Poison Ivy

17.03.2010 um 14:16 Uhr

Die Klinke in die Hand

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Minütlich die Klinke in die Hand, geben sich bei mir momentan meine aufgewühlten Emotionen. In einem Moment bin ich am Heulen, im anderen empfinde ich so etwas wie Erleichterung. Einmal möchte ich am liebsten alles rückgängig machen und einmal freue ich mich auf das, was vor mir liegt.

Gerade ist Vermissen dran... Ich hör L*oreena Mc*Kennitt's "Snow" und schluchze vor mich hin. Zum Glück schläft das kranke Katzenkind gerade. Bis Dienstag bin ich mit ihm krankgeschrieben und ich bin froh um die freien Tage. 

Daß es F. mindestens ebenso bescheiden geht, muss ich nicht sagen. Er schreibt mir so viele und lange sms, wie in unserer ganzen Beziehung noch nicht oder schickt mir Musikvideos. Gestern vormittag wars "Pictures of you" von The Cure, da wars mal wieder aus. Mit nem fetten Tränenkloß im Hals, rettete ich mich in die Mittagspause. Ich weiß doch genau, wie er sich fühlt, daß ich daran schuld bin, tut doppelt weh. 

Gestern abend dann schien Ruhe einzukehren in mir und die Sicherheit, daß die Entscheidung die richtige war, schien sich zu festigen. Ich hatte gerade den Brief gelesen, den er mir geschickt hatte und irgendwas daran "störte" mich. Ich kann es nicht wirklich benennen, ich habs auch noch nicht fertig gebracht, ihn ein zweites Mal zu lesen.. Auf jeden Fall beruhigte sich meine Angst. Vielleicht waren es aber auch nur die paar Gläser Wein, die die Gefühle betäubten.

Er schreibt, er schenkt mir Zeit, ich solle mich in Ruhe um mich selbst kümmern, solle in Ruhe seine Worte nachklingen lassen. Im nächsten Satz schreibt er aber, daß er am Donnerstag UND am Freitag zu mir kommen will, um zu kochen. (Will er übernachten? Wie stellt er sich das vor?) Und daß er zur Party vielleicht auch mitkommen möchte. Vorhin sagt er mir in einer Mail, daß er am liebsten heute schon kommen möchte. 

Gestern bat er mich darum, heute zu telefonieren und die Sprachlosigkeit zu beenden. Ich antwortete ihm, daß es keine Sprachlosigkeit ist, sondern ein Abstand gewinnen von dem ganzen Schmerz und inneren Aufruhr. Er reagierte darauf nicht mehr, bzw. ist seine Reaktion vielleicht die Frage nach dem Treffen heute?? 

Ich bin völlig durch den Wind, kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, geschweige denn irgendwelche Entscheidungen treffen und er drängt und drängt und nimmt mir die Luft zum atmen

Ich schrieb ihm diese Dinge gerade und auch, daß das nicht das erste Mal ist, daß ich das Gefühl habe, daß er meine Bedürfnisse nicht wahrzunehmen scheint und das, was mir wichtig ist übergeht. 

Und schwupp...schon hab ich wieder ein ungutes Gefühl.. Mal sehen, wie es in einer halben Stunde aussieht, dann glaub ich bestimmt wieder, daß seine, und nur seine Umarmung alles wieder gut werden lässt....... :(

 

15.03.2010 um 22:20 Uhr

Gefühlskauderwelsch

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Ich kann zwar alles, was so passiert ist 'protokollieren', aber wenn es daran geht, meine momentanen Gefühle zu beschreiben, versagen mir die Worte. In einem Moment denke ich, er war perfekt für uns und ich habs versaut. Im nächsten, irgendwann wärs sowieso passiert, es war schon richtig. Ich hab Geburtstagseinladungen verschickt und versuche mich zu freuen. Es will noch nicht so richtig klappen. Oft lausche ich in mich hinein, versuche die Gefühle, die da kommen und gehen, anzuschauen, zu erkennen. Ich hab das Gefühl, daß ich meiner Intuition nicht mehr traue. Bzw. daß ich sie nicht mehr höre, diese innere Stimme, die dir zu verstehen gibt, was gut und richtig ist. Alles geht durcheinander, fühlt durcheinander.

Ich denke so oft an den Küchenstuhl (klick) oder an die Freudentränen (klick) und daß ich doch das ganz klare Gefühl hatte, der und kein Anderer! Und manchmal denke ich, daß ich mir das alles schlechtgeredet hab, hab immer nur die Dinge gesehen, die mich störten und sie so lange hin und her gewendet, bis ich glaubte, niemals damit leben zu können. "Zufällig" genau die Dinge, die so anders waren als bei K. Seine Verlässlichkeit zerredete ich in Eingefahrenheit, seine Umsicht zu Spießigkeit und seine Geradlinigkeit war mir zu kopflastig. Aber da waren doch auch noch später so Momente, wo ich mich ganz angekommen gefühlt hab. Im Tropical Island, in den Ferien, es war schon abends und das Flutlicht war den "Straßenlaternen" gewichen und der Unterwasserbeleuchtung in den Pools. Ich saß auf einem Steg, der ins Wasser ragte und beobachtete das Katzenkind beim Planschen. Hinter mir auf der Decke im Sand lag F. und war eingeschlafen. Ich betrachtete 'meine Beiden' und war ganz da, in dem Moment wollte ich nirgendwo anders sein und auch mit niemand anderem. Ich sehne mich nach den Küchenstuhl-Gefühlen, ich will sie wiederhaben und ich will sie mit und bei F. wiederhaben. 

Und dann.. dann sagt irgendwas in mir, das hast du dir doch alles nicht nur eingebildet, du warst doch wirklich nicht glücklich. Aber sollte ich denn dann nicht jetzt, himmelnochmal, glücklich sein??

Etwas ist mir bewusst geworden. An diesem schlimmen letzten Wochenende, da hab ich geweint und gelitten und GEFÜHLT. Und zwar so intensiv wie schon länger nicht mehr. Und auch, wenn es eigenartig klingt, ich hab es ganz tief drinnen genossen, dieses intensive Fühlen. Und als wir dann danach den Film geschaut haben, da war ich glücklich. Nicht, weil wir uns getrennt hatten, nein, sondern weil ich mich so tiefgreifend gespürt habe. Ich war erschöpft - und ganz ruhig. "Alles war gut", hab ich geschrieben, nicht wissend wieso.....

Scheinbar haben sich da Verknüpfungen gebildet in meinem Emotions-Zentrum, zwischen Glück und Leid, Liebe und Schmerz. Ohne diese Intensität wird mir immer etwas fehlen. Eine Beziehung ohne himmelhohe Hochs und ozeantiefe Tiefs kann mich scheinbar nicht auf Dauer glücklich machen. Diese ständigen Aufs und Abs mit K., es war furchtbar anstrengend, aber ich hab das Leben gespürt, wie noch niemals zuvor. Dieser Stillstand, in der meine Ehe versackt war, dieser graue Nebel der Gleichförmigkeit, in dem so viele Erinnerungen verschwunden sind, der hat sich wohl tiefer in mir eingebrannt, als ich gedacht habe.. Bindungsgestört.. (Gibts da was von R*tiopharm?) 

 

 

 

15.03.2010 um 21:40 Uhr

die rote Königin ruft, 'Kopf ab'

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Am nächsten Morgen, es war gerade halb Neun, läutet es an der Tür. Das Katzenkind öffnet und ich habe mir schnell den Bademantel übergeworfen, denn ich war noch nicht wirklich aufgestanden an diesem Sonntag. F. steht vor der Tür. Es ist wie ein Schock, ihn zu sehen und ich zittere am ganzen Körper. Kann kaum die Blumen halten, die er mir hinstreckt. Gestern noch hatte ich daran gedacht, hatte mir gewünscht, daß er kommt. Ich wusste ja, er würde seine Eltern zum Flughafen fahren und auf dem Rückweg käme er an meiner Stadt vorbei. Ich lotse ihn ins Schlafzimmer, weil sich das Katzenkind im Wohnzimmer Trickfilme ansieht. Wir hocken auf der Bettkante und keiner weiß etwas zu sagen. Die Blumen sind eine Geburtstagsgabe seiner Mutter, wie ich erfahre. Schokolade hat sie auch gekauft.

"Wie gehts dir?", frage ich, "Wie war es gestern?" Er habe sich halbtot gearbeitet beim Umzug und viel zuviel Schnaps getrunken. Sein Atem verrät es. "Keiner wollte es glauben", er rutscht in sich zusammen, weint, "Keiner....." Ich streichle mit zitternden Fingern seine Wange, ziehe seinen Kopf an meine Schulter, lasse ihn weinen. "Und deine Eltern?" Mühsam bringt er hervor, daß er es nur seiner Mutter erzählt hat und die mir wohl am liebsten den Kopf abgeschlagen hätte, weil er so unglücklich war. Super, ich hatte schonmal eine Schwiegermutter, die mich gehasst hat, aber noch keine rote Königin... Ich kann sie ja verstehen.. Die Blumen hat sie ihm trotzdem mitgegeben...

Er weint noch immer, ich weine mit, das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich kann meine Hände nicht von ihm lösen, nehme seine Hand, streichle seinen Arm, halte mich an ihm fest.. "Das Kopfabschlagen hab ich wohl auch verdient", sage ich leise. "Bist du bescheuert", fährt er auf, Tränen laufen über seine Wangen. "Du hast ganz viel Liebe verdient und Zärtlichkeit und ganz viel Zusammensein.... Alles!", "Und ich dachte, du hasst mich..." Er schaut mich an, "Wieso sollte ich das tun?", "Weil ich etwas Hassenswertes getan habe.", antworte ich ihm. "Ich liebe dich!", flüstert er. Und dann etwas lauter, "Ich liebe dich und will mein Leben mit dir verbringen!" Sein Blick ist eindringlich, "Wenn ich nicht wüsste, daß du nicht nochmal heiraten willst, dann wäre das jetzt ein Antrag." Er ist so fest entschlossen. Und ich kann nur denken, mein F., mein liebes Bärchen. (Er kennt diesen Spitznamen noch nichtmal, den hab ich immer nur gedacht...) Und in mir war soviel Zärtlichkeit für ihn, soviel intensive Gefühle, ich musste mir ganz plötzlich auf die Lippen beißen, weil ich es sonst gesagt hätte: Ich liebe dich.  

Er ging, ohne daß ich es gesagt habe. Wir hatten noch besprochen, daß er auf keinen Fall mit zu meiner Party am Freitag kommen würde, wir uns aber sehen könnten, am Tag darauf, wenn ich es wirklich wolle.

 

14.03.2010 um 22:28 Uhr

Abschied im Schnee

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Als ich am Morgen die Augen aufschlug, war das schöne Gefühl vom Abend verschwunden. Es machte mir Bauchschmerzen, ihm gleich begegnen zu müssen und ich wünschte, wir hätten diesen Abschied bereits hinter uns. Ich wünschte, ich hätte ihn gehen lassen gestern, so wie es vernünftig gewesen wäre. Aber Vernunft – und besonders in so einer Situation – war noch nie meine Stärke. Ich muss nur an die erste Trennung von K. zurückdenken. Tagelang ist er noch geblieben und wir haben Ausflüge zusammen unternommen. Vernünftig wäre gewesen, ihn vor die Tür zu setzen, aber trotzdem bereue ich keine Sekunde davon, es hat es schwerer und doch auf eine Art auch leichter gemacht. Ich konnte die Liebe spüren, die er noch für mich hatte, es war gut zu wissen, daß er nicht ging, weil er mich nicht mehr ertragen konnte, sondern weil er sich selbst und die Situation, die das alles in ihm auslöste, nicht mehr ertragen konnte. Ich glaube, genauso war es gestern bei uns gewesen, bei mir. Ich wollte ihm zeigen, daß zu einem ganz großen Teil ich selbst es war, die mit der Situation nicht umgehen konnte und daß ich noch ganz viel gute Gefühle für ihn hatte. Aber er ist anders als ich, so anders, ich weiß nicht, ob ich ihm damit 'geholfen' habe.

Der Wecker klingelte und kurz darauf hörte ich ihn schon rumoren. Dann kam er herein, um das Bettzeug zurück aufs Bett zu werfen. Er legte sich neben mich, schmiegte seinen Kopf an meine Schulter und seufzte tief. Nur nicht liegen bleiben, dachte ich, es nicht nochmal 'drauf ankommen' lassen und schwang die Beine aus dem Bett, "Komm, frühstücken.."

Irgendwann kamen wir auf meine Geburtstagsparty nächsten Freitag zu sprechen und daß ich nun ja alleine den Kartoffelsalat für dreißig Personen machen müsse. "Da willst du mich also nicht dabeihaben." stellte er fest. Ich hatte nicht gedacht, daß er mit dem Gedanken spielte, doch mitzufeiern und sagte, "Doch, ich hätte dich sogar sehr gern dabei, aber ich weiß nicht, ob es gut wäre. Würde sich das nicht zu schlimm für dich anfühlen?"

"Dann würden wir da also nicht als Paar hingehen, dann ist das jetzt wirklich die Trennung?" Jetzt wusste ich es, ich hatte ihm ganz und gar nicht geholfen, sondern ihn noch mehr verwirrt, Hoffnungen geweckt und ihm noch mehr weh getan. Ich schüttelte nur den Kopf, es tat mir so unwahrscheinlich leid. Und er hatte schon wieder diesen Blick. "Nicht, um zuzuschauen, wie du mit anderen rumknutschst!", sagte er unvermittelt. "Denkst du das wirklich von mir??",

"Was soll ich denn dann dort? Du bist nicht mehr meine Freundin, die Beziehung ist beendet." Schweigend und mit gesenktem Kopf aß er weiter. Ich brachte nichts runter, gerade so, daß ich meinen Kaffee drin behielt. "Magst du nicht mit mir reden?" Ich konnte das Schweigen nicht ertragen. Er hob den Blick und sah mich an, schüttelte kurz den Kopf, "Worüber denn?", "Vielleicht, worüber du gerade nachdenkst." Es war idiotisch, was sollte er schon denken, aber er war so weit weg in seinem Schweigen, so in sich gekehrt und ich fühlte mich an diesem Frühstückstisch plötzlich ganz schrecklich allein. Ich streckte meine Hand aus, um seine zu streicheln, doch er zuckte ganz leicht zurück und so ließ ich es. Es tat weh, aber das hatte ich mir ja auch redlich verdient...

"Daß wir eine schöne Zeit zusammen hatten, darüber denke ich nach, und daß ich das schönste Silvester meines Lebens hatte und daß das jetzt alles vorbei ist!" Und wie weh es tat..

"Und daß ich es geliebt hab, mit dem Katzenkind rodeln zu gehen. So. Jetzt weißt du es." Zu weh, um noch länger die Fassung zu bewahren..

"Fährst du mich?", er sah auf die Uhr. Zu Fuß würde er seinen Zug nicht mehr schaffen. Dann war er da, der Moment, in dem er nun gehen würde. Es war schlimm. Schlimm, ihm seine CD's heraus zu suchen und seine Handschuhe, die er mir zwar geschenkt hatte, die aber viel zu groß waren. Schlimm, daß er nochmal ins Wohnzimmer schaute und schlimm, daß seine Stimme schon wieder so brüchig war, als er sagte, "Ich werd das alles ganz schön vermissen." Auch mir schnürte es den Hals zu.

Die kurze Fahrt im Auto verlief beinahe schweigend. Ich fragte, "Meldest du dich die Woche nochmal?" Er zuckte nur die Schultern, "Ich weiß grad überhaupt nichts mehr." Als ich auf dem Parkplatz vorm Bahnhof hielt, begann es zu schneien. "Sogar der Himmel weint.", meinte er. So was von ihm zu hören.. Aber mein Lächeln war ein Schmerzvolles.

Dann standen wir uns da gegenüber, die Flocken wirbelten um uns herum. Er sah mich an, schon wieder Tränen, "Danke für die schöne Zeit......", er ging nach einer kurzen Umarmung. "Vielleicht ändern sich deine Gefühle für mich ja nochmal.", sagte er schon im Gehen. "Meld dich", rief ich ihm hinterher, dann setzte ich mich ins Auto, legte die Hand an den Zündschlüssel und konnte ihn nicht rumdrehen. Ich sah ihn im Rückspiegel, wie er auf dem Bahnsteig entlang ging. Er sah "mich" an, wendete im Gehen kaum den Blick vom Auto, bis das Gebäude seinen Blick versperrte. Dann fuhr auch ich los. Mich erwarteten noch etliche Aufgaben, schließlich würden am Nachmittag Gäste kommen.

Gäste, Smalltalk, Spiele mit dem Katzenkind, Gastgeberpflichten. Ich wusste nicht, wie ich sie wahrnehmen sollte. Wie ein Zombie bewegte ich mich durch die Reihen im Supermarkt, starrte auf die Auslagen, ohne sie wirklich zu sehen und wusste weder richtig wo ich war, noch was ich hier wollte. Die Rabenmutter holte mich dann mit ein paar ganz lieben sms wieder aus meiner Lethargie und irgendwie überlebte ich diesen ersten Tag. Danke an alle, die mit aufmunternden Nachrichten geholfen haben! :)

Abends versuchte ich alles in Worte zu fassen, das Handy neben mir. Alle zwei Sekunden hatte ich tagsüber drauf geschaut. Im selben Rhythmus schaute ich nun nach, ob er online war. Er wars nicht. Aber ich wusste zumindest, daß er nicht allein war, er hatte einem Freund versprochen, ihm beim Umzug zu helfen. Für Ablenkung war also auch bei ihm gesorgt. Nicht eine Sekunde konnte ich meine Gedanken von ihm lösen, den ganzen Tag nicht. Ich sehnte mich so nach ihm. Morgens kämpfte ich die ganze Zeit mit dem Impuls, ihn anrufen zu wollen. Ich hätte ihn am liebsten zurück geholt. Hatte ich die größte Dummheit meines Lebens gemacht?

Ich hatte Schwierigkeiten damit, schlafen zu gehen, dachte, daß ich sowieso nicht schlafen könne und zuviel Wein hatte ich auch schon wieder getrunken. Als ich mich dann doch im Dunkeln ins Bett legte, war da auf einmal sein Duft. Das T-Shirt, daß er mir gestern zugeschoben hatte, lag noch auf dem Kissen.. Ich schlief sofort.

14.03.2010 um 01:28 Uhr

Gehen oder Bleiben?

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Da stand ich nun am Bahnhof und konnte mich nicht entscheiden, aussteigen, oder im Auto sitzen bleiben, auf dem Bahnsteig warten oder vorm Auto? In mir war Chaos und ich rang mühsam um Fassung, als ich mich doch entschied, zum Bahnsteig zu gehen, so wie immer. Der Zug fuhr ein und mir war speiübel. Da war er, lächelnd, bepackt, nahm mich in die Arme und fing sofort an, mich mit Glückwünschen zu überschütten. "Ich wünsch dir ein paar Tage mehr Urlaub, ein liebes Katzenkind, einen F. der dir die Wünsche von den Augen abliest... Er sagte noch mehr, aber ab da hörte ich nichts mehr, weil die mühsam zurückgehaltenen Tränen mit aller Macht fließen wollten und ich stand da, schluchzend und zitternd, eng umschlungen von ihm. "Hey?" fragte er irritiert und erschrocken, "Was ist denn passiert?" Ich schüttelte nur den Kopf. Sprechen konnte ich nicht. Er wollte mich anschauen, schob mich ein Stück von sich weg, aber ich drehte den Kopf zur Seite, konnte ihm nicht in die Augen schauen. Ich schämte mich so. Stattdessen nahm ich seine Hand, nein, ich klammerte mich an seine Hand und ging mit gesenktem Blick neben ihm zum Auto. Immer wieder wollte er wissen, was los sei. Statt einer Antwort fragte ich ihn, ob er Hunger hätte und daß wir doch erstmal nach Hause fahren sollten. Die Fahrt verlief schweigend und als ich nach seiner neuen Wohnung fragte, antwortete er einsilbig, war furchtbar irritiert und besorgt.

"So, nun komm erstmal her.", sagte er, als wir drinnen waren und schaute mich mit sorgenvoll gerunzelter Stirn an. "Wollen wir nicht erstmal was essen?", schlug ich fast verzweifelt vor. In mir wiederholte es ständig, tu's nicht, das KANNST du nicht tun, tu's nicht, tu's nicht....
"Ich geh hier keinen Zentimeter weg, bis du mir nicht gesagt hast, was los ist!", er klang entschlossen, aber nicht weniger besorgt. Ich setzte mich zu ihm und das helle Licht störte mich auf einmal. Ja, ich schämte mich.. Das Licht runterdrehen wollte ich aber auch nicht, als ob ich eine heimelige Atmosphäre schaffen wollte, für das, was ich zu sagen hätte. In mir tobte es, ich war so durcheinander, was sollte ich sagen? WIE sollte ich ES nur sagen? Wie sagt man sowas, du, ich will nicht mehr mit dir zusammen sein?! Es ist so unfair, so verletzend, so zerstörerisch.

"Ich glaub, ich kann das nicht." begann ich. "Was denn?", "Das mit dem Glücklichsein..." Er sah mich nur an. "Ich hab das Gefühl, ich werd die Zweifel nie mehr los werden." Er sah mich weiter an, fragte dann, "Und was bedeutet das für uns?" Mir sackte das Blut aus dem Kopf, völlige Leere, aber jetzt...jetzt musste ich es sagen, "Daß es vielleicht besser kein Uns mehr gibt......." Ich sah das Begreifen in seinem Blick, ungläubig erst, dann fassungslos. Er drehte sich weg, stützte die Stirn in die Hand, sah mich wieder an, wieder weg, als müsse er sich vergewissern, daß das wirklich ich war, die das grad gesagt hatte. "Aber warum nur? Warum?" Seine Stimme belegt, bestürzt. Immer wieder schüttelte er den Kopf. Ich rettete mich in seine Arme, ja warum? Das wusste ich in dem Moment selbst nicht. Wir hielten und fest und er sprach beschwörend auf mich ein. Sprach davon, daß es doch soviel besser zu zweit sei und daß er zuvor noch niemals erlebt habe, daß es mit jemandem so perfekt gepasst hätte wie mit mir. "Und ich komm klar, mit deinen Zweifeln, mit deinen Höhen und Tiefen, du tust mir damit nicht weh.", "Aber ich komm nicht damit klar.", ich musste mir meine Worte mittlerweile wie in einem emotionalen Kraftakt abringen. "Aber......Nein," sagte er dann schon fast trotzig, "Ich lass mich nicht so einfach fort schicken. So leicht mach ich es dir nicht.", sein angehängtes leises, "verstehst du....?", drückte sein inneres Ringen aus. Seine wunderschöne, sonore Stimme, so zerbrochen hatte ich sie noch nie gehört. Und ich, ich wollte ihn gar nicht fort schicken, im Gegenteil, ich konnte nicht aufhören, ihn anzufassen, ihn festzuhalten, zu streicheln und ihm in seine Augen zu schauen, die mittlerweile rot gerändert waren. Er hatte mal gesagt, das sei sein Weinen, Tränen gäbe es eigentlich gar nicht. Als ich das letzte Mal diesen Blick gesehen hatte, war es ein Weinen vor lauter Glück gewesen.. Jetzt dachte ich, ich müsse daran sterben. "Ich werd nicht betteln," sagte er, "Weißt du, wenn du sagst, ich tu dir nicht gut, dann geh ich. Für alles andere kann man doch eine Lösung finden." Ich brachte es nicht über die Lippen. Da war so viel, das nur in meinem Kopf war und das von Anfang an diese Beziehung torpediert hatte. Meine Minderwertigkeitsgefühle, die sich immer wieder Bahn brachen und mich mit unbegründeter Eifersucht und Argwohn quälten - immer dann, wenn ich mein Herz an jemanden hänge. Bin ich allein, spüre ich sie nicht. "Lass uns drüber reden, was wir besser machen können", bat er, "Ich werd mich nicht mehr ändern, aber ich kann lernen und ich hab doch auch schon so viel gelernt."
Ich wusste schon lange nicht mehr, was richtig oder falsch war (hatte ich das vorher gewusst?) Also war der einzige Plan, den ich hatte, unter allen Umständen an meiner Entscheidung festzuhalten. Ich lag in seinem Arm, den Kopf an seine Schulter gelehnt, flüsterte ich in seinen Pullover, "Ich glaube trotzdem, daß ich besser wieder allein sein sollte." Aprupt stand er auf. An der Stubentür blieb er nochmal kurz stehen, sah sich um, ließ seinen Blick schweifen, als ob er die Eindrücke noch ein letztes Mal in sich aufnehmen wollte. Dann ging er in den Flur, um Schuhe und Jacke anzuziehen.

Derweil klappte ich auf dem Sofa völlig zusammen. Er würde gehen, er würde wirklich gehen. Und das, weil ich das so wollte! Wollte ich das denn wirklich?? Chaos. Ich ging zur Tür. "Willst du wirklich gehen?", fragte ich unsinnigerweise. Er sah mich an, "Was soll ich denn noch hier?!", fragte er mit soviel Schmerz in der Stimme. Es tat so weh, körperlich weh. Im Herzen, im Bauch, überall. "Mit mir reden..." brachte ich noch hervor, bevor die Tränen wieder gestürzt kamen und ich nur noch Schluchzen konnte. In dem Moment fühlte es sich an, als würde er mich verlassen und ich wollte nur noch eins, erreichen, daß er blieb. Wie ambivalent kann man sein??

"Ich will doch nicht fortgehen," sagte er, als wir wieder auf dem Sofa saßen, "keinen Millimeter will ich weg.", er klang ebenso erschöpft, wie ich mich fühlte. Wir redeten weiter und hielten uns an den Händen dabei, oder im Arm, weinten beide und waren beide fassungslos über das, was gerade passierte. "Hast du das geplant, es heute zu beenden?", fragte er. "Der Gedanke war da", antwortete ich, "aber daß es heute sein würde, das ist Zufall. Ich wollte doch einfach nur fair sein, dich nicht hinhalten..."
"Was heißt denn hinhalten?", wollte er wissen. "Na, zum Beispiel, daß ich dir sagen kann, ich hab dich lieb, aber nicht, ich liebe dich."
"Aber du hast es doch schon zu mir gesagt. Silvester."
"Aber Gefühle können sich doch ändern und ich glaub eben nicht, daß das wiederkommt bei mir." mit jedem Wort schnitt ich mir tiefer ins Herz, wie musste sich das erst für ihn anfühlen. Irgendwann sagte er, daß wir doch irgendeine Entscheidung treffen müssten, "Gehen oder Bleiben?" Ich konnte nichts sagen, ansehen konnte ich ihn noch viel weniger. Vor meinem inneren Auge zogen Bilder vorbei, so viele schöne Dinge, die wir zusammen erlebt, zusammen gefühlt hatten. Und auch die, die mich immer wieder zweifeln ließen. Nach einer gefühlten Ewigkeit flüsterte ich ohne ihn anzusehen, "Gehen......" Und im selben Moment schrie es in mir, NEIN, was hast du getan! Er stand wortlos auf, zog sich an. Ich fühlte mich so mies und so schuldig wie noch nie in meinem Leben.

Er schulterte seinen Rucksack, wollte grad zur Tür hinaus, da hob ich den Blick und sah ihn an. Tränen. Ich trat zwischen ihn und die Tür, er wehrte sich nur halbherzig und ich umarmte ihn und er weinte haltlos, schluchzte, das Gesicht in meinem Haar vergraben. Keiner kann ermessen, was in dem Moment in mir vorging, diesen Zwei Meter und Hundert Kilo-Mann so völlig in sich zusammenbrechen zu sehen.. Ich hielt ihn fest, bis er sich ein wenig beruhigt hatte, dann drängte er zur Tür. Doch gehen konnte er nicht. Er drehte sich nochmal um, musste sich an den Türrahmen lehnen. Er sagte etwas, doch weinte so sehr dabei, daß ich ihn nicht verstand. Es ging um das T-Shirt von ihm, an das ich mich gegen das Vermissen immer beim Schlafen gekuschelt hatte. Er hatte mir ein Neues mitgebracht, mit seinem Parfum eingesprüht. Wir waren beide am Heulen.

Ich wollte ihn bitten, doch wieder rein zu kommen, versuchte, ihn an der Hand zu fassen, doch er schüttelte mich ab, sagte noch etwas, das ich nicht verstand und war weg. Ich ging zum Fenster, sah, daß er noch ewig auf der Straße stand, ich glaube, er rauchte. Weiter unten an der Ecke blieb er wieder stehen. Ewig. Ich blieb genauso ewig am Fenster. Es war zu dunkel, ich konnte nicht sehen, in welche Richtung er blickte, sah er mich? Ich tippte eine sms, "Bleib noch über Nacht. Bitte." Keine Antwort. Ich versuchte einen Anruf, er drückte mich weg. Ich ging zurück ins Zimmer, wollte grade eine sms an meine Rabenmutter tippen, als es an der Tür läutete. "Ich" tönte es leise aus der Sprechanlage. Ich ließ ihn herein.

"Ich bin doch hier zu hause, verdammt." sagte er leise, als er wieder im Flur stand. Ich lächelte und war in diesem Moment einfach nur froh, daß er wieder da war. "Du willst wirklich noch bis morgen bleiben?", vergewisserte ich mich. Er wirkte plötzlich verunsichert. "Und morgen früh schickst du mich dann trotzdem weg?" Ich schaute ihn nur an, dachte nur, oh nein.... Er hatte sich in seiner Verzweiflung an einen Strohhalm geklammert, der keiner war.. Es tat mir so leid, so weh, hätte ich doch nur nicht nochmal geschrieben... Ich machte es uns doch beiden noch viel schwerer.
Als er begriff, wollte er im ersten Impuls wieder gehen, zum dritten Mal an diesem Abend.. Ich fühlte mich so.......schuldig... Ich schüttelte den Kopf, "Bleib doch..."
"Und dann?!", fragte er traurig, "Wir wollten uns doch einen schönen Abend machen, den Film gucken, eine Massage solltest du bekommen..."
"Wir können doch Film gucken..", antwortete ich.
"Und ich darf dich nicht in den Arm nehmen, nicht küssen, nicht anfassen.."
Ich umarmte ihn und sein Magen knurrte laut und vernehmlich, "Komm, ich mach dir was zu Essen.."

Ab dem Moment war das Eis irgendwie gebrochen. Wir standen zusammen in der Küche. Er bat mich, ihm beim Essen Gesellschaft zu leisten. Während er aß, machte ich meine Geburtstagspost auf und wir lachten gemeinsam über ein skurilles Buch, "Heimische Männerarten, ein Bestimmungsbuch". Wir machten es uns mit Wein auf dem Sofa gemütlich. Der Film den wir sehen wollten war "Eyes wide Shut". Ausgerechnet.. Nur die Massage, auf die verzichtete ich lieber, wenn auch schweren Herzens. Er war da und es war gut. Irgendwie war alles gut und ich dachte in dem Moment nicht an das Morgen.

Immer wieder suchte er Körperkontakt, nahm meine Hände, legte seinen Arm um mich, wollte mich auf den Mund küssen. Ich versuchte nur halbherzig mich dem zu entziehen. "Darf ich denn um dich kämpfen?", fragte er unvermittelt. Ich sah ihn an. "Lass mir noch ein paar Tage Zeit...", "Du hast alle Zeit, die du nur brauchst." Etwas später dann ein völlig widersinniges "Du musst mir aber versprechen, daß du mich dann auch wiedernimmst.", das seine Verzweiflung wohl sehr gut wiedergab. "Das kann ich nicht." flüsterte ich und er seufzte auf und nickte leicht.
"Wie fühlt es sich denn jetzt grad für dich an?", wollte ich wissen. "Melancholisch beschreibt es wohl am besten.", seufzte er. Wir redeten noch ein Wenig und er sagte, "Weißt du wie du mich glücklich machen kannst? Indem du dich glücklich machst!"

Irgendwann knockte der Wein mich ziemlich aus, oder der fehlende Schlaf verlangte sein Recht, oder beides, ich musste ins Bett. Ich zog mir im Bad mein Schlafzeug über. Es war komisch, ihm eine gute Nacht zu wünschen. Sonst hatte er mich immer ins Bett gebracht und mich im Arm gehalten und gestreichelt, bis ich schlief. Und irgendwie......wünschte ich mir das grade sehr. "Ich bring dich.", sagte er und lächelte. Er musste ja sowieso noch das Bettzeug holen, er würde wie immer, auf der Bettcouch im Wohnzimmer schlafen. Bevor er sich zu mir kuschelte, schob er mir noch mit einem schüchternen Lächeln sein für mich präpariertes T-Shirt hin und ich legte es neben mein Kissen. Wir küssten uns und seine Hand streifte meinen Busen. Und ich reagierte unvermittelt heftig darauf. Nunja, es kam, wie es kommen musste und was soll ich sagen, es war wunderschön. Sogar so wunderschön wie es noch nicht mal mit K. wunderschön gewesen ist....

ff

13.03.2010 um 10:57 Uhr

zombiefied

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Nein, ich will nicht mit meinen Eltern feiern nachher, will keinen Kuchen backen, Smalltalk machen. Ich fühl mich grad so........bodenlos. Ich will nur unter meiner Decke in meiner Sofaecke sitzen und an die Wand starren. Die Filme betrachten, die vor meinem inneren Augen vorbei ziehen. Gestern abend.... So schlimm. Tausend mal schlimmer noch, als ich mir ausgemalt hab.

Und von Erleichterung keine Spur, es fühlt sich von vorne bis hinten einfach nur besch..... an. Und das einzige Gefühl, das grad da ist, ist Trauer und der Wunsch zu ihm zu fahren..

 

12.03.2010 um 13:48 Uhr

noch 5 Stunden

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Noch fünf Stunden und irgendwie fühl ich mich, als würd ich krank werden, Kopf ist total heiß, dabei ist mir eiskalt und übel ist mir auch.

Mir kommen ständig die Tränen und zu allem Überfluss musste ich mich vorhin von meiner zukünftigen Chefin wegen einer falsch zugeordneten Rechnung vor allen zusammenfalten lassen, natürlich NACHDEM sie meine Schoko-Kirsch-Muffins gegessen hat. Wie ein Berserker ist die auf mich losgegangen, überspannte Kuh. Zum Glück hab ich es geschafft, die Fassung zu bewahren, so angeknackst wie ich sowieso schon bin. Manchmal hätt ich nicht übel Lust, denen ihren Mist vor die Füße zu schmeißen. Aber ich bin ja vernünftig. Seufz..

Ich würd mich am liebsten irgendwohin verkriechen und die nächsten Wochen nicht wieder rauskommen.

12.03.2010 um 09:11 Uhr

Happy Birthday to me

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Mein bester Kollege hat mich heut morgen mit Buttercroissants und Piccolo 'gefüttert'. Jetzt ist mir etwas schummerig im Kopf, was aber nicht das schlechteste ist an diesem Morgen.

Da ich Geburtstag hab, darf ich mir was wünschen. Einmal auf den schicken Borsalino klicken, alle Herren wissen dann schon, was sie zu tun haben.. :)

 

 

Ansonsten macht mir dieser Tag bisher nur Bauchschmerzen. Lag ab Vier Uhr wach und hab den Rest der Nacht durchgeheult. Entsprechend schlauchbootig heut morgen meine Lider. Der Gedanke, ab morgen schon wieder alleine zu sein, erschreckt mich. Der Gedanke, nicht mehr den ganzen Tag mit ihm zu mailen und seine kleinen Tagesbegebenheiten zu erfahren, macht mich traurig. Überhaupt der Gedanke, ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben. Trotzdem denke ich, daß die Entscheidung getroffen werden muss. Auch bei meinem Ex-Mann gab es tausend Dinge, die ich glaubte vermissen zu werden. Ein paar vermisse ich tatsächlich. Wenn man sich in jemanden verliebt und mit ihm zusammen ist, dann ja nicht, weil man ihn so abartig findet. Es wird immer etwas übrig bleiben bei einer Trennung. Immer wird etwas, das man mochte, auf der Strecke bleiben. Und ja, ich frage mich, ob ich einen Fehler mache. Aber die Antwort wird mir niemand geben können.  

 

11.03.2010 um 22:23 Uhr

das Schlimmste ist

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Gerade fühlt es sich richtig schlimm an. Gerade fühlt es sich richtig falsch an. Und gerade......hätt ich so gern, daß er mich in die Arme nimmt..

Und ich frag mich, geht es nicht vielleicht doch? Können wir es nicht vielleicht doch schaffen? Doch die Antwort ist schon da, irgendwo.. Wird es morgen das letzte Mal sein, daß wir uns sehen? Das letzte Mal, daß ich seine so besondere Stimme höre? Und daß ich die Lippen küsse, die schönen, dieses letzte Mal hab ich vielleicht schon hinter mir gelassen, ohne es zu wissen.

Und das Schlimmste ist, nichts von dem, was ich als Gründe anführe, wird für ihn Grund genug sein. Auch für ihn wird es sich so anfühlen, wie es sich immer für den anfühlt, der zurückbleibt. Er wird denken, daß ich ihn belogen habe. Er wird mich für egoistisch halten. Er wird vielleicht sogar annehmen, daß es jemanden anderen gibt. Aber nie, niemals wird er glauben, daß ich ihn lieb habe. Und er wird nicht glauben, daß es mir so sehr leid tut. Und jede meiner Tränen wird eine Lüge für ihn sein. 

Er wird glauben, daß ich ein schlechter Mensch bin.

11.03.2010 um 16:23 Uhr

kein Zurück....

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Hab ihm eben eine Mail geschrieben, daß ich morgen nicht feiern möchte, sondern, daß wir lieber miteinander reden sollten und daß ich das Katzenkind zur Oma bringe, wenn es möglich ist, damit wir mehr Ruhe haben.

Und jetzt sitz ich hier und heule, weil es einfach nur weh tut. 

Und ich hab Angst, weil ich weiß, daß ich ihn verlieren werde, verlieren muss. Ich werd ihn vermissen..

 

11.03.2010 um 10:25 Uhr

so simpel und doch so kompliziert

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Kleinigkeiten fangen an zu stören. Winzige Kieselsteinchen, die auf einmal schwer wie Felsbrocken wiegen. Wie damals bei meinem Ex-Mann, dessen Kaugeräusche mich zum Schluß so sehr abgestoßen haben, daß ich vom Tisch aufstehen musste. Und jetzt, andere Dinge bei F. Seine Gelassenheit, die zusammen mit seinem Waschbärbauch auf einmal wie Behäbigkeit daherkommt. Seine rationale Art wirkt nur noch verkopft und nüchtern. Es stört mich, daß er wie selbstverständlich mein Geld ausgibt, wenn seins alle ist oder daß er derartig viele Schubladen im Kopf hat, besonders über Frauen und wenn ich dann über das Arschloch-Verhalten meines Chefs meckere, er mir sagt, daß ich mich doch stattdessen mal fragen solle, wieso der so geworden ist.

Das alles kam an diesem gemeinsam verbrachten letzten Samstag so geballt, daß es mir mal wieder eine schlaflose Nacht bescherte, in der die Kieselsteinchen immer größer wurden und ich mich innerlich immer weiter von ihm zurückzog. Ich stand relativ früh auf, doch statt rüber ins andere Zimmer zu gehen und mich zu ihm ins Bett zu kuscheln, wie ich es noch in der Woche zuvor getan hatte, zog ich mich an und begann im Haushalt zu werkeln. Er war enttäuscht, ich war kühl und begann mich für mein Verhalten zu verabscheuen. Genau so hatte K. es doch mit mir gemacht, ab dem Punkt, an dem er eigentlich nur noch weg wollte, aber nicht übers Herz brachte, es auch zu tun.

Irgendwann beim späten Frühstück sagte er, daß er gerne auch unter der Woche abends mit mir zusammen sein wollte. Mir rutschte ein spontanes 'Nein!' raus und ich stotterte irgendwas von Hausaufgaben und Haushalt und Stress, um es nicht so hart klingen zu lassen.. Aber es war gesagt und er war verletzt darüber, daß er wohl so stressig für mich sei. Wir schwiegen. Auf einmal sagte er: "Na, ich bin gespannt, ob dein Schlußstrich im Sommer deine Scheidung sein wird.." Hokuspokus war es für ihn gewesen, als ich die Karten Silvester zog, trotzdem hatte es auf einmal Relevanz für ihn, hatte sich in seinem Kopf festgesetzt. In dem Moment dachten wir wohl beide dasselbe....

Weil die Sonne so schön schien, wollte ich raus und wir gingen durch den verschneiten Wald, liefen meine ganz lange Walkingrunde ab und redeten. "Weißt du wie sich das für mich anfühlt?", fragte er und gab auch gleich die Antwort, "Nach Sicherstellen und Weitersuchen." Uff... Ich konnte nichts antworten, er war so nah dran damit... Als ich nichts sagte, bat er mich inständig, "Sag doch was, nimm mir doch mal bitte dieses Gefühl!".

Und eigentlich wäre es eine Gelegenheit gewesen, mal wirklich Klartext zu reden, aber ich bekam es natürlich wieder nicht hin. Ich hätte sagen sollen, daß es mir leid tut, es sich aber für mich ganz ähnlich anfühlt, nämlich nach Weitersuchen müssen. Das hätte ihm zwar weh getan, aber das wäre ehrlich gewesen. Nur, das 'Arschloch' sein? Das ist eine Rolle, die ich nicht wirklich ausfüllen kann. Ich bring es einfach nicht fertig. Aber nochmal sechzehn Jahre hab ich nicht, um an einer Beziehung festzuhalten, die mich nicht glücklich macht. "Was ist mit, ich geb dir alle Zeit, die du brauchst?", sagte ich stattdessen. "ich hab nicht das Gefühl, daß dir das wirklich genügt, aber ich kann dir im Moment nicht mehr geben." Doch, das wäre in Ordnung, meinte er, er hätte sich ja schon zurückgenommen, mit Vorschlägen für Unternehmungen usw. aber ein bißchen mehr Aktivität von meiner Seite bräuchte er schon. Nur ein paar kleine Zeichen, daß alles in Ordnung ist, daß ich z.B. auch mal von mir aus sagen solle, daß ich ihn lieb habe, oder ihm von mir aus mal zwischendurch eine sms schicke und nicht immer nur auf seine reagiere.

Ich soll ihm sagen und zeigen "daß alles in Ordnung ist"? F., was heißt es denn für dich, wenn ich dir das nicht zeige?? Daß ich es nur vergessen habe?! Nein, ich hab ihm das nicht so gesagt........
Ich wiederholte stattdessen, daß ich ihm im Moment nicht mehr geben könne und auch, daß es mir nicht gut ginge damit, daß ich ihn immer vor den Kopf stoßen und ihn bremsen muss. Daß es mir nicht gut tut, ihm weh tun zu müssen, damit es mir besser geht. Ich würde ihm nicht weh tun, er bräuchte doch nur ein paar kleine Zeichen, daß es mir gut geht und daß alles in Ordnung ist.
Himmel, F., was soll ich denn noch sagen oder tun, um dir begreiflich zu machen, daß es ist, wie es ist, weil eben NICHT "alles in Ordnung" ist! Nein, das hab ich ihm auch nicht so gesagt...........

Ich sagte ihm aber, daß ich mehr Zeit für mich und für meine Freunde brauche und nicht mehr automatisch jedes Wochenende mit ihm verbringen möchte, auch wenn er gleich vorschlug, daß WIR doch dann mehr mit meinen Freunden unternehmen könnten. Er geht drei, viermal die Woche aus mit seinen 'Jungs', ich kann das nur alle zwei Wochen, auch wenn er da ja nun nichts dafür kann. Ich weiß nicht, was in dem Moment passiert ist, vielleicht drang irgendeins von meinen Worten nun doch zu ihm durch und ich hatte das Gefühl, daß er die Ernsthaftigkeit der Situation nun doch erkannte, daß er vielleicht sogar Angst bekam, daß ich gleich weg bin oder sowas. Auf jeden Fall hat er bei allem eingelenkt und Zugeständnisse gemacht, er war sogar bereit, auf meine Geburtstagsfeier mit meinen Freunden zu verzichten und nur für ein paar Stunden zu mir zu kommen, um mir bei den Vorbereitungen und dem Kochen zu helfen.

Über den Tattootermin in Berlin haben wir auch geredet und ich hab zur Bedingung gemacht, daß ich da allein hin will. Er wäre jetzt doch gern mitgekommen, weil das Konzert, daß er besuchen wollte, ausgefallen ist. Ich glaube, wenn ich verlangt hätte, daß wir uns nur noch einmal im Monat sehen, hätte er es auch akzeptiert. Er wär auf alles eingegangen, in dem Moment, nur um mich zu 'behalten'. Er hatte so einen Welpenblick, ich dachte, er fängt gleich an zu weinen.... Und ich bin natürlich wieder weich geworden dabei. Hab gesagt, daß er doch meinen Geburtstag bitte mitfeiern soll. Wenn auch nicht mit meinen Eltern, dann doch aber mit meinen Freunden.

Und dann hat er sich vor mich hingestellt, hat mich lange angesehen und gesagt, daß er mich über alles liebt. Ich hab mein Gesicht an seiner Schulter versteckt und hab mich sooooo schlecht gefühlt. Ich habs nicht über die Lippen gekriegt, wie auch, und hab ihm gesagt, daß ich das so nicht zurückgeben kann, daß ich ihn aber lieb habe. Er meinte, er könne auch damit leben und das würde sich schon noch ändern und ich solle soviel Zeit haben, wie ich nur brauche. Und er hätte mein 'Ich liebe Dich' von Silvester noch im Ohr. In dem Moment hätt ich am liebsten geweint, vor Hilflosigkeit und weil ich es nicht schaffte, ihm klar zu machen, daß Gefühle sich ändern können und meine nicht mehr die selben waren, die sie noch zu Silvester gewesen sind.

Die negativen Gefühle sind wieder mehr geworden, aber dann denke ich an sein liebes Teddygesicht.... Und dann tut es mir so leid, daß ich ihn nicht so liebe, wie er mich oder wie er es verdient geliebt zu werden. Und ja, ich hab ihn lieb. Aber reicht das? Ich kann ja nicht aus Mitleid bei ihm bleiben.

Und jedesmal, wenn es auf der Kippe steht, wie Sonntag, oder auch, wie an diesem Dienstag vor zwei Wochen, dann fängt es ganz langsam an, sich ok anzufühlen. Jetzt, wo er glaubt, den großen Crash abgewendet zu haben "für die nächsten sechzig Jahre" (wie er sagte!) da fängt es wieder an, mich zu stressen. Und die letzten Tage war ich so erschöpft deswegen, Nerven wie Spinnfäden so dünn. Und ich zicke ihn mehr oder weniger grundlos an und er hält alles aus, ist lieb, versucht mich zu beschwichtigen - nur mich verstehen, bzw. die Situation begreifen, das kann er nicht, oder will er nicht. Er glaubt, wenn er mir immer wieder zeigt, wie sehr er mich liebt, dann werde ich ihn auch irgendwann lieben. Gestern rief er mich an, weil er seine Traum-Wohnung gefunden hat und seine Freude mit mir teilen wollte. Und er war so glücklich, weil: "alles gerade so schön ist". Schön, F.? Wirklich alles? Und die letzte Mail, die er mir schrieb, sagte, daß ich ein wichtiger Teil seines Lebens sei, daß er stolz auf mich sei, weil ich so eine schöne und kluge Frau sei und darauf, daß ich für ihn "Freundin, Geliebte, Frau, Lebensgefährtin und Kameradin" bin. Das mache sein Leben um vieles schöner und er möchte dieses Gefühl nie mehr missen und  endete auf "Ich brauche dich!" Und ich fühl mich so schäbig, weil meine Gefühle so ganz anders sind, als seine und ich es verdammt nochmal nicht packe, die Konsequenzen zu ziehen. Eigentlich ist es so einfach und doch so schwer. Solche Aussagen machen es mir dabei nicht leichter.. Und ich wünsche es mir wirklich, daß ich glücklich mit ihm sein könnte und kann diesen Wunsch, diese Liebe zu empfinden doch nicht erzwingen.. 

10.03.2010 um 12:48 Uhr

den Faden verloren

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich fühl mich im Moment, als hätte ich den Faden verloren, den roten. Irgendwie fall ich mir grad selber zur Last und fühl mich in meiner Haut nicht wohl. Ob meine Stimmung heute besser ist? Ich kanns nicht sagen.

Was für ein eigenartiger Tag gestern.. Das einzige Positive, der Sehtest beim Optiker ergab, daß sich meine Kurzsichtigkeit seit 2006 nicht verschlimmert hat. Vielleicht sollte ich bei  -7 Dioptrien nun doch mal über eine Laserkorrektur nachdenken, wenn der Wert so konstant geblieben ist..

Was gestern besonders eigenartig war, waren die vielen 'Schnapszahlen', die mir begegneten, ich kaufte um 18:18 Uhr für 15,15 Euro ein (Notiz: Kassenzettel einscannen). Ich fuhr zur Tankstelle und drückte vorher auf die Taste des Tageszählers, um zu sehen, wie weit die letzte Füllung gereicht hatte, genau 555,5 km. Und als ich abends nach dem Telefonat mit Mishou auflegte, stand da 1:11:10.... Eine Sekunde fehlt, aber da bin ich großzügig. ;)

Was das wohl wieder zu bedeuten hat. Bin ich in ein Zeitloch gefallen oder bewege mich in einem Paralelluniversum? Das würde auch erklären, warum ich mich gerade so gar nicht wie ich selbst fühle, eher wie mein Spiegel-Ich. Hilfe, nicht Alice, sondern die Lady im Spiegelland...

09.03.2010 um 15:03 Uhr

Launen

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Ich hab so schlechte Laune grade, weiß nichtmal wirklich warum. Irgendwie geht meine Stimmung ständig hoch und runter. Heute ist sie ätzend. Das Wochenende mit F. war auch so eine Berg- und Talfahrt wieder. Es reibt mich auf und ich bin dessen müde, mich immer wieder damit auseinandersetzen zu müssen, was richtig ist und was nicht, Beziehung hin oder her, F. ja oder nein, zusammen Ausgehen hier oder da oder überhaupt. Selbst meine Gedanken schwanken hin und her und lassen sich nicht wirklich fassen und ausdrücken.

Und ich bin wütend, weil ich merke, daß F. mir trotz allem so zunahe kommen kann, daß ich schon wieder so angreifbar bin und verunsichert in meinem Selbstwert. Ich will das nicht, will mich nicht fragen müssen, was dieser oder jener Kommentar bei Dieser oder Jener zu bedeuten hat. Und ich hab das Bedürfnis schnippisch zu sein, oder sarkastisch und bin selbst darüber gerade so wütend, daß ich schreien möchte: ICH WILL KEINE BEZIEHUNG! NIE WIEDER!

Und im selben Moment könnte ich schon wieder heulen, weil ich mir doch trotzdem jemanden wünsche, mit dem es schön ist und einfach und harmonisch. Bei dem mich keine Zweifel plagen und den ich lieben kann und annehmen kann, so wie er ist.

Dazu fällt mir ein Spruch ein, letzte Woche bei House gehört: "Je besser man jemanden kennt, desto mehr sollte man ihn lieben." Es ging darum, daß jemand gesagt hat, er würde seine Frau, trotz der langen Zeit, die sie zusammen sind, lieben wie am ersten Tag..

Bin ziemlich dünnhäutig grade und nicht wirklich kritikfähig.. *lächel*

 

08.03.2010 um 08:12 Uhr

Wer bist du im Wunderland?

von: lady_bright   Kategorie: Stöckchen & Tests

Am Wochenende bin ich dem weißen Kaninchen und Alice ins Wunderland gefolgt und war verzaubert, bunt und verrückt und abenteuerlich.

Wer wäre ich, wenn ich im Wunderland leben würde?

(Und so kauzig die vorgegebenen Antworten auch waren, so gut trifft doch das Ergebnis zu.) *lächel* 

Wer bist du im Wunderland? Mach den Test bei der Film-Community moviepilot

ALICE IM WUNDERLAND - Mehr Infos zum Film von Tim Burton auf moviepilot
(Die Grinsekatze: Ich bin eine Art Oscar Wilde mit Fell. Ich bin charmant und geheimnisvoll. So geheimnisvoll, daß ich anderen auch mal Angst mache. Mut ist allerdings nicht meine Stärke. Und nicht alle Probleme lassen sich mit einem Lächeln lösen!)

07.03.2010 um 20:50 Uhr

Kurze Frage - klare Antwort

von: lady_bright   Kategorie: Tarot & Astrologie

Gerade wollte ich den Rechner runterfahren, als ich spontan diese Frage im Kopf hatte, verbunden mit dem Gefühl, genau diese Tarot-Legung machen zu wollen.

Das Doppelpack. Kurze Frage, kurze Antwort.

Meine Frage, bzw. das Wort das mir durch den Kopf schoss, war: Weitersuchen??

Die Antwort die ich bekam:

                  

Der Magier: Neubeginn aufgrund eigener Initiative, Kommunikation, seine Möglichkeiten gezielt einsetzen, Gratwanderung zwischen Schwarz und Weiß

Vier Kelche: Noch hälst du die Situation aufrecht, die dir bereits überdrüssig wird. Bring sofort Bewegung in die Angelegenheit. Ergreife die Chance der Neuerung, sollen süße Früchte verfaulen, nur weil du hinter deinen Möglichkeiten zurückbleibst?

 

Ohne weitere Worte...

Notiz an mich: Zu den Stichpunkten "freigeistig" und "Seele blühen lassen", noch "hinter den Möglichkeiten zurückbleiben" hinzufügen!

04.03.2010 um 22:51 Uhr

Sabotage

von: lady_bright   Kategorie: Mr. Big

Es noch einmal zu versuchen, das mit dem Glücklichsein, das hab ich mir selbst und ja irgendwo auch F. versprochen. Und ich wünschte wirklich, daß ich es sein könnte, weil er ein über die Maßen liebenswerter Mensch ist und ich ihn sehr gern habe. Und ich möchte es ja auch für mich und es macht mich traurig, daß es irgendwie nicht klappen will. Daß mir etwas im Weg steht dabei, wahrscheinlich bin ich es selber... Dieses Zweifeln, dieses Unsicher sein, das rührt ja nicht nur daher, daß ich fürchte, mit F. nicht glücklich zu werden, sondern auch, weil ich fürchte, den Fehler meines Lebens zu machen, weil er es eben doch ist und ich uns nur nicht genug Zeit gelassen hab.

In den letzen Tagen hab ich wieder ein wenig in alten Einträgen gestöbert und bin bei Mai 2008 gelandet. Ein Eintrag, der den Tag beschrieb, an dem K. ein paar Tage nach der Trennung noch einmal kam, um seine restlichen Sachen zu holen. Ich hab ihm gesagt, daß ich das Gefühl hab, er hätte uns nicht genug Zeit gegeben und daß wir hätten noch so viel mehr erreichen können. Schon komisch, jetzt steh ich auf irgendeine Art auf der anderen Seite.. Und ich möchte Zeit geben, aber ich weiß eben auch, wie es damals war, mit K. Wir hatten mehr Zeit, viel mehr sogar, nach dieser ersten Trennung folgten noch zwei weitere Versuche, die beide scheiterten und jedesmal die Wunden nur noch tiefer rissen. Zwei weitere gescheiterte Versuche mit dem Glücklichsein..

Und ja, ich hab auch ein schlechtes Gewissen. Ich hab Hoffnungen geweckt, hab diese sogar eine Zeit lang bestätigt und hab doch wieder angefangen zu zweifeln. In der ersten Zeit, da war alles so rosarot, da hab ich im Überschwang gehandelt und geredet - und wohl auch gefühlt. Ich war so unendlich dankbar für das, was F. mich hat fühlen lassen. Geborgenheit, Sicherheit und diese andere Art von Geliebt werden, die sich zwar weniger heftig, dafür aber wunderbar vertraut anfühlte. Hab Zugeständnisse gemacht, z.B. was das Elternkennenlernen angeht, und bin nachher wieder einen Schritt oder zwei zurückgegangen. Auf einmal ging alles so schnell, gerade eben noch frisch kennengelernt und erstes, zartes Bauchkribbeln entdeckt und plötzlich schon ein festes Paar. Ich glaub, ich kann sogar benennen, wann der Punkt kam, an dem diese Euphorie nachließ. Als er mir sagte, daß er seinen Profilstatus auf Vergeben geändert hat und mich mehr oder weniger dezent darauf hinwies, daß ich das doch auch tun solle. Ab da war irgendwie die Leichtigkeit weg. Dieser Zauber, der sprichwörtlich jedem Anfang innewohnt, war verschwunden.

Und irgendwie hab ich mich selbst überlistet dabei, wenn ich sage, daß ich uns noch Zeit geben will, denn ich lass es ja irgendwie gar nicht wirklich zu. Jedesmal, wenn sich etwas schön und harmonisch mit ihm anfühlt, geh ich innerlich auf Distanz. Ich denke ich tu das, um bei ihm keine solchen Hoffnungen zu wecken, die ich dann vielleicht doch nur enttäuschen muss. Oder tu ich das, um selber nicht Gefahr zu laufen mich auf diesen bequemen Gefühlssofapolstern niedersinken zu lassen und dann aus eigener Kraft nicht mehr hoch zu kommen? So wie es bei meinem Ex-Mann gewesen ist. Oberflächlich war alles in Ordnung und harmonisch, wir hatten einige gemeinsame Interessen und schon auch Spaß zusammen, innerlich war ich unzufrieden und unglücklich. Aber ich hab meinen Arsch nicht hoch gekriegt, neben anderen Gründen auch, weil es so bequem und sicher war mit ihm. Nochmal kommt garantiert kein K., der mich monatelang aus einer festgefahrenen Beziehung lotst.

Ich sabotiere doch unbewusst unsere Beziehung, wenn ich mich jedesmal distanziere, wenn ich Nähe spüre. Letzten Freitag, als F. bei mir war, hab ich es ganz deutlich gemerkt, jedesmal, wenn ich anfing mich wohl zu fühlen, wurde ich wütend. Es war ganz eigenartig. Am liebsten hätte ich jedes positive Gefühl für F. in mir ausgelöscht. Ich sträube mich richtiggehend davor, den Gedanken, daß er es ist - es doch ist - an mich ranzulassen. Kann es sein, daß ich tief im Innern nicht will, daß er es ist? Ich glaube, so tief muss man nichtmal schauen, ich wollte, K. wäre es. Aber der ist es natürlich auch nicht... (Auch das hat mir die Lektüre der vergangenen Einträge wieder einmal klar gemacht. Auch dazu ist so ein Tagebuch also gut.) Warum muss F. nur so lieb sein, so liebevoll so.... fürsorglich und so ein Knuddelteddy manchmal? Könnte er nicht irgendwie...doof sein, mich schlecht behandeln oder irgendwelche abstoßenden Eigenheiten haben? Das war bei meinem Ex-Mann genau so. So oft wurde ich gefragt, was denn nun so schlecht an ihm gewesen ist. Ich konnte nicht wirklich was darauf antworten, außer daß ich das Gefühl hatte, einzugehen in dieser Ehe. So krass ist es bei F. nicht, gar nicht... und doch... das Gefühl ist wieder da... nicht mehr fliegen zu können.

01.03.2010 um 11:22 Uhr

Und nun ist es wieder so weit...

von: lady_bright   Kategorie: Der Rest

Ich merke, wie angespannt ich wieder bin, in letzter Zeit, wie mir das tägliche Hamsterrad an den Kräften zehrt, wie wenig belastbar (körperlich wie nervlich) ich doch bin und wie ich die Erschöpfung und die Müdigkeit kaum noch loswerde, die sich über Körper und Seele ausgebreitet hat. Ich hatte gehoffe, die fünf Tage, in denen ich vor zwei Wochen krank geschrieben zu hause war, würden als Auszeit reichen, aber wenn man krank ist, hält sich der Erholungseffekt in Grenzen. Gerade so, daß man es schafft, wieder einigermaßen gesund zu werden.

Irgendwie steh ich wieder am Rand grad und müsste mich eigentlich ganz schnell hinsetzen, damit ich nicht reinfalle, in das Loch. Bis hierhin hat sie also 'gehalten', die Kur. Ein halbes Jahr etwa. Urlaub vom Alltag, das bräuchte ich wohl grade irgendwie. Urlaub vom Hamsterrad, Urlaub von F. und von den ganzen ungesunden Gedanken.

Und als hätte er es geahnt, kommt mein Ex-Mann und haut in dieselbe Kerbe, versucht wieder und noch immer, mir ein schlechtes Gewissen zu machen wegen der Trennung, die drei Jahre zurück liegt. Versucht, auf die Tränendrüse zu drücken und wenn ich nicht gleich und wie gewünscht reagiere, wird er ganz schnell sackig.. 

Und wie Jedde grade so schön sagte: Weißt du was, Welt,.........?! Genau!

01.03.2010 um 07:55 Uhr

wie Katzen um den heißen Brei

von: lady_bright   Kategorie: Träume

Nun, da mir die Karten geraten haben, auf meine Träume zu achten, der von letzter Nacht. Nicht besonders aufregend, aber mal wieder ein K.-Traum.

Es war eine lustige Runde von Freunden, manche kannte ich, manche nicht. Nur zwei Leute beteiligten sich kaum am Gespräch, das waren K. und ich. Wir sprachen auch nicht miteinander,  versuchten, so gut es ging zu vermeiden, daß unsere Blicke sich trafen. Wir beobachteten uns insgeheim, schauten schnell weg, wenn wir uns doch einmal dabei ertappten und versuchten doch immer wieder im Gesicht des anderen zu lesen. Sein Blick, wenn ich ihn auffing, traurig, resigniert.. Ich fühlte mich ganz genau so.

Im zweiten Teil des Traums, stieg ich mit dem Katzenkind auf einen Turm, immer höher und höher, jedoch ohne Angst. Wir schauten mit dem Fernglas aus den großen Fenstern und freuten uns an der Aussicht und der Weite, die sich vor uns auftat. 

Tja, was soll man hier deuten? 

Blicke

- sind Symbol für die bewußte Wahrnehmung, das aufmerksame Betrachten. Wer ist es denn, den Sie sich gerne 'näher anschauen' wollen - oder sollten
Nun, wer ist es..? K. denke ich und die Gefühle, die er immer noch in mir auslöst.

 

Turm

Der Turm im Traum repräsentiert den Schutzmechanismus, den der Träumende sich für gewöhnlich im Laufe seines Lebens errichtet hat. Dies kann sowohl eine innere Einstellung als auch äußere Lebensumstände betreffen.

Dieses hohe Haus umschreibt die Festigkeit, mit der wir Versuchen vor allem in seelisch-geistiger Beziehung zu trotzen. Wichtig ist, wie der Träumende in das Innere des Turms gelangt. Fällt es ihm leicht, dann ist wahrscheinlich auch sein Inneres leicht zu erforschen. Tut er sich mit dem Zugang schwer, könnte dies ein Hinweis auf seine Verschlossenheit sein. Ein Turm ohne Fenster zeigt, daß der Träumende nicht dazu in der Lage ist, seine äußeren guten Eigenschaften oder seine inneren Charakteristika zu sehen und anzunehmen. Ein viereckiger Turm bedeutet die praktische Umsetzung des Lebens, wohingegen ein runder Turm mehr in Richtung geistiger Ebene geht. Wenn im Turm Dunkelheit herrscht, hat der Träumende noch immer Angst vor seinem Unbewußten. Von der Höhe eines Turms aus hat man mehr Überblick. Steigt der Träumende während der Traumhandlung auf einen Turm, ist dies ein Zeichen für sein Streben nach Erkenntnis.

Der Turm war definitiv viereckig, mit großen, viereckigen Fenstern und lichtdurchflutet. Und wir waren nicht allein, es war ein Aussichtsturm und viele Leute wollten hinauf, darum ging der Aufstieg auch recht leicht, nur konnten wir an keinem der Fenster länger verweilen und schauen, wegen der nachkommenden Menschen.

Fernglas / Fernrohr

Es gilt als Symbol für mangelnde Geduld - man möchte alles so rasch wie möglich aus nächster Nähe betrachten können. Und man will nicht abwarten, bis sich jemand oder etwas im eigenen Tempo annährt - man 'holt es sich her': Zoom! Ein Fernrohr kann darauf hinweisen, daß der Träumende über die Dinge sowohl mit einer kurzfristigen als auch mit einer langfristigen Perspektive nachdenken muß. Zieht der Träumende keine langfristige Perspektive in Betracht, dann kann er kurzfristig vielleicht nicht erfolgreich sein. Ein Fernrohr, Fernglas im Traum bedeutet auch, daß der Träumende punktuell dazu in der Lage ist, weit in die Zukunft vorauszuschauen oder es sich wünscht, daß er jedoch Schwierigkeiten hat, sich den großen Überblick zu bewahren. Dahinter können Ängste und übertriebenes Bedürfnis nach Sicherheit stehen.

Oh ja, ich möchte so gern voraussehen können, ob es gelingt, das Glücklichsein mit F. oder ob es da wieder diese bohrende Sehnsucht gibt, die mich in meiner Ehe so gequält hat und die mit K. gestillt wurde.. Und ich wüsste gern, ob K. wieder eine (aktive) Rolle in meinem Leben spielen wird und wie es mir damit geht. Alles Dinge, die ich jetzt noch nicht wissen KANN, ganz egal, wie ich mich anstrenge, wie tief und lange ich nachgrüble..

27.02.2010 um 19:42 Uhr

Kaffee mit K.?

von: lady_bright   Kategorie: Tarot & Astrologie

Und irgendwie hasse ich mich dafür, daß ich schon wieder hier sitze und über K. nachdenke, obwohl F. erst vor ein paar Stunden von mir weg ist und wir eine wirklich schöne, harmonische Zeit miteinander hatten und auch das Körperliche immer besser wird, wo wir anfangs doch sehr differierten...

Was meinen nun die Karten zu einem Treffen mit K?

Thema: Der Teufel = Verlockung, Verführung, Abhängigkeit, Sucht

Jetzt ist es nicht an der Zeit: Zwei Kelche = die Begegnung zu suchen, auf andere zuzugehen, sich zu versöhnen

Jetzt geht es darum: Der Mond = die Wurzeln deiner Unsicherheiten und Ängste zu ergründen, zu deinen Gefühlen, Ängsten und Schwächen zu stehen, auf die Botschaften deiner Träume zu achten

Ausblick: Fünf Stäbe =  Herausforderung, Wettkampf, spannende Erfahrung

Quintessenz: Der Herrscher = Betrachte die Angelegenheit nüchtern und realistisch, sei konsequent in der Verwirklichung deines Vorhabens

 

Ich habs gewusst, es kann nicht gut sein. Das ist keine Liebe zwischen K. und mir - nicht mehr, wahrscheinlich schon beim letzten Versuch nicht mehr, es ist Sucht, emotionale Abhängigkeit, die nur mit konsequentem Verzicht auf die 'Droge' bezwungen werden kann. Aber versuch mal, einen Rausch realistisch und nüchtern zu betrachten. Und ich hoffe, alleine die Furcht, die ich trotz der Versuchung vor dieser Begegnung habe, wird mich davon abhalten...

 

 

 

27.02.2010 um 19:33 Uhr

Entscheidungslegung

von: lady_bright   Kategorie: Tarot & Astrologie

Anfang des Monats hab ich eine Entscheidungslegung zu F. gemacht. 

Weg 1: Bleiben.

Weg 2 Gehen.


Weg 1 führte zu den 5 Schwertern, die wohl übelste Karte, die man außer dem Turm so kriegen kann. = Scheitern, Niedertracht, Gehässigkeiten, Demütigungen, Beziehungskrieg :(

Weg 2 führte zu den 6 Kelchen, einer alten Liebe wiederbegegnen, alte Kontakte auffrischen, Verliebtheit

 

Weg zwei beschäftigt mich insofern, daß ich irgendwie grad nur so kurz davon entfernt bin, K. eine sms zu schreiben, daß ich Ende März allein in Berlin sein werde und auf sein Angebot, doch einen Kaffee zu trinken, einzugehen.. Und dabei weiß ich doch, daß es dumm wäre und eigentlich nur böse enden kann... :(

Werd die Karten mal dazu befragen...