Artemis

02.03.2012 um 16:11 Uhr

Die Göttin und ihre Darstellung im Patriarchat

von: Ischtar   Kategorie: Die Göttin   Stichwörter: Göttinnen, patriarchale, Geschichtsverfälschung, bis, heute

Leider begegnet mir bei meinen Recherchen über die Göttinnen in letzter Zeit gehäuft die absichtliche Desinformation über die Göttinnen. Und immer wieder werden diese Desinformationen unkritisch abgeschrieben und weiter gegeben. Besonders das sich in Männerhand befindende Wikipedia wird nicht kritisch hinterfragt. In ihrer absurdesten Form werden dabei weibliche Attribute oder gar die Weiblichkeit von Göttinnen geleugnet und in männliche Attribute umgedeutet. Ich sehe das als eine Art patriarchale Gehirnwäsche an, in dem ein Begriff in sein Gegenteil verkehrt wird, wie z.B. schwarz ist in Wahrheit weiss usw. Dies sind Auswüchse des vorherrschenden Männlichkeitskultes und vor allem der religiösen Männer, die sich nicht vorstellen können, dass das Göttliche auch weibliche Formen annimmt. Damit dies nicht nur eine Behauptung bleibt werde ich ein paar Beispiele aufführen.

Artemis Ephesos


Brüste sind Brüste

Ja, das gibt es. Es ist ein rennomierter Archäologe und Hochschulprofessor. Der die vielen Brüste der Artemis in "Stierhoden" umdeuten will. Es kann ja nicht sein, dass weibliche Macht aus Brüsten besteht, sondern soll aus zeugender männlicher Kraft sein. Dabei wird dann die Göttin lieber mit einem Tier, als mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht? Jede Frau, die alte Göttinnenstatuen kennt, weiss, dass die Weiblichen Attribute bei diesen immer besonders betont werden, wie z.B. bei der Venus von Willendorf, wo auch die Vulva betont wird. Warum: Weil es nunmal um Weiblichkeit geht und diese symbolisiert werden soll. So auch bei der Ephesischen Artemis. Dann wird gesagt, die vielen Brüste würden sonst der Jungfräulichkeit der Artemis widersprechen. Dies, anstatt zu erkennen, dass das beschränken der Muttergöttin Artemis auf die Jungfräulichkeit falsch war und nur eine spätere griechische Form der Artemis darstellt. Es beweist eher, das Artemis viel vielseitiger ist, als die Archäologie es wahrhaben will und sie in Wahrheit eine Personifikation der Großen Muttergöttin ist, genauso, wie eben auch die Jungfrau. Dies ist die korrekte Deutung. Viele der Anhängerinnen von Artemis wurden durch diese beschränkte Deutung schon vor den Kopf gestossen, da sie in ihrer Göttin viel mehr erkennen als die offizielle Mythologie. Frauen, ihr habt Recht, lasst euch nicht verunsichern, denn dies wird mit Methode gemacht.


Eine Göttin ist weiblich

Große Mutter

Urzeitgöttin

Ein weiteres Beispiel der Verleugnung der Weiblichkeit ist die Ausstellung im Landesmuseum Stuttgarter alten Schloss. Hier wird eine alte Göttin im Stil der Venus von Willendorf ausgestellt. Wieder einmal konnte ein religiös Patriarchaler Mensch es nicht ertragen, dass die Göttlichkeit auch weiblich sein kann. Das Schild unter dem Schmuckanhänger, mit deutlich sichtbaren weiblichen Attributen, lautet:
"Mensch. Es ist nicht geklärt, ob die Figur von einem Mann oder einer Frau getragen wurde."
AHA! Es wäre wohl zu lächerlich gewesen Mann, anstatt Mensch zu schreiben, da Brüste und Vulva deutlich zu sehen sind. Mit dem Wort "Mensch" wird ausserdem ungeschickt verschleiert, dass es sehr gewichtige Gründe und Forschungen gibt, anzunehmen, dass in der Steinzeit in einem großen Kulturkreis, die Gottheit in diesen Statutten verehrt wurde und dass diese Gottheit weiblich war: Der Kult der großen Göttin! 

Dies ist nur ein Beispiel.


Inanna und Ischtar

Das nächste Beispiel sind die Artikel, die die Wikipedia von sich gibt, über die Göttin Inanna, die ein Symbol für Weiblichkeit darstellt. Nach vielen Aufforderungen an die Redaktion und eigenen Löschversuchen steht der Satz immer noch drin, dank automatischer Widerherstellungsrobots kann der Autor alle Änderungen rückgängig machen. Soviel zum Gemeinschaftswerk bei Wikipedia. Das Satz des Anstosses: Es wird in beiden Artikeln der Satz angefügt: „Inanna konnte als männlich oder weiblich auftreten“ Wenn man sich fragt, wo diese merkwürdige Aussage herkommt, so wird in der Diskussion eine alte Version sichtbar, in der es heißt, Inanna wäre mit dem Morgenstern und Abendstern in Verbindung gebracht worden und dieser stehe für Männlichkeit, weil er in Zusammenhang mit der Sonne stehe. Abermals: „AHA!“ Dazu wird Literatur zitiert. Bei dem Artikel über Ischtar stand lange Zeit im Wortlaug der selbe Satz. Es wurde als Quelle jedoch eine andere Literatur zitiert. Dies zeigt, dass hier nicht ganz korrekt gearbeitet worden ist, sondern manipuliert werden soll.  Dieser Satz wurde bei Ischtar zum Glück inzwischen gestrichen. Aber auch der Betrug in Bezug auf falsche Quellenangaben wird dadurch weniger offensichtlich. 

Dazu Folgendes. Der Morgenstern und der Abendstern ist die Venus. Die Venus heißt Venus nach der römischen Göttin der Weiblichkeit: „Venus“, die mit den sumerischen, akkadischen und babylonischen Göttinen Istar und Inanna gleichgesetzt werden kann, oder auch mit der griechischen Aphrodite. Also ist der „Morgenstern“ auch ein Symbol für Weiblichkeit.

Warum der Morgenstern in Bezug zur Sonne stehen soll ist unersichtlich und es gibt auch keinen Zusammenhang zwischen Sonne und Ischtar oder Inanna. Das ganze ist einfach konstruiert,  um etwas mit Scheinargumenten zu beweisen, was schlicht falsch ist. Bei der Sonne wird es schwieriger, es kann ihr aber auch kein eindeutiges Geschlecht zugewiesen werden. In der deutschen Sprache ist sie jedenfalls weiblich. Obwohl für die Göttinnen Istar und Inanna eindeutig gesagt wird, dass es sich um Symbole für Weiblichkeit handelt, scheint es also unmöglich, diese inhaltlich falschen Aussagen aus dem Verkehr zu ziehen. Ich bitte euch daher, haltet eure Augen und Ohren offen und glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Lasst euer Gehirn nicht waschen: Weiblich ist Weiblich und nicht Männlich. Brüste sind Brüste und keine Hoden. USW. Ich hoffe, ich konnte euch für das Problem sensibilisieren, so dass ihr die Manipulationen in Zukunft selbst erkennt.