Nur ein paar Memos

05.11.2014 um 17:17 Uhr

Von Tönen und Untönen

Nein, nicht musikalisch geht es bei mir heute zu. Und doch macht der Ton die Musik...
Ich bin, weiß Gott, kein Sensibelchen und gerade im Umgang mit Institutionen und Behörden so einiges gewöhnt.
Nun befinde ich mich derzeit in der unschönen Lage, die Hinterlassenschaften eines Todesfalls zu beräumen, und dazu zählen leider auch Versicherungen, Mitgliedschaften und sonst allerlei, was gekündigt werden will.
Dabei ist es echt erstaunlich, wie unterschiedlich die verscheidensten Einrichtungen darauf regieren. Die Bandbreite ist enorm - und für einige einfach nur peinlich (um es vorsichtig auszudrücken).
Beispiele gefällig?
Da schreibt mir eine große Versicherung (die mit dem Schild als Wappen):

Sehr geehrter Herr Z, wir möchten Ihnen unsere tiefste Anteilnahme zu Tod der Frau X aussprechen und bestätigen Ihnen hiermit die Kündigung [von] zum [datum]. Zur Erlangung der Rechtkräftigkeit dieser Kündigung bitten wir Sie jedoch, bis zum [datum] eine amtliche Sterbeurkunde nachzureichen.
Mit freundlichen Grüßen

Das ist doch völlig okay, oder?
Nur sind wohl andere Einrichtungen der Meinung, dass so viel Takt und Freundlichkeit reine Verschwendung sei, und dass eine Kündigung ohnehin etwas ist, was überhaupt nicht sein kann und nicht sein darf. Und nun ratet mal, wer diesbezüglich den Vogel abschießt. ... Natürlich, die G*E*Z (die sich ja jetzt "Beitragsservice" nennt, wobei ich mich frage, welchen Service die meinen).

Betrifft Ihr Abmeldeformular blabla
[keine Anrede]
Ihre Abmeldung müssen wir zurückweisen. Bei einem Todesfall ist dieser urkundlich nachzuweisen. Bis dahin haben wir die Beitragspflicht vorsorglich auf Ihre Person übertragen. Bitte geben Sie Ihre Bankverbindung an.
[keine Grußformel]
 
...mir fehlen die Worte.