... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

15.11.2010 um 09:10 Uhr

Na also.

von: Wari

Der Single-Typ-Test ergab:

Sie sind mit sich im Reinen und das strahlen Sie auch aus. Natürlich wünschen Sie sich langfristig wieder eine Beziehung, aber für den Moment genießen Sie durchaus Ihr Singleleben. Oft sind es Menschen, die nach einer langen Beziehung schon einige Zeit Single sind, die so empfinden wie Sie. Sie haben beide Seiten kennen gelernt, wissen um die Vor- und Nachteile und wie Sie sie für sich nutzen. Bleiben Sie so, wie Sie sind! Der Richtige wird schon kommen.

 

11.11.2010 um 22:06 Uhr

Swinging

von: Wari

Huch. Vor sich selbst erschrecken ist ja auch mal was. Und wenn´s dann noch im Positiven ist, stimmt das ganze Konzept. Am Dienstag schwinge ich mich mit einem Hüpfer in die heimatlichen Gefilde meiner Chefin und trällere ein fröhliches "Hier kommt die Gute-Laune-Fee!" nach oben, während mir noch der eben im Radio gehörte Witz in den Ohren klingelt ("Ich hab was Ansteckendes!" - "Ohje, was ist es denn?" - "Gute Laune" ... muhahaha *kicher*). Ja mit einem Mal kam in all das Gehetze und diverse minimalistische Lehrer-Kind-Eltern-Probleme ein Gute-Laune-Schub, der gehört und gefühlt werden wollte. Ich war also bereit die Welt zu retten! Und ich rettete und rettete und vergaß vor lauter Rettung, dass ich auch mal abschalten sollte. Aber es geht mir gut damit. Ich bin momentan die obercoolste Mutter der Welt, bin freundlich und gut gelaunt zu Mr. Kindesvater (verdient hätte er was Anderes ob seiner Stillhaltetaktik, was wahre Probleme angeht!), schiebe ihm psychologisch hochtrabende und wertvolle Tipps hübsch verpackt rüber, dass er zustimmend nickt und mir lobend durchs Telefon übers Köpfchen streichelt (der Trick etwas erreichen zu wollen, funktioniert bei Männern ihm also immer noch so *giggel*) und denke mir bei des Nachbarn unübersehbarer steten Ablehnung meiner Selbst "Du kleines Dummbarzel, ich grüß dich trotzdem freundlich, auch wenn du mich gern fressen würdest!". Jajajaaaaaaaaaaaaaaa, die Welt ist wunderbaaaaar und ich mitten drin. Und zur großen Freude meiner Jungs bin ich so aufgedreht, dass ich das Auto im Takt der Musik über die Straßen tanzen lasse. Es swingt sich von rechts nach links und wieder zurück und an der roten Ampel bringen wir es zum Hüpfen und lachen herzlich dabei. (Und hoffen insgeheim, dass die Grün-Weißen uns nicht erwischen.) Als wir daheim ankommen, steigen zwei beschwingte wilde Kerle aus, fallen mir in die Arme und juchzen: "Mama, du bist die Coolste auf der Welt. Das Abrocken vorhin war stark!" und ich muss zugeben: Das war es. Hab mich gefühlt wie ein kleines Kind, was mal richtig Blödsinn anstellt und dabei den höchsten Genuss aller Genüsse empfindet. Ich beschließe, dass wir das unbedingt mal wiederholen müssen :D

Braucht jemand noch ne Portion Frohsinn?

03.11.2010 um 05:56 Uhr

Ich kann nicht ohne.

von: Wari

Terminplaner. Nicht, dass unsere Zeit ohnehin schon schnelllebig ist und alles im Zeitraffer abläuft und von jedem mehr und mehr und scheller verlangt wird, hab ich in den wenigen Tagen dieser Woche schon den Marathon in der Terminabarbeitung hinter mir. Naja, fast. Montag endlich nach vier Wochen mal zum Zahnarzt (meine Leidensfähigkeit war am Ende). Nach gefühlten fünf Stunden Wartezeit bin ich raus zur Arzthelferin, um ihr mitzuteilen, dass ich nach Hause gehe und sie mich anrufen soll, wenn ich drankomme. Sie rief natürlich an, als ich gerade die Kinder abholte. Also Nachmittags wieder in die Praxis und raus mit der Maßgabe, am selben Tag noch zum Röntgen zu müssen. Zwischen Therapiebeginn und -ende vom Großen also schnell mal eben noch ne Runde Kieferröntgen einlegen und dabei den Kleinen bei Laune halten (Danke mein Kind, dass du so schön unkompliziert bist!!!), der sich die freie Zeit mit mir allein anders vorgestellt hatte. Mit dem Röntgenbild in der Tasche noch schnell einkaufen flitzen und dann den Großen wieder abholen, Hausaufgaben erledigen, Kinder verköstigen und das Gute-Nacht-Ritual gestalten, ohne irgendeinem das Gefühl zu geben, zu kurz zu kommen. Zwischendurch noch ein wenig Streit schlichten. Am nächsten Morgen alle pünktlich in der Schule abliefern, was nur mit Mühe gelingt, weil den lieben Mitbewohnern partout in der Früh einfällt, was noch alles erledigt werden muss, bevor wir aufbrechen sollten. Hinterher schnell zum Zahnarzt rasen, hippelig im Wartezimmer Platz nehmen, weil in einer Dreiviertelstunde schon der nächste Termin ansteht. Ich denke mir, dass es so schlimm schon nicht werden wird. Und das tat es auch nicht - es kam noch schlimmer. Ich war mal bomfortionös unmutig und hab mir zwei deftige Spritzen verpassen lassen - wer mag schon spüren, wie der Arzt einem den Zahnnerv zieht? Ich jedenfalls nicht. Und während meine echt liebe Ärztin mit Wohlwollen an der Arbeit bohrt und zieht und feilt und bohrt und .... tickt meine innere Uhr (Ich muss den Großen aus der Schule abholen!). Als ich die Praxis verlasse, ist die Pause gerade um und ich hetze los, schaffe es dank Überziehung der Lehrerin, ihn pünktlich mitzunehmen. Daheim noch schnell was zu Trinken für die betäubte Mutter einsacken, ein Buch für´s große Kind und dann ab ins Krankenhaus der nahegelegenen Kleinstadt, wo wir einen Termin für ein EEG haben. Die Kopfschmerzen des Großen müssen abgeklärt werden. Dort angekommen will die nette Dame natürlich die Chipkarte, die ich in der Hektik vergessen habe. Die liegt nämlich gemütlich in der Arzneitasche, die ich jedes Mal dem Kindesvater mitgeben muss. Die Dame am Empfang ist so nett, mir mitzuteilen, dass "man die normalerweise IMMER bei sich trägt." Nun ist es eben gerade ein unnormalerweiser Tag, also bin ich so nett und erkläre, weshalb und warum und wieso ich sie eben gerade nicht dabei habe und denke mir: "Leck mich!". Und lächle dabei. Mürrisch nimmt sie uns auf (ja, ich weiß, mit der Chipkarte wär´s ein bisschen schneller gegangen, so musste die Arme am Empfang mal arbeiten - tut mir leid!) und schickt uns zum Fachpersonal, ohne sich den Kommentar verkneifen zu können, dass es beim nächsten Mal besser wäre, ich hätte die Chipkarte dabei. Ich nicke und lächle und denke mir: "Leck mich nochmal!" Immerhin sind die zwei Damen beim EEG sehr, sehr nett und sie legen tolle Ayuverda-Mucke rein, so dass ich geneigt bin, meinen Puls herunter zu fahren und zur Ruhe zu kommen. Als ich meinem Buch über Stressbekämpfung (*muahahaha*) gefragt werde, wie es mir geht, wenn ich die Atemübung mache, um runter zu fahren, muss ich schmunzeln - mein Atem lief in den letzten Wochen nicht ruhiger, mein Herz schlug nicht gleichmäßiger und meine Gedanken waren nie sortierter, als in jenem Moment. Immerhin scheint organisch beim großen Kind nichts vorzuliegen, was Hintergrund für seine Kopfschmerzen sein könnten. (Mir ist schon bewusst, dass es der Leistungsdruck der Schule ist, aber man will ja sichergehen ...). Nach diesem Termin komme ich endlich zum Durchatmen, gönne mir mit dem Großen eine kurze Auszeit bei meinen Eltern, um dann das kleine Kind abzuholen. Natürlich wird mir da noch schnell mal eben eine Besprechnung mit einem Erzieher untergejubelt (Theaterauftritt für´s Weihnachtsspektakel klären). Und dann endlich frei - keine Termine, nichts! Was nicht bedeutet, dass es einfacher wird, denn momentan sind die lieben Kleinen sehr streithammelerisch veranlagt! (Tief durchatmen Wari!) Beim Zubettbringen schlafe ich beim Großen im Bett ein ...

Und heute morgen? Mal keine Termine, mal nichts? Ja, immerhin das, immerhin "nur" arbeiten gehen - aber meine innere Uhr tickt noch anders, schmeißt mich um 4.41 Uhr aus dem Bett und lässt mich mit einem Knall so wach werden, dass mir sofort alle Termine dieser Woche durch den Kopf schießen! Und da sage mein ehrenwerter Herr Papa nochmal, er könne das Wort Stress nicht mehr hören!