... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

24.09.2009 um 11:10 Uhr

Ich.

von: Wari

Es geht mir nicht gut. Und das seit ein paar Wochen. Ich bin permanent übermüdet, quäle mich abends in den Schlaf und morgens aus dem Bett. Versuche, mir vor den Kindern nichts anmerken zu lassen und ihnen die liebevolle Mutter zu sein, die sie brauchen. Nur in ganz stillen Momenten überkommt mich dieses Gefühl der Ohnmacht und des Zusammenbrechens. Ich habe meine Kraft verloren, weil ich Dinge an mich herangelassen habe, die mir sehr zu schaffen machen. Die gut gemeinten Ratschläge meiner Ärztin und meiner Therapeutin, dies alles von mir fern zu halten, scheitern an meinem momentanen Nicht-Können. Die wenige Kraft, die ich habe, investiere ich in das Liebste in meinem Leben - meine Schützlinge. Der Rest an Kraft wird aufgeteilt in Freunde und Belange seitens der Kinder in Schule und Hort investiert. Und dann ist Schluss. Für mich selbst bleibt gerade nicht viel oder besser gar nichts. Ich quäle mich durch den Alltag und frage mich, wie lange ich das auf diese Art und Weise noch aushalten kann. Diese Art von nervlichem Wrack kenne ich nur aus der Zeit meines damaligen Mobbingchefs und ich gestehe, ich fühle mich ähnlich. Nur dass die "Bedrohung" diesmal von einem Menschen ausgeht, der mir viele Jahre nahegestanden hat und der jetzt alles was war gekonnt mit Füßen tritt und mir immer wieder einen Schlag in die Magengegend versetzt. Sind bis jetzt alle Versuche, mich derartig tief zu treffen daran gescheitert, dass ich prinzipiell ein Mensch bin, der gerne vertraut, weil ich damit bisher am weitesten gereist bin in meinem Leben, so bin ich ín Bezug auf diesen Menschen an einem Punkt angekommen, an dem alle Alarmglocken aufschrillen, wenn der Satz auftaucht: "Du musst ihm vertrauen." Ich habe es mit vielen Rückschlägen immer wieder probiert, habe mir gesagt, es liegt allein an meiner Einstellung dazu, um jetzt erkennen zu müssen, dass dem nicht so ist. Und so werde ich mein Verhalten grundlegend ändern und schauen, dass es mir wieder gut geht. Denn momentan bin ich weit davon entfernt, sagen zu können, dass ich lebe. Ich existiere. Irgendwie. Gut genug, um die mir Anvertrauten bestens zu versorgen und ihnen die notwendige Liebe zukmmen zu lassen und ihnen gegenüber meine innere Ruhe zu bewahren. Mich selbst aber habe ich in den letzten Wochen sehr schlecht behandelt. Sei es in der Vernachlässigung von Auszeiten, sei es in der Ernährung, in gesundheitlicher Hinsicht. Vor drei Tagen habe ich mir den ersten Ruck gegeben und meinem Körper seit Jahren mal wieder etwas Gutes gegönnt. Das allererste Mal eine Stunde Gesichtspflege durch eine professionelle Kosmetikerin. Ich hatte lange überlegt und fast wieder abgesagt, weil es a) weder wirklich in die finanzielle Lage passte, noch b) meinen durch eine Freundin umgeworfenen Zeitplan mehr als durcheinander brachte. Aber irgendwas innen drin schrie förmlich nach dieser Entspannungsstunde und ich habe sie mir gegönnt. Es war gut so, denn daran anschließend konnte ich diese Entspannungszeremonie mittlerweile auf daheim übertragen, gönne mir jetzt morgens und abends dieses Mehr an Zeit für´s Verwöhnen. Es sind kleine Schritte, die ich jetzt gehe. Mehr ist nicht drin. Was den Kindsvater angeht, so habe ich für mich strikte Regelungen festgesetzt, an die ich mich zu meinem eigenen Schutz halten werde. Das wird auf seiner Seite kein Verständnis hervorrufen, das ist mir klar. Aber mit seiner letzten "Anklage" hat er sich bei mir alles verwirkt, was ich ihm an möglichem Entgegenkommen zugestehen konnte. Die von ihm gewünschte elterliche Freundschaft ist nicht möglich, so lange er immer und immer wieder mein Vertrauen missbraucht. Ich werde dieses Szenario von Mobbing kein zweites Mal mitmachen, denn das habe ich mir schon vor elf Jahren versprochen.

 


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