Lyriost – Madentiraden

02.08.2014 um 09:39 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 15

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 15

Ihre natürlich „zarten“ Hände machten alles mögliche, „ohne sich dem Mittelpunkt seines Unterleibs zu nähern“, bevor sie „eine Handfläche auf seine Vorderseite legte“.

Mal abgesehen von den zarten Händen, klingt das für mich eher nach Autopsiebericht als nach Erotik. Aber der scheinbar Hingeschiedene lebt – und wie –, denn: Hastig fuhren seine Finger an die Schnalle seines Gürtels, um sich davon zu befreien. Davon oder von ihr oder ihm? Vom Gürtel oder von der Schnalle? Im nächsten Satz wird es dann verspätet mitgeteilt: „Er wünschte … seine Hose loszuwerden.“ Aha, also die Hose. Sein Wunsch ist ihr Befehl: „... lass mich das erledigen.“ Wie aufregend. Und schon schweifen seine Gedanken vogelperspektivisch suchend über die Erdkugel: „Es gab einfach keine Frau auf diesem Planeten, die ihr auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.“

Doch noch bevor er sich in diesen Sphären verlor, „riss ihn das … leise Geräusch des Reißverschlusses aus seinen Gedanken“. Dieses Geräusch – ich habe es mit mehreren verschiedenen Hosen ausprobiert – ist wirklich sehr leise, kein „surren“der Ton, der „erotisch war“, wie die Autorin findet, sondern eher ein banales Schnarren; folglich erscheint die Gedankentiefe unseres Helden begrenzt: Er läßt sich sehr leicht ablenken.

„… willst du in meiner heißen Pussy kommen“, fragt Chloes Mutti nun, und Ryan schluckt schwer, weil „sie so nuttig sprach“, „schmutzige Wörter“. Ich finde, so klingt eher eine schwäbische Hausfrau, wenn sie einen Trollinger zu viel getrunken hat. Nuttig geht anders. Zum Thema nuttige Sprache empfehle ich potentiellen Erotikautoren Ernest Bornemann. Sex im Volksmund. Der obszöne Wortschatz der Deutschen.

Morgen geht’s weiter mit Seite 16 und „heißem Atem“.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenginablum schreibt am 02.08.2014 um 17:26 Uhr:Herrlich!

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