Waiting for another day...:)

03.11.2012 um 13:17 Uhr

~*Seltsamer Traum

von: Neori   Kategorie: ~*Geschichten*~

Musik: Skyfall

 

Culpeo-Fox ~ Follow Me

 

picture made by Culpeo-Fox <3

 

 

In meinem Traum befand ich mich in einer Stadt an einem sonnigen, friedlich wirkenden Tag. Die Stadt selbst war mir unbekannt, verwinkelt und die Häuser relativ klein gehalten. Schlichte Ziegelsteinfassaden, rötlich schimmernde Dächer. Aus den Schornsteinen stieg zartgrauer Rauch, Menschen bemerkte ich nur schemenhaft und vage. Nach sehr kurzer Zeit jedoch erblickte ich einen Mann... der aus der Ferne immer näher kam. Seine Haut war sehr dunkel und die Farbe purpur stach von weitem ins Auge. Etwas an seinem Kragen besaß diesen merkwürdig herausstechenden Akzent und hob sich durch die derartig dunkle Haut noch vielmehr hervor. Sein Körperbau war stark, stämmig, groß gewachsen und seinen Blick konnte ich nicht erfassen... ich beobachtete eine gefühlte Ewigkeit diesen dort beschriebenen Mann bis er mir unangenehm fixiert näher kam... noch immer war der Abstand groß, jedoch änderte sich in meinem Gefühl schlagartig etwas. Urplötzlich konnte ich seine Augen sehen die leer waren und mich doch irgendwie fixierten. Mit einem Mal stieg in mir Angst auf, allerdings war er keine normale Angst, es war die Angst vor dem Tod, Todesangst. Tief, intensiv, brodelnd überkam mich eine gellende Panik und ich hatte nur einen einzigen Gedanken im Kopf: LAUF WEG! Und das tat ich... ich drehte mich um, beschleunigte meine Schritte und spürte die Verfolgung im Nacken. Ein Blick über die Schulter sagte mir, dass mich mein Gespür nicht täuschte, denn der Mann verfolgte mich tatsächlich. Ich kletterte auf ein Haus und verfiel in noch größeren Schrecken nachdem ich merkte, dass auch diese Tat von ihm kopiert wird, denn seine Schritte folgten den meinigen, schneller und schneller.


Als die Häuserreihe zum Ende kam sprang ich hinunter und rannte über die Straße (diese wiederum schien mir bekannt... und wurd rege befahren). Etwas hatte sich geändert, denn der Mann besaß nicht länger die Gestalt von einem Menschen: er ist zum Fuchs geworden... grau (das irgendwie stark grünlich schimmerte), groß und mächtig. Als wenn die Panik nicht schon groß genug gewesen wär: sie wurde noch viel größer, denn mich verließen meine Kräfte. Verzweifelt versuchte ich die vorbeifahrenden Autofahrer auf das Wesen hinter mir hinzuweisen, hoffte auf Hilfe... auf etwas, das mich von dieser Angst befreien könnte. Ein Auto nach dem anderen fuhr an mir vorbei, ein stummer Hilferuf nach dem anderen verlor sich in der Leere. Niemand, aber wirklich niemand wollte mir helfen und noch immer war mein Verfolger hinter mir. Ich nahm ein letztes Mal alle Kräfte zusammen, rannte um mein Leben. Vergebens, denn der beängstigende Fuchs war nicht länger hinter mir, urplötzlich befand er sich genau vor meiner Nase ohne mich sichtbar überholt zu haben und als wenn – genau in dem Moment - mir jemand alle Kräfte genommen hätte verließ mich mein gesamter Lebenswille. Ich konnte einfach nicht glauben, dass jeder Versuch ins Leere ging... Ich ging in die Knie, konnte einfach nichtmehr und stürzte zu Boden. Tief im Innern wusste ich, dass ab hier alles vorbei ist - ich hatte verloren, ich hatte mein Leben verloren. Bevor ich den Boden erreichte stütze mich etwas und hielt mich davon ab gänzlich zu fallen. Der Fuchs stand vor mir, gab mir Halt und in dem Moment der Berührung wandelte sich etwas: die Angst verschwand. Ich wusste zwar noch immer, dass mein lebendig-sein nun kein Teil mehr von mir war, jedoch schien das Wesen sich verändert zu haben. Ich fing an mit ihm zu sprechen... noch immer nicht wahrhaben könnend, dass kein einziger Mensch mir helfen wollte und blind vorbei fuhr. Ich fragte das Tier immer wieder nach dem Grund, traurig, aber ohne Angst.


Er sagte, dass nicht alle ihn hätten sehen können und die, die es konnten hätten die Augen verschlossen OBWOHL sie sahen und lebten. In meiner Naivität deutete ich auf den Einkaufsladen und fragte, ob der Ort besser gewesen wär, ob die Flucht mir hätte gelingen können. Er bewegte sich, schritt an mir vorbei und ich folgte ihm. Wir betraten den Laden und ich beobachtete die Menschen, sah in ihre Gesichter und sah... nichts. Ausdruckslose Wesen, Menschen, die innerlich bereits tot wirkten (mit wenigen Ausnahmen). Zielloses Daherschreiten und egoistische Selbstfixiertheit. "Beobachte", hauchte er mich an.

Eine ältere Dame und manche andere erblickten das graugrüne Tier, suchten das Weite und bekamen Angst …oder aber sie blickten MICH verachtend an. Noch lange stand ich dort und wunderte mich über die blinden Sehenden, die lebten und doch ausgelebt zu haben schienen.


"Die, die nicht schätzen was sie haben, solange sie es besitzen. Die, die den Fokus beliebig setzen und ändern, wann es genehm ist. Hilfe? Nicht hier. Nicht im Tode selbst, und wenn, dann nur in den seltensten Fällen."


"Wann?"


"Bisher? Noch nie."

12.07.2010 um 19:50 Uhr

~*Glühwürmchen...

von: Neori   Kategorie: ~*Geschichten*~

Musik: das Rascheln der Bäume

 

Sie hielten an einem Waldrand, parkten ihr Auto bei anbrechender Dunkelheit und gingen gemeinsam den Weg entlang, bis sie zu einer unendlich großen Wiese kamen. Die Luft war klar und jemand malte mit großen Wolken Bilder in den Himmel.

Die bereits untergegangene Sonne schickte währenddessen noch immer vereinzelte Strahlen auf den Weg. Wahrscheinlich wollte sie das Gemälde dort oben vollenden.

~*Schönheit, wie man sie niemals erblicken kann, wenn man sich nicht die Zeit dafür nimmt. 

 

Der erste Stern am Abendhimmel, Hesperus, wollte nun die beiden Liebenden begrüßen und allmählich wurde es auch immer dunkler... Dies geschah vollkommen unbemerkt, denn Zeit war etwas, was in diesem Augenblick keine Rolle spielen sollte.

Sie hatten genug davon.

Sie hatten einander:

für immer.

 

Auf dem Weg dorthin nahmen sie sich etwas zu Essen mit, setzen sich ins Gras und lauschten. Man hörte von überall das zirpen der Grillen. ~Ein Gesang der seinesgleichen sucht.~

Winzige Fledermäuschen erwachten, und tanzten im Flug über sie hinweg. Lautlos verschwanden sie so schnell, wie sie gekommen sind.

 

Worte erklungen, die nur für das Ohr des jeweils anderen bestimmt sein sollten und wurden eins mit den Geräuschen der Umgebung.

 

 "Dies gehört ebenfalls zu den Dingen, die ich nichtmehr vergessen werde."


So soll es sein.

 

Sanft legte sie ihren Kopf an seine Schulter, während er die Arme um sie schlang.

 

"Weißt du, was es perfekt machen würde?"

 

Ein Kopfschütteln wies sie darauf hin, fortzufahren.

 

"Glühwürmchen..." 

 

Nach einer langen Weile - inzwischen nahm die Dunkelheit an Stärke an - standen beide auf und gingen Arm in Arm den Weg zum Auto zurück. Doch bevor es dorthin kommen sollte, blieb er stehen und lächelte sie sanft an. 

 

"Schau mal dort hinten auf der linken Seite."

 

Und ihr Gesicht erstrahlte, als sie voll ungläubiger Freude das erblickte, worauf er hinwies.

 

Ein Glühwürmchen saß auf einer großen Pflanze und leuchtete hell, als wenn es nur auf sie gewartet hätte.

 

In einem Flüstern, als wollte sie das kleine Wesen nicht aufscheuchen, richtete sie sich vorsichtig wieder auf, schaute ihrer Liebe tief in die grün-blauen Augen, küsste ihn und hauchte: "Nun ist es perfekt." ..*~

31.05.2008 um 20:12 Uhr

~*Wem Flügel gehören...

von: Neori   Kategorie: ~*Geschichten*~   Stichwörter: Engel, Flügel, Winter, Herbst, Kinder, Frau, Eis, Sonne, Blätter

Stimmung: nachdenklich, gut
Musik: Stille

 

 

~Schön auf dieser Welt zu sein.~

 

~*~

 

 

 
~*~

Ich kenne sie, diese Tage ohne Licht, die Stunden die unerträglich zu sein scheinen hier auf Erden. Man wünscht sich manchmal einfach flüchten zu können, weg von all den Sorgen die es um einen herum gibt, weg von den Unglücken die jeden einzelnen Tag geschehen und frei von Fehlern, für die man sich manchmal selbst zu hassen scheint.

Doch gab es einmal einen kleinen Engel der verschiedene Menschen in unterschiedlichen Situationen auf ihrem Weg begleitet hat und eines Tages erkennen musste dass auch den Wesen auf Erden Flügel gehören.

 

 

Ich denke dabei an verschiedene Momente.

Es war einst wieder so weit gewesen: der Herbst begann und fing an die Welt auf seine Art und Weise zu gestalten. Die Sonne erhellte immer kürzer die Tage, es wurde merklich kälter und in der anbrechenden wolkenfreien Nacht fing es an zu frösteln: es wurde eisig kalt. Menschen die zu jener Zeit noch unterwegs waren oder ziellos herumdrifteten zitterten und rieben die Hände aneinander nur um ihnen ein wenig wärme zu schenken. Zischend bahnte sich der eisige Wind durch die Gassen der Häuserreihen und verkündete verschwörerisch, dass es Mitternacht schlug. Aber es gab auch etwas, das man vielleicht nicht auf dem ersten Blick entdecken konnte, doch ich habe es gesehen. Eine Frau die nach einem Besuch bei ihrer kranken Mutter nach Hause ging zitterte ebenfalls vor Kälte und der Hauch von Angst legte sich als mal über sie als eine getigerte Katze über ihren Weg schlich. Doch da war noch etwas anderes mitten in dieser Nacht gewesen denn ein Mann kam des Weges und ging direkt auf sie zu, zielstrebig und behutsam umarmte er sie. Ihre beiden Blicke trafen sich und ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Der Mann nahm sie sacht aus der Umarmung und legte ihr einen wärmenden Mantel um die Schultern, nahm ihre Hand in seine und drückte sie leicht. Gemeinsam gingen sie Heim und die Nacht schien den Atem anzuhalten denn der eisige Wind verstummte.

 

Der nächste morgen schien alles in ein anderes Licht tauchen zu wollen denn dieser Herbsttag zeigte eine andere, schöne und unvergessliche Seite. Mit gleißendem Licht und mit den buntesten Farben erstrahlte der Wald neben der Häuserreihe. Der einst eisige Wind wandelte sich in eine verspielte Seele die mit einigen bunten Blättern fangen spielte und sie in kleinen Wirbeln tanzen ließ. Unvergleichlich.

Ich erinnere mich noch an etwas anderes, nur einige Zeit später: es wurde Winter.

Für Kinder ist es immer faszinierend etwas Neues zu entdecken und der nahe liegende See erhielt eine Glasur aus fest gewordenem Eis. Eingepackt in wärmende Kleidung erforschten sie ihr damaliges Badeplätzchen. Es kam ihnen so anders vor, so seltsam. Bedrückt musterten sie ihre Umgebung und ihr Blick wurde trüb als sie merken mussten, dass sie nicht länger im Wasser spielen und toben konnten da ihn diese Möglichkeit einfach so genommen wurde ohne dass man sie fragte ob sie es in Ordnung finden würden. Resigniert ließen sie sich zu Boden sinken und saßen eine Zeit lang im Schnee. Den Schnee mochten sie und haben bereits erfahren wie es ist, eine Schneeballschlacht zu machen. Allerdings verging ihnen das süße Lächeln auf den Lippen als sie diese Entdeckung machten mit dem See.

 

Ich blieb einige Zeit auf meiner Bank sitzen und musterte die Blicke der Kinder. Doch es war etwas anderes das im nächsten Augenblick meine Aufmerksamkeit weckte: eine junge Frau mit einem kleinen Kind an der Hand gesellte sich zu den Mädchen und Jungen die im Schnee saßen. Sie bemerkte ihre Blicke und sie folgte ihnen mit den hellbraunen Augen. Es war ersichtlich, dass der zugefrorene See der Grund dafür zu sein schien. Anstatt ihre Trauer zu teilen schien sie mit ihnen anzufangen zu reden, leise und mit so unglaublich sanfter Stimme wie ich sie noch nie gehört habe. Da ich es aus dieser Entfernung nicht verstehen konnte musterte ich weiterhin die Gesichter und war erstaunt als ich erkannte, dass ihr traurig leerer Blick sich wandelte in ein wunderschönes Lächeln. Ihre Augen fingen an zu funkeln: ein wahrlich schöner Anblick. Kurz darauf richteten die Kinder sich auf und tapsten durch den Schnee hindurch näher zum See. Kurz davor machten sie halt und blickten zurück zu der jungen Frau die ihnen bestätigend zunickte und ebenso Lächelte wie sie.

Alle gingen sie behutsam weiter bis sie zusammen nicht mehr auf dem Schnee, sondern auf dem Eis standen. Die Temperaturen ließen es zu, dass sie der See trug: sicher und fest ~ er würde sie niemals einbrechen lassen. Etwas unsicher glitten sie umher doch fiel ein kleiner Junge immer wieder hin was ihm die Tränen in den Augen jagen ließ. Ohne zu zögern bewegte sich die Frau nun wieder und ihr Gang glitt ebenso auf die Eisfläche bis hin zu dem Jungen, der nicht mehr aufstehen vermochte da er jedes Mal wieder wegrutschte. Sie stellte sich neben ihm hin und als seinen Blick hob sah er eine zierliche Hand vor seinem Gesicht. Es war jene Frau die ihm aufhelfen wollte und genau das tat sie auch. Zusammen standen sie nun da, die Hand des Kindes war noch immer in ihrer. Sie stützte ihn, gab ihm Halt. In der anderen Hand hielt sie ein kleines Taschentuch und tupfte ihm die warmen Tränen von den Wangen. Der Junge wollte und konnte das bezaubernde und herzliche Lachen nicht zurückhalten und so standen sie da, wurden angesteckt vom Lachen des anderen und verbrachten gemeinsam den Rest des Tages auf diese Weise. Ab und an schimmerte helles Licht zwischen den weißen dicken Wolken hervor um vereinzelte Stellen zum glitzern zu bringen und um das weiss des Schnees noch heller erscheinen zu lassen. Ich blieb bis alle nach Hause gingen denn auch zu mir dran das wohlige Gefühl und eine unglaubliche Herzenswärme.

 

Als alle gänzlich weg gewesen waren richtete ich mich von meiner Bank auf, schloss für einen kurzen Augenblick die Augen und lauschte der Stille um mich herum. Im selben Moment wo ich sie wieder öffnete fiel mein Blick auf etwas ganz besonderes und so verweilte ich noch ein bisschen länger an diesem Örtchen. Mitten im Schnee und fast nicht zu sehen war etwas in den Schnee gedrückt worden: ein Muster das mir bekannt zu sein schien. Es war ein kleiner Schneeengel der wohl von den Kindern gemacht wurde.

 

An dieser Stelle musste ich etwas erkennen, was mir zuvor wohl nur schemenhaft bewusst gewesen ist: nämlich dass es wirklich Wesen gibt auf Erden denen Flügel gehören. Es waren ganz besondere Wesen die ich zuvor lediglich als Menschen kannte.

~Nun weiss ich es besser~

 

~*~

 

 

~°~