Lyriost – Madentiraden

01.06.2007 um 12:59 Uhr

Das Bordell und die Wünsche

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Das Bordell und die Wünsche

In einer Diskussion in FAZ.NET zu Johanna Adorjáns Kritik an Thomas Brussigs Buch über Bordellbesuche und an diesem selbst ("Das Buch als Porträt des Autors"), in der es unter anderem heißt:

Wie ein Restaurantkritiker, dem für seine Beurteilung der Anblick der Tischdecke genügt, ist Thomas Brussig durchs Rotlichtmilieu gezogen und hat sich mit Prostituierten: unterhalten,

schrieb ich unter der Headline "Jeder liefert sein eigenes Porträt":


Frau Adorján scheint mir ideologisch angeblindet und vor allem frei von jeder persönlichen Erfahrung. Sie selbst hat, da bin ich sicher, diese Tischdecke, von der sie spricht, noch nie gesehen, aber sie glaubt, in feministischen Uni-Seminaren und dazu passender Sekundärliteratur genügend Kompetenz erworben zu haben, um über die verhandelte Realität auch ohne persönliche Anschauung urteilen zu können. Sie beurteilt das Restaurant aus der theoretischen Sicht einer abstinenzlerischen Magersüchtigen. Das muß niemand ernst nehmen. So halbgar Brussigs Sichtweise sein mag, Adorjáns Sicht ist theoretische Rohkost. Als würde man mit einem Kohlkopf nach der Wurst werfen.

Nun fragt sich eine Leserin (Zitat: Muß die Autorin Expertin sein, wenn sie einen Erlebnisbericht rezensiert), was einen wohl bewege, "sich da hineinzubegeben", und gibt unfreiwillig mit ihrer Vermutung eine teilweise zutreffende Antwort:

Ganz offensichtlich verstehen viele Männer nicht, dass Prostitution Arbeit ist, Dienstleistung, und dass die Ehefrau/Partnerin beim Sex sich nicht an einer professionellen Messlatte orientiert, sondern
an den eigenen Wünschen.


Wie man sehen kann, verstehen manche nicht, daß es zu einer gelungenen Partnerschaft, auch einer Sexualpartnerschaft, gehört, sich nicht nur "an den eigenen Wünschen" zu orientieren, sondern auch an denen des andern.

Das kostet extra

In der Subjektivitätsfalle

01.06.2007 um 09:52 Uhr

Benachteiligung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Benachteiligung

So mancher beklagt seine Benachteiligung, wenn er nicht bevorzugt wird.

01.06.2007 um 09:28 Uhr

Hühner und Politik

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Hühner und Politik

Wären Politiker Hühner, kämen die meisten bald in die Suppe, weil sie keine Eier legen, sondern nur gackern.

FAZ.NET