après - Danach

23.05.2012 um 23:43 Uhr

Die wundertätigen Hände des Familienoberhaupts

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Hatte gerade den Schrott-Laptop im Wohnzimmer abgeladen, da Vattern sich angeboten hatte, das Teil morgen zum Computerfuzzi zu bringen. Wenig später passiere ich nochmals das Wohnzimmer und stelle aus dem Augenwinkel heraus fest, dass Vattern an einem (angeschaltetem!) Laptop herumspielt. "Ah", denke ich mir, "wurde mal wieder Brüderchens Laptop ungefragt gemopst."

*überleg*

Aber stop mal, den hatte ich doch grade..?!?

"Vattern, wie hast du das gemacht?!!"
"Tjaaaaaaa...!"

o.O !!!

Oh. Mein. Gott. Ich bin ganz fertig.

Ich glaub, ich muss morgen irgendwo für irgendwen eine Kerze anzünden.

 

!!!

23.05.2012 um 18:38 Uhr

Selten dämlich

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Dass ich mit sämtlichem technischen Gerät auf sicherem Kriegsfuß stehe, dürfte ja schon allgemein bekannt sein. Und wenn sich die Technik daher ausnahmsweise mal nicht aus eigenem Antrieb verabschiedet, helfe ich eben selbst in meiner grenzenlosen Dusseligkeit nach.

Gerade eben beim Staubsaugen erfolgreich den Laptop vom Tisch gefegt. Natürlich gibt das Teil jetzt kein Lebenszeichen mehr von sich, da hilft weder flehentliches auf Knieen rutschen, noch wüste Beschimpfungen! Ganz großes Tennis mal wieder....

Wenn ich Glück habe, ist nur das Netzteil hinüber (wurde beim Sturz ziemlich verbogen). Wenn ich Pech habe, ist die ganze Kiste am A...llerwertesten. Bei meinem Glück wird es natürlich letzteres sein und ich habe gerade null Geld, um mir ein neues Teil zu kaufen, brauche aber ganz bald eins, weil es ans Hausarbeiten schreiben fürs Studium geht!

Wie ich das liebe -.-

19.02.2012 um 19:24 Uhr

Schrank vorm Kopf

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Immer, wenn meine Eltern ihrem neuesten Hobby, dem Renovieren, frönen, gibt es die eine oder andere Begebenheit zu berichten. Nun ist es mal wieder so weit: nach Schlafzimmer, Bad und Küche, fällt nun Bruderherzens Zimmer den erneuerungswütigen Händen zum Opfer. R.I.P.

Man ist deshalb ja inzwischen schon einiges gewohnt und ich wundere mich schon längst nicht mehr, wenn ich abends heimkomme und erst einmal die Bergsteigerausrüstung auspacken muss, um die Haufen von Möbeln und ausgeräumtem Gerümpel zu überwinden. Als ich jedoch diesmal heimkam und mich statt vor meiner Zimmertür vor der Kleiderschranktür meines Bruders wiederfand, staunte ich zugegebenermaßen nicht schlecht. Tatsächlich juckte es mich auch kurz in den Fingern, den Schrank zu öffnen, hineinzuklettern, und narnia-like in eine andere, bessere Welt zu entsteigen… also bitte, man wird ja wohl mal kurz träumen dürfen.

„Ach, du bist ja schon zuhause!“
„Jo.“
„Aber in dein Zimmer kannst du gerade nicht!“
„Jo.“

Immerhin konnte man sich schließlich auf einen Kompromiss verständigen: Der Schrank wurde um 90° gedreht, sodass nun ein schmaler Spalt frei war, durch welchen ich mich tatsächlich in mein Zimmer quetschen konnte. Gott sei Dank bin ich so ein Spargeltarzan. Oder meinetwegen Spargeljane, ich will ja eventuelle Feministinnen in meiner Leserschaft nur ungern vergraulen.
Ich warte nur darauf, dass ich in einem geistig umnachteten Moment beim Verlassen des Zimmers meinen Kopf formschön der Seitenwand des Schranks einverleibe.

Ansonsten gibt es nur wenig Neues zu berichten. Meine bescheidene Kemenate wurde mal wieder zur Abstellkammer für alles und jeden (vorausgesetzt, er, sie oder es kommt am Schrank vorbei – nun verstehe ich wenigstens endlich, warum die Begriffe „Türsteher“ und „Schrank“ so oft im selben Atemzug fallen) umfunktioniert. Da war doch tatsächlich einer so schlau gewesen, das ganze Zeug bei mir einzulagern, bevor der Schrank seinen Posten vor meiner Tür bezogen hat.
Das Wohnzimmer gleicht indes einer Mode-Boutique und im Flur stapeln sich außer dem Schrank noch diverse andere Möbelstücke, so dass der Weg in mein Zimmer wieder einmal einem Hindernisparcours gleicht und man zu nächtlicher Stunde des öfteren unterdrückte Schmerz- und Unmutsbekundungen vernehmen kann. Die beiden offenbar voyeuristisch angehauchten Teppichrollen, denen ich mich beim Besuch der Toilette plötzlich gegenüber fand, entlockten mir dagegen nur ein dezentes Gähnen. Und der CD-Player auf dem Klavier kann bei geschickter Bedienung eventuelle Zuhörer über die eigenen ungenügenden Klimperkünste hinwegtäuschen.

Andere Leute feiern Fasnet, meine Eltern renovieren und ich studiere die Wohnungsanzeigen.

15.12.2011 um 00:48 Uhr

Fliegende Untertassen waren gestern

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da wollte ich mich gerade dazu beglückwünschen, eine randvolle Tasse Kaffee den langen Weg von der Küche in mein Zimmer balanciert zu haben, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten - als ich über das Laptopkabel stolperte und... nunja. Gott sei Dank liegen die Putzlappen direkt um die Ecke.

Da fällt mir noch ein anderer filmreifer Auftritt meiner Person ein: Im Hause P. wurde letztens ja eine neue Küche eingebaut. Zu diesem Zweck wurde das ganze Küchengerümpel erstmal im Wohnzimmer zwischengeparkt. Bei dieser großflächigen Umräumaktion kam Muttern auch gleich auf den Gedanken, einen im Wohnzimmer befindlichen Teppich mal wieder zu reinigen, also wurde dieser vorsorglich zusammengerollt und in Erwartung weiterer Maßnahmen in den Flur gelegt. Am selben Ort lag auch schon der neue PVC-Boden für die Küche, ebenfalls zusammengerollt. Nun muss man noch wissen, dass der P.'sche Flur ein recht schmaler Gang ist und nun lag also der Teppich auf der rechten Seite des Flurs, die PVC-Rolle ein Stück weiter hinten auf der linken. So weit so gut!
Als ich dann eines Abends in Ermangelung einer Essgelegenheit in Küche oder Wohnzimmer mein Tablett mit belegten Broten durch den dunklen Flur in mein Zimmer tragen wollte, passierte das Unvermeidliche:
In meiner grenzenlosen Schusseligkeit hatte ich natürlich vergessen, dass der Flur nur eingeschränkt passierbar war und im Dunkeln war davon natürlich auch nichts zu sehen, also geschah, was geschehen musste und ich stolperte über den Teppich auf der rechten Seite. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon das Tablett nebst Broten in bester Sitcom-Manier davonfliegen, konnte mich und das Tablett  dann aber gerade noch rechtzeitig wieder fangen, wenn auch unter lauten Unmutsbekundungen. Erinnerung kann ja so schmerzhaft sein... na schön, nun wusste ich ja wieder, dass da rechts der Teppich lag, also was tut Mademoiselle après? Genau, sie orientiert sich auf die linke Seite, wo ja aber dummerweise die PVC-Rolle lag... irgendwie schaffte ich es auch diesmal, die Brote am Davonfliegen zu hindern. Viel hätte aber nicht gefehlt, wie ich feststellen konnte, als ich ohne weitere Unfälle mein Zimmer und den rettenden Lichtschalter erreicht hatte.

Eigentlich fast schade, dass diesen Auftritt niemand mitbekommen hat, das muss einfach zu geil ausgesehen haben xD

01.08.2011 um 21:55 Uhr

Irgendwo zwischen Duschgel, Fön und Klopapier

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da sitze ich gerade. Meine Eltern kamen heute spontan auf die Idee, mal das Bad zu renovieren. Nun, ich nehme mal an, die Idee hatten sie schon vorher, nur hatte man dummerweise vergessen, Bruderherz und mich von diesem Plan in Kenntnis zu setzen. Demzufolge war ich leicht bis schwer erstaunt, als ich heute von der Arbeit heimkam, in Gedanken schon unter einer erfrischend kühlen Dusche stehend, und ein intensiver Geruch nach Kleister in der Luft lag. Und ich dann zu meinem großen Unmut feststellen musste, dass in diesen sanitären Räumlichkeiten heute höchstens eine Farbdusche möglich wäre.

Muttern: "Also das Bad darf bis morgen nicht benutzt werden! Das muss jetzt erst alles trocknen!"
Ich: o.O

Während ich mich noch mutig durch die Berge an Badezimmerutensilien wühlte, um in mein Zimmer zu gelangen, hatte Bruderherz schon weiter gedacht und packte gerade seine Tasche, um bei seiner Freundin zu duschen. Ha, das war DIE Idee! Nein, natürlich wollte ich nicht auch bei seiner Freundin duschen, aber wozu hat man Freunde, die nur eine Straße weiter wohnen? Eben.

Tja, und jetzt sitze ich eben hier, eingemauert von Badezimmermöbeln und allem möglichen Krempel, der in so einem Bad eben anfällt und der aus Platzgründen jetzt in meinem Zimmer gelagert wird.

Muttern: "Du bist tagsüber ja eh nicht da, also können wir das Zeug ja ruhig da liegen lassen!"
Ich: o.O

Der Kram, der dann tatsächlich nicht mehr in meinem Gemach unterzubringen war, steht nun im Flur Spalier. Die ersten Wetten, wer heute Nacht als erstes darüberstolpern wird, wurden bereits abgeschlossen.

 

Und jetzt eine Tiefkühlpizza.

25.04.2011 um 18:52 Uhr

Die gelbe Bedrohung

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Gelb ist die neue Trendfarbe der Saison. Erzwungenermaßen. Kein Mensch kann zur Zeit mehr rausgehen ohne innerhalb von Minuten in Gelb gehüllt zu sein. Autos: gelb. Bürgersteige: gelb. Häuser: gelb. Gelb: gelb. Den von der FDP stolz verkündeten plötzlichen Anhängerzuwachs will trotzdem keiner so recht glauben.
Ich legte mich auf den Balkon, als ich wieder hinein wollte, musste Bruderherz mich ausgraben. Der im Blütenstaub gegrillte Schaschlik schmeckte hervorragend und ersetzte auch gleich das Dessert. Muttern klopft im Minutentakt Stuhlauflagen ab und fragt aus einer gelben Wolke heraus, ob es bald Regen gäbe. Das Familienoberhaupt schaufelt die Garagenzufahrt frei. Vor den Autowaschanlagen staut es sich. Hinten raus, vorne gleich wieder rein. Findige Geschäftsleute tüfteln an einer Möglichkeit, die abgewaschenen Pollen zu sammeln und zu Biosprit zu verarbeiten. Die ortsansässigen Frisöre stellen ihre blondierwilligen Kunden einfach für eine halbe Stunde in den Stadtpark. In den Straßencafés bieten die Rosenverkäufer nun auch Kleiderbürsten an, Cocktailschirmchen haben nun endlich einen praktischen Zweck, Gastwirte bieten ihre Gerichte nun mit Blütenstaubdekor an. Brillen mit eingebautem Scheibenwischer erfahren reißenden Absatz. Ich löffle Pollenschaum von meinem Cappucino und bohre ein Loch ins Fenster, um hinaus zu sehen.In den Dünen vor dem Haus bauen Kinder Blütenstaubburgen. Der Nachbar ruft die Straßenmeisterei an, sie mögen einen Schneepflug schicken. Man wies ihn darauf hin, dass derzeit alle Kapazitäten im Stadtpark beschäftigt seien. Die Räumarbeiten gestalten sich schwierig - wegen der Frisörkunden. Aber sobald man da fertig wäre, würden sie jemanden vorbeischicken.

22.04.2011 um 20:20 Uhr

Man nehme vier chaotisch angehauchte Hinterwäldler...

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

...und lasse sie auf die große weite Welt los!
Oder so.
 
Erstaunlicherweise hatten wir es tatsächlich geschafft, zum verabredeten Zeitpunkt loszufahren. Navi hatten wir auch, weshalb ich erstmal beruhigt den halben Aktenordner an Routenplänen wieder beiseite legte (von wegen alle Wege führen nach Rom. Zürich, Leute, Zürich!). Aber dann:

Navi: "Bitte jetzt die Autobahn verlassen!"
Ich: (Ein Bild von holprigen Feldwegen der unziviliserten badischen Provinz vor Augen) "Also laut meiner Route müssten wir bis zur Grenze..."
*abbieg*
..."draufbleiben." -.-
A.: "Zu spät!"
N.: "Wir vertrauen dem Navi!"

Trotz schlecht befestigter badischer Feldwege schafften wir es tatsächlich über die Grenze. Doch kaum in Schweizer Gefilden stellte sich schon das nächste große  Problem, denn A. wollte tanken:

A.: "Wer von euch weiß, wie man tankt? Ich kann das nicht!"
Undeutliches Murmeln.
A.: "Leute!! Wir kommen sonst nicht mehr zurück!"
Bruderherz: "Ich kann tanken! Zumindest theoretisch..."
Während die drei anderen sich also an der nächsten Tankstellen fachmännisch an die Bedienung der Zapfsäule machten, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar schnelle Happen (man erinnere sich: MJ darf nicht vollgekrümelt werden) und gab (nicht) hilfreiche Tipps. Mit vereinten Kräften und unter viel Gelächter (die Umstehenden mussten uns schlichtweg für bekloppt gehalten haben) konnte aber schließlich auch diese Herausforderung gemeistert werden. Und weiter ging's. Unterwegs bekamen wir nun immer mehr Gelegenheit die atemberaubenden Aktionen zeitgenössischer Autofahrer zu studieren. Waghalsige Wendemanöver mitten auf voll befahrener Landstraße gehörten da noch zu den langweiligeren Dingen.

Irgendwie hatten wir es unfallfrei nach Zürich geschafft. Doch nun ging der Spaß erst richtig los, denn das Navi gab ständig verwirrende Anweisungen von sich, lotste uns stur in Sackgassen, befahl uns, in nicht existente Straßen abzubiegen oder redete beleidigt gar nicht mehr mit uns. Aber macht ja nichts, Zürich ist eine schöne Stadt, da kann man auch gerne mal ein paar Extrarunden drehen...

N.: "Wow, jetzt waren wir schon in Sackgassen, auf Baustellen, in einer Fußgängerzone und standen mitten auf ner Straßenbahnkreuzung. Wir erleben ja richtig was!"
Nachdem wir uns spiralenförmig dem Endziel angenähert hatten, stellte sich das Problem der Parkplatzsuche. A. war vom vielen Herumkurven schon total genervt und meinte letzten Endes, sie würde jetzt einfach den nächsten freien Parkplatz nehmen, egal, was der kosten würde. Gesagt, getan. Aber dann:
A.: "Kann mir einer sagen, wie man diese Parkuhr benutzt?!"
Gemeinschaftliches fasziniertes Starren auf die Parkuhr (erwähnte ich schon, dass wir allesamt ahnungslose Landeier sind? ;-) ).
Alle: "Nö!"
Muss wirklich ein Bild für Götter gewesen sein, wie wir da rätselnd vor der Parkuhr standen xD Irgendwann hatten wir den Dreh dann doch noch raus (zumindest hofften wir das) und betraten den Club. Während wir Mädels erstmal das Getränkeangebot begutachteten, hatte Bruderherz schon ganz andere Dinge im Auge: "Da gibt's SOFAS! Geil!"

Das Konzert war wie berichtet, genial.

S. benahm sich auch anständig und durfte daher ohne blaues Auge und gebrochene Nase heimgehen. Muss am mordlustigen Blick und dem vorsorglichen Fäustereiben von Bruderherz gelegen haben... Spaß, Spaß :-D Aber merke: Versuche nie, das Alter einer Person einzuschätzen, deren halbes Gesicht von einer Sonnenbrille verdeckt wird und du gleichzeitig von der Sonne geblendet wirst, du kannst nur falsch liegen ^^ aber wie gesagt, er legte keine merkwürdigen Verhaltensweisen an den Tag und war auch sonst durchaus sympathisch.

Zwischendurch wusste Bruderherz noch Faszinierendes vom Pizzablech zu berichten. A. hatte nämlich nach dem Abbau ihrer Stresshormone Gelegenheit festzustellen, dass sie kurz vor dem Hungertod stand und so machten sie sich auf zur Futterbeschaffung.

Bruderherz: "Auf der Pizza waren Ananas und der Typ da hatte so ein Wiegemesser zum Schneiden und ich stand hinten in der Ecke und hab trotzdem noch gehört, wie der damit die Pizza gequält hat, so richtig PFLTSCH PFLTSCH PFRRRTSCH und ist zu keinem Ende gekommen! Also wer schneidet denn so ne Pizza!"

Die Heimfahrt gestaltete sich ähnlich schwierig wie der Hinweg, daher spar ich mir jetzt mal die Details ;-) Zu später Stunde waren wir jedenfalls wieder zuhause und während die anderen drei nun ihre beginnenden Osterferien genießen durften, quälte ich mich mit dem Gedanken an die früh beginnenden Vorlesungen am nächsten Tag. Nunja, aber für so einen fantastischen Abend in netter Gesellschaft nimmt man das ja gerne in Kauf ;-)

12.02.2011 um 22:16 Uhr

Uups...

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Heute war ich mit Bruderherz beim Supermarkt. Nach erledigtem Einkauf kommen wir also mit vollem Einkaufswagen am Auto an, ich fische den Schlüssel heraus und drücke aufs Knöpfchen, Bruderherz will den Kofferraum aufmachen - nichts passiert. "Hä, hab ich nicht draufgedrückt? Nochmal..." Immer noch nichts. Ich drücke energischer auf den Knopf, gehe probeweise ein paar Schritte weiter weg - es tut sich nichts. Ich murmele was von "Na super, kaputt" und fummle ein bisschen an dem Schlüssel herum, während Bruderherz noch weiter vergeblich am Kofferraumgriff zieht, als plötzlich mein Blick vom Schlüssel aufs Nummernschild des Autos fällt.

...!

Ich fange lauthals an zu lachen, drehe mich um und gehe weg, während Bruderherz mir verständnislos hinterherschaut, um dann auch zu begreifen, als ich ein paar Meter weiter anhalte, erneut den Schlüssel zücke und das Auto aufschließe - diesmal das richtige.

xDDD

28.01.2011 um 21:55 Uhr

Mademoiselle on tour

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber jedes Mal, wenn ich irgendwohin „weiter“ fahren will, üblicherweise zu freizeitlichen Zwecken, scheitert dieses Vorhaben kurz vorher fast an irgendwelchen widrigen Umständen…

Nehmen wir zum Beispiel den Sonntag im September 2009, als Bruderherz und ich punkt halb sieben Uhr morgens auf der bahnhöfischen Matte standen, um zu einer entspannten Sightseeing-Tour nach Heidelberg aufzubrechen. Allein, der Zug kam nicht.
Als es uns schließlich dämmerte, war es leider schon zu spät: mein werter Bruder, der sich über unsere Zugverbindungen schlau machen sollte, hatte dabei nicht beachtet, dass Züge Sonntags unter Umständen anders fahren und einfach die Verbindungen für den aktuellen Werktag nachgeschaut -.- Der richtige Zug fuhr also erst ca. 40 min später. Natürlich hatten wir dadurch unseren Anschlusszug verpasst, der natürlich auch an Sonntagen stur zur gleichen Uhrzeit fährt. So gammelten wir also geschlagene 1 ½ Stunden in Stuttgart rum, wo am heiligen Sonntagmorgen in etwa so viel los ist wie in RW zur Rush Hour – nämlich nichts.
Statt wie geplant um 10, waren wir dann erst um 13 Uhr in Heidelberg und das Programm musste dann auch etwas beschleunigt und gekürzt werden. Wenn man nicht alles selber macht!

Oder nehmen wir meinen Trip nach Zürich vor Weihnachten. Pünktlich stand ich mit kompletter Bagage an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus zum Bahnhof, aber der verdammte Bus kam einfach nicht! Was nun? Zum zu Fuß laufen war es jedenfalls schon zu spät, ganz abgesehen davon, dass ich diese riesige Reisetasche dabei hatte. SEHR genervt und verzweifelt, da der nächste Zug nach Zürich erst in zwei Stunden fahren würde, stand ich also immer noch an der Haltestelle und verteufelte gerade mal wieder Gott und die Welt, als plötzlich ein Auto anhielt:
„Sie sehen aus, als ob Sie zum Bahnhof wollen – Steigen Sie ein!“
Nun ist es ja eigentlich nicht meine Art, bei fremden, älteren Männern einfach so ins Auto einzusteigen, aber in dem Moment hatte ich weder Zeit noch Lust, lange darüber nachzudenken, und überhaupt: no risk, no fun, also immer rein in die Karre! Verteidigungsstrategien für den Fall der Fälle konnte ich mir auch noch während der Fahrt überlegen!
Ok, ich gebe ja zu, mir wurde unterwegs doch auch schon etwas mulmig… aber der ältere Herr erwies sich als vollkommen harmlos und setzte mich auch brav am Bahnhof ab, wo schon sein abzuholender Sohn stand:
„Ja was ist das denn hier? Machst du seit neuestem einen auf Taxiunternehmen?“ xD
Und so waren am Ende alle glücklich: ich, weil ich noch rechtzeitig meinen Zug erwischte und mein Chauffeur, weil er kurz vor Weihnachten noch eine gute Tat vollbracht hatte ;-)

Ohne fremde Hilfe musste ich mich dafür bei meinem nächsten Ausflug in die Schweiz durchschlagen. Auch hier stand ich, diesmal sogar überpünktlich an der Bushaltestelle. Zwar hatte ich diesmal deutlich weniger Gepäck dabei, war aber dennoch zu faul, bis zum Bahnhof zu laufen. Stattdessen sah mein Plan so aus, in den paar Minuten, die ich beim Umsteigen in der Stadtmitte zur Verfügung hatte, beim dortigen Bäcker in aller Ruhe noch etwas zu essen und zu trinken für die Fahrt zu kaufen, immerhin war es schon Mittagszeit! Was aber dann folgte, hatte nur entfernt Ähnlichkeit mit diesem Plan:
So stand ich also an der Haltestelle, wollte schon mal meine Fahrkarte griffbereit halten, wurschtelte  in meinem Geldbeutel und…
…stellte zu meinem Entsetzen fest, dass ich das Geld zuhause vergessen hatte, sowohl das Geld fürs Ticket als auch die bereits umgetauschten Franken. Wäre ja erstmal kein Problem gewesen, schließlich kann man auch mit EC-Karte zahlen und Franken abheben, nur war mein Konto dummerweise schon ziemlich leer geräumt… es folgte ein Sprint zurück nach Hause, noch während ich zur Haustür hastete, rief ich meine Mutter an: „Ich hab das Geld vergessen, wirf es mir runter, damit ich nicht die Treppen hochlaufen muss!“ Muttern warf also das Geld zum Fenster raus (!!) und ich sprintete zurück zur Haltestelle … wo der Bus just vor meiner Nase davonfuhr -.- Sämtliches Winken und Schreien brachte nichts, stur fuhr er davon! Und nun? Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich es selbst im Dauerlauf niemals zu Fuß zum Bahnhof schaffen würde. Also blieb nur eines: so schnell wie möglich zum Knotenpunkt in der Stadtmitte zu kommen und dann zu hoffen, dass dort zufällig irgendein Bus in Richtung Bahnhof fährt. Total gestresst und verschwitzt joggte ich gerade die Gasse zur dortigen Haltestelle hinunter und hatte daher genau im Blick, dass eben dort ein Bus stand, der laut meinen Adleraugen sogar zum Bahnhof fuhr! Ja ist so viel Glück denn zu fassen? Aber halt, was ist das, naaaiiin, NICHT wegfahren, haaaaalt…!!!! Zu spät -.-
Gestresst, verschwitzt und mittlerweile sehr genervt, kam ich schließlich an der Haltestelle an, wo gerade der nächste Bus einfuhr. Verzweifelt stolperte ich auf den Fahrer zu: „Fahren Sie zum Bahnhof?!?“ „Nein, aber der da vorne!“ Blick zur Seite: der Bus, den ich gerade davonfahren hatte sehen, stand noch an der Haltestelle und wartete darauf, sich in den fließenden Verkehr einzufädeln. Ein letztes Mobilisieren sämtlicher noch verfügbarer Reserven, von 0 auf 100 in einer Sekunde und ich erreichte den Bus tatsächlich noch, bevor er losfuhr, unglaublich! Applaus brandete auf!
Hatte ich jedoch gedacht, dass das für diesen Tag schon genug Stresshormonausschüttungen gewesen waren, so hatte ich weit gefehlt. Erst im Bus dämmerte mir, dass ich ja nun gar keinen Proviant beschafft hatte. Nun gut, am Bahnhof gibt es ja noch einen Kiosk.
Dummerweise kam ich auch nicht mehr dazu, diesen aufzusuchen, denn am Bahnhof angekommen, lag ich zwar wieder gut in der Zeit, musste aber noch mein Ticket besorgen. Perfekt, nur ein Typ am Automat vor mir…
…der allerdings so viel Zeit brauchte, wie mindestens zehn Großmütterchen ohne Lesebrille -.-
Damit auch jeder seine Unfähigkeit mitbekam, monologisierte der gute Mann die ganze Zeit in aller Lautstärke vor sich hin und die Uhr tickte erbarmungslos weiter… Leider standen die Leute am Schalter auch schon bis zur Türe raus, da war also nichts zu holen und ich konnte die Wartezeit noch nichtmal durch einen Besuch beim Kiosk füllen, da sich inzwischen hinter mir weitere Leute angestellt hatten, von denen nicht zu erwarten war, dass sie mich hinterher wieder vor sie lassen würden. Also ausharren und beten…
Endlich hatte der Typ die Schnauze voll vom Automaten und räumte das Feld! Jetzt bloß nicht selber all zu viel Blödsinn produzieren, ja, da hielt ich das Ticket in der Hand!
Es folgte ein weiterer Sprint quer über den Bahnhof (natürlich fuhr der Zug am allerhintersten Gleis ab), immer noch ohne Ess- und Trinkbares in der Tasche. Durstig und hungrig warf ich mein letztes Kleingeld in den glücklicherweise am Gleis vorhandenen Fressautomaten, um mir wenigstens noch ein Getränk zu holen, just in diesem Moment fuhr der Zug ein, ich schnappte mir die Flasche aus den Automaten, ließ eventuellen Wechselgeld liegen und warf mich in den Zug!
Haaaaaaleluja!

Wie man sieht, schaffe ich es aber letzten Endes trotz aller widrigen Umstände mit mehr Glück als Verstand doch noch irgendwie ans Ziel und hab hinterher immer eine gute Story auf Lager ;-)
Allerdings empfehle ich niemandem, mit mir auf Reisen zu gehen, wenn derjenige nicht absolut stressresistent ist xD

06.12.2010 um 20:41 Uhr

Odyssee im Schwarzwald

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Morgens, 6:45 Uhr in Deutschland.

Mademoiselle après steht auf, da sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen hat, heute mal was zu riskieren! Und zwar gedenkt sie, mit dem Bus zur Hochschule nach Schwenningen zu fahren, anstatt mit dem Zug, für den sie eine knappe Stunde früher hätte aufstehen müssen. Faulheit war schon immer mein bevorzugtes Argument.

7:55 Uhr
Ich verlasse das Haus! In der Nacht hatte ich schon angesichts der Schneemassen geplant, auf dem Weg zum Bus meine Kamera mitzunehmen und gleich mal ein paar vielversprechende Winterbilder zu schießen. Als sich mir also das erste Motiv bietet, zücke ich die Kamera und...

Exkurs: Es ist doch ein Kreuz mit der modernen Technik. Wenn sie nicht funktioniert, ärgert man sich, und wenn sie funktioniert, ärgert man sich auch. Denn als ich gestern noch die aktuellen Fotos von meiner Cam auf den Laptop geladen hatte mittels SD-Karten-Slot, funktionierte dieser anwandfrei... So einwandfrei, dass ich die Karte gleich drin ließ und quasi mit "leerer" Kamera losmarschierte -.-

"Bitte Speicherkarte einlegen!" "ARGH!" Also nix mit Fotos...

8:25 Uhr
Ich erreiche die Bushaltestelle! Damit sich die Wartenden dort nicht so langweilen müssen, hat ein Großmütterchen es sich zur Aufgabe gemacht, alle Anwesenden mit ihren lauten Schimpftiraden zu unterhalten. Unfähige Busfahrer, das Wetter, unfähige Busfahrer, faule Schneeräumdienste, unfähige Busfahrer, Ausländer und unfähige Busfahrer waren nur einige der Themen.

8:45 Uhr
Der Bus ist noch nicht da und ich beginne langsam, mir meine Gedanken darüber zu machen, ob es nicht unter Umständen, vielleicht, ganz eventuell, möglicherweise doch besser gewesen wäre, früher aufzustehen und den Zug zu nehmen. Der nächste Zug fährt um 9:11Uhr und wäre dann um halb zehn in Schwenningen, also nur eine halbe Stunde Verspätung. Also nehme ich mir vor, in 10 Minuten Richtung Bahnhof zu stiefeln.

8:55 Uhr
Der Bus ist da! Na gut, fast, er kommt aus der Gegenrichtung und sollte nun eigentlich noch eine kleine Runde drehen, bevor er an unsere Haltestelle kommt. Eine Sache von 5-10 Minuten, also beschließe ich, nun doch hier auszuharren.

9:20 Uhr
Der Bus ist da! Aber wie war das doch gleich mit den 5-10 Minuten? Naja, eine knappe Stunde Verspätung ist ja noch nichts!
Erstmal im Bus sieht die Welt auch gleich wieder schöner aus: Die Laber-Oma ist schon vorher verschwunden, die Straßen sind frei, es geht zügig raus aus RW...

9:35 Uhr
Nach dem nächsten Kaff geht nichts mehr. Immerhin bietet sich dadurch die Gelegenheit, die merkwürdigen Aktionen zeitgenössischer Verkehrsteilnehmer ausführlich zu studieren. Merke: man sollte nicht überholen, wenn die Überholspur nicht geräumt ist! Man sollte auch keine Wendemanöver mitten auf einer Bundesstraße durchführen!

10:00 Uhr
Nachdem wir immerhin einige Meter vorwärtsgekommen sind, wendet sich der Busfahrer schließlich uns zu: "Also ich glaube nicht, dass wir hier noch groß vorwärtskommen, Schwenningen ist komplett dicht! Da können wir noch bis heut Mittag stehen! Mit Ihrem Einverständnis fahre ich jetzt die nächste Ausfahrt raus nach Villingen, ich denke, Sie kommen dann von dort mit dem Zug besser nach Schwenningen rein." Da den Mitreisenden auch nichts besseres einfällt, wird diesem Vorschlag zugestimmt und es geht auf nach Villingen, also quasi am eigentlichen Ziel vorbei, einfach mal ein paar Kilometer weiter (Ich wage nicht mehr zu rechnen, mit wie viel Verspätung ich an der Hochschule eintreffen werde). Wehmütig blicke ich auf das Straßenschild "Hochschulen VS", welches mir im Vorbeifahren zuwinkt...
Aber die neue Taktik scheint aufzugehen: Kaum von der Bundesstraße runter, läuft das Ganze wieder! Dummerweise hatten offenbar auch noch zahlreiche andere Imstausteher just in diesem Moment die gleiche Idee gehabt, so dass nach ca. 300m schon wieder nichts mehr ging -.-

10:20 Uhr
Wir sind am Villinger Bahnhof! Doch als ich gerade zum Fahrplan stürmen will, kommt eine größere Gruppe aus dem Bahnhof: "Es fahren keine Züge!" Ich: -.-

10:25 Uhr
Mademoiselle après, gestrandet an einem Provinzbahnhof im Schwarzwald! Mittlerweile überlege ich, ob ich nicht einfach wieder nach Hause fahren sollte, aber nein: es fährt ja kein Zug!!

10:40 Uhr
Ich setze mich in den erstbesten Bus, der Richtung Schwenningen fährt (der hatte laut Mitreisenden übrigens auch schon über eine Stunde Verspätung) und hoffe, heute noch irgendwie ans Ziel zu gelangen. Aber halt, was ist das?! Der Bus fährt ja genau die gleiche Strecke zurück, die ich gerade hergefahren bin... geht das Ganze jetzt etwa wieder von vorne los? Nahahaiiiin....

11:00 Uhr
Ich bin unglaublichweise in Schwenningen! Jetzt nur noch ein "kurzer" Fußmarsch durch Schnee, Matsch und Schneematsch und ich bin endlich an der Hochschule angekommen. Verschwitzt, durchnässt und mit kalten Füßen betrete ich den Vorlesungsraum um

11:10 Uhr
Und wieso wundert es mich irgendwie gar nicht, dass nur die Hälfte der Studenten anwesend sind?
"Wo kommst du denn jetzt her?"
"Ich hab noch eine kleine Schwarzwaldrundfahrt gemacht!"
"Wieso bist du nicht gleich zuhause geblieben?"
"..."

Und dann?

Dann durfte ich sage und schreibe einer halben Stunde Vorlesung lauschen! Laut meinem Stundenplan wäre eigentlich anschließend noch eine gewesen, da aber dann alle heimgegangen sind, scheint diese wohl irgendwie ausgefallen zu sein. Na das hatte sich ja gelohnt -.-

12:55 Uhr
Ich bin wieder in RW! Am Bahnhof mussten ersmal die Schwimmflügel ausgepackt werden, denn der Schnee hatte sich mittlerweile in Dauerregen verwandelt und auch die milden Temperaturen förderten die Schmelzwasserbildung. Land unter! Immerhin hatte der anschließende Bus nach hause nur 15 Minuten Verspätung.

Und jetzt?

Jetzt regnet es immer noch, wie schon den ganzen Nachmittag, so dass aus den geplanten Winterfotos nun natürlich nichts geworden ist *schnaub*

Und morgen?

Morgen werde ich früher aufstehen und den Zug nehmen -.-

04.12.2010 um 20:46 Uhr

Die Welt ist ein Dorf - Episode 2

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da kam ich am Donnerstag mal mit einem Typ aus meinem Kurs ins Gespräch, mit dem ich bisher noch nicht viel zu tun hatte. Dann startet man üblicherweise mit den grundlegenden Tatsachen: "wo arbeiten, woher kommen, wo wohnen..." "Du wohnst in RW? Wo denn da genau?" "Ja, so die und die Ecke" "Ach, da bei beim XY-Haus?" "Ja, genau dahinter... kennst du dich aus in RW?" "Ja, ich hab da selber gewohnt als ich noch klein war und meine Großeltern haben da auch noch bis vor paar Jahren gewohnt. In der Z-Straße..." "Ach was, da wohn ich jetzt auch wieder! Wie heißen deine Großeltern zum Nachnahmen? Die kenn ich dann ja vielleicht sogar." "R...." "Nee jetzt, oder? Das waren unsere Vormieter!" xD

Es folgte eine Bestandsaufnahme sämtlicher gemeinsamer Bekannter und schließlich das Ergebnis, das wir uns vermutlich schon seit Kindesbeinen kennen und zusammen im Sandkasten gespielt haben ^^ Vom Rest des Software-Kurses, dem wir gerade folgen sollten, bekamen wir dann jedenfalls nicht mehr viel mit, da wir mehr damit beschäftigt waren, uns über diesen unglaublichen Zufall halbtot zu lachen und die neuesten Neuigkeiten über diverse (ehemalige) Nachbarn auszutauschen. 

Ich bin immer noch am Grinsen xDD

03.12.2010 um 22:19 Uhr

Die Welt ist ein Dorf...

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

...und RW liegt an der Hauptstraße!

Vor ca. 7 Jahren, als ich noch tänzerisch aktiv war, wurde mir mangels festem Tanzpartner mal ein solcher vom Boss persönlich zugeordnet, nennen wir ihn einfach mal...Klaus (es möge sich jetzt bitte niemand mit Namen Klaus angesprochen fühlen)! Der gute Mann war ein, ich sag's mal vorsichtig, etwas merkwürdiger Zeitgenosse und so war ich auch wenig verwundert (und einigermaßen erleichtert), als er plötzlich von einem Tag auf den anderen kündigte und nie mehr in der Tanzschule gesehen ward! Das ist, wie gesagt, schon einige Jährchen her...

September diesen Jahres war ich mit einer größeren Gruppe zwecks Geburtstagsfeier auf dem Konstanzer Oktoberfest und einige von diesen Leuten hab ich an dem Tag zum ersten Mal gesehen. Und als mir dann einer von diesen Leuten vorgestellt wird, fällt mir erstmal alles aus dem Gesicht: Der Typ sieht genauso aus wie mein ungeliebter Tanzpartner damals! Aber nein, er heißt ja anders und kennt mich eindeutig noch nicht, also tief durchatmen und aufhören, Gespenster zu sehen... (aber diese Ähnlichkeit!!! Das hat mich völlig fertig gemacht xD)

Vor einigen Wochen dann auf der Rückfahrt von einer Geburtstagsfeier: ich sitze mit mehreren Leuten im Auto, darunter auch dieser Kerl vom Oktoberfest. Plötzlich fragt einer der anderen Mitfahrenden eben jenen Typ: "Du sag mal, was macht eigentlich dein Zwillingsbruder, der Klaus?"

-> Ich: o.O Ah...

 Sachen gibt's, die gibt's gar nicht ^^

13.11.2010 um 12:53 Uhr

Wenn man nicht ALLES selber macht!!!

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da wollte ich gestern ein Päckchen verschicken. Bei der Post sagte man mir, der Spaß kostet 6 Euro, also 6 Euro gezahlt, Sache erledigt. Sollte man meinen. Stattdessen kommt das Päckchen heute zurück mit dem freundlichen Vermerk: "zu wenig Porto".

Was zum Teufel...?!!

Das Ding wurde doch in der Filiale gewogen und ich hab extra noch darauf hingewiesen, dass das ins Ausland geht, also sollten die 6 Euro doch wohl stimmen, oder?!? Mich verwirrten dann auch die zwei 1,70er-Marken, die das Päckchen zierten, wurde das fehlende Porto jetzt schon draufgeklebt, oder hä?? Dann dämmerte es so langsam: ich hatte zwar 6 Euro bezahlt, die gute Dame am Postschalter hatte allerdings, aus welchen Gründen auch immer, nur 3,40 draufgeklebt. Faszinierend. Natürlich haben jetzt schon alle Postfilialen zu. Und ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal zur Post komm, da ich ab Montag ja wieder den ganzen Tag in der Hochschule hock. Und das Ding braucht mindestens ne Woche, bis es ans Ziel kommt. Und dann wirds dort vielleicht gar nicht mehr gebraucht, bzw. die Person ist gar nicht mehr dort.

Ich könnte schreien, ich könnte heulen, ich könnte einfach nur ausrasten. Was ist denn das jetzt hier bitte wieder für eine Scheiße? Und die Eltern sind auch nur wieder am meckern "Geh weg, du kannst das nicht" "Mach gefälligst das" "Dauert das noch lange" "Lernen kannst du auch später/morgen noch" "Was hast du schon wieder für ein Problem"

ICH

HASSE

DAS

!

21.09.2010 um 22:27 Uhr

Männer in Unterhosen zu nächtlicher Stunde

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da geh ich gestern abend mit dem Hund spazieren, unschuldig und nichts Böses ahnend. Hör plötzlich hinter einer Hecke gedämpfte Rufe und Pfiffe hervorschallen. Dann flitzt in einiger Entfernung etwas kleines Vierbeiniges hinter der Hecke hervor und beim Näherkommen erkenne ich einen fröhlichen kleinen Pudel, der sich auch sofort begeistert auf unseren Hund stürzt, beschnüffeln, schwanzwedeln, etc. Immer noch Rufe hinter der Hecke, von wo der Pudel offenbar abgehauen ist ^^ Ich beschließe also einfach mal, unauffällig weiterzugehen, aber der Pudel möchte partout nicht von uns ablassen, läuft einfach mit, voller Freude über den neu gewonnenen Spielgefährten... Ich bleibe demzufolge stehen und halte Ausschau nach dem ominösen Rufer hinter der Hecke, begebe mich langsam in dessen Richtung, um ihm seinen Hund zurückzubringen - und erstarre, als sich in der Dunkelheit vor mir plötzlich eine Gestalt materialisiert. Eine männliche Gestalt. Geschätztes Alter: 60+. Mit nichts bekleidet als einer Unterhose.

Während ich noch überlege, ob mich meine Sinne trügen, kommt die Gestalt näher und selbst der wirreste Verstand könnte nicht eine solche Halluzination produzieren, also sammle ich meinen Unterkiefer wieder vom Boden ein und bemühe mich höflich um Konversation, indem ich reichlich kreativ sage:

"Ihr Hund?"

Zu wortgewaltigeren Äußerungen bin ich leider nicht fähig, denn nun möchte sich unbedingt ein albernes Kichern den Weg aus meinem Inneren nach außen bahnen.

"Ja, meiner... die Kleine haut dauernd ab! Romy, komm jetzt!" 

Dies sprach er und trat selbstbewusst und ohne Scham ins Laternenlicht, so wie Gott und die Wäschehersteller ihn schufen!

Dann packt er den protestierend winselnden Pudel, wünscht einen schönen Abend und verschwindet wieder hinter der Hecke.
Zurück bleibt eine leicht verwirrte und ziemlich belustigte Mademoiselle après samt enttäuschtem Hund.

Und wem werden wir wohl heute Nacht begegnen? ^^

19.08.2010 um 20:22 Uhr

17. August 2010 - Teil 3: "Was, schon?!!"

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Da es nach der Fertigstellung des Geschenks, der ominösen nächtlichen Begegnung vor dem Klo und einer Fress- und Schwätzrunde in der Küche (seltsamerweise werden sowohl Bruderherz als auch ich mit zunehmender Stunde immer kommunikativer) schon ziemlich spät in der Nacht war, wurde der halbherzige Beschluss gefasst, man könne die Nacht ja gleich durchmachen. Schließlich wollten wir ja am Morgen früh aufstehen, um mit dem Hund rauszugehen und Brötchen zu holen, damit das Geburtstagskind ausschlafen und sich dann an einem leckeren Frühstück laben konnte. Außerdem galt es ja noch das frische Grünzeug für das Gesteck zu holen.

Kurz darauf nahm Bruderherz von dieser Idee wieder Abstand, als ihn spontane Müdigkeit überkam, ich jedoch beschloss, die Sache durchzuziehen: wozu stapeln sich hier noch haufenweise aufgenommene Filme, Serien und Radiokrimis? Nach einer Episode "Legend of the Seeker" und zwei Hörspielkrimis war die Nacht immer noch nicht vorbei und ich war ob des einen Krimis etwas verstört (man sollte sich mitten in der Nacht wirklich nichts über totale Transplantationen anhören...) und wollte nun mit etwas "Schönem" unterhalten werden ^^ Also legte ich Musik auf... großer Fehler! Denn ca. eine Stunde vor dem Weckerklingeln schlummerte ich dann doch noch weg und man kann sich schon denken, was dann passierte. Richtig! Den Wecker überhörte ich komplett, übrigens ebenso wie mein werter Bruder. Folge: Das Geburtstagskind stand selbst auf um mit dem Hund Gassi zu gehen und Brötchen gabs natürlich auch keine... ups.... *schäm*

Nach etwa zweistündigem Halbschlaf schwang ich mich dann auch mal aus den Federn und war völlig neben der Kappe. Am liebsten hätte ich mich gleich wieder hingelegt, aber da war doch noch was...
Das Gesteck wurde mit frischem Grünzeug vervollständigt und überreicht, der Herr Papa machte sich auf zu einer kurzen Radtour, während Muttern anfing, die Wohnung zu schrubben und ich mich schon auf ein ausgiebiges Mittagsschläfchen freute. Leider hielt die Vorfreude nur so lange an, bis mir verkündet wurde, dass für den Nachmittag Gäste erwartet wurden.

Och nö...

Nicht nur, dass ich mir demzufolge nun das Nickerchen abschminken konnte, nein, ich wurde auch samt Bruder zum Einkaufen geschickt, die Gäste sollten schließlich keinen Hunger leiden.

Der Tag zog sich quälend langsam dahin, die Gäste kamen, ich schließ fast ein, während ich auf dem Sofa saß und dem Palaver zuhörte. Immerhin kam Stimmung in die Bude als eine Flasche Sekt geköpft wurde, um auf das Geburtstagskind anzustoßen:

Onkel: "Mein lieber Bruder, zu deinem 57. Geburtstag wünschen wir..."
Muttern: "Was?! Schon 57?!!"

Die folgende Szene wirkte wie aus einer Familienkomödie: alle Köpfe wandten sich synchron zu meiner Mutter um, offene Münder, schockiertes Schweige. Dann:

Muttern: "Was?"
Vater: "Also ich wundere mich jetzt doch ein bisschen..."
Tante: "Was soll das heißen, weißt du nicht, wie alt dein eigener Mann ist??"
Muttern: "Ich weiß ja manchmal nicht mal wie alt ich selbst bin..."
Onkel: "Jedenfalls: PROST!"

xD

Das war dann auch schon mehr oder weniger das Highlight der ganzen Veranstaltung gewesen.
Brüderchen verkrümelte sich wieder Richtung Freundin, ich dämmerte weiter vor mich hin, wurde nur durch Gassigehen mit dem Hund und ein nettes Telefonat kurzzeitig abgelenkt.
Nun sollte man meinen, ich wäre an diesem Abend früh zu Bett gegangen, was auch der ursprüngliche Plan gewesen war, allerdings hielten sich die letzten Gäste doch recht hartnäckig, so dass abzusehen war, dass ich auch noch den Abendspaziergang mit dem Hund unternehmen musste. Nachdem das dann auch erledigt war, fiel ich endlich ins Bett und schlief auch innerhalb weniger Minuten tief und fest. Halleluja.

18.08.2010 um 18:29 Uhr

17. August 2010 - Teil 2: Nächtliche Begegnung der dritten Art

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Nachdem wir also das Geschenk zu später Stunde so gut wie vollendet hatten, stellte Bruderherz fest, dass er Hunger hatte. Ich hatte auch etwas festgestellt, nämlich dass seit Stunden ein angefangener Blog-Eintrag vor sich hingammelte ^^ Während ich diesem noch zur Veröffentlichung verhalf und etwas Ordnung ins Zimmer brachte, ging Bruderherz schon mal in die Küche. Wenige Minuten später folgte ich ihm und wollte unterwegs noch den Router abschalten. Nun muss man wissen, dass sicher der Stecker für unseren Router aus, äh, praktischen Gründen in der Toilette befindet. Selbige war nun besetzt und ich vermutete meinen Bruder darin, denn der Rest der Familie schlummerte ja schon friedlich. Nachdem die Spülung betätigt worden war und die Tür sich geöffnet hatte, raunte ich ihm also im Dunkeln zu: "Stecker ziehen!" und schlich voran in die Küche.
Ich öffnete die Küchentür, am Tisch saß Bruderherz und löffelte Müsli.

"Hallo"
"Hi"

...

!!!

"Moment mal - wenn du hier bist... mit wem habe ich dann gerade im Flur geredet?!?"

Nach einem ausgiebigen Lachanfall (erwähnte ich schon mal, dass ich mich vortrefflich über völlig belanglose Dinge amüsieren kann?) kam man zu dem Ergebnis, dass ja nur ein Elternteil der nächtliche Klogänger gewesen sein konnte, aber:
Die Nachforschungen am nächsten Morgen brachten leider auch kein Licht ins Dunkel, eher im Gegenteil:
"Mama, warst du nachts auf dem Klo und ich hab dir gesagt, dass du den Stecker ziehen sollst?"
"Ich? Nö. War wohl Papa."
"Papa, hab ich dich nachts angequatscht wegen dem Stecker?"
"Ich? Nein, das war wohl jemand anders!"
"???"

Diese Begebenheit wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben...

 

Fortsetzung folgt

17.08.2010 um 21:19 Uhr

17. August 2010 - Teil 1: Oh, schon wieder Geburtstag...

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Aus irgendeinem Grund, den es noch zu erforschen gilt, kommt der Geburtstag meines Vaters jedes Jahr aufs Neue sehr "plötzlich". Man macht sich zwar schon Monate vorher Gedanken über mögliche Geschenke, doch zur Ausführung kommt es irgendwie nicht. Bis man dann zwei Tage vorher entsetzt feststellt: "Oh Gott, übermorgen ist ja schon der Geburtstag! Und wir haben noch kein Geschenk!! Waaahhh...."

So also auch dieses Jahr wieder geschehen. Als Geschenk war geplant ein Wellness-Gutschein bei einer örtlichen Masseurin, von der man sehr viel Gutes hört. Diesen Gutschein wollte ich gestern also noch auf die Schnelle besorgen. Klappte leider aus diversen Gründen nicht, also was tun? Weltuntergangsstimmung!

Doch dann: die rettende Idee! Den Gutschein einfach in Form von Bargeld darreichen, das Ganze noch ansprechend hergerichtet und verpackt. Aber wie???

Bruderherz entzog sich dieser Frage geschickt, indem er einfach Richtung Freundin abdüste. Ich düste schließlich auch ab, und zwar Richtung Stadtmitte, um das Geld zu holen und den Bastelladen aufzusuchen, in der Hoffnung, dort die nötige Inspiration zu finden. Während dieser Tour formte nahm dann tatsächlich auch so langsam eine mögliche Umsetzung Formen an. Vor Ort also das Nötige gekauft, auf dem Heimweg gebetet, dass es am Ende auch tatsächlich so rauskommen würde, wie geplant:
Gedacht hatte ich an eine Art asiatisch anmutendes Gesteck, denn besagte Masseurin ist Thai und bietet auch traditionelle Massagen an. Nicht, dass ich irgendeine Ahnung von Ikebana hätte, aber in diese Richtung ging der wagemutige Plan ^^

Zuhause angekommen wurden dann Pinsel geschwungen, Tempos zerrissen, Schachteln beklebt, Zweige bemalt, Blumen angefertigt und Geldscheine gefaltet und nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum nahm die Sache tatsächlich immer mehr eine konkrete Gestalt an. Und die Sache wäre sicher um einiges schneller zu bewerkstelligen gewesen, hätte ich mich nicht dazu hinreißen lassen, nebenbei noch anregende virtuelle Unterhaltungen zu führen -.-

Als gegen 23 Uhr Bruderherz sich dazu herabließ, wieder heimische Gefilde aufzusuchen, war ich immer noch am Werkeln und spannte ihn gleich mal für die "minderen" Arbeiten ein. Irgendwann wollte ich ja schließlich auch noch ins Bett! Wir bastelten und probierten weiter und um halb zwei waren wir dann tatsächlich fast fertig.Komplettieren wollten wir das Gesteck (welches wir übrigens sogar recht gelungen fanden, dafür, dass wir eigentlich keine Ahnung hatten ^^ *sich selbst auf Schulter klopf*) mit einigen frischen Zweigen, welche wir am frühen Morgen beim Gassigehen und Brötchenholen noch klauen holen wollten. 

Doch es sollte alles anders kommen und die Nacht war noch lange nicht zu Ende...

 

Fortsetzung folgt

20.06.2010 um 20:40 Uhr

Ein Nachruf.

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

Oh, wie windet sich mein Herz in Wehmut und nie gekannter Qual! Obwohl bekannt, bewusst und absehbar, dass eines fernen Tages sich unsere Wege trennen werden, trennen müssen, denn so ist der Lauf der Dinge, das Gesetz der Natur, Gottes Wille. Und dennoch, dieser Schmerz!

Ach, erst gestern scheint mir der Tag gewesen zu sein, an dem sich unsere Wege kreuzten, an dem du helfend uns zur Hilfe kamst, in höchster Not uns wieder aus dem Schmutze zogst, uns strahlend neue Hoffnung schenktest, rein und und unschuldig, und fortan treu uns dientest, fast mein ganzes Leben lang.
Oh, wie wir dich hin und wieder traktierten! Luden dir oft zu viel der Arbeit auf, zu viel der unappetitlichen Aufgaben. Doch ohne Murren, ohne Straucheln erledigtest du alles zu unserer Zufriedenheit.
Als du ins hohe Alter kamst, wurde deine Zuneigung gar noch größer. Deiner allmählich zunehmenden Schwächen ungerührt tatest du weiterhin ergeben deinen Dienst. Die Freude, deine Arbeit tun zu dürfen, zeigtest du geräuschvoll und sprangst uns auf dem Höhepunkt deines Schaffens und zugleich deiner Begeisterung oft übermütig entgegen. Oh, wie oft haben wir uns ob dieser unerwarteten Liebesbekundungen erschrocken ans Herz gefasst! Und wie oft darüber lamentiert, unwissend, undankbar, wie wir waren! Ein wahrhaft ignorantes Volk! Doch waren wir stets zur Stelle, wenn es dir schlecht ging, taten alles, um dich zu kurieren, dich am Leben zu erhalten.

Nur unzulänglichen Ersatz für dich fand ich, als ich auf eigenen Füßen wandelte, fern dem Elternhause, fern der treuen Dienerin! Und du, dessen wohl bewusst, standest stets bereit, wenn ich, erdrückt vom Dreck und Abschaum dieser Welt in den Schoß der Familie mich flüchtete.

Und nun, ach, wie weh ist mir, kaum ertrage ich es, diese Zeilen zu verfassen! Nun geben sie dir letzten Endes doch den Gnadentod. Wohl ist es besser, denn konnten wir je wirklich wissen, je erahnen, wie sehr du littest, betrachtete man die Jahre, die du mittlerweile schon zähltest? Hättest du, oh treue Seele, bis zu einem qualvollen Tode weiterhin für uns geschuftet? Nein, das hätten wir nicht ertragen!
Und so schufen sie dich nun fort, fremde Hände packten dich grob und schleppten dich rücksichtslos davon zu einem unbekannten Ziel, entrissen dich dem Kreise der dich Liebenden, die letzten Endes nichts mehr für dich tun konnten und in tiefer Trauer zurückbleiben. Oh grausame Welt!
Nur schwer können wir uns trösten mit jener, die dich nun ersetzen soll, ein junges, eitles Ding, unvertraut mit unseren Wünschen, unseren Bedürfnissen, oft gar feindselig eingestellt.

So ruhe denn in Frieden und wisse, keine wird je deinen Platz in unseren Herzen einnehmen können, denn keine wird je so sein wie du.

Oh, du geliebte Waschmaschine.

07.06.2010 um 19:31 Uhr

Ja, es wird noch ein schlimmes Ende nehmen...

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

...mit mir!

Treue Leser meines Blogs dürfen sich ja öfters an den diversen Missgeschicken ergötzen, die mir mit erschreckender Regelmäßigkeit widerfahren: ob es nun heimtückische Attacken von Duschköpfen, Überschwemmungen oder blutig gelaufene Füße à la Aschenputtels Stiefschwestern sind, ständig begebe ich mich nichts Böses ahnend in die größten Gefahren und nicht selten landen diese Begebenheiten anschließend hier im Blog zur Unterhaltung der Massen.

So auch dieses Mal: Mademoiselle après lässt sich ja mittlerweile zur Buchhändlerin ausbilden und ihr neuer Arbeitsplatz ist ein einziger Hort der Gefahr. Unter anderem gibt es da diesen gefühlte fünf Tonnen schweren Zeitschriftenständer, der Schrecken aller Angestellten. Dieser muss nebst seinen harmloseren Artgenossen, den Kartenständern, täglich vors Haus geschafft werden, um die vorbeilaufende potentielle Kundschaft zum Geld ausgeben zu animieren. Dies gestaltet sich nicht als unbedingt als leichte Aufgabe, denn wie gesagt ist das verfluchte Teil sauschwer, hinzu kommen die schon etwas altersschwachen, ständig blockierenden Rollen, der wundervoll Reibung produzierende Teppichboden und, als wäre das noch nicht genug, die Türschwelle. Und an dieser scheiterte ich letzten Endes.

Mit Hilfe einer Kollegin rollte ich den Zeitschriftenständer gerade behutsam über die Türschwelle, als sich irgendwo irgendwas verhakte, sich der Schwerpunkt des gesamten Dings verlagerte und es sich langsam und anmutig gen Boden neigte. Wohlwissend, dass das Teil ordentlich was wiegt und bereits ausgestattet mit den diversen Horrorgeschichten meiner Kolleginnen über ähnliche Begebenheiten und die daraus entstandenen Verletzungen, tat ich also in diesem Moment das einzig Richtige und...
...warf mich dem Ding entgegen!

Tja, was soll ich sagen? Letzten Endes musste ich dennoch kapitulieren, denn selbst die vereinten Kräfte von acht Händen konnten gegen den Alptraum aus Metall, Papier und Druckerschwärze nichts ausrichten. Stattdessen ziert nun ein monströser, aber immerhin herrlich bunt gefärbter blauer Fleck in Form einer Gitarre (!) meinen rechten Oberschenkel und ein weiterer nicht minder prächtiger meinen rechten Oberarm. Bodypainting mal anders!

Und was lernen wir daraus?
Genau!
Die Medien richten uns zugrunde!

22.11.2009 um 21:52 Uhr

Sie nennen mich Panzerknacker

von: apres   Kategorie: Tage des Jammers

So entstehen also Gerüchte! Zufällig und in keinster Weise beabsichtigt stellt man irgendetwas an und schon wird man als kriminelles Subjekt hingestellt, tss!

Gestern hatte ich es irgendwie vollbracht, beim Aufschließen meiner Kassenschublade den Schlüssel abzubrechen (natürlich war der schon uralt und auch schon vorher total verbogen und überhaupt…) und natürlich steckte die eine Schlüsselhälfte immer noch im Schloss, was, wie sich der aufmerksame Leser eventuell denken kann, nicht unbedingt die optimalste Situation ist. Erste Beratungen waren fruchtlos, immerhin wagte jemand die Vermutung zu äußern, dass es irgendwo noch einen Zweischlüssel gäbe, wobei der in der aktuellen Lage ohnehin nichts brächte. Daraufhin eilte ein eifriger Kollege mit verschiedenen Magneten herbei und versuchte vergeblich, damit das Stück Metall hervorzulocken, unter den kritischen Blicken dreier Kassiererinnen („Das schaffst du eh nicht!“ „Doch, da ist mein Lohn drin..!“). Kollegin C. schlug schließlich vor, dem Ding mit einer aufgebogenen Büroklammer zu Leibe zu rücken, um es aus dem Schloss „herauszuangeln“. Gesagt, getan.
Die folgenden zwei Minuten gestalteten sich dann etwa folgendermaßen:

Ich: *bastel* *wurschtel* *grummel* *operier*

*klick*

*stille*

C.: „Du Panzerknacker!!“

„Aus Versehen“ hatte ich gerade erfolgreich meine eigene Kasse geknackt und durfte mir nun allerlei Mutmaßungen seitens meiner Kollegen über meinen hauptberuflichen Broterwerb anhören…
Einzig das Stück Schlüssel zeigte sich gänzlich unbeeindruckt und verblieb immer noch an Ort und Stelle. Also beschloss ich, schwerere Geschütze aufzufahren und griff zum Schraubenzieher! Ehrfürchtiges Niederknien bitte!
Wie sich die fröhliche Heimwerkerstunde dann gestaltete, sei hier nicht näher ausgeführt, nur dass nach dem Wiederzusammenbau irgendein vorwitziges Metallstück übrig blieb (so fühlt es sich also an, wenn man Möbel eines gewissen schwedischen Möbelhauses zusammenbaut…) und ich im Umgang mit dem Dietrich mittlerweile hervorragend geschult war. Und dass die Schlüsselhälfte selbstverständlich immer noch an Ort und Stelle war.

Da am Ende meiner Schicht niemand wusste, was man sonst noch tun könnte, wurden die Beratungen bezüglich des weiteren Vorgehens vorerst vertagt.

Nach uns die Sintflut…