Die Vöglein zwitschern, die Sonne scheint und den Rudi Carrell hat es auch dahingerafft. Solcherlei Kombinationen lassen manche Tage irgendwie zartbitter erscheinen und der von der Hitze geplagte Mensch verkommt ab und an in schwarzen Löchern, was die Motivationskurve angeht. Haut man sich jetzt einfach in die Sonne und genießt die Vorzüge des Ozonloches, oder verfällt man in Arbeitswut um sich selbst anzuspornen? Im Idealfall verbringt man natürlich einen tollen Tag mit der Herzallerliebsten. Und wenn die leider keine Zeit hat? Was könnte da wohl einen Tag noch retten? Der multimedial Verseuchte begibt sich in solchen Situation oftmals ins WWW und schaut sich nach abstrusem Blödsinn um, der seine Lachmuskeln massieren könnte. Absurde Videos, die mit gesangsunbegabten Protagonisten das Zwerchfell verwöhnen, oder eben Aufnahmen von Haustieren beim Pinkeln in den Teich fallen finden sich in Massen um den gepeinigten Geist mit seiner Umwelt zu versöhnen. Doch im Vergleich zu einem gewissen Internetphänomen fallen doofe Homevideos von Rex, Hasso oder Kater Rübezahl dann doch stark ab: Die Rede ist von, na sagen wir mal „geistig anders befähigten“ jungen Menschen, die eines Tages ( Es könnte der Morgen nach der ersten nächtlichen Ejakulation sein), eine göttliche Erscheinung haben.
In einem Wachtraum, der wohl für die restliche Familie vorerst unbemerkt bleibt, erscheint dem post-pubertären Filius ein verstorbener Regisseur, der nach dem Ableben weiterhin Vergnügen an bösen Späßen empfindet. Sich seiner bitterbösen Mission bewusst, greift sich der humorbegabte Engel einen naiven Dorftrottel heraus, dessen Hauptschulkarriere beim lieben Gott in der Akte mit Überschrift „Kriegt jeden Tag was auf’s Maul“ im Aktenschrank liegt. Nun haucht der gemeine Geist dem Jüngling ein „Du zeigst es jetzt der Welt, und schreibst Filmkritiken“ ins Ohr. Das lässt sich unser Burschi natürlich nicht zweimal sagen, denn wer den Kunstblutverlust jedes Darstellers in „Freitag der 13te“ runterbeten kann und auch sonst mit unnützen Wissen, sowie starkem Mitteilungsbedürfnis glänzt, wirft sein „No Angels“-Fanshirt über um sich sodann auf den Kreuzzug zu begeben. Wo könnte wohl die geistige Diarrhö besser Verbreitung finden als im Web? Nirgendwo sonst lassen sich Menschen so mit abgelassenen Hirnblähungen foltern, wie dort! Eine der Sammelstellen für diese Art von modernem Rittertum schimpft sich Horror-Page und lockt unbedarfte Besucher unter der Tarnkappe eines „Online-Filmmagazines“ in die Abgründe menschlichen Outputs. Was sich dort unter der Bezeichnung „Filmberichte“ so verbirgt, reicht aus um normal intelligente Menschen in den Wahnsinn zu stürzen.
Aber schauen wir uns doch mal näher an, was diese Attentäter leisten, um sämtliche Schließmuskeln des Lesers erschlaffen zu lassen. Exemplarisch habe ich mir dazu die „Kritik“ zu John Carpenters The „Thing“-Remake herausgesucht, deren Brillanz ich des Weiteren auch mal kommentieren möchte. Man lege sich schon einmal saubere Unterwäsche bereit, da ich keine Garantie dafür übernehme, dass die gerade getragenen Schlüpper der Medien- undGezuppelwelt-Leserschaft nicht nach Genuss des Original-Textes Urindurchtränkt in die Waschmaschine wandern werden. Here we go!
Der Film spielt 1982 gegen November in der Antarktis. Das heißt überall Schnee.
- Überall Schnee in der Antarktis? Und das auch noch im November? Junge, Junge, hier werden ja Erkenntnisse gewonnen, die manche Leute schockieren könnten. Was das jetzt genau mit dem November zu tun hat entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich feiert man ja in anderen Monaten Beach-Parties in der Antarktis.-
Der Film fängt damit an, dass ein norwegischer Hubschrauber einen Hund jagt. Und zwar mit Gewehren und Granaten. Aus irgendeinem Grund wollen sie den Hund um jeden Preis töten.
- Vielleicht möchte man ja auch Hunde, die man mit Gewehren und Granaten aus einem Hubschrauber heraus jagt nur zum fröhlichen Frolic-Mampfen einladen? –
Der Hund entkommt ihnen und flüchtet zur amerikanischen Forschungsstation, die ca. 2 KM von der norwegischen entfernt ist.
- 2 km also! Da hat jemand gut nachgemessen! –
Einer der Norweger dreht durch und ballert wie wild in Richtung Hund, der jetzt bei den Amerikanern ist. Einer der Männer erschießt den Norweger um das Theater zu beenden, da der Norweger auch einem der Amis ins Bein geschossen hat. Jetzt fragen sich alle warum die zwei Norweger unbedingt den Hund töten wollen.
- Falsch! Irgendwie fragen sich dann doch eher „alle“, ob der Autor seine rhetorischen Fähigkeiten auf einer Bahnhofstoilette erworben hat. -
Also fliegt MacReady (Gespielt von Kurt Russel) und ein anderer Mann mit dem Hubschrauber zu den Norwegern rüber um nach dem rechten zu sehen. Die Beiden müssen aber entsetzt feststellen, dass die Norwegische Station total zerstört ist und alle Norweger tot sind. Und nicht nur das! Die Toten sind alle irgendwie mutiert, dass heißt denen überall Tentakeln und so Zeug aus den Körpern gewachsen sind.
- Schlimmer noch: Langenscheidt und Duden mutierten beim Verfassen dieser Zumutungen! –
MacReady entdeckt auch noch ein komisches mutiertes, hässliches totes Monster. Er nimmt es mit, damit es Dr. Blair untersuchen kann. Die Crew findet herraus das es ein außerirdischer Organismus ist. Das alles wird auch noch bestätigt auf einem Video von den Norwegern, wie sie ein Raumschiff ausgraben, dass schon 100.000 Jahre unterm Eis lag.
- Der Leser findet heraus, dass nicht jeder mit Word auf dem Rechner befähigt ist, dieses auch vernünftig zu nutzen. -
Auf einmal passiert etwas merkwürdiges!
- Merkwürdiger als diese Inhaltsangabe? Kaum zu fassen! –
Der Hund, der am Anfang von den Norwegern floh, mutiert auf einmal und zwar platzt er auf und man kann richtig mit ansehen, wie er zu einem total widerlichen Biest wird. Als die Crew das Biest entdeckt fackeln sie es sofort ab, aber es hat die Hunde angegriffen und zudem ein paar Männer. Dr. Blair findet heraus, dass der Hund mit einem außerirdischen Virus infiziert war, der alle Formen annehmen kann. So ist es passiert, dass der Hund mutierte und auch alle Leute auf der norwegischen Station. Es reicht nur, dass ein kleiner Teil des Virus in den Körper gelangt woraufhin man mutiert und früher oder später grausam stirbt. Das Ergebnis nach jeder Mutation: Ein widerliches Biest, dass total blutrünstig ist.
- Die scheinbare Lieblingsvokabel „widerlich“ kann als einziges Adjektiv in unserer Sprache angesehen werden, die die Verwandlung, die man übrigens „richtig mit ansehen kann“, sofern keine Sehschwäche oder Blindheit vorliegt, zu umschreiben. –
Dr. Blair zerstört alle Funkgeräte und den Hubschrauber, damit niemand mehr fliehen kann.
- Echt? Eigentlich dachte ich bis jetzt immer, dass Dr. Blair das tut, da er eine starke Abneigung gegen Funkgeräte und Hubschrauber hat. –
Der Grund: Wenn das Virus auf die Weltbevölkerung losgelassen würde, wäre das der Untergang der Menschheit! Plötzlich mutiert ein Mann aus der Crew ! MacReady bringt den Betroffenen aber noch rechtzeitig um. Jetzt sind die 11 Leute aus der Crew an einem heiklen Punkt angekommen!
- Genau! Und der heikle Punkt des Films ist, dass er ungestraft Rezensionen wie diese über sich ergehen lassen muss. -
Niemand kann dem anderen mehr trauen, denn jeder könnte infiziert sein und sich früher oder später verwandeln, was natürlich auch passiert. Jeder kann infiziert sein und sich plötzlich in ein widerliches Monster verwandeln und dann den anderen in den Rücken fallen.
- Ach, hatten wir „widerlich“ noch nicht oft genug eingebracht? -
Ich glaube jetzt hab ich genau soviel gesagt um euch Lust auf den Film zu machen und ohne zu viel zu verraten!
- Eigentlich hätten „wir“ jetzt mehr Lust darauf den Verfasser dieses Schwachsinns zu vermöbeln. Natürlich ist es nicht zu viel des Guten, wenn eine kurze Inhaltsangabe jegliche Grammatik in die Tonne kloppt und angereichert mit nutzlosen Umschreibungen von Nebensächlichkeiten, sowie um subjektive Anmerkungen berotzt, etwa 70 Minuten des Films erfasst. -
Jetzt will ich den Film mal analysieren!
- Das ist mein favorisierter Satz dieses Geschreibsels! Bei so einer grandiosen Einleitung erwartet man jetzt natürlich tiefgründige Analysen vor denen Metz, Bordwell und Foucault niederknien. -
Als erstes muss ich gleich sagen, dass der Film von Starregisseur John Carpenter ist. Carpenter kennen wir schon alle, weil er uns andere sehr bekannte Filme präsentiert hat, wie Halloween, Die Klapperschlange, Fürsten der Dunkelheit, The Fog oder Vampire.
- Wir „alle“ kennen den? Falsch! Ich habe 100 Leute im örtlichen Aldi mal gefragt und keine Sau kannte den. Nebenbei präsentierte Carpenter uns da auch nichts, sondern führte Regie und schrieb am Drehbuch mit ! -
Ich persönlich finde John Carpenter ist einer der Besten Regisseure, die ich kenne!!
- Ich persönliche kaufe mir gerne mal eine Tüte Deutsch. Dass der Autor John Carpenter kennt, halte ich auch für ein Gerücht. -
Alle Filme von ihm sind meistens verdammt gut!
- Aha, da fällt mir aber eine nette Liste mit Filmen ein, die der gute Mr. Carpenter auch ziemlich versaut hat. -
Aber mit „The Thing“ hat er sein absolutes Meisterwerk gemacht! Ja ich finde „The Thing“ ist sein bester Film!
- Und ich finde, der Autor gehört in eine gute Nervenheilanstalt! -
Aber was ist an dem Film so gut? Erstens mal die Story!
- Außerirdische, die böse sind, gibt’s ja nicht gerade oft in Filmen! -
Aber die hat nicht Carpenter selber gemacht. Den Film „The Thing“ gab’s 1951 schon mal in schwarzweiß, mit einer Länge von ungefähr 80 Minuten. Ich hab den Film nie gesehen und kann deshalb nichts dazu sagen!
- Die hat Carpenter nicht selbst gemacht? Lyncht die Sau! Da drängt sich mir aber noch die Frage auf, warum der Verfasser was zum Original sagt, wenn er nichts dazu sagen kann. -
1982 machte dann John Carpenter ein Remake! Natürlich sind die Effekte jetzt besser und der Film hat mehr Tempo, aber ob er besser ist kann ich jetzt nicht sagen!
- Sehr interessant, dass man wieder was sagt, was man ja eigentlich gar nicht sagen kann. -
Aber die meisten sagen Carpenters Version sei besser als das Original und ich glaube, da muss schon was dran sein!
- Die meisten Leser dieser Zeilen sagen auch, dass der Verfasser Käse im Hirn hat und ich glaube, dass da was dran sein muss. -
Der Ort konnte auch nicht besser gewählt werden! Die Antarktis (Südpool). Hier ist es sehr kalt und ewiges Eis, soweit das Auge reicht! Also keine Fluchtmöglichkeit! Dann hat die Forschungsstation der Amis auch noch lauter enge Gänge und überall sind Kisten und Rohre.
- Meine Fresse, jetzt geht’s ab! Wie ich hörte wurden sogar einige Szenen im Studio gedreht und das passiert ja auch nur bei den meisten Filmen, weil die Studio-Bosse so eiskalt sind, dass der Zuschauer nachher ihre Eisigkeit spüren kann. Und vor Kisten und Rohren hat eh jeder Angst, der schon mal den Heizungsinstallateur zu Besuch hatte. -
Dann ist da noch diese totale Hochspannung!
- Wie jetzt? Doch der Starkstromelektriker an der Heizung zu Gange? -
Am Anfang des Films wo der Hund gejagt wird, fragt man sich gleich was soll das!
- Zu Beginn dieser „Kritik“ fragte ich mich das auch. -
Aber ab da wo MacReady zu den Norwegern rübergeht beginnt die Spannung.
- Und da wo damals die Deutschen nach Polen rüber gegangen sind begann sogar ein Krieg! -
Als man dann noch die mutierten Toten sieht, kann man sich schon denken, dass mit dem Hund was nicht stimmt. Ab da wo der Hund zu diesem widerlichen Ding mutiert, ist man dann entgültig in den Sessel gefesselt.
- Ich sehe gerade mal wieder „widerlich“ und hab endgültig in den Sessel gefurzt!-
Der Film wird richtig interessant und sauspannend! Man weiß ja nie, ob plötzlich der, der neben einem steht mutiert!
- Ich habe auch ständig Angst, dass Leute neben mir mutieren. -
Wenn es dann soweit ist, dass sich ein Mann verwandelt, kommt erst ein Schockeffekt und dann kann man beobachten, wie er mutiert. Das wird auch immer in sehr überzeugenden Bildern gezeigt.
- Merke: Erst der Schockeffekt und dann Beobachtungen anstellen! -
Neben der Spannung und den Splattereffekten hat Carpenter noch eine superdüstere Atmosphäre geschaffen, die den Film entgültig zu Meisterwerk abstempelt!
- Ja, natürlich! Wie konnte ich nur vergessen, dass Carpenter auch FX-Spezialist ist? Und sogar einen Stempel hat der dabei! Wenn er den mal Uwe Boll leiht, bekommt dessen nächster Film sogar den Oscar. -
Die Musik passt auch sehr gut zum Film und verstärkt die Spannung noch! Auch noch zu erwähnen ist, dass Kurt Russel in diesem Film mitspielt, wie in vielen anderen Carpenterfilmen auch!
- Qualitätssiegel Kurt Russel konnte aber leider auch die Klapperschlangen-Fortsetzung nicht retten. -
Kurt Russel war vorher bekannt als Snake in „Die Klapperschlange“ und übernimmt hier die Rolle von MacReady! Er spielt seine Roller supergut! Man könnte auch grad meinen, dass er die Rolle von Snake fortsetzt! Von den anderen ist mir dann nur noch Blair richtig aufgefallen! Der Verräter, der aber die Menschheit im eigentlichen Sinnen vor dem Ding schützt. Er wirkt auch sehr überzeugend! Er wird gespielt von A. Wilford Brimley. Die anderen spielen auch sehr überzeugend, aber sind nicht weiter großartig zu erwähnen!
- Aha, alle spielen sehr überzeugend aber sind nicht weiter zu erwähnen. -
Wenn ihr gerne Horrorfilme anschaut habt ihr jetzt sicher richtig Lust bekommen, oder?
- Ja, sehr sogar! Nebenbei habe ich auch jetzt richtig Lust meinen Rechner an die Wand zu hauen, wenn ich so tolle Sachen lesen darf. -
Wenn ja dann kann ich euch den Film nur dringend weiterempfehlen, da er im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur noch genial ist!
- Was man von diesem „Review“ ja nicht gerade behaupten kann. -
Mit anderen Worten ein richtiger Horrorfilm, wie sie halt nur früher rausgekommen sind! Heutzutage kommt in Sachen Horror eh nichts mehr gescheites heraus!
- Das ist ja wie mit der Geburtenstation im Krankenhaus. Da kommt ja heute eh nichts Gescheites mehr raus. -
Wenn ihr den Film aber anschaut, dann nehmt die Uncutfassung ab 18! Die 16ner Fassung ist um 10 Minuten verstümmelt, so dass der Film unanschaubar ist! Glaubt mir, denn ich habe beide Versionen gesehen!
- Dir glaube ich mal nichts! -
In der 16ner Fassung sieht man das Ding gar nie!
- Aha, das ist ja wie bei gekürzten Pornofilmen! -
Ach so Entschuldigung! Am Ende sieht man 2 Sekunden lang 2 Fühler und einen Schatten, hinter dem der Kopf ist. In der Originalfassung kann man bei jeder Mutation immer 1 bis 2 Minuten die Splattereffekte bewundern! Die 16ner Fassung hat ca. 40 Schnitte (nicht übertrieben)!!!
- Wie jetzt? Man sieht es doch?-
Das Ding aus einer anderen Welt ist vielleicht nicht so bekannt wie Halloween oder Vampire, aber dass liegt nur daran, weil der Film indiziert ist und es keine 18ner Fassungen in deutsch mehr gibt!
- So ein Schwachsinn! Wahrscheinlich wollte nur niemand dem Kind so einen Film zumuten. -
Er ist aber der Beste von Carpenter und einer der Besten im Horrorgenre allgemein!
- Wissen wir schon. -
Ich sag euch: Schaut ihn euch an! Ihr werdet ihn nicht so schnell vergessen, glaubt mir! So eine hohe Spannung, gute Splatterszenen, düstere Atmosphäre und überzeugende Schauspieler in einer super Story hab ich selten erlebt!
- Du hast wahrscheinlich auch selten eine Lehranstalt von innen gesehen. -
Der Film zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen!
- Da wäre ich jetzt nie drauf gekommen. Aber wenn man etwa 100 Scheißfilme kennt und einen IQ besitzt, der vom Wert her der Außentemperatur in der Antarktis gleicht, ist das schon möglich. -
Wenn es auch schwer wird ihn uncut zu bekommen, versucht es! Wenn es aber nur die 16ner Fassung gibt verzichtet lieber, da ihr sonst ein sehr schlechtes Bild von diesem Meisterwerk bekommt!
- Auch das Bild der 18er DVD soll ja mal nicht so meisterlich sein, oder? -