Lyriost – Madentiraden

13.02.2006 um 13:05 Uhr

Blogigo

von: Lyriost

Blogigo

Blogigo hakt ganz schön doll, und wenn es nicht bald besser wird mit der Performance, dann verliere ich die Lust, mein Blog hier an dieser Stelle weiterzuführen. Wer wissen will, wie es schneller geht, der schaue mal hier: Madentiraden

07.02.2006 um 11:46 Uhr

Aufforderung

von: Lyriost

Aufforderung

In den Archiven
blickgeschützt im Staubgewand
die Gedanken von morgen

kein mühsames Gegrabe
Archäologenpuste

05.02.2006 um 09:50 Uhr

Zeit

von: Lyriost

Zeit

Die Zeit ist eine launische Frau, aber sie läuft uns nicht davon, wenn wir sie nicht vertreiben.

05.02.2006 um 00:47 Uhr

Spuren II

von: Lyriost

Spuren II

Ins Eis gebrannt
mit Strahlenstift
der Weg von gestern
Fußgesichter

Der neue Schnee
löscht alte Spuren
verschorfte Wunden
heilt er nicht

04.02.2006 um 07:45 Uhr

Realismus

von: Lyriost

Realismus

Morgen der Morgen
erhebend weltwärtsgewandt
verlasse ich mich

Umgebung fußangelfrei
kühler Blick auf den Treibsand

03.02.2006 um 10:18 Uhr

Denken und Schreiben

von: Lyriost

Denken und Schreiben

Selbst zu denken hat auch ökonomische Vorteile beim Schreiben. Man braucht weniger Anführungszeichen und keine Fußnoten und sonstigen Quisquilien.

03.02.2006 um 10:12 Uhr

Zitieren

von: Lyriost

Zitieren

Bei manchen Menschen erschöpft sich das Eigene darin, daß sie falsch zitieren.

03.02.2006 um 09:58 Uhr

Wir selbst

von: Lyriost

Wir selbst

"Das Fremde des Anderen", das uns interessiert oder auch abstößt, ist vor allem ein (Wieder-)Erkennen unserer eigenen verdrängten Persönlichkeitsaspekte und kann dazu führen, zu begreifen, wie wir uns selber ständig einengen und auf weniger reduzieren, als wir sind. Und daß wir nicht nur die sind, die wir sein wollen oder sein sollen. Oder wollen sollen.

Wenn wir durch andere Anstöße erfahren, die unsere Sichtweise verändern, ist das nur eine innere Akzentverschiebung, aber keine Facettenerweiterung, denn wir können nichts sein, was wir nicht latent schon immer waren. Durch die Konfrontation mit anderen werden wir uns nur unserer Facetten bewußt. Und damit erweitert sich unser Horizont. Wenn es gutgeht. Aber meistens geht es nicht gut, denn wenn eine neue Facette unserer selbst in den Vordergrund tritt, tritt oft eine andere zurück, und häufig gerät sie, bis zur nächsten Erweckung, in Vergessenheit. In diesem Fall ist die erlebte Horizonterweiterung nur eine Horizontverschiebung. Unser Wunsch nach Einfachheit und Klarheit sorgt für die Reduktion unserer Persönlichkeit, Facettenbegrenzung.

Ob wir einfach sind oder nicht, hängt nicht von uns ab, sondern davon, wie wir uns selbst sehen und ob wir uns selbst sehen. Wir sind nicht einfach oder kompliziert. Wir sind.

Ob die Dinge einfach sind oder nicht, hängt nicht von den Dingen ab, sondern von unserer Betrachtungsweise. Die Dinge sind nicht einfach oder kompliziert. Sie sind.

 

02.02.2006 um 22:09 Uhr

Leidenschaftslos

von: Lyriost

Leidenschaftslos

Grau am Venenrand
die Asche der Traurigkeit
wenn das Herz dir nicht blutet

und Wörter rollen aus dir
wie gefiederte Steine

01.02.2006 um 16:12 Uhr

Variatio vice versa

von: Lyriost

Variatio vice versa

Neulich schrieb ich, es gäbe Alkoholiker, für die man schon Antialkoholiker ist, wenn man kein Alkoholiker ist. Eine sehr einfache Denkweise. Aber umnebelte Gehirne seien eben weniger leistungsfähig.

Wie ich jüngst feststellen mußte, gibt es auch Antialkoholiker, für die man schon Alkoholiker ist, wenn man kein Antialkoholiker ist. Es gibt viele Arten von Nebel.

01.02.2006 um 00:27 Uhr

Mutter

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Mutter

Ich schaue nicht
aus deinen Augen
doch du aus meinen
ohne es zu merken
um all die Lichter
einzusaugen
die Dunkelheit zum
Bild verstärken.

Ich bin aus dir
emporgestiegen
und lasse doch
fast nichts zurück.
Nur aus der Ferne
spürst du manchmal
den einen oder
andern Blick.