Schatten sind viele

24.10.2005 um 17:10 Uhr

Von Zwängen und Wundermitteln

von: Alcide

Wieder ein einsames Wochenende. L. ist in Deutschland, Th. noch auf Hochzeitsreise, und irgendwelche Halbbekanntschaften würde ich nie anrufen. Immerhin lernte ich gut, und putzte mal so richtig durch die Wohnung… Wenigstens hat sich G. gemeldet und so kam er kurz vorbei, und brachte mir vier Flaschen von dem Noni-Saft mit, den ich bei ihm angefordert hatte. Das ist so ein elendig teurer Saft aus der Südsee über dessen Wirksamkeit die Meinungen auseinander gehen. Diejenigen, die ihn benutzen (und auch bezahlen) schwören zumindest darauf. Habe ihn schon vor einem Jahr mal für ca. drei Monate genommen (jeden Tag ein Schnapsglas und es schmeckt widerlich), und das allgemeine Wohlbefinden war in der Tat gesteigert und ich nahm auch ein ganzes Kilo zu, aber ob’s jetzt genau daran lag kann man ohnehin nie sagen… Wie auch immer, irgendwie mag ich diese Experimente…

Sah in der Nacht die Stifter-Doku von Kurt Palm im ORF. Mit Stifter würde ich mich ja auch gerne mehr auseinandersetzen, aber dazu fehlt mir im Moment die Zeit. Aber was ich ganz witzig finde ist, dass Stifter ebenso wie ich dazu neigte, sich Übersichten und Aufzeichnungen über eigentlich ganz uninteressante Dinge zu machen. Stifter notierte penibelst, was er gegessen hat oder wie lange er an einem Bild gemalt hat… Ich schreibe meine Aufsteh- und Bettgehzeiten, mein morgendliches Gewicht oder die Lesedauer von Büchern auf, und errechne mir dann die monatlichen Durchschnittswerte, eben einer dieser harmlosen, kleinen Zwänge…


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