Der Deutsche Lehrerverband Hamburg zur Bildungs- und Schulpolitik

28.04.2005 um 14:00 Uhr

Klassenreisen in Hamburg

Der Deutsche Lehrerverband Hamburg zu den neuen Richtlinien für Schulfahrten in Hamburg:

Thomas Schuback
(stellv. DLH-Vorsitzender):“Auch die neuen Richtlinien „Schulfahrten“ sind mit heißer Nadel gestrickt.  Es findet in der Öffentlichkeit kaum Beachtung, dass die Aufwandsentschädigung erst jetzt auf 26 Euro täglich erhöht wurde, also auch finanziell die Durchführung von Klassenfahrten den Kolleginnen und Kollegen bisher kaum zugemutet werden konnte.“ 

Der DLH betrachtet Schulfahrten für pädagogisch wichtig, sie müssen aber im Arbeitszeitmodell entsprechend berücksichtigt werden und dürfen auch aufgrund der rechtlichen Risiken nicht auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen stattfinden. Hier wird der DLH zusammen mit dem DBB eine genaue rechtliche Prüfung vornehmen und den Kolleginnen und Kollegen Rechtsschutz gewähren, wenn Klassenfahrten von Schulleitern angeordnet werden, dies aber aufgrund der Rahmenbedingungen als unzumutbar anzusehen sind. Thomas Schuback: „Der DLH fordert die Eltern auf, sich die sozialen Strukturen und sonstige Bedingungen für eine Klassenreise genau anzusehen, und sich zu prüfen, ob sie selber im vorliegenden Fall mit der Klasse auf Schulfahrt gehen würden.“

22.04.2005 um 14:45 Uhr

Arno Becker verabschiedet

Auf der Jahresmitgliederversammlung des DLH wurde der bisherige 1. Vorsitzende, Arno Becker, verabschiedet.

Matthias Oehlrich: „Der DLH dankt Arno Becker für seine herausragende Vorstandsarbeit. Ohne ihn wären viele Probleme nicht in dem erforderlichen Maße in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt: Das fehlende Augenmaß der Politik bei der angedachten Reform der Berufsbildenden Schulen, beim Arbeitszeitmodell, bei den fortwährenden Sparmaßnahmen, die alle Schulformen getroffen haben, und insbesondere die mangelnde Fürsorge der BBS um die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen wurde von Arno Becker mit viel Sachverstand engagiert und quasi „rund um die Uhr“  kritisiert und mit  Gegenvorschlägen begleitet.
Dafür können wir ihm nicht genug danken, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass u. a. aufgrund der vielfältigen ständig neuen Probleme kaum jemand ermessen kann oder möchte, was einerseits diese ehrenamtliche, also nicht bezahlte Gewerkschaftsarbeit von einem Menschen fordert und andererseits welche Bedeutung diese konstruktive Arbeit für die Entwicklung der Bildungslandschaft in Hamburg bedeutet.“
In diesem Zusammenhang weist der
DLH auf die Tatsache hin, dass gerade der DLH und Arno Becker immer für den Erhalt aller Schulformen eingetreten sind. Es gibt anscheinend ein Umdenken bei der Regierung. Jutta Ramin (stellv. DLH-Vositzende)  zur vorliegenden Novelle des Personalvertretungsgesetzes: „Der § 10 PersVG soll in Richtung Einheitsschule geändert werden, was wir nicht verstehen können. Es soll nur noch „ein besonderer Personalrat für pädagogisches Personal an Schulen gewählt“ werden. 
Hier wird das falsche politische Signal gegeben. Selbst wenn nur Sparmotive hinter diesem Vorschlag stehen sollten, wird dieses Ziel nicht erreicht, da durch die Einsparung an Personalräten zusätzliche Arbeit für die Dienststelle aber insbesondere für die Schulleitungen produziert werden. Nur schulformbezogene Personalräte sind in der Lage, in ständigem Kontakt mit den Lehrerinnen und Lehrern effektiv beratend tätig zu werden. Die Situation wird geradezu aberwitzig, wenn der neue Personalrat nicht in der Lage ist, die Prüfungsausschüsse für Lehramtsprüfungen und Personal- und Findungsausschüssen mit der Schulform entsprechenden Personalrats-Kolleginnen und Kollegen zu besetzen.