... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

20.09.2011 um 15:42 Uhr

Neues aus der Rubrik Blindfische

von: Wari

Alles was uns über unser Kind herangetragen wurde, kam mir irgendwie bekannt vor. Dass der Kleine oft eine Maske trage, hinter der sich sein wahres Ich verborgen hat, dass er sich auf bestimmte Dinge fixiere, um Aufmerksamkeit zu bekommen (Lieblingsspiel derzeit: Verletzungen zeigen und begutachten lassen) und dass man oftmals genauer nachfragen muss, um etwas herauszupopeln, all das ist nicht neu. Und wenn man genau hinschaut, hat man das auch schon mitbekommen. Aber Herr Blindfisch-Papa tappt wie so oft im Dunkeln und fragt die Beraterinnen, ob sie denn glauben, dass die Gruppenarbeit mit dem Lütten irgendetwas bei jenem bewirkt habe. Er hätte nicht den Eindruck, weil er in letzter Zeit wieder so oft mit dem Wunsch ankäme, dass die Eltern doch wieder zusammen sein sollten, bzw. der Vater wenigstens näher heranziehen soll. An seine Entgleisungen der Gesichtszüge gegenüber dem Kleinen mag ich nicht denken, wenn ich nur seine verbissene Mimik sehe, während er dies erzählt. Es spiegelt sich eine Härte und eine Übellaunigkeit wider, die einem schon als Erwachsenem Angst machen. Auf die Frage, was er denn erwartet hätte, was sich verändert, druckst er (auch nicht neu!) und meint, dass doch wenigstens ein bisschen Verständnis seitens des Kindes da sein könnte. Es schüttelt innerlich meinen Kopf und äußerlich bin ich geneigt, mein Augenrollen für mich zu behalten, weil genau das, was er seinem Kind abfordert, für ihn scheinbar nicht gilt. Verständnis für sein Kind, für die Gefühle seines Kindes, für die Wünsche seines Kindes. Das Kopfschütteln nimmt mir eben jene Beraterin ab und wandelt mein Augenrollen dann in greifbare Worte um.

Es ist und bleibt wie ich es schon immer gesehen habe: Der werte Herr Blindfisch wollte mit dieser Gruppe bei seinem Kind eine Lösung für seine Situation herbeiführen. Und es ist und bleibt, wie ich es vorhergesehen habe: Die Lösung liegt nicht beim Kind, sondern ganz allein in seinem Umgang und der Akzeptanz der Kinder durch die Neue. So lange er an diesem Punkt immer wieder in die falsche Denkrichtung abbiegt, kann er sich wünschen, was er will. Er wird auf lange Sicht gesehen nur darauf hinarbeiten, dass sich der Kleine immer weiter von ihm entfernt. Das einzig gültige Zauberwort heißt immer noch (um wieder auf´s alte Thema zurückzukommen): HINSEHEN!

 

11.09.2011 um 13:14 Uhr

Geschlossen

von: Wari

Dass Kinder ihre Eltern bedingungslos lieben, egal, was diese mit ihnen anstellen, ist allen klar. Dass sie jedoch keinen Schaden nehmen, wenn man ihnen nimmt, was sie sind, das stelle ich stark in Frage. Nein, ich weiß es, dass es durchaus einen großen Schaden anrichten kann. Dass die Seele sich verschließt und man nur schwer wieder den Kontakt zu sich selbst herstellen kann. Dass man nicht ist, wer man sein sollte. Und es kann so verdammt hart sein, diesen Weg zu gehen. Ich hab es mir leicht gemacht und bin die ersten 123 km gefahren. Bin noch lange nicht am Ziel, aber immerhin schon unterwegs. Mit vielen Gedankenverstrickungen, mit tränenreichen Seelendurchquerungen im Schleudergang. Froh jetzt allein zu sein und sich nichts und niemandem erklären zu müssen. Wütend. Traurig, Ängstlich. Gebeutelt mal wieder. Am Anfang mal wieder. Bereit, einen anderen Weg zu gehen, um nicht den selben Fehler zu machen, wie eine Generation vor mir. In die ohnehin hier vorherrschende Stille wird noch ein bisschen mehr Schweigen treten. Weil es für manche Wege keine Beschreibung gibt ...

 

06.09.2011 um 06:38 Uhr

Überraschungseffekte

von: Wari

Dass Kindern Fragen zum Thema Sex und Aufklärung immer so ganz spontan einfallen, ist richtig gut, weil man just in jenem Moment einfach nur noch authentisch antworten kann. Jetzt wissen die Jungs und ihre Freunde also (mal wieder) bescheid. Nix mit Blümchen und Bienchen. Und wir zwei Mamas sind uns ziemlich sicher, dass der Jüngste der Jungs Sex irgendwann nicht mehr eklig findet ;-)