dazu nur: die Überraschung für den Zen-Wanderer war ein voller Erfolg. Der innere Club stimmte einstimmig ab. Inklusive Latinas.

Und das Adoptivkind ist doch ein Medium!

 

 

 

 

21.03.2014 um 08:36 Uhr

Turbulenzen, Tunnel und haushaltsnahe Tätigkeiten

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Mammamia (ABBA)

Die liebe Niva hat eine Kategorie namens "Ereignisse in komischen Gebäuden". Die klaue ich jetzt mal und mache aus den Gebäuden Räume. Im Morgengrauen brach ich auf zu einer Expedition. Ich war eingeladen. Schriftlich sogar. Und bereitete mich gut vor. Schutzbrille und Schlüssel vor allem. Und dann stieg ich hinab ins Herz der Erde, bis zu einer großen Metalltür. Den Code zu entziffern fiel mir schwer. Doch nach einem vergeblichen Versuch mit einem blockierten Türflügel und der falschen Zahlenkombination gelang es mir endlich, die richtige Türe und den einzig wahren Code zu finden. Von magischer Hand erschien eine Zahlenreihe,. Die, die ich nie mehr verlieren durfte. Die, ohne die ich unrettbar verloren wäre. Nur mit der Spezialbrille gelang es mir, die winzigen Zeichen zu entziffern. Schnell schrieb ich sie auf ein Stück Pergament, schloss die Metalltür und trat den beschwerlichen Aufstieg an. Es blieb mir nicht mehr viel Zeit, um den Code einzugeben, bevor die Lage ausweglos wurde. Ich gab das Letzte und biss mir auf die Lippen, als ich mit fliegenden Fingern den Code eingab und sicherte. In letzter Minute!

Nach diesem viel zu frühmorgentlichen Exkurs in die obskuren Katakomben eines durchschnittlichen deutschen Mietshauses und der Feststellung, dass ich die inzwischen bestellte Lesebrille WIRKLICH brauche, widme ich mich deutlich entspannter Tee und Blog. Ich sollte die Stromablesung eben nicht immer in letzter Minute machen. Aber Prokrastination ist nun einmal ein Rollen-Feature.

Turbulenzen auch. Während sich der Kontakt mit dem Zen-Wanderer aufs Angenehmste weiterspinnt in Kurznachrichten, Mails und Telefonaten überlege ich mir, was ich mit dem restlichen Männertunnelvolk will. Respektive wie ich damit umgehen soll. Es wird mir nämlich gerade zu viel. Nicht im Realen, sondern bereits im Gefühlten. Nachdem ich diese Woche außer Dienstag jeden Abend aus war (allerdings nur Montag mit einem Mann, dem Zen-Wanderer) und ansonsten mit der Perfektionistin am Mittwoch und der Tangoqueen gestern, glaube ich, dass ich heute abend nur noch Sofa und Bügelbrett will. Zumal ich gestern abend nach Rückkehr vom Treffen mit der Tangoqueen noch zwei Stunden zwischen Küche und Keller beschäftigt war. Zwecks Waschung der Blue-Garderobe und Anfertigung einer kulinarischen Rollenspezialität zum alsbaldigen Konsum. Ist gelungen. Definitiv. Nicht gelungen ist allerdings die Anlieferung des A*zon-Päckchens mit Wirbels Schullektüre. Kein Nachbar da und Päckchen jetzt in Postfiliale, wo ich - surprise - erst ab 11 (!) Uhr auflaufen darf, die aber dafür zwei Stunden Mittagspause macht. Blödes Timing und er braucht sie Montag.

Zurück zu den Tunnelmännern. Glamour Girl spricht ja immer von Ereignistunneln und so fühlt es sich an.

Wobei sich in den letzten Tagen ein Hingezogenfühlen zum Zen-Wanderer immer mehr nach vorne drängelt. Frau Ratio und das Seelchen mögen ihn sehr. Und ein oder zwei von den Hormon-Latinas haben ihm neulich auch schon schöne Augen gemacht. Das Gros der Truppe wartet allerdings noch im Hintergrund ab. Die Langsamkeit der Annäherung kennen sie nicht. Denn Frau Rolle hat sich noch nie langsam verliebt. Immer PENG. Allerdings auch oft genug alsbald zerplatzend. Es gefällt mir, was da gerade passiert .... Ausgang noch völlig offen.

Dem Marathoni werde ich schreiben. Ich fühle da keine Fortsetzung über unser Hobby hinaus. Und ich fände es unfair, falsche Hoffnungen zu wecken oder jemanden "hinzuhalten".  Ganz unabhängig vom Zen-Wanderer "ist er es nicht". Natürlich kann ich mit ihm plaudern. Aber durchschnittlich in jedem dritten Satz muss ich Sachverhalte, Fremdworte und Humor erklären. Das macht es mir schwierig, mit ihm in eine Leichtigkeit der Kommunikation zu kommen. Ich brauche und kenne es anders. Es geht. Aber nicht mit ihm. Er hat eine sehr einseitige Wissens- und Interessenausprägung. Damit komme ich nicht klar.

Der Rundengott ist wieder im Springteufeluniversum verschwunden. Sehe ich mit einem Lächeln und ist gut so. Ob ich Hirnwerker in der nächsten Woche treffe, ist noch mit einem Fragezeichen versehen. Wird mir alles etwas zuviel. Zeitlich wie finanziell, denn Hirnwerker lädt nie ein, sondern nur ab - seinen Stress mit den drei Kindern seiner neuen Liebe und seinen berufsbedingten Tinnitus nämlich - und am nächsten Abend bin ich schon mit Münchner Kindl und der Limette verabredet, die beide alsbald in südliche Gefilde verschwinden werden - LImette zwecks Familienbesuch, Münchner Kindl zwecks Bespassung einer größeren Menschenansammlung in der Nachbarschaft von Limettes Familie.

Den D*chungel können wir vernachlässigen. Auch hier gibt es zumindest einen Aspiranten - aber das wäre dann wirklich zu viel. Ich schlendere nur noch gelegentlich über die LIchtung, weil der Cineast ab und an an seiner Liane vorbeischwingt. Ihn hat es zerbröselt. Zusammengebrochen. Seit Weihnachten krankgeschrieben. Burn Out und handfeste Depression. Inzwischen Auflösungsvertrag mit seiner Firma, so dass er definitiv aus Citta weggehen wird. Und seit drei Tagen in einer Klinik. Arme Socke, der. Aber solange er sein Problem behalten will, wird sich nichts ändern. Von Problemen muss man sich aktiv trennen, meint auch die Tangoqueen, die ihn ja auch kennt. Ich drücke ihm trotzdem die Daumen und hoffe, er findet irgendwann sich selbst wieder ... Mitleid ... das ist das Gefühl, das ich für ihn habe. 

Das "wir müssen reden" des Neandertalers muss warten. Ich werde die Verabredung mit Münchner Kindl für heute absagen. Ist mir einfach zu viel. Ich brauche den Abend für mich und das heißeste Date der Woche. Und das ist nicht der Zen-Wanderer, dem ich eine Billardanfrage wegen drohender Gefahr für die Umgebung durch meine berüchtigte Hand-Augen-Koordination abschlägig beschied (mit Ersatzvorschlag natürlich), sondern bloss das Bügelbrett, das heiße Eisen und viel Wäsche. Und ein paar Vorbereitungen, da mein Samstag sehr früh beginnen wird angesichts eines mit Spannung erwarteten Termins in übernächster Stadt. 

So ... und nun zum eigentlichen Problemfall. Da ist Störfeuer. Heftiges. Noch ist es nur virtuell, das Wetterleuchten. Und es ist auch kein Terrorist, sondern nur ein Kreativer. Ein Freund und wohl auch mal Freund-Plus von BesterFreundin. Der mich irgendwann in ihrer Kontaktliste entdeckte und mir seitdem schreibt. Sporadisch, kurz, witzig. So weit in Ordnung. Doch nun hat er sich nicht nur emotional, sondern auch räumlich und geschäftlich von seiner Freundin und Mutter seines noch recht jungen Nachwuchses getrennt und baggert zweifachen. Zum Einen um Aufträge zur Gestaltung von "Speisekarten" und ähnlichem von meinen Chefköchen, zum Anderen um ein Telefonat und baldiges Treffen. Und dieser Kerl strahlt genau den Hauch von "Bad Guy" aus, der die Latinas zum Hibbeln bringt. Der Aspekt "Bad Guy", den ich beim Zen-Wanderer erhoffe, aber noch nicht erlebt habe. Zum Glück wohnt das Störfeuer eine Stunde Autofahrt weit weg. Er wäre eine Dummheit. Auch wenn der Mensch an sich ein prima Kerl ist, wie ich von BesterFreundin weiß, die ihn schon einige Jahre gut kennt.

Da sind wir wieder ... bei der Persönlichkeitsstruktur. Die Ungeduld, die Geißel der Extravertierten. Das "Wissen-Wollen". Die schnelle Taktung. Es hilft nichts, zu wissen, dass ich gar nicht anders könnte. Ich hibble. Bis Sonntag wahrscheinlich. Da treffe ich den Zen-Wanderer wieder. Diesmal weiß ER nicht, was ihn erwartet. Aber ich denke, es wird ihm gefallen. Eine Kaffeezeremonie habe ich mir für ihn einfallen lassen und denke, das trifft es im doppelten Sinne. Zum Einen hat er ein Jahr in Japan verbracht und dort die Teezeremonie kennen- und liebengelernt. Zum Anderen ist er leidenschaftlicher Kaffeetrinker. Bei dieser Zeremonie werden die Bohnen in einem gusseisernen Topf geröstet und per Hand zerstossen. Der Kaffee wird vor den Augen der Gäste stark und schwarz und süss zubereitet, dazu gibt es süßes Mohnbrot. Drei Tässchen sollte jeder trinken - eine für die Ankunft, eine für's Gespräch und eine zum Abschied. So wird es seit Jahrhunderten gemacht in jenem weit entfernten Land. Und vor dieser besonderen Zeremonie werden wir essen ... mit den Fingern. 

Spannung also in vielfacher Hinsicht. Aber leider kein Cliffhanger. Mal sehen, ob mir heute abend noch einer einfällt ....

Erwähnte ich schon, dass ich hibble? 

 

 

19.03.2014 um 08:03 Uhr

Mittfrühlingstraum?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: The Things we do for Love (Ten CC)

Am Freitag wird es offiziell Frühling. Am Donnerstag inoffiziell Sommer. Temperatursprung von "Mist, die Jacke war doch zu dünn" zu "fast Freibad". Sprünge auch in Gedanken und Gemütern. Das Münchner Kindl hat sich während der Festwochen verknallt. Und entgegen der Volksweisheit, dass am Aschermittwoch alles vorbei sei, scheint sich da jetzt doch mehr anzubahnen. Drei, vier Treffen und bereits ein Kurzurlaub geplant. Und das Münchner Kindl rotiert in der gesamten Palette. In einer Minute die aus Erfahrung gewachsene Angst, es würde zu schnell zu eng und sie sei ja eigentlich gar nicht der Typ für verliebte SMS und Kosenamen. In der nächsten Beklagen über das Nachlassen der Frequenz besagter Kurznachrichten. 

Dann hielt sie mir einen Vortrag ... ich solle bloss darauf achten, möglichst viele Männer zu treffen und mich nicht ausschließlich auf einen einlassen. Bis ihr im Nebensatz auffiel, dass diese Warnung eigentlich etwas ganz anderes hieß. SIE hat Schiss, schlicht und ergreifend Schiss!

Ihren "Rat" werde ich allerdings nur bedingt aufgreifen. Auch, wenn Marathoni das sicher anders sieht. Aber ich denke nicht, dass er über das Laufthema hinaus für mich "gut" ist. Stattdessen sind die Springteufelchen wieder aufgetaucht. Beide sinnigerweise an einem Tag. Der Hirnwerker und der Rundengott (der unstete Mann mit dem Rennfahrerhobby). Der Hirnwerker hat ja seit Dezember eine frische Beziehung. Sie ist 12 Jahre jünger als er und hat drei Kinder. Was ihn mehr stresst, als er zugeben will. Wir gehen etwas trinken nächste Woche. Parole Kumpel. Und das kann ich mir mit ihm auch wirklich vorstellen. Treue Seele. Meldet sich immer wieder bei mir. Scheint also wirklich an einer Freundschaft interessiert auch OHNE "Plus" (das wir auch im letzten Jahr nicht wirklich hatten). 

Der Rundengott rief sich gestern per Mail und Hinweis auf seinen neuen Renn-Blog ins Gedächtnis. Kurzer Mailaustausch und ich bin jetzt wieder informiert über die neuesten Loftbaupläne - er ist dabei, sich in der Pampa eine Halle mit Werkstatt und Loft zu planen und zu bauen. Da ist er ganz bei sich und ganz konsequent. Der Rundengott ist kein Mann für eine Beziehung. Er lebt sein Leben. Örtlich unstet durch seine Aufträge und sein Hobby. Und hat nach seiner Scheidung vor einigen Jahren beschlossen, das im Prinzip als Single zu tun. Wir kennen uns seit fast acht Jahren. Und mögen uns. Auf eine Art und Weise, die gegenseitig "sein lässt". Und auch, wenn wir uns grundsätzlich verdammt anziehend finden, ist die andere Art der Anziehung wichtiger ... die der Denkweisen, des Humors und der Betrachtung der Welt. Ich muss das Münchner Kindl allerdings enttäuschen - ein Treffen ist hier in nächster Zeit nicht geplant.

Klar ist es gut, männliche Freunde zu haben und die "andere" Sicht der Dinge zu erfahren. Aber: das Thema "männliche Freundschaften" lässt sich eben nicht konstruieren. Fakt ist, dass der einzige Mann, den ich als langjährig engen Freund im Alltag bezeichnen kann, der Weißwäscher ist. Die beiden Jungs aus der jahrzehntelangen Wahlfamilie sind zwar immer noch wie Brüder, wenn ich sie treffe, aber diese Treffen sind zu selten, um wirklich am Leben gegenseitig teilzuhaben. Und die Hummel ist seelenverwandt, aber nicht Teil meines Alltags. Alle anderen Männer in meinem Leben sind auf "Sparten" beschränkt. Wie der Wandervogel oder der Tanzpartner.

Männliche "Bekannte" habe ich einige. Aber die engen Freundschaften pflege ich nun einmal mit Frauen. Nicht, weil sie Frauen sind, sondern weil irgendetwas in diesen Beziehungen tiefer geht. Und natürlich differenziere ich in diesen Beziehungen auch.

Wie kam ich eigentlich auf dieses Thema? Richtig ... das Münchner Kindl und ihre Panik, sich zu schnell einzulassen. Natürlich ausgelöst von meiner Erzählung des zauberhaften Dates mit dem Zen-Wanderer. Gestern haben wir telefoniert. Und waren beide noch voll der Eindrücke von Montag. Vom Konzert und von unserem Gespräch. Wiedersehen werden wir uns am Sonntagabend. Auf einen Wein. Und vorher sicher noch einmal telefonieren. Weil wir beide "ein Leben" haben. Und das ist gut so. 

Das "wir müssen reden" des Neandertalers werde ich übrigens hoffentlich am Freitag abbiegen können. Münchner Kindl schlug vor, etwas trinken zu gehen und wird ihn und den Schlagerfreund mitbringen. Da ergibt sich bestimmt am Rande eine Möglichkeit zum kurzen Austausch. Und zur Klärung der seltsamen Signale.

Ob der Zen-Wanderer der "Richtige" für mich ist? Das wird die Zeit zeigen ... und die Natur unserer nächsten Begegnungen. Momentan sind noch alle Wege offen ... 

 P.S. Und natürlich treibt er sich in meinen Gedanken herum, der Zen-Wanderer ... so sehr sogar, dass ich gestern einen Geburtstag vergass ... auch an dieser Stelle eine Entschuldigung und ein nachträglicher Glückwunsch ... 

 

 

 

18.03.2014 um 07:55 Uhr

Zeitreise, die Zweite ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Pillow Talk (Doris Day)

Schlaf wird überschätzt. Definitiv. Und ganz besonders der Schlaf nach sehr langen Abenden mit Wein, die mit Kaffee enden. 

Nach Kaffee (bzw. Cappucino, denn normalen Kaffee vertrage ich ja nicht) schlafe ich anders. Und kommt ein wenig Alkohol hinzu, nochmal "anderser". Heute nacht wusste ich, dass ich mich in meinem Bett befand. Doch gleichzeitig stand ich im Hausflur meiner Eltern und bemühte mich, leise zu sein. Vor 30 Jahren konnte ich mich anstrengen, wie ich wollte ... aber IMMER wurde meine Mutter wach. Ich rumorte laut. Weiß nicht mehr, was ich tat. Doch bevor ich die Klinke zur Schlafzimmertür herunterdrücken konnte, begegnete mir meine Schwester auf dem Weg ins Bad. Mit den langen Haaren, die sie heute trägt und einem altmodischen Nachthemd (nicht romantisch-altmodisch, sondern 80er Jahre Kindernachthemd-altmodisch). Und von oben kam die laute Stimme meiner Mutter, ich solle nicht in dieses Zimmer gehen, da darin ihre beste Freundin schlafe. Ich solle nicht fragen, warum. Mein Vater stand hinter ihr in der Tür des Zimmers, das eigentlich ein Wohnzimmer ist. Auch das abstrus, da die beiden schon damals kein Zimmer mehr teilten. Ich kletterte die Leiter zu meinem alten Dachzimmer hoch und wunderte mich, dass ich selbst plötzlich auch ein "Kindernachthemd" trug. Zeitreise komplett. Und dann klingelte der Wecker ... und ich freute mich, da zu sein, wo ich bin.

Dank demokratischer Grundrechte, diesmal ausgeübt von den Angestellten des öffentlichen Nahverkehrs, durfte ich heute eine Stunde länger schlafen. Oder nicht länger, denn die Stunde oder mehr habe ich ja gestern noch in der kleinen Latino-Bar mit Gespräch und Kaffee nach dem Konzert verbracht. Aber später aufstehen tat gut. Für mich bedeutet das Wegfallen der Nahverkehrsangebote nämlich das Wegbleiben von Blue. Der hat bei seinem Vater übernachtet, weil a) von dort ein anderer Busanbieter fährt, der eventuell den Betrieb nach Kaff noch aufrechterhält und b) sein Vater über ein Auto verfügt und ihn fahren könnte, wenn gar nichts mehr geht. Wirbel muss ja nur einmal über die Straße, den betrifft's nicht. Und ich darf heute mittag einmal quer durch Citta spazieren gehen und bin alles andere als traurig darüber. Denn ein Spaziergang durch die schönste Grünanlage der Stadt ist eher eine Belohnung als ein Erschwernis.

Wieder ein Vorteil des neuen Lebensmittelpunktes. In Dorf hätte ich geflucht. Ich erinnere mich noch an das letzte Mal ... bei Regen und Gegenwind am Fluss entlang geradelt. Kalt und windig und eklig war's ... und beim vorletzten Mal zu Fuß durch den Schnee, 90 Minuten lang. Es hat schon was für sich, in der Stadt zu leben!

 

 

 

18.03.2014 um 00:59 Uhr

Gina muss nicht fliegen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Hey Rusty (Lloyd Cole)

Was für ein zauberhafter Abend! Ein großes Geheimnis hatte er darum gemacht ... der Zen-Wanderer. Kulinarisch sollte es werden. Und als er mich heute per Gesichtsbuch auf den Irischen Nationalfeiertag hinwies, ahnte ich dunkel, wo unser Ziel sein könnte. Und richtig. Der Zen-Wanderer steuerte den gemütlichsten der mir bekannten vier Irish Pubs von Citta an. Trotz der frühen Stunde war schon einiges Feiervolk unterwegs. Grün gewandet und mit den typischen Zylindern. Und kulinarisch wurde es auch - Fish & Chips vom Feinsten. 

Stutzig wurde ich allerdings, als ich eine zweite Runde Getränke vorschlug. Nein, sagte er ... wir gehen jetzt weiter. Zu meiner Verblüffung erstmal zum Bus. Und dann in den Ortsteil, in dem sich der zweitbeste Pub befindet. Ich war also ziemlich sicher, wie der Abend weiterginge, einverstanden damit und mich nur fragend, wie viel Cider ich ohne böse Konsequenzen trinken könnte.

Doch der Zen-Wanderer hatte noch eine Überraschung in petto. Plötzlich zog er mich in einen Hauseingang und ehe ich mich versah, befand ich mich in einem Konzertsaal. Und wusste nicht, was mich erwartete, bis er mir ein Monatsprogramm dieser Event-Location in die Hand drückte. Und ich war platt. Völlig platt. Denn noch vor einer Stunde hatte ich ihm im Pub erzählt von einem musikalischen Ausflug in die Vergangenheit am Samstagabend mit der Perfektionistin. Und genau diesen Künstler hörten wir jetzt. Für mich eine Erinnerung an meine Zeit bei den Ch'ti. An die Samstage in einer Bar. Irgendjemand hatte die CD mitgebracht. Und wir alle hörten sie rauf und runter, jeden Samstag. Eine Musik, die immer mit dieser Zeit und diesen Menschen verbunden sein wird. Für ihn seit langem Musik, die er mag. Und weil ich irgendwann mal ein "Mag ich" angeklickt hatte, das in meinem Sozialmedienprofil sichtbar war ... hatte er diese wunderbare Idee gehabt! Es war eine Reise in die Vergangenheit und viel mehr. Damals war der Künstler eine Rampensau mit Band und reichlich Drive. Heute ist er reifer, ruhiger und unglaublich intensiv - aber immer noch mit diesem gewissen Etwas in der Stimme.

Ein klares WOW in zweifacher Hinsicht. Ein fantastisches Konzert mit einem unter die Haut gehenden Musiker und ein wirklich wunderbarer Abend mit reichlich "Schwingung" war das ... und als ich meine Bahn so gerade noch erwischte, war ich enttäuscht, dass das Gespräch schon endete ...

Und: Gina, du kannst dich in deinem Sessel zurücklehnen ... diesen Mann möchte ich auf jeden Fall wiedersehen!

17.03.2014 um 08:50 Uhr

Verkatert?

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: So ein Störgeräusch ...

Kann man/frau eigentlich verkatert sein ohne einen einzigen Tropfen Alkohol? Genau so fühle ich mich nämlich heute morgen. Kopf in Watte, Schädelbrummen, Unwohlgefühl und irgendwie fertig. Komme garnicht aus dem Bett. Auch ein Fresskater kann es nicht sein. Denn nach dem Törtchen gestern nachmittag habe ich das Abendessen ausfallen lassen. Seltsamerweise fällt mir das gerade leicht. Es ist, als ob mein Körper gerade sehr bewusst Ballast abwirft. Und trotzdem dieses verkaterte Bäh-Gefühl. Vielleicht liegt's auch an dem blöden Cortison-Spray. nach dem mein Mund sich immer so seltsam anfühlt.

Oder an dem Gedankenwirrwarr in meinem Kopf. Da flackern gerade Dinge wieder auf. Viele. Es sind die inneren Umzugskisten. Die, die ich im Oktober an die Seite packte und eigentlich noch nicht auspacken wollte. Doch die eine oder andere platzt gerade auf. Macht sich mit Vehemenz bemerkbar und rollt mir ihren Inhalt vor die Füße. Aufmerksamkeit heischend. Warum kann ich die Männer in meinem Leben nicht einmal durcheinanderwürfeln? Dann wäre es nämlich goldrichtig. Ich hätte gern die geistige Bandbreite und die Zugewandtheit des Zen-Wanderers, die Dynamik des Marathoni und den Hauch von Verderbtheit, den der Neandertaler ausstrahlt, dazu die Gentlemanqualität des Tanzpartners. Geht nicht? War mir klar. Wäre auch die eierlegende Wollmilchsau.

Wobei es sich bei den geschilderten Eigenschaften um diejenigen handelt, die ich bereits ansatzweise kennenlernte - und der Tanzpartner eh "ausscheidet", da im sonstigen Leben glücklich verheiratet. Wir tanzen wirklich nur ... und das ja auch schon seit Herbst nicht mehr, weil mir die Zeit fehlte. Der Neandertaler hingegen ist in einer anderen Lebensphase. Einige Jahre jünger als ich. Und noch familienlos. Und bislang sind wir eigentlich nur gute Bekannte. Sollte meinerseits auch nicht mehr werden. Aber dieses "wir müssen reden" gibt mir zu denken ... und auch einige "Hinweise", bevor er nach der Feier von neulich im Kinderzimmer verschwand. Der Marathoni hat jede Menge Energie. Typischer Läufer halt. Von der Mentalität her kommt mir das sehr entgegen. Strahlt Kraft aus. Was ich hier vermisse, ist die intellektuelle Ebene. Der Überbau.

Diesen Überbau hat der Zen-Wanderer reichlich. Ihn rief ich gestern abend nach Erhalt einer Nachricht noch an. Es wurde wieder ein sehr angenehmes Telefonat. Und heute abend das Treffen, um das er immer noch ein bisschen Geheimnis gewickelt hat. Gefällt mir. Und ich bin gespannt auf seine anderen Seiten. Bin neugierig darauf, wie er den Abend inszenieren wird und was mich erwartet ... und darauf, wie er auf mich auf der "anderen" Ebene wirkt. Ob ich mich nicht nur geistig, sondern auch körperlich angezogen fühle. Denn dabei kommt es nicht auf die - angenehme - Optik an, sondern auf das Körpergefühl. Für mich insbesondere auf meine Wahrnehmung von Kraft und Körperspannung. Diese Seite hat er mir noch nicht gezeigt. Und ich weiß auch nicht, ob ich sie heute entdecken werde. Es eilt nicht. Ich lasse mich einfach mal ein auf den Rahmen und die Stimmung des Abends.

Und verpasse mir vorher mal vorsichtshalber eine Gehirnwäsche, die da sagt, dass Feingeister halt meist keine S*xg*tter sind ... und frage mich, auf was von beidem  ich eher verzichten könnte ...  oder ob die Lösung in Paralelität liegen muss? Dummerweise für mich nicht praktikabel, denn ich liebe monogam. Aber dazu muss es ja erstmal kommen ... zum Verlieben und Lieben. Momentan bin ich Alice im Männerland, die mit erstauntem Blick hinter dem Grinsen der verschwundenen Katze herläuft. Erstaunt, aber nicht wirklich involviert ... noch nicht. Und Mrs. Need, die mich sonst gerne mal in die falsche Richtung schubsen will so mit "wenn dieser tolle Mann dich will, solltest du nicht rumzicken", habe ich neulich im Wald ausgesetzt. Denn entgegen einschlägiger Frauenliteratur ist die Begeisterung auf Männerseite nicht das Kriterium, das mich in einer Beziehung glücklich leben lässt. Natürlich wünsche ich mir, dass ein Mann begeistert von mir ist und verliebt in mich und irgendwann auch, dass er mich liebt. Aber er sollte mich auch wollen. Und mögen. Und: noch viel wichtiger - ich möchte ihn wollen, mögen, lieben und bewundern. Alles gleichzeitig. Und mich mit ihm wohl fühlen. Also muss ich darauf achten, was ICH fühle. Ob es mir gut geht mit einem Mann oder ob etwas wesentliches fehlt, ob ich mich verbiegen muss oder nicht.

Kopflastig mal wieder, ich weiß. Und die liebe Gina würde jetzt am liebsten in den Flieger steigen. Ist nicht nötig. Versprochen. Und ich berichte morgen vom Abend mit dem Zen-Wanderer ... 

 

 

16.03.2014 um 19:32 Uhr

Perceiving ... im Strom des Lebens

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: La-bas (JJ Goldman & Sirima)

An diesem Wochenende beschloss ich, meiner unter allem Planen der letzten 20 Jahre liegenden wahren Neigung zu folgen. Und nichts zu planen.(jedenfalls nichts über den kurzen Jobtermin am Samstagmittag hinaus). Worauf sich alles wunderbar fügte. Beginnend mit einer guten Nachricht am Freitag. Wirbels Herzgeräusch war nur ein "Strömungsgeräusch" - der Spezialist gab Entwarnung. 

Samstagmorgen freute ich mich über Post vom Weißwäscher - und verabredete mich spontan mit ihm zum Hundespaziergang mit seiner schwarzen Labradordame. Und lernte einen ganz bezaubernden Teil von Citta kennen ... ein romantisches Bachtal, ganz nah an der Innenstadt. Ich war begeistert! Und ganz nebenbei hatten wir beide endlich mal wieder Zeit für ein langes Gespräch. Für abends sagte sich dann Frau Perfektionistin an. Kleines Abendessen und dann irgendwo etwas trinken gehen - so war die Idee. Aber irgendwie blieben wir am Tisch kleben und das Gespräch wurde immer intensiver ... bis zwei Uhr morgens. Und dann wollte Frau Rolle es wissen und probierte die Kleiderabteilung durch. Was soll ich sagen? Da ist einiges verschwunden ... und ich wundere mich, wie das passieren konnte. Seit fast drei Monaten sportuntauglich und trotzdem im Umfang abgenommen? Das Resultat jedenfalls gefällt mir. Sehr. Vielleicht ist es auch eine Schutzschicht, die ich jetzt nicht mehr brauche? 

Trotz der noch etwas längeren Anprobeaktion kam ich heute früh gut aus den Federn. Und liess mich telefonisch motivieren, ungeachtet des gräulichen Wetters eine Runde zu laufen ... oder eher zu schleichen, weil der Husten Laufen noch nicht wirklich toleriert. Der, der mich motivierte, wollte zwar eigentlich ganz anderes - nämlich eine Rad-Begleitung für seinen 30 km-Trainingslauf - aber Rad fahren löst zurzeit unmittelbare Hustenkrämpfe aus. Geht gar nicht. Also lieber walken. Kleine Runde mit 7,5 km hat mir völlig gereicht. Und mit dem Marathoni in spe habe ich mich dann lieber später zum Kaffee getroffen. Weniger Hustenrisiko. Und leckere Birnentörtchen dazu.

Der Zen-Wanderer hat mich Donnerstag noch angerufen. Wieder ein sehr angenehmes Gespräch. Und morgen abend das nächste Treffen. Ein Mann, der mich geistig reizt und der ein wichtiges Hobby teilt. Auch der Marathoni gibt deutliche Signale. Der spricht einen ganz anderen Bereich an - das sportliche Beißen und die Extreme.  Und da wäre noch das angemeldete "Wir müssen reden" vom schwäbischen Neandertaler ... von meiner Seite ein Fragezeichen.

Last not least eine Mail von meinem ehemaligen Tanzpartner ... ob ich es doch noch mal versuchen sollte mit einem Workshop?

Wie heißt es so schön? "Don't cross the bridge before you come to it"

In between habe ich mich an diesem Wochenende noch einmal bei Feline gemeldet, was gut war. Denn die Ärmste ist gestraft mit ihrer hirnlosen Mutter und einer völlig ferngesteuerten Schwiegermutter, die wieder mal abdreht. Felines kleine Tochter geht zur Erstkommunion und Frau Schwiegerdrache mischt sowohl die Gästeliste als auch die Stimmung auf. Ich werde an besagtem Sonntag bis mittags ein Seminar haben. Aber ich habe Feline jetzt versprochen, am späten Nachmittag gratulieren zu kommen und ihr beim Aufräumen zu helfen (auch eventuellen Seelenbruchs). Und auch, wenn ich ihren Mann manchmal anstrengend finde, muss ich bei dieser Gelegenheit wieder eine wunderbare Loyalität an ihm loben. Er steht zu seiner Frau. Ohne wenn und aber. Auch gegen die eigene Herkunftsfamilie notfalls. Und nicht zum ersten Mal. Dafür schätze ich ihn wert und mag ihn. Denn Feline hat es verdient, dass jemand ohne wenn und aber zu ihr steht. Wie diese Frau angesichts ihrer Mutter so normal werden konnte, versteht noch nicht mal ihr Arzt ... allerdings hat ihr Körper sich sein Ventil gesucht. Mit dieser tückischen Krankheit, die sie mit unter 40 zur Rentnerin machte. Mit dieser Krankheit, die manchmal nur die Wahl zwischen Pest und Cholera erlaubt. Wie jetzt gerade. Beide möglichen Medikamente sind neu auf dem Markt. Beide haben heftige Nebenwirkungen. Und so wird Feline nicht nur die Familienfeier stemmen müssen, sondern nebenbei gegen ganz andere Dämonen kämpfen müssen. 

Manchmal ist das Leben verdammt ungerecht .... life's a bitch. 

Und ich ... bin so froh, dass Wirbel gesund ist. Und dass ich nur Husten habe. Und Luxus-Probleme mit den Männern in meiner Nähe. Aber auch die werden sich klären ... bald.  

 

 

 

12.03.2014 um 07:37 Uhr

Vollgetankt, müde und immer noch hustend

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Morning has broken (Cat Stevens)

Morning has broken ... der Morgen ist kaputtgegangen ... diese denglische Übersetzung kommt meinem Lebensgefühl heute am nächsten. Denn bei allem Frühlingstheater draußen fühle ich mich einfach nur müde, müde, müde. Es war nicht spät gestern, kaum 22 Uhr, als die Waschminna endlich das letzte Handtuch ausspuckte. Aber ich fühle mich wie gerädert. Die Erklältung und ein gutes, aber anstrengendes Seminar fordern ihren Tribut. Und nach Seminarende wartet direkt der Schreibtisch und ein Packen Unerledigtes. Nicht ideal. Aber nicht anders machbar. Denn andere Seminarorte hätten zwar den Vorteil gehabt, mir nach dem ganzen Hirnfutter eine kleine Erholungsphase auf der Rückreise zu schenken, aber Reisezeit frisst Urlaub und Geld. Viel Geld. Also in diesem Jahr nur eigene Stadt und die Kleinstadt im Hügelhinterland, die noch via normale Monatskarte erreichbar ist. Nur eine Ausnahme habe ich mir gegönnt. Eine Fahrt in ein vier Stunden entferntes Nest mit einem sehr spannenden Thema.

Es ist so schön draußen. Und ich hoffe, dass ich am Wochenende wieder gesund genug sein werde, mich daran auch richtig zu freuen. Mal wieder zu laufen zum Beispiel. Und abends länger draußen zu sein. Oder auch nur im Wohnzimmer, wo die schönen Blumensträuße stehen, die mir die Gäste an Blues Geburtstag mitbrachten. Momentan bin ich froh, abends die Nahrungsversorgung sicherstellen zu können und dann direkt ins Bett zu verschwinden. Meist, ohne selbst etwas zu essen. Der Husten  bringt Sodbrennen. Davon vergeht Appetit. Böse bin ich nicht darüber, denn ohne Sport würde ich sonst aufgehen wie ein Hefekloss. Zeit für die Rückkehr der Routine ...

Der Zen-Wanderer und ich sind gerade asynchron. Er schreibt morgens, ich abends. Unser nächstes Treffen wird ein "kulinarischer Abend ohne Hunger" ... ich bin gespannt, was er sich da ausdachte. Übrigens, Gina: ob ich ihn riechen kann, weiß ich noch nicht. Erstens war ich jedes Mal erkältet und zweitens sind wir uns dazu auch noch nicht nahe genug gekommen. Auch dazu gibt es demnächst vielleicht eine Antwort ...

Unsortiert ... so fühle ich mich. Der Morgen ist in kleine Mosaikteile zerbrochen. Die müssen erstmal wieder ein Ganzes werden ... oder ich einfach ... WACH ...? 

11.03.2014 um 07:21 Uhr

Heimschläferin

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Paris s'eveille (Jacques Dutronc)

Es war eine gute Entscheidung, beim Seminar in meiner eigenen Stadt die Gruppendynamik zugunsten des eigenen Bettes ausfallen zu lassen. Heute morgen jedenfalls hatte ich nach gut 10 Stunden Schlaf das Gefühl von erholt und etwas gesünder.Der blöde Husten ist noch da, wird aber langsam schwächer. Und es tut einfach gut, heute morgen noch ein Stündchen alleine zu sein.

Das Seminar überraschte mich. Vor allem durch die schriftliche Auswertung eines Tests, den ich vor einigen Wochen online machen sollte. Zu 50 Prozent entsprach die Auswertung meiner Selbsteinschätzung. Ich bin definitiv extravertiert. Aber das weiß nicht nur ich, sondern jeder, der mich kennt. Auch meine Art, zu beurteilen, kann niemand als sensitiv bezeichnen. Einzelheiten langweilen mich. Ich sehe das Ganze und die Möglichkeiten darin. Keine Überraschung also.

Überrascht haben mich die letzten beiden Kategorien. Denn ich bin ein fühlender Entscheider. Ich entscheide nicht nach Logik, sondern nach Werten und Gefühlen. Als ich das las ... und die Begründung dafür ... verstand ich noch einmal vieles besser. Auch die Verunsicherung der Logik-Entscheider um mich herum. Bei mir ist es keine Frage von Abwägung, sondern von "da will ich hin".  Und das passt.

In der letzten Kategorie hatte ich viele Fragen vor dem Hintergrund von Verantwortung und Pflicht beantwortet. Trotzdem kam heraus, wo meine wirkliche Neigung liegt. Ich bin keine Planerin, auch wenn ich es jahrelang sein musste. Sondern eine Flexible. Dafür spricht meine Vorliebe, jeden Plan mehrfach zu ändern. Und meine Freude daran, ausgetretene Pfade endlich zu verlassen.Und mein krummer Lebenslauf.

Meine Persönlichkeitsstruktur ... und damit kann ich gut leben. Und habe festgestellt, dass ich mir instinktiv den richtigen Job gesucht habe ... und die 2. Säule ebenfalls perfekt zu mir passt.

Auch die sonstigen Eindrücke rund ums Lernen sind wieder einmal sehr positiv. Tolle, sympathische Referentin, die mir zum Einstieg schon einmal Lieblingsmusik schenkte ... es lief ZAZ. Interessante Gruppe mit drei alten Bekannten und sehr unterschiedlichen Menschen. Allerdings werde ich diesmal auf diese Kontakte nicht so intensiv einsteigen können, da ich ja nur zu den Seminarzeiten anwesend bin. Aber das ist einfach besser für mich so. Und im April werde ich es auch so halten. Gleichzeitig kann ich so zuhause den Betrieb aufrechterhalten. Für Juni allerdings überlege ich mir, ob ich das Zimmer nehmen und zumindest ein, zwei Nächte dort bleiben sollte. Bei dem Thema denke ich, dass die Dynamik wichtig ist. Und ich schätze auch, dass zu diesem Zeitpunkt einige berufliche Kontakte im selben Haus übernachten, so dass ich auch hier noch ein paar Treffen hinbekäme. Na ja, für diese Entscheidung habe ich noch etwas Zeit. 

 

10.03.2014 um 07:38 Uhr

"Fumm" ... am I too picky?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: I'm no good (Amy Winehouse)

Da isse wieder. Die meckerige Nervensäge, die in jeder Suppe ein Haar findet. Oder auch: innerer Club findet keine Mehrheitsvoten ...

Ich gestehe: ich bin eine typische Frau. Leider auch, was meinen fatalen Hang zu "Bad Guys" ausmacht. Dieser gewisse Hauch von Verruchtheit in Verbindung mit gierigem Lebenshunger ... der hat mich schon immer angezogen wie die Motte, die in der Lampe verglüht.

Und nun ist da dieser Mann, mit dem sich schönste Gespräche führen lassen. Der mir auch optisch eigentlich ganz gut gefällt. Der sich um mich bemüht. Der aufmerksam ist. Der interessante Geschichten erzählen kann. Der wandert, kocht, liest ... und damit wichtige Teile meiner inneren Welt anspricht. Die äußere Welt, meine eingestandene Oberflächlichkeit, weniger: Die vergangene Festwoche zum Beispiel ist ihm ein Gräuel.

Wie oberflächlich kann Frau eigentlich sein, wenn sie jetzt das Haar in der Suppe sucht? Frau Ratio jedenfalls sagt, dass ich hier endlich mal jemandem begegne, der wirklich gut für mich sein könnte. Das Einzige, was auch Frau Ratio mit abwartendem Blick betrachtet, ist seine beruflich wechselhafte und ziemlich aussichtsfreie Situation. Frau Ratio sagt: solange er damit klarkommt, ist es in Ordnung. Die Latinas hingegen sind uneins. Die eine Fraktion hat sich seine Augen, sein Kinngrübchen und seine Hände angesehen und wäre durchaus geneigt, sich auf diesen Dreiklang einzulassen. Die zweite Splittergruppe hingegen befürchtet zu viel Ernsthaftigkeit, zu wenig Spass und das Ausbleiben von Verdorbenheit, die ja auch durchaus Spass bereiten könnte. Das Seelchen hat sich noch keine Meinung gebildet. Gestern hat es sich wohlgefühlt. Am Dienstag auch. Wie hoch ist der Anteil des Oberflächlichen an meinem Leben? Und wie wichtig ist es wirklich? Kann ich ohne diese Seite an mir sein? Ausprobieren?

Problem: Mr. Bad Guy kann frau unkompliziert "anprobieren" wie einen Mantel ... Mr. Neat and Clean nicht ... auf den muss man sich einlassen. Und kann sehr viel dabei gewinnen ... oder auch verlieren. Mr. Bad Guy ist die Achterbahn. Vielleicht aber das geringere Risiko. Könnte das der Grund gewesen sein, warum ich Bad Guys verfiel? Der Kick ohne die Verpflichtung zur wirklichen Ausdauer, weil das Verhältnis durch den Charakter von Bad Guys seine natürlichen Grenzen hatte? In den harmonischen Ausdauer-Beziehungen meines Lebens bin immer ich gegangen. Und es waren neat and clean-Männer. Die mich irgendwann lähmten in ihrer Stagnation. Ist es meine wirkliche Herausforderung, in einer Beziehung Ausdauer zu zeigen? Auch ohne Achterbahn, die mich in Spannung hält?

Brauche ich wirklich den Kick von Himmelhochjauchzend-zu Tode betrübt? Brauche ich den Mann, der mich aus den Stiefeln und dem Tritt  reißt statt dem, der stetig und wohltuend neben mir geht? Ist der Mann Ersatz für das fehlende Abenteuer in meinem Leben? Und bedeutet mein Streben nach Alphatierchen vielleicht nur die Kompensation meines eigenen Scheiterns an Hierarchien? Ist es meine Aufgabe, mich davon endgültig freizumachen? Ein Gespräch mit GlamourGirl vor einigen Wochen deutet in dieselbe Richtung. 

Danke, lieber Zen-Wanderer, dass du mich zum Nachdenken bringst. Es ist höchste Zeit dafür.

Ich kann dir nicht versprechen, dass und in welcher Weise zwischen uns etwas wächst. Aber ich kann dir versprechen, jetzt nicht gleich wegzulaufen, sondern mich erst einmal einzulassen auf die nächsten Begegnungen. Und mir Offenheit zu bewahren dabei. In mich hineinzuhorchen und zu fühlen, ob es mir gut geht mit unserem Erleben. Ob ich will oder bin. Das ist wichtig.

Wir haben uns zweimal gesehen. Und - wie gestern geschrieben - es sind noch alle Wege offen. Es gab noch keine eindeutigen Schritte. Kein Händchenhalten, keinen Kuss. Letzteres wäre angesichts meiner feierwocheninduzierten Seuche auch sträflicher Leichtsinn gewesen. Noch alles offen. Aber da ist schon ... Spannung.

Und ich wäre nicht Frau Rolle, wenn da nicht noch Dinge im Hintergrund passieren würden. Da steht noch ein Gespräch an. Nach einer Situation, die aus meiner Sicht keines Gespräches bedürfen würde. Sondern nur eines Grinsens und des Übergehens zur Tagesordnung. 

Also ... wait and see ... sowohl als auch ... 

 

09.03.2014 um 18:30 Uhr

Viren, Verwandte, Zen ... und es WAR ein Date

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Big in Japan (Alphaville)

Nachdem ich gestern abend unter Par*cetamoleinwirkung einschlief, war ich eigentlich sicher, die Geburtstagsfestivitäten für Blue noch kurzfristig absagen zu müssen. Doch heute morgen um 6 wirkte MEINE persönliche Form der Magie (nur unwesentlich unterstützt von zwei weiteren Pillchen Grippestop) und ich schaffte es irgendwie doch noch, ein komplettes Frühstücksbuffet zu rocken. Und als Blue gegen 7.30 Uhr wach wurde, half er natürlich beim Räumen mit. Toller Kerl, mein Großer! Und das am Freitag noch spontan bestellte Paar Turnschuhe für ihn war ein Volltreffer,

Die Familie kam um 9.30 Uhr. Und war hälftig ebenso erkältet wie ich. Es wurde entspannt und angenehm ... und um 12 gingen sie alle. Inklusive des Geburtstagskindes, der mit Vater und Bruder bei diesem Traumwetter noch eine Rad-Runde durch den Wald drehen wollte.

Und ich? Ich hatte ein Date. Jetzt kann ich es ja so nennen. Denn es fühlt sich so an. Ich traf mich mit dem Zen-Wanderer. Dem Mann, mit dem ich schon Dienstag Sushi essen war. Und verbrachte einen sehr, sehr schönen Nachmittag am Fluss mit ihm. Ganz nebenbei legten wir 10 km zurück, aber viel wichtiger waren die Gespräche. In einer Woche werden wir uns wiedersehen ... ich solle mir den Abend freihalten ...und kulinarisch werde es. 

Feststellung am Rande: total schön, so ein "klassisches" Kennenlernen ... ohne D*chungel!  Noch sind alle Wege offen ... und darauf lasse ich mich jetzt mal ein ...

08.03.2014 um 18:53 Uhr

Magie für mein Leben?

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Fantasy (Earth, Wind and Fire)

Ich huste, schniefe und schaue Märchen für Erwachsene. Ein Rühr-Movie mit vorhersehbarem Plot, aber unglaublich schönen Landschaftsszenen aus Irland, bezaubernder Musik und diesem leichten Hauch von Magie, der mich manchmal für ein paar Minuten daran glauben lässt, dass es Feen, Elfen und die wahre Liebe noch gibt. Und wenn sie endlich erkennt, dass er von Anfang an der Richtige war, dann bin ich einen Moment lang sie. In der Umarmung eines Mannes, der mich will. Nur mich. Mit Leidenschaft und von ganzem Herzen. Und diesen Moment lang blende ich aus, dass ich nicht Anfang 30 bin wie die Heldin, sondern ein gutes Drittel älter. Und dass der Durchschnittsmann meiner Generation entweder nicht frei oder nicht bereit ist, sich auf das Grosse Ganze noch einmal einzulassen. Dass er nichts wagt und Angst vor dem Leben hat. 

Nein ... es ist nichts passiert. Gar nichts. Ich habe nur einen Film gesehen. Und war einen Moment verzaubert von Magie ... nur einen Moment, aber der hat gereicht, sie jetzt zu vermissen, die Magie.

Die Realität heißt, dass ich morgen früh mit von Erkältung platzendem Schädel Frühstück für 14 Leute vorbereiten darf. Das Rührei spare ich mir. Wenigstens. Und das Geburtstagskind kauft gerade selbst die Zutaten für den Obstsalat ein. Sekt habe ich nicht. Aber sind ja eh alles Antialkoholiker. Heute schaffe ich gar nichts mehr. Ich vertraue jetzt einfach auf meine übliche Effizienz, wenn es sein MUSS. Hat beim Umzug geklappt und im Job schon unzählige Male. Wird auch diesmal klappen ... ommmm.

Vielleicht ist ja das das Stückchen Magie in meinem Leben?

Liebes Universum ... ich bin dir dafür dankbar, weil mir diese Fähigkeit schon oft genug Kopf und Kragen rettete ... aber könntest du dir vielleicht vorstellen, mir auch ein kleines bisschen von der anderen Magie zu schicken? Damit auch ich eines Tages im roten Kleid einen Mann küsse und weiß: er ist DER EINE für mich. Und ich DIE EINE für ihn ... und bitte, liebes Universum, lass es nicht mehr allzu lange dauern. Denn ein rotes Kleid, Hand auf's Herz, das sieht an einer alten Frau nicht mehr wirklich schön aus ...

 

07.03.2014 um 19:57 Uhr

So, so ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Mein Blog will mich nicht. Irgendwie schmeisst er mich immer nach dem halben Eintrag raus. Schicksal? Sollte ich das hier vielleicht besser nicht bloggen? Aber soooo vertraulich oder fettnäpfelnd ist es doch gar nicht. Bloss das aktuelle Gesundheitscommunique. Es hustet. Immer noch oder schon wieder. Hauptsache laut und bellend und nervig. Dummerweise hatten Münchner Kindl und ich heute nachmittag eine wichtige Kochrunde mit ihrem Obercheffe. Und ich saß da und knebelte mich die ganze Zeit selbst mit meinem Kaschmirschal, um nicht durch Bellen die Veranstaltung zu sprengen. Übrigens hat der Husten seine Flirtaktivitäten wieder aufgenommen und sich prompt eine erneute Schnupfin aufgegabelt. Die zwei sind ziemlich unerträglich in ihrer Rotzerei ... 

Die Sorge um Wirbel ist heute abend ein kleines bisschen kleiner. Denn sein Vater hat ihm aus der Nase gezogen, dass das EKG wohl in Ordnung war, aber Frau Ärztin wegen der Stethoskoptöne unsicher war. Und der Termin mit dem Facharzt ist auch schon gemacht. Jetzt nicht verrückt machen lassen. Und es geht ihm ja auch nicht schlecht.

Und sonst? Heute fragte mich eine Bekannte, was die Liebe in meinem Leben so mache. Nichts, antwortete ich. Weil ich mit allem möglichen beschäftigt bin. Wobei ... so ganz stimmt es ja nicht. Interessebekundungen gibt es schon ... siehe mein Date oder nicht Date von Dienstag. Und dem schwäbischen Neandertaler musste ich gerade einen Korb in Sachen Wein trinken gehen geben ... weil das Bett einfach attraktiver war. So erbärmlich, wie ich mich nach drei Stunden Hustenerstickung fühlte, hätte man mir ALLES bieten können ... die Decke und die Ruhe hätte gewonnen.

Und nun ... Salbeitee und Schlaaaaafen ...

07.03.2014 um 08:11 Uhr

Life is a bitch ...

Musik: gibt keine

Auf ein Hochgefühl folgt stets ein Tiefschlag. In diesem Fall ist es ein Verdacht. Wirbel hatte Bronchitis und ein seltsames Herzgeräusch. Leider war das Geräusch beim gestrigen EKG nicht verschwunden. Es steht also ein Termin beim Facharzt an. Und ich mache mir Sorgen. Und hoffe, dass wir a) schnell einen Termin bekommen und b) sich alles als harmlos herausstellen wird ...

 

 

06.03.2014 um 08:29 Uhr

Innehalten

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Rolling in the Deep (Adele)

Manchmal ist es Zeit, sich einfach einen Moment hinzusetzen, durchzuatmen und wirken zu lassen. Wie der Beduine, der aus dem Flugzeug steigt, und auf dem Rollfeld wartet, dass seine Seele auch ankommt. Oft reicht dafür ein Augenblick. Für Fühlen und Erkenntnis. 

In den letzten beiden Jahren habe ich Dämonen verjagt,, Ängste und Grenzen überwunden und neue gefunden. Ich bin tief eingetaucht in Vergangenes und noch tiefer in meine eigene innere Welt. Ich habe mich mit meinem inneren Club gestritten bis auf's Blut und langsam, sehr langsam, gelernt, in meinen Singleschuhen zu laufen - erhobenen Hauptes. Immer noch gerate ich in Phasen der Bedürftigkeit. Aber ich gehe anders mit ihnen um. Während ich früher entzückt darüber war, dass mich jemand mochte und wollte, frage ich mich jetzt erst einmal, ob ich in die Richtung möchte, die mir da vorgeschlagen wird. Und weiß, dass ich glücklicher in den Single-Schuhen sein kann als in einer Beziehung, die sich "falsch" anfühlt. Die Angst vor dem Alleinbleiben ist noch da. Und manchmal bahnt sie sich ihren Weg. Kurz vor der Festwoche kochte in mir der Zynismus über. Wieder mal. Aber die Leichtigkeit der letzten Tage hat geholfen. Wieder eine Angst über Bord geworfen. Die Angst, gewohnte Wege zu verlassen und ohne "Rückendeckung" loszugehen. Schönes und Lustiges erlebt. Und aufatmennd erkennen, dass die Kiste der Pandora fest verschlossen ist.

Meine Single-Schuhe sind knallrot. Hoch genug, um schön zu sein, aber nicht zu hoch, um damit zu laufen.

Es ist wohl mein Vertrauen in mich selbst, das in den letzten beiden Jahren am meisten gewachsen ist. Und auch, wenn ich von einigen Zielen noch weit entfernt bin, so lebt es sich inzwischen leichter. Der Umzug hat eine wichtige Tür geöffnet für das Schöne und Leichte am Leben. Die Fortbildung ist meine Treppe zu mehr beruflicher Zufriedenheit. Das Verhältnis zu Blue und Wirbel könnte momentan nicht besser sein. Auch das wohl der Wohnsituation und auch meiner gewachsenen Lebensfreude zu danken. Gestern zum Beispiel durfte ich Blue zum Hosen- und Schuhkauf begleiten (ok, ich durfte auch zahlen ... aber er ist da eher von der vernünftigen Truppe und ich musste ihn eher nötigen, noch eine Hose mehr zu kaufen ... aber ich finde, dass 110 Euro für fünf Hosen, fünf paar Socken und ein Paar Wildleder-V*ans gut angelegt waren ... und ich dank des Hosenvorrats nicht mehr täglich waschen muss).

Der Käfig ist weg. Es war wohl tatsächlich zum Schluss viel mehr das Leben in Dorf als das Leben mit Familie. Und für diese Erkenntnis bin ich dankbar. Wie sehr habe ich das Gefühl des Angebundenseins gehasst! Und nun ... lebe ich mit meinen Söhnen und fühle mich wohl dabei. Gar nicht mehr eingesperrt. Im Gegenteil: ich freue mich richtig auf unsere gemeinsamen Mahlzeiten und die Gespräche miteinander. 

Irgendwie ... zuhause.