Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

29.08.2006 um 22:40 Uhr

Bücherregal 2.0: Fabian

von: Fabse

 

Erich Kästner, seines Zeichens Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettist, ist der breiten Masse ja eher als Verfasser, mehrfach verfilmter Kinderbuchklassiker ein Begriff, doch auch durchaus zeitkritische Literatur für Erwachsene Leser befindet sich in seinem Vermächtnis.

Der 1931 erschienene Roman „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ ist einer jener Vertreter, im literarischen Nachlass, der  im Nachhinein leider nicht die ihm gebürtige Würdigung erfuhr. Umso schmerzlicher, da Kästners Portrait einer zerberstenden Gesellschaft nach wie vor aktuelle Thematiken fokussiert.

 

Berlin, Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: Hohe Arbeitslosigkeit, zunehmende Industrialisierung und die Nachwehen des ersten Weltkrieges kündigen den  Zusammenbruch der Weimarer Republik an. Der Germanist Jakob Fabian, der einem Job in der Werbebranche nachgeht, streift nachts mit seinem Freund Labude durch Bars und Bordelle. Mehr allerdings als distanzierter Beobachter, der den moralischen und gesellschaftlichen Verfall seiner Umwelt zynisch kommentiert. Anders als Labude, der versucht die Trauer um eine gescheiterte Beziehung zu kompensieren, befindet sich Fabian vielmehr auf der Suche nach einem Dreh- und Angelpunkt im Leben, der seiner Wertevorstellung einer idyllischen Existenz ein Fundament bieten kann. Als Fabian auf Cornelia Battenberg trifft, scheint sich sein pessimistisches Weltbild zu wandeln, doch kurz darauf verliert Fabian seinen Job und eine fatale Lawine gerät ins rollen. Nicht nur die Republik zerbricht, sondern auch jeglicher Optimismus und das Hoffen auf eine bessere Existenz sterben elend.

 

Das mag so gar nicht in die Welt vom „doppelten Lottchen passen“: Kästners Satire gibt sich wenig zahm und watet knietief durch provokant aufbereitete Gesellschaftskritik. Die Menschen, die den Hauptprotagonisten umgeben, strotzen vor Verlogenheit, begeben sich auf moralische Grenzgänge und zerstören andere bei der Verwirklichung  ihrer eigenen Interessen. Neid, Missgunst und Chaos implizieren die totale Entfesselung des Niedergangs. Am Ende steht die Beobachtung, dass auch eine Anpassung an das Allgemeinbefinden nur den sinnleeren Tod bringen kann. Das Schwimmen gegen den Strom führt eher beiläufig zum ertrinken.  

         

27.08.2006 um 14:26 Uhr

Neue Umfrage

von: Fabse

Gerade mal wieder durch das Wörld-Weit-Wepp gesurft und so ein bisserl in Erfahrung gebracht, was verschiedene Menschen so über die Gezuppelwelt denken. Es bleibt festzuhalten: Von "Ich bete diese Seite an" bis "Gemeine und unprofessionelle Geschichte" ist da so einiges vertreten. Grund genug für ne neue Umfrage! Beteiligung daran ist natürlich höchst erwünscht. Und natürlich gilt auch weiterhin die Hypothese:

>>Man halte hier jeden Menschen, mit Ausnahme der Kinder und der Greise, bevor das Gegenteil nicht unwiderbringlich bewiesen ist, für verrückt. Richten Sie sich danach, Sie werden bald erfahren, wie nützlich der Satz sein kann.<<  

27.08.2006 um 12:43 Uhr

Neues vom Bücherregal

von: Fabse

Das Bücherregal meldet sich mal wieder zu Wort und heute können Cinephile, Vintage-Fans und Germanisten gleichermaßen frohlocken!

 Fundierte Informationen rund um den NS-Film und die Propaganda-Maschinerie liefert Felix Moeller in seinem, fast 500 Seiten starken, „Der Filmminister“ ab. Dass hier ein äußerst gut recherchiertes Standardwerk in Sachen „Goebbels und der dt. Film“ vorliegt, eröffnet sich schon nach kurzer Lesedauer. Mögen zwar die ersten Kapitel etwas zäh erscheinen ( Verstaatlichung der Filmverleihe und Studios, fliegende Wechsel an den leitenden Positionen der Firmen durch das Regime), so entwickelt Moellers Buch schon nach einiger Zeit einen ganz eigenen dynamischen Charakter bei der Rezeption. Das Hauptaugenmerk legt der Autor dabei auf die analytischen Aufarbeitungen und Ergebnisse der (veröffentlichten) Tagebucheinträge des Propagandaministers von 1936 bis 1944. Über 150 Filme führt Moeller dabei im Register und ermöglicht dem Leser einen Einblick darüber in wie weit der Minister bei Produktionsprozessen, Zensurmaßnahmen oder Änderungen beteiligt war. Neben ausführlichen Darstellungen zu berühmt berüchtigten Werken wie zum Beispiel „Ohm Krüger“, „Kolberg“, „Der ewige Jude“ oder „Ich klage an“, findet sich natürlich auch die Wochenschau wieder. Angereichert mit einer Vielzahl von Literaturverweisen und Fußnoten wird „Der Filmminister“ durch ein Vorwort von Volker Schlöndorff abgerundet. Wer sich nur annähernd mit dem Film in der NS-Zeit auseinandersetzen mag, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Mit den Problemen, die Studenten beim Anfertigen von wissenschaftlichen Arbeiten plagen, beschäftigt sich hingegen Helga Esselborn-Krumbiegel in „Von der Idee zum Text“. Auf 210 Seiten erwarten einen Tipps und Kniffe, die die wissenschaftliche Textproduktion von der Hausarbeit bis zum Staatsexamen erleichtern. Neben dem strukturellen Aufbau der Arbeit, dem Exzerpieren und Hilfestellungen zu stilistischen Fragen, nimmt man sich auch dem möglichen Problem der Schreibblockade mit helfender Hand an.

Für Filmfreunde und Liebhaber von schriller und psychotronisch geprägter Kunst der 70s ein absolutes Muss: „Film Posters of the 70s“. Tony Nourmand und Graha Marsh präsentieren auf rund 130 Seiten Artworks und Poster aus aller Welt, die weit mehr zu bieten haben, als nur ein Dokument der New-Hollywood-Ära zu sein. Von Russ Meyer bis zu Kubrick und von Death Wish bis Emanuelle lässt man Herzen höher schlagen und kaum eine Untersparte an filmischen Genres bleibt unausgelotet. Ganz viele Küsse noch mal an meine große Häsin für das tolle Geschenk. <3

 

 

 

„Betty Page Confidential“ widmet sich, wie der Name schon vermuten lässt, ganz der Pin-up Ikone der 50er vereint, neben einer kurzen Biographie, viele rare und bisher unveröffentlichte Hochglanzfotos aus dem Fundus von Bunny Yeager.

26.08.2006 um 12:49 Uhr

FTB-News: Snakes on a Plane (2006)

von: Fabse

 

Vorbei sind die Zeiten, als sich der findige Film-Verleih einzig und allein auf eine großzügig finanzierte  Werbestrategie in Form von übergroßen Teaser-Plakaten und Radio-Spots beschränkte: Um den Hype für das neueste Zelluloidschaffen zu zimmern, braucht’s  den geschickten Marketing-Feldzug, der sich das Internet Untertan macht. Einfach ein paar spärliche Informationen über das kommende Werk in die Netzwelt kloppen und schon wird das aktuelle filmische Verbrechen mit genügend Beachtung im Vorfeld bedacht. Wie sehr sich der Verleiher durch diese Art von Produkt-Anpreisung die Taschen voller Klimpergeld stopfen kann, hatte ja schon vor einigen Jahren der Rummel um „The Blair Witch Project“ bewiesen.

 

Im Falle von „Snakes on a Plane“ ist – wie schon bei BWP – der vorgeschobene Hype auf virtueller Werbefläche interessanter als der eigentliche Film an sich. Ein Film, der einen so bescheuerten Titel sein Eigen nennt muss einfach gut sein, oder zumindest so brechend behämmert, dass man als Zuschauer unweigerlich vor Lachen in seinen Kinosessel uriniert, war das Fazit, dass die Web-Community auf diversen Seiten recht voreilig zog. Da wurden Blogs eröffnet, mögliche Vermutungen über den Plot gesponnen, Gedichte zum Film-Titel verfasst und man zimmerte zum heiß erwarteten Kinostart Ganzkörperkostüme, die als Thema Schlangen und Flugzeuge vorführten. L.A.’s Bad Ass- Buddy  No. 1, Mr. Samuel L. Jackson, übernahm die Hauptrolle im geplanten Film auch ohne nur eine Drehbuchfassug gelesen zu haben: Leading Actor in einem Film zu sein, dessen Titel „Schlangen in einem Flugzeug“ lautete, war ein unbedingtes Muss!

 

Doch dann der erste Schock für die schon anvisierte Zielgruppe: Um möglichst viele Zuschauer in die Lichtspielhäuser zu locken, sollte der Film ein Teenagerfreundliches PG 13 bei der MPAA erhalten. Ein Aufschrei ging durch das Internet und unter dem Druck  einer „Dreh den Film härter und obszöner!“, fauchenden Masse, stockte man den Gewalt- und F-Wort-Anteil auf der Leinwand auf.

 

Doch was ist denn nun eigentlich bei dem fertigen Film heraus gekommen, den Final Destination 2 – Regisseur David R. Ellis inszenieren durfte? Die Antwort sollte den, vor Freude verschwitzten, Nerdscharen weniger gut gefallen: Da der Titel hier Programm ist, erwartet uns ein dröger Aufguss, der „Airport“-Reihe, dem ein Überzug  namens „Anaconda“ zu Teil wurde.

 

Als Rahmenhandlung, um den Murks in Gang zu setzen dient ein greiser McGuffin: Surfer, der einen Mafiamord beobachtete, kommt in das Zeugenschutzprogramm und soll, vom FBI-Mann (gemimt von Jackson) begleitet, zum Aussagen nach L.A. gebracht werden. Um jenes Vorhaben zu verhindern, haben die fiesen Mafiosi im Frachtraum eine Kiste mit „gedopten“ Schlangen untergebracht, die alsbald in der Luft Amok laufen.

 

Wer sich jetzt immer noch auf ein Trash-Fest der Superlative eingestellt hat, der wird spätestens nach dem ersten Schlangenangriff das große Gähnen erfahren: Den Fokus legt man hier mehr auf die Einzelschicksale einer Truppe und stereotypen Passagieren des Fluges, deren Charakter-Profile so absolut nervig und dröge präsentiert werden, dass es einen die Sprache verschlägt. Hach wie lustig, wenn wir eine doofe Blondine mit Mini-Hund ertragen müssen und den coolen Rapper, der von der Scheinwelt des Musik-Biz berichtet, lauschen. Nebenbei beißen die CGI-Schlangen herzhaft in Pimmel, nackte Brüste  oder entspringen der Kotztüte, die sich jemand vor das Gesicht halten mag. Abgerundet wird das solide inszeniere Desaster mit Schenkelklopfer a la  „ Ich sauge dir nicht das Gift aus dem fetten Hintern“ oder einer flüchtig eingeschobenen Gremlins- Hommage.

 

Unterm Strich ist „Snakes on a Plane“ einer der Tierhorror –Filme von der Stange, die in den abgelegenen Winkeln der Videotheken vergammeln und dessen einzige Berechtigung den Zuschauer auf der großen Leinwand anzuöden durch den Internet-Rummel impliziert wurde.

  2 von 10 Bisswunden  

25.08.2006 um 22:13 Uhr

Die Gezuppelwelt hat Geburtstag....

von: Fabse

...gehabt. Genauer gesagt am 22.08.06 wurde der Blog ein stolzes Jahr alt. Da gratuliere ich mir mal gleich selbst und hoffe auf viele weitere Jahre, in denen es Rezensionen, Kritiken, Gezuppel und sonstiges Popculture-Gedröhne hageln wird. 

 

22.08.2006 um 21:39 Uhr

@my favorite Girl

von: Fabse

 

Baby, do you understand me now?
Sometimes I feel a little mad
But, don't you know that no one alive can always be an angel
When things go wrong I seem to be bad

I'm just a soul whose intentions are good
Oh Lord, please don't let me be misunderstood

If I seem edgy
I want you to know
That I never meant to take it out on you
Life has its problems
And I got my share
And that's one thing I never meant to do
'Cause I love you

Baby, don't you know I'm just human
And I've got thoughts like any other one
And sometimes I find myself, oh Lord, regretting
Some foolish thing, some foolish thing I've done

But I'm just a soul whose intentions are good
Oh Lord, please don't let me be misunderstood

Oh Lord, don't let me be misunderstood
Please don't let me be misunderstood

Baby, do you understand me now?
Sometimes I feel a little mad
But, don't you know that no one alive can always be an angel
When things go wrong I seem to be bad

'Cause I'm just a soul whose intentions are good
Oh Lord, please don't let me be misunderstood

Baby, sometimes I'm so carefree
With a joy that's hard to hide
And sometimes it seems that, all I have to do is worry
And then you're bound to see my other side

'Cause I'm just a soul whose intentions are good
Oh Lord, please don't let me be misunderstood

If I seem edgy
I want you to know
That I never meant to take it out on you
Life has its problems
And I got my share
And that's one thing I never meant to do
'Cause I love you

Oh, baby, don't you know I'm human
I have thoughts like any other one
And sometimes I find myself, oh Lord, regretting
Some foolish thing, some foolish thing I've done

'Cause I'm just a soul whose intentions are good
Oh Lord, please don't let me be misunderstood

18.08.2006 um 22:00 Uhr

Was so passierte während der Fabse sich nicht einloggen konnte

von: Fabse

Ersteinmal entschuldige ich mich bei allen Lesern der Gezuppelwelt für meine verhältnismäßig lange Abwesenheit und den Mangel an neuen Kritiken, Stories und News. Als kleine Wiedergutmachung gibt's heute ein paar aktuelle Neuigkeiten nachgetragen. Vier neue Buchrezensionen und einige Filmkritiken folgen in den nächsten Tagen. Hier also mal der aktuelle Output:

 

Bereits am 31. Juli vermeldete die website www.bollbashers.com offiziell meine Herausforderung zum Boxkampf gegen Uwe Boll. Allerdings behauptete unser aller Lieblings-Doktor Boll ein paar Tage später, dass sich angeblich niemand gemeldet hätte, der es mit ihm aufnehmen wolle. Wer da wohl versucht mit Schwallerei ner ordentlichen Tracht Prügel auszuweichen???!!!!???

 

Prügel verbaler Art teile ich auch gerade in Printform in der neuen Nr. 69 der Persona non Grata aus. Wer also wissen will was dem Fabse so alles zum Thema Hass eingefallen ist und wer ein vorzüglich geratenes Popculture Magazin im Haus haben mag oder einfach nur geil auf den beiliegenden Sampler von Fat Cat Records ist, dem sei vor den Latz geknallt, dass schnellstens der Stammkiosk aufgesucht werden sollte um die neue Ausgabe für 6 Euro käuflich zu erwerben.

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Auch sollten alle Leser der Gezuppelwelt und Sleaze-Fans im Allgemeinen den 14. Oktober im Kalender fett anstreichen, denn da rappelts ordentlich im Geäst! Genauer gesagt könnt ihr mit mir eine kleine Premiere feiern: Mit der "Sex & Sühne"-Box aus dem Hause Epix Media kommt die erste DVD-Veröffentlichung auf den Markt, die offiziell von Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt präsentiert wird! In Zusammenartbeit mit Epix Media, Dark Black Films und Freund Christian Keßler ( Autor wunderbarer Western-, und Europloitationbücher sowie Splatting Image Schreiber) kommt da ein echter Hammer auf die Freunde des abseitigen Films zu! Enthalten sind in der DVD-Box die Filme "Penetration Angst", "Lovesick: Sicklove", "Twisted Sisters" und als Bonus-Film der wunderbare "Drop Out-Nippelsuse schlägt zurück". Als Special Features erwarte euch des Weiteren Kurzfilme von Wolfgang Büld, ein feines Booklet vom Filmgelehrten Christian Keßler, neue Interviews, Fotogalerien und Making ofs. Bei den letzteren drei haben Chris Neumann und ich ordentlich auf die Tube gedrückt und neben Set-Berichten noch einige andere interessante Details an's Tageslicht gebracht. Seid gespannt, was die vier DVDs, die in der Box auf euch warten so alles zu leisten vermögen! Also auf zum Bestellen oder direkt im örtlichen Elektromarkt am 14. erwerben! Pflichtkauf!

sex und sühne