Statistik vs. Logik
Keine Angst, ich werde nicht mit Zahlen um mich werfen. Ich hatte nur gestern eine Begegnung, die mich mal wieder über die Unsinnigkeit bestimmter Statistiken nachdenken ließ, und auch darüber, wie schnell der Volksmund irgendwelche aufgeschnappte Zahlen als allgemeingültig annimmt.
Das Zustandekommen meines gestrigen Gesprächs tut nichts zur Sache, jedenfalls sagte da ein Freund: "...aber es gilt doch als erwiesen, daß Männer dreimal so häufig fremdgehen wie Frauen."
HALLO! Schreit es da in mir. Wie geht das? Sind die alle bi und schlafen mit Ihresgleichen? Oder favorisieren die fremdgehenden Frauen den Gangbang mit mindesten drei Männern gleichzeitig?
Oder gehen gebundene Männer ausschließlich mit Singlefrauen fremd? (...welch netter moralischer Schachzug)
Nein, mein Lieber, nach meiner Logik kommt auf nahezu jeden fremdgehenden Heteromann auch eine fremdgehende Frau. Deine Behauptung KANN gar nicht stimmen!
Da meint er: "Und was, wenn sich dieses Statistik nicht auf die Häufigkeit des Fremdgehens bezog, sondern auf die Anzahl der Menschen, die es überhaupt tun?"
Ja, dann könnte es zumindest theoretisch stimmen, jedoch hätte das einen sehr suspekten Beigeschmack. Denn das wiederum hieße, daß Männer ihrer Affäre dreimal treuer blieben als Frauen. Respektive: Jeder männliche Fremdgeher würde dreimal mit derselben Frau pennen, während die Fremdgeherin bei jedem Seitensprung den Mann auswechselt.
Frei interpretiert müßte man dann sagen, daß Männer eher nach einer soliden Zweitbeziehung suchen, während Frauen, wenn sie dem Verlangen denn nachgeben, gleich richtig zum Flittchen werden.
Völliger Unsinn, nicht war? Und dennoch möchte ich wetten, es dauert keine drei Tage bis irgendwer mit der nächsten dämlichen Statistik anrückt... :)))
Schöne Feiertage für Euch! Und bleibt solide! ;-)

;-) Ist keine Statistik, oder?!
Gut, dann einfach nur schöne Feiertage ;-)
Danke, Mia, und paß mir gut auf Uschi auf. ;-)
Wenn blogigo was erfindet, wäre ein Spamfilter erstmal toll (danach dann Spermfilter, um in deinen soliden Zweitbeziehungen den Nachwuchs zu verhindern *G*).
Was las ich gestern....lieber eine schöne Affäre als eine schlechte Partnerschaft ;-)
Männer sind nicht auf der Suche nach einer soliden Zweitbeziehung. Die sind nur zu bequem, Pepp in ihr Leben zu bringen *grins*!
Denn Männer wollen doch nur geliebt werden.
;-)
Ganz sicher bist Du nicht befragt worden, als eine dieser Statistiken entstand.
Ja, wir bleiben flexibel - in jeder Beziehung.
Deshalb bevorzuge ich Ledersitze. ;-)
...aber nur nebenher. ;-)
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Was ja dann auch die landläufige These unterstützen würde, dass Männder fremdgehende Frauen sofort und ungefragt als Nutte betitulieren!
Die Statistik betreffend ist es doch wie immer: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!
Würden wir das nämlich auseinandernehmen, müsste man ja fragen, ob da jetzt alle Seitensprünge reinzählen oder nur jene, bei denen dann auch ein neuer Sexpartner ins Spiel kam.
Aber deine Theorie, dass Männer in der Zweitbeziehung etwas Solides suchen, die kann ich bestätigen :-) Bei manchen reicht es dann sogar so weit, dass sie aus der Zweitbeziehung eine Erstbeziehung machen ... - bei manchen. ;-)
Ewig Gestrige gibt's wohl immer noch. Leider!
Was Frauen beim Fermdgehen suchen? Keine Ahnung? Liebe, Geborgenheit, sich angenommen fühlen, geachtet werden ... die These, dass Männer was Solides suchen, schließt in meinen Augen die These das Selbe im Seitensprung haben wollen nicht aus ... nur tun sie es eben nicht so oft :-P
Dann käme noch die These hinzu, dass die drei mal mehr, auf jene Frauen träfe, die vielleicht was Festes suchen, aber dann eben an den Falschen geraten sind :-)
Wir werden es nie heraus bekommen, warum, weshalb, wieso und ob die drei mal häufigere Häufigkeit überhaupt stimmt. Das Einzige, was ich im Moment als These überhaupt in diese Welt setzen würde ist, dass sich heutzutage viele Paare zu leicht und zu schnell trennen. PUNKT. :-)
Klar gibt es hier und da auch mal eine Scheidung, aber noch viel mehr häufen sich die Jubiläen bis hin zu Silbernen Hochzeiten und darüber hinaus.
Was ich jedoch beobachte, ist ein zunehmender Perfektionismus in Sachen Anspruch an die Beziehung bei denen, die sich noch nicht festgelegt haben. Da werden bereits die kleinsten Differenzen zum Anlaß genommen, einen Beziehungsversuch abzubrechen und echte Bindung gar nicht erst einzugehen. Das beginnt schon damit, auf welch idiotische Weise manchmal diskutiert wird, ob des betreffende Verhältnis nun eine Beziehung sei oder nicht. Mein Gott, da pennen sie miteinander und verbringen einen guten Teil Freizeit oder gar Alltag miteinander, und behaupten trotzdem: "Nein, nein, wir haben gar keine Beziehung!" - Ist das nicht Unsinn? Bindungsangst würde ich das nennen.
Auch mit oder für einen Partner Kompromisse einzugehen, scheint völlig aus der Mode gekommen zu sein. Einfach mal zu sagen: "Laß es uns versuchen. Wir werden uns schon irgendwie einigen", ist zum regelrechten NoGo geworden. Irgendwo Abstriche zu machen, kommt einer persönlichen Niederlage gleich... usw., usf..
Aber wie das mit der Mode so ist: Man muß sie akzeptieren - aber man muß nicht jede mitmachen. ;-)
Es mag sein, dass es solche Fälle gibt. Aber nur weil man viel Zeit miteinander verbringt und auch noch ins Bett geht, müssen noch lange keine romantischen Gefühle dabei sein.
(Ich hasse diese Definitionsfragen! :-))) )
Im Gegenteil, romantische Vorstellungen sind die Hauptquelle unserer Selbsttäuschungen.
Ich vermute jedoch, daß Du etwas anderes meinst. Das, was Du als Zweckbeziehung bezeichnest, schließt nach meinem Verständnis Liebe nicht aus.
Ich weiß, was ich möchte und was ich eben nicht möchte. Und wenn's nach mir geht, darf jeder seinen Weg gehen. Sicherlich hat der Zweck in einer Beziehung eine gewisse Bindungskraft, aber nur weil mir eine Beziehung angeboten wird, muss ich sie nicht annehmen. Egal wie gut der Sex ist, egal wie groß die freundschaftliche Liebe ist und eben auch egal, wie praktisch eine Beziehung wäre, wie gut die Chancen sind, dass sie ein Leben lang halten würde. So eine Beziehung wäre zweckmäßig, und doch werde ich sie nicht eingehen, ganz einfach weil mir ein gewisses Mü an Liebe fehlt. Und zwar das, was ich in einer Beziehung suche.
Wenn Du später - viel später - irgendwann einmal zurückblickst, wirst Du sicher verstehen, wie ich die Dinge sehe. Aber es ist überhaupt nicht notwendig für Dich, mich jetzt unbedingt verstehen zu wollen. Mein Blick nach hinten birgt mehr als der nach vorne erwarten läßt. Bei Dir sollte es umgekehrt sein - und ist es ganz sicher auch. ;-)
Je nachdem wie du es meinst. Ich finde schon meinen Blick nach hinten sehr spannend und auch erlebnisreich. Doch was vor mir liegt, ist noch größer, das stimmt. Mal sehen, was ich daraus mache.
Aber im Ernst: Ich hoffe nicht, daß ich den Eindruck erwecke, meine Meinung wäre allgemeingültig. Sie ist nur etwas anders, das muß ich zugeben. Und keinesfalls müßte irgendwer jemals bereuen, eine andere Sicht zu haben. Diesbezüglich gibt es ja ohnehin kein Besser oder Schlechter - lediglich ein Anders lasse ich hier gelten.
Ich denke so manches Mal, es würde sich einfacher leben, wenn ich die eine oder andere Illusion behalten hätte, aber leider ist es ja so, daß sich Sichtweisen zwar immer wieder modernisieren lassen, aber auslöschen lassen sie sich nicht wieder.
Tust du nicht, keine Sorge.
Und ob es sich einfacher leben ließe, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht aber schöner, Illusionen sind ja dazu da, das Leben zu verschönern.
Ach so ist das ... jetzt erklärt sich mir der gestrige Abend aber ganz gewaltig :-)
Dann bin ich jetzt sauer, weil alle anderen in meinem Umfeld mir alles nur nachmachen und nicht sehen, wie blöd das eigentlich ist. ;-)
Nun an dieser Stelle müsste man dann wohl die Bedeutung von Beziehungen auseinander klamüsern und das wird mühselig, denn jeder definiert Beziehung wohl ein wenig anders. In einer Beziehung steht man zu vielen Menschen, ebenso in Liebesbeziehungen zu anderen (nur tun sich viele damit schwer, das Wort Liebe bei einem "nur" guten Freund anzubringen).
Aber ich gebe dir recht, der Perfektionismus ist teilweise erschreckend, ebenso wie die immer weniger werdende Bereitschaft gegenseitig zurückzustecken, um die Partnerschaft am Leben zu halten. Es ist aber auch wahnsinnig schwer so mit Mann und Frau :-)