Soulsick & Skindeep

25.05.2008 um 00:17 Uhr

Kristall

von: skindeep   Kategorie: Self-portrait

Nicht an meinen Lippen suchen deinen Mund,
Nicht vorm Tor den Fremdling,
Nicht im Aug die Träne.

Sieben Nächte höher wandert Rot zu Rot,
Sieben Herzen tiefer pocht die Hand ans Tor,
Sieben Rosen später rauscht der Brunnen.

(Paul Celan)

24.05.2008 um 19:42 Uhr

Hello love

von: skindeep   Kategorie: floating.

Wunderbar. In mir. Rastlosleben, tausend Momente komprimiert. Es geht nicht schneller, nur auf kürzere Zeit zusammengepresst. Ein Lächeln im Sonnenschein, ein Tränenausbruch in der Morgendämmerung, Nachtmahre und Innenlebendigkeiten. Alive, so alive. Plötzlich, irgendwie, und doch ganz schleichend langsam kam es. Wandel, zwar mit vielen Rückschlägen, aber ich habe mich verändert. Ich möchte schnell leben, möchte Alles und am liebsten alles zur gleichen Zeit. Möchte hier sein und fort sein. Möchte lachen und weinen und jubeln zugleich. Möchte festhalten und hinter mir lassen. Möchte alles genießen können und nicht stillstehen.

Und dann sehe ich dein Gesicht, dein Lächeln, hinter einer dunkeln Mauer und weiß was Liebe ist. Weiß was ich möchte und nicht bekommen kann. Du bist wieder das Phantombild von einst. Gut so, besser als das ewige Alptraumbild. Sie hat auch von dir geträumt, in der gleichen kalten Nacht. Seltsam. Ich bin nicht die einzige die dich vermisst und zugleich weiß, dass du es keinen Wert mehr hat

Ich bin frei. Und genieße es. Ich schmiede Pläne, die ich wahrscheinlich nie in die Tat umsetzen kann. Aber das macht nichts, denn sie schüren Euphorie. Entfachen Feuer und verhaltene Wildheit. Ich will nicht mehr nachdenken, sondern es einfach machen. Drauflosrennen, springen, berühren. Alles was es zu berühren lohnt. Einatmen. Tief.

18.05.2008 um 23:42 Uhr

Berlin, Berlin

von: skindeep   Kategorie: On the road

Stimmung: fernweh

Immer wieder zieht es mich in die Städte. Zu den Menschen, den Farben, der Hektik. Paris, Moskau, Dublin, Wien, New York, London und nun Berlin. Dabei habe ich die Stille eigentlich sehr gern. Gelegentlich. Nunja, Großstadtkind eben.

Berlin ist anders, hat so viel Atmosphäre. Greifbare, lebendige. Ist groß, weit und dennoch eng. Eine Stadt voller Touristen und trotzdem ist es nicht schwer, dem Trubel zu entgehen. Man muss nur ein paar Ecken weiter gehen, entfernt von kamerablitzenden Sehenswürdigkeit. Dort auf Kopfsteinpflasterstraßen, zwischen schattigen Häusereingängen. Dort wartet mehr. Kleine gemütliche Restaurants, eine Menge Dreck und ausgefallene Geschäfte. Parks mit tobenden Kindern und fahrradgefüllte Hinterhöfe. Erinnerungen an gar nicht so lang vergangene Zeiten, Überreste der Mauer, mittlerweile voller Graffiti aber weiterhin bedrohlich.
In der U-Bahn Station riecht es nach Londons Untergrund, Heimat, irgendwo. Gegenüber von mir beißt sich eine junge Frau nervös auf die gepiercte Lippe, spielt mit den Fingern in ihren gefärbten Haaren und grinst in sich hinein, aus sich heraus. Die Kleider sind alternativ, lässig, betont unangestrengt. Schick, passend. Jung.
Die Menschen sind jung, genau wie die Stadt. Ihr Geist von Geschichte geprägt, ohne eingeengt zu sein. Eine Menge Armut, aber sie wirkt nicht unglücklich. Sie lachen von dreckigen Betontreppen dem blauen Himmel entgegen. Sind echt, viel echter als ich selbst mich fühle. Sind grell, überlebendig. Sie haben wenig Halt, außer sich selbst, ihre erkalteten Zigarrettenstummel und ein paar Hunde. Genügen sich selbst oder tun zumindest so. Sie haben nur heute, heute und wieder heute. Wenig vor und wenig zurück. Sie haben das Leben der ganzen Stadt in sich eingesogen und strahlen es aus, voll und ganz. Gegensätzlichkeiten verbinden sich hier stimmig und wirken einheitlich schön.

Berlin ist einladend laut. Ist Wandel, Aufbruch. Ist Geschichte mit viel Zukunft. Facettenreich. Und vor allem: menschlich.


...Es war so schön mit euch.

18.05.2008 um 23:04 Uhr

Großstadtleben

von: skindeep   Kategorie: On the road

 


 

 

11.05.2008 um 17:07 Uhr

Explosion

von: skindeep   Kategorie: floating.

 

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Matinée. Explosion. Bleu partout. Toujours du bleu; splendide. Le jour qui recommence; qui insiste.
(Michel Houellebecq - Une journée avec elle)
 

11.05.2008 um 00:48 Uhr

Paniktanz

von: skindeep   Kategorie: Alice / Soma

Stimmung: entrückt
Musik: Diary of Dreams - Giftraum

Sintflutgedanken erzeugen eingebildete Schmerzen, ein Pochen hinter der Stirn. Ich habe vergessen was ich wollte, die Gedanken sind unhaltbar und die Stimmung ändert sich mit den vorbeiziehenden Wolken. Glück, Angst, Zufriedenheit, Trauer, Hektik, Einsamkeit, Ruhe, Langeweile, Müdigkeit, Aufregung, Panik. Panikraum. Es ist uneinig in mir.

Es war spät geworden, die Sterne blitzten noch, doch dahinter wurde es irgendwo am Horizont langsam hell. Die Vögel waren schon wach und laut. Unwirklich. Als ich einschlief stahlen sich die ersten Sonnenstrahlen durch mein Fenster. Das Licht des Sommermorgens ist so wunderschön. Ein leises Toben.

Somas Haare sind schwarz. Strähnig. Winzig kleine Samen fallen zu Boden, wenn sie sich kämmt mit träger Hand. Damals, als die Unwissenden ihren Neugeborenen kleine Säckchen mit Mohn gaben, an denen sie lutschen konnten und sich beruhigten. Es gab nicht viele schreiende Säuglinge zu dieser Zeit. Damals wurde Soma geboren. Aber vielleicht lag sie auch schon lange zuvor auf der Lauer, die Naiven zu verführen und die Kinder zum Wahnsinn zu tragen. Soma sitzt mit mir im Panikraum und schreit dann und wann. Bevor sie zur Apathie zurückkehrt.

Es tut weh. In mir. Es wäre sicher einfacher, wenn ich wüsste was. Zuviel. Herzen wiegen schwerer als Gedanken. Es ist stürmisch. Vielleicht hättest du derjenige sein können, der mich hält, heilt. Die Uneinigkeit besiegt. Du bist es nicht. Aber dein Lächeln hat Soma verzaubert. Für ein paar wenige Sekunden vor Sonnenaufgang.

"Damit ich nicht im Schlaf ertrinke..."

02.05.2008 um 00:03 Uhr

Vergiss. nicht

von: skindeep   Kategorie: Monsters under my bed

 

Quelle: www.photokej.wordpress.com/2007/03/31/broken-glass/

 

Erinnerungen sind. scheisse. Dann wenn sie wunderschön, verdammt nah und so unerreichbar sind. Lebendig und doch längst gestorben, verwest. Ein fader Nachgeschmack macht sich breit, unter der Zunge, über dem Herzen. Ich hasse. diese Erinnerungen. Rotiere um die eigene Achse. Sehe die selben Bilder in einer rot-schwarzen Endlosschleife. Alles wiederholt sich, Szene um Szene. Fortwischen wäre das einzig Sinnvolle. Fortwischen, auslöschen. Vergessen, vergessen, vergessen.

Die Musik ist laut und tief und lässt jedes Wort eindringen. Durch und durch und ein Strick um den großen pumpenden Muskel. Nimmt mir nicht nur Kraft sondern raubt auch Schlaf und Atemluft. Zu fest geschnürt. Eigentlich will ich nicht vergessen. Sondern es nur in etwas Gutes wandeln, etwas Emotionsloses. Sie trägt Schleier, die Erinnerung, und ist seltsam grell schwarz-weiss. Happy Birthday. Und fick dich. Es lässt sich nicht gut sehen durch zersplittertes Glas. Ich will die Augen schließen, ohne die Bilder sehen zu müssen, wie einen langen, schlechten Film. Verschwinde endlich.

Raus.aus.meinem.Kopf.