Berliner Tagebuch

01.07.2005 um 00:16 Uhr

Epiphanien

Wie abgedroschen ist das eigentlich? Der Spruch: Es sind die kleinen Dinge , die das Leben erst so schön machen.Nichts als eine sinnleere Phrase ohne jeglichen greifbaren Inhalt, oder?
Seit heute muss ich mich leider zu den Leuten Zählen die an diesen Spruch glauben. Es gibt ihn, den "perfect moment". Ich muss aber sagen, dass er, so bedeutungslos er im Nachhinein jetzt klingen mag, im Augenblick des Geschehens, eine solch emotionale Macht und Magie hatte,dass ich noch ganz perplex und einfach nur überglücklich bin, so etwas erlebt zu haben.
Es passierte im wohl annonymsten und unkommunikativsten Ort, neben dem Fahrstuhl, der berliner S-Bahn. Mir gegenüber sitzt ein Mann mit seiner laut quitschenden und wild herumfuchtelnden Tochter. Das Mädchen brabbelt unverständliche Sache legt sich quer über die ganzen Sitze, steht dann wieder auf um mit ihrem Spiegelbild im Fenster zu sprechen.Ihr Vater immer dabei und er albert mit ihr herum, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte.
Plötzlich, obwohl das Wort sich drastischer und dramatischer anhört als es gemeint ist, stellt sich eine Motz-Verkäuferin (Die Motz, für alle nicht Berliner, ist die hiesige Obdachlosen Zeitung.) und leiert in gewohnter Rutine ihren Text herunter und zieht dann los um das erhoffte Geld einzusammeln.
Der relativ junge Vater zieht ein 20 Cent Stück heraus gibt es seiner Tochter und sagt, ihr sie solle der Frau das Geld geben. Doch ohne zu Zögern hält das kleine Mädchen die Hand auf und sagt mit riesigen Kulleraugen:"Noch eins."
Der Vater zieht ohne wiederspruch noch eins heraus und gibt es ihr. Als die Frau an dem kleinen Mädchen vorbei kommt hält es ihr schütern die Hand mit den zwei kleinen Geldstücken hin. Die Frau bedankt sich außerordentlich freundlich und zuvorkommend für das Geld und zieht weiter.Sie steigt aus.
Mit dem feszinierendsten Blick auf Erden schaute das kleine Kind ihr nach.
Das wars. Normal, unspektakulär und vielleicht für einige auch langweilig. Doch es war so , unbeschreiblich schöne Situation.Es sind ganz einfache Situationen, aber sie sind sehr schön und sehr klar.Solche Momente kenne ich aus Ingmar Bergmann Filmen:Jemand sitzt einfach nur da und isst Erdbeeren, während ein Kind spielt.
Woody Allen sagt zu diesen Ereignissen:"All das sind Epiphanien. Große Momente von bestechender Banalität, die für immer im Gedächtnis bleiben." 


05.05.2005 um 13:08 Uhr

"Sairway to Havean"

Fragen wie: Heute sendet mein absoluter lieblings Radiosender "Radio Eins" ein 12 stündiges Special  unter dem Titel "Stairway to Heaven". Angelehnt an den gleichnamigen Led Zepplin Song und an dem heutigen Feiertag, wird sich mit dem Thema Ableben, Tod und Jenseits beschäftigt.Wie begegnen wir dem Tod? Was passiert mit unseren sterblichen Überresten? Was erwartet uns auf der anderen Seite? Welche Rituale gehören zum Sterben?

Außerdem sind alle Zuhörer aufgerufen worden, Songwünsche an die Redaktion zu schicken, die auf ihrer eigenen Beerdigung gespielt werden sollen.

Da überlege ich schon die ganze Zeit was ich mir aussuchen würde und ich weiß es nicht.Aber ich finde die Idee ganz witzig und werde mir bestimmt noch etwas einfallen lassen.

   

03.05.2005 um 13:08 Uhr

Endspurt

It's the final Countdown.Morgen gibt es die Zeugnisse für das vierte Semester.Aber ob wir nun das ABitur geschafft haben oder beschiehungsweise wie gut ider schlecht wir es geschaft haben, dass gibt es erst die Woche drauf.Derweil bereite ich mich noch  auf meine mündliche Englisch Prüfung vor, möge das die einzige sein!

Ansonsten bin erkältet. Mein linkes Nasenloch füllt sich alle 30 Sekunden mit wiederlichen Schleimhäten und wenn man mal zu doll schnäubt kommt noch ne ordentliche Portion roter Blutkörperchen hinterher. Eklig? Ja ihr müsst nur darüber lesen , ich muss damit leben.

Wiederlich, erkältet bei 26 °C Lufttemperatur, dass mach das Leben nicht leichter.

02.05.2005 um 14:13 Uhr

Rückwärts

Bei der ganzen Hülle von Filmen die ich als angehender Filmkritiker konsumiere, ist es schon ein erstaunlicher Vorgang, wenn ein Film einem besonders lange im Gedächnis bleibt und einen auch über einen längeren Zeitraum beschäftigt, denn machen wir uns nichts vor, die meiste Kinoware gehört sofort auf den Müll.
Spätestens seit der Nouvelle Vauge haben sich die Franzosen in der ersten Liga des Kinos/Films/Cinemas (kaum zu glauben aber alle drei Begriffe haben unterschiedliche Bedeutungen) etabliert. Was mit Truffaut und Chabrol begann, hält jetzt mutigerweise ein eher unscheinbarer Franzose fest. Francoise Ozon ist einer der wenigen weltbekannten Regiesseure,die von sich sagen könnnen, noch keinen Flop gedreht zu haben.

So hat er es auch geschafft mich mit dem genialen stillen Filmjuwel "5x2" mehr als nur zu inspieren.
Der Inhallt in Kurzfassung: Der Film erzählt in fünf Teilen die Geschichte der Ehe zwischen Marion und Gilles. Soweit nichts besonderes, aber Ozon erzählt die Geschichte rückwärts. Also beginnend mit der Scheidung und endend schließlich mit dem ersten Treffen.

Allein dieser kleine Gag, die Geschichte anders zu erzählen als 100 Hollywoodregiesseure es tun würden, lässt das ansonsten eher schon zur Gewohnheit verkommene Beziehungsdrama in einem neuen aufregenden Licht erscheinen.

Dabei ist die letzte Einstellung, in der Gilles und Marion zusammen ins Meer gehen, um mit der leidenschaftlich rotglühenden untergehenden Sonne in ihre ungewisse Zukunft zu schwimmen, wohl die beeindruckenste.

Wie schön wäre es doch im Voraus zu wissen ,dass die Ehe ein disaster wird, voller Leid Verluste und gewalt auf beiden Seiten. Wie würden wir uns verhalten, wenn wir schon im Voraus wüssten wie unsere Beziehungen enden oder auch nicht. Würden Menschen überhaupt noch Beziehungen eingehen?
Oder anders gefragt: In wieweit würden wir das Ende unserer Beziehungen wissen wollen?
Sollten Menschen ,die sich schon von vornherein als beziehungsunfähig erwiesen, da sie beispielsweise notorische Fremdgeher sind, überhaupt die Möglichkeit erhalten eine feste Bindung mit einem Partner eingehen, um ihn dann in Zukunft zu verletzten oder zu verlassen?

Wäre diese Entscheidungsart der Dolchstoß für das Leitbild des christlichen Familienbildes oder eine Art Antriebsmotor für die immer weiter greifende Singlekutur oder die der One-Night-Stand-Gesellschaft? Andererseits ,was ist schlimm daran das schlechte verletzende und böse von scih in vorrausschaunder Art von sich abzuwenden?

Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, sagt:"Jede lange und tiefe Beziehung beginnt mit einem Kurzschluß zwischen Herz und Hirn."
Da ist etwas dran. Und genau desahlb wäre die vollige Kontrolle über den Moment des Verliebens und Verliebseins unmöglich.

Also, nun zur zugegebenermaßen verstecken Ausgangsfrage des Filmes :Was beduetet es ein Paar zu sein?
Francoise Ozon lässt nur eine Antwort zu:Das Ertragen von Glück Trauer, Liebe, Leid und Hoffnung, um nich am leidvollen Gerüst der Beziehung zu zerbrechen.

26.04.2005 um 15:01 Uhr

Voice over IP

Ich habe gerade das Wunder der Internet Telefonie für mich entdeckt. Es ist fast schon süchtig machend.
Eigentlich ist diese Erfindung nicht wirklich neu, aber ich habe erst heute angefangen zu "Interfonieren" und was soll ich sagen


... total GEIL.


22.04.2005 um 22:39 Uhr

Viel und wieder nichts

Dass ich diesen Weblog tierisch vernachlässige hat, dass zum Teil gute Gründe und zum anderen Teil war es  reine Faulheit.

Mea Culpa! Ich werde mich jetzt wirklich wieder mehr meinem Blog widmen.

Aber irgendwie ist bei mir zur Zeit der Treibstoff aus. Frühjahrsmüdigkeit?
Man weiß es nicht.


Ja das wars eigentlich schon.

Notiz an mich =>

"Oh mein Gott die Eintrage müssen besser werden."

06.04.2005 um 16:23 Uhr

Sendepause

Endlich darf ich wieder eine Tastatur berühren *freu - lol.
Zu Ostern war Reisen angesagt. Hier und da, viele Verwante besuchen und ein wenig Ostern feiern.Zum Schluss der Ferien wurde es etwas traurig denn der Todesfall des Papstes hat irgendwie alle stärker betroffen als überhaupt vermutet.

Doch hier in Berlin geht jetzt ersteinmal alles in Richtung mündliche Abiturprüfung und dass verspricht wieder stressig zu werden...

to be continued

16.03.2005 um 21:29 Uhr

"All in" - "Call"

Gestern offenbarte sich mir im Fernsehn eine ganz neue Art von Sport. Der Kartensport und seine Königsdisziplin => Poker. Auch wenn es grenz debil ist,wurde gestern das Poker Halbfinale irgendeines Wettbewerbes gezeigt und es warr total spannend, jedenfalls empfand ich das so.



Es gibt auch viel interessantes über das Pokern zu erfahren wenn man durch das Web surft, so handelt es sich beim Pokern um kein Glücksspiel , wie Wikipedia es uns erklärt:

"Während früher das Pokern als reines Glücksspiel angesehen wurde, wird es heute von vielen Pokerspielern eher als Geschicklichkeitsspiel bezeichnet. Spieler mit längerer Spielerfahrung gewinnen tatsächlich häufiger als die Spieler ohne.
Die österreichische Bundesregierung hat das Pokern deshalb ausdrücklich von ihrem Glückspielmonopol ausgenommen, mit der Begründung es handle sich um ein Geschicklichkeitspiel. Seitdem darf jeder gesetzlich ein Pokercasino eröffnen."



Ich bin jetzt richtig in Pokerfieber.Es ist ja richtig peinlich, wenn ich mich erinnere was ich früher als Poker bezeichnete. Lächerlich sage ich euch! Es gibt offiziell 7 Poker-Versionen und zahlreiche Variationen davon.Der nächste Abend mit meinen Kumpels wird ein Pokerabend ja das wird sicherlich witzig, auch wenn wir nicht Chips im Wert von 15.000 € setzten.
Bis dahin werde ich hier und hier nach Spieltipps und Strategien suchen.

12.03.2005 um 11:24 Uhr

„Montag Ich. Dienstag Ich. Mittwoch Ich. Donnerstag Ich.“

Das erste Wochenende seit langem, dass ich weder irgendwelches auswärtsspiele noch andere belanglose Termine habe. Zwei Tage nur für mich, keiner der mich nervt (und das tun viele) oder irgendwelche Bitten und Wünsche äußert. "Einfach ich, Zeit für mich",ich freu mich schon also dann ...

let the show begin

10.03.2005 um 17:14 Uhr

Ein Jahr Bloggen

Leise und klangheimlich ging ein Jubiläum an mir vorbei. Seit dem 19.Februar blogge ich schon ein Jahr!!! Wow dieses Jahr ging aber viel zu schnell vorbei.



Ein kleines Dankeschön an alle Leser/innen und weiterhin viel SPass am bloggen...

keep on surfing

09.03.2005 um 21:11 Uhr

Der Tod der Motivation

Was ist bloß lost. In den nächsten Tagen ist es schon ganze zwei Monate her, dass ich voll im Abistress stand und immer mehr wissen in mich hineinschaufelte, bis mein Kopf auf die Größe eines Kleinwagens anwuchs.
Morgen schreibe ich meine erste Klausur nach dem ABi und was ist ... nichts. Ich kann mich einfach nicht motivieren zu lernen. Jetzt zum Beispiel anstatt schön mich mit Logaritmusfunktionen und Substitutionsmethoden zu beschäftigen sitzte ich hier und surfe stupide im Web. Gleich nach der SChule hat mich der magische Bann der Videothek bezwungen und ich habe mir zwei Filme ausgeliehen , die man sonst am Wochenende etc. nicht bekommt, ja herrlich aber zurück zum Thema.Mir ist zwas schon klar, dass das vierte Semester auch enorm wichtig ist etc. aber es geht nicht , keine AHnung warum.
Dabei würde ich mich gerne an die Bücher setzten ... doch leider erscheint dann immer ein riesiger "Blue-Screnn" und die Festplatte bleibt leer.

Naja ganz so hoffnunglos ist die Lage ja vielleicht nicht.Es ist nicht so, dass ich über die morgigen Themen nicht weiß, schließlich ist Mathe ja mein LK-Kurs und das hat einen Grund ( den ich P.S. immer noch suche!!).Vielleicht hilft ja dieses Zitat:

MATHEMATIK ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herum zu führen.(ALBERT EINSTEIN)

Oh mein Gott schon so spät, ich üsste noch ler ...

ach vergess es

08.03.2005 um 21:15 Uhr

Aktuell

Unsere Schulhomepage ist alles andere als Aktuell. Oft dümpeln jahrealte Artikel dahin ohne richtig ernstgenommen zu werden. Doch es gibt da eine Sache, die der Page immer wieder unbeholfenen Aufschwung gibt, Eigenwerbung nämlich. Ja, so steht seit neustem ganzen oben, im Head der Site, protzig in einem schick-auffälligen Kasten folgendes:

Aktuell - Januar 2005: Die Welt am Sonntag berichtet, dass das Rückert-Gymnasium in Schöneberg zu den besten Gymnasien in Berlin gehört. Es belegt gemessen an den Abschlussnoten beim Abitur 2004 in Berlin den 8. Platz (2003: 11. Platz) und steht im Bezirk Tempelhof-Schöneberg an erster Stelle.


Na was bleibt da noch zu sagen...

07.03.2005 um 19:10 Uhr

Der Feuilletonist

Der wohl am meisten unbeachtetste Teil der Tageszeitung , ist der Feuilleton (der Kulturteil).Zu unrecht wie ich meine und um etwas Werbung für meinen lieblings Ressort zu machen habe ich deutschlands Tagesszeitungen durchgescheut und dort die besten Feuilletonartikel rausgesucht.

So sinniert MICHAEL RUTSCHKY in der tageszeitung über die Metapher "Ökosystem". Ist es eine organische Einheit der Natur oder doch nur eine Totalität?
Auf den Steinweg begibt sich Roland Albrecht von der Berliner Zeitung und stellt sein Buch "Das Museum der Unerhörten Dinge" vor.Dabei verfolgen wir Thomas Manns Stein-Fetisch und die ungeheuer starke Inspiration die von diesem scheinbar Seelenlosen Objekt für ihn ausging und sich in fast all seinen Werken , wenn auch nur angerissen, seinen Platz findet.
"Frau J. im Schnee-Ein SUCHBILD" von Rita Pokorny erschienen im Tagesspiegel, ist eine kurze Erzählung über die höchst ambivalente Beziehung der österreicher zu ihrer frischgebackenen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
In die Welt der World Wide Web begibt sich Jürgen Schmieder in der Süddeutschen Zeitung. In seinem Bericht mit dem interessanten Titel "Babysitter für den Ork" erfahren wir alles rund um den neuen Hype  der Internetrollenspiele die immer groteskere Züge annehmen, vollständig demokratisierte und rechtsstaatisierte Parallelwelten ersschaffen und dabei einen ganzen Wirtschaftszweig florieren lassen.
Über das einerseits skurill-witzige andererseits aber auch harsch-sexistische Verhalten des "neuen" Harvard-Präsidenten Larry Summers geht es in Uwe Schmitts Artikel "Naturwissenschaft ist nichts für Frauen" in Die Welt.
Doch den absoluten Höhepunkt bildet
Georg Diez Bericht "Die Armen sind die Avantgarde" aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Denn Diez beleuchtet die neuen Unterschicht Deutschlands, den "White Trash" unserer Gesellschaft und zeigt wie strafbar es wäre über diese Mesnchen einfach hinwegzuschauen, denn ihre jetzige Situation ist Vorprognose der jetzigen Mittelschicht.

27.02.2005 um 15:13 Uhr

Lange Nacht

Heute nacht wird ersteinmal gefeiert. Die Oscars werden vergeben und das ist für einen Cineasten wie mich so etwas wie Weihnachten.
EIgentlich wollte ich nur das loswerden ansonsten ... achja ich habe einen neuen IKEA-Stuhl, nach langen hin und her geschraube steht er, nur ich trau mich nicht mich zu setzen, man weiß ja nie, außerdem habe ich da schon böse Erfahrungen gemacht.

Wohnst du noch oder liegst du immer noch im Krankenhaus.

26.02.2005 um 20:15 Uhr

Samstagnacht (Poe)sie

Edgar Allan Poe
Der Rabe

Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich
müde über manchem alten Folio lang vergess'ner Lehr'-
da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her.
"'s ist Besuch wohl", murrt' ich, "was da pocht so knöchern zu mir her

das allein - nichts weiter mehr.

Ah, ich kann's genau bestimmen: im Dezember war's, dem grimmen,
und der Kohlen matt Verglimmen schuf ein Geisterlicht so leer.
Brünstig wünscht' ich mir den Morgen;- hatt' umsonst versucht zu borgen
von den Büchern Trost dem Sorgen, ob Lenor' wohl selig wär'-
ob Lenor', die ich verloren, bei den Engeln selig wär'-

bei den Engeln - hier nicht mehr.

Und das seidig triste Drängen in den purpurnen Behängen
füllt', durchwühlt' mich mit Beengen, wie ich's nie gefühlt vorher;
also daß ich den wie tollen Herzensschlag mußt' wiederholen:
"'s ist Besuch nur, der ohn' Grollen mahnt, daß Einlaß er begehr'-
nur ein später Gast, der friedlich mahnt, daß Einlaß er begehr':-

ja, nur das - nichts weiter mehr."

Augenblicklich schwand mein Bangen, und so sprach ich unbefangen:
"Gleich, mein Herr - gleich, meine Dame - um Vergebung bitt' ich sehr;
just ein Nickerchen ich machte, und Ihr Klopfen klang so sachte,
daß ich kaum davon erwachte, sachte von der Türe her -
doch nun tretet ein!" - und damit riß weit auf die Tür ich - leer!

Dunkel dort - nichts weiter mehr.

Tief ins Dunkel späht' ich lange, zweifelnd, wieder seltsam bange,
Träume träumend, wie kein sterblich Hirn sie träumte je vorher;
doch die Stille gab kein Zeichen; nur ein Wort ließ hin sie streichen
durch die Nacht, das mich erbleichen ließ: das Wort "Lenor'?" so schwer -
selber sprach ich's, und ein Echo murmelte's zurück so schwer:

nur "Lenor'!" - nichts weiter mehr.

Da ich nun zurück mich wandte und mein Herz wie Feuer brannte,
hört' ich abermals ein Pochen, etwas lauter denn vorher.
"Ah, gewiß", so sprach ich bitter, "liegt's an meinem Fenstergitter;
Schaden tat ihm das Gewitter jüngst - ja, so ich's mir erklär';-
schweig denn still, mein Herze, lass mich nachsehn, daß ich's mir erklär':-

's ist der Wind - nichts weiter mehr!"

Auf warf ich das Fenstergatter, als herein mit viel Geflatter
schritt ein stattlich stolzer Rabe wie aus Sagenzeiten her;
Grüßen lag ihm nicht im Sinne; keinen Blick lang hielt er inne;
mit hochherrschaftlicher Miene flog empor zur Türe er -
setzt' sich auf die Pallas-Büste überm Türgesims dort - er

flog und saß - nichts weiter mehr.

Doch dies ebenholzne Wesen ließ mein Bangen rasch genesen,
ließ mich lächeln ob der Miene, die es macht' so ernst und hehr:
"Ward dir auch kein Kamm zur Gabe", sprach ich, "so doch stolz Gehabe,
grauslich grimmer alter Rabe, Wanderer aus nächtger Sphär'-
sag, welch hohen Namen gab man dir in Plutos nächtger Sphär'?"

Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

Staunend hört' dies rauhe Klingen ich dem Schnabel sich entringen,
ob die Antwort schon nicht eben sinnvoll und bedeutungsschwer;
denn wir dürfen wohl gestehen, daß es keinem noch geschehen,
solch ein Tier bei sich zu sehen, das vom Türgesimse her -
das von einer Marmor-Büste überm Türgesimse her

sprach, es heiße "Nimmermehr."

Doch der droben einsam ragte und dies eine Wort nur sagte,
gleich als schütte seine Seele aus in diesem Worte er,
keine Silbe sonst entriß sich seinem düstren Innern, bis ich
seufzte: "Mancher Freund verließ mich früher schon ohn' Wiederkehr -
morgen wird er mich verlassen, wie mein Glück - ohn' Wiederkehr."

Doch da sprach er, "Nimmermehr!"

Einen Augenblick erblassend ob der Antwort, die so passend,
sagt' ich, "Fraglos ist dies alles, was das Tier gelernt bisher:
's war bei einem Herrn in Pflege, den so tief des Schicksals Schläge
trafen, daß all seine Wege schloß dies eine Wort so schwer -
daß' all seiner Hoffnung Lieder als Refrain beschloß so schwer

dies "Nimmer - nimmermehr."

Doch was Trübes ich auch dachte, dieses Tier mich lächeln machte,
immer noch, und also rollt' ich stracks mir einen Sessel her
und ließ die Gedanken fliehen, reihte wilde Theorien,
Phantasie an Phantasien: wie's wohl zu verstehen wär'-
wie dies grimme, ominöse Wesen zu verstehen wär',

wenn es krächzte "Nimmermehr."

Dieses zu erraten, saß ich wortlos vor dem Tier, doch fraß sich
mir sein Blick ins tiefste Innre nun, als ob er Feuer wär';
brütend über Ungewissem legt' ich, hin und her gerissen,
meinen Kopf aufs samtne Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr -
auf das violette Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr,

doch nun, ach! drückt nimmermehr!

Da auf einmal füllten Düfte, dünkt' mich, weihrauchgleich die Lüfte,
und seraphner Schritte Klingen drang vom Estrich zu mir her.
"Ärmster", rief ich, "sieh, Gott sendet seine Engel dir und spendet
Nepenthes, worinnen endet nun Lenor's Gedächtnis schwer;-
trink das freundliche Vergessen, das bald tilgt, was in dir schwer!"

Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Ah, du prophezeist ohn' Zweifel, Höllenbrut! Ob Tier, ob Teufel -
ob dich der Versucher sandte, ob ein Sturm dich ließ hierher,
trostlos, doch ganz ohne Bangen, in dies öde Land gelangen,
in dies Haus, von Graun umpfangen,- sag's mir ehrlich, bitt' dich sehr -gibt es - gibt's in Gilead Balsam?- sag's mir - sag mir, bitt' dich sehr!"

Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Ah! dann nimm den letzten Zweifel, Höllenbrut - ob Tier, ob Teufel!
Bei dem Himmel, der hoch über uns sich wölbt - bei Gottes Ehr'-
künd mir: wird es denn geschehen, daß ich einst in Edens Höhen
darf ein Mädchen wiedersehen, selig in der Engel Heer -
darf Lenor', die ich verloren, sehen in der Engel Heer?"

Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Sei denn dies dein Abschiedszeichen", schrie ich, "Unhold ohnegleichen!
Hebe dich hinweg und kehre stracks zurück in Plutos Sphär'!
Keiner einz'gen Feder Schwärze bleibe hier, dem finstern Scherze
Zeugnis! Laß mit meinem Schmerze mich allein!- hinweg dich scher!
Friß nicht länger mir am Leben! Pack dich! Fort! Hinweg dich scher!"

Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

Und der Rabe rührt' sich nimmer, sitzt noch immer, sitzt noch immer
auf der bleichen Pallas-Büste überm Türsims wie vorher;
und in seinen Augenhöhlen eines Dämons Träume schwelen,
und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer

meine Seele - nimmermehr.

26.02.2005 um 20:10 Uhr

Keine Pläne für das Wochenende.

Da bin ich wieder. Sitze und überlege, was ich am Wochenende anfangen werde. Freitag musst eich mich wieder den ganzen Abend quälen lassen danach? Ich weiß es nicht. Vermutlich mache ich gar nichts oder ich lese - endlich - weiter in meinem neuen Buch "Tortillia Flat" von John Steinbeck, das Alexandra mir geschenkt hat.

24.02.2005 um 22:16 Uhr

Vom Katzenfick und Saddisten

Ich komme gerade vom Training sehe nicht nur aus wie ein Wrack ich fühl mich auch wie eins.
Zunächst grausames Krafttraining; Schweiß,alte und baufällige Geräte knallen und knacken im Hintergrund; Ich fühl mich wie Rocky.
Eine Stunde später im Wasser; 10x50m schwimmen mit Sprüngen, dann 10x25m Beine; meine Muskeln ziehen sich krampfartig zusammen, mein Puls liegt bei guten 220 und ich schwitze obwohl ich im Wasser bin.
Dann Zirkeltraining. Eine Gruppe schwimmt, die andere spielt 3 gegen 3 und die andere Gruppe, ja die macht eine seltsame Kraft-Schwimm-Lauf-Übung die alle zum kotzen bringt. Eine wunderbare Mischung aus Sit-ups, Liegestütze, einer nassen 25m Laufsrecke (wobei ich mich frage wozu ich als Wassersportler laufen soll) , Kniebeugen und dem Katzenfick.
Ja Katzenfick, ich setze hier auch nicht in Anführugnsstriche, denn unser schottischer Trainer scheint wohl diese Übung schon immer so gennant zu haben.Gelächter.
Kurz zur Information, beim Katzenfick handelt es sich letztendlich um eine sehr abgewandelte Form der Liegestütze:"... es ist als ob man eine Katze ...---... "
Wechsel, wechsel, viele Pfiffe und so wie ein Rausch in einem riesigen Kater endet, endet auch das heutige Training. Ein Schotte und ein Pole unser Donnerstagabend Trainerduo entpuppen sich (ich will nur anmerken, dass nicht überraschend ist) zu richtigen Saddisten und ich glaube in ihren Augen viel Schadenfreude zu enddecken.Sie rechen sich wohl für das was ihre Trainer ihnen angetan haben, verständlich aber trotzdem brutal und saddistisch.

Halbtot und der Ohnmachte nach stehe ich vor meiner Haustür, wie ich dort hingekommen bin ist mir ein Rätsel, aber eines ist sicher gelaufen bin ich nicht ...

21.02.2005 um 17:52 Uhr

Bild der Woche


Schwarze Zeiten?


 

10.02.2005 um 15:35 Uhr

(BÄR) - linale


             

Heute beginnt die Berlinale, ich werde die nächsten Tage ein ausführliches Tagebuch über meine Erlebnisse rund ums Festival anfertigen. Aber ich hab mich entschieden diesen Blog dafür nicht zu nutzen sondern bin, zwecks Promotion, auf meinen Filmkritker-Blog übergesprungen. Thematisch passt es sicher mehr dort hinein, doch keine sorgen, ich werde neben knallharten Tops und Flops probieren etwas vom ganz speziellen Flair der Berlinale zu überbringen.

Let's get the Party started.

09.02.2005 um 18:53 Uhr

19

Ersteinmal die schlechten Nahrichten: Ich kann weder fleigen, die Wände hochkrabbeln, noch schießen mir coole Laserstrahlen aus den Augen, noch habe ich einen Röntgenblick mit dem ich Frauen unter die Kleider gucken kann. (Schade )

Aber der gestrige Tag war schon toll. Ich habe mich zunächst entdreistet und habe mir einen Tag frei genommen (geiles Gefühl ) Tausende von Menschen haben mir Gratuliert und mich mit tausenden von Geschenken  beschenkt (auch ein geiles Gefühl )

Leider sprang wieder keine halbnackte Frau aus meiner Torte. Egal ich werde weiter träumen und irgendwann passiert es , ich weiß es. *freu

Darunter will ich ein paar wenigen danken, von denen ich es zum Einen nicht erwartet hätte und zum anderen denen die mich gar nicht kennen.

Also danke an das team von dvdb.com, die mir mit folgender Mail gratuliert haben:

Hallo ... ,

das Team von dvdb.de-Community wünscht dir alles Gute zum Geburtstag!


Mit freundlichen Grüßen

Das dvdb.de-Community Team

Ha, da danke ich recht schön (obwohl ich vergessen hatte, dass ich dort über haupt mitglied bin , LOL ^^ )

OK weiter möchte ich mich beim Blogigo-Mitglied ROLLBLAU bedanken der mir schon nach Mitternacht gratuliert hat , mit folgendem Kommentar:

So, nun ist Zeit, zu gratulieren. Herzlichen Glückwunsch und ein wunderbares, interessantes neues Lebensjahr wünsche ich Dir. LG rollblau

rollblau: 08.02.2005 um 01:11 Uhr

Und wir wissen alle was das heißt, ja rollblaus Blog ist der beste der aller beste und ich verlange von jedem , dass er mindestens einmal täglich seinen Blog besucht, ich werde es auf jeden fall tun.

 
Last aber sicherlich not least ist jemand, mit dem ich mich in letzter Zeit nicht ganz so gut verstanden habe, doch die gestrige E-Mail nehme ich als Fridensangebot an und sehe wieder besseren Zeiten entgegen. Also hier die Mail:

Hallo ...


Unerfreulicherweise wurdest Du soeben virtuell heimgesucht...

Paul hat Dir die ganze Geburtstagstorte weggegessen.


Du fragst Dich, womit Du das wohl verdient hast? Nun, Paul
rechtfertigt diese Tat so:

"..hmm lecker! - Nein, nur Spaß! - Alles gute zum Geburtstag!"


In Deinen Augen war diese Tat ganz und gar nicht gerechtfertigt und Du
möchtest es Paul heimzahlen? Dann besuche bei
Gelegenheit...

Also an dieser Stelle an ganz herzliches Danke an alle die mich kennen und noch kennen lernen werden

CYA
      SOON