Lyriost – Madentiraden

21.08.2014 um 18:16 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 35/36

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 35/36

Ryan ist nach wie vor ein „Mysterium“, obgleich Chloe ihn schon seit mindestens zwanzig Minuten kennen dürfte; deshalb fordert sie, die vor ein paar Minuten noch ganz kleinlaut war, ihn jetzt „herrisch“ auf: „Sag mir, wer du bist?“ … „Mehr kam nicht, nur diese eine Frage.“ Ja, im Text steht wirklich ein Fragezeichen, das den Imperativsatz zum Interrogativsatz machen soll. Warum, das bleibt ein Geheimnis der Autorin.

Ryans Geheimnis dagegen, vermutet Chloe auf außerordentlich dümmliche Art, könnte eine Familie sein: „Bist du etwa verheiratet und hast einen Stall voll Kinder?“ Aber es geht noch dümmlicher, nämlich alltagspseudophilosophisch: „Deinen Namen zu erfahren bedeutet keineswegs, dich zu kennen.“

Bei alldem ballte sie „ihre winzigen Hände zu wütenden Fäusten“. Ja, wenn Fäuste wütend werden, dann ist es vorbei mit dem logischen Denken. Gemeint ist sicher: Sie ballte ihre Hände wütend zu Fäusten. Das geht. Dann werden, übliche alberne Geste, wieder mal „die Haare nach hinten“ geworfen, und schon glaubt man, man könne jemanden beeindrucken: „Sie drängte sich an ihm vorbei und marschierte mit einer aufrecht stolzen Haltung auf die Türe zu, die selbst Napoleon zu Lebzeiten Respekt abgerungen hätte.“ Also nicht, wie der grammatikkundige Leser glauben könnte, die Türe, sondern tatsächlich die gekünstelte Haltung. Ich glaube nun aber, Napoleon hätte „zu Lebzeiten“ schallend gelacht. Inzwischen wird ihm das allerdings vergangen sein.

Seite 36 besteht aus fünfeinhalb Zeilen, und dort wird gedanklich mal kurz „vor den Altar“ getreten. Aber nicht in böser Absicht.

Morgen geht’s weiter mit Seite 37 und „mentalem Unwohlsein“.