Anfang 40

27.03.2011 um 09:32 Uhr

Manchmal holt uns die Vergangenheit ein.

von: aenne

Auf einmal war er da, der Schmerz, den ich erlebte in meinen vergangenen Liebesbeziehungen. Ich habe Angst, das alles nochmal durchzumachen. Seit gestern nachmitag heule ich rum, bin nervös und unleidlich. Geschlafen habe ich schlecht. Heute scheint die Sonne, nur daran freuen, kann ich mich nicht. Ich glaube an die Liebe, keine Frage und trotzdem bin ich jetzt auf dem besten Wege, mich vor ihr zu verschließen.

26.03.2011 um 08:32 Uhr

Guten Morgen.

von: aenne

 

Trüb

der Morgen

Sonne im Herzen

du denkst an mich

angenehm.

25.03.2011 um 23:51 Uhr

Was so alles passiert.

von: aenne

Eben habe ich sämtliche Papierflieger meines Sohnes vom Wohnzimmerboden, welcher heute Nachmittag als Start- und Landebahn umfunktioniert wurde, aufgehoben. Vorher habe ich noch einen Blick auf das Ohr meiner Tochter geworfen, welches am Abend mit einem Industrial-Piercing ausgestattet wurde. - Damit hat sie meine ganze Feierabendplanung übern Haufen geworfen, ich mußte ja als Erziehungsberechtigte mit. - Zu Hause wieder angekommen, es war schon dunkel, habe ich dann doch noch meine persönliche Joggingsaison eröffnet. Leider nur mäßig erfolgreich, nach 15 Minuten habe ich aufgehört meinem Körper schnellere Laufbewegungen zu zumuten, denn mir tat auf einmal das linke Bein weh. Ich werde alt. Eine Tatsache, der ich ins Auge schauen muß, auch wenn ich mich noch nicht so alt fühle. Ach, und die Krönung des Tages - mein Ex-Mann, ich und unsere beiden Kinder saßen bei Mc Doof zusammen an einem Tisch. Der Zufall wollte es, das ich mit unserer Tochter bei Mc aufschlug und er mit dem Kleinen wenige Minuten später (ihn brachte ich bevor ich mit Sophie zum Piercen fuhr, beim Papa vorbei). Wahnsinn, er ließ keine Bösartigkeiten ab - und so kam es, dass zwei erwachsene Menschen an einem Tisch saßen und sich wie erwachsene Menschen verhielten. Das Schönste daran, der Kleine hat diesen Familienaugenblick genossen. Wird nun vielleicht wirklich alles gut? Also, dass wir es hinkriegen gemeinsam Eltern zu sein? Ich will diese spontan entstandene Situation nicht überbewerten, aber ich will sie würdigen, weil ich denke, dieses kurze Miteinander hat uns allen gut getan.

24.03.2011 um 22:33 Uhr

Ein besonderer Tag

von: aenne

Ich fühle mich leicht, der Gedanke an dich zaubert mir ein Lächlen ins Gesicht, das Picknick war wunderschön und dieser sonnige Tag, wie gemacht zum Verlieben. Wir haben geredet und uns verstanden, gleiche Gedanken überraschten uns und machten alles so angenehm. Ein schönes Gefühl trug uns beide, als wir uns umarmten, küßten, an den Händen hielten. Sehnsucht macht sich in dir breit, ich weiß. Ich denke lieb an dich. 

23.03.2011 um 06:38 Uhr

Sonne

von: aenne

Heute wird wieder ein wunderschöner Frühlingstag. Ich sehne mich unbändig danach, die Sonne zu spüren. Ich sehne mich danach, in den Armen gehalten zu werden und doch will ich es nicht. Plötzlich sind drei Männer in meinem Leben, zwei alte, ein neuer, die mich mögen, die mich vermissen und doch alle nicht über ihren gebundenen Schatten springen können. Das hält mich wohl auch zurück, bei ihm, dem Neuen. Was mit den anderen Beiden war, weiß ich und es wird auch bei "war" bleiben. Ich bin erstaunlich ruhig. Ich werde warten und anfangen zu lernen, Liebe zu erhalten. Ganz viel davon, wenn´s geht, denn ich habe Nachholebedarf, unbändigen. So wie meine Lust auf Sonne.

22.03.2011 um 21:35 Uhr

Wenn frau sich verarscht fühlt.

von: aenne

Ich habe mich gerade mit Karamellgebäck und Schoko-Milch-Löwen vollgestopft, denn von meinem "Zumba"-Kurs fühle ich mich heute völlig kaputt und dann habe ich mich auch über meinen Mobilfunkanbieter tierisch aufgeregt. Ich werde ihm die Freundschaft kündigen, also sprich meine langjährige Kundentreue, wenn die Kundenhotline nicht hält, was sie verspricht. Ich bin stinksauer, ich fühle mich betrogen und das habe ich heute auch der Dame von der Kundenbetreuung gesagt. Wie kann es denn sein, dass mir andere Konditionen per Telefon genannt werden, die dann nicht der vertraglichen Realität entsprechen? Nun will man schauen (die Dame hat meine Beschwerde aufgenommen und will sie weiterleiten), wie sich das regeln läßt. Sie war auch sichtlich betroffen. Bis Donnerstag, habe ich gesagt, sonst widerrufe ich und kündige den Rest. 

Ich gehe jetzt in die Badewanne und genieße. Vielleicht nehme ich noch was Alkoholisches mit, zum Runterspülen. Ich bin müde, der Tag war heute echt anstrengend.

20.03.2011 um 09:43 Uhr

Sonntagselfchen (2)

von: aenne

 

Waffenstillstand

alles schön

sich sehr bemühen

verbiegen um zu behalten

mutlos.

 

Diese Zeilen widme ich meinen Eltern. So stellt sich für mich die Situation dar, wenn ich mit ihnen telefoniere. Und ich weiß selbst nicht, was ich ihnen wünschen soll, was ich für sie hoffe. 

20.03.2011 um 09:37 Uhr

Sonntagselfchen

von: aenne

 

Sonne

gut geschlafen

gemütlich Milchkaffee trinken

freue mich auf den Tag

ausgeglichen

19.03.2011 um 22:43 Uhr

"Du machst mich real."

von: aenne

.....sagt die Sehnsucht zu der Liebe. (suicide.society) Ein Spruch aus meinem bookrix-Buchmesse-Glückskeks, welcher beim sofortigen und gierigen Aufreißen meinerseits einer interessierten Dame am benachbarten "Focus"-Stand direkt vor die Füße flog. Der verständnisvolle "Focus"-Mann reichte mir eine Abfalltüte für meine Glückskeks-Krümmel. Und ich, etwas peinlich berührt, holte mir gleich einen neuen Glückskeks, schließlich mag ich die sehr gerne knuspern. Aus dem flatterte nun folgender Spruch: "Versuche das Glück nicht festzuhalten, denn das Glück hält dich." (lemmy1211) Wow, diese Leipziger Buchmesse offenbarte mir ein Zeichen nach dem Anderen. Gleich in der ersten Halle wurde mir das Magazin "Neues Leben" (nicht zu Verwechseln mit dem gleichnamigen heißbegehrten DDR-Magazin) in einer Sonderausgabe "So gelingt Liebe. Die besten Tipps für Ihre Partnerschaft" überreicht. Wenig später stolperte ich am Stand des Hirt-Verlages Leipzig vorbei. Meine Augen focosierten nur dieses eine Buch mit dem Titel "Sachsen Sex". Und da die Autorin auch gleich anwesend war, ließ ich es signieren - ganz persönlich natürlich. Bei dem Spruch wurde sogar der anwesende Verlagsmitarbeiter neidisch: "Damit der Sex phantastisch bleibt." Ich kann nur sagen, wer sächisch mag, wer Sex mag und wer Satire mag, sollte unbedingt in diesem kleinen Büchlein blättern. Aber mit den Zeichen hörte es nicht auf. Eine freundliche Messefrau fragte mich im weiteren Verlauf meines Messebesuches, ob ich auf erotische Lesproben Lust hätte (Na klar, her damit!) und ein angegrauter Sachse gab mir den Tipp, ich sollte mir nicht länger den ORWO-Kalender und Konsum-Kalender (beide erinnerten mich an längst vergangene Zeiten) anschauen, sondern den daneben, den mit de Männersch. Oh, ich glaube, es wurde Zeit, die Halle zu wechseln! Endlich tauchte ich ein, in die Literatur, die über die LIEBE schreibt. Ich blätterte in Coelhos Büchern "Schutzengel" und "Der Sieger bleibt allein". Ich las in zwei anderen Büchern, wo ich mir leider nicht Autor und Titel merkte, aber beide waren sehr erfrischend. Und ich traf auf "Leon und Luise" von Alex Capus. Schon beim Lesen des Covers bekam ich Gänsehaut. Ein Buch über eine Liebe und über "achtundsechzig Jahre im Leben zweier Menschen". (Ich kannte diesen Titel bereits von Jaris Blog und ich befand schon damals, das dieses Buch mich interessiert.) Ich habe es mir heute mitgebracht. Und was noch? Natürlich habe ich meinem Sohn ein spannendes "echte helden"-Buch gekauft - "Im Labyrinth der Silberspinnen" und meine Tochter hat sich wieder was von Kerstin Gier zugelegt. Die Bücher findet sie einfach cool. Was nicht so cool war, waren diese Menschenmassen, überall Menschen, Straßen von Menschen, Gruppen von Menschen und Schalngen von Menschen, vorallem weibliche vor den Toiletten. Ich mag das nicht. Aber bei Messen ist das nun mal so. Deshalb war ich froh, als wir beide einstimmig beschlossen, diese Hallen zu verlassen. Das Leipziger Messegelände ist toll, gut zu erreichen und zwischen den Hallen gibt es Freiflächen, um frische Luft, und heute auch Sonne tanken zu können. Und die gläsernen Verbindungsgänge zwischen den Hallen lockern den Gesamteindruck von dem vielen Blech auf. Natürlich gab es auch jede Menge Lesungen und Gespräche mit Autoren, wenn man das wollte. Wir wollten nicht. Aber was wir wollten, war hinterher noch einen IKEA Hotdog essen, etwas Mädels-Shopping betreiben und Sushi essen. Die Heimfahrt war problemlos und ein hell erleuchteter, wunderschöner Mond begleitete uns bis nach Hause. Mit diesem Eintrag geht ein nun ein wunderbarer Tag zu Ende und eine liebe Gute Nacht SMS von einem lieben Menschen läßt mich jetzt bestimmt gut schlafen.

19.03.2011 um 21:35 Uhr

Das möchte ich festhalten (2).

von: aenne

Eben habe ich gedacht, ein Mann muß mir nichts bieten, so wie es möglicherweise andere Frauen erwarten, wie z.B. die Einladung in ein teures Restaurant. Für mich wären eine Decke im Grünen und eine Flasche Wein Luxus genug. Nur eines darf nicht fehlen, die Zuneigung und Liebe zu dem Mann, mit dem ich diese Decke teile. Und genau da liegt wohl der Hase im Pfeffer. In vielen Beziehungen, egal ob Paarbeziehung oder Eltern-Kind-Beziehung, wird von der einen Seite erwartet und von der anderen Seite geboten. Und wenn wir genauer hinsiehen, können wir erkennen, dass mit diesem Verhaltensmuster nur eines kompensiert wird - der Mangel an einem Gefühl, was wir alle brauchen: "Ich liebe dich um deiner Selbstwillen".

18.03.2011 um 22:16 Uhr

Das möchte ich festhalten.

von: aenne

Warum erlaube ich einem Mann, dass er mich küßt. Und warum ich bin anschließend darüber erschrocken? Und warum war auf einmal der Gedanke da, dass ich D. hasse? D., ich frage dich: "Warum kreuzt du noch immer meine Gedanken, wo du doch nicht zu mir stehst?" Das mit D. ist vorbei. Aber das mit der Liebe, also meine Suche nach Liebe fängt mit diesem Ende wieder an. Ich glaube, sie hängt in meinem Herzen fest und mein Leben findet immer wieder den Weg zu ihr. Mir wird bewußt, irgendwann wird sie bleiben, wenn ich keine Angst mehr vor ihr habe. Denn im Geben bin ich gut, theoretisch, wie praktisch. Nur im Nehmen brauche ich noch viele Nachhilfestunden. Nur dafür muß ich bereit sein. Wann wird das ein? Auch wenn mich diese Erkenntnis gerade aufwühlt, so stelle ich aber beruhigend fest, dass auch mit Dreiundvierzig die Liebe noch Lebensinhalt sein kann und nicht nur Fernsehserien und QVC. Und darüber bin ich echt froh!

17.03.2011 um 22:02 Uhr

Ich freue mich

von: aenne

..., weil ich diese Woche mit einer Kollegin beim Thüringer Bücherfrühling war und wir herzlichst gelacht haben. Dieser Abend war so unterhaltsam, dass wir uns gleich für eine der nächsten Buchlesungen in unserer Stadt verabredet haben. Und auch, weil es einfach schön war, mal als Erwachsener vorgelesen zu bekommen. Diese angenehme Empfindung hatte ich bereits schon bei anderen Buchlesungen - gestreichelt von Buchseiten und einer Stimme. Eine Buchlesung, ein ganz besonderer Genuß. Und weil Bücher etwas sehr Bereicherndes sind, besuchen meine Tochter und ich am Samstag die Leipziger Buchmesse. Ich war noch nie da und daher ist die Vorfreude auf diese literarische Reise besonders groß. Einen weiteren Freudenpunkt in meinem Alltag setzte heute der Mann, der mir gestern morgen die SMS schrieb. Wir telefonierten eine Stunde. Es war so gut mit ihm zu reden, so vertraut, so offen. Zurück blieb keine Verwirrung, "nur" ein angenehmes, freudiges Gefühl. 

16.03.2011 um 22:29 Uhr

März 2010

von: aenne

Ich wollte gerade in meinen Einträgen vom März 2010 stöbern, nur gibt es keine. Ich erinnere mich jetzt noch sehr lebendig daran, dass ich damals keine Kraft fand, hier zu schreiben. Es war so, als wären meine gesamten Gedanken ausgespült, ausgetauscht gegen eine Leere im Kopf und einen unendlichen Schmerz in meinem Herz. Ich weiß nicht mehr, wie ich dann im April den Anfang wieder gefunden habe. Nur eines weiß ich sehr bestimmt, das Schreiben hier im Blog tut mir gut. Es ist mir wichtig geworden, es wurde ein Bedürfnis, ein Stück Lebensinhalt. Mit dem Schreiben von Einträgen teile ich mich mit, lasse andere Menschen teilhaben an meinem Leben, meinen Erfahrungen und Erlebnissen. Aber in erster Linie schreibe ich hier für mich selbst. Ich denke, es ist wichtig, dass wir etwas in unserem Leben haben, was wir für uns tun, dass wir uns selbst etwas Gutes tun. Es ist keineswegs egoistisch, wenn wir uns darauf besinnen, dass wir mit unseren Kräften haushalten müssen, um für die Menschen dasein zu können, die uns brauchen, die wir lieben. Und auch wenn sich die Bügelwäsche türmt, werde ich mich jetzt ohne schlechtes Gewissen in die Kissen kuscheln. Ich wünsche allen eine gute Nacht.

16.03.2011 um 18:53 Uhr

Das Leben nicht verschieben.

von: aenne

Jeden Tag erleben wir Leben. Nur liegt es an uns selbst, wie wir es wahrnehmen. Die einen lassen es verstreichen und warten darauf, dass sie endlich in den Ruhestand gehen können, um dann zu leben. Dann gibt es Menschen, die wollen erst leben und dann Kinder haben. Andere möchten sich zunächst ein finanzielles Polster und eine materielle Basis schaffen - für ihr Leben. Und was ist dazwischen - kein Leben? Oh doch, dazwischen ist auch Leben, ganz viel sogar, wenn es gelingt, die alltäglichen Momente als Augenblicke unseres Lebens zu schätzen, sie etwas Besonderes werden lassen. Ich denke gerade daran, weil es heute wieder so eisig war und wir am Samstag (mein Sohn und ich) bei frühlingswarmen Temperaturen das Auto putzten. Anschließend schleckten wir in der Sonne sitzend, ein lecker Softeis. Ich genoß und mein Kleiner war happy. Oder am Sonntag. Ein Freund rief an und wir trafen uns am späten Nachmittag spontan auf ein Bier am Waldesrand. Wir setzten uns für ein halbes Stündchen auf einen Hochsitz und redete über Japan, die Liebe und Beziehungen. Hach, dass war so schön und er freute sich, das ich Zeit für ihn hatte. Dieses Dankeschön berührte mich, denn es ist scheinbar nicht immer selbstverständlich, dass wir für Andere Zeit haben. Oder gestern. Meine Tochter war mit ihrer Klasse zum Musical nach Hamburg gefahren. Sie ließ mich an ihrer unendlichen Freude teilhaben. Ich bin so froh, dass ich ihr dieses Erlebnis finanziell ermöglichen konnte. Oder heute. Ein Mann, den ich schon längere Zeit kenne, schickte mir am Morgen eine SMS und wünschte mir einen schönen Tag. Er zauberte mir ein Lächlen ins Gesicht. Und morgen? Wird es auch wieder Augenblicke geben - meine Augenblicke, weil ich das Leben nicht verschieben möchte.

13.03.2011 um 09:16 Uhr

Vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Japan

von: aenne

Wenn unser Leben in seinen Grundfesten erschüttert wird, dann zählt nur noch das Leben in seiner Ursprünglichkeit. Materielles wird unwichtig. Und nur die Solidarität der Menschen untereinander, vermag in dieser Not Brücken der Hilfe zu schlagen.

Wir alle sind nur Gast auf dieser, unserer Erde. Bei allem Streben nach Macht und Geld ist uns die Demut verloren gegangen. Denn wir haben nur diese eine Erde.

13.03.2011 um 00:15 Uhr

Wo fange ich an zu erzählen? (3)

von: aenne

Ich hörte vorhin mit schreiben auf, nicht nur wegen meiner Tränen, auch weil ich noch unschlüssig war, ob ich noch ausgehen wollte. Ich entschied mich zu Hause zu bleiben, nicht nur, weil ich keine  Lust hatte, nochmal los zu toben, sondern weil ich auch fühlte, lieber hier zu bleiben. Samstag vor einer Woche lag ein guter und abwechslungsreicher Tag hinter mir und dennoch lag am Abend eine eigenartige Stimmung auf mir, die ich nicht hätte beschreiben können. Daher habe ich in meinem Eintrag nicht davon berichtet. Aber noch spät abends schrieb ich D. eine Mail. Ich hatte das Gefühl, ihm erzählen zu müssen von meiner Sicht auf das Leben, von der Liebe ohne Beziehung und von dem Glück, wenn wir einem Menschen begegnen, der in uns eine Seite zum Klingen bringt, die wir bisher noch nicht kannten. Seit dieser Mail habe ich nichts mehr von ihm gehört. Es macht mich traurig. Aber ich fühle, ich sollte nicht mehr an diesem Schweigen rütteln. Nur eine SMS am Mittwoch sagte ihm, was mir noch wichtig war. - Deshalb bin ich heute auch nicht ausgegangen, ich wäre ihm wahrscheinlich begegnet.    

Meine Sicht aufs Leben hat sich verändert, verändert in den letzten Jahren, allerdings nicht erst mit der Trennung von meinem Mann. Aber die Trennung, so kann ich es heute mit Bestimmtheit sagen, war der Richtungswechsel in meinem Leben. Was damals noch so aussah, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen und mein behaglicher Lebensplan durchkreuzt, stellt sich im weiteren Lebensverlauf als Chance für Lebensmut, Lebensfreude und Lebendigkeit dar. Ich will auf keinen Fall diese Krise verharmlosen und ich wünsche Niemanden eine Scheidung durchmachen zu müssen, aber mir wurde dadurch mit Mitte dreizig eine andere Art des Lebens geschenkt. Es wurde zwar ein Leben mit zeitweiser Überforderung einer alleinerziehender Mutter bei gleichzeitiger Berufstätigkeit, ein Leben mit chronischem Geldmangel, ein Leben mit der Suche nach der Liebe, nach Freundschaft und Partnerschaft, aber vorallem wurde es eines, ein Leben mit einer großen Zufriedenheit darüber einfach zu leben. Diese Erkenntnis steht am Ende von Erfahrungen und Erlebnissen, von Höhen und Tiefen, von Freuden und Entttäuschungen. Ich will das alles nicht missen, denn durch all das habe ich gelernt, wie es sich anfühlt, wenn ich im Herzen glücklich bin. Und dieses Wissen wird mein Wegbegleiter für die kommenden Jahre sein. Letztlich waren es die Begegnungen mit Menschen, die ich nie hätte so erleben können, wenn ich den Kopf in den Sand gesteckt hätte. Einige von ihnen sind immer noch an meiner Seite, Andere haben sich verabschiedet, Manche haben nur meinen Weg gekreuzt und zwei von diesen Menschen sind für immer gegangen. - Irina und Mike, ich denke an euch. -

12.03.2011 um 19:10 Uhr

Wo fange ich an zu erzählen? (2)

von: aenne

Als ich vor zwei Wochen meine Eltern besuchte, war ich an einem Nachmittag mit meinem Paps allein unterwegs. Wir genossen die Fahrt über Land und er erzählte mir, dass er eine Freundin hat. Er erzählte nicht sehr viel und ich sagte nicht viel. Und ich fragte nicht. Komischerweise war ich nicht überrascht und nicht sonderlich betroffen. Ich hatte bereits dieses intuitive Gefühl. Was mich überraschte, war seine Offenheit und Eindeutigkeit, die mir keinen Zweifel ließ, das er ernst macht, wenn sich in seiner Ehe mit meiner Ma nichts zum Positiven ändert. Ich weiß, was er meint. Meine Ma ist eine dominante Frau. Es zählt nur ihre Meinung. Und auch mir, hat sie nie das Glefühl gegeben, Verständnis für mich zu haben, sich für mich zu freuen, mich zu verstehen. Eine seelische Unterstützung habe ich in ihr nie finden können, leider. Sie hat immer nur von mir erwartet so zu sein, wie sie sich ihre Tochter vorstellte. Und genauso war sie auch zu meinem Paps. Ich habe mich immer gefragt, wie er das aushält und warum er das aushält. Es wäre jetzt nicht fair nur negativ über meine Ma zu reden, denn sie hat auch gute Seiten. Sie ist meine Mutti, ja so sage ich zu ihr. Wie ich zu meinem Paps Vati sage. Ich liebe sie beide und möchte auch keine Unterschied machen, wenn es wirklich zu einer Trennung kommt. Und die Gründe dafür, geht nur beide an. Aber seitdem ich das weiß, denke ich oft daran, warum Menschen als Paar zusammen bleiben. Und sie tun mir leid diese Menschen, die aus Feigheit und Bequemlichkeit in Beziehungen verharren oder die darauf warten, endlich Zeit fürs Leben zu haben. Es bekümmert mich und das war auch der Grund, warum ich nie gern zu meinen Eltern gefahren bin (Es aber trotzdem tat, nicht aus Pflichbewußtsein, sondern weil ich sie gern habe.), wenn Menschen nebeneinander herleben, wenig oder keine Herzlich- und Seligkeiten zu spüren sind und nur noch die Jahre, die einander verpflichten, zusammenhalten. Und genau diese Gedanken bewegen mich. Ich denke an D.. Er erzählte nie viel von seiner Ehe, aber ich spürte, dass seine Zufriedenheit nichts mit Glücklichsein zu tun hatte, eher mit Verdrängen seines Sehnens nach Zuneigung und Wärme. Warum lassen Menschen zu, ihr Leben vorbeiziehen zu lassen, warum warten sie, bis es fast zu spät ist für einen Kurswechsel, warum betrügen sie sich selbst? Warum begreifen so wenige von uns Menschen, dass nicht das Leben zu uns kommt, sondern es schon da ist und darauf wartet mit unseren Augenblicken gefüllt zu werden?  

12.03.2011 um 09:44 Uhr

Wo fange ich an zu erzählen?

von: aenne

Ich entscheide mich für diesen Augenblick. Der Kleine schaut die "Pfefferkörner" und ich sitze mit einem Milchkaffee vorm Computer. Die Sonne strahlt durch die ungeputzten Fenster (Ich muß mal einen Haushaltstag planen!) und Katerchen rollte sich nach seinem nächtlichen Ausflug auf der Couch zusammen. Am Morgen wachte ich auf und schaute in die Augen meines Sohnes. Das war so schön, ich fühlte mich glücklich. Er hat heute Nacht bei mir geschlafen und beide lagen wir noch ruhig nebeneinander und hingen wohl unseren Gedanken nach. Eine Stille, die ich genoß. Denn sonst will er immer sofort aufstehen, egal ob er in seinem oder meinem Bett schläft. Wir kuscheln oft miteinander. Ich glaube, es ist wichtig für Kinder, sie brauchen unsere Geborgenheit. Und es ist schön, Geborgenheit zu geben. Gestern morgen bin ich mit unangenehmen Augenzucken im Oberlid aufgewacht. Ich habe gleich Magnesium genommen, aber es hörte nicht auf, denn es lastet was auf meiner Seele. Einwenig besser ging es mir dann am Nachmittag. Ich habe B. angerufen und wir haben geredet, wir haben gelacht. Und das tat mir gut. Auch wenn ich nicht über das reden konnte, was mich zur Zeit wirklich belastet - meine Eltern. Aber ich weiß, ich kann mit ihm darüber reden. Und ich glaube, das brauche ich irgendwann auch mal, weil ich merke, wie sehr ich diese Sorge in mir eingrabe, nicht an mich ranlasse. 

Ich werde den Eintrag später fortsetzen.....

08.03.2011 um 16:10 Uhr

Egal ob jung, ob alt.

von: aenne

Liebe fragt nicht.

Liebe wägt nicht ab.

Liebe passiert.

Liebe ist einfach da.

Liebe läßt sich nicht verhindern.

Liebe läßt sich nicht erzwingen.

Liebe läßt sich nicht erarbeiten.

Liebe ist im Herzen.

Liebe wärmt.

Liebe ist ein zu hause.

Liebe beschenkt.

Liebe ist ein Geschenk.

Liebe kann loslassen.

 

 

 

07.03.2011 um 20:27 Uhr

Wissen

von: aenne

Üblicherweise ist es so, dass ich wissen muß, um zu verstehen. Nur momentan erlebe ich in meinem Leben etwas anderes. Ich muß nicht wissen, um zu verstehen. Ich brauche nicht wissen, um zu verstehen und ich will auch nicht wissen. Ich glaube, ich bin mit dieser Situation überfordert. Ich will nicht zwischen den Stühlen sitzen und ich will nicht Schiedsrichter sein müssen. Ich will nicht, dass Beide um meine Gunst buhlen. Ich möchte nur meine Meinung sagen dürfen, wenn sie wirklich gefragt ist und helfen, wenn ich wirklich kann.  -Bei meinen Eltern kriselt es ganz heftig.-   *seufz*