buchfinder

26.02.2007 um 07:35 Uhr

Unterwegs zu...

von: buchfinder   Kategorie: Glück

Stimmung: saumäßig gut
Musik: Barbier von Sevilla - Arie des Barbiers by Rossini

Buchfinder1

 

Der Buchfinder ist in denn nächsten Tagen unterwegs zu Verlagsverhandlungen

und meldet sich wieder, wenn er zurück ist.

 

 

 

23.02.2007 um 09:31 Uhr

Leseprobe: Der Fluch des Eunuchen I. Kapitel/4.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

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I. Kapitel/4.Abschnitt

Edirne im Sommer 1444


„Niemals könnte ich so vermessen sein, das zu glauben“, versicherte Çandarlı Halil. „Die Vorliebe für die Schnelligkeit, die Ausdauer und die Härte arabischer Pferde sowie die Passion Eurer kaiserlichen Majestät für weiße Pferde haben mich bei meiner Suche geleitet.“

Mehmet2


Murat II. schaute seinen Großwesir an. Er dachte, dass es ein schlauer Schachzug des Mannes war, dem er vertraute, ihm einen solchen Gefallen zu tun. Pferde waren nicht nur seine Liebhaberei. Ein schnelles Pferd zu besitzen, entschied im Kampf oft über Leben und Tod. Und seiner Stute hatte er mehr als einmal sein Leben zu verdanken. Wie sehr er das Pferd schätzte, drückte der Padischah damit aus, dass er es Bayaad dheheb – Weißes Gold genannt hatte.
„Ein Pferd?“, wandte Bilâl fragend und mit einer Spur des Verständnisses nachsichtig lächelnd ein. Er war der einzige Bartlose unter den drei-en, was er bei genauer Betrachtung durchaus nicht als Mangel empfand. Eher war das die Ursache seiner Stärke über die Triebe, deren seine beiden Gegenüber oftmals vergeblich ver-suchten Herr zu werden. Diese männliche Un-vollständigkeit hatte ihm eine für seine Verhält-nisse unvorstellbare Machtfülle und Reichtum beschert. Galt er doch als einer der weisen Ratgeber des Padischahs, als einer der wenigen Vertrauten und als überaus vermögend.
„Ein prachtvolles Pferd ist mehr als ein Palast voller Gold!“, sagte er in dem Bewusstsein, so-wohl seiner Majestät als auch Çandarlı Halil Pascha zu schmeicheln.
„Es hat auch schon einen Namen, der meinen erhabenen Padischah an Bayaad dheheb erin-nern wird.“, sagte der Großwesir. „Bayaad almaas – Weißer Diamant!“
Wohl wissend, das Interesse des Sultans endgültig geweckt zu haben, versuchte er es noch zu steigern: „Das Ross ist bereits hier in Edirne. Es steht in meinen Stallungen. Wann immer mein erhabener Gebieter diesen weißen Traum zu sehen wünscht, kann es hergebracht werden.“
Çandarlı Halil sah, wie der Sultan mit sich rang, seinem Wunsch nach Besichtigung des Pferdes augenblicklich nachzugeben. In Erinnerung an einen Lieblingsplatz seines Padischahs, fuhr er aufreizend fort: „Eure kaiserliche Majestät könnten gleich einen Proberitt hinüber zur Maritza machen, um zu sehen, wie hoch der Wasserstand der Tunça ist und ob die Schiffe mit dem Getreide nun endlich anlanden und entladen werden können.“
Klar, ja überdeutlich sah der Sultan sich damit konfrontiert, dass die Herren der Hohen Pforte abwehrend auf seinen Wunsch, sich ins Privatleben nach Magnesia zurückzuziehen und Mehmet auf den Thron zu setzen, reagierten. Freilich würde er das so nicht durchgehen las-sen.
Ohne auf den Vorschlag seines Großwesirs einzugehen, erwiderte der Sultan daher: „Man soll nicht vergessen, dass ein Wort eines Sul-tans gilt. Ich bin der Vertreter Allahs auf Erden. Wie Würmer werde ich diejenigen zertreten, die sich meinen Wünschen widersetzen.“
„Mein Padischah, erlauchte Majestät“, hob Çan-darlı Halil an. Er wusste, wie weit er seinem weltlichen Herrn und Kalifen widersprechen konnte, ohne in Ungnade zu fallen. Deshalb wählte er seine Worte mit Vorsicht und immer darauf bedacht, das Licht der Sonne über dem Herrscher scheinen zu lassen. Sein Wider-spruch musste aussehen wie eine Zustimmung und dem Sultan eine Hintertür offen lassen, durch die er würde auf den Thron zurückkehren können. Es war ein Drahtseilakt. Aber die Çan-darlıs waren es gewohnt, ihre Stellung durch die Gewandtheit ihrer Zunge zu sichern.
Als die kaiserliche Majestät ihn herausfordernd anschaute, begriff Çandarlı Halil Pascha, dass er mit seinen Gedanken zu weit abgeschweift war.
„Nie könnte ich so vermessen sein“, erklärte er unterwürfig, „mich der erhabenen Weisheit meines Padischahs zu verschließen. Es ist mehr als wahr, dass Ihr an der Spitze des Heeres schon genug Feldzüge im Kampf für den Glauben unternommen habt. Mein Padischah möge jedoch bedenken, wie jung sein Sohn Mehmet ist. Heißblütig, ja. Aber verfügt er über die nötige Erfahrung, einen Krieg zu führen, siegreich zu sein, wie Eure Majestät“, schmei-chelte der Großwesir trotz der Erinnerung an die gerade erlebte Niederlage vor Belgrad. Die Belagerung der Stadt musste ohne militäri-schen Erfolg abgebrochen werden. Die Kara-manen nutzten diese für die Osmanen un-günstige Entwicklung an der europäischen Front, um sich der osmanischen Hegemonie in Kleinasien zu entledigen. Also musste ein Teil der Armee eingesetzt werden, um den Kara-manen eine Niederlage beizubringen. Bei der politischen und militärischen Gesamtkonstel-lation aber kam der Sultan nicht umhin, in diesen Tagen den besagten Friedensvertrag in Szegedin abzuschließen.
„Für die Erfahrung ist mein Großwesir da. Ihm obliegt es, meinen Sohn richtig zu lenken!“, entgegnete der Sultan, um dann den Bilâl fordernd anzuschauen: „Und für den Ausgleich seiner Seele wird mein Kislar Ağa sorgen!“

Copyright aller Inhalte © George Tenner
Vervielfältigen von Texten und Bildern nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers.
Zitieren nur mit Quellenangabe.

22.02.2007 um 17:03 Uhr

Der Fluch des Eunuchen I. Kapitel/ 3.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: gut
Musik: Filmmusik von Nino Rota

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I. Kapitel/3.Abschnitt


Edirne im Sommer 1444

Nun nickte er fast unmerklich dem Ulema Saladdin Yilmaz zu, der nun seinerseits mit einem Gebet den osmanischen Streitkräften Lob zollte.
„Bismi-llahir-rahmani-rahim la-ilaha-il-allah ilahahn wahida  wa nahnu lahu muslimun" begann der Ulema, „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Einzigen, und wir ergeben uns Ihm!"
Nachdem er die Eingangsformeln verkündet hatte, fuhr er fort: „Und ER verleiht seinen Streitkräften Würde, Ruhm und Ehre, und ER vernichtet die feindlichen Streitkräfte allein. So ist das gesamte Königreich sein und sein ist aller Lob. ER macht lebendig und tötet, und ER tötet und macht lebendig. ER ist lebendig, ohne jemals zu sterben. In seiner Hand ist alles Gute, und ER hat die Macht über alle Dinge - Biadhihil-chair wa huwa ala kulli schay-in kadir!"
Als der Mufti seine Rede beendet hatte, klatschte der Padischah einmal in die Hände, und sofort eilten die weißen Eunuchen zum Tisch.
Der für die Dienste innerhalb des Großherrlichen Hauses zuständige Leiter, der Akağa Taylan, ein weißer, überaus groß gewachsener Eunuch unbestimmten Alters, überwachte aufmerksam die Arbeit seiner Mitarbeiter, die nun bestrebt waren, sowohl das Kaffeegeschirr als auch die Schalen mit dem übriggebliebenen Obst abzuräumen.
„Ihr habt recht getan, mein Saladdin!" sagte der Sultan zu Ulema Saladdin Yilmaz. „Das siegreiche Heer im Namen des HERRN zu loben, ist uns Verpflichtung." Er drehte sich um, suchte die Augen Akağa Taylans und bedeutete ihm, dass die weißen Eunuchen den Raum zu verlassen hätten.
„Wie Ihr wisst, habe ich vor einiger Zeit prachtvolle Beschneidungsfeiern für meine Söhne veranstaltet", sagte der Padischah, als er mit den Männern der Hohen Pforte allein war. „Ich hatte andere Pläne, aber nun ist Alaeddin, mein Ältester, heimgegangen zu Allah. Er wird eingehen in den Garten des Paradieses. Siebenundsiebzig Jungfrauen werden ihn in den Kitab der Unvergänglichkeit begleiten."
Ein ehrfurchtsvoll leises Gemurmel der Wesire bezeugte die Trauer über den Tod des jungen Mannes und zugleich das Verständnis für seine Unsterblichkeit in dem Garten des Paradieses Allahs.
„Ich habe ja wirklich schon genug Feldzüge im Kampf für den Glauben unternommen. Gerade erst bin ich vom Balkan zurückgekehrt, wo unsere Truppen weiter kämpfen", fuhr der Padischah fort. „Jetzt ist es an einem anderen, die große Aufgabe fortzusetzen. Es ist an der Zeit, meinen Sohn Mehmet auf den Thron zu setzen, denn ich will noch zu meinen Lebzeiten sehen, was für einen Großherrn mein Sohn abgibt."
Obwohl der Sultan erwartet hatte, dass es Einwendungen geben würde, ärgerte ihn die Bestürzung, die er mit dieser schicksalhaften Bestimmung auslöste.
„Außer Çandarlı Halil und Bilâl dürfen sich jetzt alle zurückziehen!", sagte der Padischah ärgerlich, und mit einer missmutigen Handbewegung entließ er die übrigen Würdenträger.
Wie aus dem Nichts tauchte der Akağa Taylan mit dem Trupp seiner weißen Eunuchen wieder auf, die sich eifrig darum bemühten, die Ordnung auf dem Tisch wiederherzustellen. Hinter dem würdevollen Akağa kam der oberste Tabakbewahrer mit dem kaiserlichen Nargileh, in dem ein kleines Stück glühender Holzkohle versenkt war, bereit, seiner Majestät den erforderlichen Anschub für den unerlässlichen Rauch zu gewähren. Und auch der oberste Kaffeekoch wartete wieder, um auf dem vorbereiteten, nun sehr heißen Holzkohlenbecken den Kaffee für den Kalifen zuzubereiten. Çandarlı Halil Pascha war sich einer überlieferten Sitte bewusst: Geschenke erhalten das Wohlwollen des Mächtigen. So hatte es Çandarlı Kara Halil Hayreddin Pascha, sein Urgroßvater gehalten, der hatte es seinem Sohn, Çandarlı Ali Pascha, gelehrt und der wiederum seinem Vater, Çandarlı I. Ibrahim Pascha, der seinerseits diese Erkenntnis an ihn selbst weitergegeben hatte, noch bevor er im Jahre 1439 das Amt des Großwesirs übernahm. Die Çandarlıs waren eine Großwesir-Dynastie, und er würde dafür sorgen, dass es so bliebe.
„Nachdem die geliebte Stute meines Padischahs vor kurzer Zeit durch einen Pfeil getötet wurde, habe ich nach einem gleichwertigen Pferd suchen lassen und bin fündig geworden", hob Çandarlı Halil an.
„Ihr wisst, dass es ausgeschlossen ist, ein solches Pferd zu ersetzen!", wehrte der Sultan ab.


 

21.02.2007 um 07:19 Uhr

Leseprobe: Der Fluch des Eunuchen I. Kapitel/2.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: saumäßig gut
Musik: Filmmusik: Jenseits von Afrika

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I. Kapitel/2.Abschnitt


Edirne im Sommer 1444


Obwohl als Letzter gekommen, begann Çandarlı Halil, nachdem ihm der Sultan mit einem Kopfnicken das Wort erteilt hatte, seine Rede: „Mein Padischah, Eure Majestät kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Darf ich daran erinnern, dass im Vorjahr der Ungar Johann Hunyadi ein Kreuzfahrerheer gegen uns Osmanen führte, das wir bei Niš zurückwerfen konnten und bei Jalovac vernichtend geschlagen haben? In diesem Jahr nun konnten wir in Szeged Frieden mit den Ungarn schließen. Freilich nicht zu unseren Ungunsten. Die Grenzen des politischen Machteinflusses der Osmanen blieben erhalten, und die Walachei wurde Ungarn tributpflichtig, was uns ebenfalls zugute kommt."
Seine Majestät, Murat II., gab dem Kaffeekoch das Zeichen, mit der Arbeit zu beginnen, und die weißen Eunuchen, die bereitstanden, die Herrschaften zu bedienen, versuchten, so geräuschlos wie möglich, die Tassen auf den Tisch zu bringen, um den Redefluss der hohen Gesellschaft nicht zu stören.
„Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden" hob der Sultan an. „Wir haben an unserem Hof eine Schlange genährt: Georg Kastriota, der einst als Geisel zu uns kam, eine einem Prinzen angemessene Ausbildung von uns erhielt und zu Allah, dem allerhöchsten HERRN, bekehrt wurde. Mit seinem Einsatz an der Front hat er uns so lange getäuscht, bis ihm im Vorjahr die Flucht gelang! Danach erklärte er sich als Christ und proklamierte die Unabhängigkeit Albaniens."
Das Gemurmel der erlauchten Gesellschaft ließ auf ihren Unmut schließen. Es war Verrat. Und den galt es zu rächen.
„Skanderbeg, so lässt er sich nun nennen, kämpft nicht ohne Erfolg gegen unsere Truppen, mein Padischah", wandte Çandarlı Halil ein.
„Mit den Ungarn und dem Papst im Rücken, der dieses Begehren gewiss unterstützt, scheint er mutig genug. Aber er sollte es aus höchst eigener Erfahrung wissen - wir lassen uns niemals von den Ungläubigen, diesen räudigen Hunden, besiegen!"
„Niemals, mein Padischah", beeilte sich Çandarlı Halil zu zustimmen. „Befehlen Eure allerhöchste Majestät meine ehrliche und ganz aufrichtige Meinung?"
„Ich befahl es bereits, als ich ihn zum Großwesir machte", sagte der Sultan launig. „Seine Meinung will ich hören, seine ungeschminkte Meinung, jetzt und immerdar!"
Çandarlı Halil schaute Zustimmung heischend in die Runde.
„Seit Eure erhabene Majestät den Befehl erteilte, den Ausbau des Militärwesens zu beschleunigen, haben die osmanischen Armeen an nahezu allen Fronten bedeutende Erfolge errungen." Er schaute zu dem für den Feldzugsdienst der Armeen zuständigen Ağa und sagte: „Semih Ağa, erläutere der erhabenen Majestät mit wenigen Worten die Entwicklung der Stärke unserer Truppen."
„Eure kaiserliche Majestät, die Eingliederung der Azep, der irregulären Fußtruppe, in unsere osmanische Armee und die Bildung der tapferen Janitscharentruppe haben diese triumphalen Siege möglich gemacht."
Murat II. machte eine ungeduldige Handbewegung.
„Mein Padischah", begann der Semih Ağa von neuem, „wir haben das System der Pencik weitgehend außer Kraft gesetzt. Grundsätzlich nur jeden fünften Knaben aus den eroberten Gebieten zu unserer Armee zu holen, wie es das Gesetz der Knabenlese ‚Devşirme' bestimmt, hätte zu erheblichen Engpässen geführt. Und es kann bei Allah, gelobt sei sein Name, jedem dieser Kinder nur gut tun, das Leben für den „einen Gott" einzusetzen." Er unterstrich seine Worte mit der Schahada: „La ilaha il-lal-lahu- Muhammad-ur- Rasul-ul-lah - Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Prophet!"
„Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Prophet!", sagte der Sultan ungeduldig. „Und nun fahrt fort!"
Während der Semih Ağa über die Truppenstärken und den gerade geführten Krieg sprach, dachte Murat daran, dass er diese ständigen Feldzüge zutiefst hasste. Hielten sie ihn doch von seinem Harem fern. Und sich mit einer seiner Frauen zu vergnügen, war allemal angenehmer als das ständige Gemetzel im Kampf. Er sehnte sich nach Ruhe. Aber überall, wo er auftauchte, war das Serail. Ob hier am Hof von Edirne oder auf irgendeinem Schlachtfeld. Im Augenblick genoss er die Stille, die der Palast ihm vor einer zudringlichen Außenwelt bot. Wozu hatte er eigentlich einen so klugen Großwesir wie Çandarlı Halil, wenn er die meisten Entscheidungen selbst treffen musste? Wesir bedeutete Lastenträger, weil er die Last zu tragen hatte, die sein Sultan ihm aufbürdete. Aber hier schien es eine verkehrte Welt zu sein. Er, Murat II., war der Kaiser, gleichermaßen Kalif und der evidente Schatten Allahs auf Erden. Er musste für alles und jedes zeichnen und bei dem großen Gott, das wollte er nun ändern. Der Großwesir ist mein Schatten, dachte er, so wie ich Allahs Schatten bin. Und so wie ich Allahs Willen auf Erden gehorsam durchzusetzen habe, hat Çandarlı Halil meinen Wünschen Gestalt zu geben.
Im Unterbewusstsein hatte er verstanden, was der Semih ağa vorgetragen hatte.

 

21.02.2007 um 07:01 Uhr

Zur Leseprobe: Erklärung der im Text verwendeten Begriffe

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: gut

Erklärung der im Text verwendeten Begriffe, damit es Sinn macht, zu lesen und den Inhalt zu verstehen. 

ağa

Titel für Würdenträger außerhalb des juristisch-theologischen Bereiches, etwa für Offiziere, Palasteunuchen etc

akağa

weißer Eunuch

akinci

'Stürmer', Angehöriger einer irregulären leichten Reitertruppe

Alkisch

Segensruf

Allah

arab. Bezeichnung für Gott (wörtl.: DER GOTT)

arz

feierliche Audienz beim Sultan

azep

(anfang irreguläre) Fußtruppe

Bostanci

Gärtner, Angehöriger der Leibgarde des Sultans -

Chasineder

Schatzmeister des Herams

devşirme

Knabenlese

Efendi

[türk.] Efendi, Herr; urspr. ein Ehrentitel, dann allg. Anrede; a Bey.

Emir

War urspünglich ein osmanischer Heerführer, bezeichnet heute einen Stammesführer und Fürsten.

Eunuchen

durch Kastration zeugungsunfähig gemachte Männer; bei den schwarzen EU. Sind nicht nur die Hoden, sondern auch der Penis entfernt worden.

gazi

-türk. ›Kämpfer im heiligen Krieg‹] Gazi, türk. Ehrentitel, verliehen an Sultane und Feldherren

Großwesir

1. Titel des türk. Minister-Präs. (bis 1922);

Hadsch

[arab.], Pilgerreise nach a Mekka, die jeder Muslim, der danach den Ehrentitel Haddschi führt, wenigstens einmal machen soll (a Islam).

Harem

[arab. harim ›verboten‹] der, die den Fremden verschlossenen Frauengemächer im islam. Haus; Gesamtheit der darin lebenden Frauen und Kinder; die Ehefrauen eines Muslim.

harem ağasi

schwarzer Eunuch

haseki sultan

Zu sog. Favoritinnen (haseki sultan) avancierten diejenigen Sultansfrauen, die ihm einen Sohn geboren hatten

Hodscha

Hodscha [pers.], (geistiger) Lehrer in der osman. Türkei.

Hohe Pforte

Bezeichnung für die osmanische Staatsspitze

Hohe Pforte

bis 1924 Residenz des Sultans in Konstantinopel; i. w. S. die Regierung des Osmanischen Reiches.

Imam

Hat mehrere Bedeutungen: 1. Führer, Vorbild 2. Vorbeter 3. Herrscher von Sanaa (Jemen) 4. Ehrentitel für bedeutende Theologen und Rechtsgelehrte

Janitscharen

[türk., yeni tscheri ›neues Heer‹], 1329 aus christlichen Kriegsgefangenen gebildete, durch christl. ›Kindertribute‹, später auch durch Türken aufgefüllte Elitearmee der türk. Sultane

Janitscharenaga

siehe ağa

kadın

bezeichnet die bis zu vier Gattinnen des Sultans

kadınlar saltanatı

Aufgrund ihres Einflusses auf die Staatsangelegenheiten erhielt die damalige Ära des 17. Jh. in der osmanischen Geschichtsschreibung den Namen "Weiberherrschaft" (kadınlar saltanatı).

Kaftan

[pers.-arab.-türk.], langer Überrock vorderasiat. Völker, vorn offen; als Kleidung orth. Juden eng geschnitten, vorn geknöpft.

Kalif

[arab. chalifa rasul Allah ›Nachfolger des Gesandten Gottes‹], Titel der Nachfolger a Mohammeds, die K. besaßen indessen weniger relig. Autorität als weltl. Mach

Kämmerer

1. früher: ein Hofbeamter; 2. BR Dtld.: der Leiter der öffentlichen Finanzverwaltung einer Stadtgemeinde (Stadtkämmerer).

kapikulu

Pfortenunmittelbare Truppen

Khan

Alter türkischer Herrschertitel, gleichbedeutend mit "Sultan".

Kiaja

Ortsvorsteher

Kislar ağa

das Oberhaupt der schwarzen Verschnittenen, denen er selbst angehört, führt die Oberaufsicht über die Odalisken und spielte ehedem eine sehr bedeutende Rolle auch in Staatsangelegenheiten,

Koran

[arab. ›Lesung‹] der die hl. Schrift des Islam als Sammlung der dem Propheten

Kurator

[lat.], 1. Vormund, Pfleger; 2. staatl. Beauftragter in der Verwaltung von Universitäten

Minarett

Turm einer islam. a Moschee (seit 8. Jh.; urspr. Leuchtturm), meist rund und schlank, auch viereckig oder spiralförmig, seltener pyramidenartig; vom M. aus ruft (heute meist mittels einer Lautsprecheranlage) der a Muezzin zum Gebet.

Muezzin

im Islam der Moscheediener, der tägl. fünfmal vom a Minarett aus (heute oft nur noch über Lautsprecher) die Gläubigen zum Gebet aufruft.

Mufti

islam. Rechtsgelehrter, der das Recht offiziell auslegt und Rechtsgutachten erst., M. von Istanbul den Titel Großmufti oder Sheik ul-Islam. Er war Kabinettsmitglied und dem Großwesir im Rang gleichgestellt.

Muslim

Bekenner des Islam

Nargileh

türkisch-pers. für a Wasserpfeife.

Odaliske

[türk.-frz.], weiße Haremssklavin.

Padischah

[pers. ›Schutzherr‹], pers. Fürstentitel, v. a. von osman. Sultanen

Pascha

[türk.], im Osman. Reich und z. T. in seinen Nachfolgestaaten Titel der obersten Beamten und Offiziere; in der Türkei 1934, in Ägypten 1953 abgeschafft.

Pencik

Fünftel

Petschaft

das Handstempel zum Siegeln

Sandschak

[türk. ›Fahne‹], bei den Türken urspr. Fahne als Symbol der Souveränität, dann der Belehnung; schließlich Bez. für die Lehnsgebiete (später die Verwaltungsbezirke). Für einige Gebiete als Name schlechthin üblich.

Schahada

das islamische Glaubensbekenntnis: ›Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist der Gesandte Allahs

Scheich

Bedeutet auf Arabisch "Ältester, Oberhaupt eines Stammesverbandes". Seit dem 13. Jahrhundert ist Scheich auch ein Titel des geistlichen und weltlichen Oberhaupts einer religiösen Bruderschaft.

Serail

›Großes Haus‹, ›Palast‹], allgemein: Palast und Regierungssitz des türk. Sultans; i. e. S. der Schloßbezirk des ehem. Konstantinopel

Sherif/Sharif

Titel der Nachkommen des Propheten

sipahi

Reitertruppe -Elite der Armee

Smyrna

griech. Name der heute türk. Stadt Izmir an der Westküste Kleinasiens.

Sultan

[arab. ›Herrschaft‹], Titel islamischer Herrscher, insbes. seit dem 11. Jh. bei Seldschuken und Osmanen.

timar

Pflege/Verpflegung

Ulema

der, islamischer Rechts- und Religionsgelehrter.

valide sultan

Sultansmutter

Wesir

Wesir [arab. ›Stütze‹, ›Träger‹], Bez. für Minister islamischer Staaten

yeni çeri

neue Truppe

 

21.02.2007 um 06:42 Uhr

Zur Leseprobe: Zur Aussprache ...

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

Zur Aussprache
der türkischen
Namen und Begriffe

 

Außer im Deutschen bereits fest eingebürgerten Begriffen wie »Janitschare«, »Hodscha«, »Padischah« etc. sind Eigennamen, Titel und Bezeichnungen weitgehend in originaler Schreibweise wiedergegeben. Anders als im Deutschen werden folgende Buchstaben ausgesprochen:

c dsch
ç tsch
ğ ein kaum hörbares gutturales g
1 dumpfer Vokal zwischen e und kurzem ü
s immer stimmlos, wie im Deutschen ss oder ß
ş sch
v w
y j
z stimmhaftes s


 

20.02.2007 um 10:35 Uhr

Leseprobe: Der Fluch des Eunuchen I. Kapitel/1-.Abschnitt

von: buchfinder   Kategorie: Bücher

Stimmung: saumäßig gut
Musik: Bach - "Bist du bei mir..."

I. Kapitel/1-.Abschnitt


Edirne im Sommer 1444

Seit Tagen brannte die Sonne erbarmungslos auf das Land hernieder. Doch nun kam ein lauer Wind von Osten über den Tunça-Fluss und umstrich zärtlich den Palast und die Gärten.
Aber weder dem Padischah Murat II. noch seiner Dienerschaft brachte er eine dringend notwendige Abkühlung.
Die Ablösung der äußeren Palastwache unterbrach einen kurzen Schlaf, dem sich der Sultan nach einem feudalen Mahl hingegeben und der weniger als den vierten Teil einer Stunde gedauert hatte. Die beiden hellhäutigen Eunuchen waren bemüht, seiner Majestät auch während seiner kurzen Ruhezeit mit großem Eifer frische Luft zuzufächeln.
Das Getrappel von Pferdehufen hatte ihn hochschrecken lassen, und ein lautes Kommando des befehlshabenden Ağa erinnerte ihn an die bevorstehende Zusammenkunft mit dem wichtigsten Teil seiner Ratgeber. Er erwartete die Wesire, deren Aufgabe es war, die ständig im Raum stehenden Kriege, die auch eine erhebliche Bedrohung für das Land darstellten und die der Sultan immens hasste, in den Griff zu bekommen. Nicht umsonst war er bestrebt, mit seinen europäischen Nachbarn und Vasallen in Frieden zu leben.
Doch auch Frieden, davon war Murat II. überzeugt, basierte auf einer starken Macht.
Ferner würden an der Beratung die Ağas, die für Nachschub und für den persönlichen Feldzugsdienst der Armeen sorgten, der Innenminister sowie der Groß-Mufti und Ulema der von Haci Alaeddin entworfenen Yildirim Bayezi Moschee, Saladdin Yilmaz, teilnehmen.
Seit der Padischah vor sechs Jahren den Bau der neuen Muradye Moschee mit den vier Minaretten in Auftrag gegeben hatte, gehörte der Ulema seinem Kabinett an und war ihm ein wichtiger Ratgeber in Glaubensfragen.
Blieben zwei weitere Männer, auf deren Rat er nicht verzichten mochte. Der Kislar Ağa Bilâl, seines Zeichens verantwortlicher Präfekt des Großherrlichen Harems. Diese vor unbefugten Augen streng abgeschirmten Gemächer wurden ausschließlich von schwarzen Eunuchen, der besonderen Kas- tration wegen, bedient; ihnen wurden nicht nur die Hoden, sondern immer auch der Penis entfernt. Bilâl, der schon zweimal zur Hadsch nach Mekka gepilgert war und der den Namen eines der wichtigsten Diener und Mitstreiter bei der Verbreitung der neuen Eingottesreligion des Propheten Mohammed gewählt hatte, der gleich ihm ein Mann schwarzer Hautfarbe gewesen war, besaß das Privileg, sich mit „Eure hohe Exzellenz" ansprechen zulassen. Gleichzeitig führte er den Titel Muschir und leitete den Vorstand aller kirchlichen Gebäude und milden Stiftungen. Manch einer nannte ihn ehrfurchtsvoll El-hadsch Bilâl. Der Pilger Bilâl. Er führte nicht nur den Oberbefehl über das Reich der schwarzen Eunuchen, sondern zeichnete auch verantwortlich für das Wohlergehen aller Mitglieder des Harems, voran für das der Sultansmutter. Aber auch für das der Sultansgattinnen, der Konkubinen, der Haremsdamen, obendrein einer Vielzahl Haremsschülerinnen und der im Harem befindlichen Sklavinnen hatte er zu sorgen. Darüber hinaus war er der Kurator der kaiserlichen Universitäten. Die Privilegien hatte er sich mit seiner unbedingten Loyalität dem Padischah gegenüber und seiner Glaubenstreue verdient, und der Sultan wusste nur zu genau, welche Persönlichkeit er mit derart weitreichenden Vollmachten ausgestattet hatte.
Der zweite noch fehlende Mann, den die Palastwache nun meldete, war Çandarlı Halil, sein Großwesir, der seit dem Wechsel vom Amt des obersten Heeresrichters ins Wesiramt den Titel Pascha erhalten hatte.
Mit einer einzigen Handbewegung beendete der Sultan die eifrige Arbeit der beiden Eunuchen.
An der Spiegelseite der Wand überprüfte er den Sitz seines weißen Seidenturbans und sein Aussehen insgesamt. Der sorgfältig gepflegte Bart unterstrich seine Erhabenheit. Sein rotes Chiffonhemd war mit Goldfäden durchzogen, und der Überwurf, den er trotz der Hitze angelegt hatte, bestand aus Brokat, einem gemusterten Seidengewebe, das mit Metallfäden durchzogen und mit schwarzen Perlen bestickt war.
Hinter ihm stand der Leiter der persönlichen sultanschen Dienerschaft, ein weißer Eunuch namens Ibrahim. Dieser hatte das Licht der Welt in Vršak erblickt, und der Vater des nunmehr herrschenden Sultans hatte ihn samt seiner Mutter von seinen Raubzügen aus dem Vasallenstaat Serbien mitgebracht.
„Euer erhabener Herrscher sehen prächtig aus wie immer", sagte er und erntete ein dankbares Lächeln des Padischahs. „Die erhabenen Herren der Hohen Pforte, die Eure Majestät herbeizitiert haben, sind nun vollzählig."
Noch immer lächelnd begab er sich zu dem mit kostbaren Wandteppichen ausgekleideten Raum im Erdgeschoß, den er für Besprechungen im kleineren Rahmen zu nutzen pflegte. Auf seinem Weg ging ihm durch den Kopf, wie die Würdenträger des Reiches seinen Plan aufnehmen würden, seinen zwölfjährigen Sohn Mehmet mit den Regierungsgeschäften zu betrauen. Die Männer, die er bestellt hatte, standen bei seinem Eintritt auf und verneigten sich ehrfurchtsvoll. Nur Çandarlı Halils Verbeugung fiel ein wenig bescheidener aus als die der anderen Männer. Der Padischah hatte es wohl bemerkt.
Die Großherrliche Küche hatte den obersten Kaffeekoch für diese feierliche Audienz aufgeboten. Der wartete auf ein Zeichen seines Sultans, um auf dem vorbereiteten Holzkohlenbecken den Kaffee für den Kalifen und dessen Besuch zu bereiten.

 

 Copyright by George Tenner 2007

Fortsetzung folgt

 

 

19.02.2007 um 21:29 Uhr

Ach, ich bin ein armes, einsames Mädchen

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

Ach, ich bin ein armes, einsames Mädchen

 

Sucht mich nicht am Himmel
ich bin ein Stern im Harem
glaubt nicht meinem Lachen, meiner Tänzelei
Ach, ich bin ein armes, einsames Mädchen

Hoffnungslos vermisse ich das geliebt werden
die blauen Gewässer des Bosporus spülen meine Trauer weg
die silbernen Spiegel zeigen nicht mein wahres Ich
auch wenn ich weiß,
die Tür steht offen, kann ich mein Käfig trotzdem nicht verlassen

Haremsfrauen

Niemals habe ich im Palast Zuneigung erfahren
Golden sind hier die Ketten der Sklaverei
auch wenn die Menschen mich um meine Mahlzeiten beneiden
Sehne ich mich so bald wie möglich in den Himmel

Sucht mich nicht am Himmel
Ich bin ein Stern im Harem
glaubt nicht meinem Lachen, meiner Tänzelei
Ach, ich bin ein armes, einsames Mädchen

19.02.2007 um 13:04 Uhr

Eine Köchin aus Illertissen - benimmt sich anständig!

Stimmung: gut
Musik: "Einigma" Fimmusik by Klassik-Radio

29.01.2007 um 04:05 Uhr

Eine Köchin aus Illertissen -

Ei kokke som badet i tjernet

 

Eine Köchin aus Illertissen
wurd‘ einmal vom Hunde gebissen.
Seither macht sie Strudel
mit Füllung vom Pudel
- und das noch mit gutem Gewissen!

 

Hier geht's zum Buch !!!

Oddvar hat den Pudel in einen Hecht verwandelt:

Ei kokke som badet i tjernet
ble bitt av ei gjedde i knærne.
Hun kjøpte fiskestang
og fisker dagen lang.
Om kvelden byr hun på gjedde svært gjerne.

Und so geht die Geschichte: Eine Köchin badete in einem Teich („tjernet“) und wurde dort von einem Hecht („gjedde“) in die Knie („knærne“) gebissen – autsch! Darauf kaufte sie sich eine Angel („fikestang“) und fischte den ganzen Tag lang. Abends bietet sie ihren Gästen dann sehr gerne Hecht an – wahrscheinlich auch noch „mit gutem Gewissen“!?

Oddvars Anmerkungen zur Aussprache:

tjernet gespr. tjærne
gjedde gespr. jedde
gjerne gepr. jærne

Copyright © by Brigitte Stolle  

Veröffentlichung mit der feundlichen Genehmigung der Autorin.  

 

18.02.2007 um 09:56 Uhr

Dringende Anfrage bezüglich Edirne!

von: buchfinder   Kategorie: Glück

Stimmung: gut
Musik: Bach: Schafe können sicher weiden...

 

 Edirne

 

 

 

Liebe Freunde,

hat kemand von euch schon Edirne besucht und kann mir etwas über historischem Gebäude sagen? Zum Beispiel "alter Sultanspalast" etc.?

Ich würde mich sehr freuen, recherchiere ich doch gerade für ein Buch in der Zeit 1444-1550.

Nachricht auch gern über gtenne@gmx.net

17.02.2007 um 10:04 Uhr

Chinesische Triaden erobern nun auch Deutschland...

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: Sehr nachdenklich!

Mafia-Hinweise im Sittensen-Mordfall - Polizei hält sich weiterhin bedeckt

 

Sittensen (ddp). Im Siebenfach-Mordfall von Sittensen verdichten sich Hinweise auf eine Mafia-Tat. Das Magazin «Focus» berichtete unter Berufung auf einen Fahnder der Soko «Lin Yue», dass von einem Verbrechen der organisierten Kriminalität ausgegangen werde. Der ermordete Wirt des China-Restaurants soll sich nach einem anderen Medienbericht schon länger von der Mafia bedroht gefühlt haben. Die Polizei hielt sich auch heute weiter bedeckt und wollte die Berichte nicht kommentieren.

Für die Vermutung, dass eine asiatische Mafia-Gruppe hinter der Tat steckt, spricht dem Magazinbericht zufolge die Rekonstruktion des Verbrechens. Demnach haben die Täter ihre Opfer mit Kopfschüssen liquidiert, nur ein Schuss sei daneben gegangen. Vor der gezielten Hinrichtung hätten die Täter die meisten Opfer auf ungewöhnliche Weise gefesselt. Bei den Leichen waren jeweils die Daumen mit Kabelbindern auf dem Rücken zusammengebunden, nach Einschätzung der Ermittler ein Ritual der asiatischen Mafia.

Der Anwalt der zwei derzeit in Untersuchungshaft befindlichen tatverdächtigen Vietnamesen, Matthias Koch, sagte, die beiden Männer hätten der Polizei erklärt, in der Tatnacht in einer Bremer Spielhalle gewesen sein. Die Polizei habe bei den 31- und 33-Jährigen drei Einwegfeuerzeuge mit der Aufschrift «Spielstuben» gefunden, die sich in der Bremer Innenstadt befänden. Der «Nordsee-Zeitung» sagte der Anwalt: «Das wäre ein lückenloses Alibi.»

Der Anwalt des dritten Tatverdächtigen sagte dem Blatt, dass sein Mandant bereits in der vergangenen Woche festgenommen wurde. Die Onlineausgabe des Magazins «Stern» hatte berichtet, bei dem dritten Tatverdächtigen handele es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter des China-Restaurants. Dieser habe bis vor einem halben Jahr dort gearbeitet.

Nach dem mysteriösen Verschwinden dieses Mitarbeiters vor einem halben Jahr soll der ermordete chinesische Wirt Danny F. vor einem Bekannten den Verdacht geäußert haben, dass hinter dem Abtauchen des Mannes «die Mafia» stecke.

Die beiden tatverdächtigen Vietnamesen kamen laut Medienberichten 1989 und 1993 mit ihren Eltern nach Deutschland und sprechen gut Deutsch. Sie sollen in der Gastronomie gearbeitet haben und stammen aus relativ wohlhabenden Küstenregionen in Vietnam. Die vietnamesische Mafia rekrutiert den Berichten zufolge ihre Mitglieder dagegen aus wenigen mittelvietnamesischen Provinzen, die Täter sind häufig miteinander verwandt oder sie kennen sich seit ihrer Kindheit.

Unterdessen sucht die Polizei nach einem weißen VW Bulli. Der Wagen sei von Zeugen im Zusammenhang mit dem blauen VW mit Dürener Kennzeichen in Tatortnähe beobachtet worden. Der Halter des Bulli sei ermittelt. Es werde nun geprüft, ob er in den Fall involviert sei. Nach Polizeiangaben geht die 100 Beamte starke Soko derzeit mehr als 300 Hinweisen nach.

  

 

 

16.02.2007 um 09:50 Uhr

Der jugendliche Mob will Blut...

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: Sehr nachdenklich!
Musik: Marsch funebre

Schüler verprügeln Polizeibeamten - Gewalt an Hauptschule in Nürnberg

 

Nürnberg/München (ddp-bay). An einer Nürnberger Hauptschule ist es zu einer Eskalation der Gewalt gekommen. Ein 50-jähriger zur Aufsicht über gewaltbereite Schüler abgestellter Polizeibeamter wurde bereits am Montag von Jugendlichen angegriffen und verprügelt, wie das Polizeipräsidium erst heute mitteilte. Außerdem befreiten die Randalierer einen als Intensivtäter bekannten Jugendlichen aus einem Streifenwagen, in den ihn der Zivilpolizist zuvor gesperrt hatte.

Betroffen von den Auseinandersetzungen ist die Friedrich-Wilhelm-Herschel-Schule in der von sozialen Spannungen geprägten Nürnberger Südstadt. Banaler Anlass der Ausschreitungen war am Freitag zunächst eine Hänselei unter Schülern wegen einer Frisur. «Durch Handys haben sich die Jugendlichen zusammengerufen und eine Schlägerei angezettelt», sagte Titgemeyer.

Am Montag habe daraufhin die präventiv um Unterstützung gebetene Polizei einen auffälligen 13-Jährigen fünfmal vergeblich mit einem Platzverweis belegen wollen. Nachdem ein Beamter den als jugendlichen Intensivtäter bekannten Störer in einen Streifenwagen verfrachtet hatte, sei er massiv angegriffen worden.

«Besonders bedrückend war, dass Kinder an dem Mann hochsprangen, um ihn ins Gesicht zu boxen», sagte der Leiter des Polizeieinsatz-Abschnittes Mitte, Gerhard Schlögl. Der Beamte wehrte sich nach Angaben von Polizeidirektor Kurt Benisch nicht mit vollem Einsatz, und sprühte sein Pfefferspray nur auf den Boden. Er wurde dann vor rund 100 Schaulustigen in den Schwitzkasten genommen. Der betroffene Beamte leide noch immer unter Kopfschmerzen und benötige psychologische Hilfe.

Das bayerische Innenministerium sieht den gewaltsamen Übergriff als «bislang singuläres Ereignis». Zwar werde seit Jahren eine Zunahme der Gewaltdelikte durch junge Täter registriert, «aber so etwas hat es noch nicht gegeben», sagte ein Ministeriumssprecher. Dass der Polizist von mehreren Kindern und Jugendlichen verprügelt und festgehalten wurde, zeige auch, dass «der Respekt vor Autoritäten allgemein immer weiter abnimmt». Davon seien auch Lehrer betroffen, betonte der Sprecher. An der betroffenen Schule hätten über die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund. Dies mache die Arbeit für die dort eingesetzten Pädagogen noch schwerer.

Ein Sprecher des Kultusministeriums betonte hingegen, auch an Schulen mit einem hohen Ausländeranteil müsse es nicht unbedingt mehr Probleme geben. Menschenrechte und Toleranz seien weltweit gültige Werte. Diese müssten von den Eltern und den Schulen gemeinsam vermittelt werden. «Der Respekt vor den anderen Menschen, vor dem Polizisten ebenso wie vor dem Gleichaltrigen oder einer älteren Dame, muss den Kindern beigebracht werden», betonte der Sprecher.

Inzwischen hat die Friedrich-Wilhelm-Herschel-Schule die Pausenhöfe der einzelnen Bereiche getrennt und die Lehrer zur verstärkten Aufsicht abgeordnet. Neun als Haupttäter ausgemachten Jugendlichen erhielten bis zum Ende der Faschingsferien Hausverbot. Der mutmaßliche Rädelsführer, ein 14 Jahre alter, polizeibekannter Schüler, wurde von der Schule verwiesen.

Auch Schulleiter Titgemeyer bezeichnete das Geschehen als Ausnahme: «670 der 700 Jugendlichen an der Hauptschule sind tolle Südstadtkids.» Seit Dienstag laufe der Unterricht wieder ungestört ab. «Unsere Jugendsozialarbeiter und Schulpsychologen gehen nun direkt in die Klassen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten», sagte Titgemeyer.

15.02.2007 um 08:44 Uhr

Wann ist ein Mensch liebenswert?

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

 

 

„Die großen Tugenden machen einen Menschen bewundernswert,

die kleinen Fehler aber machen ihn oft liebenswert!“

sagte die amerikanische Schriftstellerin Perl S. Buck

 

 

14.02.2007 um 09:45 Uhr

Faulheit -Fleiß

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

 Denk-Anstoß zum eigenen Fleiß

"Was hilft aller Sonnanaufgang,

wenn wir nicht aufstehen?"

sagte Georg Christoph Lichtenberg  *1742 #1799

 

 

12.02.2007 um 07:21 Uhr

Ja, wo laufen sie denn? Ja, wo laufen sie denn hin???

Stimmung: gut
Musik: Prokowjew: Tanz der Ritter

Ja, wo laufen sie denn?

Ja, wo laufen sie denn hin???

„Es sicheln und mähen von Ost nach West
Die apokalyptischen Reiter,
Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest,
Es kribbelt und wibbelt weiter.
*
So banne dein Ich in dich zurück
Und ergib dich und sei heiter;
Was liegt an dir und deinem Glück?
Es kribbelt und wibbelt weiter.“

Das sagte schon Theodor Fontane über die fleißigen Ameisen.

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Und so lag es nahe, dass einem sechsjährigen Kind die kribbelten und wibbelnden Tierchen als interessantes Studienobjekt auf das Schaufelchen liefen – und sofort im roten Kunststoffeimer landeten.
Eine Ameise allein würde sich langweilen, dachte das Kind, vielleicht aber auch an Einsamkeit eingehen.

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Und so begann die Verhaltensforscherin in spe erst eine, dann noch eine und schließlich eine ganze Reihe von Ameisen unterschiedlichster Herkunft zusammen in den Eimer zu sperren, denn: Ameisen krabbeln nicht aus dem Eimer – vielmehr laufen Sie – möglichst immer im Kreis an der Bodenaußenwand des Eimers. In Ermangelung von wahrnehmbaren Gegenständen – legen sie so weite Strecken zurück, unterbrochen nur von den Kämpfen gegen ihresgleichen aus fremden Gefilden, die meist tödlich ausgehen. Man sollte meinen, die kleinen Tierchen haben es den Menschen abgesehen.

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Die Autorin schreibt in einer Vorbemerkung:
Die Sprache der drei Lesestücke ist fast durchweg eine leicht archaische. Bewusst kommen hier grammatikalische Formen zum Tragen, die uns heutigen Menschen zwar bekannt sind, die aber in der täglichen (Umgangs-)Sprache fast nicht mehr vorkommen. Als Beispiele seien der es-Genitiv und der e-Dativ herausgegriffen sowie Wendungen und Begriffe, die ehedem üblich waren, heute eher einen leicht altertümlichen und preziösen Stil hervorbringen, der in modernen Zeiten (im besten Falle) ungewöhnlich wirkt.

Zu dieser mit Archaismen durchsetzten Sprache kommt ein verspielter, etwas verschnörkelter Satzbau, nachgestellte Appositionen, Nebensätze, die - kaum begonnen - gleich wieder aufgebrochen werden und vielfach ein Eigenleben entwickeln. Eine bewusst so gestaltete Verbindung, die auf zeitliche Distanz hinweisen oder ironisch-pathetisch wirken mag - es liegt allein am Leser, diese Entscheidung zu treffen. Die sprachlichen Fossilien dienen außerdem als äußerliche Anzeichen dafür, dass in den Lesestücken der Irrealität Raum gewährt wurde und dass die jeweiligen Handlungsabläufe nicht geradlinig auf einen Schluss zusteuern. Ein Arrangement, das gewöhnungsbedürftig genannt werden darf,
ein Zusammenspiel, das einen gewissen Reiz bietet. Das aber auch Ansprüche an den Leser stellt.

Brigitte Stolle hat hier eine heute selten geschriebene, leider verlorengegangene Form gewählt, die sich herrlich erfrischend liest und einem die Vorstellungkraft – zurück in die Kinderzeit – leicht macht.

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Ich habe mich übrigens mit großer Freude über das Buch hergemacht.

George Tenner                                      12.02.2007

10.02.2007 um 07:01 Uhr

Grausamkeit oder Ehrlichkeit?

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: Super - Wochenende!!!
Musik: gerade Nachrichten

 

Grausamkeit oder  Ehrlichkeit

„Was bei der Jugend wie Grausamkeit aussieht, ist meistens Ehrlichkeit!“

 

Jean Cocteau, *1889 #1963 

 

09.02.2007 um 09:32 Uhr

Chef einer Regierung oder Partyclown?

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: Sehr nachdenklich!
Musik: Bach

Chef einer Regierung oder Partyclown?

Was macht eigentlich Wowereit?


Berlin (dpa) Seit seiner verpatzten Wiederwahl Mitte November hat sich der einst als Partymeister gefeierte Sozialdemokrat reichlich rar gemacht. Nach der Neuauflage der rot-roten Regierung haben viele in der Stadt ein Gefühl von Stillstand. Die Opposition spricht von „Apathie und Lethargie“.

wowereit

Ausländerintegration, Jugendkriminalität, die Neugestaltung des Schlossplatzes und die Zukunft der Opern — viele Probleme blieben einfach liegen.
Zwei Drittel der Berliner sind nach einer Umfrage mit der Arbeit des Senats unzufrieden. Bezeichnend ist dafür der Symbol-Streit um die Ehrenbürgerwtirde für Wolf Biermann. Weil der Senat erst abtauchte und dann auf stur schaltete, wuchs sich die Debatte um den Liedermacher zu einer Affäre aus, die auch den „Regierenden“ beschädigte. Wowereit ging bis zuletzt mit einer eigenen Meinung weitgehend auf Tauchstation.
Zwar ist Wowereit zurzeit Beauftragter für die deutschfranzösischen Kulturbeziehungen. Von bundespolitischen Ambitionen ist bei ihm nach seiner patzigen Reaktion auf das niederschnietternde Karlaruher Finanzurteil aber nichts mehr zu spüren.
Lokalzeitungen schreiben über einen „gelähmten“ Senat und einen „unsichtbaren“ Bürgermeister und Kultursenator in Personalunion. Dabei brennen die Probleme. der Hauptstadt vielen unter den Nägeln. Die Zukunft von Staatsoper und Opernstiftung ist unklar, zum Neubau auf dem Platz des Hohenzollern-Schlosses hat sich Wowereit nach positiven Zeichen vom Bund nicht geäußert. Die massiven Probleme in den Schulen in Kreuzberg, Neukölln oder Wedding nehmen ober zu als ab. Ob Studiengebühren für Langzeitstudenten kommen, ist unklar.
Stärker ins Licht der Offentlichkcit treten wird Woweitit zumindest in den nächsten Tagen. Während der Berlinale repräsentiert er die Hauptstadt bei Galafeiern, Premieren und Enlpfängen.
Erst wenn der Goldene Bär der Filmfestspiele verteilt ist, könnte die Opposition mit Visionen rechnen.

05.02.2007 um 17:32 Uhr

Einfach so...

von: buchfinder   Kategorie: Glück

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

fahre ich einmal für zwei Tage an die Ostsee!

m-wen

Bild - meine Freundin Cinderella!

Ich hoffe, ihr seid neidisch!!!

 

04.02.2007 um 07:45 Uhr

Nutzlos sind die Menschen, die...

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: gut
Musik: Xerxes by Händel

Nutzlos sind die Menschen, die...

charles-dickens

"Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht!"

Charles Dickens *1812 #1870

02.02.2007 um 09:41 Uhr

Wat is ne Experte?

von: buchfinder   Kategorie: Denkanstoß

Stimmung: gut, da Kassik-Radio mich unterhält...

Wat is ne Experte?

buchfinder11


„Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat!“

sagte: Na? Wer schon?
wc