Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

29.04.2014 um 01:05 Uhr

Die Kraft der Muster

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: The Riddle (Nik Kershaw)

Es ist die Zeit im Jahr, in der vieles an den Strand des Bewusstseins gespült wird. 

Moment ... rewind. Zu viel TV-Schmonzette gesehen von einer mittelmäßig aussehenden, mittelmäßig schauspielernden Dame, die angeblich einen Ozean in der Handtasche ... ehm ... dem Herzen? ... dabei hatte.

Also noch mal auf Start. Wir haben mal wieder Gedächtniswochen. Zwei Erinnerungen für den Preis von einer. Wegen Datengleichheit. Und weil beide Fehler waren. Gratisbeigabe ein paar hochkochende Trigger. Wow, was für eine Fahrt! Und keine, die ich wieder machen will. 

Am 30. April habe ich mal geheiratet. Am 30. April begann ich mal etwas, das mich auch lange nach dem Ende noch zerfleischen sollte. Beides ist vorbei. Und ich bin dankbar und froh, dass es so ist.

Die Mainacht werde ich in diesem Jahr gedenkdatenfrei verbringen. Mit den Mädels und einer Sängerin aus Südamerika.. So ein Abend hat gute Chancen a) unterhaltsam zu werden und b) niemals in die Annalen dieses Blogs wirklich einzugehen. Der 30. April ist ein Abend wie jeder andere ...und ich mache hier mal wieder die Nacht zum Tag. Weil Zen nicht da ist. Weil a) ich mit Feline verabredet und b) er mit Kopfschmerz zuhause war.

Zen und ich lernen einander immer noch kennen. Und gerade stoßen wir an die ersten Ecken, Kanten und Grenzen. Manchmal ist es ganz leicht und manchmal sitze ich da und wünsche mir eine Palme, gegen den ich meinen Kopf rhythmisch dengeln kann ... besonders, wenn Wiedergänger-Szenarios mich antäuschen. Oder wenn Dinge so ganz anders sind, als ich sie machen würde. Und wenn dieses anders mein Wohlfühlen beeinträchtigt. 

 

 

 

27.04.2014 um 19:29 Uhr

Spass mit Senioren mal wieder

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Mit 66 Jahren (Udo Jürgens)

Ein anonymer Anruf bedeutet selten gutes. So auch der, der mich nach dem Aufhängen einer Ladung Wäsche klingelnd im Flur empfing. Spass mit Senioren mal wieder. Am Hörer meine Mutter mit ganz kleiner Stimme. Ich wappne mich für das Schlimmste und befürchte Krankenhaus für meinen Vater. Doch die Geschichte ist ... anders. Meine Mutter wird in diesem Jahr, sogar in dieser Woche, 76 Jahre alt. Und sie ist der Meinung, sie könne Bäume ausreißen. Unkraut allemal. Dummerweise an einer Stelle mit wackligem Stand. Doppeldummerweise an einem maroden Zaun an der Grundstücksgrenze. Und stolpert, und fällt, und macht samt Messer (!) in der Hand eine wunderhübsche Stuntrolle auf die Treppen von Nachbarns. Gottseidank die flachen Stufen vor dem Eingang. Und dann macht Mutter, was sie am besten kann: Märtyrernummer. Schließlich ist Mittwoch.Also bleibt Frau Märtyrerin mal eben mit zwei geprellten Rippen zuhaus und geht erst Donnerstags in die Sprechstunde. Und ruft ein oder zwei Mal bei mir zuhause an. Wir besitzen aber nun keinen AB und sind tagsüber meist nicht da. Und abends auch selten. Aber die Mobilnummer, auf der die lieben Senioren dann nicht anonym wären, oder die Büronummer ... nein, das wäre ja zu einfach! "Tun" könne ich auch nichts, sie leide ja aber sie könne alles. Und ihr Geburtstag falle aus. Nein, sie brauche nichts. 

Ich muss wohl mal mit Schwester reden. Diesmal hat sie Schwein gehabt. Mir wird schon schlecht, wenn ich an das Messer denke ... und ich bin stinksauer, dass sie bis zum nächsten Tag mit dem Arztbesuch wartete. Und mein Vater ist auch nicht in der Lage, ein Telefon zu bedienen. Für jeden Blödsinn kann er mich im Büro anrufen ... nur nicht in wichtigen Dingen.

Spass mit Senioren ... freuen Sie sich auf die nächsten Folgen ... ich tu's auch! 

25.04.2014 um 08:45 Uhr

Karussell im Kopf

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Keine, zu laut!

Gestern beschloss mein Kopf, ab mittags seinen Dienst aufzukündigen. Ohne Anlass. Höchstens postmahlzeitliches Koma könnte ich verantwortlich machen, denn gestern war wieder unser Köche-Jour-Fixe mit Vizecheffe und einer aufstrebenden Köchin aus einer mit einigen Sternchen verzierten Nachbarküche. Die ausgetauschten Rezepte waren spannend und die dazu verzehrten Teigtaschen aus fernöstlicher Garküche lecker. Eigentlich also die idealen Voraussetzungen für einen energiegeladenen Nachmittag. Wenn da nicht ...

Wenn da nicht Frau Rolle im Süssjieper ihrem Dealer verfallen wäre. Dem mit den Cremeschnitten. Wenn Frau Rolle in der Nacht zuvor nicht so schlecht geschlafen hätte. Und wenn das gerade zu entwickelnde Rezept nicht so sterbenslangweilig wäre ...

Also sackte der Kopf den Nachmittag über immer tiefer auf die Tastatur und Frau Rolle unmittelbar nach dem Betreten der eigenen Wohnung auf ihr Bett. Das Bett, das nur noch einige Nächte meines sein wird. Das, was dann die harte Matratze haben wird.Sic!

In diesem Bett fuhr ich erstmal Karussell. Bis Zen anrief und ich im Halbschlaf mit ihm telefonierte. Keine guten Nachrichten. Nicht mit mir zu tun habend, sondern mit einer anderen Person. Schlimm, wenn einer recht hat mit dem worst case. Ich hätte ihm gewünscht, es sei nicht so gewesen. Und mir gewünscht, ich sei etwas fitter gewesen und nicht so fertig, dass ich nur noch an Schlaf dachte. Der dann nicht kam. Denn selbstmurmelnd musste ich ja noch ein Essen in Bautruppstärke zusammenzimmern. Huhn mit Sauce, Reis und Salat für drei und für zwei - nämlich Wirbel heute mittag und Blue heute abend. 

Und mir überlegen, wie ich meinen Morgen am besten kaputtmache. Gefunden! Einen widerstrebenden Wirbel mit ins Büro schleppen und zur Endmontage seiner Bewerbung nebst Abgabe derselben zwingen. Hach ... Kinderarbeit ist was feines und motherhood sucks!

Dann noch den Abend sortieren. Lieber Zen: wenn du mir mittwochmittags sagst, dass du Freitagsabends eine Verabredung haben wirst, dann bestätige ich die meinige. Und wenn dann dein Kumpel  donnerstagsmittags plötzlich nicht kann, bin ich trotzdem noch mit dem Münchner Kindl verabredet ... mal sehen, wie wir das lösen ...

Und ausserdem versuche ich dir gerade zu erklären, warum mein Samstag mir so wichtig ist und ich lieber Sonntags wandern gehe. Aber das scheinst du verstanden zu haben ... und hast einen super-Kompromiss vorgeschlagen. Dafür habe ich auch kompromisst ... ich gehe dann mal mit brunchen, obwohl ich das gar nicht so gerne tue. Und vergiss mal nicht Härtegrad III ...

Und nun ... quäle ich mal meinen Nachwuchs - bzw die arme Druckerei, die diesen hoffnungsvollen Nachwuchsfaulpelz dann im Juni zu Höchstleistungen inspirieren soll ... 

23.04.2014 um 17:03 Uhr

Von der Wolke zum Bodendecker

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Eight days a week (The Beatles)

Wolken sind etwas Wunderbares. Sie haben phantasievolle Formen und herrliche Farben. Nr. 7 ist immer rosa. So wie die Brille, die Verliebten das Leben weichzeichnet. Und wenn sie abregnen, dann sind sie weg, die Wolken. Und die Brillen plötzlich klar und gar nicht mehr weichzeichnend. Der normale Lauf der Meteorologie sozusagen.
 
Nach einem Monat ist meine persönliche Wolke Nr. 7 zu einer gemütlichen Picknickdecke geworden. Die liegt auf einer Frühlingswiese. Untergrund deutlich härter, doch Wohlfühlfaktor spürbar vorhanden. Auch rein physisch. Denn meine geliebte weiche und mit einer Mittelkuhle versehene Federkernmatratze wird Latex weichen, Härtegrad III. Und das von Zen so propragierte Früher-Vogel-Wandern fällt mir auch nicht gerade leicht. Auch ist mir bewusst geworden, dass ich mich vermutlich mit dem einzigen Mann zusammentat, der mir nie ein Kompliment für mein Äußeres machen wird - aber mit seiner Aufmerksamkeit und Zugewandtheit viel mehr als das tut jeden Tag.
 
Also ... tschüss Wolke! Ich fühl' mich ganz wohl im Realen ...
 
Ganz real sind leider auch die Sorgen mit Wirbel. Ich versuche gerade, ihn meistbietend zu vermieten. Als Praktikanten selbstredend. Denn die Schule legt Wert auf berufliche Orientierung. So viel, dass gleich zwei Praktika im Sommer diesen Jahres und zu Beginn des nächsten Jahres anstehen. Und da das erste schon in acht Wochen beginnt, hat Wirbel allmählich ein Problem, zumal er einen von mir gefundenen Platz nicht wollte ... jetzt muss er Klinken putzen gehen. Heute soll er erst einmal den Fahrradladen um die Ecke nach einem Platz fragen. Ich war derweil bei einer Druckerei in Büronähe fragen - dort darf er auch eine Bewerbung abgeben. Es bleibt spannend. Aber das muss er jetzt wuppen ...
 

22.04.2014 um 10:03 Uhr

Das O-Ding ... Finale

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Merke: Ausgehen funktioniert nur, wenn zwei dasselbe darunter verstehen. Wenn einer Frisch- und der andere Kneipenluft meint, wird daraus dann gemeinsames Einschlafen auf dem Sofa! So geschehen am Ostersonntag. Und mit meinem gemütlichen Osterfrühstück hatte ich auch nicht wirklich gute Karten. Selbst schuld - Wandersucht schlägt Osterruhe ... und so waren wir bereits vor 10 unterwegs in die grünen Hügel am Zellophanfluss. Und kurz darauf auf einigen dieser Hügel. Durften sich meine neuen Wanderschuhe mal bewähren. Ungewohnt fühlten sie sich noch an. Doch im Laufe des Tages gewann ich erheblich an Trittsicherheit. Guter Kauf. Und schöne Wanderung. Sogar mit Pause. Das verdanke ich der Hörgespielin - Zens Wanderfreundin, die ihren Blognamen einer Vorliebe für Hörbücher verdankt. Die Hörgespielin hatten wir nämlich zum Osterwandern eingeladen und sie und ich verbündeten uns dann gegen den Pausenmuffel Zen. 

Schön war's. Und anstrengend. Anders erklärt sich unser 10,5-Stunden-Schlaf nicht. Getrübt nur von meinem blöden Bett. Die Matratze hat es ebenso hinter sich wie der Lattenrost. Der Zahn der Zeit hat sich durchgenagt und führt zu einem Hängemattenfeeling. Nicht gerade rückenfreundlich, obwohl ich eigentlich weiche Matratzen mag. Nervig insbesondere deshalb, weil momentan mein Geld eigentlich für Seminare verplant ist.

Doch Rettung naht. In Person von Wandervogel und Wüstentaucherin, die gerade ihre Leben und Wohnungen zusammengeworfen haben. Und deshalb die zwei Jahre alte Bettausstattung des Wandervogels nicht mehr brauchen. Wandervogel war sogar so lieb, den Rost auseinanderzubauen, so dass er jetzt in Schwesters Auto passt. Und so werde ich zum Wochenende das haben, was ich eigentlich nicht mehr wollte: eine harte Matratze! Aber ich denke, auch mein Rücken wird es mir auf die Dauer danken ...und mein Portemonnaie sowieso. Denn der ganze Spass kostet mich noch nicht mal ein halbes Seminar. Und irgendwann ein Dankeschönessen für Wandervogel und Wüstentaucherin ... aber das war eh mal fällig.

Gespannt bin ich übrigens darauf, was der Wandervogel zu meinem neuen "Beziehungsstatus" sagt ...schließlich kennen sich die beiden von einer der Wanderungen, die ich krankheitshalber absagen musste ... 

 

20.04.2014 um 17:47 Uhr

Das O-Ding ... Teil II

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: I surrender (Rainbow)

Das O-Ding wäre nicht das O-Ding, wenn es nicht noch einige Überraschungen in petto gehabt hätte. Eigentlich lief es ja ganz gut und reibungslos. Bis gestern abend. Denn je länger der Abend, desto seltsamer die Gefühle. Und heute morgen rotierte dann der Frust in meinem Kopf. Das hatte ich mir alles etwas anders vorgestellt. Sowohl in der einen als auch in der anderen Variante. Denn sicherlich hätte ich mich im Falle der Zen'schen Reise in elterliche Gefilde für den Abend anders orientiert. Wenn zuhause, dann geplant. Vielleicht mit einem Saunabesuch nach dem Flohmarkt. Oder einer Verabredung mit Freunden am frühen Abend. Oder mit meiner Mutter in der Ostermesse. Egal wie, aber nicht mit Bügelbrett und Beilage des in den Tiefkühler gewanderten Fischfilets. Sondern mit einem Abendessen, das ich mir ausgesucht hätte. Sushi vielleicht. Mit Zen zusammen wollte ich kochen und essen. Und vor allem Osterfrühstück geniessen. Gefrühstückt habe ich jetzt auch, nur schmeckte jeder Bissen nach Frust und Wut. Nicht darauf, dass er müde war und zuhauseblieb, sondern darauf, dass er mir mit der späten Absage jede Möglichkeit nahm, für mich andere Lösungen zu finden. Wir haben am Telefon miteinander geredet heute morgen. Nur kurz, denn ich wurde ja in Dorf erwartet zum Familienevent. Und den heutigen Abend werden wir gemeinsam verbringen, ebenso wie den morgigen Tag. Wobei ich ihn bat, für morgen seine beste Freundin einzuladen, die Ostern allein ist. Wir gehen wandern. Das passt uns allen gut. 

Es war gut, dass ich heute morgen wieder einmal mein Gärungstreibmittel Nr. 1 nutzte und am Zellophanfluss entlangtrottete. Rucksack mit Mega-Eiern für Nichten und Rocher-Geschenkpack für Eltern und Schweschwa auf dem Puckel, Tasche mit Tulpensträussen für Schwester (geburtstagshalber vom Freitag) und Mutter (gastgeberschaftshalber) auf der Schulter. Der Rhythmus des Gehens löste Spannung für Spannung. Und so blieb ich den Tag über ein Ausbund an Gelassenheit. Selbst ob der Hektik und Ineffizienz meiner Mutter beim Essenauftragen. Selbst ob eines Mikrowellenunfalls, bei dem sie fast hochging wie eine Rakete. Mein Vater hatte eine Tasse Kaffee zum Kochen gebracht und ein paar Spritzer waren nach oben geschwappt. Nichts wildes, aber meine Mutter keifte und tobte mal wieder. Selbst ob eines Spazierschleichens nach dem Essen nicht. Selbst ob einer langweiligen "wir warten auf den Kuchen"-Stunde nicht, in der alle fast einschliefen. Ommmmmmmm ... Rolle ruuuuuhig. Ich sollte öfter am Zellophanfluss entlanggehen, bevor ich meine Eltern sehe ...

Mit Schrecken stellte ich übrigens fest, dass Blue schon wieder gewachsen ist! Mit 1,89 überragt er bereits den Schwager. Es ist wohl nur noch eine Frage von Monaten, bis er seinem Vater den Scheitel tätscheln kann! Niedlich allerdings die Allianz mit Nichte Kobold. Kobold und Blue saßen nebeneinander und gingen total lieb miteinander um - trotz vier Jahren Altersunterschied. 

Stolz bin ich auch auf meine Gepäckleistung. Ist es doch eigentlich der Normalzustand, mit mehr Gepäck die elterliche Wohnung zu verlassen, als man aka Rolle mitbrachte. Dieses Mal war ich ungefähr auf Gleichstand. Ich brachte zwei Tulpensträuße, zwei Riesenostereier und zwei Packungen Rocher. Dazu Wechselschuhe und Wechselwäsche. Und zwei Teile, an denen meine Mutter ihre geschickte Nähnadel erproben soll - ein Shirt mit offener Naht und ein Rock, mit dem ich an einem Regal hängenblieb ... kleiner Riss in der Spitze. Ich ging mit meiner gebrauchten Sportwäsche, zwei Ostertüten, die mir Blue und Wirbel, die heute noch mal bei ihrem Vater schlafen, direkt mitgaben, einem dicken Poschweck (gebacken von Schwester) und ausnahmsweise nur vier Gaben aus Mutters Vorratsschrank und Kühlung. Den Rucola nämlich, den meine Mutter immer kauft, weil ich ihn mag, und dann nicht verbraucht. Und das gute Olivenöl, das ihr eine Freundin schenkte, und das sie selbst nicht mag. Eine Flasche selbstgepressten Traubensaft. Und zwei Stücke Rhabarberkuchen für Zen. Guter Schnitt

Ich glaube, heute abend ist mir nach ausgehen. Genug Familienidylle für heute!

19.04.2014 um 18:53 Uhr

Das O-Ding

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Ich wollt' ich wär ein Huhn (C omedian Harmonists)

Das O-Ding hat begonnen. Zen hat sich geeiningt. Auf Freitag, nicht Donnerstag. Was letztlich auch gut war. Wegen der Perfektionistin und ihrer Koffer und ihrer Langhaarfrisur, die fönenshalber dafür sorgte, dass wir statt kurz vor 8 gemütlich zu schlendern um 8.07 h mit zwei Koffern durch die Fußgängerzone von Citta stochten. Respektive ich stochte und die Perfektionistin hechelte. Wir schafften es. Zwei Minuten vor Abfahrt des Flughafenzubringers, der an Feiertagen leider nur stündlich verkehrt. Vom Flughafen rief mich Frau P noch mal an - Danke ... und sie habe mich geliebt und gehasst in jenen fünf Minuten. Gern geschehn und schöne Zeit mit der Familie in Balkanesien!

Später am Tag stand Wandern an. Termin der multikulti-Wandercrew. Völlig unberechenbar von Teilnehmerzahl und Fitnessstand. Ich hatte schon acht nicht angemeldete Leute da oder fünf no shows. Diesmal wurden einige krank. Eine Freundin von Zen hatte aber Lust, mitzugehen und letztlich waren wir dann zu dritt - deutsch-asiatisches Joint-Wander in weiblich. Es war gut. Es war entspannt. Nicht entspannt war allerdings das Münchner Kindl. Die erschien nicht und teilte bei Nachfrage mit, sie habe per SMS abgesagt. Dummerweise an eine falsche Nummer. Nämlich die meines Büro-Festnetzfons. Ohne Worte. Danach nahm ich mir dann auch das Recht heraus, die Tagesordnung etwas zu ändern - nämlich die geplanten Drinks auf den frühen Abend zu legen, um dann stressfrei den Restabend mit Zen verbringen zu können. War auch gut so, denn Münchner Kindl schien irgendetwas inhaliert zu haben in dem weit entfernten Land, in dem eigentlich auch Obercheffe letzte Woche hätte weilen sollen. Der Schlagerfan hatte diesen Zustand schon zwei Stunden länger miterlebt und hing leicht abgeschlafft im Sessel, während Münchner Kindl wie ein Flummi auf ihrem Sessel hin und her hibbelte, uns jutjube-Stücke von einer unsäglichen Band vorspielte, deren Sänger offensichtlich außer den fehlenden gesanglichen deutlich höhere anderweitige Qualitäten aufwies, wenn man Münchner Kindl Glauben schenken wollte. Im Zeitraffer orderte MK Wein und andere Alkoholika, die ebensoschnell verschwanden (mein zweiter Wein zur Hälfte in ihrem Glas, als sie mal gerade wieder rauchsen ging - rauchen und mit ihrem Karnevalsflirt smsen oder telefonieren. Besagter Karnevalsflirt wurde eine halbe Beziehung und gerade betrogen. Allerdings betrügt er auch. Seine im hohen, hohen Norden lebende brasilanische Freundin nämlich mit Münchner Kindl. Und sie ihn dafür mit dem unsäglichen Sänger. Dazwischen klammern sie gegenseitig ... seltsam, sehr seltsam ist das.

Als ich früh ging, war ich richtig froh, dass mir das erspart blieb. Und ich verbrachte einen ruhigen Abend mit Zen. Und fuhr morgens mit der Tangoqueen flohmarkten, wo ich eine tolle Bluse und zwei Leinensommerkleider ergatterte. Sehr zufrieden bin ich damit! Später traf ich Zen in der Stadt. Entspannt, ungeplant. Wir aßen in der Sonne lecker asiatisch und saßen lange auf einer Parkbank. Später ging ich in aller Ruhe einkaufen und verlustierte mich im Haushalt. Zen saß noch länger in der Sonne. Und wurde davon wohl rechtschaffen müde. So dass er sich gerade telefonisch ins Bett abmeldete. Seins nämlich. Was mich eigentlich gar nicht böse macht. Das Grillgemüse im Ofen wird eh eingelegt. Und ich freue mich auf einen kitschigen Film und die Bügelwäsche. Meine Me-Time, ganz unverhofft.

Denn so schön die Zeiten mit Zen sind - Zeit für mich ist etwas ganz, ganz wichtiges ... und die genieße ich jetzt! 

Update: drei Stunden und ein großer Korb Wäsche sowie eine öffentlich-rechtliche Kitschschmonzette später fühle ich mich doch ein bisschen komisch. Weil ich mir den Abend so anders vorgestellt hatte. Und weil er mir jetzt fehlt. 

 

17.04.2014 um 22:54 Uhr

Zen-Lenn@nismus

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Easy like sunday morning

Rosa, warst du das, die Zen eine unabhängige, gelassene Haltung unterstellte? Yepp, hat er bewiesen. Und zwar schon zwei Stunden nach meinem gestrigen Eintrag. Da kam nämlich eine lange Nachricht, an deren Ende ein P.S. stand: bitte ändere deine Osterpläne nicht!

Bei Sushi und Tee in der Sonne sprachen wir dann mittags über das O-Ding. Und kamen relativ schnell zu einigen Lösungen und einer offenen Frage. Lösung 1 lag auf der Hand: Zen meint genausowenig wie ich, dass es Zeit für die große "Vorstellungsnummer" bei meiner Komplettverwandtschaft sei. Lösung 2 ging einfach: wir werden den Samstagabend und Sonntagmorgen, den Sonntagabend und den Montag miteinander verbringen und Montagabend mit Blue und Wirbel essen. Klar war auch, dass ich Samstag mit der Tangoqueen alleine flohmarkte. Zen möchte auch morgen nicht mit meiner Gruppe wandern, sondern eine eigene Tour vorwandern, um sie gelegentlich in unserer Wanderplattform anzubieten. 

So weit so gut, da konnten wir uns gut treffen. Problematisch allerdings die Frage eines gewünschten Treffens am Freitagabend. Ich schlug den Donnerstag vor. Denn da - heute - kam eine Freundin zu Besuch, die nie lange bleibt. Zen wünscht Freitag. Da treffe ich allerdings das Münchner Kindl. Was spät plus Alkohol bedeutet. Es wird jetzt der Freitag. Mit einer doppelten Premiere. Ich werde berichten. Nur nicht mehr heute. Denn jetzt bin hundemüde und muss um 7 wieder aufstehn, die Perfektionistin und ein paar große Überseekoffer in den Flughafenbus setzen. Sie reist mal wieder mit Übergepäck, weil die halbe Familie unnötiges und überflüssiges bei ihr "bestellt" hat. 

Übrigens: 2030 gehe ich als Präsidentenberaterin ach Washington, by the way. Meine Karriere bekommt Konturen! Wie das kommt? Das berichte ich nicht. Schon weil Herr Lenn@n sich sicherlich bereits Alternativen überlegt hat! 

16.04.2014 um 09:18 Uhr

Karamell und Herr Lenn@n mal wieder

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Don't let me be misunderstood (Santa Esmeralda)

Angeblich soll ich ein Mensch sein, der aus einer Eingebung heraus entscheidet und spontan sich vom Leben tragen lässt, statt zu planen. 

Ich gestehe: trotz Herrn Jungs Kategorien und der Einschätzung zweier amerikanischer Wissenschaftsgurus (w) ... plane ich manchmal gern. Wie jetzt gerade. Da Zen Ostern reist, hatte ich mir die fünf Tage ab Donnerstag angefüllt mit Aktivitäten. Donnerstagsabends der Besuch einer Freundin, Freitags Wandern und abends ein Wein mit dem Münchner Kindl. Samstags Flohmarkt mit der Tangoqueen und nachmittags City mit Glamour Girl und Münchner Kindl. Sonntags Familientag ... nur Montags noch nichts.

Und dann kommen SIe, Herr Lenn@n! Sie wieder mal! Und ich kann es Ihnen noch nicht mal verdenken, dass Sie Zens Reisepläne entschlossen ad acta legen. Nicht meinethalben, darauf lege ich Wert. Sondern seinethalben und einer bestenfalls als gespannt zu bezeichnenden Beziehung zu seinem Vater. Aus Gründen. Die ich hier nicht niederschreiben werde. Und einiger dem angekündigten Besuch vorangegangener Manöver des Vaters, die letztlich dazu führen werden, dass Zen den Besuch heute absagen wird.

Ich allerdings bin jetzt in der Bredouille. Denn eigentlich .... habe ich dieses Wochenende kaum Zeit. Jedenfalls tagsüber nicht. Ich weiß, dass ich meine Mutter um einen zusätzlichen Platz am Tisch bitten dürfte ... aber ich glaube, dazu ist es noch zu früh. Zum Wandern kann Zen gerne mitkommen - zumal er die Strecke ausgearbeitet hat. Aber Donnerstag und Freitag abends ... und Samstagmorgens ... brauche ich für mich. Werden wir heute abend besprechen müssen.

Einerseits freue ich mich, ein paar Tage mit ihm zu haben. Andererseits fehlt mir die alleine-Zeit. Ich bin es halt nicht mehr gewohnt, in einer Beziehung zu leben. Richtig: zu leben. Nicht nur alle paar Tage "Besuch" zu haben. Ich bin nicht so extrem wie Glamour Girl, die zwischen ihren vielen beruflichen Reisen öfter mal froh ist, einige Tage ganz allein zu sein und den Status Entfernungsbeziehung deshalb so lange wie möglich aufrechterhalten möchte, obwohl sie ihren Partner liebt. Nicht so extrem wie Münchner Kindl. die eigentlich Angst vor Nähe hat. Bei mir sind die Bedürfnisse einfacher. Zeit für meine zumeist weiblichen Freundschaften. Zeit für unerledigtes, das ich nicht abarbeite, wenn er bei mir ist oder ich bei ihm. Und das ich auch an den Abenden, an denen wir uns unter der Woche nicht sehen, nicht schaffe, weil ich nach Kampfkochen für mehrere Tage einfach bettreif bin oder die Zeit für Freundschaftspflege brauche. Zeit für weiblich-überflüssiges .... wie Karamell. Filme, die er nie sehen wollte zum Beispiel. Manchmal brauche ich das Herzschmerz-Movie eben auch. Zusätzlich zu der leckeren Filmkost, mit der er mich verwöhnt - ist eben ein echter Film-Addict.

Es sind Oberflächlichkeiten, die meine Alleine-Zeit ausmachen. Denn eigentlich geniesse ich das Zusammensein sehr. Also werde ich heute abend  Zen dann mal fragen, wie er sich die Ostertage nach Änderung seiner Pläne so vorstellt. Und ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden, die uns beiden gefällt und meine Pläne nicht "kippt".

Das Schrankaufräumen allerdings und die Karamellfilme sind "Spielmasse" ... auf die verzichte ich dann doch sehr gerne ... nicht wichtig. Denn ich merke zunehmend, dass ich Nähe und Gemeinsamkeit sehr, sehr geniesse. Mit diesem Mann sehr geniesse. 

 

14.04.2014 um 08:55 Uhr

Schweigen ist Gold?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: irgendwas von Sting

Macht Glück schweigsam? Als es mir schlecht ging und meine Seele gärte, da waren meine Einträge lang und oft und mein Humor bissig. Jetzt stelle ich fest, dass ich vier Tage nicht bloggte und das ganze Wochenende noch nicht einmal las. Glück ist langweilig. Jedenfalls für den, der es nicht aus 1. Hand erlebt. Glück ist nicht unterhaltsam. Nur dann, wenn der Weg dahin mit Hindernissen und Verwicklungen gespickt ist oder das Idyll tragisch endet, so wie es Lec@nte in seinem Film "Der Mann der Friseuse" inszeniert. Oder wie ich es ab und zu in den "Karamellfilmen" zu genießen pflege. Ein paar Irrungen und Wirrungen und am Schluss kriegen sie sich und der Böse wird bestraft. 

Aber Glück an sich - hat keinen Nachrichtenwert. Sorge ja. Angst auch. Streit sowieso. Bedrohung. Krankheit. Das ist der Stoff, aus dem Spannung gemacht ist. Im Film, in den Nachrichten und im wahren Leben.

Wenn ich gefragt werde nach diesem Wochenende - war es glücklich. Nicht spektakulär, nicht turbulent, nicht ereignisreich. Nur glücklich. Ein Burger-Gelage mit Blue plus eins (Kumpel A. der Schreckliche), Wirbel und Zen. Ein Spaziergang durch blühende Baumalleen. Ein Treffen mit Professoressa in Nachbargroßstadt und das Gefühl, von Lebenskraft überzuströmen - genug, um ihren grauen Bedenken- und Selbstmitleidstümpel mal so richtig durchzurühren (hoffentlich ist etwas geblieben!) und dann ... einfach nur Wohlsein. Wie sagt man? Wir sind uns selbst gerade genug. Ohne andere auszuschließen dabei.

Und Samstag ... da kamen wir uns dann plötzlich vor wie Jeff und Marie aus "When Harry met Sally". Denn seit Donnerstag werden wir von zwei Seiten mit den Stolpersteinen einer frischen Beziehung nachrichtenversorgt. Jeweils mit der Auflage, zu schweigen (gegenüber dem anderen Part). Die Preussin und der Eigenheimer sind gemeint. Zwei sehr sympathische Wanderfreunde, die beide viel zu viel Gepäck aus der Vergangenheit mitschleppen. Der Rettungsschirm hat wohl funktioniert, so jedenfalls die SMS der Preussin von gestern. Und auch, wenn Zen und ich uns für beide freuen ... noch mehr freuen wir uns (um wieder bei Jeff und Marie zu sein), dass wir hoffentlich sehr, sehr lange Zeit "nicht mehr da raus müssen".

Zen allerdings muss am Wochenende "raus", zu einem lange aufgeschobenen Besuch bei seinem Vater. Ein nicht mit Vorfreude, sondern mit Anspannung erwarteter Termin. Für mich wird Ostern ruhig. Gut so. Ich freue mich auf einen freien Donnerstag und Dienstag, habe mir vorgenommen, die Wohnung auf Vordermann zu bringen, zu sporteln und zum Flohmarkt zu gehen. Das Familienessen am Sonntag wird sicher angenehm und am Freitag gehe ich wandern. Doch auch mit diesem persönlichen Verwöhnprogramm werde ich Zen wohl vermissen ... und mir deshalb noch eine schöne Kleinigkeit für ihn einfallen lassen ... mal sehen, was mir da gelingt.

 

10.04.2014 um 00:42 Uhr

Should old acquaintance be forgot?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Auld long syne

Sollen wir alte Bekanntschaften vergessen? Das fragt sich Sally in der Silvesternacht zu den Klängen von Auld Long Syne, dessen Text wohl niemand richtig versteht. Außer mir. Seit eben. Die Bekanntschaft mit Mille dauerte einen Sommer lang. Er nahm eine Auszeit von der Ehe, ich gab meinem Singeltum neue Dimensionen.

Der Weg lief eine Zeitlang parallel .... gemeinsam ausgehen und Parties feiern  - bis Milles Frau vom Besuch bei ihren Eltern zurückkam und Mille wieder zum 24/7 Familienvater wurde. Und fürderhin in der Versenkung verschwand. Für acht Monate. Zeitgleich verschwand auch der Zicke aka Liebelein. Ich bemerkte es am Anfang noch nicht einmal wirklich, denn ich verschwand ja auch. Verliebenshalber .... der neuen Wohnung wegen.

Das Wundern setzte erst ein, nachdem ich nach meinem Quartalsretreat auch auf die Umzugsmeldung nichts mehr hörte  - dabei waren die beiden quasi Patentanten des Projekts!

Acht Monate blieben Mille und der Zicke verschwunden. WIrt erzählte mir zwischendurch von Begegnungen mit Mille und Stress in Zickes Leben. Doch gesehen oder gesprochen haben wir uns nicht. Bis heute. Mille klingelte an und schlug spontanes Bier bei Wirt vor. Ich kam vor ihm an ... und verifizierte bald darauf die Vermutung des Wirts: Mille war mal wieder Strohwitwer für zwei Monate! Und das Gespräch ergab viel selbst gemachten Stress. Merke: ein Kind bedeutet keine Symbiose und keine Sklaverei!

Break .... da war ich eingeschlafen ... und die Hälfte vom Eintrag fehlt!

Aber jetzt:

Mille kam mir vor wie ein Häftling auf Freigang. Gleichzeitig erzählte er begeistert von seiner Familie. Aber der Mille, den ich erlebt hatte im letzten Sommer, brauchte ein paar Dinge .... außerhalb. Nicht mich. Nicht jemanden bestimmten. Aber ... etwas. Und das bekam er nur innerhalb einer bestimmten Szene. Bei Wirt sind die Gespräche manchmal ... ungewöhnlich. Und die Gäste auch. Die kleine, unauffällige Kneipe wird auch von schrilleren Vögeln frequentiert. Der Zicke gehört zum Inventar. Und Mille stellte sich nach monatelangem Abtauchen nun an die Theke und gab den ganz großen Zampano. Redete viel und laut und fing an zu planen.Wo und wann "wir" mal wieder ausgingen und dass "man" sich ja beim Jubiläum des Wirts sehen würde. Zu dem ich nicht gehen werde. Geschweige denn Zen mitschleppe, wie Mille vollmundig vorschlug. Und dafür eine hochgezogene Augenbraue vom Zicke erntete. Und ein energisches Nein von mir. Nicht, weil ich Wirt nicht mögen und nicht gern mit ihm feiern würde. Sondern weil ich schon alleine und noch weniger zusammen mit Zen in den Kreis der Gäste passen würde, die dort aufschlagen werden. Mich disqualifiziert ein simpler, kleiner Aspekt ... nämlich der, eine Frau zu sein, die Männer liebt. Und so willkommen ich auf ein gelegentliches Bier bei Wirt bin ... an diesem Abend passt das gar nicht. 

Mille jedoch trampelte weiter munterst in Fettnäpfen herum. Während der Zicke und ich mit den Augen redeten. Und den Abend zur Aschenputtelzeit energisch abbrachen. Mit dem Versprechen, den Dialog fortzusetzen. Dialog, nicht Trialog. Keiner von uns beiden mag on and off-Bekanntschaften, die bei Bedarf aus der Truhe  gekramt und ansonsten ignoriert werden. Beim Zicke und mir war die Sachlage anders. Er verliert gerade seinen Job. Mit 50. Und ging im letzten halben Jahr durch einige Höllen. Da verstehe ich, dass er die "Periphärie" ausschaltete und diese Situation nur mit den ganz nahen Menschen teilen wollte. Seine Situation ist jetzt der Klärung nah. Die ganze Enchilade inklusive Anwalt, Abfindung, Outsourcingprogramm mit renommierten Consultants etcetera pehpeh.

Gestern wirkte er fast aufgeputscht fröhlich. Selbstmotivierend fröhlich. Dahinter wird immer noch viel Sorge und Frust sein. Aber gestern hat er uns den starken, optimistischen Zicke gezeigt. Wohl auch, um Milles großen Tönen etwas entgegenzusetzen. Auf die er ziemlich sauer reagierte. Zu recht. Es gibt kein "uns". Keine drei Musketiere. Aus ein paar Abenden an Wirts Tresen lässt sich das nicht herleiten. Das weiß der Zicke und das weiß ich. Wir definieren Freundschaft anders. Beide.

Den Kontakt mit Zicke mag ich halten ... und ich denke, er sieht das ähnlich, jedenfalls, solange er in der Stadt ist ... wer weiß, wohin ihn der Job jetzt verschlägt. Und auch den mit Wirt, der mich zum Abschied ganz lieb in den Arm nahm und mir viel Glück für mein so frisches Liebesleben wünschte (als wir vier alleine waren in der Kneipe, erzählte ich kurz davon). Aber Mille ... der soll jetzt mal selbst sehen, wie er seine Freizeit in seinen "Familienferien" organisiert. 

Mist ... Nackentrauma ... ich hätte den Kopf nicht so lange schütteln sollen! 

 

09.04.2014 um 08:33 Uhr

Sh@pping Qu@en

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Material Girl (Madonna)

Zen sind Klamotten egal. Ein guter Einfluss für eine leidenschaftliche Shopperin wie mich. Auch wenn Sendungen wie die Einkaufskönigin mich eher nicht beeindrucken. Im Gegensatz zu Glamour Girl, die ernsthaft eine Beteiligung erwog - bis ich ihr sagte (die Weisheit stammt aus dem Blog einer ehemaligen Teilnehmerin), dass die Shops für den Einkaufsturboexzess natürlich vorgegeben seien. Da pendelte ihr Interesse schlagartig gegen Null. Carol Zee stand daneben und grinste  - als alter Mode-Hase kennt sie sich natürlich aus mit dem Gebaren der Medien und den Regeln für Product Placement.

Womit wir mitten in meinem Einkaufsturbo wären. Drei Stunden mit Frau Zee führten zu einer Vermehrung meines Gepäcks um eine Tüte. Klingt nicht viel, aber ihre Sachen haben den Vorteil, ideales Koffermaterial zu sein. Leicht und aus Stoffen, die nicht knittern. Wie Mesh, diesem dünnen, weichen Tüllstoff, der wunderbar fließt und selbst bei kurvigeren Frauen wie mir eine schöne Figur zaubert. Zwei Wickeltops habe ich erstanden in schwarz und weinrot. Ein langes Top in zwei Lagen in schwarz mit einem hellen Muster im Mesh-Layer. Und ein Abendkleid. Schwarz, vorn im Wickellook übereinandergeschlagen und hinten etwas länger. Sieht mit hohen Schuhen spektakulär aus. Und ist so bequem! Aktuell habe ich zwar keinen Anlass für "lang", aber schließlich macht Blue ja nächstes Jahr Abitur. Inklusive Ball in der Schulaula. Außerdem ist da ja noch mein "runder" Geburtstag. Und der Plan, den anders zu feiern ... vielleicht auch in Abendgarderobe.

Zen reagierte auf die Modenschau eher verhalten ... ein rotes Kleid wurde verworfen (er hat recht), aber ansonsten war's eher "egal". Siehe Eintrag zu Komplimenten. Der Mann scheint auf den Kleidungsreiz nicht wirklich zu reagieren. Da er aber auf so vieles anderes eingeht, ist das halt die Kröte, die ich schlucke. Die anderen Dinge wiegen wichtiger.

Und wollte ich nicht sowieso meinen Schrank auf die Hälfte eindampfen? Gelingt allerdings schwerlich, wenn ich weiter einkaufe. Einen Fehlkauf werde ich nachher mal zurückbringen müssen - Dummerweise stand auf den bequemen leichten Turnschuhen nicht drauf, dass es Wassersportschuhe waren ... das fand ich erst durch Herrn Gugls freundliche Hilfe heraus.

Wirbel fragte mich gestern schon, warum da dauernd Pakete kommen. Und NEIN, ich bin nicht in den totalen Kaufrausch verfallen. Sondern habe zu Ostern für Zen und beide Jungs Thermotassen bestellt. Und gleich noch für meine Nichten und meine Schwester, für die Königin und für die Tangoqueen mit. Geburtstage. auf Vorrat und Ostern. Und ein paar Ballerinas als Ersatz für ein nicht mehr tragbares Paar. Und die Lederjacke, von der ich schrieb, in zwei Größen, weil ich mir angesichts der Maßangaben nicht sicher war und nur noch eine pro Größe da war.  Dieses Paket ist allerdings noch nicht da. Stattdessen die Schullektüre für Blue und sein neuer Schulrucksack. Und der arme Wirbel ist, nachdem letzte Woche auch noch die neuen Wanderschuhe ankamen, etwas irritiert.

Seine Tasse wird Zen eventuell aber bereits heute bekommen ... der arme Mann hat Hals (ob der Obercheffe getroffen hat?) und ich denke, ich werde ihm einen Ingwertee mit Honig kochen und ihn zu einer heißen Suppe einladen ... schön, dass wir nur einige Meter voneinander entfernt arbeiten ...

 

09.04.2014 um 08:12 Uhr

Spinnen Sie, Herr L.?

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Saturday Night (Cool and the Gang)

Es gibt da ein internationales Kochevent. Für das packe ich seit Wochen Kisten, stelle Rezeptlisten zusammen und bereite alles so vor, dass Obercheffe nur noch loslegen muss. Nicht nur ich placke mich damit ab, auch Frau Vizecheffe. Dummerweise hatte Herr Lennon wieder mal andere Pläne für uns. Denn gestern bekam Obercheffe "Hals". Und wird nicht loslegen, sondern sich kurieren müssen. Wer jetzt blöd dasteht, sind wir ... die ganze Küche. Mit heftigem Erklärungsnotstand gegenüber unseren dortigen Partnern. Schrecklich. Peinlich. Schrecklich peinlich. So leid mir Obercheffe tut und krank krank ist - es ist ein doofes Gefühl, "für den Eimer" gearbeitet zu haben ... worked my fingers to my bones!

Aaaargh! 

 

 

08.04.2014 um 21:41 Uhr

Unverhofft kommt ... OFT!

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Ein bunter Mix

Musik ist für mich ein Soundtrack. Ich erinnere mich oft weder an den Künstler noch an den Songtitel - aber immer an ein inneres Bild zum Song. An eine Situation, an ein Gefühl. Bilder vor den Augen, Erinnerungsfetzen. Und manchmal höre ich ein Lied nach Jahren und habe sofort wieder das Bild dazu. Positiv wie negativ. Songs mit Negativbildern meide ich. Und manche sind regelrecht "verbrannt". Weil sie mich direkt zurück in Gefühle und Situationen ziehen, die ich nicht mehr zurückrufen möchte. Sie sollen in den Seelenkisten bleiben. Denen ganz hinten im mentalen Keller. Songs mit Positivbildern treiben mir ein Grinsen ins Gesicht und ein Hüpfen ins Herz. Die höre ich manchmal ganz bewusst noch einmal an, wenn ich in diese Stimmung will. Manchmal, nur manchmal, verbrennen positive Songs. Das ist dann besonders schmerzhaft.

Musik ist nichts, was ich brauche wie das Atmen. Oft ist Stille das, was ich wirklich brauche. Musik fällt unter "nice to have". Ich komme meist noch nicht einmal selbst auf die Idee, die Anlage anzuwerfen, sondern lege eigentlich nur CDs auf, wenn ich entweder Besuch habe oder mich "aufputschen" will - für's Putzen mit Coldplay oder Kassav zum Beispiel.

Einige Zeit konnte ich zuhause gar keine Musik hören - die Beats beim Sport zählen nicht, die nehme ich ja nur als Takt und nicht als Musik wahr. Und dann kamen sie wieder, "meine" sanften Klänge. Salsa, Tango, Fado, Merengue - südamerikanische und afrikanische Rhythmen. Nach einigen Monaten wurde der Griff zur CD wieder mutiger. Doch ein Regalbrett ist noch "tabu". Da stehen sie: die verbrannten Scheiben. Die, die schon bei den ersten Klängen alte Narben zum Phantomschmerz verleiten.

Und nun ... bin ich mit einem Mann zusammen, für den Musik hören wie atmen ist. Der nach vorsichtigem Einstieg am Wochenende und meinem Ja zu einem Event dann mal eben mit einer Liste von Terminen kam, an denen ich mir nichts vornehmen soll. Der einfach hinnimmt, dass ich anders wahrnehme als er und der mir meine eigene Wahrnehmung lässt. Und ich konnte plötzlich einfach annehmen. Nur ein einziges Nein gab es - oder eigentlich zwei, aber aus dem gleichen Grund: da kollidierte ein von ihm genannter Termin mit Events in unserer Großküche. 

Es sind zwei Dinge, die mich daran und an mir selbst erstaunen: wie gelassen und zuversichtlich dieser Mann gemeinsam mit mir plant und wie entspannt ich das annehmen und mitgehen kann.

Das Universum scheint mich übrigens genau beobachtet zu haben und sich ein paar Kleinigkeiten notiert zu haben. Und sie direkt an Zen weitergegeben zu haben. Anders kann ich mir vieles nicht erklären. Heute zum Beispiel klingelte am späten Mittag mein Telefon. Und Zen bat mich, kurz vor die Küchentür zu kommen. Ansonsten bedeuten solche Anrufe ja niemals Gutes, sagte die Erfahrung. Doch die Realität stand da mit Blumen und einem liebevoll ausgesuchten Film ... und mit Zeit für einen spontanen, gemeinsamen Kaffee. "Ihm war danach", sagte er. Und küsste mich, während das Küchenklatschblatt aka Rezeptionsdamen an uns vorbeistöckelte.

Es passt gerade. GUT. Sehr gut.

Nicht so gut passte es leider für die Preussin, die mir vor einigen Wochen glücklich von ihrer neuen Beziehung schrieb. Auch dieser Mann wandert mit uns. Und wanderte vorgestern eine andere Abzweigung. Die Preussin ist traurig. Und mir tut es so unendlich leid für sie. Und ich habe fast ein schlechtes Gewissen, weil ich selbst gerade so glücklich bin ... und von Zen so deutliche Signale der Zuwendung bekomme.

Auch wenn die oft ganz anders aussehen als ich "gewohnt" bin. Zen ist zum Beispiel kein Mann, der Komplimente macht. Jedenfalls keine direkten. Ich könnte einen halben Wäscheladen tragen oder Stilettos bis in den Himmel ... und wahrscheinlich würde er nur fragen, ob ich darin denn nicht friere oder umknicke. Auch mit Parfums komme ich nicht über die Wertung "mag ich" oder "mag ich nicht" hinaus. Mode ist ihm relativ egal und Shoppen ein Greuel. Jedenfalls Bekleidung. Was mich zu den Sprachen der Liebe führt. Komplimente ist es definitiv nicht bei ihm. Jedenfalls keine "an der Oberfläche".

Wobei ich glaube, dass Zen einer der Menschen ist, die in dieser Disziplin mehrsprachig unterwegs sind. Wobei seine Multilingualität die meinige deutlich überflügelt. Und ich gerade überlege, was MEINE Sprache sein könnte. Das habe ich nämlich noch nicht wirklich herausgefunden. Bemerkt habe ich allerdings, wie sehr mich die Art von Zen, mit mir umzugehen, anspricht. Und wie oft Einstellungen und Vorlieben sich gleichen. Im Kleinen bisher. Aber wir sind ja auch erst am Anfang.

Am Anfang der Verlängerung. Sozusagen. Denn an unserem ersten Abend sagte er scherzhaft, dass bei ihm Beziehungen zwei Wochen oder zwei Jahre hielten. Was über die folgenden beiden Wochen zum "Running Gag" wurde. Und gestern dann dazu führte, dass mir erst eine "offizielle" Willensbekundung zur "Verlängerung" und dann oben angeführte Terminliste bis zum Jahresende präsentiert wurde. Breit grinsend natürlich. Und mit der unschuldig vorgetragenen Begründung, ich hätte ja einer Verlängerung mit allen Konsequenzen zugestimmt ...

Yepp, Zen, habe ich ... und passt schon.

 

 

 

07.04.2014 um 08:29 Uhr

Fortbildung

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: irgendwas von Bob Seger

Ich bilde mich. Nicht nur durch das verflixte Quizspiel, mit dem meine lieben Nachkömmlinge Zen ansteckten, sondern vor allem durch Besuche in der Mediathek ... aka Zens Wohnung. Der Mann hat einen Fundus an Büchern, Filmen und CDs, die manche Stadtteilbibliothek vor Neid erblassen ließen. Und so hörte ich in den letzten Tagen ziemlich unterschiedliche Musik und machte Bekanntschaft mit einigen Klassikern der Filmgeschichte. So gestern mit Herrn Malle und einem Aufzug, der direkt zum Beil des Scharfrichters führte. Ein Schwarzweiß-Film mit großen Darstellern und einer packenden Handlung. Wäre es nicht so spannend gewesen, wäre ich wohl schon in Hälfte 1 entgültig eingenickt. Ich bin es nicht mehr gewohnt, abends Filme zu sehen ... wird sich jetzt ändern. Klasse finde ich, dass Zen Filme grundsätzlich unsynchronisiert sieht, unabhängig von vorhandenen Sprachkenntnissen. So hatte ich gestern das Vergnügen an wunderbaren französischen Dialogen. Und auch das Lesen hat wieder viel mehr Platz in meinem Leben. Endlich ist da ein Mann, der genauso viel Freude daran hat wie ich, im Bett zu sitzen und die Nase in einen dicken Schmöker zu stecken!

Genug Zen für den Moment. Das Leben hat ja auch noch andere schöne Aspekte.

Wie die Tatsache, dass die liebe Carol Zee mal wieder im Lande ist und ich heute abend nach Herzenslust aus ihrem Koffer shoppen werde. Wie meinen Kaufrausch von heute morgen. Mal sehen, ob die Lederjacke hält, was das Bild verspricht. Auch meine Lieblingstassen to go habe ich bestellt. Gleich dreimal. Zwei für Blue und Wirbel, eine für Zen - zu Ostern. Wie das Wetter draußen - herrlicher, warmer Sonnenschein! Oder wie den Chat mit einer lieben Bekannten aus Süddeutschland vorhin.

Das Leben ist gerade ziemlich schön ... schnell auf Holz klopfen!!!

 

 

 

06.04.2014 um 08:58 Uhr

Ausbruch aus der Routine ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: was altes von Genesis

Auch eine "frische" Beziehung hat schon Routinen. Seltsam fühlt sich das an, und noch seltsamer wenn sie dann jäh durchbrochen werden. Wie heute morgen, als Zen aufsprang, um ad hoc heimzufahren. Grund war nicht ich, sondern sein Handy. Das hatte sich nämlich mangels Akkuladungle ausgeschaltet und im Halbschlaf hatte Zen zwei falsche Codes eingegeben. Vor dem endgültigen KO für die Kommunikation entschloss er sich, doch lieber daheim auf den Zettel mit der richtigen Nummer zu schauen. Wie war das mit Männern und Technik?

Ich geniesse derweil mehr oder weniger (danke, aloneone, dass dir das "weinige" auffiel) freie Zeit, bis wir uns gleich zur ultimativen Trophy treffen. Wie überquert man den Zellophanfluss und gelangt in ein per Bahn 20 Minuten entferntes Kaff, wenn die zentrale Brücke wegen eines Sportevents nicht befahren werden darf von besagter Bahn. Richtig: man geht erst einmal eine halbe Stunde zu Fuß ... es lebe der Sport! Geärgert habe ich mich übrigens darüber, dass Lärmschutz ansonsten hochgejubelt, für die Fussball-WM aber mal eben ausser Kraft gesetzt wird. Ich werde mit lauter Musik kontern! Klassischer natürlich!!!

Und nun ein weiterer Ausbruch aus der Routine: statt gemütlicher Bad-Runde ein Tete-a-Tete mit der Trockenminna ... 

04.04.2014 um 07:41 Uhr

Mitsommernachts-Kistenderby

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Summernights (Travolta/Newton-John)

Draußen ist "Somling" ... denn dieser Frühling ist so lau und warm, dass er fast als Sommer durchginge. GlamourGirl geht schon in leichtem Seidenkleidchen und hohen Keilpantoletten, das Münchner Kindl hat die weiße Jeans jubelnd aus dem Schrank geholt. Ich war da weniger mutig ... oder auch einfach faul. Erstens trage ich sowieso schwarz das ganze Jahr und zweitens war ich noch zu träge, um den Koffer mit den wirklichen Sommersachen aus Leinen und leichter Baumwolle aus dem Keller zu holen. Muss ich tun. Dringend. Und ausmisten. Wieder ein paar Dinge weggeben. Das Gepäck leichter machen. 

Auch im übertragenen Sinne. Ich hole gerade ein paar verstaubte Kisten aus meinem inneren Keller. Die, auf denen ein Warnaufkleber pappt: "Vorsicht, Giftstoffe! Nicht öffnen!". Ich beäuge diese Kisten kritisch. Seit dem Wochenende mit Zen weiß ich, dass ich zumindest zwei von ihnen nicht mehr in der dunklen Kellerecke stehen lassen kann, sondern mich jetzt um die Entsorgung kümmern muss. Auch für Seelenmüll gibt es kein Endlager!  

So einiges ist drin in diesen Kisten. Und das meiste wird hier ungeschrieben bleiben. Aber - wie schon am Wochenende - kommt das eine oder andere im Zusammensein mit Zen wieder an die Oberfläche. Und es tut wohl, eine ähnliche Situation aus neuer Perspektive zu erleben. Und sie so zu "entgiften". Rosa, ich habe ja deine "Anfänge" nochmal nachgelesen. Es ist wie die Geschichte mit den Wohlfühlsocken aus dem Jekyll-Karton. Irgendwann ist es keine traurige Erinnerung mehr, sondern nur noch ein paar Socken. So ging es mir vorgestern mit einer CD, und so fühlte sich eine Terminplanung für den Sommer an. Irgendwann ist es keine schmerzende Erinnerung mehr, sondern nur noch eine Sache, ein Lied, ein Ort, ein NEUES Erlebnis. "Verbrannte Erde" gibt es immer noch genug in meinen Kellerkisten. Aber es wird weniger. Zwei bringe ich jetzt raus. Sind leer. Die letzten Rückstände schaden niemandem mehr. Gottseidank.

Warum bin ich eigentlich so kryptisch? Eigentlich Blödsinn. Also Klartext. Was ist in der Kiste? In der Kiste ist die Erinnerung an ein Konzert. Mir hat der Ort nicht gefallen und das Konzert auch nicht. Und in einer Beziehung, die Vergangenheit ist, hat dieses (übrigens recht teure) Konzert und dieser Ort für Streit und Verletzung gesorgt.Oder eher: mein nicht-Wohlfühlen dort. Und die Äußerung desselben.

Zen kennt die Vorbehalte. Und fragte trotzdem, ob ich ihn begleite. Dahin. Die Voraussetzungen werden anders sein. Ganz anders. Und trotzdem hüpft mein Magen. Ich habe ihm das auch so gesagt. Und werde mitgehen. Weil ich darauf vertraue, dass es gut wird. Bald werde ich diese Kiste wegstellen können ...

Und eine andere vielleicht auch. Die Lady schrieb von einem Straßenfest, auf dem sie ihrem Kater begegnen könnte. Zu einer Begegnung mit der Vergangenheit könnte es auch bei mir kommen. Er ist nicht mein Schattenmann. Es ist endgültig vorbei. 

Mit Schatten aus der Vergangenheit kämpft auch das Münchner Kindl. Aus lauter Angst, jemandem zu nahe zu kommen, scannt sie schon wieder die Umgebung nach dem nächsten Lover, während sie eigentlich gerade Gefühle entwickelt. Aber die lässt sie nicht zu. Stattdessen wird der chilenische Koch ihrer Kantine zum Objekt der Begierde. Schade. Aber nicht wandelbar, wenn sie so fühlt. Wir machen uns Sorgen, Glamour Girl und ich.

Eine andere Sorge ist entkräftet. Die um die beiden Kochkollegen, die zur Zeit nah beim südamerikanischen Erdbeben weilen. Einer hat geschrieben. Sie sind in Sicherheit und weit vom Krisengebiet entfernt. Aufatmen, bei allem Mitleid für die Betroffenen.

Eine letzte Sorge betrifft leider etwas schwer wiegenderes. Unsere Limette nämlich. Schon lange wissen wir um einen Charakterzug und ein Problem. Das Problem heißt Alkohol. Und das werden wir nicht lösen können, so lange sie es nicht selbst will. Ich trinke selber mal zwei oder drei Wein. Wie gestern. Über den Abend verteilt und mit Abendessen. Zen und ich schaffen eine halbe Flasche am Abend - gemeinsam -, wenn wir uns sehen. Doch die Limette trinkt wesentlich mehr. Und sie redet "frei", wenn sie trinkt.

Der Charakterzug ist Selbstmitleid und Neid. In diesem Fall auf Glamour Girl, die eine teure interessante Fortbildung machte. Geäußert im Suff im Kollegenkreis. Schlecht. Doppelschlecht. GG ist Führungskraft, Limette nicht. GG schuftet wie ein Pferd, Limette ist eher die Firmennudel und nimmt es mit dem Arbeitstempo nicht so genau. Äpfel mit Birnen verglichen. Im Suff.  Ganz üble Geschichte. GG wird Limette darauf ansprechen müssen. Und es ist in diesem Fall schwerwiegend genug, dass es sogar das Ende der Freundschaft zwischen den beiden und damit auch das Auseinanderbrechen unserer Viererfraktion bedeuten könnte ...

Und sonst? Gerade viel Input .... wieder mal Fortbildung. I like! 

 

 

02.04.2014 um 08:55 Uhr

Kann es wirklich so einfach sein?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Lovely Day (Bill Withers)

Draußen scheint die Sonne am Beginn eines herrlichen Frühlingstags. Zwar werde ich diesen Tag nicht so verbringen, wie Zen und ich es uns wünschen würden, nämlich wandernd und mit einer Picknickdecke einen besonders schönen Ausblick geniessend, aber die Realität sieht auch nicht allzu grau aus. Heute morgen muss ich erst einmal ein riesiges Noch-Chaos so zurichten, dass Obercheffe bei seinem Auswärts-Einsatz daraus mehrere leckere Gerichte zubereiten kann - also Terminpläne, Rezepturen und Teamlisten für ihn vorbereiten und die Materialkisten packen. Nachdem gestern auch die Reisestelle des Kunden bemerkte, dass sie Obercheffe Zug B gebucht, aber Zug A in den Reiseplan geschrieben hatten, ist wenigstens diese Voraussetzung geklärt ... ohne Worte! Diese Story wäre zweifelsfrei einen Kommentar in jenem lustigen Parallelblog wert, in dem zwei Damen ihre Büroerlebnisse schildern ... köstlich zumeist! Die Realität ist dort wahrscheinlich zum Heulen ... aber das Lesen lässt jeden grinsen, der schon einmal im Büro arbeitete.

Nachdem ich in der letzten Nacht einen wirren Traum von Kettcars mit Halbstarken träumte, die Wirbel den Weg durch eine Wohnküche in die Schule (???) versperrten, träumte ich heute nacht ... nichts. Dafür wachte ich auf und suchte panisch nach Zen. Eine Bettdecke war heruntergerutscht und ich tastete doch tatsächlich, ob er auf dem Boden läge! Erst nach einigen Sekunden wachte ich wohl richtig auf und wusste dann auch wieder, dass ich allein schlief ... was mir dann missfiel. In letzterem bin ich zum Glück nicht alleine ... und es geht uns beiden sehr gut damit.

Es ist schön, wie die Vertrautheit wächst ... und das Wohlfühlen. 

Eine Beziehung hat ja immer mehrere Ebenen. Und die des Umgangs mit dem eigenen Alltag und dem des Anderen ist eine nicht unwichtige davon. Bei Zen gefällt mir seine Gelassenheit und die klaren Signale. Er ist entspannt auch in Situationen, in denen ich Angst vor Stress habe. Zum Beispiel am Morgen, wenn ich zwei Söhne mit einer Stunde Abstand wecke und nur ein Bad da ist. 

Auch über eine Situation am letzten Samstag habe ich nochmals nachgedacht und herausgefunden, was da so anders ist. Danke, Rosa ... in deinen alten Einträgen habe ich die Lösung gefunden. Es ging um die Situation, dass ein Partner schlafen geht in der Wohnung des anderen und der andere die Nacht mit eigenem verbringt, am PC oder vor dem Fernseher. Das Gefühl von Missachtung darin. Die gefühlte Einsamkeit in einem Bett, das nicht das eigene ist und der Reflex zur Flucht.

Am Samstag lagen wir auf der Couch und dösten beide. Ich war müde und wollte wirklich schlafen. Und er schlief auf der Couch tief ein, als ich ins Schlafzimmer vorgegangen war. Ich weckte ihn dann und er kam nach. Kein Problem. Aber ich hatte eines. Mit dem "Hochgekochten". WIR hatten keines, denn die Situation war grundlegend anders. Die Vergangenheit hatte nämlich nie nur mit Müdigkeit zu tun. Immer spielte Alkohol (nicht bei mir) eine große Rolle. Und immer auch .... etwas anderes, das in der Persönlichkeit der an den damaligen Situationen beteiligten Männer verankert war. Am letzten Samstag war es nur Müdigkeit und Limonade. Denn die zweite, aus dem Imbiss mitgenommene Flasche Weizenbier tranken wir noch nicht einmal. Und Zens Umgang mit sich und mir ist ein grundlegend anderer. Was gut ist.

Überhaupt gaube ich, dass die Beziehung mit  Zen anders ist, als meine bisherigen "Muster". Doch das wichtigste ist: es fühlt sich gut an!

01.04.2014 um 09:20 Uhr

Die Sache mit den Schuhen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Wouldn't it be good (Nik Kershaw?)

Frauen kaufen Schuhe. Das ist eine Lebenswahrheit. Und die Gründe dafür sind vielfältig. Selten haben sie mit Bedarf, meist mit Kompensation zu tun. Schuhe kaufen ist ein Allheilmittel. Gegen Minderwertigkeitskomplexe und für das Gefühl, sich in genau DIESEN Pumps wie eine Göttin zu fühlen. Gegen Liebeskummer und für den festen Schritt in den Single-Schuhen. Gegen Langeweile und für das Abenteuer am Fuß. Gegen Stress und für das Gefühl, mit diesem Schuh ganz woanders zu sein.

Grund 1 bis 3 fallen derzeit definitiv weg, 4 ist auch eher überschaubar. Ich erlebe gerade den glücklichen Anfang einer hoffentlich wachsenden Beziehung mit einem tollen Mann. Und nach der Entfernung eines Wespennests im Küchenfenster kocht auch in unserer Großküche das Süppchen ruhig und wohl duftend vor sich hin - die kurzzeitige Hektik kommt dann kurz vor der Verkostung durch Obercheffe.

Warum also kaufe ich Schuhe? Aus dem unwahrscheinlichsten aller weiblichen Gründe und diesmal sogar mit hohem Interesse von Zen, der sonst wenig shoppingaffin ist. Ich BRAUCHE diese Schuhe! Die Erklärung: es sind "bloss" Wanderschuhe. Meine beiden vorhandenen Paare sind nicht 100 Prozent richtig für mich. Insbesondere das zweite Paar (von einem renommierten Hersteller für Wander- und Gebirgsschuhe), das ich ausgiebig anprobierte und dem Beratung vorausging, hat sich als falsch für meine Füße entpuppt. Die Sohle ist zu weich. Ich spüre den Untergrund zu sehr und die Füsse tun nach ca 12-15 km furchtbar weh. Paar 1 hingegen ist  kein TOP-Schuh. Sondern von der Marke, die Pärchen gern im Partnerlook kaufen. Aber gut bei nassem Wetter. Leider auf die Dauer etwas unbequem am Spann. Also ließ ich mich nochmal beraten. Bei einem großen Wanderausstatter. Der Gebirgsschuhausstatter dürfte es ja wieder sein, nur bitte mit härterer Sohle. Und solch ein Modell wurde mir empfohlen. Leider war es braun und leider auch nicht vorrätig.

Braun ist eine dicke Kröte, die ich schwarz-Addict schlucken muss. Nicht vorrätig war zu lösen. Zumal ich weiß, welche Größe mir bei diesem Hersteller genau passt. Und ganz nebenbei sparte ich durch eine Online-Rabattaktion auch 32 Prozent des Preises. Es lebe das konsumentenverhaltenorientierte Werbebanner bei Blogigo - zum ersten Mal zeigte es etwas wirklich Brauchbares an!

Und so warte ich nun auf mein Paket. Zwischen 24 und 48 Stunden Lieferzeit versprach der Händler. Also dürfte ich spätestens morgen abend entweder ein Paket vor der Tür oder einen Zettel im Postkasten haben. Und zum Wochenende dann meine neuen Wanderschuhe. Ich hoffe ja auf das Paket vor der Tür, damit ich sie noch vor der Wanderung am Sonntag (leider ohne Zen, der anderweitig verplant ist) einlaufen kann ...

Um einkaufen wird es auch am Montag gehen - endlich kommt meine LIeblingsmodemacherin Frau Zee wieder nach Citta! Und hoffentlich bringt sie einen großen Koffer mit schöner Sommermode mit!

Es darf Frühling werden ... so auf Wolke 7 lässt sich selbst die nervige Zeitumstellung verkraften!