Spargel in Karamell
Ich
weiß auch nicht so recht, wieso mich in letzter Zeit wieder häufiger
sentimentale Wellen erreichen oder gar über mir zusammenschlagen.
Zerbrechlich komme ich mir vor, obwohl ich das höchstwahrscheinlich
gar nicht bin. Also stelle ich mir die Frage, ob ich nicht vielleicht
doch eine gewisse Lust an diesem Gefühl gewinne und mehr oder
weniger zielgerichtete die Treppen hinabsteige. So wie gestern zum
Beispiel. Die vage Erinnerung an einen Roman, den ich vor über 25
Jahren las, ließ mich gestern Abend den Fernseher einschalten... und
schon war sie da, diese Welle, und mit ihr so ziemlich alle
emotionalen Feldzüge, denen ich eigentlich aus dem Weg gehen wollte
(und sollte). Als mir dann im Traum der letzten Nacht auch gleich
noch die passenden Kreise geschlossen wurden - obendrein mit Musik
hinterlegt -, wollte ich heute am liebsten die reale Welt verleugnen
und dort bleiben, wo ich war: in meiner Emo-Traumwelt-Blase.
Wecker,
Frau und ein vereinsamtes Restquantum an Pflichtbewusstsein haben
mich dann doch in den Tag geschossen. Und ich habe mich entgegen
aller Gewohnheit selbst ernst genommen, die Notbremse gezogen und mir
einen halben Tag freigegeben. Sonne, menschenleere Landstraßen und
reichlich gute Musik taten gut; ein kleiner Waldspaziergang und ein
kurzes Nickerchen im Halbschatten taten ein Übriges. Jetzt geht’s
wieder.
Ich liebe dieses Leben mit allen Höhen und Tiefen - trotz, oder vielleicht sogar wegen solcher Tage.

Wie dem auch sei... so wie es klingt war es für dich wichtig und auch ganz richtig. Was so eine kurze "Auszeit" doch alles bewirken kann? So wünsch ich dir wieder viel Elan für die Dinge die erledigt werden wollen. ;-)
Wer weiß, vielleicht musste ich mir auch mal selber beweisen. ;-)