Lyriost – Madentiraden

05.12.2013 um 16:18 Uhr

Beleidigungen

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Beleidigungen

Sollte es erlaubt sein, jemanden, von dem du glaubst, daß er dich beleidigt hat, oder der dich offensichtlich beleidigt hat, zu beleidigen und ihn mit einer Strafanzeige zu bedrohen? Beleidigen im zweiten Fall ja, aber man kann ihn auch bemitleiden. Das ist effektiver. Von einer Strafanzeige des beleidigten Beleidigers würde ich absehen, weil dann auch der beleidigte Beleidiger als Beleidigter das Recht hätte, Strafanzeige zu erstatten.

Sollte es erlaubt sein, jemandem, der dich beleidigt hat, Schläge anzudrohen oder ihn tatsächlich zu schlagen? Ganz sicher nicht, denn das wäre strafbar, selbst dann, wenn du zum Tatwerkzeug das Strafgesetzbuch, die Bibel, den Koran oder ein anderes heiliges Buch wie die Memoiren von Alice Schwarzer wählst.

Sauerei

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenginablum schreibt am 05.12.2013 um 19:29 Uhr:@ Lyriost: deine Meinung ist fundiert, die Meinungen der Frauen sind es nicht - in deiner Welt.
    Du kannst gut mit Worten umgehen, das beweist dein Blog und alles, was du hier an Argumenten zusammen trägst.

    Was du aber nicht kannst, ist dich einzufühlen und ebenso bringst du keine Bereitschaft auf, den Ekel von Mm.Mimm auch nur nachzuempfinden.

    Mir sagst du, ich habe keine "Argumente" genannt. Ich wollte auch keine rechtssichere Argumentationskette aufbauen, sondern meine Solidarität mit Mm.Mimm kundtun, die eine Situation schildert, die so gut wie jede Frau schon in ihrem Leben erlebt hat.

    Es mag sein, dass sich dir - im Umkehrfall - eine sich im öffentlichen Raum selbstbefriedigende Frau älteren Semesters nur einen gleichmütigen Ortswechsel empfehlen würde; bin mir aber sicher, dass du wohl kaum in einer solchen Situation die Freude hattest gewesen zu sein. Vielleicht wärst du ja wirklich nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt, Ekel zu empfinden. Dann sei dir gratuliert zu deinem nonchalanten Umgang mit derlei expressiver Zurschaustellung solch zweifelhafter sexueller Ausdrucksformen.

    Aber allen Frauen, die hier geschrieben haben, geht es anders. Und du weigerst dich krampfhaft, dies anzuerkennen. Ihre/unsere Argumente "entlarvst" du als justiziabel, vermutest, wenn Brad Pitt sich einen runterholen würde, wären wir erfreut und insgesamt seien wir respektlos.
    Und um das ganze zu toppen, verdächtigst du Mm.Mimm, sie würde sich da wohl irgendwas eingebildet haben, womöglich, und nicht die Wahrheit sagen; zumindest aber nur eine sehr subjektive, gefärbte Wahrheit, die in der Folge dann gar keine Wahrheit mehr sein kann.

    Da kennst du die Frauen schlecht und das, was Frauen im Laufe ihres Lebens (auch) zu ertragen haben. Ich bin mir sicher, dass so gut wie jede Frau/jedes Mädchen schon mal unverhofft einem kranken Typen gegenüber stand, der sich nicht zu blöde war, sich in aller Öffentlichkeit einen runterzuholen. Und da sage ich dir, ganz subjektiv: es ist eklig. Und wenn man noch sehr viel jünger ist, macht es sogar Angst, weil es immer ängstigt, wenn jemand die mitteleuropäischen Standard-Umgangsformen ignoriert und sein Ding rausholt, im Park, an der Bushaltestelle,im Gebüsch. Wer sowas macht, dem traut man auch zu, dass er es nicht dabei belässt, seinen Schniedel nur zu zeigen. Das ist ein schlagendes Argument, glaub's mir.

    Und wenn du das nicht nachempfinden kannst, sondern bei der Klage bleibst, niemand würde hier ernsthaft mit dir diskutieren wollen oder können, dann rate ich dringend, dir einen kompetenten und diskussionsfreudigen Juristen aufzusuchen, der bereit ist, gerne und stundenlang abstrahierend über die Strafwürdigkeit eines insbesondere in Spaßbädern ausagierenden Exhibitionisten, bzw. der genervten Frauen, die diesem ausgesetzt sind, zu palavern.

    Wenn du keinerlei Empathie für die Diskutantinnen hier aufweisen kannst, dann lass es lieber bleiben. Wenn nur deine "Argumente" gelten und unsere erst gar keine Argumente sind - tja, wie soll da eine Diskussion entstehen, die ihres Namen würdig ist? Ein konstruktives Gespräch entsteht nur, wenn es auf Augenhöhe stattfindet.
  2. zitierenLyriost schreibt am 05.12.2013 um 19:53 Uhr:Das hat wieder nichts mit dem zu tun, was ich oben geschrieben habe. Schade. Ich werde dennoch morgen noch darauf eingehen, was du hier schreibst. Nur zwei Beispiele: Die juristische Betrachtungsweise war nicht meine Idee, warum sollte ich mich mit Juristen darüber unterhalten? Eine "Frau älteren Semesters" würde mir übrigens in einem vergleichbaren Fall ebenso ein Lächeln abgewinnen wie eine jüngere Frau, eine große, eine kleine, eine dicke oder eine dünne. Ich neige nicht zu diskriminierender Betrachtungsweise.
  3. zitierenzartgewebt schreibt am 06.12.2013 um 00:17 Uhr:Ich denke, einige fühlen sich gerade empfindlich von dir in ihrer Ruhe oder auch Unruhe gestört, Lyriost, so belebend du momentan auf sie wirkst ;-)

    Wobei, um jetzt auf die "Sauerei" zu sprechen zu kommen, selbst habe ich da ja auch schon so meine Erfahrungen mit diversen Exhibitionisten gemacht. Keine wirklich schöne Sache, gebe ich ehrlich zu.
    Als Kind, fühlte ich mich damals (auf dem Schulweg) schon einem Gewaltakt ähnelnd ausgesetzt, und auch jetzt als Erwachsene, bin ich dem noch nicht wirklich gewachsen (ein Nachbar von mir … holt sich im Garten, wenn er mich in der Nähe weiß, manchmal einen runter. Er fixiert mich dabei ganz genau); eigentlich, und das ist der Haken dran, weiß eigentlich nie, wie weit er dabei wirklich zu gehen vermag.

    Ich mag ihn nicht, bzw. das, was er vor meinen Augen und auch den Augen anderer veranstaltet; es betrifft ja nicht nur mich sondern auch andere Frauen in der Nachbarschaft. Es weiß, in nächster Nähe, so gut wie jeder davon … auch die Kinder sind informiert.

    Beleidigend ihm gegenüber, war ich deshalb aber noch nie, meide aber den Kontakt zu ihm, gehe ihm konsequent aus dem Weg. Mit seiner Frau aber und seinen Kindern ...
    bin ich "verbunden", nur spreche ich sein Verhalten, das
    er mir und anderen gegenüber pflegt nicht an.

    Ich fühle mich NICHT GUT dabei. So gar nicht.
    Eine Situation, die ich niemanden wünsche.

  4. zitierenLyriost schreibt am 06.12.2013 um 06:52 Uhr:Liebe zartgewebt, du hast mal wieder die richtigen Worte gefunden, und ich kann mich dem nur anschließen, was du schreibst. Wahrscheinlich hat jeder schon derartige Erlebnisse gehabt, und ich brauche in mir nicht lange nach Empathie zu graben, weil ich als Kind selbst mal mit einem schwulen Mann konfrontiert war, der mich damals sehr irritierte. Daraus kann man jedoch keine generelle Solidarisierungspflicht ableiten für jeden Fall, den jemand erzählt. Wenn mir der Bericht nicht richtig plausibel oder widersprüchlich erscheint und ich das Gefühl habe, es könnte etwas daran nicht stimmen, dann erlaube ich mir Zweifel. Daß das nicht jedem gefällt, ist klar.

    Lieben Gruß
    Ly
  5. zitierenLyriost schreibt am 06.12.2013 um 10:27 Uhr:Das, liebe ginablum, ist nun aber ein schneller, wenn auch wohl nur scheinbarer Meinungswechsel bei dir. Ich könne "gut mit Worten umgehen", schreibst du. Das klang aber kurz vorher noch anders. Wenn ich mich recht erinnere, nanntest du das, was ich schreibe, "Quark". Tatsächlich ist dein Meinungswechsel auch nur ein Instrument, um, jetzt kommt der zweite Teil der Dichotomie, mir zu unterstellen, mir mangele es an Empathie: "Was du aber nicht kannst, ist dich einzufühlen ..." Woher willst du das wissen? Du kennst mich doch gar nicht. Erwartest du allen Ernstes, daß du mit der Abqualifizierung meiner Argumente mit Begriffen aus dem Molkereibereich bei mir einen Schwall Einfühlungsvermögen hervorrufst? Und bist du der Meinung, eine derart merkwürdige und nicht in jeder Hinsicht plausible Geschichte wie die, um die es hier geht, müsse voll überzeugen und dürfe nicht kritisch hinterfragt werden? Glaubst du allen Ernstes, Empörungsvokabular wie "notgeiler alter Sack", "Männer sind Schweine", "blöder alter Penner" müsse geradezu zwangsläufig bei allen Identifikation mit der Schimpfenden und heftige empathische Emotionen auslösen? Wenn dann auch noch von "eine reinhauen" gesprochen wird, regt sich bei mir nur Widerwille ob des Messens mit zweierlei Maß, sonst nichts. Ein Blick ist Gewalt, und einem eine reinhauen wäre legitim, meinst du, jedenfalls wenn der Mann blickt und die Frau haut. So einfach kann die Welt sein, wenn man nicht mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug denkt, sondern mit dem Bauch, was gelegentlich auch "gesunder Menschenverstand" genannt wird. Du hast recht, in solche Welten mag ich mich nicht hineinempfinden.

    Von kollektiven Solidarisierungen gewissermaßen auf Knopfdruck, nur weil jemand etwas schildert, das ihm so und nicht anders widerfahren sei, ganz ohne die Erzählung genauer zu betrachten, halte ich nichts. Menschen neigen dazu, nicht selten sehr subjektiv wahrzunehmen und diese Wahrnehmung nach Belieben auszuschmücken oder gedanklich so zu erweitern, daß sie ins gewohnte Bild paßt. Manchmal beschreiben sie die Geschehnisse aber auch so, wie sie sich ereignet haben, zwar immer noch subjektiv gefärbt, jedoch im großen und ganzen korrekt. Das eine vom andern zu unterscheiden ist nicht immer leicht, und deshalb ist eine gehörige Portion Skepsis angebracht, wenn etwas nicht offensichtlich ist. Nicht jede "Bade-Anekdote" klingt glaubhaft, und deshalb darf man auch bei Saunageschichten genauer hinschauen. Weil du es schon wieder erwähnst, noch mal, liebe ginablum, auch wenn du es beständig ignorierst: Eine Sauna ist kein "öffentlicher Raum" wie etwa ein Marktplatz oder der Stadtpark.

    Ich weiß nicht, weshalb auch du wieder diskriminierend auf dem "älteren Semester" herumreitest – einer der wesentlichen Punkte in der Geschichte. Ist auch aus deiner Sicht Zurschaustellung von Sexualität ab einem bestimmten Alter besonders eklig? Das klang schon in der Erzählung über den "notgeilen alten Sack, den Penner" an, und das ist genau der Punkt, der mich besonders stutzig macht. Da schwingt doch nicht etwa mit, die Alten sollten sich statt rumzumachen ins Heim verkrümeln oder gleich zum Sterben hinlegen, weil sie zu nichts mehr recht zu gebrauchen sind?

    "Du weigerst dich krampfhaft ..." Das finde ich nun gerade nicht. Ich weigere mich, reflexartig Empathie abzusondern, ohne zu schauen, ob das angebracht ist. Krampfhaft bin ich nie, sondern im allgemeinen ziemlich entspannt und locker. Was man nicht von jedem sagen kann.

    "Vielleicht wärst du ja wirklich nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt, Ekel zu empfinden." Das ist ein interessanter Satz. Und ein entlarvender. Für mich – und nicht nur für mich – ist Ekel ein Gefühl und kein Gedanke. Es gibt aber auch Menschen, deren ideologische Grundverstrickung, der blasse Gedanke, allerlei Aufregung generiert, die zu übersteigerten Gefühlen führen kann. Und zu künstlicher Echauffiertheit. Manchmal sucht man sich dann für seine Thesen, wie "Männer sind Schweine", passende Exemplifikationen. Das muß nicht so sein, aber der Verdacht ist nicht immer von der Hand zu weisen. Wer ehrlich empört ist, schreit nicht in Metaphern, sondern benennt die Dinge ohne Umschweife. Und erst kommt die Empörung, dann die Schlußfolgerung daraus. Normalerweise.

    Du behauptest, ich hätte gesagt, wenn Brad Pitt nackt vor euch rumturnte mit dem Schwanz in der Hand, wäret ihr erfreut. Tatsächlich habe ich nichts gesagt, sondern gefragt: "Was wäre, wenn es kein Alter gewesen wäre, sondern Brad Pitt?" Wie kommst du also zu deiner Unterstellung? Das soll ein ernsthaftes Gespräch sein, wo man den andern ignoriert und ihm etwas in den Mund legt, was er gar nicht gesagt hat? "Auf Augenhöhe" kann man nur miteinander reden, wenn man redlich ist, und strafrechtliche Sanktionen darf man nur dann fordern, wenn etwas strafrechtlich Relevantes nachweisbar vorliegt und, das ist mein Hauptkritikpunkt, sich selbst an die Gesetze hält. Zweierlei Maß geht nicht.
  6. zitierenLyriost schreibt am 16.12.2013 um 14:53 Uhr:Keine Antwort? Natürlich keine Antwort. Hier noch was zum thematisch Verwandtes zum Schmunzeln:
    http://de.screen.yahoo.com/ekelhaft-mann-entbl%C3%B6%C3%9Ft-sich-%C3%B6ffentlicher-08521 4046.html

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