snails & whisky
Stimmung: nikotin entzug und schneckenschleim
ich bin soeben mit nackten füßen in eine ebenso nackt, große, glitschige schnecke getreten.
ich konnte grade noch den urschrei der mir auf den lippen lag unterbinden, hüpfte aber angewidert im halbdunkel, seramis-granulat um mich werfend und sagrotan-sprays herbei wünschend über unsere terrasse.
keine ahnung warum dieses dämliche vieh grade dann unter meinen linken fuß kriechen muss, wenn ich im dunkeln und abendlichen aktivitäts-rausch (ja sowas befällt mich manchmal, ich fürchte es ist erblich - mütterlicherseits) beschließe meine streng biologisch gezüchtete (und dementsprechend sauteure und vor sich hin krepelnde) aloe vera umzutopfen.
warscheinlich ist dies ausgleichende gerechtigkeit, kosmisch-karmische rache oder was weiß ich.
ich mag schnecken, echt. wirklich. das heißt ich mochte sie, fand sie sogar begrenzt niedlich, bis sie sich - im zusammengerotteten kollektiv mit gefräßigen raupen - an meinem mühsam und liebevoll gestaltetem gärtchen vergingen und meinen kürbis, die gurken, meine sehnlich erwarteten erdbeeren, die sonnenblumen, sämtliche petunien und die vergissmeinnicht annagten. sogar der pswychaktive feuersalbei ist total zernagt. seitdem träumte ich des nachts von kleinen fiesen, sich ständig vermehrenden nacktschnecken, die total high über meinen fleißigen lieschen schweben und fröhlich futtern.
meine friedliebende (allerdings auch gärtnernde mutter gab mir per telefon damals nur eine anweisung. sie bestand aus zwei worten: TÖTE SIE!!!!!!!
nun war ich ja bis letzte woche human, als ich aber gleich 4 biester aus meinen blumen entfernte (und im nachbarlichen garten ablegte *hüstel*, hatte ich genug, und buddelte eine plastikschüssel, gefüllt mit radler (richtiges bier hatten wir net da) ein. folge: 2 schleimige dinger starben in den alkoholischen fluten. ich hatte wirklich ein schlechtes gewissen, ungefähr 5 minuten lang.
der besuch meiner eltern war übrigens ganz ok. am freitag zickten wir usn ein wenig an, am samstag morgen auch. (bitchwitch kriecht um 9.00 Uhr morgens aus dem bett, mutter sitzt vorwurfsvoll im wohnzimmer, vater belegt WIE IMMER das bad. "wir sind schon seit halb aaaacht wach" - "pech, kann ich ja nix für. mama, es ist WOCHENENDE!!!!")
samstag abend hatte ich dann 3 freunde eingeladen, zum grillen mit meinen eltern. mein dad hatte noch einen kurdischen freund von sich geladen.
letztere verzogen sich dann (um kurz nach der herz-op udn reha) das berliner nachtleben zu erkunden. meien mom blieb bei uns, zu fortgeschrittener stunde sammelten wir uns um eine flasche whisky und viele kleine flaschen radler und sangen dann - sehr zum entsetzen eines anwesenden musikers - lieder von rheinhard lakomy (traumzauberbaum).
sind dann erst um 2.00 Uhr ins bett und meine - seit 2 wochen in rente befindliche mutter - krönte die nacht indem sie sich die subway to sally cd griff (herzblut) und aus dem booklet die lieder mit sang... ich war regelrecht schockiert! (war das dieselbe frau die immer brüllte: "MACH DIE MUSIK LEISER!!!"?)
heute mittag sind sie wieder gen ruhrpott getuckert. natürlich haben sie es geschafft mich inenrhalb von nicht mal 48 stunden mehrmals an den abgrund des wahnsinns zu führen (besonders mein vater ist da spezialist drinnen). aber vielleicht wurde das ganze etwas dadurch gemildert, das ich freitag abend en anruf bekam, das ich das ich ein (unbezahltes, aber immerhin, besser als hausfrau-dasein und wände anstarren) prakikum bekommen habe. ab morgen werde ich also in der redaktion einer berliner eso-zeitung sitzen und keine ahnung was tun.
ein bisserl mulmig ist mir schon, aber ich freue mich auch ziemlich drauf. dennoch : panik. werden die mich da überhaupt mögen? kann ich da überhaupt das leisten was die wollen? meine alte freundin namens selbstzweifel schlägt gerade wieder zu.
schönen rest-sonntag noch,
eure bitchwitch.


