Nur ein paar Memos

12.10.2017 um 12:51 Uhr

Apfelmännchen

Neulich saß ich mal wieder mit meinem alten Freund beisammen und wir haben ein wenig über das Leben sinniert. Irgendwie kamen wir dabei auf den Unterschied zwischen gewöhnlichen Erwachsenen und wahrhaft Weisen zu sprechen.
Mein Freund versuchte mir den Unterschied in etwa so zu erklären:

Du kennst doch diese Apfelmännchen, auch Mandelbrot-Fraktale genannt. Es dürfte kaum einen Menschen geben, der davon nicht fasziniert ist.
Ein Kind schaut darauf und ist von der Vielfalt der Farben und Formen fasziniert, ohne sich etwas dabei zu denken.
Ein Erwachsener jedoch wird die Selbstähnlichkeit erkennen und versuchen, dahinter zu kommen, wie diese Bilder im Inneren aufgebaut sind. Immer wieder zoomt er hinein und sucht nach dem Schema. Er will der Sache auf den Grund gehen und zu den Wurzeln gelangen. Dabei versteift er sich auf sein Weltbild, verlässt sich auf seine Intelligenz und wird doch immer wieder enttäuscht. Denn immer wenn er glaubt, ein Schema zu erkennen, tun sich neue und unerwartete Formen und Strukturen auf, und das Spiel beginnt von neuem. Er verbrennt all seine geistige Energie und kommt doch keinen einzigen Schritt weiter.
Der Weise jedoch ist ebenso fasziniert von diesen Bilder, genau wie ein Kind. Und ganz sicher hat er in früheren Jahren ebenso versucht, das Schema zu erkennen, denn auch er war einmal erwachsen. Doch nun lehnt er sich zurück, genießt das Formen- und Farbenspiel und lässt das Universum sein, was es ist: nichts als ein mikroskopisch kleiner Ausschnitt aus einem Apfelmännchen.

Für alle, die sowas noch nie gesehen haben oder sich gerne noch mal daran erinnern lassen, hier ein kleines Video: