Where Rainbows End.... x3

29.01.2011 um 01:58 Uhr

~> Können sich Menschen ändern?

Können sich Menschen wirklich ändern?

Sie können ihr Handeln verändern und ihre Worte, doch auch ihre Gedanken und Gefühle?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenameamagao schreibt am 29.01.2011 um 02:32 Uhr:Ja. Wobei "ändern" ein starkes Wort ist. Ich würde eher sagen: bewusst in eine andere Richtung lenken.
  2. zitierensternenschein schreibt am 29.01.2011 um 04:35 Uhr:Ja, eindeutig. Mit der Zeit ändern sich auch die Gedanken und die Gefühle teils auch. Es braucht aber wirklich seine Zeit.
    Einige Veränderungen sind nur kurzfristiger Art, oftmals nicht von Dauer, andere vollziehen sich langsam und verfestigen sich mit der Zeit und der Erkenntnis.
    Auch das Selbstbild ist da beteiligt, es kann sich auch mit Zeit verändern und damit auch das fühlen, denken und die Wahrnehmung der Welt um uns herum.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  3. zitierennacktschnecke schreibt am 29.01.2011 um 09:48 Uhr:Ich denke, wir verändern uns ständig. Unser ganzes Leben lang, unter immer neuen Ereignissen, Herausforderungen und den Erfahrungen die damit einher gehen. Das macht doch eigentlich das Leben aus. Vieles würde man heute ganz anders machen als vielleicht noch vor 2 Jahren. Veränderung ist Leben und Leben ist Veränderung.
  4. zitierenChrisl schreibt am 29.01.2011 um 10:09 Uhr:ich denke auch, dass wir uns permanent verändern. unsere eigenen veränderungen nehmen wir nur nicht so aktiv wahr. wir verändern uns kontinuierlich. und in manchen situationen wird uns bewusst, dass wir früher anders regiert oder gefühlt hätten. manchmal erkennen wir auch, dass etwas, dass uns vor monaten, wochen oder jahren berührt und unheimlich verletzt hätte, unwesentlich geworden ist. :)
  5. zitierenShakespeare_Romeo schreibt am 29.01.2011 um 11:39 Uhr:Die Persönlichkeit bleibt, nur das Verhalten ändert sich (mal irgendwo gelesen)
  6. zitierenaloneone schreibt am 30.01.2011 um 10:16 Uhr:Ja, ich denke, sie können sich ändern. Man reift, gewinnt jeden Tag an Erfahrung dazu... wird dadurch geduldiger (ok, nicht immer *fg), setzt Prioritäten anders...

    Ich würde von mir sagen, dass ich ein anderer Mensch bin, als ich mit 20 war. Obwohl einige Grundcharakterzüge natürlich immer bleiben.
  7. zitierenangelmagia schreibt am 30.01.2011 um 13:24 Uhr:Ja, so habe ich auch immer gedacht, wie ihr das alle seht. Momentan bin ich irgendwie "dazwischen", zwischen es geht und es geht nicht.

    Wir verändern uns durch unsere Erfahrungen, definitiv. Aber werden wir dann nicht eher davon verändert als dass wir uns selbst verändern? Das liegt doch nicht in unserer bewussten Entscheidung, dass wir etwas daraufhin so oder so machen.

    Und wenn man sein Verhalten ändert, ändert man sich doch nicht als Mensch? Man bleibt man selbst. Man behält doch seine Gedanken und Gefühle?
  8. zitierenkassastra schreibt am 30.01.2011 um 14:55 Uhr:Ich denke nein, man kann sich nicht ändern/verändern.

    Nicht umsonst gibt es den Spruch: Man kommt einfach nicht aus der eigenen Haut.

    Man verändert vielleicht sein Denken, durch Lebenserfahrung usw. Aber man kann nicht sich selbst ändern. Man bleibt, der man ist. Also ich sehe es so wie du.
  9. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 15:26 Uhr:"Das liegt doch nicht in unserer bewussten Entscheidung, dass wir etwas daraufhin so oder so machen."

    Das hieße, wir sind Reiz-Reaktions-Wesen ohne freien Willen...?
  10. zitierenangelmagia schreibt am 30.01.2011 um 16:39 Uhr:Nein, wir haben einen freien Willen.
    Das glaube ich schon.

    Aber du kannst doch auch nicht sagen, ich möchte jetzt das und das fühlen oder das und das denken.
    Das liegt nicht in unserer Macht, meiner Meinung nach.
  11. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 16:44 Uhr:Man kann Denken und Fühlen beeinflussen.
    z.b. wenn es mir schlecht geht und ich konzentriere mich auf ein schönes Bild, das für mich Ruhe, Gelassenheit und Frieden ausstrahlt, so kann ich dadurch erreichen, dass ich diese Gefühle empfinde. Ich kann nicht einfach einen Schalter umlegen, nein. Aber ich kann an Rädchen drehen, regulieren. Manchmal klappt es besser, manchmal schlechter - aber könnte ich meine Gefühle und mein Denken nicht beeinflussen, wäre jede Therapie ja im Keim sinnfrei ^^.
  12. zitierenangelmagia schreibt am 30.01.2011 um 17:34 Uhr:Du kannst nicht beeinflussen, wen du liebst, wen du nicht magst, wenn du enttäuscht bist.
    Für den Moment kann man das Fühlen vielleicht beeinflussen, doch nicht auf Dauer.
    Mit dem glücklich und unglücklich sein mag das funktionieren, aber es gibt so viele Gefühle bei denen das nicht geht.

    Und das Denken für einen Moment beeinflussen, heißt nicht, dass es auf Dauer beeinflusst und verändert ist. Manchmal ist es nur Selbstbetrug für einen Augenblick.
  13. zitierenNasoetwas schreibt am 30.01.2011 um 17:40 Uhr:Man kann ANDERE nicht ändern, man kann nur sich selbst ändern. (Das setzt voraus, dass man seinen Charakter kennt.) Mancher lernt erst spät sich selbst zu erkennen. Manchmal merkt ein Mensch nicht, dass er sich verändert.

    Man lernt im Leben mit der Zeit zu gehen. Das erfordert auch ANPASSEN,UMDENKEN. Man verändert sich ständig.



    Aber kann aus einem Sanguiniker ein Choleriker oder ein Phlegmatiker werden? Aus Narzissmus Alturismus?

    Gefühle:
    Gefühle beeinflussen kann man das? Man kann vom Kopf her ein klein bisschen regeln und etwas für sich POSITIVES organisieren um Freude und Spaß zu haben. Dann fühlt man sich gut. Wenn man trauert soll man seinen Tränen freien Lauf lassen. Alles muss raus. Und dann sind da noch die Gegensätze Hass und Liebe.
    Ich meine man kann auch lernen seine Gefühle bei sich zu behalten - sich im Griff haben. (Das heißt ja nicht, dass man nicht fühlt)

    Liebe Grüße
  14. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 17:53 Uhr:Ich denke, du hast es auf den Punkt gebracht, angelmagia: manches kann man beeinflussen und regulieren, anderes nicht. Eine Faustregel für alle Gefühle und Gedankengänge zu finden, geht m.E. nicht, nein. Wenn ich einen Menschen nicht riechen kann, dann kann ich selten was dran ändern, ja *lach*.

    Aber, wie gesagt: wären Gefühle und Gedanken nicht in gewisser Weise beeinflussbar, wäre jede Therapie ja im Keim sinnfrei (und das möchte ich aus rein egoistischen Gründen nicht glauben ;) ). Der Mensch steht m.E. nie still, verändert sich in jedem Moment. Und in gewisser Weise kann er da mitspielen und auch Impulse geben. - meine Sicht ;).
  15. zitierenangelmagia schreibt am 30.01.2011 um 18:08 Uhr:Ich weiß, dass der Mensch nicht stillsteht und sich im Laufe der Zeit verändert, durch Erfahrungen reifer wird.
    Aber eben das ist es, was uns verändert, die Zeit und die Erfahrungen. Selbst wenn wir sagen, "ich möchte so und so sein" und man so handelt, heißt das ja nicht, dass man auch wirklich so ist. In seinem Herzen bleibt man immer noch der Mensch, der man vorher war. Weil die Gefühle auch so bleiben in Bezug auf so viele Dinge und die Gedanken ebenfalls. Das lässt sich ja nicht einfach abschalten.

    Wann sagt man denn, jemand hat sich verändert?... Man sieht immer nur die äußere Veränderung, die vielleicht einfach eine andere Facette des Menschen ist und nie so oft gezeigt wurde. Aber die innere, kommt wenn dann durch Erfahrungen, Erlebnisse, soetwas.
    Doch ich glaube, in den Tiefen seines Herzens bleibt die Persönlichkeit erhalten. Sie gehört einfach zu einem. Manchmal denken wir vielleicht, dass wir uns verändert haben, aber nur weil wir selbst nicht alle Facetten unserer Persönlichkeit kennen.

    Bella, man sollte auch gar nicht versuchen, andere zu ändern, denke ich. Man sollte jeden einfach so nehmen, wie er ist.
    Anpassen und Umdenken ist meiner Meinung nach nicht unbedingt eine Veränderung des Menschen. Es ist nur eine andere Facette. Die einen können es, weil es ihrem Sein entspricht. Die anderen können es nicht.
    Seine Gefühle im Griff zu haben, das kann man lernen. Das ist wahr. Und es heißt nicht, dass man nicht fühlt, aber auch nicht, dass man sich verändert hat. Weil die Gefühle sind ja nach wie vor da. Nur das Verhalten ist anders.
  16. zitierenNasoetwas schreibt am 30.01.2011 um 18:41 Uhr:Und dennoch ist es vorgekommen, dass aus einem herzensguten Menschen durch harte Schicksalsschläge, ständige kalte Duschen, Schläge, Dressur, Krankheit e.c. gefühlsarme, abgestumpfte Menschen geworden sind.
  17. zitierenkassastra schreibt am 30.01.2011 um 20:21 Uhr:Über dieses Thema haben sich schon etliche Psychologen und Persönlichkeitsforscher Gedanken gemacht. Zwei bedeutende und sehr bekannte davon sind Immanuel Kant und Sigmund Freud.....

    Natürlich entwickelt sich der Mensch.
    Natürlich passt er sich der Umwelt an.
    Natürlich verändert er sein Denken.
    Natürlich bist du mit 10 anders als mit 50.

    Aber dennoch gibt es (für mich) einen Prägestempel des Charakters. Und den, so denke ich, kann man nicht ändern.

    Egal ob aus Bequemlichkeit oder aus dem Unnutz heraus.

    Wie gesagt, einmal manifestiert, ändert man es (sich) nicht.

    Es gibt die vier Charaktertypen (Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker), zu denen man von einem am meisten tendiert. Natürlich steckt dennoch alles in einem Menschen. Nur eben ein Typus ist besonders ausgeprägt. Diesem Charaktertypus entspricht man dann und es ist meiner Meinung nach nicht möglich, diesen Charaktertypus einfach zu wechseln. Dies würde jahrelange Therapie und Analyse bedeuten. Und wer will das schon. Vor allem ist es ja nicht nötig.
    - Meine Meinung -
  18. zitierenNasoetwas schreibt am 30.01.2011 um 20:29 Uhr:Die Grundeinstellung ist doch genetisch bedingt.
  19. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 20:57 Uhr:"Es gibt die vier Charaktertypen (Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker), zu denen man von einem am meisten tendiert."

    Die Temperamentenlehre ist doch relativ alt und es gibt mittlerweile zahlreiche andere Theorien und Einteilungen von Charaktereigenschaften. Es gibt viele viele Theorien zur Persönlichkeitsentwicklung und -typisierung, aber welche Recht hat, ist mehr als schwer zu sagen. Ich denke, beim Thema "Persönlichkeit" kann man nicht sagen "so und so ist, und so nicht".


    Ob die Grundeinstellung genetisch bedingt ist, hab ich gerade spontan beim Durchblättern nicht gefunden. Ich nehme an, es gibt Theorien, die davon ausgehen - aber ebenso gibt es gewiss Theorien, die dem widersprechen würden, nehme ich an (was ist z.B. mit pränatalen Prägungen?).


    Was ich mich gerade frage: ist denken und fühlen mit "persönlichkeit" gleichzusetzen...? Denn dass die Persönlichkeit (ab dem Erwachsenenalter?) relativ gleichbleibend ist, dem stimme ich zu. Denken und Fühlen sind aber - meinem Empfinden nach - nur zwei Dinge, die durch die Persönlichkeit beeinflusst werden.
  20. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 21:02 Uhr:@angelmagia
    "Weil die Gefühle auch so bleiben in Bezug auf so viele Dinge und die Gedanken ebenfalls. Das lässt sich ja nicht einfach abschalten."

    Ich weiß nicht, ich hab irgendwie das Bedürfnis, dir zu widersprechen, es zumindest zu relativieren... Gerade, was die Gefühle angeht. So viel kann sich so stark ändern, beeinflusst werden. Manches nicht. Und ich denke, dass der Mensch seinem Denken und Fühlen nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern es regulieren und beeinflussen kann - natürlich nicht abschalten. Es gibt keine absolute Kontrolle und keine absolute "Hilflosigkeit", sondern m.E. ein Zwischending.

    Aber, wie schon obem gefragt: geht es nun um Persönlichkeit oder um Denken/Fühlen...? Das sind für mich zwei Paar Schuhe. Was die Persönlichkeit angeht würde ich dir eher stimmen, die ist - wenn sie fertig "entwickelt" ist - relativ fest und Veränderungen sind schwerer herbei zu führen. Aber wenn ich mir anschaue, wie sehr ich mich verändert habe in den letzten 10 Jahren - und zwar durch harte Arbeit - will ich nicht glauben, dass das nur den Einflüssen von Außen zuzuschreiben ist. Und in manchen Dingen habe ich mich wirklich radikal geändert - in anderen Dingen gar nicht *lach*.
  21. zitierenNasoetwas schreibt am 30.01.2011 um 21:20 Uhr:Du hast recht ame,
    es sind zwei verschiedene paar Schuhe. Aber beide sind ausschlaggebend wenn es um die Beantwortung der Frage geht ob Menschen sich ändern können.

    Ich las vor einigen Jahren ein Buch von einer Ärztin, die an Hand von Zwillingen und Drillingen in dieser Richtung geforscht hat. Sie untersuchte insbesondere solche die getrennt von einander in unterschiedlichem Milieu aufwuchsen. Sie hat festgestellt, dass die Persönlichkeit genetisch bedingt ist. (Es ging dabei auch um kriminelle Veranlagung.) Bei den Drillingen stimmten 2 völlig überein. Der Dritte hatte keine kriminelle Energie. Ich habe das Buch mal im Urlaub gelesen ich weiß nicht mal mehr den Titel. Schade!
  22. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 21:36 Uhr:Zwillingsstudien zur genetischen Prädisposition, ja. Ich hab davon gelesen, und doch vergessen diese Studien einen Faktor: die Schwangerschaft, die die Zwillinge zusammen verbrachten haben. Wenn die Mutter in dieser Zeit z.B. starke Krisen hatte, wirkt sich das auf die Persönlichkeit beider Kinder aus und ist ein sozialer Faktor.
    So weit ich weiß gibt es aber nur einen Hinweis, dass die Genetik wichtig ist, aber nicht das Einzige. Ich bin zu faul, ich mach Copy+Paste aus meinen Unterlagen, beruhen auf Oerter/Montada, Entwicklungspsychologie ;).

    "Spricht man über Entwicklungsgenetik, so ist es zunächst wichtig festzuhalten, dass Gene nicht direkt auf die Entwicklung einwirken. Ihre Wirkung ist indirekter Natur. Sie wirken indirekt über die Produktion von Proteinen auf die Entwicklung ein. Gene stehen in Wechselwirkung miteinander und mit ihren Produkten. Man darf sie also nie gesondert betrachten, sondern muss immer ein weites Netz aus Wechselwirkungen vor Augen haben. Ebenso muss man beachten, dass der genetische Einfluss auf die Entwicklung nicht konstant ist. Die Gen-Aktivität variiert im Verlauf der Entwicklung. Ein Gen ist nicht immer „abrufbereit“. Es kann „an-“ oder „abgeschaltet“ werden, was bedeutet, dass es gewisse sensible Phasen gibt, in denen ein Gen aktiv werden kann oder eben nicht, was zu einer genetisch bedingten Entwicklungsveränderung führen kann (man spricht von einer destabilisierenden Genwirkung). Ob ein Gen „an-„ oder „abgeschaltet“ wird, hängt in der Regel von der Umwelt ab, was heißt, dass die Umwelt sich auf die genetische Entwicklung auswirken und sie beeinflussen kann."

    "Der genetische Einfluss auf Persönlichkeitsunterschiede variiert mit dem betrachteten Persönlichkeitsmerkmal und den Merkmalen der Population. Je homogener die Gene einer Population zum Beispiel sind, desto mehr sind die Persönlichkeitsunterschiede umweltbedingt. In solch einem Fall spricht man von einer genetischen Variabilität. Das „Gegenstück“ dazu ist die Umweltvariabilität: je homogener die Umwelten der Populationsmitglieder sind, um so stärker ist der genetische Einfluss auf die Persönlichkeitsunterschiede zwischen ihnen. Zusätzlich kann der genetische Einfluss auf dasselbe Merkmal in derselben Population mit dem Alter variieren, Stichwort kumulativ-stabilisierende Genwirkung."

    "In Form von Abhängigkeit von genetischen Wirkungen und Umweltwirkungen (und umgekehrt) kann es Genom-Umwelt-Interaktion geben. Als Beispiel sei die Studie von Cadoret, Cain und Crowe (1983) aufgeführt, in der die Entwicklung antisozialen Verhaltens bis zum Jugendalter untersucht wurde. Hier müssen biologische und soziale Risiken zusammen kommen, sodass ein vier Mal höheres Risiko für antisoziales Verhalten besteht. Kinder erben zwar die Prädisposition von ihren Eltern, aber weder die Gene, noch allein eine schädliche Umwelt führen zu einem signifikant höheren Risiko. Es hängt ganz von den Allelen ab, welchen Einfluss bestimmte Umweltunterschiede auf Persönlichkeitsunterschiede haben. Die Kombination beider Elemente ist das Ausschlaggebende. Adoptionsstudien legen nahe, dass sich genetische und Umweltrisiken wechselseitig verstärken können, was plausibel macht, dass nur eine vorhandene Variable zu keinem stark erhöhten Risiko für antisoziales Verhalten führt.
    Von ähnlicher Interaktion geht man auch für psychiatrische Krankheiten wie Depression oder Schizophrenie aus. Man nimmt an, dass nur die Kombination aus genetischer Prädisposition sowie (!) einer belastende Umwelt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko darstellt."

    Es ist ein Exzerp von sieben Seiten.. Gene haben zwar einen Einfluss - wenn man Oerter/Montada Glauben schenkt - aber allein ausschlaggebend sind sie nicht.
    Da haben wir zwei Positionen, die beide gut durchdacht und erforscht sind - welche stimmt nun...?
  23. zitierenangelmagia schreibt am 30.01.2011 um 22:01 Uhr:Ame, ich kann verstehen, dass du mir widersprichst.
    Es geht mir nur um die Frage, ob Menschen sich ändern können oder nicht. Dazu gehört auch die Frage der Persönlichkeit auf der einen Seite und die Gefühle, das Denken auf der anderen Seite und auf einer dritten vielleicht noch das Handeln des Menschen.

    Das Handeln kann sich definitiv ändern. Da sind wir uns ja alle einig.

    Zu den anderen Dingen.

    Wir sind unserem Denken und Fühlen nicht hoffnungslos ausgeliefert. Definitiv nicht. Wie du schon sagtest, wir können es lenken und in andere Bahnen bringen. Doch haben wir uns, wenn wir unser Denken und Fühlen in eine andere Richtung lenken verändert?
    Wenn ich traurig bin und an etwas Glückliches denke und dadurch wieder etwas fröhlicher werde, finde ich nicht, dass ich mich verändert habe. Ich habe nur meine Einstellung in dem Moment geändert.
    Aber wenn ich meine Einstellung änder, habe ich mich dann als Mensch verändert?
    Da kommt dann wieder die Persönlichkeit ins Spiel. Ich glaube noch immer, dass sie sich wenn dann nur in Kleinigkeiten ändern kann, beziehungsweise ausreifen kann. Dass das alles in uns vorhanden ist, wie wir sind und es im Laufe der Zeit feststellen.

    Wenn ich meine Gedanken und Gefühle so beeinflusse, dass sie anders sind, als vorher, ist dies doch aber kein Dauerzustand. Es ist ein "Kampf", den man immer wieder von vorne beginnen muss, weil diese Gedanken und Gefühle in bestimmten Situationen dennoch auftauchen, eben weil wir sie nicht abstellen können. Weil sie unbewusst doch irgendwie da sind.

    Aber ich meine nicht Veränderungen für einen Moment, sondern dauerhaft.
    Kann der Mensch sich dauerhaft verändern?
    Was heißt es, der Mensch verändert sich?
    Hat er sich schon verändert, wenn er nur anders handelt?
  24. zitierenameamagao schreibt am 30.01.2011 um 22:43 Uhr:Ich versteh dich jetzt besser, danke für die ausführliche Antwort. Und in allem, was du geschrieben hast, kann ich dir zustimmen.

    Kann sich der Mensch dauerhaft verändern...? Ich kann nicht objektiv an die Sache herangehen, du hast ja mein persönliches Anliegen vermutlich bemerkt *smile*. Ich möchte daran glauben, zumindest in einigen Punkten. Vielleicht kann ja ein anderes Handeln den Menschen verändern.. Vielleicht ist es eine Wechselwirkung?

    "Es ist ein "Kampf", den man immer wieder von vorne beginnen muss, weil diese Gedanken und Gefühle in bestimmten Situationen dennoch auftauchen, eben weil wir sie nicht abstellen können. Weil sie unbewusst doch irgendwie da sind."
    Ich hoffe so sehr, dass du darin nicht recht hast, angelmagia, aus egoistischen Gründen *smile*. Was aber die Antwort ist, weiß ich nicht. Die Psychologie gibt viel her und die Theorien untereinander widersprechen sich auch leidenschaftlich ^^.

    Ich weiß es nicht. Ich glaube auch, dass meine Meinung eigentlich nicht weiterhilft, weil ich daran glauben m ö c h t e ... Der Mensch hat gewiss einen Persönlichkeitskern, und damit der sich radikal ändert, muss schon eine heftige Gefühlsregung durch den Menschen gehen.. Aber ich möchte nicht die Hoffnung aufgeben, dass ein Mensch ein paar seiner Facetten beeinflussen kann.
  25. zitierenNasoetwas schreibt am 31.01.2011 um 06:04 Uhr:@ame, ich nenne dir mal ein Beispiel aus der eigenen Familie.
    Ich habe meinen Vater erst kennengelernt als ich 40 Jahre war. Hatte inzwischen zwei Söhne und wir wunderten uns woher die Jungs bestimmte Charktereigenschaften, Talente und Interessen hatten. Als ich (wir dann meinen Vater (Erzeuger ist in dem Fall besser) kennenlernten waren wir total verblüfft. Alles was wir unseren Söhnen nicht vererbt haben, stand plötzlich vor uns. So was von identisch. Aber doch positiv. Einzelheiten werde ich natürlich nicht nennen.
  26. zitierenameamagao schreibt am 31.01.2011 um 12:58 Uhr:Ich sage ja nicht, dass die Genetik keinen Einfluss hat, Nasoetwas :). Jedoch ist man auch hier noch nicht an die letzte Wahrheit gekommen. Man macht sehr viel in der Zwillingsforschung etc., aber wie groß nun der Einfluss der Genetik bei einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen ist, kann man nicht mit letzter Sicherheit sagen.
    Bei deinen Söhnen und deinem Erzeuger war der Einfluss der Gene wohl recht stark :). Wie das aber nun bei einem anderen Menschen mit anderen Genen, anderer Umwelt und Sozialisation etc. ist, ist fraglich. Der Mensch ist ein so komplexes Wesen - und wenn nichtmal Wissenschaftler, die seit Jahren forschen und studieren die letzte Wahrheit über die Persönlichkeit gefunden haben, werden wir das hier auf nem Blog wohl auch nicht ;).
  27. zitierenkassastra schreibt am 31.01.2011 um 14:08 Uhr:Natürlich gibt es eine genetische Disposition.
    Und diese ist ziemlich erheblich.
    Und es ist überhaupt nicht fraglich, sondern ziemlich eindeutig.

    "Gegenwärtig existiert noch keine Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, welche die vielfältigen Einflüsse zusammenfassen kann: das Zusammenwirken der genetischen (angeborenen) oder früh erworbenen Unterschiede der Konstitution mit den vielfältigen Einflüssen von Umweltbedingungen, Erziehungseinflüssen, Identitätsfindung und Selbstverwirklichung, als Prozess von Individuation und Sozialisation."
  28. zitierenameamagao schreibt am 31.01.2011 um 14:18 Uhr:Dass es eine genetische Prädisposition gibt, habe ich in keinem Satz geleugnet, Kassastra. Ich wollte versuchen, das zu sagen, was in deinem Zitat steht, nur ist mir das wohl nicht so gut gelungen ^^.
  29. zitierenangelmagia schreibt am 02.02.2011 um 02:42 Uhr:Ame, gerne.
    Und danke für's Verstehen.

    Es ging mir nicht darum Recht zu haben, sondern nur um diese Fragen zu klären. Denn irgendwie lassen sie mich die letzten Tage nicht los.
    Und ich bin froh darüber so viele verschiedene Ansichten hier hören zu dürfen.

    Aber dein persönliches Anliegen kann ich natürlich verstehen :) Und das ist auch gut so, dass du daran glauben möchtest. Das möchte ich in gewisser Weise auch. Denn auch ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass man seine Facetten ein wenig beeinflussen kann.
  30. zitierenameamagao schreibt am 02.02.2011 um 10:15 Uhr:Darf ich fragen, was der Anlass deiner Frage war...?
  31. zitierenangelmagia schreibt am 02.02.2011 um 14:13 Uhr:Um ehrlich zu sein, weiß ich das eigentlich selbst nicht so genau. Vielleicht die Hoffnung, dass sich Menschen aus meinem Umfeld so ändern, dass sie wenigstens ein Versprechen halten können, was sie nicht tun.
  32. zitierenameamagao schreibt am 02.02.2011 um 18:38 Uhr:Ich denke, dass man daran als Mensch arbeiten kann, wenn man möchte *smile*... Zumindest wünsche ich dir sehr, dass sie sich in der Hinsicht ändern können.
  33. zitierenangelmagia schreibt am 02.02.2011 um 21:06 Uhr:Das denke ich auch. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob sie das möchten :)
  34. zitierenameamagao schreibt am 02.02.2011 um 21:44 Uhr:*g* das Schreckliche (oder gerade das Tolle?) am Leben ist immer wieder, dass wir Andere nicht ändern können. Aber ich drück dir die Daumen, dass sie dir zuliebe ein wenig an sich arbeiten. :)
    Ich bin mir sicher, dass du Menschen hast, auf deren Versprechen du dich verlassen kannst. Du bist ein wunderbarer Mensch, angelmagia :). Ich hoffe, dass sie die gebrochenen Versprechen zur Not "wieder gut machen" können.
  35. zitierenangelmagia schreibt am 02.02.2011 um 23:10 Uhr:Danke, liebe Ame. Das hast du schön gesagt. ich möchte ja gar nicht, dass sie sich ändern. Sie sollen nur ihr Wort halten, oder mir einfach nicht so oft Dinge versprechen, die sie nicht einhalten :) Dann wäre das ja viel weniger schlimm.
  36. zitierenameamagao schreibt am 02.02.2011 um 23:27 Uhr:Ich weiß, was du meinst.. :) Ich muss da auch an einen Menschen denken und ich weiß, dass er sein Wort nicht halten kann und doch immer wieder sein Wort gibt. Er hat es in fünf Jahren nicht geändert *lach*..
    Ich kann gut nachvollziehen, was du meinst. Ich hoffe, sie erfüllen dir diese Bitte.
  37. zitierenangelmagia schreibt am 02.02.2011 um 23:39 Uhr:Ach, bei dir sind es auch fünf Jahre? -g-
  38. zitierenameamagao schreibt am 03.02.2011 um 00:58 Uhr:*g* die Hoffnung stirbt zuletzt, ne? ;)
  39. zitierenangelmagia schreibt am 03.02.2011 um 02:02 Uhr:Stimmt ;)

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