ewige Baustelle im Kopf

02.04.2006 um 00:36 Uhr

Wie Papa die Waschmaschine heilte

von: Ynnette

Irgendwie konnte ich mich noch dran erinnern, das Paps früher für die elektischen Reparaturen im Haus zuständig war und somit auch für die Waschmaschine. Bevor der Elektriker für Teuer Geld kommen müßte, schaute der Mann des Hauses nach den Geräten. Später dann war es der Stammhalter in Form meines Bruders, der alles auseinander nahm und wieder zusammenbaute. Mit dem Unterschied , dass es meinem Bruder relativ egal war, ob die Dinge tatsächlich kaputt waren oder nicht.
Da ich aber auch irgendwann mal mitbekommen hatte, das mein Vater vor seiner Tätigkeit mit Versicherungen irgendwas mit Elektriker gelernt hatte zog ich ihn zu Rate, um meine Waschmaschine wieder auf Vordermann zu bringen.

Die Kosten für einen Mann der die Reparatur oder gar den Verkauf von Waschmaschinen  professionell gelernt hatte, sind schwindelerregend und erstmal nicht vorstellbar.
So hatte ich gestern abend noch bei Paps angefragt und mich für heute mit ihm ihn unserer Waschküche verabredet.

Treu und Zuverlässig  kam er auch und brachte nach echter Reparaturmanier auch gleich das nötige Werkzeug mit.

Tätsächlich schraubte ich dann aber mit meinem ALDI-Werkzeug die Schrauben auf, die nötig sind , um den Trockner von dem unteren Wäschesäuberungsgerät zu befreien.
Artig wie alle Rückenschulen es immer vorbeten, hoben wir brav das Gewicht  aus den Knien, als wir den Trockner herunterhoben. Als die Abdeckung befreit war, schauten wir  unwissend  wie 2 Käufer eines Autos unter die Motorhaube. Eigentlich weiß man nicht, auf was man achten muß. Eigentlich hat man auch überhaupt keine Ahnung, aber der Blick ist obligatorisch und gehört eben dazu.(Macht man halt) Mal ganz davon abgesehen, dass ich dachte Paps hätte sehr wohl Ahnung von dem was wir beide da sahen.
Sein nichtwissendes Outing kommentierte ich arrogant mit einem "Wenn es wenigstens ein Computer wäre, wüßte ich , was was wäre."
- "Naja also Schmauchspuren sehe ich hier nicht." sagte der gelernte Elektriker und schnüffelte am Innenleben. "Das war gestern, da riecht doch jetzt nix mehr," wand ich ein, steckte aber ebenfalls meine Nase Richtung unbekannter Gerätschaft und erblickte mehrere kleine Lebewesen mit für-mich-persönlich-zu-vielen-Beinen-dran. "Wenn die hier leben, kann ja nichts explodiert sein."
 
Noch in der Konzentration vertieft, das Innenleben zu erkunden nahm ich eine Handbewegung von meinem Erzeuger war. Wie ein Schamane fuchtelte er böse-Geister-vertreibend die Arme Richtung Waschmaschine. Ich begann ebenso zu grinsen wie er und überlegte Räucherstäbchen zu holen. Paps lachte und ich erkannte, dass er eigentlich nicht weiter wußte. "Probieren wir doch mal den Strom anzumachen. Mal schaun was passiert."
 
Stecker in die Wand, Tür geschlossen und am Rädchen gedreht. Das Lichtlein blinkte und ich patschte mir gegen die Stirn... "Es leuchtet!" Sogleich starteten wir einen Probelauf mit wieder angeschlossenem Wasserzulauf. Es funktionierte einwandfrei. - "Ha! Meine heilenden Hände!" Ob es nun an Murphys Gesetzen, den Vorführeffekt oder an Paps heilenden lag, war mir eigentlich schnurz Piep egal. Lassen wir den alten Mann in seinem Glauben, Hauptsache die Waschmaschine geht wieder. Er fühlt sich für diesen Tag gut, ich glaube wieder an den 1. April und klopfe auf Holz, das die Maschine noch ein paar Monate weiterlebt.

Diesen Eintrag kommentieren