Der Deutsche Lehrerverband Hamburg zur Bildungs- und Schulpolitik

29.06.2005 um 11:07 Uhr

Lehrerverband : "Fremdsprachenschule erhalten"

Der Deutsche Lehrerverband Hamburg (DLH) setzt sich für die Rettung der Staatlichen Fremdsprachenschule ein. Die Gewerkschafter fordern Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) auf, den Plan zur Streichung der einjährigen fremdsprachlichen kaufmännischen Assistenzausbildung zurückzunehmen...
http://www.abendblatt.de/daten/2005/06/29/453388.html
(Hamburger Abendblatt vom 29.06.2005; von Peter-Ulrich Meyer)

29.06.2005 um 10:14 Uhr

Markenzeichen bedroht

Lehrerverband Hamburg sucht Staatliche Fremdsprachenschule zu retten. Außenhandelsunternehmen wie Kaffeeröster Darboven stimmen ein:
http://www.taz.de/pt/2005/06/29/a0298.nf/textdruck
(taz-Artikel vom 29.06.2005; von Kaija Kutter)

28.06.2005 um 12:00 Uhr

Aufruf des DLH: Fremdsprachliche Berufsausbildung retten, j e t z t !

  • Gegen den Streichbeschluss der einjährigen fremdsprachlichen kfm. Assistenzausbildung!
  • Für Ausbau und Erhalt der Berufsausbildung an der Staatlichen Fremdsprachenschule (SFS)!

Thomas Schuback (39, DLH-Vorstand) startet den Aufruf des DLH auf seiner Pressekonferenz, freut sich über die Solidarität der Landes-Fachverbände Moderne Fremdsprachen und des Deutschen Spanischlehrerverbandes, weist auf deren Presseerklärung hin und merkt an: „Die Kampagne für die Staatliche Fremdsprachenschule hat erst begonnen.“

„Sehr geehrte Frau Senatorin Dinges-Dierig,
nehmen Sie den Streichbeschluss sofort zurück! Hier wird Demontage an der Bildung, an einer bewährten Schule und an einer erfolgreichen Bildungsarbeit betrieben. Es werden über 200 schulische Ausbildungsplätze vernichtet! Eine Solidaritätswelle rollt, aber es wäre tragisch, wenn die BBS erst in einigen Monaten ihre Entscheidung überdenkt, da Jugendliche, Betriebe und Beratungsstellen Planungssicherheit benötigen

Die Zeit drängt – schnelle Entscheidung im Interesse der Betroffenen!

Bereits jetzt erhält die Schule Anfragen, z. B. vom Berufsinformationszentrum (BIZ), ob der Bildungsgang wirklich im August 2006 nicht mehr angeboten wird. Deswegen muss jetzt Ihr Machtwort zur Rettung des Bildungsganges und der Schule kommen. Das haben die jungen Menschen in dieser Stadt verdient.“

Schlechte Standortförderung statt Förderung beruflicher Fremdsprachenkompetenz

Der Bildungsgang wurde vor 40 Jahre auf Drängen der Außenwirtschaft eingeführt. Ein Blick in die Stellenanzeigen der einschlägigen Tageszeitungen genügt. Immer mehr Firmen haben steigenden Bedarf an qualifizierten, sprachkompetenten kaufmännischen Mitarbeitern. Gerade hier liegen die Stärken der Absolventinnen und Absolventen der SFS. Sie verfügen über hervorragende fremdsprachliche-kommunikative und bürotechnische Kompetenzen und haben den anerkannten Berufsabschluss „Staatlich Geprüfte Kaufmännische Assistentin für Fremdsprachen“ erworben. Dies befähigt sie, alle angebotenen kaufmännisch-fremdsprachlichen Tätigkeitsfelder in gehobenen Positionen qualifiziert zu besetzen. Bildung ist ein Standortfaktor – dies gilt insbesondere für eine wachsende Stadt in einer globalisierten Welt.

Thomas Schuback: „Wir benötigen in Zukunft mehr Fremdsprachenkompetenz in Hamburg, wenn wir international aufgestellte Unternehmen halten wollen oder neue Unternehmen nach Hamburg holen wollen.“ Der DLH warnt davor, kurzsichtige Sparpolitik an der Bildung zu betreiben.


Kim-Eva Wempe, Juniorchefin Wempe KG (London – Madrid – Paris – Wien – New York):
...Ich würde dies als einen großen Verlust für Hamburg ansehen. Es schwächt die Chancen der zukünftigen Berufsanfänger. Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn ich habe nach dem Abitur 1980 die Fremdsprachenschule als Vorstufe zum Betriebswirtschaftsstudium (Hambur­ger Modell) besucht. Obwohl ich am Gymnasium als Leistungskurs Englisch sowie Französisch belegt hatte, war der Unterricht nicht ausreichend für das Berufsleben...“ 7.6.05

Widersprüchliche Aussagen durch die Senatorin

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig hat erklärt: „Die Einrichtung vollzeitschulischer beruflicher Bildungsgänge und deren Anerkennung durch die Kammern ist eines der wichtigen Ziele, dass wir in Hamburg im Rahmen des Prozesses der Reform der beruflichen Bildung erreichen wollen.

Thomas Schuback vermutet, dass die Senatorin einem Konflikt ausweichen will: „Warum sonst ist diese Ausbildung nicht Gegenstand des Reformprozesses?“

Olaf Krüger (stellvertr. Vors. Handel, DLH und Lehrer an der SFS) sieht die Staatliche Fremdsprachenschule auch als ein Opfer der Berufsschulreform: „Der Sparzwang ergibt sich einerseits aus der Streichung von 64 Stellen für die Berufsschulreform andererseits aus der Verminderung der beabsichtigten Streichung bei der Sprachförderung für den vorschulischen Bereich. Die Senatorin stopft offensichtlich jetzt nur Löcher anstatt eine fundierte Bildungspolitik zu betreiben.“

Thomas Schuback ergänzt: „Es könnte aber auch sein, dass die Behörde im vorauseilenden Gehorsam der Handelskammer zuarbeitet. Es ist ja bekannt, dass diese gegen vollzeitschulische Bildungsgänge ist und vollquallifizierende schulische Ausbildung nicht will.“

Es ist ein Trauerspiel, dass die Senatorin offensichtlich die Möglichkeiten des neuen Berufsbildungsgesetzes nicht nutzen will. Deswegen wird bereits im Vorwege, bevor die eigentliche Berufsschulreform begonnen hat, bei diesen Bildungsgängen gestrichen.

Olaf Krüger: „Die Senatorin sollte sich auch in dieser Frage mit der Handelskammer zusammensetzen und eine echte Reform auch an der Staatlichen Fremdsprachenschule in die Wege leiten.“ Verschiedene Modelle sind denkbar, zum Beispiel:

  1. Gestaffelter Aufbau des Bildungsgangs, so dass nach 2 Jahren eine Möglichkeit besteht, zusätzlich zur kfm. fremdsprachlichen Ausbildung der Berufsabschluss eines etablierten Berufes verliehen werden kann. (vgl. § 43 BBiG)

  1. Nutzung der Anrechnungsmöglichkeiten nach § 7 BBiG, d. h. die Ausbildung an der SFS ist so zu strukturieren, dass Teile der Ausbildung auf etablierte Berufe angerechnet werden. Dann greift selbst das Kostenargument nicht mehr.

Frauenbildung – in Hamburg seit der CDU-Regierung von geringem Wert

Die Staatliche Fremdsprachenschule bietet Generationen von vor allem Schülerinnen eine gute Ausbildung. Die Ausbildung hat einen guten Ruf, der dem Interesse der Schülerinnen und der Stadt und ihrer Wirtschaft dient. Die Schülerinnen der SFS bestätigen, dass sie in einer unglaublich kurzen Zeit eine Berufsausbildung erhielten, die ein ganzes Leben lang hielt.

Olaf Krüger vom DLH fragt: „Warum hört man in dieser Behörde eigentlich nicht, was die Frauen in dieser Stadt zu sagen haben? Der DLH fordert die Spitzenfrau der CDU für Bildungsfragen, Frau Senatorin Dinges-Dierig auf, hören Sie auf diese Frauen und nicht auf die Männer in der Behörde oder Handelskammer! Als ich vor ca. 30 Jahren an der SFS anfing, war diese Schule kleiner, aber die Schüler hatten bessere Voraussetzungen. Von einer CDU-Regierung hätten wir erwartet, dass sie höhere Leistungen von den Schülern fordert, aber nicht, dass sie gleich ganze Bildungsgänge für Frauen streicht. Bildung für Frauen lohnt sich und eine fremdsprachlich geprägte Berufsausbildung erst recht!“

Olaf Krüger verweist darauf, dass nun schon die Töchter ehemaliger Schülerinnen wiederum die SFS durchlaufen haben: „Es mutet doch recht eigenartig an, wenn der Senat auf die Kleine Anfrage der SPD am 10.06.05 ausführt: „Es besteht keine bildungspolitische Notwendigkeit, das Angebot fortzuführen. Was heißt das? Sind jetzt die jungen Frauen in dieser wachsenden Stadt so reich, dass sie sich die Privatschulen leisten können? Es ist doch aber gerade ein Witz, dass in Hamburg bei der Vermittlung von Fremdsprachenkompetenz gespart werden soll. Hat sich der Senat von dem Projekt „Wachsende Stadt“ verabschiedet?

Abschließend die Aussage einer ehemaligen Absolventin dieses Bildungsganges (Name aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht, kann bei vlwhamburgvorstand@yahoo.de abgefragt werden):
Seit März 2000 bin ich als Administrative Coordinator im Hamburger Büro tätig.
In dieser Funktion organisiere ich unter anderem die Einstellung neuer Mitarbeiter(innen) im Sekretariatsbereich. Ich sichte die Bewerbungsunterlagen, führe Bewerbungsgespräche und wirke maßgeblich an der Entscheidung mit, wer eingestellt wird. Auch aus diesem Grunde kann ich nur betonen, wie wichtig es ist, dass die KFA-Klassen bestehen bleiben. Denn nur sie, und das wiederhole ich gerne, sind eine wirkliche Alternative zu Ausbildungen an den Privatschulen. 3.6.05

25.06.2005 um 12:29 Uhr

Bericht von der DLH-Veranstaltung "Selbstständige Schule?" am 23.06.2005

Trotz des hervorragenden Wetters und der vollen Terminkalender am Schuljahresende waren viele Teilnehmer in die Bankenberufsschule am Weidenstieg gekommen.
Unter der fachkundigen Moderation von Thomas Schuback, stellv. DLH-Vorsitzender, stellten die Referenten ihre Positionen dar und diskutierten in konstruktiver Atmosphäre mit dem Publikum.
Besonders interessant waren für viele die Ausführungen des Itzehoer Berufsschulleiters Niels Kuhnke, der insbesondere Unverständnis den Hamburger Planungen gegenüber äußerte, der Wirtschaft in den Beruflichen Schulen wichtige Mitbestimmungsrechte einzuräumen.
Auch kritisierte er den Hamburger Weg, allen Beruflichen Schulen ein rechtliches Einheitskorsett zu verpassen, statt nach branchen- bzw. schulspezifischen Lösungen zu suchen: "Wir haben in Schleswig-Holstein keine Angst davor, dass die Beruflichen Schulen unterschiedliche Rechtsformen haben werden."
Thomas Schröder-Kamprad stellte in einer von Offenheit und Fairness geprägten Diskussion die Hamburger Planungen vor, die er als Projektleiter ProReBes umzusetzen versucht und deutete einzelne Gestaltungsspielräume dort an, wo der Gesetzgeber sich nicht eindeutig im Detail festgelegt hat.
Thomas Grundt, Vorstandsmitglied im Fachbereich Wirtschaftsschulen des DLH, verwies dagegen auf die weitreichenden Unterschiede im Vorgehen und in den Zielen der Reformprozesse in Schleswig-Holstein im Vergleich zu Hamburg, die Herr Schröder-Kamprad nicht erwähnt hatte:
  1. Hamburg habe als Stadtstaat viele Vorteile gegenüber dem Flächenstaat Schleswig-Holstein (z.B. weitgehende Spezialisierungsmöglichkeiten der Beruflichen Schulen, kurze Entscheidungswege).
  2. Schleswig-Holstein habe wie auch Baden-Württemberg nur Schulen in eine Pilotierung gelassen, deren Lehrerkollegien hinter diesen Projekten standen.
  3. Schleswig-Holsteins Schulen blieben staatliche Veranstaltungen, in denen die staatliche Gesamtverantwortung nicht durch einen großen Einfluss von Externen, die keinerlei persönliche oder finanzielle Verantwortung für das Schulgeschehen trügen, verwässert würde.
Olaf Krüger, stellv. Vorstandsvorsitzender des Fachbereichs Wirtschaftsschulen im DLH, verwies darauf, dass die verfassungsrechtliche Vereinbarkeit der Hamburger Planungen noch juristisch zu überprüfen sein werde, der DLH aber bereits vor Jahren seine konstruktive Kritik zur geplanten Stiftung Berufliche Schulen Hamburgs mit erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken verknüpft habe. Leider wurde seine kritische Frage nach der Behinderung des Reformprozesses für die Beruflichen Schulen durch das Hamburger Lehrerarbeitszeitmodell von Herrn Schröder-Kamprad nicht beantwortet.
Entscheidender Kritikpunkt an den Hamburger Planungen war aus der Sicht des Itzehoer Berufsschulleiters Niels Kuhnke jedoch neben den zu weit gehenden Einflussmöglichkeiten der Wirtschaftsfunktionäre die Einführung der Globalbudgets für Sach- und Personalmittel jeder einzelnen Beruflichen Schule. Hier warnte der sehr konstruktive und aufgeschlossene Reformierer aus Schleswig-Holstein vor einem "Selbstmord auf Raten". Globalbudgets böten dem Staat zu viele Möglichkeiten, sich seiner umfassenden Verantwortung für das Schulwesen in Deutschland zu entziehen.
Interessanterweise wurde die Frage aus dem Publikum, was denn die Wirtschaft in diesen Reformprozess als konkreten Eigenbeitrag einbringe, nicht -wie bei früheren Gelegenheiten- mit einer angeblichen Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze beantwortet. Hat die Schulbehörde hier eventuell auch erkannt, dass Hamburger Betriebe ihre Ausbildungszahlen nicht von der Rechtsform oder Aufbauorganisation der Berufsschulen abhängig machen, sondern (sinnvollerweise) von betrieblichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl?
Insgesamt war es eine interessante und anregende Veranstaltung, die mit der Verabredung weiterer Gespräche endete. Der DLH wird sich weiterhin in konstruktiver Weise mit der Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen in Hamburg auseinandersetzen und dabei die Interessen der jungen Menschen in Hamburg und der Hamburger Lehrkräfte beharrlich vertreten.

08.06.2005 um 22:59 Uhr

Schließung der Staatl. Fremdsprachenschule droht

Behörde trifft Sparbeschluss aufgrund falscher Zahlen! - Streichung der Ausbildung zur kfm. Assistenz fremdsprachliche Richtung für Abiturienten

Offensichtlich beruht die Entscheidung der  Senatorin, die seit über 40 Jahren bestehende einjährige Ausbildung der Staatl. Fremdsprachenschule zur staatlich geprüften Assistentin / Assistenten Fachrichtung Fremdsprachen für Abiturienten zu streichen, auf unsauber recherchierte Zahlen.

Thomas Schuback (Vorstand DLH) verschärft die vor 2 Wochen geäußerte Kritik des DLH: „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass in Hamburg einschneidende Spar-Beschlüsse von solch einer Tragweite  am grünen Tisch mit falschen Zahlen und ohne genaue inhaltliche Überprüfung des Bildungsganges getroffen werden.“

Die Behörde behauptet, dass 70% der Absolventen anschließend in eine duale Ausbildung übergehen.

Thomas Schuback dazu: „Die Zahlen der Behörde können schon bei einem ober­flächlichem Draufschauen nicht stimmen, da erfahrungsgemäß viele Abiturienten nach einer Berufsausbildung studieren wollen. Wahrscheinlich wurden in den  Zahlen der Behörde die Realschüler/-innen, die gar nicht studieren können und die Abiturienten vermischt. Vor  einigen Jahren hat die Behörde nämlich diesen vorher selbständigen Bildungsgang für Abiturienten (fremdsprachliches Sekretariat)  in einen neuen verkürzten Bildungsgang der kfm. Assistenz „staatlich geprüften Assistentin / Assistenten Fachrichtung Fremdsprachen“ für Abiturienten überführt.“

Erst aufgrund der von der SPD gestellten „Kleinen Anfrage“ scheint es zu interessieren, dass in der Schule andere Erkenntnisse vorliegen. Die Staatliche Fremdsprachenschule hat aufgrund von Fragebögen die Zahlen von den 2 letzten KFA-Jahrgängen (2003/04, 2004/05) ermittelt, die eine andere Sprache sprechen und auch von der Behörde hätten erfahren werden können.“

Arbeit im Beruf (inkl. Praktika und Jobs) 17,40%

Auslandsaufenthalt 15,20%

Stellensuche 10,90%

weitere Berufsausbildung 23,90%

Studium 31,00%

weiterer Schulbesuch 1,70%

Auch diese Zahlen reichen Thomas Schuback noch nicht:

„Wichtig wäre eine Befragung derselben Absolventen über einen längeren Zeitraum, da z. B. viele Stundenten die Berufsausbildung an der Staatlichen Fremdsprachen­schule und Studium kombinieren oder sogar  das Studium abbrechen und mit der Berufs­ausbildung ihr Geld verdienen. Wenn 24 % der Absolventen eine weitere Berufs-aus­bildung  anstreben, sind das nicht die 70 %, die von der Behörde genannt wurden!!!

Um seriöse Entscheidungen in der Bildungspolitik zu treffen, müssten auch bei diesem Viertel der Absolventen untersucht werden, ob nicht gerade aufgrund dieser berufsbezogenen Fremdsprachen-Ausbildung an der SFS diese Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bekommen haben. Wenn Hamburg meint, nicht mehr in die Jugend investieren zu können, ist dies ein grausamer Trugschluss. Allerdings sollte die Ausbildung dann auf die duale Ausbildungszeit angerechnet werden

Thomas Schuback ergänzt: „Die Zahlen der SFS weisen darauf hin, dass leider die hohe Arbeitslosigkeit in Hamburg auch junge Frauen mit Abitur zunehmend trifft. Dann ist es geradezu zynisch, jetzt diesen Bildungsgang zu streichen.“

Die Behörde behauptet, dass sie seit Jahren mit der Schule Gespräche über diesen Bildungsganges geführt habe.

Olaf Krüger (Lehrer und DLH-Vorstandsmitglied): „Das kann doch nicht wahr sein! Auf welche Gespräche vor wie viel Jahren bezieht sich die Behörde? Eine Evaluation ist uns nicht bekannt und geht wohl auch nur mit uns. Die Rückmeldungen, die ich nun seit fast 40 Jahren von Schülerinnen und Unternehmen bekomme, sind durchweg positiv! Gerade durch die Einführung des Lernfeldunterrichtes, der auf sehr viel Computer-Arbeit beruht, ist unsere Ausbildung praxisnah. Hamburg hat hier zu Recht über 1 Mio. € investiert. Dieses Geld sollte auch jungen Frauen mit Abitur weiterhin zugute kommen.“

Thomas Schuback: „Die Solidaritätswelle mit der Staatlichen Fremdsprachenwelle ist erst am Anrollen! Die Behörde versucht es von Bildungsgang zu Bildungsgang. Erst war unter Senator Lange die FOS dran, nun ist bei Senatorin Dinges-Dierig die fremdsprachliche Berufsausbildung an der Staatlichen Fremdsprachenschule. Dies ist nicht das, was die weltoffene Hansestadt braucht.“

Der DLH fordert die Senatorin auf: „Nehmen Sie die Streichvorgabe zurück! Geben Sie den Berufsschulen die ca. 60 Stellen zurück, die Sie im Vorwege der Berufsschulreform schon gestrichen haben. Alle Bildungsgänge der Staatlichen Fremdsprachenschule müssen Teil der Berufsschulreform werden!“