das gehört wohl hierher
Ich weiß gar nicht mehr genau wo ich sie kennengelernt habe, oder wo wir uns das erstemal in einem Gespräch begnet sind. Ich glaube das war auf eines meiner Konzerte... irgendwie war sie damals noch mit so einem Typen namens Sado zusammen.
Ihre schönen Haare, die weichen, sanften Lippen und vorallem Ihre Augen hatten mich irgendwie sofort interessiert. Ich wollte mehr von diesem Anblick. Gleichzeitig mochte sie mich wohl auch. Irgendwann war schluss mit Sado und wir verbrachten eine Menge Zeit mit einander. Fast jeden Tag sahen wir uns.
Meine Motivation war nie die gewesen, sie irgendwie zu verführen oder sogar mit ihr zu schlafen. Dieses junge Mädchen unanständig zu berühren oder gar daran zu denken kam für mich nie in Frage. Sie war einfach zu schön, zu rein und jung als das ich der jenige sein wollte, der sie in diese Welt der Dinge hinführen sollte. Mir wäre es lieber gewesen sie würde das mit einem gleichaltrigen tun. Ich verliebte mich einfach in Ihre jugendliche, naive Schönheit. Mit Naiv meine ich weder das sie dumm oder gesichtslos war, noch das sie keine Stärke besitzt hätte nein zu sagen.
Sie war noch ein Mädchen, und das wusste ich. Ich war dabei ein Mann zu werden.
Es war einfach eine sehr große Harmonie die da zwischen uns wuchs. Wie eine kleine Welt, die nur wir beide zusammen betreten können.
Wir haben viele Stunden zugebracht die umliegenden Felder und Wiesen zu durchwandern. Manchmal nahmen wir uns an der Hand. Sie war 16. Ich war 20.
Es war ein Märchen für sie, das wusste ich. Aber auch für mich war es so.
Irgendwann wollte ich jedoch mehr, und das hat alles zum Einsturz gebracht. Ich war auch noch sehr Jung, und nicht besonders erfahren in diesen Dingen. Also tat ich so ziemlich alles was falsch war. Ich glaube wir haben uns in diesem Sommer zwei mal geküsst. Ich hatte seit dem nie wieder solch ein intensives Gefühl von Glück, Spannung und absoluter Hingabe beim Küssen. Ich hatte immer, und habe immernoch, probleme mit dem Küssen. Es fühlt sich meist einfach nicht so schön an wie es die meisten Leute beschreiben. Damals aber, bei diesen kurzen, flüchtigen, schüchternen Küssen hat mich alles umgehauen. Ich weiß noch das ich nach einem Kuss nur nach Hause gefahren bin. Ich war völlig befriedigt, so glückselig das meine Sehnsucht nach diesen wunderschönen Lippen endlich befriedigt wurde, das mir auf der Heimfahrt die Tränen aus den Augen kullerten. Geborgenheit hatte ich gefunden. Nicht nur mit dem Kuss, aber er war Ausdruck und Höhepunkt dieser wunderschönen Zeit. Vielleicht sieht sie es anders. Ich kam nie dazu mit ihr darüber zu sprechen.
Leider ist dann alles sehr schnell zu Ende gegangen. Ich hab sie verloren, auf eine Art und weise die es wohl nicht mehr erlaubt jehmals dorthin, in diesen schönen Sommer, zurück zu kehren.
Manchmal sehe ich sie heute noch. Zufällig. Wir verhalten uns dann beide meist sehr distanziert, aber ich habe immer das Gefühl, dass zwischen uns eine Verbindung existiert. Meist kann ich nicht anders als sie mir minutenlang anzusehen, allerdings ohne das sie es merkt. Vielleicht merkt sie ja doch, und lässt mich gewähren. Denn das ist das einzige was mit geblieben ist aus dieser Zeit. Die Errinerung an ihre und meine vorsichtigen Berührungen, die vielen stundenlangen Gespräche und unsere gemeinsame kleine Welt. Wenn ich sie so sehe, ihre warmen Augen, und auch ihre Hände, dann rückt diese schöne Zeit immer ein bisschen näher.
Ich bin damals zum Sklaven meiner Selbst geworden. Vielleicht hätte ich alles an einem Punkt rechtzeitig stoppen müssen. Ich war 20. Sie war 16. Ich hatte die Verantwortung. Aber ich war selbst noch zu jung. Und zu einsam.
Sie hat mich damals sehr verletzt, und ich konnte nicht verstehen warum. Es tat sehr weh sie loslassen zu müssen. Aber ich wusste von Anfang an das das so nicht funktionieren kann. Aber ich glaube ich habe sie auch sehr verletzt. Und manchmal fühle ich mich heute noch sehr schuldig ihr diese unschöne Seite gezeigt zu haben, die eine menschliche Beziehung erleben kann.
Was ich ihr zeigen wollte? Ich wollte ihr die Schönheit der Dinge zeigen, die wundersame Kraft und Geborgenheit die eine Beziehung zwischen zwei Menschen auslösen kann.
Ich wollte in ihre Welt eindringen, und wollte, das sie in meine eindringt.
Sie war 16. Ich war 20.
Sie war wunderschön und ist es noch heute.
Ich war ein einsamer,romantischer und dummer Junge. Und bin es noch heute.
Sebastian
