Nur ein paar Memos

29.10.2013 um 11:55 Uhr

IBZDBUGNB #04

von: Zwischenweltler   Kategorie: IBZDBUGNB

Mit dem Folgenden erzähle ich vermutlich vielen von Euch nichts Neues. Aus gegebenem Anlass möchte ich das heute jedoch noch einmal festhalten.
Ich liebe es, die Menschen an meiner (näheren und ferneren) Seite zu überraschen. Und ich weide mich regelrecht an deren Reaktionen darauf. Okay, es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich versuche, mich auf positive Überraschungen zu beschränken. (Auch wenn es Menschen geben soll, die das Gegenteil bevorzugen.) Verblüffung zu erzeugen, möglichst gefolgt von der Einsicht: „Ja, recht hat er.“ - das ist einfach das Größte für mich. Da werde ich zum Kind und freue mir Extralöcher in den Allerwertesten.
Kann mir gerade jemand folgen? :)))

23.10.2013 um 10:53 Uhr

IBZDBUGNB #03

von: Zwischenweltler   Kategorie: IBZDBUGNB

Thema „Humor“. Ich kann meinen Humor nicht im geringsten einschätzen. Generell fällt es mir schwer, Humor zu klassifizieren oder in Schubladen zu stecken. Hier versagt meine Fähigkeit zur Analyse völlig – auch an mir selbst. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass ein kompatibler Humor wichtiger Faktor für eine gute Beziehung sein soll. Und wer kennt das nicht: Der eine Comedian zwingt uns vor Lachen in die Knie, während uns ein anderer nur müdes Gähnen entlockt.
Ja, ich lache sehr gerne. Und noch lieber bringe ich andere Menschen zum Lachen. Doch dafür habe ich kein System. Ich weiß nicht, wie ich das anstelle. Und so kommt es hin und wieder vor, dass ich mich darüber freue, weil über meine Worte gelacht wird, ich jedoch nicht die geringste Ahnung habe, weshalb das so ist. Das hat nichts mit Auf-dem-Schlauch-Stehen zu tun, sondern ist eher ein sprachliches Problem. Ist das jetzt lustig???

18.10.2013 um 13:39 Uhr

IBZDBUGNB #02

von: Zwischenweltler   Kategorie: IBZDBUGNB

Heute will ich es mal etwas kürzer machen. Es geht aber auch um prägende Ereignisse.

Ich war sieben Jahre alt und irgendwo zu einer Kinderkur abgeladen worden. Dreißig Kinder und zwei überforderte Betreuerinnen pro Gruppe. Spielenachmittag. Ein Junge klaute mir einen Holzbaustein. Ich holte ihn mir zurück – ohne den Versuch der Überredung. Der Junge schrie und keifte und die Betreuerin forderte von mir die Herausgabe des Bausteins - ohne den Versuch der Schlichtung. Ich gab dem Jungen den Baustein zurück, und zwar ziemlich sportlich – er hatte dann, weil er nicht schnell genug fangen konnte, eine kleinere Platzwunde am Kopf. Da ging mit der Betreuerin die Furie durch. Roter Kopf, Atemnot – akute Explosionsgefahr. Doch Millisekunden später besann sie sich ihres Auftrags, bremste sich ein, schnappte nach Luft und sagte etwas wirklich Ungeheuerliches zu mir:
„Jetzt schau nur an, was du angerichtet hast! Du! DU! DUUUHU!“, … ihr wollte das passende Schimpfwort nicht einfallen …, „Du! Du! Du, [Vorname] [Nachname], Du!“
Seit diesem Tag zucke ich regelmäßig zusammen, wenn man mich ohne erkennbaren Grund mit vollem Namen anredet.

 

16.10.2013 um 16:17 Uhr

IBZDBUGNB #01

von: Zwischenweltler   Kategorie: IBZDBUGNB

Als ich so in den mittleren Teenagerjahren war, stand ich sehr auf einen bestimmten Typ Frau, mit dem ich einfach nie vollständig glücklich werden konnte. Sie waren die besten Freundinnen für mich. Mehr ging da jedoch überhaupt nicht, obwohl die Mädels durchaus geneigt waren. Ich steckte verdammt in der Klemme: Diejenigen, die mich wollten, hätte man mir quasi nackt auf den Bauch binden können, und diejenigen, die den Mann in mir weckten, wollten mich (noch) nicht. Und wenn ich schreibe „in der Klemme“, so meine ich, dass ich mein siebzehntes Lebensjahr um ein Haar als Jungfrau vollendet hätte. Okay, das hätte mir nicht zwingend peinlich sein müssen, stand aber durchaus etwas im Widerspruch zu meiner allgemeinen Zielsetzung, möglichst immer im vorderen Drittel mitzumischen.
Nun gut, diese Peinlichkeit blieb mir erspart, nicht jedoch die Peinlichkeit, die sich meinem inneren Auge bot, als ich kurze Zeit später einmal nach den Ursachen meines „Versagens“ forschte und dabei feststellen musste, dass mein damaliges Jagdmuster – ganz in Erfüllung des Klischees – dem Typ meiner Mutter entsprach. Herr Freud lehrte mich das blanke Entsetzen, und das obwohl ich doch eigentlich ein Anti-Ödipus war, wie ich meinte.
Doch egal. Es war ohnehin an der Zeit, mich neu zu erfinden, was ich dann auch recht erfolgreich tat. Und bei dieser Gelegenheit krempelte ich gleich mein Beuteschema völlig um – verdrehte es quasi um hundertachtzig Grad. Der Effekt stellte sich sogleich auch ein. Nur gab es wieder einen Haken (wer hätte das gedacht?): Die mir nun das Bett wärmten, hatten einen schweren Stand. Sie mussten sich gegen die Vorurteile meiner Familie durchsetzen, weil sie ja nun ganz und gar nicht dem Bild meiner Mutter entsprachen. Das war hart und ging nicht immer fair zu. Gelegentlich hatte ich sogar den Eindruck, der Hebel der Familie wäre länger als die Kraft meiner eigenen Gefühle. Ich fühlte mich manipuliert, bis mir ernsthafte Zweifel kamen, ob mein neues Beuteschema wirklich gut für mich ist. Letzten Endes fand sich dann doch die Eine, die stark genug war, dem Wahnsinn der sozialen Zwangsjacke meiner Familie zu widerstehen, und die mir gleichzeitig das Gefühl gab, mich nicht verbiegen zu müssen.
Wenn ich heute zurückblicke, muss ich feststellen, wie viele Weg ich mir mit Jagdmustern, Beuteschemen und vorgeprägten Idealen sinnlos verbaut habe in früheren Jahren. Heute bin ich zum Glück weitestgehend frei davon.

Um zu erfahren, ob ein anderer Mensch zu einem passt, muss man ihn nahe genug herankommen lassen. Oftmals sind unsere Vorurteile, die wir säuberlich als Ideale tarnen, aber so stark, dass diese Nähe des Erkennens gar nicht erst zustande kommen kann. Da werden ellenlange Listen mit „Must-Have’s“ und „No-Go’s“ aufgestellt, dabei aber völlig übersehen, dass das, was für ein gemeinsames Leben wirklich wichtig ist, auf keiner der Listen jemals auftaucht. Da wird theoretisiert und die Brauchbarkeit dieses anderen Menschen für die eigenen Zwecke analysiert, anstatt diesen Menschen einfach mal in die Arme zu nehmen und zu testen, wie er sich so anfühlt. Wenn man sich dann tatsächlich nicht riechen kann (was ja sehr oft der Fall sein wird), ist ein aufrichtiges Wort nicht im geringsten peinlich. Viel schlimmer ist da diese immer wieder zu beobachtende Eierei um bestimmte Wenn’s und Aber’s, den ominösen falschen Zeitpunkt oder gar die unpassende Stellung irgendwelcher Gestirne.
Warum entwickeln gerade junge Leute Bindungsängste, noch bevor sie überhaupt jemals erfahren haben, was Bindung eigentlich ist? Und warum gehen wieder andere Menschen Bindungen ein, obwohl sie wissen, dass sie eigentlich gar keine Bindung wollen?
Was ist eigentlich so schwer daran, auszuprobieren, was gut für einen ist? Und was ist so schwer daran, einfach aufrichtig zu sich selbst und dem Anderen zu sein, wenn man sich bei diesem Versuch geirrt hat? Ist eine Beziehung zu haben, wirklich so kompliziert?

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So ganz nebenbei…  ich sollte mir die Sache mit der neuen Kategorie noch einmal duch den Kopf gehen lassen. Irgendwie gelingt es mir nicht, Einträge zu schreiben, die belanglos beginnen und ebenso enden. :)))

16.10.2013 um 14:37 Uhr

Stöckchenbruch oder Bruchstöckchen

von: Zwischenweltler   Kategorie: IBZDBUGNB

Mit großem Interesse las ich gestern ein Stöckchen bei der Lady Bright und fühlte mich irgendwie inspiriert davon (klick hier). Jedoch mag ich nicht zwanzig Fakten an den Haaren herbeiziehen, selbst wenn mir das vielleicht sogar gelingen würde. Vielmehr werde ich diese weltbewegenden Hintergrundinformationen in loser Folge, so wie sie mir gerade ins kraftlose Hirn strömen, hier aufnehmen.

Dafür gibt es nun eine neue Rubrik
Infos betreffend Zwischenweltler, die Blogigo-User garantiert nicht brauchen
... oder kurz: IBZDBUGNB

Lasst Euch überraschen! :)))

09.10.2013 um 12:47 Uhr

Ex-Romantiker / Neu-Romantiker

Es ist schon irgendwie komisch, wenn ein Romantiker beginnt, die Romantik zunächst gedanklich Stück für Stück fallenzulassen und durch andere philosophische Modelle zu ersetzen. Zeigt sich doch hierbei, wie stark Denken und Fühlen miteinander verknüpft sein können. Aber – und zumindest in meinem Fall ist es so – es zeigt sich dabei ebenso, dass ein klares gedankliches Modell durchaus beträchtlichen Einfluss auf die Welt der Emotionen haben kann. In Grenzen, natürlich in Grenzen.
Wir Menschen neigen ja im Allgemeinen dazu, mit unseren Gedanken unsere Gefühle zu rechtfertigen, und zwar auch dann, wenn die Gefühle absurd oder gar paradox sind. Solche Zustände stiften dann die übelsten Irritationen und können uns schlimmstenfalls in echte Krisen stürzen. Folgerichtig versuchen wir, unsere Gefühle immer besser zu verstehen und passen dabei in einem schleichenden und zumeist unbewussten Prozess unsere Lebensphilosophie unserem emotionalen Empfinden an. Das wiederum stiftet weitere Unruhe, weil nun auch in der rationalen Welt Widersprüche zwischen den Gedanken immer offensichtlicher werden.

Um etwas konkreter zu sein: Bei mir äußerte sich das in den letzten Jahren folgendermaßen.
Ein wesentlicher Schnitt begann mit der Erkenntnis, dass die romantische Liebe nicht nur eine Sache der Gefühle ist, sondern dass sie sehr stark mit einem Teil der Lebensphilosophie korrespondiert und somit auch einen nicht unwesentlichen rationalen Anteil besitzt. (Dass wir an dieser Stelle quasi ein geistiges Erbe antreten, welches von uns Besitz ergriffen hat, noch bevor wir wirklich zu denken in der Lage waren, möchte ich zunächst in meinen Betrachtungen auslassen.) Nun war ich gleichzeitig aber auch bereits in dem Bewusstsein, dass es ebenso notwendig wie nützlich ist, seine Lebensphilosophie gelegentlich zu überdenken, zu prüfen und ggf. zumindest teilweise zu erneuern. Und weil ich immer wieder in Konflikte wegen der romantischen Liebe geriet, begann ich, mich mit alternativen Philosophien auseinanderzusetzen und diese in mein Denken zu integrieren. Stichwort „Universelle Liebe“. Wer meine Blogs kennt, weiß, dass sich dieses Thema wie ein roter Faden durch viele meiner Einträge zieht.
Nach vielen fruchtbaren und erkenntnisreichen Diskussionen – und zwar inneren wie äußeren – zog die Idee von der universellen Liebe anfangs recht rasant in mein Leben ein. Viele Konflikte schienen sich plötzlich in Luft aufzulösen, Schuldgefühle zerplatzten, als wären sie niemals da gewesen und alles erschien mir logisch und richtig. Gefühle und Gedanken korrespondierten friedlich und ohne nennenswerte Widersprüche.
Mit der Zeit stellte sich jedoch ein seltsamer Effekt ein. Anstatt den reibungsarmen Fluss von Synapsen und Hormonen in mir zu genießen und weiter zu perfektionieren, suchte ich immer wieder nach dem Haken an der Sache. Es musste doch einen geben – es gibt immer einen Haken.
Und natürlich gab es den. Nicht nur einen, gleich mehrere.

Als erstes schweres Manko stellte sich heraus, dass es nur wenige Menschen gab, die meiner Philosophie folgen konnten, und schlimmer noch: dass ich davor zurückscheute, mir nahestehende Menschen damit zu konfrontieren, bei denen ich von vornherein mit Unverständnis zu rechnen hatte. Daraus folgte, dass ich entweder erneut mein Leben bei Null beginnen musste – und zwar basierend auf den wenigen Menschen, von denen ich mich verstanden fühlte – oder aber einen Kompromiss finden musste, der die einen nicht von den anderen ausschließt.
Ein zweites Manko schließlich brachte mich auf den Weg zu einer neuen Lösung. Anfangs glaubte ich, die Ideen der romantischen und der universellen Liebe würden sich unvereinbar gegenüberstehen – ich glaubte, es gäbe nur entweder oder. Doch je tiefer ich die universelle Liebe in mir aufnahm, umso öfter stieß ich auf Gedanken und Gefühle aus der romantischen Welt. Und obwohl an diesen Punkten natürlich wieder Potential für innere Konflikte entstand, war ich weder Willens noch bereit, gänzlich auf diese romantischen Elemente zu verzichten. Ich musste mir eingestehen, dass da doch ein gutes Stück hoffnungsloser Romantiker in mir steckte – und ich fand und finde das durchaus gut so.

Der Kompromiss liegt also darin (und auch dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kompromisse durchaus elegante Lösungen sein können), die neuen Ideen der universellen Liebe zu übernehmen und zu vertreten, ohne gleichzeitig die alten Ideale völlig über Bord werfen zu müssen. Liebgewonnenes darf bleiben, Hinderliches muss nicht zwangsläufig weichen. Prinzipientreue? Fehlanzeige! Opportunismus ist angesagt. Und falls jetzt jemand auf die Idee kommen sollte, mich zu fragen, wie ich die Konflikte handhabe, in die ich dabei garantiert stolpern müsste, so kann ich nur sagen: Das Zauberwort lautet Timesharing oder „Ausschluss der Gleichzeitigkeit“.
Bringe möglichst keine Vertreter deines alten und deines neuen Denkens gleichzeitig an einen Tisch, sei aber dennoch in der Lage, beiden Gruppen gleichermaßen empathisch anzuhängen.

Nun dürft ihr nicht denken, diese neue philosophische Ausrichtung würde mich mit Euphorie begleiten. Nein, das tut sie ganz bestimmt nicht. Aber ich genieße im Moment die Ruhe der Konfliktarmut in mir wirklich sehr.
Und jetzt, wo ich den Romantiker in mir wieder zulassen kann, darf ich mich auch dazu bekennen, immer wieder mal auf kitschige Fotos zu stehen, oder schlimmer noch: sie selbst zu machen. :)

Hier ein Klassiker...

 

 

 

 

Lieber noch ist mir aber dieses...