Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

02.01.2015 um 13:42 Uhr

... der Esel, der bin ich!

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Ich bin der Esel, der seiner Möhre hinterherrennt. Immer. Die Möhre wird ausgewechselt. Auch der, der die Angel hält, an der sie hängt. Immer mal wieder. Mal ist es Erfolg, dem ich vergeblich hinterherhechle, mal Glück, oft Liebe. Deshalb ist es so leicht, mich mit der Möhre zu ködern. Weil ich so wild bin auf das, was sie symbolisiert. Endlich glücklich. Endlich sorglos. Endlich nicht so allein fühlen. Denn das ist die Tragik der ewigen Singelin ... sie fühlt sich allein auch in Gruppen naher Menschen. Deshalb ist es für einen einigermaßen gewitzten Mann so einfach, mich herumzukriegen. Gib mir nur ein wenig Zuwendung. Ein paar Komplimente, ein bisschen Begehren ... vielleicht noch gemeinsame Pläne und die Intimität einer innigen Umarmung ... und ich falle um. Sofort. Und renne fürderhin der Möhre "Liebe" hinterher. So lange, bis ich breche. Oder jedenfalls fast. Bislang hat die Reißleine immer so eben noch funktioniert, wenn es selbstzerstörerisch wurde, das Rennen. 

Beim nächsten Mann wird alles anders, versprach ein Kultroman der 1980er. Jedes Mal war alles neu und frisch. Gleich war nur der Absturz. Aus unterschiedlichen Gründen. Mal rannte der Mann mit der Möhre schneller oder hängte sie höher. Mal erwischte ich sie und sie war faul. Von innen zerfressen und unbekömmlich. Doch es gab ja mehr Männer. Und so schöne Möhren! Nur ich, der Esel, wurde nicht schöner sondern immer zerzauster und verbrauchter vom ewigen Rennen. Für die nächste Möhre brauchte ich Kraft und frass mir ein wenig Winterspeck an. Das half zwar bei der Kondition, liess mich aber langsamer werden. Oder die Männer beschlossen, dass ein jüngerer, schnellerer Esel besser zu ihnen passt.

Im November 2014 lief ich plötzlich langsamer und beim Anblick der herumhängenden Möhren verschlug es mir den Appetit. Jetzt schleiche ich alter Esel auf meinen wunden Hufen weiter. Ohne wirkliches Ziel. Aber mit dem Gefühl, vergeblich gerannt zu sein. Alte Esel gehören in die Salami. Oder bekommen irgendwo das Gnadenbrot, wenn sie Glück haben.

Ich will nicht ungerecht sein. Es gibt auf dieser Welt Menschen, die mich mögen oder sogar lieben. Meine Kinder. Meine Eltern ... auch wenn sie mich nicht immer verstehen. Meine Allerbeste und meine anderen nahen Menschen. Es gibt eben nur nicht den Einen, der mich anschaut und für den ich alles bin. Der, der mich will und ich ihn. Den Partner für mich, den gibt es nicht.

Selbstliebe habe ich mühsam gelernt. Sie gibt mir das Gnadenbrot. Sicherlich besser als die Abhängigkeit von jemandem, den ich nicht liebe. Aber auch nicht die beste Alternative. Eine andere habe ich aber zurzeit nicht. Ich lahme zu sehr, um mich wieder ins Rennen zu werfen. Keiner wird mich mit meinem struppigen Fell und meinem dicken Bauch aus dem Gatter locken wollen. Keiner wird mir in die Augen und in die Seele schauen wollen, wenn doch der ganze Pferch voller junger, gesunder Eselinnen mit glänzendem Fell ist. Ob diese Eselinnen leuchtende Augen und einen strahlenden Geist haben, ist den Männern am Gatter egal. Sie begutachten die Flanken und die Beine und treffen ihre Entscheidung. Und die Männer, die selbst nicht mehr schnell laufen, ziehen halt Rollschuhe an, um so schnell zu sein wie die junge Eselin, die sie erwählten. 

Im Pferch zurück bleiben wir: die alten Eselinnen. Am Rand stehen ein paar Männer, die sich für andere Strategien entschieden haben. Die Metzger, die uns locken und zu Salami verarbeiten wollen nachdem sie uns mit vorgegaukelten Gefühlen aus dem Tor lockten. Und die sehr alten Esel, die hoffen, dass wir unser Gnadenbrot mit ihnen teilen und uns vor das Messer des Metzgers werfen, wenn er nach ihrem Halsstrick greift. Die ewig schwachen, die darauf warten, dass wir sie versorgen. Die allzu bedürftigen, die uns ausbeuten und aussaugen wollen. Und unser Appetit auf Möhren wird immer weniger weniger. Gefühls-Gnadenbrot mit 49 ...  

Mein Gnadenbrot muss mir niemand geben. Das kann ich selbst. Aber es darf dann auch niemand erwarten, von mir mitversorgt zu werden.

Und was heißt die Parabel für mein Leben?

Sehr einfach. Ich arbeite daran, von der Suche nach Mr. Fast-Richtig unabhängig zu werden und mich selbst zu versorgen. Auch emotional. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ich mich unabhängig mache von allen, die mich aussaugen und von meiner relativen Stärke profitieren wollen. Ich kann Kraft verschenken, aber ich lasse sie mir nicht mehr ungefragt wegnehmen.

Ich plane mein Leben alleine. In letzter Konsequenz heißt das: ab einem bestimmten Zeitpunkt auch ohne Söhne. Nach den einsamen Abenden des Weihnachtsfests und einer nachdenklichen Nacht nach der Silvesterfeier plane ich gedanklich schon, welche Dinge aus meinem alten Leben mich durch diesen Übergang begleiten und welche nicht. Ich fühle mich auf der Durchreise. In jeder Hinsicht. Bin mal wieder ungeduldig. Allein und doch nicht unabhängig - ein schlechter Deal!

Das Jahr meines 50. Geburtstags ist das Jahr, an dem ich mein Leben komplett infrage stelle. Das Jahr, in dem ich mich frage, wohin ich gerannt wäre, wenn da keine Möhre gewesen wäre. Die Vergangenheit ändern kann ich nicht. Aber meine Zukunft ... die soll besser werden als das Jetzt. Damit mein Gnadenbrot mir irgendwann wirklich schmecken kann. 

07.12.2014 um 15:19 Uhr

Lametta und so ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Oh Tannenbaum

Wo viel Licht, da auch viel Schatten. Und so ein durchschnittlicher deutscher Weihnachtsbaum ... sei es nun die piksige Edeltanne, die aus Zickigkeit um sich sticht, bis die schmückenden Helden aussehen wie nach dem Clinch mit einer Horde hungriger Straßenkater, sei es die in allen Baumärkten beworbene sanfte Grüne namens Nordmann. Sei es die eher spärlich beastete Fichte, die eigentlich nur noch Menschen mit eigenem Garten oder Waldrevier haben. Oder ihre chinesische Schwester, die ganzjährig Kugeln blüht und auf dem Speicher übersommert. Oder die Sorte, die in Hundertausenden von Häusern das Licht aufaß. Erst klein, niedlich und unscheinbar im Topf ... und nach dem weihnachtlichen Glanzmoment von 15 Minuten dann die nächsten 15 Jahre im Garten. Da isser, der Schatten. Im wörtlichen Sinne. 

Familienfeiertechnisch ist der Schatten weniger leicht zu benennen, aber ebenso präsent. Das Fest der Liebe ist eben auch das Fest der Selbstkasteiung und Überwindung, der Demut und des Faust-in-der-Tasche-Ballens. Und das fängt schon beim Geschenkeaussuchen an. "Ich brauche nichts" ist der Schlachtruf von Menschen, die es ihren Mitmenschen schwer machen wollen. "Schenk mir nichts" ist eine Einladung in die Fallgrube, in der Giftnattern namens Beleidigtsein und Co. sich wolllüstig ringeln. Das Minenfeld Advent ist tückisch. Und kurz vor dem Zieleinlauf lauern die perfidesten Fallen. Wie in jedem Jahr habe ich das Hirn auf Durchzug geschaltet und überlege mir mein eigenes Ding. In einer kleinen Papiertüte liegen bereits ein paar "auf Vorrat" gekaufte Bücher. Ich durchstöbere A-zon und gehe aufmerksam durch die Fußgängerzone. Denn nichts ist peinlicher als nichts ... wenn die lieben Eltern wieder ihren "Umschlag" überreichen.

Freunde und insbesondere Freundinnen sind unkompliziert. Familie IST kompliziert. Nicht die Söhne. Die wollen sowieso Geld. Und bekommen noch irgendetwas zum Anziehen dazu. Unglaublicherweise treffe ich bei Blue sogar den Geschmack ... V-Pulli und Mütze wurden lächelnd in den Schrank geräumt an Nikolaus. Bleiben Eltern, Schwesterschwager und Nichten. Diva und Kobold. Für die beiden muss ich suchen. Wobei mir da gerade eine Idee kommt ... wunderbar ... direkt recherchieren.

Ach ja, Patensöhne habe ich ja auch noch. Gleich zwei an der Zahl. Ich raufe mir schon mal die Haare ... alle Jahre wieder! 

To be continued! 

Und hier die Fortsetzung:

Das eine Patenkind, Felines Sohn, ist versorgt. Kurzerhand verabredete ich gemeinsames Geschenkeshoppen. Mein Wirbel ist ja ihr Patenkind. Ein gemeinsamer Nachmittag, Kino dem Nachwuchs und Tee den Mamas. Gut so. Das andere Patenkind werde ich nebst Freundin einladen zu einem Event. Mal sehen, was ich so finde.

Und: Erfolg! Wirbel mag die Jacke, die ich ihm zu Nikolaus schenkte :-) 

07.12.2014 um 09:54 Uhr

Jetzt kommt die Kür ... oder auch nicht?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: New Year"s Day (U2)

Grundstimmung zuversichtlich, immer noch. Die Ruhe aushalten, heisst das Programm. Jedenfalls für dieses Wochenende. Die Insel der Frauen kostete mich ein Drittdate. Ich versprach, die Mutter meiner Freundin zu bespassen - kein Termin mehr für den Mann, der inzwischen aus Sehr-weit-weg zurückkam. Schade, aber nicht zu ändern.

Weihnachten  und Silvester schrecken mich weniger als in früheren Jahren. Stimmt. Aber ich weiss noch nicht, wie ich reagiere, wenn der Punkt erreicht ist. Silvester werde ich mit zwei Paaren verbringen. Sehr lieben Menschen. GlamourGirl und ihr Freund, Wandervogel und Wüstentaucherin. So nah, dass ich mich hoffentlich nicht zu sehr als fünftes Rad fühlen werde. Nur in der Minute nach dem Jahreswechsel, da muss ich auf mich aufpassen. Gut ist, dass ich selbst Herrin des Ablaufs bin. Wenn ich zu tun habe, geht es mir besser. Und so buche ich einen Tisch im Restaurant nebenan, stelle Prickelndes kalt und werde den Jahreswechsel wohl in oder vor meine eigenen vier Wände legen. Wandervogel und Wüstentaucherin übernachten sowieso hier, da macht es Sinn.

Für Heiligabend übe ich. Verbringe bewusst Zeit alleine. Diszipliniere mich, damit ich mit der Situation klarkomme. Am 26. hätte ich gerne etwas vor. Aber in diesem Jahr sind alle weg. Und in die D*chungelrangelei um freie Restplätze vor den Feiertagen mag und will ich mich nicht einreihen. Im letzten Jahr war die Preussin hier und die Professoressa. Zu beiden hatte ich nie tiefe Bindungen. Es hatte sich nur so ergeben. Und beide waren eher ... Pflegefälle. Bedeutet für mich, dass ich die Kontakte nicht aktiv betreibe. Gehört zur Wanderphase und ist vorbei. Geblieben sind Wandervogel und Wüstentaucherin und nah im Fernen die Vogelschwester und der Dichter. Und es ist gut, wie es ist. Für viele ist die Phase vorbei. Es war ein gutes Jahr, das wir miteinander verbrachten ... alle irgendwie im Umbruch ... und jetzt ist es vorbei. Der Ausrüstungsprofi und die Preussin getrennt. Der feine Mensch in einer Beziehung mit der Hundesitterin. Wandervogel und Wüstentaucherin verheiratet. Selbst Rollkommando Attika plötzlich ganz weich dank neuen Partners. Vom Funkmast habe ich nichts mehr gehört. Er war schon immer eher ein Eigenbrötler. Seit einem Jahr hat Zen die Wanderorganisation für sich besetzt. Seitdem ist es nicht mehr "meins". Zu früh am morgen, zu heftige Strecken und Leute, mit denen ich weniger "warm" bin. Ab und zu sehe ich in den Anmeldelisten alte Bekannte. Aber nicht mehr die Leute, mit denen ich ein gutes Jahr lang so viel Freude teilte.

Auch die Laufzeiten scheinen für mich vorerst vorbei.  Ich kann noch laufen. Aber es fällt mir mit höherem Gewicht schwerer als früher. Walken ist in Ordnung. Das mache ich jetzt wieder regelmäßig. Es klappt, wenn ich mich diszipliniere.

Keine Disziplin gelingt mir beim Essen. Wenn ich allein bin in diesen dunklen Wintertagen, dann esse ich aus vielen falschen Gründen. Das ist die nächste Aufgabe für mich, denn ich will nicht irgendwann mit gewichtsbedingten Krankheiten da stehen. Kein Vorsatz, nur eine Hoffnung ...

Wir schreiben den 7. Dezember. Die Bilanz wird weitergehen in den nächsten Tagen. Es wird schwere Kost. Für mich am schwersten. Weil es hart ist, sich selbst in den Spiegel zu setzen und zuzugeben, was da zu sehen und zu fühlen ist. 

01.12.2014 um 22:28 Uhr

Mit mir ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Allein, allein (Polarkreis 18)

Noch nicht einmal ein Monat abstinent. Freiwillig d*chungelfastend. Ich bin jetzt abends bewusst allein mit mir. Zugegeben, das kommt in der Saison nicht allzu oft vor. Heute ein langer Tag. Keine Energie mehr zum Kochen, stattdessen Pizza fuer alle. Die Jungs zeigen mir jutjube clips. Irgendwann bin ich allein. Schaue mir einen belanglosen Film an. Und warte auf den Impuls von aussen. Auf Neues. 

Eigentlich wollte ich ab Freitagabend Ferien von der Kueche machen. Noch bin ich skeptisch, ob das gelingt ... aber die Hoffnung stirbt zuletzt bekanntlich.

Ein luftleerer Raum ist dieser Dezember ... 

Oder ... ist das die "besinnliche Zeit", die Advent eigentlich sein sollte? Rueckbesinnung auf das Selbst?

Eigentlich doch etwas Gutes. Ich muss mich nur ganz und gar darauf einlassen. Loslassen. Und das ist es, was mir nach wie vor am schwersten faellt ... das bewusste Nicht-Tun. Geduld. Akzeptanz. Nicht versuchen, die Insel der Frauen zu verlassen, sondern das Schoene und Gute zu schaetzen, das mir dort begegnet. Nicht Aussen zum Anlass nehmen, Aktivismus zu entwickeln, sondern warten, ob der Impuls von innen kommt. Meine Latinas in den Winterschlaf schicken, damit das Seelchen zur Ruhe kommt.

Besinnlicher Advent ... Single Edition ... 

 

30.11.2014 um 21:26 Uhr

Die Daemonen umarmen

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Money, money, money (ABBA)

Ich habe es getan. Es hat mich viel Ueberwindung gekostet und rund 60 Euro. Aber jetzt ist es auf dem Weg. Ein erstes Mal, vor dem ich immer noch Angst habe, steht mir bevor. Und ich werde mich trauen. Werde ueber meinen Schatten springen und es tun. Alleine. Ohne jemanden, der auf mich aufpasst, wenn mich die Wegweiser verwirren und Fallen voller Blutsauger lauern. Mulmig ist mir immer noch ... aber ich werde in acht Tagen das erste Mal meine Steuererklaerung alleine in Angriff nehmen. Und wer das jetzt laecherlich findet, sich wegen dieser Bagatelle so in die Hosen zu machen, dem sei gesagt, dass Formulare bei mir Symptome ausloesen, die einer Phobie nicht unaehnlich sind.

Mein Leben in die Hand nehmen ... das bedeutet nicht nur Unabhaengigkeit von Maennern, Fortbildung und Single-Leben zu gestalten, sondern das bedeutet auch Verantwortung fuer meine bisher immer so gerade noch im Soll wabernde Finanzlage zu uebernehmen. 2014 ist das Jahr der Weichenstellungen. Emotional wie wirtschaftlich. 2015 soll das Jahr des Aufbauens werden. Und ab 2016 moechte ich ernten. Leichter leben. Mit mehr Ressourcen und weniger Sorgen. Mit weniger Dingen und mehr Freiheit ...

Steuer selber machen. Fuer andere ein Klacks. Fuer mich eine hohe Wand, ueber die ich klettern muss. Aber: ich schaffe das!!! 

30.11.2014 um 12:40 Uhr

Insel der Frauen

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: No woman no cry (Bob Marley)

Ich lebe, so geht es mir durch den Kopf, momentan auf einer Insel der Frauen. Wunderbarer Frauen. Meine Wochenenden sind voll mit Unternehmungen und Einladungen, alle mit Frauen. Nur mein FB Chat, der ist maennlich, fast zehn Jahre juenger und verwirrt mich gerade ziemlich.

Er ist nicht mein Typ. Oder irgendwie doch. Charmant, charismatisch, lustig. Ich lernte ihn bei meiner Fortbildung kennen. Wir hatten eine gute Lernzeit und viel Spass. Immer mit anderen. Und er flirtete eher mit dem Leben als mit Einzelnen. Dachte ich. Ist mir zu klein, zu jung, zu weit weg. Eremit mit Hund auf altem Gehoeft in der Stadt der Hummel. Die Hummel plus Band waren Idole seiner Jugend. Eine schoene Begegnung. Wie so oft in diesen Fortbildungen wurden Nummern getauscht. Er speicherte meine direkt ins Telefon. Und am Abend ein Kontakt bei FB ... kleiner Smalltalk. Irgendwie unterschwellig flirty.

Ein paar Tage Stille. Und gestern und heute wieder FB. Verwirrend flirty. Intensiv. Heute abend geht es weiter ... nach meiner Rueckkehr von der Insel der Frauen.  

28.11.2014 um 15:30 Uhr

Jedem Ende wohnt ein Zauber inne

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Time to say goodbye

Heute morgen bei der Zuhörerin. Es fühlt sich an wie am Ende des Wegs. Eines guten Wegs. Ich weiß nicht mehr. Aber anders. Narben sind weniger empfindlich, weil ich weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss. Ich kann laufen auf den vernarbten Füßen. Der Regen ätzt nicht mehr auf der nachgewachsenen Seelenhaut. Die schlimmsten schädlichen Substanzen sind in der Enddeponie gelagert. Erinnerungen haben leider eine Halbwertzeit von unendlich. Anderes konnte erstaunlich leicht entsorgt und abgebaut werden. Es bedurfte nur des richtigen Katalysators. Ein Jahr lief ich auf Krücken, ein Jahr trug ich sie in der Hand, während mein Schritt leichter wurde. Und nun kann ich sie weggeben. Oder besser: weitergeben an den nächsten, der sie braucht. Es ist ein guter Abschied. Ein dankbarer. Von der Zuhörerin und von Ballast, den ich viel zu lange trug.

Und wo ich gerade dabei bin, bekommt der Cineast auch seinen Abschiedsgesang. Ich sah ihn in der Stadt. Meiner Stadt. Hand in Hand mit seiner Kompromissfrau. Und er sah - durch mich durch. Ich blieb nicht stehen. Musste erst einmal verarbeiten, was da an Eindrücken auf mich einprasselte. Und das Fazit (wissend auch um das, was die Kompromissfrau hinter ihrer unscheinbaren Fassade ausmacht, nämlich schwerste Depressionen) kam sehr schnell und einfach: Gut entschieden, liebe Rolle. Der Rückzug aus dem D*chungel und damit aus dem Leben des Cineasten war goldrichtig. Denn sie und ich ... das sind Welten. Über diese Brücke würde ich nie gehen wollen. Wie sagt GlamourGirl? Friends are there for a season ... for a reason ... for ever stimmt in diesem Fall nicht. Kein Leider.

Nach dem Gespräch mit der Zuhörerin wollte ich mir etwas Gutes tun. Und endlich meine kurz vor der Nahtauflösung befindliche Geldbörse ersetzen. Rot sollte sie sein. Und rot wurde sie. Erfreulicherweise auch fair. Denn fündig wurde ich im fairen C*ntigo-Shop. Schöner Laden, fairer Kaffee und viele schöne Artikel aus Kooperativen in Afrika und Südamerika vor allem. Und eine schöne Geldbörse. Glücklich-Shopping die 1.

Glücklich Shopping die 2. folgte in der Mittagspause. Outlet hatte zwar eine höchst wunderbare Tasche, die aber auch höchst wunderbare 200 Euronen kostete. Also weggehängt mit Kopfschütteln. Rückweg durch den Laden, der früher ein Kaufhaus war und sich jetzt Galerie schimpft. Was eigentlich nur bedeutet, dass frau nichts mehr findet. Lauter Läden im Laden, die die Suche nach einer Hose oder einem Rock oder einer Jacke zum Abenteuer machen. Was war das schön, als noch Rock neben Rock hing und ich einfach nur die Größe suchen musste! Deshalb gehe ich so furchtbar gerne in das Outlet, das andere so chaotisch finden. Die sortieren nämlich noch nach Kategorien statt nach Marken. Da schaue ich "Blazer" und FINDE das auch ...

Exkurs beendet. In der Galerie gibt es nur noch zwei Artikel, die hängen, wo sie sollen: Schuhe und Strümpfe. Und bei letzteren blieb ich hängen. Bei den Sauteuerstrümpfen nämlich, die einerseits venenfreundlich ein wenig kompressieren, andererseits ein hübsches Bein machen und drittens auch noch fast unkaputtbar sind. Und die haben eine drei für zwei Aktion gehabt. Also erwarb ich drei und zahlte zwei. Was angesichts meiner weihnachtsgeldhalber ungewöhnlich komfortablen derzeitigen Finanzsituation und eines warmen Regens von völlig unerwarteter Seite sogar vertretbar war. Und ich suche nachher mal die Strumpfwaschbeutel zuhause ... denn diese Strümpfe, die will ich richtig lange tragen! Ist sicherlich unter dem Strich preiswerter und nachhaltiger, als ständig neue Billigstrümpfe zu kaufen, die dann schneller laufmaschen, als ich zur Kasse gehen kann.

Bei Schuhen gilt ebenso: lesson learnt. Lieber 20 Euro mehr für Teuermarke als nochmal Ramsch von der hauchenden Schuhmarke.

Dummerweise habe ich bei Männern diesen Qualitätsblick immer noch nicht drauf ... da vertraue ich auf 2015!

 

27.11.2014 um 08:14 Uhr

xmas alone

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Jingle Bells (The Glenn Miller Orchestra)

Weihnachten alleine - oder eher: Heiligabend alleine. Als Teenager der Wunschtraum angesichts elterlicher Eskalation von Vorbereitungsaktivismus, Hektik und unweigerlichem Familienkrieg der kalten Sorte. Schweigen und Drohen und eine Luft wie zum Schneiden ab mittags - und um 17.30 Uhr geht die Lichterkette an und die Freudigkeit gleich mit. Heile Welt. NICHT.

Weihnachten ohne Partner: der Albdruck meiner Erwachsenenjahre. Stigma des Singles. Nicht allein, sondern partnerlos war das Problem, denn meine Schwester war seit 16 durchgehend in Beziehungen.

Tja, damals wusste ich noch nicht, dass schlimmer immer geht und so erlebte ich in meiner Ehe einen bunten Weihachtsreigen von Intensivstationen mit verkabeltem Schwiegervater bis Komplettzusammenbruch und Schwerstdepression meines Mannes in der Kindermesse, gefolgt von Notarzt unterm Christbaum und verwirrten Kleinkindern, die Geschenke auspacken. Nicht gut?

Leider steigerbar. Auch Beziehungskrisen sind eine echte Bereicherung unter dem Tannenbaum.

Klar, auch ich habe noch das kitschige Filmchen aus der Werbung im Kopf, in dem ich im Abendkleid einem gutaussehenden Mann zuproste und selig auf meine versammelte Gross- und Wahlfamilie blicke. Nur gibt es weder den Mann noch ist meine Familie an dieser Art Feiern interessiert. Es ist alles eher schlicht bei meinen Eltern. Mittagessen mit Wasser. Alltagskleidung. Keine Feststimmung. Ist so. Und zumindest Wein gibt es, seit Schwesterschwager Weihnachten machen.

Im letzten Jahr der erste heilige Abend, an dem die Jungs und ich bewusst zusammen kochten. Toll war das. In den Jahren davor waren  sie abends bei ihrem Vater - ihm zuliebe, weil ein Abend allein mit seiner nervigen, aber verwitweten Mutter den stabilsten Charakter in die Krise treiben kann. In diesem Jahr haben sie sich auch so entschieden. Weil sie wissen, dass ich auch allein klarkomme und Wirbel eine Art Gerechtigkeitstick hat momentan. Wahrscheinlich deshalb, weil beide eigentlich lieber hier sind als im Dorf ihres Vaters.

So ganz allein war ich bisher zwei oder drei Mal zu Heiligabend. Oft ergab es sich auch so, dass ich mit einer ebenfalls singelnden Gesellschaft kochte. In diesem jahr nicht. Limette trifft ihre Kinder in Florida, Glamour Girl ist bei ihrem Freund in Irgendwo, das MünchnerKindl entweder bei Freunden auf dem Land oder bei ihrem Zuckerhut - dem Mann,  der vor ihr nur brasilianisch liebte. BesteFreundin zuhause weitweg, Perfektionistin nach Knie-OP rekonvaleszent in nochweiterweg bei ihrer Familie, Tangoqueen mit Tochter auf einer warmen Insel und die Königin macht xmas mit der Königsfamilie. 

Sie sind alle da. Aber eben nicht an meinem Esstisch, sondern weit verstreut. Es ist meine freie Entscheidung, nach dem Kaffee mit den Jungs nicht bei meinen Eltern bleiben zu wollen am Abend. Es war auch meine freie Entscheidung, mich von Zen zu trennen. Also verbringe ich den Heiligabend mit MIR. Was ich koche, wird nach Angebot im Supermarkt entschieden. Eventuell koche ich auch gar nicht, sondern stelle mir lauter Lieblingsgenüsse auf einem Tablett bereit. Grünen Seealgensalat vom Japaner, französische Pate, tollen Käse, gutes Brot, selbstgemachte Zwiebelmarmelade. Und wenn es warm sein soll, vielleicht schnelle Gemüsetagliatelle von Zucchini und Möhren mit Jakobsmuscheln? Worauf ICH Lust habe. Ein Film, ein Buch, ein Digestif ... und morgens früh raus und eine ausführliche Laufrunde vor dem langen Essen bei Schwesterschwager.

Warum ich das jetzt so ausführlich schreibe? Weil nicht nur ich Heiligabend allein sein werde ... und es wirklich nicht so schlimm ist, wie es sich vor dem ersten Mal anfühlt. 

 

 

 

 

 

 

26.11.2014 um 17:15 Uhr

Single-Life ... Reloaded

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Together forever (Rick Astley)

Da hat die liebe Trini mich "woanders" dazu gebracht, "ganzwoanders" einen Artikel über das Single-Leben zu lesen. Und mich erstmal furchtbar zu ärgern. Nicht über die Grundmessage. Auch nicht über die Trini. Gemäßigt über den Schreibstil des Artikels. Etwas doller darüber, dass vieles von dem, was als Vorteile des Singlelebens beschrieben ward, offensichtlich nur für porenechte Jung-Singles zu gelten scheint. Die Lebensrealität von "gebundenen Singles" aka Einzeleltern, ist halt anders. Und die von Knapp-unter-50ern in manchem auch.

Nichtsdestotrotz fielen dann heute auf dem Weg am Fluss entlang die Groschen gleich Euronenweise. Und ich stellte mit staunenden Augen fest, dass es in meinem Leben so einige Dinge gibt, die als Single besser funktionieren, auch als in einer Ehe oder Beziehung. Also mache ich doch mal eine Single-Positivliste.

 

1. Arbeiten gehen

Als ich noch verheiratet war, musste ich meine Arbeitszeit gegen meinen Mann verteidigen. Danach gab es feste "Papazeiten" - himmlisch planbar! Und nun sind sie so gross, dass ich mich kaum noch nach ihnen richten muss - nach einem Partner aber sehr wohl. Und das nicht zu müssen, ist gerade zur "Saison" einfach nur entspannend!

2. Kinder erziehen

Ich bin's allein gewohnt inzwischen. Ein Partner, der versucht, bei meinen "Halbfertigmännern" noch reinzureden, ist eher Ballast. Wir drei sind so, wie wir sind, ein prima Team.

3. Fortbildungen machen

"Ungestraft" Wochenenden verplanen und einfach nicht "verfügbar" sein - wunderbar! Hätte ich eine Beziehung, müsste ich mich dauernd rechtfertigen dafür, ob und wann ich mich "melde". So packe ich Freitags die Tasche und komme Sonntags wieder. Ohne jeden Stress und mit dem ganzen Kopf da, wo ich gerade bin.

4. Einkaufen gehen

Wie schrecklich, mit einem ungeduldigen Mann einkaufen zu gehen! Das muss ich mir derzeit nicht antun. Ich kann einkaufen gehen, wann ich will, wo ich will, wie lang ich will und wie teuer ich will! (OK, letzteres mag ich nicht ausreizen ... aber das KÖNNTE ist fein)

5. PLANEN dürfen

Nicht mehr den Satz hören "ach, lass uns ganz spontan". Den Satz höre ich nämlich nur gern, wenn er sich auf den gerade aktuellen Augenblick bezieht. Nicht, wenn damit ein in der Ferne liegender Termin, für den ich allerdings bereits "Vorbuchungen" habe, gemeint ist. Meine Wochenenden sind kostbar. Und gerade damit ich gelegentlich mal "spontan" sein kann, muss ich und will ich sie planen. Damit ich trotz "gesetzter" Aktivitäten wie Besuch meiner alten Eltern und Haushaltspflichten auch Treffen mit Freunden oder etwas Seele baumeln lassen hinbekomme. Dazu passt auch der nächste Punkt.

6. Aufstehen, wann ich will

Das bedeutet nicht "la grasse matinée" Eher das Gegenteil. Nur einer der selbstgemachten Fast-Männer in meinem Leben ist Frühaufsteher. Ansonsten sehe ich mich mit männlichen Exemplaren konfrontiert, die weit über meine Bettkomfortzeit hinaus in selbigem verweilen wollen. Bin ich aber einmal richtig wach, was meine Blase sehr gerne für mich gegen 7.30 in die Wege leitet, dann will ich Tee. Und Unterhaltung. Buch oder so. Bei Ruhe. Nix Gespräch. Nix Radio. Da bin ich ziemlich verschroben. Und das ist ohne Mann viiiiiel bequemer. Siehe auch nächster Punkt.

7. Schlafen, wann ich will und wo ich will

Nichts schlimmer als ein Mann, der die Nacht nicht enden lassen will. Der nicht schlafen gehen will. Und das auch noch in seiner Wohnung. Ich mag nicht anderswo übernachten, wenn ich nicht mit anderswem einschlafen darf. Und ich mag auch nicht leichtschlafen in der Erwartung, gleich geweckt zu werden oder gar nicht schlafen, weil anderswer gerade Gesprächs- oder Laermbedürfnis hat.

8. Geld ausgeben, für was ich will

In jeder meiner Beziehungen habe ich Geld ausgeben müssen für Dinge, die mir nichts bedeuteten. Weil anderswer es wichtiger fand als meine Prioritäten. Jetzt gebe ich Geld aus für Dinge und Ereignisse, die MICH erfreuen. Wie die Reise zu BesterFreundin, die bald ansteht.

9. Freunde und Familie pflegen

Meine Herzensmenschen sollen von mir auch Zeit bekommen. Zwar sind es sämtlich so nahe und gut genährte Freundschaften, dass sie auch mal ein paar Wochen des sporadischen Kontakts überstehen, aber es sind eben Einzelstränge, die sich nicht in "Gruppenspeeddates" abarbeiten lassen. Mal ganz zu schweigen von den Eltern, die zumindest alle zwei Wochen "bespielt" werden wollen. Die beiden sind nicht mehr mobil genug, mich zu besuchen, also besuche dann ich. Und solange ich Single bin, kann ich das wunderbar in meine Wochenenden einbauen.

10. Haushalt und Pflege, so viel (oder eher: so wenig) ich will

Keine Angst, meine Wohnung ist kein Messie-Basislager. Aber in der "Saison" ist Haushalt auf das Minimum reduziert. Und das heißt Versorgung meiner beiden Fast-Jungmänner. Also Einkaufen und Essen auf Vorrat kochen. Da ist mein Schlafzimmer auch mal unaufgeräumt, der Boden zwei Wochen nicht gesaugt und die Küche nicht geputzt. Und als Single genieße ich es sehr, dass niemand in der Wohnung sich darüber aufregt und mich nervt. Wirbel ist unordentlich, Blue saugt bei sich selbst (und den Flur meist gleich mit) ... und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren. Und niemand regt sich auf, wenn ich im Winter mal das Rasieren einstelle und mir damit juckende Haut erspare.

11. Im Rhythmus bleiben

Sobald Sport zur Gewohnheit wird, fällt er mir leicht. Dazu gehört aber vor allem zeitliche Disziplin. Wenn ich morgens nicht um 7.30 spätestens das Haus verlasse, bin ich nicht vor 10 in der Küche mit Laufen und Duschen. Wenn ich nicht mindestens einen Weg zu meinen Eltern am Wochenende laufend zurücklege, bin ich an diesem Tag ohne Bewegung. Und wenn ich nicht Samstags einkaufe, komme ich vor Dienstags nicht mehr dazu. Ich takte meine Dinge so, dass viel Zeit für Schönes bleibt, gerade am Wochenende ... aber es fällt mir viel leichter, das als Single so zu machen. Vor allem, weil ich nicht ständig zwischen zwei Wohnungen pendeln muss.

12. Musik (nicht) hören

Ich mag laute Musik. An genau drei Stellen in meinem Leben. Auf Parties, im Auto und im Hantelkurs. Ansonsten nervt sie mich. Radio? Eine Qual! Zuhause alleine Musik hören? Nur, wenn ich gleich ausgehen will, zum aufputschen. Oder wenn Besuch da ist. Dann leise, im Hintergrund. Fado, Salsa, Tango und Co.

Ich mag Konzerte. Aber nur kleine Hallen/Kulturkneipen oder Umsonst und Draussen-Events. Die großen Eventarenen können mir gestohlen bleiben. Da zieht's, da isses unpersönlich. Doofe Leute, schlechter Blick und mieser Sound. Und keine Möglichkeit zum Tanzen und Trinken und Klo gehen.

Die Männer in meinem Leben mochten Musik. So, dass ich pausenlos beschallt wurde, auch wenn ich nicht wollte. Also Punkt für's Single-Leben!

13. Komfortzone

Punkt 13 ist eigentlich das Fazit. Das tolle am Single-Sein mit knapp 50 ist die eigene Komfortzone. Der Luxus, sie nicht verlassen und in die viel weniger komfortable Zone eines Mannes eintreten zu müssen. In einer Wohnung zu sein, wo das Radio plärrt und der Lieblingstee fehlt. Dinge zu tun, die nicht zu den eigenen Vorlieben zählen. Mit Menschen Zeit zu verbringen, die nicht nah sind und es nie werden können.

...

...

...

Ja ... es gibt sehr vieles, was für das Single-Leben mit knapp 50 spricht. Bequemlichkeit und Eigenbrötelei vor allem. Die Punkte, die die Autorin des eher mäßigen Artikels nannte, zählen für mich eher nicht. Dating, Ausgehen, SFK 18 Filmchen .. so what?

Dating? Been there, done that, didn't buy the T-Shirt. Ich habe mich doch gerade abgemeldet von dem ganzen Zirkus!

Ausgehen? Wenn die Kondition will, gerne ... aber es gibt wenige Locations, in denen meine Generation wirklich noch "feiern" kann, ohne dass das Etikett "Schlagerparty" draufklebt oder Ü30-Resterampe ausgeflaggt ist. Die Events meiner Generation sind eher ruhig - Weinbar, Oper, Job-Veranstaltung ... und erfordern ganz bestimmt kein "Reparaturbier" am nächsten Morgen!

FSK18? Stimmt, da war doch noch was ... und das war ... eigentlich schön. Mit dem richtigen Mann. Nicht an einem Bildschirm. Und auch bitte mit Gefühl. Ansonsten lieber gar nicht. Meine Libid* ist nämlich mit Menschen verbunden und mit Emotionen, nicht mit Schlüsselreizen und gymnastischen Übungen. Wenn nicht verliebt, dann auch nicht verlustet. 

Also scheidet der Single-Vorteil "Affärchen" aus. Weil es sich um eine Gefühls-Rolle handelt.

 

Und was spricht für Beziehungen??? Auch mit knapp 50?

Das Gefühl. Nur das Gefühl. Das schöne Gefühl, zu jemandem zu gehören. Anderswen anzuschauen und sich bei zunehmendem Knieschmelzen geborgen zu wissen. 

Küssen kann man nicht alleine, sagt ein großes Tier im D*chungel. Küssen kann frau aber auch als Single. Das verpflichtet zu nichts, noch nicht mal zum Verlieben. Aber Verlieben, dazu braucht es zwei.

 

Und die große Frage ist: wie wichtig ist mir meine Komfortzone?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24.11.2014 um 12:57 Uhr

Ja, wo wechseln sie denn? - Nachtrag die 2.

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Ich will keine Schokolade (Trude Herr)

Langsam aber sicher werde ich "Best Agerin". Ich bin nicht sicher, ob ich mich mit diesem Etikett gut fühle. Eher nicht. Und wenn ich mich so erinnere, wie meine Eltern in diesem Lebensalter waren, dann frage ich mich sogar, ob es irgendeinen Schalter gibt, der mit Ü50 auf "alt" switcht. Denn mein Vater ging mit Anfang 50 in den Vorruhestand und war danach ... alt. Und im Kopf schon vorher. Aber mein Kopf ... der ist jung und hungrig. Mein Körper ist nicht so jung wie mein Kopf, aber immer noch jünger als der vieler Altersgenossinnen. Trotz Übergewicht. Würde man mich in eine Reihe mit neun anderen Frauen (extrem übergewichtig und Magermodels mit eigenem Coach mal außenvor) stellen, würde ich es sicher ins obere Drittel schaffen, vielleicht sogar in die oberen 20 Prozent. Also nicht hässlich. Klug. Leider anstrengend.

Und nun kommen die Medien. Die haben nämlich entdeckt, was für eine tolle, kaufkraftstarke Gruppe die "Best Ager" sind. Und deshalb gibt es nicht nur viel Werbung mit Schlageraroma, sondern auch eine halbe Filmindustrie, die mit den üblichen Verdächtigen eine TV-Schmonzette nach der anderen mit verliebten Grauschläfen und "mitten im Lebens" produziert. Löbliche Ausnahme: Altersglühen im Ersten ... da war viel Selbstironie und gute Darsteller. Aber ansonsten verliebt sich die Thekla wöchentlich in einen anderen gutsituierten Grantelhuber oder wahlweise erneut in ihren eigenen Mann. Die Mariele läuft durch die Stadt und jeder Mann, den sie am Marktstand oder beim Einparken trifft, reißt sich darum, sie zum Essen einzuladen. Die Christine hingegen rettet die Welt mit aller unter ihrem nach den Gewichtswächtern nicht mehr ganz so wogenden Busen wallenden Energie. Und verliebt sich in Urwaldärzte und ähnliche Gutmenschen. Die sie natürlich IMMER zurücklieben. So wie der Francis. Der mit dem Doppelnamen britischer Provenienz. Der Francis ist irgendwie between the Ages. Alt genug, um mit ein bisschen grauem Spray im Fünftagebart für die Christine infrage zu kommen, jung genug, um notfalls mit distinguiertem Charme eine Mittdreißigerin anzuflirten, wenn mal ein Gentlemanlover bei der Pilcherin gebraucht wird.

Realität ist was anderes. Ich finde die Männer-Wildwechsel einfach nicht. Nicht in Città. Mir fährt ein Kerl im Verkehr höchstens über die Füße. Am Marktstand steht er entweder mit seiner Holden oder gar nicht. Oder, wenn er charmant und lustig sein sollte, dann hat er die für mich inkompatible sexuelle Orientierung. Und wenn ich nicht im D*chungel paradelaufe, nimmt mich eh niemand im realen Leben wahr. Da kann ich mich aufbrezeln, wie ich will. Charmant sein und hübsch. Mich auf Veranstaltungen herumtreiben oder zuhausebleiben. Es ist einfach ... egal. Sie sind nicht da. Die Männer. Und auch die, die Mariele, Christine und Thekla immer abschleppen - die sind im wahren Leben verheiratet, schwul oder kleine Predatoren, die nur ihre Kerbenliste im Bettrahmen erweitern wollen.

Es ist trotzdem nett, diese Karamellfilme ab und zu zu sehen. Weil die Illusion bleibt und sich von Hoffnung nährt. Wenn ich am Samstag im Café sitze ... dann könnte ja etwas geschehen. Oder beim Wochenmarkt. Oder beim Küchenevent. Oder auch nur in der Apotheke gegenüber. Im Wartezimmer. Am Fahrkartenautomaten. Egal wo.

Ich bin nicht mehr im D*chungel. Ob temporär oder dauerhaft, weiß ich noch nicht. Ein Stück vom Suchstress ist weg. Ein Stück mehr Zeit da. Dennoch in ruhigen Stunden immer wieder der Gedanke "Verschenkst du jetzt eine Chance?". Der D*chungel ist eine miese Gegend. Dynamische Männer meines Alters wollen keine Frauen meines Alters. Die anderen ... nun ja ... ich sprach neulich bereits über Männer im Umbruch. Mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr Zielobjekt bin. Im realen Leben wäre ich es vielleicht. So ... nicht.

Aber irgendwo werden sie doch wechseln, die wilden Singlemänner ...?

09.11.2014 um 08:05 Uhr

D*chungelfasten

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: With or without you (U2)

Seit Freitagmorgen lebe ich "ohne". Und direkt in der harten Variante mit Wochenendstart. Es ist nicht so, dass ich die Sache an sich vermissen würde. Und noch weniger die Gesprächs- oder eher Mailpartner der letzten Wochen. Jedenfalls nicht die, mit denen ich nur dort Kontakt habe. Aber ich vermisse die Tätigkeit. Das gemütliche Sitzen im Bett mit einer Tasse Tee und die Neugierde auf Nachrichten "von draussen". Auf NEUES. 

Ich sitze immer noch im Bett. Die Teetasse ist die Gleiche. Das Tablet mag mich heute früh und buchzahlspinnt nicht ... ich lese ein paar Blogs ... aber das Gefühl des "Outreach" fehlt ein bisschen. Muss ich mich dran gewöhnen. Aber muss jetzt mal sein. Zumindest für ein paar Wochen. Auch, weil ich gemerkt habe, dass die On- and Off-Attitude des Cineasten mir nicht gut tut. Ich habe mir nach jenem Wochenende innere Distanz verordnet. Und das auch kommuniziert. Aber er hält sich nicht  daran. Und ist dann wieder für Tage oder Wochen verschwunden, nachdem er mal wieder meine Emotionen umrührte. Nach zwei solchen Telefonaten hatte ich die Nase voll. Er weiß, wie er mich erreicht - telefonisch wie schriftlich. Über zwei Plattformen und persönlich. Also nehme ich ihm jetzt mal sein Lieblingskommunikationswerkzeug weg und vertraue auf Erfahrung. Wenn nicht dort, dann ganz selten. Er ist einfach zu faul, die anderen Wege zu nutzen. Lebe lange und in Frieden, sage ich da als alter Trekkie nur ...

Gestern gönnte ich mir meine Wochenration Shopping. Und ging endlich noch mal ein Stadtteilzentrum weiter, dorthin, wo es noch klassische Damenbekleidungsgeschäfte mit richtiger Bedienung gibt. Mit Verkäuferinnen, die ihr Sortiment kennen und freundlich beraten. Mit der besten Leder- und Funktionsjackenauswahl der Stadt. Und mit einer genial benutzerfreundlichen Rabattstrategie. Ich muss dafür die Kundenkarte noch nicht einmal dabeihaben oder die Nummer kennen. Einfach Namen angeben und mit einem Klick auf die Kasse bin ich 5 Prozent berechtigt. Ein paarmal im Jahr gibt es noch weitere Aktionen ... und in diesem Monat war mir ein "Dankeschön-Gutschein" nicht über Prozente, sondern bare Euronen ins Haus geflattert. Diese 20 Euro wollte ich nicht verfallen lassen. Im Notfall halt für Strumpfhosen. Also verabredete ich mich mit dem Münchner Kindl. das unweit lebt und ging Gutschein einlösen.Natürlich kaufte ich nichts für 20 oder 21 Euro. Aber eben nur EIN Teil. Und eines, das ich wirklich brauchen kann. Eine Art Walkjanker - irgendwo zwischen Strickjacke und Blazer. In einem schönen Rot. Sowieso schon reduziert von 100 auf 60 Euro und mit dem Rabatt plus den sowieso 5 Prozent dann 37 Euro. Den gönnte ich mir. Weil praktisch und zur vorhandenen Garderobe gut passend. Und reiseleicht. 

Der zweite Teil des Shoppings führte mich in die "notwendigen" Läden. Wirbel ist gerade von den Socken. Sprich: er hat keine ordentlichen mehr. Also Ankauf von zwei Päckchen Sportartiklersocken in der Schuhkette mit dem großen D. Auf Hund M hatte ich keine Lust. Ich war nur fünf Meter weit im Laden. Und habe mittlerweile den Eindruck, dass da nichts mehr hängt, was auch nur ansatzweise tragbar ist. Dünne, fluddelige Stoffe. Gummizüge noch und nöcher. Knittern vom Hingucken. Und Krempel, den ich sofort für das Rheinische Brauchtum in die hierfür reservierte Kiste packen würde. Da hing ein regenbogenfarbiger Pailettenrock - ein Traum! Aber eben nur für "jenes" jährliche Kultkonzert. Für nix sonst. Und dafür wären mir erstens 35 Euro zuviel ob es einmaligen Tragens.

Und zweitens ... habe ich, seit ich bei Nunu aus Österreich lese, wie produziert wird, einfach nur noch ein mieses Gefühl, wenn ich diese Billigware sehe.Ich habe nichts gebraucht - das kam hinzu. Aber selbst wenn ich gebraucht hätte ... DA hätte ich gestern nicht kaufen wollen. Und wenn ich mir den Stern-Artikel zur kommenden Kollektion eines Megadesigners ab Donnerstag angucke ... dann fasse ich mir nur noch an den Kopf. Kurze Höschen für Kerle und Schlappen im Winter. Lederjacken bis zum Rippenbogen, Minikleider aus dicken Shellstoffen, in denen du draussen mangels Stoff frierst und drinnen ob des Stoffs schwitzt. Und dafür verlangen sie "normales" Geld. Also die Preise, die ein Artikel mittlerer Kategorie im "normalen" Handel kosten würde. Das Zeug ist völlig untragbar - aber es steht ein Name drauf. Wirklich idiotisch.

Wirklich "zugeschlagen" habe ich dann da, wo es "Innovation" gibt. Drei schwere Tüten hatte ich, als ich den Laden verliess - und kaufte mir sicherheitshalber nebenan in der Drogerie noch eine stabile Transporttasche. Sie hatten reduziert. Und so erwarb ich drei Flaschen Sauvignon Blanc, zwei Flaschen Sirup in den leckeren Geschmacksrichtungen dunkler Holunder und Himbeer - und die Geschenke für Wandervogel und Wüstentaucherin, die ja nichts zur Hochzeit wollen. Kriegen sie auch nicht. Sondern zur Wohnungseinweihung. Eine allerliebste Sache fand ich dort nämlich: das Brot in der Flasche!! Ein Biohof füllt alle Zutaten für ein leckeres Brot in Lagen in eine Einweckflasche. Sieht total hübsch aus im Küchenregal und kann auf Wunsch frisch gebacken werden. Und die Flasche ist wieder nutzbar. Das Thema Salz zum Brot interpretierte ich als Grill-Set mit einer tollen Fleischgabel, einem Marinierschälchen, naturfarbenem Topfhandschuh, Gewürzmühle mit grobem Salz drin und zwei Fläschchen Olivenöl und Balsamico-Reduktion. Alles zusammen für sagenhafte 7 Euro - reduziert. Das passt. Wird als "Brot und Salz" zur Wohnungseinweihung deklariert und  kann direkt auf's Buffet gestellt werden.  

Jetzt muss ich mir nur noch etwas hübsches einfallen lassen für meine Patentante. Die besuche ich nämlich nächsten Monat. Kurzentschlossen nach einer Fortbildung, die mich schon zweidrittel zu ihr bringt. Eigentlich wollte ich ja noch einen Besuch bei BesterFreundin "zwischenschalten" - die kann aber nicht. Kommt aber vorher noch zu mir. Patin braucht den Besuch. Wurde gerade operiert und ihr geht es nicht so gut. Also fahre ich jetzt Sonntags zweieinhalb Stunden zu ihr und Dienstagsmittags dann von ihr aus nach Hause. Passt schon. 

Aber vor dem Brainstorming für das Patentantengeburtstagsgeschenk (nachträglich) darf ich wohl erstmal putzen, denn ich habe mir für Donnerstag noch einen Übernachtungsgast angetan - eine Kooperationspartnerin aus der Hauptstadt. Und da kooperierende Organisation nicht nur Küchenpartnerin, sondern auch ein privates Engagement von mir ist, war es Ehrensache, das Sofa anzubieten. Also putzen - jetzt!

*Seufz* ich wusste doch, dass ich die D*chungel-Freiräume sinnvoll füllen kann ... 

 

Edit: Kein Putzen - sondern Kochen. Rezept ausprobiert mit den Kaninchenkeulen, auf die die Jungs keine Lust hatten zu Ostern und die seitdem im TK herumlagen. Strategie: wir leeren den TK.

Und es waren DREI andere Plattformen ... auf der letzten war der Cineast gerade auf meinem Profil ...wenn ich agiere, reagiert er. Zuverlässig. Aber ich will es nicht mehr.

 

07.11.2014 um 07:30 Uhr

Am Waldrand

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Nutbush City Limit (Ike & Tina Turner)

So schnell kann das gehen. Ein Klick und raus. Aus dem D*chungel nämlich. Sicher nur temporär, denn ich kenne mich. Spätestens wenn ich Urlaub und Zeit habe, sehe ich so eine unbebaute Lichtung und bekomme wieder Lust auf Kontakte. Aber das ist gerade der springende Punkt. Die Kontakte dort. Die Männer mit "Wellenlänge" eher in weit entfernten Regionen. Der Cineast, der mich als gelegentliche Anlaufstelle ... ich sage jetzt bewusst: missbraucht. Und die anderen. Diejenigen, die eigentlich nur ein Nebenbei-Affärchen suchen. Und die, deren Leben sich anfühlt wie ein zu enger Mantel. 

Den Mann, den ich zweimal traf, werde ich auch ein drittes Mal treffen. Aber der hat meine Mailadresse und Telefonnummer längst.

Der D*chungel ist ein Zeiträuber ... und ich will meine Zeit sinnvoller füllen.  

 

27.10.2014 um 11:05 Uhr

Challenge und Millionenchance?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Money, money, money (ABBA)

Als Single-Frau steht man/frau vor so einigen Herausforderungen. Allein ihr Leben wuppen, dabei möglichst den Körper einer Zwanzigjährigen mit der Geduld einer 90jährigen Komapatientin zu verbinden, Fitness und Energie auf der einen Seite auszustrahlen, aber andererseits mit Begeisterung Couch Potato zu sein, wenn das Objekt der Begierde (kurz: OdB) sich nach seiner so "stressigen" Job-Woche erholen möchte. Dabei die Kinder, die bei den meisten Singelinnen über 40 ja vorhanden sind, so "jonglieren", dass Frau sich dem Zeitplan des Mannes und natürlich seinen "Kinderwochenenden" optimal anpasst ... und irgendwie kann das ganz schön anstrengend werden. Die Singelin trifft auf ihrem Weg durch den D*chungel "toutes les Couleurs". Und auch, wenn sie den Romance Sc*mmer und den Ehemann auf Abwegen, den 25jährigen Abenteurer und den 70jährigen Drittfrühlingler aussortiert, bleibt immer noch genug für einen Gefühlsslalom der Extraklasse. Freie Auswahl in der Lotterie ... und ob es ein Gewinn oder eine Niete ist, zeigt sich nur manchmal sofort (das sind die Glücksfälle!), sondern meist erst nach längerer Zeit und tieferen Gefühlen. Der seltsame Kuchenesser von gestern war also eigentlich ein Glücksfall. Schon nach zwei Stunden und sieben Euro kehrte ich glücklich heim zu mir. In meine leere, gerade geputzte Wohnung, zu meinem Kühlschrank, der noch alles nötige für eine leckere Surimi-Quiche hergab. Zu einem heißen Tee und einem überraschend guten Film. Und zu der Erkenntnis, dass alleine besser ist, als vieles, was der Singelin begegnet. Und auch der Samstagabendmann ... der löste kein "Kribbeln" aus. Er ist in Ordnung. Vielleicht könnte er eines Tages ein Freund werden. Aber er ist eben nicht der Mann, den ich gerne hinter den nächsten Busch zerren würde. Leider.

Also weiter, die Machete gezückt und Wege durch die verschlungenen Lianen gebahnt. 20 werde ich nicht mehr. Das mit der Geduld bekomme ich in diesem Leben auch nicht wirklich auf die Reihe. Energie habe ich ... aber die Couch-Potato ... die werde ich nicht. Jonglieren kann ich, will ich aber nicht. Und toutes les Couleurs gucke ich mir zwar an, aber muss nicht jeden Modefarbton in meinem Schrank oder meinem Gefühlsleben haben. (Und wenn Sie jetzt bitte mal die Klappe halten würden, Ms. Need? Ja? DANKE!)

Challenge ... so habe ich diesen Beitrag übertitelt. Damit sind ausnahmsweise nicht die Männer gemeint. Diesmal nicht. Sondern eines meiner Reiz-Themen, vor denen ich mich prokrastinierend drücke. Finanzen. Ablage. Steuer. Selbstmanagement. Ein Angst-Thema, obwohl es eigentlich nur um ein paar Blatt Papier und ein paar Zahlen geht. Oder noch einfacher. Ordnung. Bis zu meinem 50. Geburtstag im nächsten Jahr möchte ich mehr Ordnung in meinem Leben. Oder auch: ICH möchte die Managerin meines Lebens sein.

In einigen Bereichen bin ich schon ganz gut geworden. Mein Kleiderschrank zum Beispiel sieht viel besser aus als in den letzten Jahrzehnten. Weil ich mich endlich von Dingen trenne. Plötzlich liegen da nicht mehr wirre Stapel von Pullis und Shirts, sondern ein Stapel dicke Strickjacken, einer mit Rollis und dünnen Strickjacken, einer mit tagestauglichen und einer mit eher feinen Shirts. Punkt. Und nur noch zwei Stapel Jeans und Hosen. Die Sommersachen in einem Koffer im Keller, Socken und Unterwäsche in je einer Schublade. Sport und Wandern auf dem Regalbrett im anderen Schrank, Handtaschen in der Truhe. Es macht jetzt Spass, morgens ein Outfit zusammenzustellen. Weil fast alles zueinander passt. Weil ich sofort finde, was ich brauche.

Genau so möchte ich meine Selbstverwaltung strukturieren. Klar, übersichtlich, nichts überflüssiges.

 

Mein Gepäck leichter machen eben.

23.10.2014 um 11:49 Uhr

Auf Nummer sicher: Tasche statt Mann?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: I will always love you (Celine Dion)

Nach dem siebenhundertzwölften Online-Klappspaten, der mir oder anderen Frauen begegnet, stellt sich die große Sinnfrage, wonach eine Singelin von knapp unter 50 noch streben sollte im Leben. Denn ... das ist ein Fakt ... den intelligenten, einigermaßen angenehm anzuschauenden und leidlich sozialisierten Menschen zu finden, der noch Energie und Ziele hat in unserem Alter ... das ist irgendwo zwischen Märchen und Science Fiktion anzusiedeln. Finden können wir Männer, die solche, die uns als Spalier zum Einranken plus Ersticken oder Sorgendeponie benutzen wollen. Oder solche, die die Benefits suchen ohne wirkliche Freunde zu sein. Die subjektive Top-Range unserer Altersgenossen bleibt allerdings da, wo sie hingehören: in ihren Beziehungen. Sie suchen nur gelegentlich mal "Entspannung", würden sich aber nie trennen, wenn es ihre betrogene Gattin nicht für sie erledigt. Und dann sind sie ratzfatz in der Zweitversorgung angelandet ... bei der nächsten Dauerbeziehung, meist, bevor sie überhaupt "auf dem Markt" sind. Und oft lösen sie diese Beziehung auch aus einem bestehenden Zweierteam heraus ... keine Chance für Singelinnen.

Was bleibt, ist der Rest. Die Männer, bei denen mein Bauch oder mein Hirn oder mein Herz das Stoppschild hebt. Und die meisten Frauen. Ich habe nichts davon, so zu sein, wie ich bin. Im Gegenteil. Dümmer oder langsamer wäre ich leichter vermittelbar. Jünger natürlich auch. Leichter sowieso. Das Paradoxe ist aber: Männer, die weder jünger noch klüger noch schlanker sind ... die setzen ihre Erwartungen so hoch, dass ich daran scheitere. Und sie dürfen es! Weil sie es können! Weil so viele Frauen bedürftig und verzweifelt sind.

Während ich also meine Erwartungen immer wieder prüfe und überdenke, ob sie nicht überzogen sind, stellen die Männer ihre Hürde auf und es gibt genug Frauen, die sich abarbeiten, um drüberzuklettern oder souverän drüberspringen und sich dann klein machen, um das Selbstvertrauen des Mannes nicht anzugraben.

Geschichten wie die, die die Lady postete, machen mich traurig. Wenn schon eine zehn Jahre jüngere, schöne, kluge, SCHLANKE und hübsche Frau mit gar nicht überzogenen Erwartungen solche Kleinmachermails bekommt ... dann kann diese Welt nicht in Ordnung sein.

Und das bringt mich zu der Frage, wonach ich als fast-50 Singelin noch reell trachten kann. Nach einem "guten" Mann wohl eher nicht. Die einen will ich nicht, die anderen wollen mich nicht. Also suche ich echte Werte. Und fand die Birkin-Tasche. Beim gallischen Götterboten zu erwerben um ca. 15 bis 20 Tausend Euro. Mit Schleimen im Shop und mit Wartezeit. Gut. Ich würde eh zum Ansparen einer solchen Summe einige Jahre brauchen. Also vernachlässigen wir die Zeit einmal und gehen davon aus, dass ich mit ein bisschen Finanzdisziplin in ca. fünf Jahren mein Ziel erreichen könnte. Sie ... die Tasche ... würde mich ein Leben lang begleiten und sicher nie enttäuschen. Bei Männern ist das ja mehr als fraglich.

Also grüble ich darüber, ob wir Singelinnen vielleicht Spardosen anlegen sollten nach dem Vorbild von Eck-Stammkneipen. Und ob wir uns in fünf, sechs Jahren gemeinsam an die Theke des Götterboten-Shops in der gallischen Hauptstadt stellen und breit grinsend verkünden: JA ... ich will! Und dann happily ever after mit unseren Taschen leben. Die im übrigen auch dazu beitragen, die Bedürftigkeit der körperlichen Art zu verringern ... schließlich sind sie groß genug, um auch ein bisschen "Spielzeug" für Damen mitzunehmen und in immer mehr Städten haben hübsche, kleine und alles andere als schmuddlige Shops dafür aufgemacht.

Selbst ist die Frau und ran an die Tasche also?

Hat nur einen kleinen Fehler ... erstens würde ich weder für eine Tasche noch einen Mann 15.000 Euro ausgeben. Und zweitens will ich eigentlich immer noch ... den Kerl!

 

 

05.10.2014 um 08:27 Uhr

Arabische Nächte

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Aicha (Khaled)

Es ist der 5. Oktober - eigentlich schon Zeit, die warmen Wolljacken herauszunehmen. Oft ging ich an solchem Feiertagswochenende in dicker Jacke am Meer spazieren. Einmal fuhren meine Wollcaban und ich im Cabrio dorthin ... der Fahrer war nicht wichtig, aber das Herbstwetter war zauberhaft. 

Doch die Jahreszeiten verwischen sich. Vor drei Jahren schwitzte ich im Sommeroutfit beim Job-Termin, die letzten beiden Jahre war irgendwie wieder Herbst. Und einmal Fliegenpilze im Zauberwald.

... diesmal ... schwüle Sommernächte. Passt gut, dachten das Münchner Kindl, der Schlagerfan und ich ... perfekt für das Outdoor-Konzert von DER Klamauk-Band ... siehe Eintrag vom 4. März. Leider hatten wir nicht mit dem Publikum von Downtown Karohemd ... der Nachbarkreisstadt ... gerechnet. Bieder, langweilig und zu Paaren getrieben. Die coolen Leute gibt es dort sicher auch ... die waren an dem Abend aber woanders. Und so war DIE Band lustlos, das Publikum lahm und selbst die mitgereisten Fans wie wie trauten sich kaum, mitzusingen. Münchner Kindl fuhr früh - kranken Lover pflegen. Schlagerfan fror. Und so saß ich früh in der Bahn nach Hause und fragte mich, was das da gerade gewesen war. 

Dieselbe Frage stellte ich mir dann morgens vor dem Spiegel. Graue Schläfen finde ich bei Männern ausgesprochen interessant. Bei mir ... NICHT. Das war keine Silbersträhne als Effekt, das sah aus wie ... irgendwie dreckig. In die Spinnweben geraten. Friseur war nicht mehr drin zeitlich vor dem Küchentreffen - jedenfalls nicht mein Friseur in Dorf. Der Teuer-Friseur in Citta, der terminlich ginge, würde mein Budget ausrauben - also nein. Bleibt selber tönen. Was mir bezüglich Verwüstungen von Textilien und Mobilar Angst machte. Aber ... wat mut dat mut. Beim Einkauf von Reisegrößen meiner normalen Pflegeprodukte wurde es also "Arabia". Ein Dunkelbraun mit Henna drin. Was meine Fleckenangst noch steigerte. 

Die bekämpfte ich dann erstmal mit Retail Therapy. In Nachbargroßstadt. Mit dem Münchner Kindl. Und ich merkte, dass die Verabreichung einer Dosis Shopping auch dann wirkt, wenn nicht ich sie einnehme. Und was für eine Dosis! Eine Hose, Stiefeletten und zwei Shirts in Laden 1, zwei Strickjacken und zwei Blusen in Laden 2, zwei weitere Paar Stiefeletten in Laden 3 und zwei Röcke in Laden 4. Eingenommen habe ICH stattdessen einen Wein, einen Espresso und einen Federweißen auf Einladung des Münchner Kindls. Und einen Zwiebelkuchen, der keiner war, zurückgehen lassen. Da bin ich eigen. Zwiebelkuchen ist nicht Quiche mit ein paar Zwiebeln drin.  

Daheim in Citta stieß ich auf das Rätsel des Wäschetrockners, der sich nach 33 Minuten selbst ausschaltet ... an diesem Rätsel ist Blue beteiligt mangels Reinigung des Wärmepumpenfilters und Ignorierens der roten Lampe. Und stellte mich der Farb-Challenge ... die zu wunderbaren Ergebnissen und nur einem verfärbten Handtuch führte (ok, den kleinen Fleck auf dem Nachtshirt ... den werte ich jetzt mal nicht so kleinlich). Und ärgerte mich, dass nicht zwei Packungen gekauft, weil die irgendwie zu billig war auf dem Kassenbon. Für 1,99 Haare tönen mit Markenprodukt ... wenn das nicht klasse ist?

Das Ergebnis jedenfalls stellt zufrieden. Haare nicht mehr grauenvoll und dafür weich und glänzend. Eigentlich ideale Voraussetzung für eine Partynacht. Stattdessen DDR-Fernsehen und Zitronentee. Beides prima. 25 Jahre nach der Wende werden überall Filme zum Thema gezeigt und unter anderem auch alte Serien aus der DDR. Ein Straßenbahnfahrer-Epos hat es mir angetan. Das gucke ich jede Woche ... ich mag die Charaktere und die eher leisen Stories. Und die roten Tatra-Bahnen, die ich als "Wessi" dort zum ersten Mal sah. Ansonsten kann ich nicht beurteilen, wie sich Serie und Realität verhalten. Meine DDR-Erfahrung war nur eintägig. Klassenfahrt nach (West-)Berlin und ein Ausflug über die Grenze. Geführt von einem Ex-Klassenkameraden, der als Botschaftskind "drüben" lebte und uns ein bisschen durch "sein" Berlin führte. Die nostalgische Serie jedenfalls mag ich.

Und ging anschließend noch im D*chungel spazieren. Meine Selbstschussanlagen am Lichtungseingang kontrollieren. Mit überraschendem Ergebnis. In die Kategorie Unmöglichkeit fällt ein Berliner (entfernungstechnisch unmöglich), der sich in die Tradition der Hummel einreiht .... Menschen mit ähnlicher Denkstruktur, die sich "finden" und "erkennen". Kontakttechnisch spannender ist der spätabendliche Besucher von gestern. Wieder mal ein leichtsinniger Neu-D*chungelaner. Oder bin ich als Fährtensucherin inzwischen zu geschickt? Herr Gugl warf mir mit drei Suchwörtern ein passendes Foto zu ... und sämtliche Kontaktdaten für die freundliche Hobbystalkerin von Telefondurchwahl und Email im Job bis private Adresse und Telefonnummer (die wird zu seiner Familie gehören, er ist getrennt). Ich frage mich, was solch "offenherzige" Menschen tun, wenn sie wirklich mal an die Falsche geraten ... an eine durchgeknallte Frau, die Intimsphäre mal eben in den Öffentlichkeitsmodus bringt?

Noch frappierender fand ich diesen Leichtsinn bei einer Begegnung im Paralleld*chungel. Besagter Neu-Tourist  hat eine sehr exponierte Position in seiner Firma. Branche superseriös - Dreiteiler anthrazit und maßgefertigte Schuhe .... SO eine Branche. Und er verriet mir bei unserer ersten virtuellen Begegnung genug, um ihm im übertragenen Sinne auf die Schreibtischkante hüpfen zu können. Mir, einer völlig Unbekannten, von der er nur ein paar geschriebene Worte und noch nicht einmal ein Bild kannte. Ich hätte ein Fake sein können, sogar ein Mann!

Das sind so Sonntagmorgengedanken nach dem Lauf am Rhein. Der Sommer ist weg. Im Nebel verschwunden. Das lässt die Gedanken ebenso wabern wie die Schwaden über dem Wasser. Keine Pläne für den Tag. Ein leicht verlorenes Gefühl. Suchen ist mein Thema. Wenn ich suche, dann tue ich ETWAS. Vielleicht nicht das richtige ... aber ETWAS. Und das wiederum tut mir gut. Einerseits als perfide Entschuldigung dafür, dass ich immer noch single ... wenn ich ja nun keinen finde! Andererseits bin ich nicht gut im Loslassen und Warten.

Vielleicht sollte ich den heutigen Tag dazu nutzen, meine Prokrastination in den Griff zu bekommen und mit dem Sortieren von Papier beginnen ... wird schwierig ...aber ist nötig. Ich möchte endlich, endlich leichter durchs Leben gehen. Weniger Kram, weniger Papier ... und auf der anderen Seite mehr Struktur und mehr Überblick. Die Finanzen in den Griff bekommen. Verantwortung auch für diesen Teil meines Lebens überrnehmen, durch den ich mich seit 30 Jahren immer nur so gerade durchwurstle von Steuer bis Rente. Fühlt sich komisch an, muss aber sein. Vielleicht bin ich dann mit 50 endlich erwachsen? 

 

01.10.2014 um 09:27 Uhr

Von alten Hüten und neuem Mut

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: You can leave your hat on (Joe Cocker)

Nach der surrealen Nacht mit dem Telefonat, das mich aufwühlte, komme ich langsam wieder zu mir. Habe mich entschlossen, lieber spät, aber dafür mit gefühlsklarem Kopf in der Küche aufzulaufen. 

Wie schon in den Kommentaren zum letzten Eintrag auch von euch bestätigt - diese Sache ist ein totes Pferd. Also nicht aufsteigen, Frau Rolle. Selbst wenn der Gaul direkt an mir vorbeistreifen würde ... NICHT aufsteigen.

Er war sentimental heute nacht. Das mag auch an den Medikamenten liegen, die er immer noch nimmt. Und natürlich an seiner Situation zwischen allen Stühlen. Aber ... ich bin keiner dieser Stühle. Und wenn er meint, was er sagt ... nämlich, dass er mich "auf seine Art" liebe, dann muss er zwingend lernen, den Menschen, den er wie-auch-immer liebt, aber für den es keinen Platz in seinem Leben gibt (und ich weiß auch gar nicht, ob ich einen solchen Platz ausfüllen könnte und wollte, weil ich die Topografie des Platzes kaum kenne), nicht immer wieder in die Emotionalität und Hilflosigkeit des "könnte sein" zurückzuziehen.

Schon bei unserem Treffen habe ich ihm erklärt, dass für mich MEINE Realität weiterginge. Und die beinhaltet auch die Suche nach einem Partner. Das habe ich heute nacht wiederholt und in zynische Worte gepackt. Ich wollte verletzen. Brüskieren. Eigentlich nur ... abgrenzen und ihm sagen, dass er unter den klar von ihm selbst abgesteckten Bedingungen nicht mehr so unter meine Haut darf. Dass er dann ertragen muss, dass ich mit anderen Männern das tue, was er mit seiner Exit-Frau tut ... aber das das dann eben auch mehr werden darf, sogar erwünscht mehr werden soll mit dem Anderen, den ich noch nicht kenne.

Es ist eben MEIN Leben. Es gibt kein WIR. Wird es auch nicht geben. Nicht nur wegen der Umstände, sondern mehr und mehr auch wegen ihm. Der Mann, der früher mal groß dachte, war plötzlich in einigem so kleinlich. So eng in seiner Denke. So sprunghaft zwischen klaren Plänen und diffusen Gedankenwechseln. Ich habe ihn nicht nach einer Entfernungsbeziehung gefragt ... warum auch? Ungefragt zählte er deren Nachteile auf - nur um im nächsten Satz zu erwähnen, dass ein neuer Job ihn eventuell ja oft nach Nachbargroßstadt brächte und das ja so nah bei mir sei. Geht's noch? Wenn ich ihn nicht so lange kennen würde, würde ich glatt glauben, er will sich gerade ein Gratishotel mit Vollpension "plus" sichern???

Wenn ich mir meine eigenen Gefühle betrachte ... dann ist das keine Verliebtheit. Das ist Zuneigung zu einem Menschen, den ich lange und gut kenne. Sehr gut sogar. Er ist für mich nach wie vor ein offenes Buch. Aber das, was er in mir auslöst, wenn er emotional wird ... das ist eigentlich kein "ich will dich" ... sondern ein "ich will, dass mich jemand will". Grooooosser Unterschied!

Und so hatte er wohl auch meine Bitte missverstanden, uns in meiner Wohnung statt vor der Türe zu verabschieden bei unserem Treffen. Er war nur 10 Minuten in der Wohnung. Wir saßen nur aneinandergelehnt auf der Couch. Ich wollte nicht mehr. Nur einen Abschied mit der Würde und Intimität, die der von Menschen belebte Hauseingang mit spielenden Kindern und Kaffee trinkenden Eltern auf der Wiese nicht ermöglicht hätte.

Ich will, dass mich jemand will ... das ist das Gefühl, das mich heute nacht zum Weinen brachte. Die Sehnsucht danach, dass jemand sich wünscht, mit mir gemeinsam die/seine Welt aus den Angeln zu heben und neu zu beginnen. Und es dann auch TUT. Es ist kein Liebeskummer - es ist Nichtliebenskummer. Sehnsucht nach dem Mann ohne Gesicht. Dem, der mich neulich im Traum so unendlich beschützend festhielt.

Irgendwo las ich dazu mal einen guten Spruch.

Ich bin in einer Entfernungsbeziehung - mein Freund lebt in der Zukunft ... 

 

01.10.2014 um 01:21 Uhr

... Müllers Esel, der bist DU!

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Manhunt (aus dem Film Flashdance)

Du mal wieder. Das ganze Spektrum in nur einer Telefonleitung. Ich kenne sie, deine Mitternachtsanrufe. Plauderei und Intimitäten. Kumpelei und nah an großem Gefühl. Lachen und Weinen. Schonungsloser Spiegel und doch weichzeichnend unser Bild in den Augen des Anderen. Konntest du nicht einfach wegbleiben?

Ich habe ihm gesagt, dass ich mir einen anderen Mann suchen werde. Notfalls auch nur zwecks Affäre. Um gleichzuziehen. Damit da wieder Balance ist. Momentan bin ich die, die allein oben auf der Wippe festsitzt. Er sitzt auch fest. Unten. Beschwert von dem, was ihn bindet. In seinem Leben ist kein Platz für mich. Jedenfalls in keiner Hauptrolle. Und solange das so ist, orientiere ich mich anders. Natürlich auch mit  der Chance und dem Risiko, meine persönliche Hauptrolle mit dem "Anderen" perfekt zu besetzen. 

 

29.09.2014 um 08:56 Uhr

Loslassen statt nach Strohhalmen zu krallen

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Back to my roots (Odyssey)

Eine komische Nacht war das. Voller wirrer Träume. Essen kam darin vor. Ein Gefängnis, in dem ich wohl Insassin war. Ein Mann in gestreiftem Sträflingshemd, an dessen Rücken gekuschelt ich wunderbar und geborgen schlief. Ein anderer, der mir wohl viel bedeutete, aber außerhalb des Gefängnisses war. Trotzdem bekam ich mit, dass er eines Verbrechens angeklagt wurde. Nämlich der Schwangerschaftsverursachung. Die Frau blieb eine Nacht im Krankenhaus - warumauchimmer - und ihr Vater sorgte dafür, dass er diese Nacht im Gefängnis verbrachte. Ich machte mir Sorgen und wollte ihn vor "den anderen" schützen ... warumauchimmer. Und dann klingelte der Wecker. Ich werde nie erfahren, was es mit den beiden Männern, dem Knast und der Schwangerschaft auf sich hat ... Mist! 

Dabei würde ich den Teil mit der Geborgenheit gerne weiterträumen. Ms. Need knockoutsetzen. Denn ich habe keine Lust mehr, nach emotionalen Gefühlsbröckchen zu schnappen und mich an nachgebenden Strohhalmen festzuhalten. Es ist Zeit, die Bedürftigkeit loszulassen. Nicht den Wunsch. Denn wenn der Wunsch weg ist, schwindet auch der Platz für einen nahen Menschen in meinem Leben. Das Klammern an das Vielleicht. Das ist das Gefährliche. Ich hungere wieder mal nach Aufmerksamheit. Bin leichte Beute für meine eigenen Schwächen. Essen ist die Ungefährlichere davon ... und trotzdem möchte ich raus aus dem Teufelskreis von seltsamen Gefühlen und mühsam kontrollierter Gier.

Der Cineast ist verschwunden. Seine virtuelle Inkarnation lebt noch ... aber er ist "abgetaucht". So viel zu Rückgrat und "Freundschaft". Der Mann, der mein Leben seit zwei Jahren gedanklich teilte, hat sich per SMS für einen Gefallen bedankt, den ich ihm tat und meldete sich danach nie wieder. Hat er sich wohl doch für seine Exit-Beziehung entschieden und für den einfachen Weg (glaubt er). Und will sich durch nichts in der Welt, vor allem nicht durch eigene Gefühle, von der geraden Strecke holen lassen. Ich bin menschlich enttäuscht. Vernünftig waren wir beide. Hätte ich doch sogar Verständnis für Rückzug gehabt, wenn er mit einem zumindest schriftlichen Abschied dahergekommen wäre. Aber dieses "aus meinem Leben stehlen", das mag ich nicht fühlen müssen. Es tut weh, die Nr. 2 zu sein. Diejenige, die allein stark genug ist, um klarzukommen. Und der zuliebe deshalb noch nie ein Mann bereit war, seine Welt aus den Angeln zu heben. Ich war immer die, die Verständnis haben durfte ... musste. Dabei wäre ich doch so gerne mal die, die es "wert" ist. Für die ein Mann Berge ersteigt und Wüsten durchwandert ... ok, Nahverkehrszüge besteigen und Vororte durchwandern reicht ja schon. Ich bin eifersüchtig auf die Frauen, die solches Männerverhalten geschenkt bekommen. Wie kostbar müssen sie sich fühlen? Tja .. no chance. Ich bin Brunhilde, nicht Kriemhild. Nicht die begehrte Königin, sondern die Walküre. Leider. Walküren können für sich selbst sorgen, denkt jeder. Und meist werden sie sogar noch von schwachen Männern als "Spalier" missbraucht, an denen sich diese Würgepflanzen hochranken. Doofes Spiel. Würgepflanzen sind in meinem Leben nicht mehr willkommen. Aber wo sind sie, die Männer, die für mich Berge ersteigen und Wüsten durchqueren? 

Wenn ich aussuchen dürfte, dann hätte ich gerne das, was ich brauche. Nicht das, was ich will. Balance. Und den Mann, an dessen Rücken gekuschelt ich so geborgen schlafen durfte ... 

25.09.2014 um 08:28 Uhr

Frauen in schwarz führen bunte Leben

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Fashion (David Bowie)

"Women who wear black lead colorful lives." Sagt Neiman Marcus. Der Kaufhaus-Marcus in New York. GlamourGirl hat ihn gefunden. Und ich, die ich fast nur schwarz trage, frage mich, wie bunt mein Leben momentan tatsächlich ist. Denn eigentlich sehe ich gerade genau die beiden Farben, die ich trage ... schwarz und rot.

Rot in Form von Pleiten, Pech und Pannen. Der Viel-zu-teuer-und-mieser-Service-Telefonieanbieter, dem ich gerade mein Vertrauen entzog: rot. Das Geldinstitut, das mich unbedingt als Kundin der Geschäftsstelle in Dorf behalten wollte und jetzt auf ganzer Linie die Servicezusagen zurückzog - rot. Vom Saldo auf meinen Kontoauszügen rede ich jetzt mal nicht. Das ist ja eher normal. Und ich arbeite dran. Meine Lieblingstasse (R.I.P.) die Blue so unglücklich in den Schrank quetschte, dass sie mir entgegenfiel - rot. Und zusammen mit einer Kumulation lästiger Kleinvorfälle macht das Ganze? Richtig: schwarz!

Aber da ich selbst mal behauptete, dass Schwarz toll sei, weil es ALLE Farben enthält, muss ich mich jetzt wohl auf die Suche nach ebendiesen Farben machen. Ich fände es nämlich schön, wenn Herr Marcus Recht hätte. Schwarz tragen würde ich zwar sowieso weiter ... aber die Sache mit dem bunten Leben gefällt mir gut. Also sammeln wir ein "Büttchen Buntes" ... gab es da nicht sogar mal ein Fernsehformat ... Moment ... fragen wir Herrn Gugl ... nein ... im Osten war's ein Kessel. Da, wo ich großwurde ist eine Waschschüssel eine "Bütt", liebevoll verkleinert in "Büttchen". Und da der (weibliche) Karneval seine Wurzeln bei den Wäscherinnen hat, steigen bis heute die Rednerinnen und Redner "in die Bütt" ... ein Ausdruck, der inzwischen weit über den Karneval Verwendung findet.

Eine Farbe habe ich bereits gefunden: orange. Denn nachdem ich gestern nachmittag mit Bauchgrummeln nach Hause schlich (rein physisch, nicht seelisch), klingelte es abends um acht an der Türe und davor stand ein Strauss oranger Rosen. Die Perfektionistin war in der Gegend und hatte spontan beschlossen, dass ich einer Aufheiterung bedürfe.

Die vielen Farben von Frau Zee werde ich jetzt leider doch nicht sehen. Sie musste ihre Reise verschieben und war dann leicht säuerlich, dass ich ihr für den neuen Termin keine offizielle Einladung schicken kann - wie denn auch, wenn ich selbst in weitweitweg bin und diese Anwesenheit in öffentlich und folglich auch der Visabehörde zugänglichen Kontakthöfen dokumentiert ist? Da aber GlamourGirl, die ja ihre beste Freundin ist, dann wieder in Bonn weilt, muss sie jetzt die Einladung verschicken. Bei Nicht-EU-Ländern ist das nämlich leider recht kompliziert. Frau Zee war not amused. Aber ich röche anderenfalls den Ärger förmlich. 

Zweite Fundfarbe: dunkelrot. Wie der Rotwein, den ich Freitagabend probieren gehen werde mit der Damencrew.

Oups ... ich muss doch gar nicht nach Bunt suchen. Nächste Woche. In Kreisstadt nebenan. Gelegenheit zur Verdopplung meiner jährlichen Bad-Taste-Dosis anlässlich eines Stadtfests. DER König des schrillen Geschmacks tritt auf. Siehe Eintrag von Anfang März ... der mit den Plateausohlen und den Agneta-Sängerinnen. Schlagerfan, Münchner Kindl und ich freuen uns schon. Und der schwäbische Neandertaler lässt diesmal das Fahrrad daheim und nimmt wie normale Menschen ein Taxi nach Hause.

Bunter wird übrigens auch die Sammlung an technischen Endgeräten in meiner Handtasche. Es ist offiziell. Ich darf heute tauschen. Nämlich meinen uralten Blackberry (in was für Zeiten leben wir, wenn drei Jahre uralt sind ...?) gegen ein etwas neueres Modell. Anlass ist die Reise nach weitweitweg. Weitweitweg ist nämlich ein Land, in dem unsere Telefone nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Primitiv? Nein, das Gegenteil. Weitweitweg ist einfach Meilen voraus. WIR sind das Primitivland aus deren elektronischer Perspektive ... jawoll!

Bunter wird auch mein Hirnarchiv durch die Fortbildungen. Jedoch sollte ich langsam mal darüber nachdenken, wann und wie ich damit anfange, daraus auch tatsächlich das Beabsichtigte zu machen - nämlich eine 2. Säule, die auch wirtschaftlich (bei-)trägt. Ich erwische mich nämlich mit kalten Füßen ...

Hmmm ... ist es vielleicht nicht die Aufgabe, das Leben zu erweitern, sondern eher, es genauer zu betrachten? Denn es sind ja oft die kleinen Dinge, die mit Farbe überraschen. Auch virtuell. Als ich an buntes Leben dachte, war meine erste Assoziation eher spektakulär, glamourös. Erst beim Nachdenken darüber musste ich feststellen, dass bunt und spektakulär gar nicht immer im Verein auftreten.

Ja ... ich denke, ich habe ein buntes Leben, wenn ich genauer hinsehe. Vielleicht nicht immer eines, das mich in jeder Situation glücklich macht. Aber ein insgesamt buntes. Und ich sollte mir Zeit nehmen, genauer auf die bunten Flecken zu schauen und sie zu genießen. 

Vielleicht Zeit für eine neue Kategorie?  

 

 

24.09.2014 um 08:51 Uhr

Back to normal?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: We are family (Sisters Sledge)

Es gab eine Zeit Anfang Juli, da war der absolute Ausnahmezustand eingetreten. Das gesamte Kleeblatt in Beziehungen. Unglaublich, aber wahr. GlamourGirl ungeschlagene Spitzenreiterin. Denn sie war eigentlich nur in der Anfangszeit unserer Freundschaft etwa ein Jahr lang allein. Dann kamen über drei Jahre inklusive Zusammenleben. Und fünf Monate nach der Trennung ihr jetziger Partner. Glückliche LAT-Beziehung mit künftigen Hauskaufplänen. Das Münchner Kindl ist da komplizierter, aber dennoch mit nicht allzu großen Abständen verbandelt. Den Hauskauf hat sie allerdings alleine erledigt - ok, es ist eine Eigentumswohnung, aber das Thema ist damit durch. Allerdings haben ihre Beziehungen immer einen gewaltigen Haken - der smarte Latin Lover, dessen nächste Wohnstatt schwedische Gardinen hatte, der "Geschäftsmann" mit dem perfect-body-Spleen. Und dann ... verliebte sie sich richtig. Dummerweise in jemanden, der tabu war. Nicht nur wegen der fest sitzenden Beringung, sondern auch wegen eines anderen Umstandes - sein Name wird also hier nicht mal in Blog-Verfremdung genannt. Karneval war das Kindl dann "überreif" ... und schnappte sich das lebende Worst-Case-Szenario. Angestellt bei Subunternehmer ihrer Firma, Privatleben eine Katastrophe. Leider allzu alkoholaffin. Weshalb das Ganze nun von ihr beendet wurde.

Die Limette - inzwischen auch aus eigener Kraft Herrin ihrer vier Wände - hingegen hatte jemanden kennengelernt, der sein Bild vom freundlich-verlässlich-bodenständigen Mann einige Wochen aufrechterhielt, bis er dann meinte, sich per SMS trennen zu müssen, als sie gerade geschäftlich im Ausland weilte.

Und ich?  Über Zen hatte ich berichtet ... über die kurzzeitige emotionale Verwirrung mit dem Cineasten auch. Er schweigt stille. Aus Gründen. Und ich rühre nichts mehr auf.

Gestern jedenfalls waren die Singles dann wieder in der Mehrheit. Was das soziale Leben temporär wieder um die legendären Samstagsdrinks erweitern dürfte. Gestern jedenfalls sprühten Limette und Kindl vor Tatendrang. Kann ich den beiden nicht verdenken. Besser "jetzt erst recht" mit guten Freundinnen als in die nächste Katastrophe zu geraten, solange die Seele noch bloß liegt. Bin ich selbst waidwund, tut es mir ja auch gut, solcherart "aufgefangen" zu werden. Und so hatten wir einen weinreichen und leckeren Abend mit guten Gesprächen und ich habe plötzlich Pläne an den nächsten beiden Wochenenden, die die Frage nach Dates abschließend beantworten mit "keine Zeit". Aber dafür sind Freundinnen da. Das Netz, wenn alles abstürzt. 

Auch ich habe dieses Netz in den letzten Jahren oft nutzen dürfen. Und es sind oft die einfachen Dinge, die dann so viel Halt geben - wie die Laufrunde am Fluss mit gutem Gespräch oder das spontane Glas Wein am Küchentisch an einem Wochentag oder der Freitagnachmittagkaffee im Bistro. Oder die Mail aus dem Süden von meiner Besten, die mir schreibt, dass sie mich vermisst.

Und nun muss ich mir Gedanken darüber machen, wo ich Geld hernehme ... (für mich) viel Geld. Das ich momentan nicht habe. Und ich weiß nicht, ob es gelingen kann, einen Zahlungsaufschub zu erreichen. Ich habe mich da wohl leicht verzockt. Keine Angst, nichts Unseriöses. Es geht nur um meine Fortbildungen für das nächste Jahr, für die ich gerade nicht nur überraschend schnell eine Anmeldebestätigung, sondern auch bereits eine Rechnung für die Anzahlung erhalten habe mit einer sehr kurzen Zahlungsfrist. Damit habe ich noch nicht so früh gerechnet. Und ich muss mir jetzt überlegen, ob ich das Programm eventuell etwas zusammenstreiche, weil ich eigentlich den September und Oktober nutzen wollte, um meine Finanzen zu konsolidieren. 

Mein einziges Klamottenshopping in dieser Woche war übrigens die Anschaffung von drei Strumpfhosen und zwei Leggings bei Charme und Anmut. Also preiswert. Aber dringend gebraucht für die bald bevorstehende Geschäftsreise zum Küchentreffen nach weitweitweg. Viel Geld ausgegeben habe ich trotzdem ... wegen des Taschengeldes für die Studienfahrt, die Blue am Wochenende unternimmt. Aber das ist halt ... mother's delight.